Herbstversammlungen – HEG und IBZV e. V.

Logo IBZVLeider am selben Tag, nämlich dem Sa., 14.10.2017, findet jeweils die Herbstversammlung der HEG, Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland w. V. in Eltmann sowie die Jahresversammlung des Imker und Bienenzuchtverein Stadt und Land e. V. in Breitengüßbach statt.

Da Reinhold in beiden Vereinen Mitglied ist, etwas ungünstig. Nachdem jedoch ein Tagesordnungspunkt zur Mitgliederversammlung des Imkervereins vorsieht, dass wir unseren Jahresbericht und eine Vorschau zum Programm der Bienen-InfoWabe bzw. unserer Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de vorstellen, ist klar, wo wir erscheinen werden.

Wir freuen uns außerdem auf den Vortrag von Rüdiger Wintersperger: „Das Bienenvolk im Jahreszyklus“.

Klimawandel und neue Bienenkrankheiten – Vortrag von Reinhold Burger

Neue Bienenkrankheiten, auch in Franken? Was der Klimawandel erwarten lässt“ lautete der Titel des Vortrags am 03.09.2017 zur BIWa-Sonntagsöffnung. Mittlerweile hat Reinhold Burger die Powerpoint überarbeitet, denn aus Gründen des Urheberrechtsschutzes können leider nicht alle Fotos gezeigt werden. Was jedoch gut wäre, denn alle Gärtner/innen könnten ihren Beitrag zur Eindämmung einer möglichen Invasion von Kleinem Beutenkäfer oder Asiatischer Hornisse leisten. Doch gibt es hierzu kaum Fotos, die tatsächlich ohne rechtliche Bedenken herumgereicht werden können. Ein unbefriedigender Zustand. Im Gegensatz dazu sind wir selbst recht freigiebig mit unseren Informationen. Hier also der Vortrag als PDF.

Klimawandel

Gäste zum VortragEin Dutzend Gäste folgten den Ausführungen des Bienensachverständigen, der mit Fakten zum vom Menschen verursachten Klimawandel speziell in der Region Bamberg aufwartete. Temperaturtrends, Niederschlagsverläufe und die Phänologie – also periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen in der Natur im Laufe eines Jahres – zeigen drastische Veränderungen auf. So beginnt beispielsweise die Apfelblüte in Bayern um rund vier Wochen früher als noch vor rund 30 Jahren. Aber auch die Niederschläge häufen sich im früher warmen September, der gemeinhin als Altweibersommer uns Älteren noch geläufig war.

Bienenkrankheiten durch Bienenschädlinge

Vortrag "Neue Bienenkrankheiten – auch in Franken?" von Reinhold BurgerDoch nicht nur das Klima hat Auswirkungen auf die Bienengesundheit. Neben ihr und der Nahrung sowie Umweltschadstoffen bzw. Pflanzenschutzmittel sowie dem Imker selbst sind Krankheitserreger Ursache notleidender Populationen. Manche Erreger werden durch parasitäre Bienenschädlinge eingebracht, wobei der Schädling außerdem durch Bisse auch das Wachstum von Larven schädigen kann oder die Bienen einfach abfängt zum eigenen Verzehr.

Eine der gefürchteten Eindringlinge könnte unter Umständen in naher Zukunft der Kleine Beutenkäfer (Aethina tumida) sein. Reinhold Burger ging der Frage nach, ob er klimatisch gesehen in Eurpa, bzw. im Raum nördlich der Alpen überleben könnte. Ja, das ist nicht mit Sicherheit auszuschließen. Seine Einschleppung wäre über die Trachtfahrten und den Völkeraustausch von Süd nach Nord möglich. Denn in Süditalien ist er bereits zur Gefahr geworden.

Präparat von Vespa velutinaEine weitere Bedrohung stellt die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) dar, über die wir ebenfalls auf unserem Blog im Zusammenhang mit den Erkenntnissen der Veitshöchheimer Bienenforschungen bereits mehrmals berichteten, zuletzt im Januar.

Inzwischen bei uns etabliert, nicht heimisch und nicht erwünscht ist die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii). Auch zu dieser ausführlich hier.

Zum Schluss ging Reinhold noch ein wenig auf die  Varroamilbe (Varroa destructor) ein. Das Dilemma hier ist, dass es hierzulande kaum mehr längere brutfreie Zeiten gibt, was die Winterbehandlung mit Oxalsäure zum Problem macht. Denn diese wirkt bekanntlich nicht in die Brutzellen hinein. Eine dritte Behandlung vor dem nahrungsmitteltechnisch bedingten Behandlungsstopp ab Januar mit Ameisensäure jedoch ist für die Bienen nicht verträglich.

