Über Ilona Munique

Wahlbambergerin, Imkerin, Brotberuf: Erwachsenenbildnerin, ProfilPASS@-Beraterin

19.08.2017 Nationaltag der Honigbiene in den USA

Bienenkönigin des Standortes Buger WiesenNationaltag der Honigbiene ist am 3. Samstag im August, also heuer am 19.08.2017. Er wurde in den USA ins Leben gerufen und wird mittlerweile auch als „international“ bezeichnet – Hautpsache, gefeiert. Unsere Westliche Honigbiene Apis Mellifera hat gleich mehrere Gedenktage. So einen weiteren am 14. September, der sich Internationaler Tag zum Schutz der Bienen nennt. Und indirekt auch über den Tag des Honigs oder Ambrosiustag am 4. April (Geburtstag) und 7. Dezember (Bischofsweihe) des Schutzpatrons der Bienen, Imker, Wachszieher, Lebzeltner und des Lernens. Letzteren Ehrentag, also die Bischofsweihe, feiern wir hier in Bamberg als BAmbrosiustag zusammen mit Ihnen / Euch in der Bienen-InfoWabe.

Honigbiene an BalkanstorchschnabelHeute also widmen wir den Tag dieses nützlichen kleinen Tieres, das als einziges Insekt auf der Welt von Menschen gezielt gehalten und vermehrt wird.

Reinhold wird die Varroabehandlungen beginnen, die Anlieferung des Zuckers dank Annemarie Rudel (REWE-Rudel) steht an, und ich suche unsere Bienenpatinnen und -paten auf, um ihnen ihren Patenhonig zu bringen. Mag es auch Zufall sein, dass all das gerade heute stattfindet, aber es passt ja gut. Ohnehin widmen wir schließlich nicht nur einen, sondern sehr, sehr viele Tage dem Erhalt der Bienen – zumindest für Bamberg und ein wenig darüber hinaus.

Und was ihr für sie tun könnt, erfahrt ihr hier unter „Wie helfen?“

Honigbiene an Salvia nemorosa Pink Friesland

 

 

Ankündigung Vortrag „Dank Bienenfleiß zur Obstverarbeitung“

Logo für das Schwerpunktthema Natur der Bienen-InfoWabeAm So., 20.08.17 von 16.00 – 17.00 Uhr findet im Erba-Park der Vortrag „Dank Bienenfleiß zur Obstverarbeitung“ statt. Der Obst- und Gartenbauverein Wildensorg, zeigt, wie es geht.

Welches Obst eignet sich am besten für die Presse oder den Brand? Worin liegt der Unterschied zwischen Brand, Likör und Geist? Was braucht es zum Obstbrennen und wie ist die rechtliche Situation? Wohin kann ich mein überschüssiges Obst bringen? Am Beispiel der Tätigkeiten des Obst- und Gartenbauvereins Wildensorg e. V. werden die Schritte von der Bienenbestäubung über die Pflege der Bäume bis hin zur Ernte und Verarbeitung dargestellt. Im Anschluss Verkostung.

Helmut Brendel, Kassierer im Obst- und Gartenbauverein Wildensorg e. V.Der Referent ist Helmut Brendel, Kassierer im Obst- und Gartenbauverein Wildensorg e. V.

Vorab heißt es in der Bienen-InfoWabe von 14.00 – 16.00 Uhr  |  Offenes Haus für alle rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Kurs ist kostenlos, freuen uns jedoch über eine kleine Spende.

Biene an Obstblüte © Honig-und-Bienen.de

Dritte Bienenpatenrunde mit Sabine Saam 2017/2019

Geburtstagskind und Bienenpatin Sabine Saam, BaunachSie gehört zu den „alten Hasen“ der Bienenpatinnen: Sabine Saam aus Baunach. Über ihre Patenbeiträge hinaus hat sie aber auch sonst seit 2013 etliche Male gespendet* und uns über manche Investitionshürde geholfen.

