Verhaltener Optimismus in Sachen Varroabekämpfung

Schon ein Durchbruch oder noch ein weiteres von vielen Heilsversprechen? Eine Lithiumchloridanwendung, die im Zuge einer anderen Versuchsanordnung zufällig entdeckt wurde, könnte in wenigen Jahren den jahrezehntelange Gratwanderung beim Kampf gegen die Varroamilbe beenden und Bienen und Mensch auf sicherere Pfade führen. „Lithium […], als Lithiumchlorid-Salz findet es sich in Salzlaugen, Salzseen und Heilquellen“, so ist es nachzulesen in der Pressemitteilung der Universität Hohenheim von Barsch / Klebs.

Doch schon mehrmals hoffte man auf schnelle Abhilfe, seit einigen Jahren immer wieder neu aufflammend in der Diskussion um die Möglichkeiten einer Hyperthermiebehandlung („Bienensauna“) oder um die Betasäure des Hopfenpräparats HopGuard® (Hersteller Vita Europe Lt.), welches immer noch nicht auf dem europäischen Markt zugelassen worden ist (s. a. unser Bericht vom Imkerforum zu Varroabehandlungsmethoden vom 02.03.2017).

Wir werden wie immer ein – nein, Millionen! – (Facetten-)Augen drauf haben und hier Bericht erstatten. Mit bedächtigen, realistischen Kopf und einem hoffenden, wachsweichen Herzen.Drohnenbrut in Form zweier Herzen

Und die Bienen? Wie geht’s ihnen?

Winterkontrolle der Bienenvölker in den Buger WiesenUnser Bienenpaten-Newsletter, der um die 4x im Jahr versandt wird, endet jeweils mit einem Absatz: „Und die Bienen?“. Heute möchten wir auch den (Noch-)Nicht-Bienenpaten einen kurzen Einblick in die letzten Wochen unserer Beobachtungen geben. Denn zum Jahresende 2017 wurden wir gehörig aufgeschreckt und besuchten vorsichtshalber etwas früher als nötig alle unsere derzeit sechs Bamberger Standorte. Was war geschehen?

Worstcase im Landkreis Bamberg

Am 23.12. erhielten wir einen Anruf, dass 25 von 27 Völkern eines Bienenstandorts aus dem südwestlichen Landkreis von Bamberg verwaist sind. Reinhold Burger als Bienensachverständiger (bzw. Gesundheitswart des Imker und Bienenzuchtvereins Bamberg Stadt und Land e. V.) schaute sich am Vormittag des Heiligen Abends den Schaden an. Herbeizaubern konnte er die Bienen natürlich nicht mehr. Sie waren definitiv zum Sterben ausgeflogen. Außer Trost zu spenden sammelte Reinhold ein paar verbliebene Bienen ein, um sie, wenn die Labors nach den Feiertagen wieder besetzt sind, ggf. zur Untersuchung einzuschicken (Fotos).

Suche nach der Diagnose

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein großer Schaden, vom traurigen Verlust der Tierchen mal abgesehen. Doch die gefürchtete Amerikanische Faulbrut, also eine anzeigenpflichtige Seuche, war es nicht, wie die Begutachtung zeigte. Die herausgestreckten Zungen einiger Bienen legen im ersten Moment eine Vergiftung nahe. Doch woher sollte diese um die Winterjahreszeit jetzt stammen?

Tote Bienen auf beinahe geschlossener Wachskrümelschicht nach Räuberei / Landkreis Bamberg (Winter 2017) © Bienensachverständiger Reinhold BurgerVermutlich kamen mehrere Ursachen zusammen. Eine davon ist wohl eine nicht ausreichend wirksame Varroabehandlung im Spätsommer gewesen. Die angewandte Milchsäure in Blockbehandlung ist zwar nicht unüblich, doch muss diese besonders akurat durchgeführt werden. Ist dabei auch nur ein Volk nicht ausreichend behandelt und in Folge dessen zu schwach aufgestellt, wird es von den anderen nebenstehenden Völkern ausgeräubert. Erkennbar war diese Räuberei an der bodendeckenden Wachskrümelschicht und den schwarzen Bienen aufgrund mechanischen Haarverlustes (Schwarzsucht durch Räuberei).