Vortrag "Neue Bienenkrankheiten – auch in Franken?" von Reinhold BurgerDas Resümme

  • Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung neuer Bienenkrankheiten und Bedrohungen, ist jedoch nicht deren Ursache
  • Ursächlich für die Verbreitung neuer Bienenkrankheiten und Bedrohungen sind meist der globale Warenaustausch nebst Bienentransporten
  • Bienen sind generell sehr anpassungsfähig und kommen mit dem Klimawandel (gut) zurecht
  • Imker müssen ihre Betriebsweise auf klimabedingte Änderungen von Rahmenbedingungen einstellen

Der bienenfreundliche Garten – Vortrag im Kreislehrgarten Oberhaid

Ikarusfigur mit SpinnwebenDuftbeete mit IkarusAm Sa., 30.09.2017 fand im wundervollen Kreislehrgarten Oberhaid ein Seminar zum bienenfreundlichen Garten statt. Veranstalter war der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Bamberg.

Vortragender Reinhold BurgerUnseren Vortrag Honigbienen im Garten (PDF-Präsentationsfolien) hielten wir Reinhold Burger und ich als Ersatzreferenten. Von daher sind die Folien nicht ganz so ausführlich, zumal wir uns die 90 Minuten mit Kreisfachberaterin Alexandra Klemisch geteilt hatten. Sie brachte außerdem etliche Informationsschriften mit, von denen vor allem die LFL-Broschüre Bienen in der Kulturlandschaft: Wild- und Honigbienen in ihrem Lebensraum hervorsticht. Sie ist auch als Printausgabe für € 1,- zu beziehen und natürlich in unserer Imker-Bibliothek zu finden.

Vortragende Reinhold Burger und Bamberger SchulbieneDer Vortrag

Titelblatt Vortrag Reinhold Burger: Honigbienen im Garten 2017Vorgestellt hatten wir u. a. die Entwicklung der Honigbienen in den Monaten August bis September. Das Bienenjahr besteht aus vier Phasen. Momentan erleben wir den Aufbau des Wintervolkes. Die zwischen August und September gelegten Eier entwickeln sich zu Winterbienen, die etwa ein halbes Jahr alt werden können. Sind es zu wenige, also unter 10-15.000 Arbeiterinnen, können sie sich in der Wintertraube nicht warm genug halten. Es ist also wichtig, ihnen durch wertvolle Anpflanzungen von pollenreicher Nahrung einen guten Start zu geben.

Biene an Duftnessel (Agastache rugosa)Am einfachsten ist es dabei, das Bewertungssystem nach Anna Maurizio zu beachten. Sie nimmt eine Unterscheidung nach Nektar- und Pollentracht in 4 Stufen (von 1 = gering bis 4 = sehr gut) vor. Nach diesem Schema in vier Qualitätsstufen verfährt auch der Autor Günter Pritsch in seinem Buch „Bienenweide“. Einsehen können Sie es in unserer Imker-Bibliothek.

Weiterführende Literaturlisten zum Download sind hier zu finden:

Das Seminarprogramm ging im Anschluss noch ohne uns weiter. Hier der Bericht.

Spezielle Gäste

Thomas und Dr. Elke PuchtlerDurch das Einspringen hatten wir unser eigentliches Samstagsprogramm kurzfristig umgestellt. So nutzte Dr. rer. nat. Elke Puchtler, eine pflanzenkompetente und verständige Bienenfreundin, die willkommene Gelegenheit, zusammen mit ihrem Mann Thomas den Oberhaider Kreislehrgarten aufzusuchen, damit wir von hier aus unseren geplanten Ausflug starten konnten.

BienenbeetElke war sehr angetan von der Anlage, die auch ein eigens errichtetes Bienenbeet enthielt. Auch dieses wurde von Alexandra Klemisch beratend begleitet, so wie auch unser Bamberger Bienengarten. Elke nimmt lebhaft Anteil am Werden und Gedeihen der Bienenstadt Bamberg (und Umgebung), obwohl sie in Adelsdorf wohnt und dort eine Heilpraxis betreibt.

SAlexandra Klemisch und Dr. Elke Puchtler lernen sich kennen.o ist es für uns eine Freude gewesen, dass sich beide – Frau Klemisch und Elke – endlich einmal persönlich kennenlernen konnten, wo doch bereits durch eine Referentenlistenaufnahme Kontakt bestand.

Biene an Duftnessel (Agastache rugosa)So schließt sich der Kreis der Bienenunterstützer/innen (noch lange nicht!), um neue Möglichkeiten durch Kooperationen, Synergiene und Wissensteilung zu eröffnen. Einzige Voraussetzung: Affinität und Liebe zu Bienen, Menschen und der Natur schlechthin!

P. S.: Danke für den leckeren Apfelsaft aus Bamberger Streuobstwiesen und den Apfelsekt – sehr schmackig!!!

KV-GBV: Gartenpflegerkurs Teil 3 – Der bienenfreundliche Garten

Bienen an weißer HerbstasterAm Sa., 30.09.2017 findet im Kreislehrgarten Oberhaid ein Seminar zum bienenfreundlichen Garten statt. Reinhold Burger und ich springen gerne als Ersatzreferenten ein, wo wir doch eben erst an den Obst- und Gartenbauverein Oberhaid für diesen tollen Garten, gleich neben der Friedhofskirche am Ortseingang, einen zweiten Platz unseres Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreises 2017 vergaben. Da war immerhin von einem Schulterschluss die Rede, was selbstverständlich Auftrag und Verpflichtung auch für uns ist.

Veranstalter für den Kurs, dessen 3. Teil sich besonders an Gartenpfleger wendet, ist der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege. Mit-Referentin ist Kreisfachberaterin Alexandra Klemisch des besagten Veranstalters, die Wissenswertes über die im Herbst um die Gunst der Bienen wetteifernden Blühpflanzen parat hält. Sie war ja bekanntermaßen heuer bereits bei uns in der Bienen-InfoWabe zugange.

Wir beide werden die Entwicklung der Honigbienen in den Monaten August bis September erläutern, mit einem kleinen Seitenblick auch auf die Wildbienen. Was brauchen sie, was können wir im Garten Gutes für sie tun? Wildbienen sind jedoch eher das Spezialgebiet von Referent Günter Reif, stellvertetender Vorsitzender des Bezirksverbands für Gartenbau und Landespflege Oberfranken. Er wird sicher noch tiefer in die Materie einsteigen. Weitere schöne Programmpunkte siehe unten.

Die Anmeldezeit ist zwar eigentlich vorüber, aber vielleicht besteht ja doch noch eine Chance, ein Plätzchen zu ergattern. Einfach mal anrufen bei der Kreisfachberaterin Alexandra Klemisch, Tel. 0951/85-534, alexandra [dot] klemisch [at] lra-ba [dot] bayern [dot] de

Kostenbeitrag: 15,- €, ermäßigt 10,- € für Gartenbauvereins-Mitglieder

Programm für Samstag, den 30. September 2017

9.00 Uhr – Begrüßung

9.15 Uhr – Honigbienen im Garten, Referntin: Birgit Lang, Imkerin aus Oberhaid

10.30 Uhr – Kurze Pause

10.45 Uhr – Fleißige Bestäuber – Nützliche Insekten im naturnahen Garten, Referent: Günter Reif, Stellvertretender Vorsitzender Bezirksverband Oberfranken

12.30 Uhr – Mittagspause

13.30 Uhr – Wir stellen eine kleine Nisthilfe aus Ton her, Referentin: Kerstin Kempter, Töpferin aus Lauter

14.45 Uhr – Kurze Pause

15.00 Uhr – Blühstreifen für Bienen ansäen: Wie’s funktioniert. Referentin: Kreisfachberaterin Alexandra Klemisch

Seminarende ca. 16.00 Uhr

 

Vortrag Ilona Munique zur (Bienen-)Demokratie und Schwarmschlauheit

Historisches Wohnhaus in Verden (Aller)Tatsächlich: Verden verblüfft. Die Kreisstadt (rund 27.000 EW) liegt bei Bremen, und hätte es die Einladung von Peter Steffens, dem Vorsitzenden des dortigen Imkervereins nicht gegeben, uns wäre glatt etwas entgangen.

Innenansicht Dom in Verden (Aller)Ein entzückendes, historisches Städtchen mit lutherischen Gotteshäusern und einem Dom (!), die staunen machen. Okay, meinen Vortrag „Demokratie und Schwarmschlauheit – können wir von Bienen lernen?“ habt ihr vielleicht verpasst, doch Verden solltet ihr euch wirklich einmal vornehmen!

Rittergut HöhnischNun aber hier einen Einblick in die ersten Minuten des (mit Fragen und einer kleinen Pause) rund zweistündigen Vortrags vom 05.09.2017 im Rittergut Hönisch, den rund 40 Teilnehmende folgten.

[…]

Vortrag Ilona MuniqueZugegeben. Vergleiche zwischen Tier und Mensch hinken immer ein wenig. Doch oft genug machen sie einfach Spaß und zumindest helfen sie dabei, sich zu reflektieren und die eigene menschliche Einstellung und Position herauszuarbeiten. Wie Walther Rathenau einmal sagte: „Denken heißt Vergleichen“.

[…]

Napoleonisches Wappen von BremenEinen prominenten Vergleich von einem Bienenstaat mit dem Menschenvolk zog in quasi „jüngerer“ Zeit Napoleon, der die Biene sogar in seinem Mantel trug. Die Biene stand als Wappentier für Fleiß, Arbeitseifer und Ordnung. Wir finden sie noch heute in verschiedenen Wappen wieder.

[…]

Städtenamen hingegen wie Immen, Immendorf, Immenhausen und Immenstadt im Allgäu, deren alte und manchmal auch neue Wappen eine oder meist mehrere Bienen sowie einen Bienenstock ziert, weisen den mittelalterlichen Begriff „Imme“ aus, aus dem sich der Begriff „Biene“ herausentwickelt hatte.

Sind nun Immenstadt & Co. deswegen demokratischer als andere Städte? Sicher nicht. Womit wir beim zweiten Gegenstand des Vortrags wären: Demokratie. Oder wie in etlichen Zitaten zu lesen ist: Wahre Demokratie – als wäre eine Steigerung möglich oder eine Differenzierung nötig. Ist es das? Ist eine Steigerung von Demokratie möglich? Ist eine Differenzierung möglich?

[…]

Inwieweit Menschen also den Begriff „Demokratie“ für sich persönlich verstehen, sei dahingestellt. Denn rein von Grundgesetz und Verfassung her gibt es an der Ausführung der Demokratie an sich wenig zu deuteln. Dennoch wird viel missinterpretiert, wovon immerhin Rechtsanwälte finanziell profitieren.

[…]

Gäste und Mitglieder des Imkervereins VerdenNun ja. Die Qualität einer Stimme ist für uns Menschenvolk durchaus von Bedeutung. Leider ist erwiesen, dass menschliche Gruppenintelligenz sich am schwächsten statt am stärksten Glied orientiert. Doch einem „Worst case“, also den schlechtesten oder den ungünstigsten (anzunehmenden) Fall durch eine zu hohe Anzahl an „schlechten“ Stimmen entgehen wir HEUTE in Europa zumeist mit Hilfe weiterer demokratischer Instrumente.

Zu nennen sind das Bürgerbegehren oder auch das Vereinswesen, das der Lobby der Industriemächte zuweilen die Stirn zu bieten vermag, wie erst jüngst durch das (leider kurzzeitige) Neonikotinoid-Verbot und die Glyphosatdiskussion samt seiner heuer erfolgreich an den Start gegangenen Europäischen Bürgerbegehrens bewiesen wurde.

Hier zeigt sich denn auch wieder einmal, dass Demokratie nicht gleich Demokratie ist. Ob „direkte“ oder „repräsentative“ Demokratie – die Ergebnisse in derselben Sache können sich – je nach Adjektiv – stark voneinander unterscheiden. Aktuell bietet die Türkei ein gutes Beispiel für die unterschiedlichen Auffassungen und Ausführungen von Demokratie. Es hat jedoch starke Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben miteinander und auf persönliche Lebensumstände. Durchaus können sie sogar für den Einzelnen lebenswichtig sein.

Öffentlicher Vortrag des Imkervereins VerdenFür Bienen hingegen hat die Qualität einer Stimme, die sie z. B. beim Schwärmen zu einer neuen geeigneten Behausung führen soll, IMMER eine Gewichtung über Leben und Tod des Volkes.

[Ende des Einblicks]

Vortrag-Ilona-Munique-Bienendemokratie-Schwarmschlauheit (Folien, PDF)

Ankündigung Vortrag „Neue Bienenkrankheiten – auch in Franken?“

Schulimker Reinhold Burger von Bienen-leben-in-Bamberg.deDer Vortrag „Neue Bienenkrankheiten, auch in Franken?“ findet im Erba-Park am Sonntag, 3. September, von 16 bis 17 Uhr statt.

Vor dem Vortrag ist die Bienen-InfoWabe am Bienenweg 1 ab 14 Uhr für Auskünfte rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur geöffnet.

Um was geht es? Mit dem Klimawandel wird in Europa der Boden für neue Bienenschädlinge und -krankheiten bereitet. Noch trennt die Alpenkette den „Kleinen Beutenkäfer“ (Aethina tumida) von Deutschland, der in Sizilien sein Unwesen treibt und ganze Völker ausplündert. Doch die Asiatische Hornisse, die Bienen vor deren Stöcken abfängt, hat es über Frankreich bereits nach Baden-Württemberg geschafft. Wird Vespa velutina auch Bayern und somit Franken erreichen? Referent Reinhold Burger von der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de gibt Imkern, aber auch Laien einen Überblick potentieller neuer Bienenkrankheiten.

Logo für das Schwerpunktthema: BIenenDer Bienensachverständige will somit die Wachsamkeit in der Bevölkerung wecken. Denn die Eindringlinge müssen rechtzeitig identifiziert und gemeldet werden, damit diese nicht erneut das Ausmaß der Varroamilbe erhalten. Der aus Asien stammende Parasit tauchte in Bamberg vor rund 30 Jahren zum ersten Mal auf und macht seither der Westlichen Honigbiene und den Imkern das Leben schwer.

Obstverarbeitung mit Helmut Brendel

Vortragender Helmut Brendel mit Stefan Geus, Powerpoint-Ersteller und Sohn JürgenObstbaumbesitzer kennen das: Die jährlich auftauchende Herbstfrage „Wohin mit meinem Obst?!“ Zumal dann, wenn zahlreiche Bienchen fleißig am Bestäuben waren, was sich natürlich positiv auf die Menge und Qualität auswirkt. Helmut Brendel, Kassierer im Obst- und Gartenbauverein Wildensorg e. V.Qualität ist genau das, was Helmut Brendel vom Obst- und Gartenbauverein Wildensorg e. V. für Saft und Brand fordert. So werden zwar beim Versaften die Obststiele noch akzeptiert, nicht jedoch für die Herstellung der Alkoholika. Tadelloses Obst also, und heraus kommt eine wirklich hoch aromatische geistige Flüssigkeit, die am Ende des Vortrags sanft und kitzelnd in die Nasen der Gäste stieg, die unter zahlreichen Obstbränden verkosten durften.

Zum Vortrag

Noch ist das Arsenal zur Verkostung hinter der Leinwand versteckt ...Ein ganzes Arsenal an hübschen Fläschchen verschiedener Größen schleppten der Vortragende, seine Gattin, Sohn und Freund – alles Vereinsmitglieder – am 20.08.2017 in die Bienen-InfoWabe heran. Ob Quitten-,  Kirschen-, und Zwetschgenbrand oder Salbei-Likör aus dem Vereinskräutergarten – alles in vielen Stunden Arbeit gebrannt unter Anleitung und Aufsicht von Helmut Brendel, dem Kassiers des Vereins. Denn es werden komplizierte und teure Apparaturen bedient, die einem bei falschem Gebrauch durchaus um die Ohren fliegen könnten. Auch, wenn der Kühler eine automatische Temperaturregelung aufweist … sicher ist sicher!

Vortragender Helmut BrendelDoch auch eine Obstpresse kann der Verein sein eigen nennen. Mit einer Pressung lassen sich 30-40 Liter Saft herstellen. Die Pasteurisierung auf 78 Grad erfolgt über Einwecktöpfe. Doch soll demnächst eine Pasteurisierungsanlage angeschafft werden, damit es etwas schneller geht. Schließlich muss immer auch Zeit bleiben für aufwändige Putzarbeiten, zum Beispiel der Siebtücher.

Die Safterei ist dafür etwas weniger kompliziert in der bürokratischen Abwicklung. Beim Brennen muss 14 Tage vorher die Menge der Maische angemeldet werden, und wehe, es fehlt irgendwo ein Kreuzchen auf dem Formular, oder es wurde gar das falsche Obst angemeldet! Die unregelmäßigen Kontrollen sind pingelig, die Strafen auch bei Cent-Differenzen sehr streng, warnt Helmut Brendel. Ob angesichts des Aufwands sich denn noch Nachwuchs für die Vereinsaktivitäten, die auch Obstbaumschnitt und Kräutergartenpflege mit einschließen, finden würde?

Vortragender Helmut BrendelNun, Familie Brendel hat mit zwei Söhnen vorgesorgt, und so wird der Stab voraussichtlich an Jürgen weitergegeben. Ihn kennen wir vom Gartenamt der Stadt Bamberg, so dass wir beruhigt sind ob des Fortbestehens der Qualität. Doch noch ist keine Eile geboten, denn Helmut gibt sein Kassiereramt ab, um sich noch stärker der Brennerei und Mosterei widmen zu können. Und der Nachwuchsförderung. Als Feuerwehrmann in der Löschgruppe 8 drückt er jedem neu Rekrutierten sogleich auch ein Anmeldeformular für den Obst- und Gartenbauverein in die Hand. Schlau!

Gäste zum VortragWir verzichten in diesem Weblog über eine ausführlichere inhaltliche Darstellung des Vortrags, da wir leider nicht auf die Powerpoint-Präsentation zurückgreifen können, die uns Sicherheit in der Berichterstattung geben würde. Doch auf eine Frage aus dem 20-köpfigen Publikum wollen wir noch eingehen: „Wie lange kann man Brände aufheben, und werden sie nach Jahren noch besser, ähnlich wie beim Wein?“

Danke an Vortragenden Helmut BrendelKernobst wird nach vier Jahren nicht mehr besser, weiß Brendel. Steinobst hat nach acht Jahren seine beste Zeit überschritten. Und noch ein Tipp: Brände (was das edlere Wort für Schnaps ist) nur in kleinen Schlucken genießen und nicht „auf Ex“ kippen, bei einer Temperatur zwischen 16-18° C, also nicht eiskalt. Herzlichen Dank für alle Tipps und den perfekt getimten, anschaulich vorbereiteten Vortrag, Helmut, Stefan Geus und Jürgen!

Unsere Gäste

Ein rundum gelungener Vortrag mit aufmerksamen und (natürlich nicht nur der Verkostung wegen) gut gelaunten Gästen. Darunter waren:

Bienenpate Patrick Fuchs mit Gattin Kathleen (rechts)… unser neuer Bienenpate Patrick Fuchs mit Ehefrau Kathleen aus Röttenbach (Kreis ER-HÖ), die ihm die Patenschaft zum Geburtstag geschenkt hatte, weil er gerne Imkern lernen möchte. Heute hat er gleich einen kleinen Crashkurs erhalten und wir freuen uns auf die Fortsetzung!

Bienenpatin Ruth Vollmar zu Besuch in der Bienen-InfoWabeJosch zu Besuch in der Bienen-InfoWabeBienenpatin Ruth Vollmar mit Ehemann Jörg „Josch“ Bretschneider. Sie legte sofort Hand an in unseren Bienengarten, wo wir immer etwas Hilfe gebrauchen können. Meinen Stoßseufzer diesbezüglich hat sie, zupackend wie sie ist, sofort aufgegriffen.

Ehrenbienenpate Jutta FraaßErster Gast des Tages und ebenfalls sofort hilfreich beim Vorbereiten der Kaffee-Kuchentafel zugange war Ehrenbienenpatin Jutta Fraaß, die extra aus Fürth angereist kam. Von ihrer Familie hatten wir vor einigen Jahren unsere imkerliche Grundausstattung erhalten.

Gäste zum Vortrag, rechts Bienenpate Hans ZirkelNochmals Bienenpaten – und zwar Anne und Hans Zirkel. Beide haben einen großen Bekanntenkreis und entdeckten einige bekannte Gesichter unter unseren Gästen. Da Hans und Helmut Sportskameraden sind, ist die Schnittmenge natürlich etwas größer.

Logo IBZVWalter Achtziger aus dem Vorstand des Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V., der seine Gattin mitbrachte und derzeit in der Jury für den Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis eingesetzt ist.

Gast Michaela Hock, hier beim Fliegengittermontieren an der Bienen-InfoWabeMichaela Hock, ebenfalls Imkervereinsmitglied, die ratz-fatz das Baguette für die Honigverkostung in Scheibchen schnitt und überhaupt immer weiß, wo sie mit zupacken kann, so beispielsweise beim Anbringen der Fliegengitter an der Bienen-InfoWabe im letzten Jahr. Danke auch für deine leckeren Renekloden, so passend zum Thema des Tages!

Und natürlich DANKE an alle Gäste, die den Weg zu uns in die Bienen-InfoWabe (letztendlich) doch noch gefunden hatten! Ja, wir dürfen zwar nicht ausschildern, doch der Bienenweg wird hoffentlich bald bei allen bekannt. Wir wollen jedenfalls mit unserem BIWa-Jahresprogramm dafür sorgen, dass nicht nur der Ort, sondern unser Anliegen, Bienen ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen und Jungimker zu gewinnen, weite Kreise zieht. In diesem Sinne … herzliche Einladung zur nächsten Vortrag am 03.09. mit Reinhold Burger zu „Neue Bienenkrankheiten, auch in Franken?!“

Hemme und die Apitherapie – eine Spurensuche

Honigwabe mit Bienen„Hallo, Kollege Burger, hier ist Hemme. Ich ruf später noch einmal an. Ich hab deine Homepage gelesen. Die ist wunderbar!“ (13.08.2017 auf Anrufbeantworter).