Bienenpatin Sabine Saam mit Maskottchen SaBieneAußerdem partizipierten wir zu verschiedenen Anlässen, beispielsweise bei vier Schulbienenbesuchen in Baunach (KiTa, Baunacher Grundschule, Reckendorfer Grundschule), im Zusammenhang mit dem von ihr gewonnenen Helene-Weber-Preis, dem ein gemeinsames Projekt zur Aktivierung von politisch interessierten Frauen („Bienendemokratie“) folgte, dem 1. Baunacher Nachhaltigkeitstag in Sachen Bienen und Insekten, ihre Jurymitgliedschaft für den Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2016 – hab‘ ich etwas vergessen?!? Ich hoffe, nicht.

Wir baten Sabine Saam für das dritte Interview, doch einfach einmal selbst Fragen an uns (= BLIB – Bienen-leben-in-Bamberg.de) zu stellen. Hier sind sie:

Festtagsgast Sabine Saam vor Bienen-InfoWabe

Festtagsgast Bienenpatin Sabine Saam vor Bienen-InfoWabe, die bald barrierefrei sein wird

Sabine Saam: Die Bienen-Info-Wabe steht, das Umfeld grünt und blüht – seid ihr mit der Auslastung zufrieden?

BLIB: Ja und Nein.

Einerseits sind wir sehr zufrieden, weil so viele Schulen, Gruppen und Interessierte den Weg zu uns auf die Erba-Insel gefunden haben, obwohl einige den neuen Weg („Bienenweg 1“) erst mal nicht sofort auf dem Schirm haben. Er ist noch zu neu und nicht überall verzeichnet.

Andererseits sind wir traurig, dass wir inzwischen auch Absagen erteilen müssen, da die privaten Kapazitäten nicht für alle reichen. So ist das mit dem Ehrenamt nun mal. Noch sind wir keine Rentner.

Doch alle zwei Wochen (zwischen Ostersonntag und Mitte September) freuen wir uns, jeden zweiten Sonntag Nachmittag (14-17 Uhr) unser Bienenwissen und die Freude am Imkern mit allen kleinen wie großen Besuchern teilen zu dürfen. Und nach Vereinbarung bis zu 20 Gruppen in der Saison, ab der 2. Schulklasse oder für sonstige Institutionen. Sogar politische Verbände, wie beispielsweise damals deine CSU-Frauenunionsgruppe, die einen Vortrag zur Bienendemokratie genießen durfte.

Das erfüllt uns mit großer Zufriedenheit, wenn der Funke übergesprungen ist und der Bund der Bienen mit den Menschen neu geknüpft werden konnte, in welchem thematischen Zusammenhang auch immer. Anknüpfungspunkte gibt es ja zuhauf.

Sabine Saam: Bamberg auf dem Weg zur Bienenstadt – was kann noch besser gemacht werden?