Dabei fangen sie sich Varroen ein, schleppen sie mit in die eigenen Beuten, werden ebenfalls geschwächt¹, was die nächsten, noch starken Völker auf den Plan ruft. Ein verhängnisvoller Kreislauf beginnt … und endete für den Imker in einem nicht so prickelnden Weihnachtsfest. Was hätte es möglicherweise verhindern können? Im Herbst eine Wirksamkeitskontrolle der Spätsommerbehandlung durch Gemülldiagnose / Windelkontrolle. Eventuell hätte man dann einen zu hohen Varroabefall noch mit einer Nachbehandlung eindämmen können.

Totenfallkontrolle, verkürzter Hinterleib; Diagnose: Varroaschaden¹Varroamilben saugen Bienen nicht nur aus, sondern öffnen an den Bissstellen allerlei Viren und Bakterien Tür und Tor. Erkennbar ist eine erkrankte Bienen z. B. an ihrem verkürzten Hinterleib.

Bienenkontrollgänge in Bamberg – so gehen wir dabei vor

Egal, welcher Varroabehandlungsweise man den Vorzug gibt – Kontrolle ist das A und O. Wir sind dann auch gleich selbst noch losgestiefelt, um unserer durch den Vorfall ausgelösten inneren Unruhe nachzugehen.

1. Gemülldiagnose nach Varroafall

Gut sichtbar die rundlichen Varroamilben, Windelkontrolle bei den Völkern in den Buger WiesenDie Standortbegehungen unserer Völker in Bamberg ergaben bei der Windelkontrolle zwischen 15 und 150 Milben pro Volk. Die Oxalsäure am 10. Dezember hat also gewirkt. Beurteilt wird die Wirksamkeit durch den Bezug der durch die Behandlung abgefallener Milben zum „natürlichen“ Milbenfall vor der Behandlung. Diese Windelkontrollen werden mehrmals im Jahr durchgeführt – und auch das ist enorm wichtig und darf nicht ausgelassen werden!

Starker Varroabefall, aber auch stark besetzte WabengassenDie Gemülldiagnose findet zum einen statt als Zählung des „natürlichen“ Milbenbefalls. Je nach Ergebnis wird die Varroabehandlung angepasst. Etwa drei bis vier Wochen nach Abschluss der Behandlung untersuchen wir die Windel, ob die Behandlung erfolgreich war.

Mögliche OxalsäurefeuchtigkeitAchtung: Befindet sich Flüssigkeit auf der Windel, so kann es sich um durchgelaufene Oxalsäure und nicht unbedingt um Kondens- oder Regenwasser handeln. Diese also vorsichtig mit einem Küchentuch entfernen und am besten dabei Handschuhe tragen! Anschließend in einem gesonderten und gekennzeichneten, abschließbaren Behältnis (z. B. Gurkenglas) bis zur endgültigen Entsorgung aufbewahren.

2. Gemülldiagnose nach Bienenbesatz

Wabengassen, Windelkontrolle bei den Völkern in den Buger Wiesen / 01.01.2018Varroakontrolle zur Winterkontrolle der Bienenvölker in den Buger WiesenAn der Anzahl der breiteren Streifen der Wachskrümelspuren lässt sich sehr gut erkennen, wie viele Wabengassen besetzt sind und wo sich die Wintertraube gerade befindet. Vier Wabengassen sollten es schon sein. Doch sind es weniger, kann man jetzt auch nichts mehr ändern. An der helleren Farbe feinerer Krümelstreifen zu einer Seite neben den stärkeren Spuren sieht man gut, wie sie den vollen Futterwaben hinterherziehen (Foto). Wie ausreichend sie noch mit Futter versorgt sind, lässt sich am besten mit einer Gewichtskontrolle durch Anheben der Beute feststellen. Doch diese „Ruhestörung“ wird erst im Februar/März stattfinden.