Unser Rückruf dann nach dem Urlaub barg eine Überraschung. Wilhelm Hemme (* 1923) stellte sich als Begründer der Deutschen Apitherapie heraus und gibt dabei das Jahr 1980 an. Auf Outfox-World ist folgendes zu lesen:

In Deutschland etwa war die Apitherapie lange Zeit ein weitgehend unbekanntes Feld. Erst im Jahr 1986 begründete der Bamberger Imker Wilhelm Hemme beim Studium von Berichten der Welt-Bienen-Vereinigung Apimondia im Bieneninstitut von Stuttgart-Hohenheim den Begriff der Apitherapie. Im Oktober desselben Jahres gründete sich schließlich der Deutsche Apitherapie-Bund (DAB), dessen erster Präsident Hemme wurde.

Der 94-jährige Bamberger, jetzt in Neuburg a. d. D. lebend, besitzt nach wie vor ein Bienenvolk. Davon erhält er Scheibenhonig, wenn dieser nicht wie gerade eben bebrütet wurde, wie er lakonisch bemerkte. In seiner besten Zeit hielt Hemme zwischen 30-40 Völker. Nach Bamberg käme er wohl nicht mehr, zumal auch ein Imkerfreund, den er früher regelmäßig in der Siedlung am Bruderwald besucht hatte, mittlerweile verstorben wäre.

Gleich zu anfangs des Gesprächs stellten wir Gemeinsamkeiten nicht nur zum Imkern fest. Beide kannten wir den Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck, wo Hemme zum Unteroffizier ausgebildet wurde. Ich selbst war als Zivilbeamtin in der Fachbibliothek des Jagdbombergeschwaders 49 (früher Waffenschule der Luftwaffe 50) tätig. Allerdings zu einer späteren Zeit (1985-89). Auf seine Frage, was derzeit im „Kilometerbau“ des seit 2003 aufgegeben Standortes zu finden ist, konnte ich leider nicht antworten. Vielleicht wird es auch für mich langsam Zeit, den Spuren meiner Vergangenheit nachzugehen?!

Doch noch besser, die Spuren zur Apitherapie zu verfolgen und uns stärker damit auseinander zu setzen. Bisher begegnete sie uns erst zweimal. Einmal während einer unserer Schulbienenführungen für die Naturschutzgruppe der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe Bamberg, als uns ein Teilnehmender mit Down-Syndrom begeistert von seinem persönlichen Wohlbefinden nach der Anwendungsform, Luft aus Bienenstöcken einzuatmen, erzählte.

Zum zweiten Male in einem Vortrag von Rolf Krebber in Greetsiel, wo wir 2016 justament urlaubten. Krebber hatte zwei Propolisverdampfer dabei, wobei er das von ihm aus Italien importierte wärmstens empfahl. Wir planten, einen Vortrag mit Krebber auch in Bamberg zu gestalten, wollten jedoch erst unser BIWa-Jahresprogramm bekannter machen, damit der Meppener die lange Fahrt auch keinesfalls nur für eine Handvoll Besucher antreten muss. Damals füllte er den Kursaal immerhin mit rund 50 Personen!

Nun, jetzt wurden also die Spuren zum dritten Mal für uns ausgelegt. Zeit, vielleicht einen Internetkurs zur Apitherapie zu belegen oder teilzunehmen an Veranstaltungen. Gegenstände der Apitherapie sind Bienenluft, Gelee royal, Bienenwachs, Bienengift, Honig und Propolis.

Bei den drei Letztgenannten können wir bereits auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Bienengift half meinen schmerzenden Ellenbogen, Propolis und Honig ist unser erstes Mittel gegen eine beginnende Erkältung. Als Raumluftverbesserer hat Reinhold in seinem Büro manchmal benutzte Zargen herumstehen hat, weil er den Duft des Propolis so liebt und er sich „einbildet“, die Luft wäre besser. Ich schätze mal, das ist keine Einbildung, sondern Tatsache.

Tatsache ist auch, dass Wilhelm Hemme schneller war als wir. Denn kurz nach unserem Gespräch kam bereits die erste Test-Mail, ob denn die E-Mail-Adresse, die ich ihm diktierte (halb nach dem rudimentär bei mir noch im Gedächtnis vorhandenen NATO-Alphabet), stimmen würde. Ja, sie stimmt! Und wir würden uns über einen regen Austausch sehr freuen, lieber Imkerkollege Wilhelm!

P. S.: In der Augsburger Allgemeinen hier noch ein paar Hintergrundinformationen zum bewegten Leben von Wilhelm Hemme.

Ankündigung Vortrag „Dank Bienenfleiß zur Obstverarbeitung“

Logo für das Schwerpunktthema Natur der Bienen-InfoWabeAm So., 20.08.17 von 16.00 – 17.00 Uhr findet im Erba-Park der Vortrag „Dank Bienenfleiß zur Obstverarbeitung“ statt. Der Obst- und Gartenbauverein Wildensorg, zeigt, wie es geht.

Welches Obst eignet sich am besten für die Presse oder den Brand? Worin liegt der Unterschied zwischen Brand, Likör und Geist? Was braucht es zum Obstbrennen und wie ist die rechtliche Situation? Wohin kann ich mein überschüssiges Obst bringen? Am Beispiel der Tätigkeiten des Obst- und Gartenbauvereins Wildensorg e. V. werden die Schritte von der Bienenbestäubung über die Pflege der Bäume bis hin zur Ernte und Verarbeitung dargestellt. Im Anschluss Verkostung.

Helmut Brendel, Kassierer im Obst- und Gartenbauverein Wildensorg e. V.Der Referent ist Helmut Brendel, Kassierer im Obst- und Gartenbauverein Wildensorg e. V.

Vorab heißt es in der Bienen-InfoWabe von 14.00 – 16.00 Uhr  |  Offenes Haus für alle rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Kurs ist kostenlos, freuen uns jedoch über eine kleine Spende.

Biene an Obstblüte © Honig-und-Bienen.de

Dengeln und Sensen mit Josef „Jupp“ Schröder …

Parade verschiedener Sensen… und mit Alex aus Oberlangheim bei Lichtenfels sowie über 30 Interessierten – nullkommanix waren unsere Blühareale abgemäht! Ja, ist schade. Doch für diesen wichtigen Sonntags-Workshop am 06.08.2017 war’s das wert. Wächst ja wieder. Man muss dabei gewesen sein, anders lassen sich die Vorgänge schlecht erklären. Vielleicht noch mit Bildern und Filmmaterial. Letzteres wird nachgereicht, wenn die Urlaubszeit vorbei ist. Versprochen.

Demonstration der SensenführungWarum wir diesen Workshop angeboten haben, liegt auf der Hand. Wir propagieren bienenfreundlichen Bewuchs, was bedeutet, dass dieser eine Höhe erreicht, mit der ein normaler Rasenmäher nicht mehr zurecht kommt. Also Sense raus und – wie schön! – lärmneutral ein- bis zweimal im Jahr abgeerntet. Außer, man möchte Kleewiesen haben, die auch eine prima Bienenweide sind. Da darf man ruhig 4-5 mal im Jahr ran. Am besten, die Areale sind feucht, so schneidet es sich besser.

Schärfen der Sensenklinge (Sensenblatt)

Das Dengeln

Nicht wirklich lärmneutral allerdings ist das Dengeln. So ab 20 Betriebsstunden – sagt der Alex, der uns das äußerst professionell gezeigt hat – ist es nötig, das Sensenblatt wieder zu begradigen. Mittels eines rundlichen Hammers wird behutsam und ohne Dellen Material in die Schneidenkante ausgetrieben. Aber keinesfalls übertrieben! Ein paar Millimeter müssen Luft bleiben. Sowohl zwischen dem Blatt und der Auflagefläche (Amboss) als auch zwischen Hammerschlag und unterem Ende des Klingenbogens. Sonst wird die Klinge mit der Zeit zu dünn.

Am Klang sollte zu erkennen sein, ob das Blatt scharf genug ist – sagt der Jupp. Josef Schröder demonstriert es mit einem raschen Schwung auf der Betonfläche der Bienen-InfoWabe. Tatsächlich, es ein heller, hoher Ton erklingt. Nach etwa 20 Minuten des Sensens – je nach Bewuchs und Schnelligkeit – wird das Sensenblatt mit einem Schleifstein beidseitig nachgeschärft.

Demonstration des DengelnsEbenfalls am Klang erkennt man, ob man richtig dengelt. Aber das hört ihr noch im Film, den ich gerade aus Kapazitätsgründen nicht hochladen kann. Wie gesagt, wird nachgeholt. Jedenfalls war’s sehr, sehr lehreich und kurzweilig. Die angesetzte Stunde hatten wir gehörig überzogen, bis 18.30 Uhr waren die letzten von dannen gezogen. Dass sich die Referenten nebst Anhang (Danke, Tina und braver Wuff!) so lange Zeit für uns genommen hatten, war super nett, herzlichsten Dank dafür! Das betonten auch die Gäste, die sogar aus Coburg und Nürnberg anreisten.

Ein Zitat spricht Bände: „Wenn ich das alles früher gezeigt bekommen hätte, hätte ich mir ein Leben lang viel Mühe erspart!“