  1. Mehr Blühwiesen. Der Erba-Park ist ja schon auf einem sehr guten Weg. Hier finden sich viele naturbelassene Blühareale, die nur wenige Male im Jahr gemäht werden. Das könnte intensiviert werden, indem a) geeignete Maschinen (Balkenmäher) angeschafft werden und b) die Bevölkerung diesen Bewuchs auch will – und ihren Willen kund tut. Denn die Besorgnis der Stadt, dass Wildblühendes nicht breit akzeptiert wird, ist verständlicherweise da. Man will es sicherlich vielen recht machen. Was uns Bürgern recht wäre, sollten wir klar und an die richtige Stelle gewandt sagen. Und natürlich selbst in unseren Gärten und Balkonen für bienenfreundlichen Bewuchs sorgen.
  2. Weniger Versiegelung der Flächen bzw. entsprechender Ausgleich. Ob Muna-Industriebesiedelungsprojekt, BMW-Autohaus, Wunderburger Glaskontor-Brachfläche, ungenutzes Gärtnerland oder Brose-Firmengebäude … letztere hatten es ja vorgemacht, dass man hier um Ausgleich bemüht war. Gegenüber, am Berliner Ring / Memmelsdorfer Straße / Seehofstraße entstand ein sehr schönes Pflanzenareal (Sandmagerwiese mit Trockenmauer). Auch die REWE-Rudel (mithin unsere Bienenpatin Annemarie) in der Würzburger Straße plant, ihren Dachausbau zu begrünen und mit einem Wildbienenhotel zu bestücken.
    Es ist die Summe aller Teile, die ALLEN nützt, und nicht nur den Betreibern selbst. Da ginge noch etwas mehr! Und wer sich bemüht, kann sogar unseren Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis gewinnen, nebst entsprechender Publicity.
  3. Weniger Einsatz von Pflanzenschutzmittel im nahen Umland, beispielsweise Buger Wiesen oder Nordflur. Kürzlich erst erfuhren wir von Einwohnern in Bughof, dass sie einen halben Hektar aus der landwirtschaftlichen Verpachtung herausgenommen und als Bienenweide selbst beleben wollen. Das sind wunderbare Ansätze, die es weiter zu verfolgen gilt. Meist klappt das aber nur, wenn jemand unmittelbar selbst betroffen ist, beispielsweise, weil er um die Gesundheit seiner Kleinkinder fürchtet. Hier noch ein wenig über die privaten Befindlichkeiten hinaus zu denken, wäre schön.
    Einsatz zeigen geht oft erstaunlich leicht. So schaffte es ein einfacher Anruf bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsbehörde, dass die Dämme des RMD-Kanals weniger häufig und abwechselnd gemäht wurden, damit immer etwas für die Insektenwelt zu finden ist. Diese positive Verstärkung unseres Tuns würden wir uns wünschen, denn wir können nicht überall zugleich sein.

Gruppenbild der Igel- und Bienengruppe Kita St. Oswald Baunach

Sabine Saam: Das Projekt „Bamberger Schulbiene“ ist in aller Munde – welche Pläne gibt es für die Zukunft?

  1. Langfristig: Multiplikatorenschulung. Eben, weil wir an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen, ist es sinnvoll, sich nicht noch mehr an Führungen aufzubürden, sondern diejenigen zu schulen, die Bienenunterricht im großen Stil halten können: Die Lehrkräfte.
    Hier sind wir nun einen Schritt weiter und hoffen, dass der angedachte Lehrauftrag an der Uni Bamberg finanziell verwirklicht werden kann. Auf alle Fälle werden wir weiterhin Grund- und Mittelschul-Lehramtsanwärter/innen in „Didaktik der Naturwissenschaft“ unterrichten, was heuer seinen Start erfuhr.
  2. Mittelfristig 1: Eigene Schulung. Reinhold ist auf dem Weg, berufsbegleitend seinen Facharbeiter für Bienenwirtschaft abzuschließen, nachdem er heuer schon als Bienensachverständiger – einer der momentan nur drei in unserer Region – anerkannt wurde. So sind wir noch mehr gerüstet für eine qualitätsvolle Vermittlung der Themen Bienen, Honig, Imkerei und Natur. Da heißt es jetzt einfach, durchhalten und Daumen drücken.
  3. Mittelfristig 2: Aufbau eines eigenen Wachskreislaufes aufgrund erneuter Wachspanschereien. Wir wollen für unsere Bienen in Bamberg auf Nummer Sicher gehen, aber auch unseren Bamberger Lagenhonig in gewohnt hoher Qualität anbieten. Ganz klar, dass wir mit den anzuschaffenden (recht teuren) Gerätschaften wiederum Schulungen anbieten werden.
  4. Kurzfristig: Das Projekt „Bamberger Bienengarten“ fertig bringen. Hier fehlen uns noch Einzelpflanzenbeschilderungen und Erklärtafeln – für letzteres hast ja dankenswerterweise selbst bereits gespendet, liebe Sabine!

Patenlernbeute von Sabine SaamSabine Saam: 3 Wünsche frei für die Bienen – wie lauten sie?

Wunsch 1: Liebt, achtet und schätzt eure Bienen, auch, wenn sie stechen können! Ihr braucht sie!