3. Geräuschkontrolle

Geräuschkontrolle zur Winterkontrolle der Bienenvölker in den Buger Wiesen Desweiteren legen wir ein Ohr dicht an die Beute, um nach einem gleichmäßigen Brummen und Summen zu hören. Alle unsere Völker gaben uns ihr beruhigendes „Stimmengewirr“ in Form des Vibrationsgeräusches ihres Flugmuskelzitterns. Brav!

4. Fluglochkontrolle nach Totenfall

Totenfallkontrolle, Winterkontrolle der Völker an der Sternwarte,Beseitigung des TotenfallsAußerdem kontrollieren wir das Flugloch, ob das Mäusegitter für die Bienen passierbar bleibt. Liegen zu viele tote Bienen davor (also im Inneren des schmalen Ein- bzw. Ausflugschlitzes), dann muss dieser im Fachjargon genannte „Totenfall“ ausgeräumt werden. Bei einigen unserer Völker taten wir es auch vorsorglich, damit die Bienen an warmen Tagen ungehindert ausfliegen und ihrem „Geschäftchen“ nachgehen können.

Beseitigung des TotenfallsBehutsam und möglichst ohne Störgeräusche werden die Reißzwecken mit dem Stockmeisel entfernt, das Gitter vorsichtig abgezogen, mit einem Stöckchen oder auch dem Stockmeisel die toten Bienen (die es immer gibt, denn bei manchen läuft einfach die Lebenszeit ab) herausgewischt, Gitter wieder drauf, Zwecken dran … fertig.

5. Beschau des Totenfalls

Totenfallkontrolle, Winterkontrolle der Völker an der Sternwarte,Die Bienen können ebenfalls besehen werden, vor allem dann, wenn es recht viele sind. Also zunächst:
# Ist der Totenfall (mit etwa zwei Handvoll) hoch?
a) Wenn es nicht gerade ein von Haus aus zahlenmäßig sehr, sehr starkes Volk ist, hat man wohl zu viel Säure bei zu wenig Bienen verwendet. Das darf nicht vorkommen, dafür ist der Imker allein verantwortlich zu machen. Vor einer Behandlung ist immer erst festzustellen, wie viele Wabengassen besetzt sind. Nach dieser Beschau richtet sich die Dosierung. (Bei der Ameisensäure auch nach der Außentemperatur).
b) Möglich wäre auch ein tierischer Besuch, etwa eine Spitzmaus (was bei Verwendung eines guten Mäusegitters praktisch nicht vorkommen sollte). Dieser Eindringling hat vielleicht recht gewütet und die Wintertraube nachhaltig gestört. Dabei können Bienen schon einmal verklammen, wenn sie von ihrem wärmenden Geschwister zu lange getrennt werden. Auch ein Spechtvogel wie die Elster könnte für ein Loch an der Beute und damit verbunden für Aufregung gesorgt haben. Also mal rundherum besehen, ob alles noch so ist, wie es sein soll.
# Sitzt Schimmel dran? Dann ist die Beute definitiv zu feucht und man muss nach Schadstellen, an denen Wasser eindringen kann, suchen.
# Strecken sie ihre Zünglein heraus? Dann wäre eine Vergiftung in Betracht zu ziehen. Doch um diese Jahreszeit ist das eher nicht der Fall.