Wunsch 2: Schätzt regionalen Honig und die Imker, die unter erschwerten Bedingungen dafür sorgen. Bezahlt ihn anständig, dann kann mit den Einnahmen noch mehr für die Bienen getan werden, auch, weil die Tätigkeit des Imkerns dadurch einfach attraktiver wird.

Wunsch 3: Möge es bald ein verträgliches, leicht anzuwendendes, langfristig für Bienen und Menschen unschädliches Allheilmittel gegen die Varroamilbe geben. Und keine (neuen) Gefahren, die ja doch schon auf uns lauern (Kleiner Beutenkäfer, Asiatische Hornisse, Kirschessigfliege (hier der damit verbundene Pestizideinsatz, usw.)

Alles in allem – wir lassen nicht nach mit unseren Bemühungen und haben – gemeinsam mit dir, liebe Sabine, und vielen anderen – Schritt für Schritt schon viel erreicht. Mit etwas finanzieller Unterstützung geht natürlich vieles leichter und vor allem schneller, ganz klar.

Es war uns eine Freude, deine sinnvollen Fragen beantworten zu dürfen. Vielen Dank dafür, Sabine!

Bienenpatin Sabine Saam (re.) bei der Urkundenübergabe durch Ilona Munique

Überreichung der Bienenpatenurkunde an Sabine Saam (rechts) durch Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 19.08.2013

* Sabine Saams Spenden, über die wir berichtet hatten:

17.10.2014: Da kann die Schulbiene einpacken!

16.06.2015: Spatenstich Bienen-InfoWabe im Erba-Park Bamberg

19.06.2015: „Das war sooooo schön!“ Schulbienen-Besuch in Lichteneiche 1c

01.08.2015: Minis kommen groß raus in der 1a der Lichteneiche-Schule

23.03.2016: Sabine, Sabine, steht hinter der Gardine

27.07.2017: Geburtstagsgeschenk für Bieneninitiative

Nominierungen 2017 für Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis

Vier Nominierungen, zu denen wir vorab der Verleihung des Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreises 2017 jetzt schon gratulieren dürfen – in alphabetischer Reihenfolge sind dies:

Zwei Preise – „Honiggold“ und „Silberlinde“ werden zur Saison-Abschlussfeier der Bienen-InfoWabe – heuer am 17.September 2017 ab 15.30 Uhr – an den oder die Preisträger im feierlichen Rahmen übergeben. Alle Nominierten wurden eingeladen und erfahren vor Ort, ob und welchen Preis sie erhalten haben. Doch ist bereits die Nominierung eine schöne Anerkennung ihrer Bienenförderung.

Jurymitglieder:

Den Bericht dazu finden Sie zur gegebenen Zeit unter diesem Link.

Dengeln und Sensen mit Josef „Jupp“ Schröder …

Parade verschiedener Sensen… und mit Alex aus Oberlangheim bei Lichtenfels sowie über 30 Interessierten – nullkommanix waren unsere Blühareale abgemäht! Ja, ist schade. Doch für diesen wichtigen Sonntags-Workshop am 06.08.2017 war’s das wert. Wächst ja wieder. Man muss dabei gewesen sein, anders lassen sich die Vorgänge schlecht erklären. Vielleicht noch mit Bildern und Filmmaterial. Letzteres wird nachgereicht, wenn die Urlaubszeit vorbei ist. Versprochen.

Demonstration der SensenführungWarum wir diesen Workshop angeboten haben, liegt auf der Hand. Wir propagieren bienenfreundlichen Bewuchs, was bedeutet, dass dieser eine Höhe erreicht, mit der ein normaler Rasenmäher nicht mehr zurecht kommt. Also Sense raus und – wie schön! – lärmneutral ein- bis zweimal im Jahr abgeerntet. Außer, man möchte Kleewiesen haben, die auch eine prima Bienenweide sind. Da darf man ruhig 4-5 mal im Jahr ran. Am besten, die Areale sind feucht, so schneidet es sich besser.

Schärfen der Sensenklinge (Sensenblatt)

Das Dengeln

Nicht wirklich lärmneutral allerdings ist das Dengeln. So ab 20 Betriebsstunden – sagt der Alex, der uns das äußerst professionell gezeigt hat – ist es nötig, das Sensenblatt wieder zu begradigen. Mittels eines rundlichen Hammers wird behutsam und ohne Dellen Material in die Schneidenkante ausgetrieben. Aber keinesfalls übertrieben! Ein paar Millimeter müssen Luft bleiben. Sowohl zwischen dem Blatt und der Auflagefläche (Amboss) als auch zwischen Hammerschlag und unterem Ende des Klingenbogens. Sonst wird die Klinge mit der Zeit zu dünn.

Am Klang sollte zu erkennen sein, ob das Blatt scharf genug ist – sagt der Jupp. Josef Schröder demonstriert es mit einem raschen Schwung auf der Betonfläche der Bienen-InfoWabe. Tatsächlich, es ein heller, hoher Ton erklingt. Nach etwa 20 Minuten des Sensens – je nach Bewuchs und Schnelligkeit – wird das Sensenblatt mit einem Schleifstein beidseitig nachgeschärft.

Demonstration des DengelnsEbenfalls am Klang erkennt man, ob man richtig dengelt. Aber das hört ihr noch im Film, den ich gerade aus Kapazitätsgründen nicht hochladen kann. Wie gesagt, wird nachgeholt. Jedenfalls war’s sehr, sehr lehreich und kurzweilig. Die angesetzte Stunde hatten wir gehörig überzogen, bis 18.30 Uhr waren die letzten von dannen gezogen. Dass sich die Referenten nebst Anhang (Danke, Tina und braver Wuff!) so lange Zeit für uns genommen hatten, war super nett, herzlichsten Dank dafür! Das betonten auch die Gäste, die sogar aus Coburg und Nürnberg anreisten.

Ein Zitat spricht Bände: „Wenn ich das alles früher gezeigt bekommen hätte, hätte ich mir ein Leben lang viel Mühe erspart!“

Heiliggrab-Honig zum Letzten …

Halbentdeckelte HonigwabeBlick in den HonigschleuderkorbMit „heiligem Ernst“ sind wir ans Verarbeiten des Lagenhonigs „Gärtnerstadt / Heiliggrab“ gegangen, da dieser Standort im nächstes Jahr von uns aufgegeben wird. Wir müssen uns örtlich ein wenig konzentrieren, seitdem wir die Bienen-InfoWabe, unser Informations- und Bildungszentrum im Erba-Park, aufgebaut haben. Die Arbeit wächst uns sonst über den Kopf, immerhin sind wir ja auch noch berufstätig.

Honigfluss aus der SchleuderDoch warum gerade dieser Standort? Trotz all der Fülle an Blüten in der Hofstadt-Gärtnerei bei Bienenpatin Carmen Dechant war er über die Jahre gesehen doch nicht ganz so ideal für Honigbienen, wie angenommen. Woran das gelegen haben mag, ist nicht vollständig erklärbar. Bienen haben ihre eigenen Regeln. Ein paar kennen wir, doch vieles noch ist für uns unsichtbar.

Bienenführung in der Hofstadt-Gärtnerei DechantSo hatten wir es mit starker Schwarmlust zu tun, mit Königinnenverlusten sowie geringem Honigertrag bei zuletzt hohem Wassergehalt durch späte Trachteinträge. Meist fing das Volk ganz stark an und wurde im Jahresverlauf schwächer. Außerdem war das Bienenausflugsloch ungünstig gelegen für einen sicheren Lehrbienenstandunterrichts für größere Gruppen, aber auch für uns zwei Imker war etwas wenig Platz an der Beute zum bequemen Arbeiten.

Hofstadt-Gärtnerei am Tag der offenen Gärtnereien 2014Zu alledem war der Transportweg vom Hofeingang in den rückwärtigen Teil des herrlich weitläufigen Geländes, meist bei laufendem Geschäftsbetrieb mit Kunden und Mitarbeitern, immer mit etwas höheren Anforderungen verbunden als an unseren anderen Lagenstandorten. Ganz klar, jedes für sich genommen wäre kein Grund, den Standort aufzugeben. Doch neben Wildensorg und Hohes Kreuz mussten wir uns für einen weiteren entscheiden und hatten dabei die Qual der Wahl.