Fazit

Alles im grünen Bereich. Von unseren 14 Völkern ist nur eines dabei, welchem wir nicht 100%-ig zutrauen, dass es bis zum nächsten Brutgeschäft zahlreich genug ist, um eine stabile Population aufzubauen bzw. sich gegen die Winterkälte zu einer genügend großen Traube zusammenzuziehen. Wir hatten es im Herbst bereits im Verdacht, dass wir ein Päppelvolk besitzen. Ein kluger Imker trennt sich rechtzeitig davon, doch wir haben’s mal drauf ankommen lassen. Und ein Völkerverlust von 10-20% ist immer drin, damit muss man rechnen.

13. Tür im Adventskalender der Bamberger Schulbiene

13.
Die Sonne scheint, du denkst dir so:
„Jetzt sind meine Bienen froh!“
Die Kirsche blüht, du weißt Bescheid:
„Für Honigraum ist nun die Zeit!“
Und kommst du durch den Schnee gestampft,
lausch’ still dem Brummen, tief und sanft.Blühende Obstplantagen bei Pretzfeld

12. Tür im Adventskalender der Bamberger Schulbiene

12.
Das Imkerhandwerk ist gar schön,
macht es doch auch! Ihr werdet seh’n …
ein neuer Kosmos tut sich auf,
das Jahr dich mitnimmt im Verlauf,
Du siehst mit Bienenaugen dann,
wie wundersam die Welt sein kann.Biene an Distel mit weißbindiger Hummelschwebfliege (Volucella pellucens)

 

Oxalsäurebehandlung mit guten Nachrichten

Oxalsäurebehandlung am 10.12.2017Gestern am letztmöglichen Winterkältetag bei Minustemperaturen konnte Reinhold die Oxalsäurebehandlung zur Varroabekämpfung bei all unseren 14 Völker erfolgreich durchführen. Erfolgreich heißt zunächst, es war kalt genug, dass die Bienen noch in einer kompakten Traube behandelt werden konnten, das Träufeln mit der neuen Pipettenspitze* vom Handling her geklappt und die Runde über alle unsere 6 Standorte in Bamberg rechtzeitig abgefahren war, bevor das Carsharing-Auto wieder in den Stall zurückgebracht werden musste.

Allen Völkern geht es gut, es brummt und wuselt in den Stöcken, dass es heuer eine Freude ist. Das ist ja nicht immer so. Meist sind ein, zwei, Kümmerlinge dabei, von denen nicht so klar ist, ob sie den Winter überstehen. Aber selbst unser Problemvolk, bei dem wir bei der Königin eine Art Legestörung beobachtet hatten, hat super wieder aufgeholt. Die Behandlung vor der Wintersonnenwende am 21.12., also bevor die Legetätigkeit wegen der wieder länger werdenden Tage und durch den Wärmeanstieg, der bei uns um die Weihnachtszeit fast immer zu erwarten ist, durchgeführt zu haben, ist sehr beruhigend.

Wir sind guten Mutes und können nun so richtig die zweite Hälfte der Adventstage genießen! Das wünschen wir auch euch allen!

* Unsere Spritze besitzt ein Luer-Lock-System, daher passte die Pipettenspitze nicht direkt auf die Kanüle, aber dann doch auf den Schlauch.

Oxalsäurebehandlung am 10.12.2017

 

11. Tür im Adventskalender der Bamberger Schulbiene

11.
Wir haben alles in der Hand,
wenn wir das Gute erst erkannt.
So würde es schon helfen sehr,
wenn keiner Gift mehr spritzt umher,
wenn Blumen blüh’n das halbe Jahr,
und Imker wären nicht so rar.

Ilona Munique und Reinhold Burger, Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Land, Stadt, Fluss … ein Bienenumzug mit Genuss

Die dritte (leere) Zarge ist entferntStandortwechsel

Sonne am Himmel! Welch‘ seltener Genuss in diesem ansonsten tristen November. Wir nahmen die Gelegenheit wahr und organisierten ein Carsharing-Auto für das Einholen der dritten Zargen, die nach erfolgter Ameisensäurebehandlung jetzt nicht mehr als Behältnisse der Gerätschaften gebraucht werden.

Standort Inselstadt / SchiffbauplatzWichtiger noch war uns der Umzug zweier  Bienenableger und eines Wirtschaftsvolkes. Raus vom Land, ab in die Stadt! Und zwar einmal an den Fluss, also die Regnitz, genauer gesagt an den Schiffbauplatz zu Bienenpatin Ruth Vollmar. Das vorhergehende Volk entwickelte sich aufgrund einer ruhrartigen Erkrankung sehr zögerlich, doch dafür gibt’s zur Sicherheit jetzt zwei neue. Die Ableger stammen von einem Volk an der Weide (Bienenpatin Gabriele Loskarn) und von der Sternwarte Nr. 2.

Lehrbienenstand, Standort Erba-Park, BienenwegAußerdem bestückten wir endlich unseren neuen Lehrbienenstandort auf der Erba-Insel am Bienenweg. Den Unterricht in der Bienen-InfoWabe bereicherten wir bislang mit Besuchen zu zwei Lehrbienenstöcken am Fünferlessteg. Doch der neue ist nunmehr gleich ums Eck unseres grünen Klassenzimmers und somit für Schulklassenbesuche gedacht, bei denen wir nur eine sehr kurze Unterrichtseinheit von 45 Minuten haben. Wir gehen von sanftmütigen Bienen aus, da umgelarvt aus einem nicht stechfreudigem Volk an der Weide.

Vollbeladenes Carsharing-AutoAlle drei Bienenvölker hatten den Umzug leise vor sich hinsummend gut überstanden. Keine Biene ist uns unterwegs im Auto um die Ohren geflogen, es gab keinerlei Aufbrausen, und vor allem keine Zurückgelassenen … und aus diesem Grund sind wir auch gleich zweimal ausgerückt. Denn gestern waren wir zu spät in den Buger Wiesen, um sie zu holen. Es war bereits zu warm und alle flogen wie verrückt, um ihre Kotblasen zu erleichtern oder einfach nur, um frische Luft zu tanken und zu gucken, ob noch ein paar vergessene Pollen rund um den Stock ihrer harren. Tja, außer Spesen nichts gewesen. Doch heute hat alles prima geklappt.

Der nächste Akt ist die Oxalsäurebehandlung zu Restentmilbung. In den Bienenforen munkelt man, dass der 6.12. der richtige Zeitpunkt sein könnte. Das wären drei Wochen nach Bruteinstellung, die mit den ersten Frösten beginnt und bei anhaltend kühlem Wetter zu brutfreien Waben führt. Nur so kann die Oxalsäure ihre Wirkung auf den erwachsenen Bienen entfalten.

Bis dahin eine entspannte Zeit, uns und unseren Bienen!

Tierisch entspannt – der frischgebackene Imkerfacharbeiter Reinhold

Tierisch entspannter Imkerfacharbeiter Reinhold„Facharbeiter Bienenwirtschaft“ (kurz: Imkerfacharbeiter) heißt’s in Österreich, was sich bei uns in Deutschland „Tierwirt Fachrichtung Imkerei“ (vor 2005: Tierwirt Schwerpunkt Bienenhaltung)“ nennt. Wie auch immer – Reinhold Burger hat die europaweit anerkannte Ausbildung an der Niederösterreichischen Imkerschule (Landwirtschaftlichen Fachschule im Bildungszentrum Warth-Aichhof) mit „ausgezeichnet“ (also sehr gut) geschafft, worauf ich als seine Partnerin natürlich mächtig stolz bin.

Als „Spätberufener Ü50“ ist es nicht so easy, sich noch einmal neu zu orientieren. Dazu gehört Mut, Hingabe und Konzentration. So musste er vor allem Letzteres in der vergangenen Blockunterrichtswoche vom 13.-17.11.2017 aufbringen, die mit einer Prüfung über den gesamten Lernhorizont (bei normalen Auszubildenden sind das drei Jahre Stoff) erstreckt.

Reinhold hingegen konnte durch nachgewiesenes Vorwissen und durch sein Diplom (als Geograph) erheblich abkürzen. So absolvierte er lediglich diese und zwei weitere Wochen im Frühjahr, in der er mit 15-20 anderen Imker(innen) in Warth (südlich von Wien in der „Buckligen Welt“ gelegen) zum Unterricht antreten musste bzw. durfte. Dieses und all die vielen Lernabende zuhause haben sich gelohnt.

Der nächste Schritt nun ist die Anmeldung zur Meisterausbildung. Der Antrag ist geschrieben, und dann heißt es erneut: Selbsstudium, und zwar 2,5 Jahre lang. Nun, er ist drin im Lernen und für unsere Bienen und Schulbienenschüler/innen ist ihm da nichts zu viel. Natürlich profitiere  ich ebenfalls von seinem systematischen Lernen. In vielen Gespächen (nicht nur zum Abfragen von Stoff) erfreuen wir uns gegenseitig über spannendes Neues und aufgefrischtes Wissen rund um Bienen und deren Lebensraum, über Honig und weitere Bienenprodukte, über Imkerei und – ja, auch Betriebswirtschaft und „Standeskunde“, wie es in Österreich üblich ist.

Bildungszentrum Warth-Aichhof mit niederösterreichischer Imkerschule

Bildungszentrum Warth-Aichhof mit niederösterreichischer Imkerschule

Warum gerade Österreich? Wir hier in Franken bzw. Bayern wissen die fundierten Bildungsmöglichkeiten unserer nahen Nachbarn zu schätzen. Auch ich selbst habe ein österreichisches Diplom (Erwachsenenbildung) erhalten, welches in der einmalig gut vermittelten Form erst zehn Jahre später auch für Deutschland adaptiert wurde. Gerade in der Imkerei ist es sinnvoll, über den eigenen Tellerrand zu schauen, müssen wir uns länderübergreifend austauschen und zusammenhalten. Daneben waren ausschlaggebend die Organisation der Ausbildung als Blockunterricht sowie weitere für Reinhold optimalere Zulassungsvoraussetzungen.

Was mit den Auszeichnungen anzufangen ist, spielt im Grunde jedoch eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist, das eigene Wissen zu mehren und an andere weiterzugeben. Wir brauchen es dringend, denn „von nichts kommt nichts“. Wir müssen das Ruder hart herumreißen, wenn wir der Welt die Bienen erhalten wollen. Nicht später mal irgendwann vielleicht …, sondern JETZT und ohne Altersbeschränkung.

Facharbeiterbrief (Urkunde) Bienenwirtschaft für Reinhold Burger

Teilnehmer/innen der Prüfung zum Facharbeiter Bienenwirtschaft in Warth am 17.11.2017
© LFA NÖ (http://www.lehrlingsstelle.at)

 

Kompetenzhandbücher für den Bienenunterricht

Helene trennt Rähmchen mit einen Stockmeise voneinanderEinen Tipp eines Berufskollegen (Danke, Jürgen!) aus der bibliothekarischen Ecke will ich euch heute ans Herz legen. Das Kompetenzhandbuch „Mit den Bienen durch das Jahr“ ist in Form eines Projektleitfadens für die offene Kinder- und Jugendarbeit erstellt worden, und zwar von der Deutschen Telekom-Stiftung im Rahmen der Initiative „Ich kann was!“ und dem Kinder- und Jugendbauernhof Kassel e. V..

Es sind sogenannte „wachsende“ Handbücher in zwei Teilen und demzufolge im Wandel begriffen. Dabei geht es um Anleitungen für Wildbienen (Teil 1) und (eigene) Honigbienen (Teil 2). Für Wildbienen sind wir nicht so die fachlich Versierten. Doch ins Handbuch für die Honigbienen haben wir natürlich hineingesehen. Und na ja, über manches lässt sich streiten, doch insgesamt macht es einen guten Eindruck, ist gefällig aufgebaut, motivierend geschrieben und für Kinder/Jugendliche wie auch Pädagogen gedacht. Lobenswert!

Download des Kompetenzhandbuchs „Wildbienen“, Januar bis Juni
Download des Kompetenzhandbuchs „Honigbienen“, Januar bis Mai

Bericht zur Herbstversammlung IBZV e. V. 2017

Vortrag Rüdiger WinterspergerDie Ordentliche Mitgliederversammlung (OMV), auch als „Herbstversammlung“ des Imker und Bienenzuchtvereins Bamberg Stadt und Land e. V. (IBZV) bezeichnet, fand traditionell in Breitengüßbach statt. Da beide Vorsitzende verhindert waren, wurde Ilona Munique zur Versammlungsleitung vorgeschlagen und von den anwesenden Mitgliedern gewählt. Hauptelement des Abends am 14.10.2017 war der Vortrag von Fachwart und 1 Vereinsvorsitzenden des Imkervereins Bad Rodach, Rüdiger Wintersperger zum Thema „Das Bienenvolk im Jahreszyklus“.

In rund 100 Minuten, beginnend mit den Winterarbeiten, endend mit den Herbstarbeiten und einigen Fazits, blätterte Wintersperger in den Fotoarchiven und Erkenntnissen seines Erfahrungsschatzes. Detailreich, dennoch übersichtlich, wurden Fragen und Fakten zu folgenden Arbeitskriterien der Bienenhaltung angesprochen, die im Spannungsfeld zwischen Gartenbesitzer, Landwirten, Naturschützer, Verbraucher, Imker sowie Belange von Stadt und Landkreis liegen.

  • Zeitpunkt der Arbeiten
  • Biologie
  • Ziel
  • Anzeichen und Maßnahmen im Bezug auf
    • Raum
    • Bienen
    • Ernährung
    • Gesundheit

Dieses im Einzelnen wiederzugeben würde den Rahmen des Blogbeitrags sprengen. Für Jungimker war der ausgiebige Vortrag sicherlich eine Herausforderung. Aber auch erfahrene Imker hingen an den Lippen des Diplom-Agraringenieurs aus Bad Rodach und Herr über rund 50 eigene Völker. Einige Folien finden Sie hier unten in der Galerie.

Im Anschluss erfolgte ein Jahresrückblick auf 2017 und eine Vorschau auf 2018 sowohl des Vereins selbst als auch der Bienen-InfoWabe, deren Träger der IBZV ist. Die  wichtigste Meldung: In 2018 findet wieder ein „Imkern auf Probe“ statt, welches aus Kapazitätsgründen heuer ausgesetzt war. Die Rückschau auf den Imkerausflug erfolgt zur Frühjahresversammlung.

Versammlungsleiterin und Vortragende Ilona MuniqueDie Folien des Jahresberichts und der Vorschau zur Bienen-InfoWabe gerieten ebenfalls umfangreich, doch überwiegend der Bilder wegen, die sich nicht zuletzt durch die Errichtung des Bamberger Bienengartens sowie besonderer Schulungszielgruppen (z. B. die Lehramtsanwärter/innen zur Didaktik der Naturwissenschaften und dem Besuch der Chinesischen Delegation) ergaben. Das frisch erstellte BIWa-Jahresprogramm 2018 (Kurzversion) konnte den Anwesenden exklusiv ausgeteilt werden, der gedruckte Flyer erscheint voraussichtlich noch vor dem Dezember.

Wie geplant endete die OMV um kurz nach 22 Uhr. Die nächste OMV findet als Jahreshauptversammlung voraussichtlich wieder im Februar statt. Wir halten Sie hier und auf den Seiten des IBZV e. V. auf dem Laufenden.