Bienenpatin Camen Dechant und die Bamberger Schulbiene neben BienenpatenbeuteDoch auch, wenn deswegen eine unserer ersten Bienenpatinnen keine dritte Patenrunde mehr eingehen wird, so werden wir dennoch dankbar mit der Familie Carmen und Michael Dechant verbunden bleiben. Ihr Engagement in Sachen Bienenfreundlichkeit wird sicherlich nicht weniger werden, denn wie sie selbst sagen:Es war eine lehrreiche und schöne Zeit mit den Bienen und Euch … Danke für alles!“

Dito!

Honig abfüllenNoch einmal kurz zum letzten Honigertrag aus der Weide. Einige Honigwaben bestanden die Tropfprobe trotz Verdeckelung nicht, wurden dennoch geerntet. Wir verarbeiteten sie in einem extra Arbeitsgang, um anschaulich zu machen, was bei Wasserwerten um 21% passiert. Den Honig essen wir selbst, er kommt also keinesfalls in den Verkauf. Theoretisch kann es sein, dass er innerhalb eines Jahres ins Gären kommt. Wir werden darüber berichten.

Restinhalt im HonigtopfSo, damit ist unsere Erntezeit in Bamberg vorbei. Mit exakt 200 Kilo um 28 weniger als im letzten Jahr bei 10 (2016: 13) Völkern. Vom Wettergeschehen (Start zu trocken, verregnete Obstblüte und während der Erntezeit zu feucht) lief’s dennoch besser als befürchtet.

Geschmacklich sind die Erträge des Bamberger Lagenhonigs im Vergleich zu den Vorjahren relativ zahm. Sprich: Keine Säure und eine milde Süße (außer Lage Heiliggrab, dessen Honige immer schon am süßesten schmeckten, was manche durchaus bevorzugen), also insgesamt nicht die gewohnte vordergründige Würzigkeit der letzten Jahre. Dennoch ein runder Genuss, vor allem absolut naturbelassen sowie sauber und transparent in der Verarbeitung. Nun geht’s an die Varroabehandlung. Hier haben wir derzeit eine gute Ausgangslage, der Milbenbefall ist (noch) gering. Ja, das Imkern ist eine spannende Sache, denn jedes Jahr ist anders.

Und IHR seid bei uns immer life dabei bei unseren schonungslos offenen Berichten!

Warum im Weidenhonig keine Weide ist

Bamberger Lagenhonigs der Lage "Inselstadt / Weide" Einer unserer Standorte des Bamberger Lagenhonigs befindet sich in der Straße, die „Weide“ heißt. Also ein alter Flurname, da hier früher ein Nebenarm (eher Kanal) der Regnitz floß, gesäumt wohl von Weidenbäumen. Heute ist es eine Lindenallee, darum schmeckt unser Honig der Lage „Inselstadt / Weide“ im Garten von Bienenpatin Gabriele Loskarn meist leicht medizinisch, eben nach Linde. Nur heuer nicht, da durch die lang anhaltende Trockenheit der Nektarfluss hier weitestgehend ausblieb. Doch zu seinem Geschmack und die Umstände seiner Ernte berichteten wir bereits.

Hydrograph, 92% rel. Luftfeuchtigkeit am 03.08.2017Nun, das ist nicht der einzige etwas ungewöhnliche Umstand. Denn heuer war der Wassergehalt etwas höher als sonst bzw. als der von unseren anderen Lagen. An sich kein großes Problem, wenn man nicht gerade in DIB-Gläsern abfüllt, die die Grenze bei 18% ziehen. Zusätzlich zu den 18,5% unserer Messung allerdings gesellte sich am Tag der Abfüllung eine relative Luftfeuchtigkeit von sagenhaften 92%, wie unser Hygrometer in der Küche anzeigte. Somit trieb das den Wert auf 19,4% hoch. Was immer noch unter dem erlaubten Maximalwert der Deutschen Honigverordnung von 20% liegt. Glück gehabt.

Geschmacklich ist er zurückhaltender als in den vergangenen Jahren, eben mit feiner Süße und ohne Säure, dabei mild-malzig und vanillig. Nur der Abgang hat eine leichte Schärfe, die schnell verfliegt. Ein Honig, bestens geeignet für Kinder (ab 1 Jahr, bitte nicht vorher verabreichen!).

Zu kaufen gibt es ihn während der Betriebszeiten der Bienen-InfoWabe (vom Ostersonntag an gerechnet jeden 2. So. 14-17 Uhr) bzw. nach telefonischer Vereinbarung im Obstmarkt 10, 3. Stock. Oder jährlich 1 Kilo davon (oder von einer anderen Lage) umsonst, wer eine zweijährige Bienenpatenschaft eingeht.

Honigschleuder-Erlebnistag in der Weide 2017

Honig geerntet, Waben entdeckelt, geschleudert und abgefüllt und natürlich probiert und die Etiketten auch noch aufgeklebt. War ein sehr schönes Erlebnis mit netten Leuten und natürlich mit der Bamberger Schulbiene und Reinhold Burger. Wir sind nächstes Jahr wieder dabei.
(Bienenpaten Anne und Hanz Zirkel via Facebook)

Super erlebnisreich – die alljährliche Honigernte mit Bamberger Schulbiene 🐝
(Ehrenbienenpatin Jeannette Munique via Facebook)

Rita zeigt ihre selbst geerntete HonigwabeDanke für eure netten Stimmungsbilder auf Facebook! Hier die unseren: Ja, ein toller Erlebnistag für uns alle – die diesjährige Ernte des Bamberger Lagenhonigs, Lage Inselstadt / Weide am 30.07.2017!

Da ließen auch Bienenpatin Rita Bender und ihr Mann den Tatort ausnahmsweise mal links liegen. Elke kam auf Empfehlung ihrer Freundin, die bereits Gast in der Bienen-InfoWabe war. Biggi ist „Wiederholungstäterin“ und reiste von Nürnberg aus nach Bamberg. Für Bienenpaten Anne und Hans Zirkel, die bereits einen Erntevorgang (in den Buger Wiesen) mit erlebten, war es nun die Fortsetzung des Geschehens.

Hans entdeckelt eine HonigwabeFür Hans allerdings nichts ganz Neues, denn sein Opa hat bereits geimkert. Das sah man aber auch! Konzentriert und mit fließender Bewegung entdeckelte er Rähmchen um Rähmchen. Das war prima, denn er holte die Zeit ein, die wir uns nach der Ernte an der Weide plauschend mit einem Eiskaffee gegönnt hatten. Ist ja schließlich wieder ein sehr warmer Sonntag gewesen. Der Honig floß durch die Wärme sehr leicht, so dass wir  annehmen konnten, dass das nicht unbedingt auf einen zu hohen Wassergehalt hindeuten musste. Natürlich maßen wir mit Hilfe des Refraktometers und kamen bei dieser Ernte auf 18,5%.

Honigschleudern und Abfüllen

Jeannette dreht durch ;-)Nach dem Entdeckeln und Schleudern – auch meine Schwester Jeannette hatte erneut ihren Spaß am Kurbeln! – ging’s an’s Abfüllen und Etikettieren. Zumindest diejenigen Gläser, die jede/r Teilnehmende/r zur Belohnung fürs Helfen mitnehmen konnte. Der Rest muss noch drei Tage ruhen. Die Bienenpaten durften außerdem jeweils vier weitere 250g-Gläser für sich abfüllen, denn das ist Teil des Deals einer Bienenpatenschaft.

Hans mit seinem selbst abgefüllten Bamberger LagenhonigDie Geschmacksprobe in Übereinstimmung: blumiger Duft, feine Süße, mild, malzig, vanillig bei leicht scharfem Abgang.

Wer nächstes Jahr ebenfalls mitmachen möchte, findet die Termine unter Aktivitäten und Termine. Notiert euch jetzt schon die Zeiten für 2018: So., 15.07. (Ernte + Verarbeitung, So., 22.07. (nur Ernte) und Mo., 23.07. (nur Verarbeitung) sowie So., 29.7. (Ernte + Verarbeitung).

Fotogalerie Ernte Bamberger Lagenhonig, Weide

Fotogalerie Verarbeitung Bamberger Lagenhonig, Weide

Ankündigung Sensenkurs im Erba-Park Bamberg

Josef "Jupp" Schröder, GartenexperteAm So., 06.08.2017 findet von 16.00 – 17.00 Uhr ein Sensenkurs im Erba-Park statt. Sie erfahren, auf was man beim Sensenkauf achten sollte, wie sie einzustellen und zu bedienen sind. Referent ist Josef „Jupp“ Schröder, Autor der „Gartentipps“ im Fränkischen Tag / infranken.de und ehemaliger Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege in Lichtenfels.

Wer nur ein- bis zweimal pro Jahr mäht, weil’s bienenfreundlich sein soll, greift am besten zur Sense. Referent Josef „Jupp“ Schröder, Autor der „Gartentipps“ im Fränkischen Tag verrät, auf was beim Dengeln und Sensen zu achten ist. Bereits beim Kauf sollte auf die Qualität der Sense geachtet werden. Sodann spart die richtige Winkeleinstellung des Holmens und eine gute Technik viel Kraft und Mühe. Der Umgang mit der Sense kann sogar gesundheitlich vorteilhaft sein, da der gesamte Körper einbezogen wird. Ausprobiert wird das Sensen an kleinen Flächen rund um die Bienen-InfoWabe im Erba-Park. Sensen sollten mitgebracht werden, die vorhandenen werden abwechselnd genutzt. Der Kurs ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Logo für das Schwerpunktthema Natur der Bienen-InfoWabeVorab heißt es in der Bienen-InfoWabe von 14.00 – 16.00 Uhr  |  Offenes Haus für alle rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer hat, bringt seine Sense gerne mit. Der Kurs ist kostenlos, freuen uns jedoch über eine kleine Spende.

Treffpunkt ist die Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park).

Adieu und Dankeschön dem Förderverein Landesgartenschau Bamberg

Bamberger Lagenhonig als Dankeschön an den VereinWenngleich es ein eher trauriger Anlass ist – nämlich das in die Wege leiten der Auflösung des Vereins – so wollten wir den Mitgliedern des Fördervereins zur Nachhaltigkeit der Landesgartenschau Bamberg 2012 e. V. die Versammlung am 25.07.17 ein wenig versüßen, im wahrsten Sinne des Wortes. Als Dankeschön für mehrere Spenden und der miteinander verbrachten Zeit überreichten wir dem Vorsitzenden Jobst Giehler ein Regional-Körbchen mit unserem Bamberger Lagenhonig.

Buchgeschenke vom Verein an unsere InitiativeDoch auch WIR gingen nicht ohne Geschenke heim. Stadträtin und Vereinsmitglied Annerose Ackermann schenkte uns im Namen des Vereins deren drei herausgegebene Publikationen „Eine Insel blüht auf“, Klosterlandschaft St. Michael“ und „12 Kunsträume – von Picasso zu Beuys“. Wir stellen diese in unsere Imker-Bibliothek ein, so dass sie allen unseren Besuchern der Bienen-InfoWabe im Erba-Park verfügbar bleiben.

Stadträtin und Mitglied Annerose Ackermann, Vorsitzender Jobst Giehler, Stadtrat und Kassenprüfer Martin PöhnerVielen Dank dafür und für alle Wohltaten der vergangenen Jahre*, die Bienen-InfoWabe und damit den Bienen und Bürgern Bambergs nutzend!

Eure Initiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de“
Reinhold Burger und Ilona Munique

* Siehe auch: