Genmais im Honig – unsere MdB-Abgeordneten in der Zwickmühle?

Schulbiene liest FT-Artikel zu "Genmais im Honig?"

„Genmais im Honig?“ Interview mit dem Vorsitzenden des Kreisverbandes Imker e. V., Bernd Schiller

Fraktionsdisziplin in SPD und CSU – das ist unseren beiden Bamberger MdB-Abgeordneten Andreas Schwarz und Thomas Silberhorn offensichtlich gemein. Obgleich Bundestagsabgeordnete nur ihrem Gewissen verpflichtet sind und den Volkswillen in den Bundestag einbringen sollen. So jedenfalls verstehen wir die deutsche Politik.

Was stört uns von Bienen-leben-in-Bamberg.de an oben genannter „Disziplin“? Das ausgerechnet unsere beiden Wahlprüfstein-Interviewten, die sich in 2013 noch ausdrücklich FÜR den Erhalt der Bienenwelt ausgesprochen hatten (Schwarz hier, Silberhorn hier), GEGEN einen Antrag der Grünen „pro Gentechnik-Ablehnung“ abstimmten. Konstantin Schönfelder greift das Geschehen im Fränkischen Tag (FT) vom 17.03.2014 auf S. 19 unter der Überschrift „Genmais im Honig?“ auf.  Da heißt es allerdings:

„Der Bamberger Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz hat sich entschieden. Bei einer namentlichen Abstimmung des Bundestages im Januar votierte er gegen den Genmais 1507.

und:

Neben Schwarz stimmte der zweite Bamberger Bundestagsabgeordnete, Thomas Silberhorn (SCU), bei der Abstimmung im Bundestag dagegen.“

Das stimmt wohl so nicht. Denn „dagegen“ heißt hier, dass die Herren sich gegen einen Antrag der Grünen entschieden, die wiederum forderten: „Keine Zulassung der gentechnisch veränderten Maislinie 1507 für den Anbau in der EU“. Sie folgtem mit ihrem „Nein“ der Beschlussempfehlung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft. Also im Umkehrschluss stimmten sie der Beschlussempfehlung zu. Daher das „Ja“ in dieser namensaufführenden Abstimmungstabelle (PDF).

Wenn Demokratie verwirrt, sind Nachfragen geboten

Ja, demokratische Instrumente können für Verwirrung stiften (und Kosten verursachen), das hatten wir ja unlängst erst im Vorfeld der Bamberger Stadtratswahlen. Daher sind Nachfragen dringend geboten. Genau. Nun, warum gab es denn die o. g. Beschlussempfehlung, gegen den Grünenantrag zu stimmen? Abgeordnetenwatch.de konstatiert (ganz unten):

Da Union und SPD im Ausschuss eine Mehrheit haben, lautete ihre Empfehlung an das Plenum, den Grünen-Antrag abzulehnen.

Hintergrundinformation Genmaisabstimmung Abgeordnetenwatch

Koalitionsraison also. Und: Will man „Grün“ den Erfolg missgönnen? Hätte der Antrag nicht umgeschrieben und erneut verhandelt werden können, wenn er einen Fehler enthielt? Und war dieser tatsächlich so schwerwiegend, dass darunter die ganze gute Sache draufgehen musste?

Des einfachen Bürgers Fazit dürfte sein: Unser „farbiges“ Abgeordnetengespann – Schwarz in Rot und Silberhorn in Blau – hatten mit einem „Nein“ zu einem Grünen-Antrag abgestimmt, dem sie hätten zustimmen sollen, da er den Genmais-Anbau hätte verhindern wollen. Hätte, hätte, hätte …

Matthias Karmann bringt es auf den Punkt in seiner Anfrage vom 17.03.2014 an Andreas Schwarz:

„wie ich feststellen musste stehen zwei gegensätzliche Aussagen ihrer Position zum Thema Gentechnik bzw. Genmais:“

Frage von Matthias Kamann an Andreas Schwarz

Das „Nein“ zum Antrag der Grünen von MdB Andreas Schwarz

Das "Nein" von MdB Andreas Schwarz

Bei einer vorangegangenen Anfrage (Theodor Meinhart am 09.02.14) ging Andreas Schwarz nicht wirklich auf sein eigenes Abstimmungsverhalten deutlich ein, und selbiger etwas nichtssagender Antwort-Wortlauf findet sich auf die Anfrage von Stefan Herold vom 10.02. Erst auf Herolds erneute, auf Klarstellung abzielende Nachfrage wird des Politikers Antwort prägnanter. Schwarz begründet das negative Abstimmungsverhalten mit „Konstellation der Regierung“ und die „Besonderheit der Entscheidungsfindung“.

Persönlich natürlich – und ich glaube ihm das sogar, schließlich war er ein Schulbienenunterstützter! – ist Genosse Schwarz GEGEN den Anbau von Genmais. Nur – was nützt uns das innerhalb dieser „Besonderheit“ bzw. „Konstellation“? Schwarz gibt außerdem zu, „Eine persönliche Erklärung habe ich nicht abgegeben“, als es um die „Erklärung nach §31 GO BT“ der Abgeordneten Elvira Drobinski-Weiß (PDF) ging. Die sich allerdings bei besagter Abstimmung auch nur enthalten hatte und deren in der Erklärung ausgedrücktes „… Vertrauen, dass diese Bundesregierung sich an den Koalitionsvertrag hält. Darin wurde vereinbart, die Vorbehalte der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik anzuerkennen. … und in Brüssel gegen die Zulassung des GVO-Mais 1507 stimmt.“ gründlich in die Hose ging. Zumindest gibt sie es in ihrem denkwürdigen Interview zu, dass Fehler gemacht wurden.

Das "Nein" von MdB Thomas SilberhornDas „Nein“ zum Antrag der Grünen von MdB Thomas Silberhorn

Klarer als Kollege Schwarz war Thomas Silberhorn in seiner Antwort an den Fragesteller Meinhart (die ähnliche Frage von Stefan Herold wurde nicht beantwortet):

„… eine Abstimmung über den Anbau von Genmais fand im Deutschen Bundestag nicht statt.“ […] „Der Antrag der Grünen war nicht nur inhaltlich fehlerhaft.“ […] „Es war auch dem Verfahren nach ein Schaufensterantrag der Opposition.“

Nur nützt den Bienen und Menschen diese Art der Klarheit jetzt erst einmal auch nicht so direkt. Mögen es demokratische Verfahren sein – wenn dabei das Falsche herauskommt, obwohl das Richtige gemeint war, dann ist die Enttäuschung unter uns Bürgern und Imkern mit der Sisyphosaufgabe, Bienen zu retten, sehr, sehr groß, das Vertrauen in „Vater Staat“ entsprechend geschrumpft.

Meine Herren, sie werden beobachtet. Und… nicht an ihren Worten messen wir sie, sondern an ihren Taten.

Unsere Wahlprüfstein-Kandidaten zur Bundestagswahl

Ilona Munique interviewt MdB Thomas Silberhorn

Ilona Munique und MdB Thomas Silberhorn

Sie haben’s getan. Thomas Silberhorn, Andreas Schwarz, Wolfgang Grader und Sebastian Körber stellten sich kürzlich erst unseren Wahlprüfsteinen zum Thema „Biene“.

Andreas Schwarz, SPD

Andreas Schwarz, SPD

Wir wünschen allen viel Glück zum wiederholten bzw. erstmaligem Einzug in den Bundestag!

Wolfgang Grader, GAL

Wolfgang Grader, GAL

Vergesst über all den großen Themen im Bundestag nicht unsere kleinen Bienen, die so fundamental viel für unser Land tun!

Wir brauchen sie – wir brauchen euch!

Ilona Munique und Die Bamberger Schulbiene im Interview mit Sebastian Körber

Ilona Munique, Die Bamberger Schulbiene, MdB Sebastian Körber

DANKE im Namen von Mensch, Natur, Tier und Gastronomie – DANKE im Namen Bamberg und der Welt, dass ihr euch für uns stark machen wollt.

Wahlprüfstein „Wie hältst du’s mit der Biene, Thomas Silberhorn?“

Ilona Munique interviewt MdB Thomas Silberhorn

Ilona Munique und MdB Thomas Silberhorn

Das Interview zum Wahlprüfstein mit dem CSU-Kreisvorsitzenden Bamberg-Land, MdB Thomas Silberhorn, der für die CSU zur Bundestagswahl im Wahlkreis Bamberg-Forchheim kandidiert, führte Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 04.09.2013.

Ilona Munique: Welchen Stellenwert hat die (Honig-)Biene für Sie privat, worin sehen Sie ihren Nutzen?

MdB Thomas Silberhorn, CSU

MdB Thomas Silberhorn, CSU

Thomas Silberhorn: Mein Schwiegervater ist Imker. Und heute Morgen habe ich ein Honigbrötchen gegessen. Aber nicht wegen des Interviews … sondern, weil die Marmelade ausgegangen ist (lacht).

Auch meine beiden Söhne, 4 und 7 Jahre alt, werden durch die regelmäßigen Besuche bei den Bienenstöcken schon früh mit der Honigbiene vertraut gemacht. Und mir fällt ein – 2010 war ich auf dem Bayerischen Imkertag, der hier in Bamberg ausgerichtet wurde.

Klar und einfach ausgedrückt: Ohne Biene geht es nicht. Ihr Stellenwert ist sehr hoch anzusetzen. Wir, also die Politiker, auch die CSU, nehmen das Bienensterben sehr ernst. Es geht nicht um einzelne Bienen, das Sterben ist nicht regional begrenzt, das geschieht flächendeckend.

Hier in Oberfranken geht es der Biene aufgrund der Kleinräumigkeit ja noch vergleichsweise gut. Wenn ich durch die streckenweise sehr eintönige Landschaft fahren muss, die zwischen Berlin und Bamberg liegt,  dann erkennt man schnell den Wert einer abwechslungsreichen Landschaft.

MdB Thomas Silberhorn, CSUUnd Oberfranken, ja, Franken insgesamt, hat ja auch eine hohe Bedeutung durch seine Forschungsstellen, gerade für Lebensmittel. Beispielsweise die Forschungsstelle für Verbraucherrecht in Bayreuth, welche die Bamberger Verbraucherrechtstage ausrichtet. Aber auch die Forschungsstelle für Deutsches und Europäisches Lebensmittelrecht, ebenfalls in Bayreuth. Oder denken wir an die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim mit dem Fachzentrum Bienen.

Ilona Munique: Als derzeitiges und möglicherweise wiedergewähltes Mitglied des Bundestags – was können Sie für den Erhalt der Bienenwelt tun?

Blumenstrauß im Cafe Müller, BambergThomas Silberhorn: Einige Pflanzenbehandlungsmittel sind sehr kritisch zu bewerten und nachweisbar schädlich für die Bienen . Damit meine ich nicht nur Pestizide, sondern auch chemische Behandlungsmittel für Saatgut. Bekanntermaßen verlieren die Bienen da ihre Orientierung. Immerhin wurde in Brüssel entschieden, dass ab Dezember drei der bienenschädlichsten Neonikotinoide für zwei Jahre verboten sind. Das ist ein wichtiger Schritt, weitere müssen folgen.

Hier biete ich gerne an, den Kontakt zu EU-Abgeordneten herzustellen, denen wir die Biene ans Herz legen müssen. Denn ich erhalte Rückmeldungen vieler Imker wegen der hohen Bienenverluste. Sie haben ja auch alle noch einen Bezug zur Landwirtschaft, zur Natur und sehen, wo es Handlungsbedarf gibt. Sogar die Jäger vermelden, dass vielerorts Blühstreifen fehlen, als Rückzugsräume für Kleintiere.

Wir brauchen genügend Platz für Bienen und müssen die Kleinräumigkeit erhalten. Dazu dienen insbesondere die EU-Programme für die Entwicklung des ländlichen Raums.

Ilona Munique: Welche Chancen sehen Sie in Privatinitiativen wie Bienen-leben-in-Bamberg.de, also Initiativen ohne Vereinsstatus oder festgemacht an Institutionen und Behörden. Und wie könnten Sie sich eine stärkere Förderung für sie vorstellen?

Reinhold Burger, Ilona Munique und Thomas Silberhorn beim Interview

Reinhold Burger, Ilona Munique und Thomas Silberhorn beim Interview

Thomas Silberhorn: Grundsätzlich begrüße ich das bürgerschaftliche Engagement. Es ist sicherlich kein einfacher Weg, ohne Vereinsstatus zu wirken. Ich empfehle hier, sich Partner zu suchen.

Über die Idee, einen Kreisimker zu berufen, ähnlich, wie es den ehrenamtlichen Kreisheimatpfleger gibt, darüber muss ich erst noch nachdenken, da wäre der Landrat Ansprechpartner. Sicherlich wären auch die örtlichen und überregionalen Imkervereine mit gefordert, was die privaten Initiativen nicht ausschließen muss.

Für die „Bamberger Schulbiene“, die alle Klassen in allen Bamberger Schulen besuchen will, gibt es hoffentlich viele offene Türen. Die Schulen werden ja mit vielen Themen gefordert. Da kommt es sehr auf die Schulleitungen und die Lehrkräfte an. Viele sind hier sehr aufgeschlossen und engagiert. Das gilt es zu nutzen.

(Politische) Webseiten Thomas Silberhorn:

Deutscher Bundestag: http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/S/silberhorn_thomas.html
CSU: http://www.csu-bamberg.de/partei/abgeordnete/mdb-thomas-silberhorn/
Thomas Silberhorn: http://www.thomas-silberhorn.de/
Facebook: „Thomas Silberhorn“

Wahlprüfstein „Wie hältst du’s mit der Biene, Sebastian Körber?“

Ilona Munique und Die Bamberger Schulbiene im Interview mit Sebastian Körber

Ilona Munique, Die Bamberger Schulbiene und MdB Sebastian Körber

Das Interview zum Wahlprüfstein mit dem Baupolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, MdB Sebastian Körber, der für die FDP zur Bundestagswahl im Wahlkreis Bamberg kandidiert, führte Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 10.09.2013.

Ilona Munique: Welchen Stellenwert hat die (Honig-)Biene für Sie privat, worin sehen Sie ihren Nutzen?

Sebastian Körber hält die Plüschschulbiene in der Hand

MdB Sebastian Körber, FDP

Sebastian Körber: Kürzlich erst besuchte ich eine Außenwohngruppe, in der behinderte Menschen in Lichtenfels zusammen wohnen. Einer der Bewohner, ein junger Mann so Mitte 20, bot mir überraschend ein Glas Honig an. Er hatte ihn selbst geimkert und ich freute mich darüber, da ich sehr gerne Honig esse.

Bienen sind sehr wichtige Nutztiere. Vor wenigen Wochen hatten sich drei davon ins Wohnzimmer verirrt, von wo ich zumindest eine retten konnte, die die angebotene Blüte auf dem Balkon als Nahrungsquelle genutzt hat. Ich finde es auch sehr entspannend, unter Obstbäumen beim Lesen das Summen der Bienen zu hören. Das wünsche ich mir, dass das so bleibt.

Ilona Munique: Als derzeitiges und möglicherweise wiedergewähltes Mitglied des Bundestags – was können Sie für den Erhalt der Bienenwelt tun?

Sebastian KörberSebastian Körber: Wenn Sie mir als Hilfestellung zusammenstellen könnten mit Maßnahmen gegen das Bienensterben, dann werde ich diese an die zuständigen Ministerien in München und Berlin gerne weiter reichen. Sobald uns die Antworten vorliegen, könnten wir entsprechend reagieren.

Wichtig wäre es, öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema zu erzielen. Ich biete Ihnen an, einen Besuch an einem Ihrer Standorte zu machen und Sie gewähren mir mehr Einblick in diese interessante Welt der Bienen. Dazu einen kleinen Bericht mit Foto veröffentlichen, das könnte andere Menschen ebenfalls inspirieren, sich mit dem Thema näher zu befassen.

Weitere Möglichkeiten können in der Bauleitplanung bestehen, die jedoch Ländersache ist. Das Baugesetzbuch ist zwar der Rahmen, weshalb ich prüfen werde, ob und wo dort noch ein Hebel ansetzbar ist.

Ilona Munique: Welche Chancen sehen Sie in Privatinitiativen wie Bienen-leben-in-Bamberg.de, also Initiativen ohne Vereinsstatus oder festgemacht an Institutionen und Behörden. Und wie könnten Sie sich eine stärkere Förderung für sie vorstellen?

Ilona Munique und Sebastian KörberSebastian Körber:  Diese Privatinitiative ist ja wohl eindeutig ehrenamtliches Engagement, dass muss gewürdigt werden. Egal, ob Verein oder nicht, es gehört zu unserem Staatswesen einfach dazu und sollte gleichrangig behandelt werden. Letztendlich dürfte die Transparenz, was die finanziellen Ausgaben anbelangt, genau so gut oder so schlecht wie in Vereinen auch sein, da sehe ich keinen großen Unterschied. Deshalb werde ich Ihre Anregung nach einer stärkeren Förderung gerne aufgreifen.

(Politische) Webseiten Sebastian Körber:

Sebastian Körber http://www.sebastian-koerber.de/
FDP Bayern: http://www.fdp-bayern.de/Bundestagsliste/18103c34983i4059/index.html
FDP Bamberg: http://www.fdp-bamberg.de/Bundestagsabgeordneter/9518b3902/index.html
Deutscher Bundestag: http://www.fdp-bamberg.de/Ihr-Abgeordneter/18183c35139i1p3902/index.html
Twitter: https://twitter.com/sebastian0505
Facebook: https://www.facebook.com/SebastianKoerberMdB?fref=ts

Wahlprüfstein „Wie hältst du’s mit der Biene, Melanie Huml?“

Melanie Huml und Ilona Munique

Ilona Munique interviewt Melanie Huml

Das Interview zum Wahlprüfstein mit der Bayerischen Staatssekretärin und stellvertretenden CSU-Bezirksvorsitzenden, MdL Melanie Huml, die für die CSU zur Landtagswahl im Wahlkreis Bamberg-Stadt kandidiert, führte Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 07.09.2013.

Ilona Munique: Welchen Stellenwert hat die (Honig-)Biene für Sie privat, worin sehen Sie ihren Nutzen?

Melanie Huml


MdL Melanie Huml, CSU

Melanie Huml: Ihr Stellenwert ist sehr, sehr hoch einzuschätzen, denn wir brauchen Bienen für unsere Früchte. Ich finde den Gedanken daher sehr gut, dass ihr Bamberg zur Bienenstadt machen wollt. Das sage ich, obwohl ich gerade den Bamberger Bierorden verliehen bekommen habe, denn Bienen und ihr Honig sind keinesfalls Konkurrenten, sondern echte Botschafter einer genussreichen und gesunden Stadt bzw. Region. Den Bierorden habe ich natürlich nicht ohne die Empfehlung, bewusst und maßvoll zu genießen, entgegen genommen (Lacht)!

Heiße Milch oder Schokolade mit Honig ist mein Sofortrezept, sobald ich ein Kratzen im Hals spüre. Und dabei wirkt und schmeckt ganz klar der regional bezogene Honig am Besten. Ich bin auch immer ganz begeistert, sobald mir jemand auf meinen vielen Stationen in Bayern derartiges anbietet. Die Honige schmecken je nach Region tatsächlich ganz unterschiedlich. Und auch auf ein leckeres Honigbrötchen kann ich nicht verzichten. Ich freue mich schon darauf, dass unser Sohn Emanuel, der eineinhalb Jahre alt wird, jetzt ins „honigfähige“ Alter gekommen ist.

Ilona Munique und Melanie HumlIn unserem Garten steht übrigens ein kleines Insektenhotel, welches wir von Nürnberger Schulkindern geschenkt bekamen. Sehr schön war auch unsere Begegnung in der Obstsortenanlage in Lauf bei Zapfendorf anlässlich des jährlich von mir initiierten Bamberg-Wochenendes für mein Münchner Büro. Der Kreisberater Uwe Hoff wies dabei nicht nur auf die verschiedenen Obstsorten hin, sondern er vergaß auch nicht, wem diese zu verdanken sind. Er stellte die Insekten und vor allem die Biene als sehr, sehr wichtig dar, das fand ich toll.

Ilona Munique: Als derzeitiges und möglicherweise wiedergewähltes Mitglied des Landtags – was können Sie für den Erhalt der Bienenwelt tun?

Melanie Huml im Interview

Melanie Huml: Ich beginne mit der Überlegung: was könnte ich vor Ort für die Biene tun? Einmal natürlich entspreche ich gerne eurer Bitte, bei Bedarf Schirmherrin für eine Aktion im Rahmen von Bienen-leben-in-Bamberg.de bzw. der Bamberger Schulbiene zu werden.

Außerdem biete ich mich als Multiplikatorin an. Konkret könntet ihr beispielsweise einen Informationsstand während einer unserer CSU-Aktionstage aufstellen. Die Informationspolitik, die ihr betreibt – und ich war auch schon sehr neugierig auf das Interview mit euch! – könnte auf vielfältige Weise unterstützt werden. Überhaupt ist das Thema „Bienen“ in unserer politischen Arbeit sehr wohl präsent. Wir haben seit einiger Zeit eigens eine Ansprechpartnerin für Imker in der CSU-Landtagsfraktion, MdL Gudrun Brendel-Fischer. Die Kollegin ist außerdem Vorsitzende des Bezirksverbandes für Gartenbau und Landespflege. Und auch andere Kontakte auf Ministerialebene stelle ich gerne her.

Ilona Munique: Welche Chancen sehen Sie in Privatinitiativen wie Bienen-leben-in-Bamberg.de, also Initiativen ohne Vereinsstatus oder festgemacht an Institutionen und Behörden. Und wie könnten Sie sich eine stärkere Förderung für sie vorstellen?

Melanie Huml und Ilona MuniqueMelanie Huml: Eure Arbeit stellt sich mir als echte Schnittstelle dar, offensichtlich füllt ihr eine Lücke. Allerdings kann es auch schwierig werden, da ihr zu mehreren Ministerien – also Umwelt, Bildung, Landwirtschaft, Soziales – Berührungspunkte habt. Auf eure Frage, ob ich mir so etwas wie einen Kreisimker vorstellen kann, denke ich doch, das wäre eine interessante Möglichkeit. Das Thema Bienen ist ja nicht nur auf die Kommune beschränkt, sondern wirkt sich auch auf das Umland, die Landkreise aus. Vielleicht könnt man das ja als oberfränkisches Projekt installieren.

Falls für bestimmte Projektanträge ein Vereinsstatus erforderlich wäre, könntet ihr euch Partner suchen. Oder ihr schließt euch Projekten wie dem des Ferienprogramms der Stadt an. Doch kann ich auch verstehen, wenn ihr euch mit den nachhaltig gedachten und modellhaften Zielen, wir ihr sie offensichtlich habt, nicht im Klein-Klein der Projektanträge verlieren wollt.

Ich könnte mir eure Initiative auch gut an einem Amt angesiedelt vorstellen, ähnlich der WasserSchule. Das ist ein Projekt engagierter Frauen, welches unter dem Wasserwirtschaftsamt Schweinfurt angeboten wird.

In Frage käme außerdem der Bayerische Naturschutzfonds des Umweltministeriums, denn hier werden auch natürliche Personen gefördert.

Je nach geplantem Umfang und Inhalt eures Projektes – das ja über die Bamberger Schulen hinaus geht und die ganze Bevölkerung mit im Blick hat – lässt sich bestimmt eine geeignete Unterstützung finden. Also, das würde ich gerne zu meiner Herzenssache machen und biete euch meine tatkräftige Hilfe und entsprechende Vermittlung an.

(Politische) Webseiten Melanie Huml:

CSU: http://www.melanie-huml.de/index.php?ka=2&ska=20
Bayerischer Landtag: https://www.bayern.landtag.de/de/abgeordnete_4461.php?sURL=/www/lebenslauf/lebenslauf_555500000285.html
Twitter: https://twitter.com/MelanieHuml
Facebook: https://www.facebook.com/melanie.huml
Xing: https://www.xing.com/profile/Melanie_Huml

Wahlprüfstein „Wie hältst du’s mit der Biene, Heinrich Rudrof?“

Das Interview zum Wahlprüfstein mit dem stv. CSU-Kreisvorsitzenden Bamberg-Land, MdL Heinrich Rudrof, der für die CSU zur Landtagswahl als Direktkandidat im Stimmkreis Bamberg-Land kandidiert, führte Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 05.09.2013.

Ilona Munique: Welchen Stellenwert hat die (Honig-)Biene für Sie privat, worin sehen Sie ihren Nutzen?

MdL Heinrich Rudrof

MdL Heinrich Rudrof, CSU

Heinrich Rudrof: In meiner Jugendzeit hatte jedes Dorf mindestens noch einen Imker. In meinem Heimatdorf Steinfeld sogar neun. Heute nur noch einen. Ich habe immer noch das Bild vor Augen, wie an einem Bienenhaus gebaut wurde und sehe fasziniert zu, als dann die Bienen stetig ein- und ausflogen. Vor fünf Jahren hatte ich ein besonderes Erlebnis. Ich hörte es draußen brausen, wie von einem Sturm. Ein gigantischer Schwarm ließ sich gerade auf einem Baum im Nachbarsgarten nieder. Ich rief den örtlichen Imker in Scheßlitz herbei, der den Schwarm gekonnt einfing. Das war unglaublich spannend.

Bienen sind nicht nur wegen des Honigs so wichtig, der für mich übrigens zu jedem Frühstück gehört. In ökologischer Hinsicht als Bestäuber sind sie einfach unverzichtbar. Und das weiß ich nicht erst seit der 100-Jahr-Feier des Schlüsselfelder Imkervereins und den Gesprächen dort mit Peter Maske, dem Präsident des Deutschen Imkerbundes.

Ilona Munique: Als derzeitiges und möglicherweise wiedergewähltes Mitglied des Landtags – was können Sie für den Erhalt der Bienenwelt tun?

Ilona Munique und MdL Heinrich Rudrof

Ilona Munique und MdL Heinrich Rudrof

Heinrich Rudrof: Ich beschäftige mich bereits seit Längerem mit dem Thema Bienen und Imkerei in Oberfranken. Bis 2007 etwa gab es immer weniger Imker. Der kleine Boom derzeit lässt zwar ein wenig hoffen … ich meine jedoch, wir bräuchten ein Programm, mit dem Ziel, dass jedes Dorf wieder einen eigenen Imker hat.

Man muss sich ja nur vorstellen: Ein einziges Rotkehlchen benötigt zu seiner Ernährung etwa 18 Sträucher. Und davon werden 16 Sträucher von der Biene bestäubt. Das trifft sich mit dem allgemein bekannten Vergleich, dass etwa 80 Prozent aller Obstsorten sowie etliche Gemüsearten nur wegen diesem Tierchen ausgereifte Früchte tragen können.

Konkret gibt es Überlegungen, die Galgenfuhr zu einem bedeutsamen, überregionalen Zentrum für Landwirtschaft, Gartenbau und Sonderkultur auszubauen. Ein grünes Zentrum sozusagen [Anmerkung: FT-Bericht vom 10.02.2009]. Die traditionsreiche Gärtnerstadt Bamberg bietet sich generell als idealer Standort für land- und gartenwirtschaftliche Projekte, Modelle und Institutionen an, und in diesem Zusammenhang natürlich auch für Bienen.

Die Idee eines Kreisimkers, ähnlich wie es ja auch Kreisheimatpfleger gibt, sehe ich positiv. Er könnte Bindeglied zwischen den verschiedenen städtischen wie regionalen Imkervereinen, Interessensgruppen, Schulimker etc. sein.

Ilona Munique: Welche Chancen sehen Sie in Privatinitiativen wie Bienen-leben-in-Bamberg.de, also Initiativen ohne Vereinsstatus oder festgemacht an Institutionen und Behörden. Und wie könnten Sie sich eine stärkere Förderung für sie vorstellen?

MdL Heinrich Rudrof

MdL Heinrich Rudrof

Heinrich Rudrof:  Da gäbe es eine Reihe von Förderprogrammen, beispielsweise das Jungimkerprojekt, aber das haben Sie ja sicherlich schon genutzt. [Anmerkung: Ja, haben wir!]

Ich biete an, das Konzept der Bamberger Schulbiene und die Lobby- und Informationsarbeit gegenüber der Bevölkerung in Bamberg und Umgebung über das Landwirtschaftsministerium überprüfen zu lassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch als Privatinitiative förderungswürdig ist. Da gebe ich Ihnen in Kürze einen Bericht des Agrarausschusses an die Hand, der einige Fördermöglichkeiten schön aufgelistet hat. Eine Möglichkeit wäre auch, einen Antrag an die Oberfrankenstiftung zu stellen.

Aber auch die Öko-Akademie, die im Herbst ein neues Fortbildungsprogramm startet, dürfte interessant sein. Die Akademie für den ökologischen Landbau ist ein Kind des Landesprogramms „BioRegio 2020“ des Bayerischen Staatsministeriums. Für den Standort Bamberg habe ich mich hier sehr stark gemacht, und das mit Erfolg.

Mein großes Ziel ist aber, wie gesagt, nach wie vor ein grünes Kompetenzzentrum am südlichen Bamberger Stadtrand, also in der Südflur bzw. Galgenfuhr. Davon könnten sicherlich auch Imker wie ihr profitieren.

Reinhold Burger, Ilona Munique und MdL Heinrich Rudrof im Spezial-Keller

Reinhold Burger, Ilona Munique und MdL Heinrich Rudrof

Noch bevor all diese wunderbaren Projekte verwirklicht sind, vermittle ich Ihnen gerne auch die Kontakte zu relevanten Kompetenzen und Ansprechpartnern. Ich kann mir auch gut vorstellen, als Bindeglied zwischen Praxis und politischem Wirken zu fungieren. Sie haben ja in einer erstaunlich kurzen Zeit sehr viel auf die Beine gestellt. Ich stehe Ihnen als „politischer Anwalt“ sehr gerne zu Verfügung. Und das meine ich alles genau so, wie ich es sage!

(Politische) Webseiten Heinrich Rudrof:

Webseite CSU: http://www.heinrich-rudrof.de/
Bayerischer Landtag: http://www.bayern.landtag.de/de/abgeordnete_4461.php?sURL=/www/lebenslauf/lebenslauf_555500000055.html

Wahlprüfstein „Wie hältst du’s mit der Biene, Wolfgang Grader?“

Ilona Munique interviewt Wolfgang Grader

Das Interview zum Wahlprüfstein mit dem Bamberger GAL-Stadtrat Wolfgang Grader, der für das Bundestagsdirektmandat Bündnis 90/Die Grünen im Stimmkreis Bamberg-Forchheim kandidiert, führte Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 01.09.2013.

Ilona Munique: Welchen Stellenwert hat die (Honig-)Biene für dich privat, worin siehst du ihren Nutzen?

Wolfgang Grader, GAL

Wolfgang Grader, GAL

Wolfgang Grader: Zwar mag ich keinen Honig, doch ist mir völlig bewusst, dass die Marmelade, die ich stattdessen esse, ohne die Bienen nicht auf mein Brot gelangen könnte. Und ich kann durchaus eine Wespe von einer Biene unterscheiden, wobei ich keine von beiden je erschlagen würde.

In meiner Erfahrungsgeschichte sehe ich unseren Stegauracher Nachbarn, einen Hobbyimker, der früher immer auf Schwarmfang im Garten hin und her ging. Jeder hat so seine Themen, bei mir ist es ja bekanntlich Tibet [Anmerkung: Wolfgang Grader ist Bundesvorsitzender der Tibet Initiative Deutschland].

Doch mir fällt ein: als gebürtiger Wiener bin ich natürlich begeistert, dass Karl von Frisch im Jahr 1978, zusammen mit Konrad Lorenz, den „Nobelpreis für Physiologie oder Medizin“ (heute eigentlich Biologie) für die Verhaltungsforschung über Bienen (Entdeckung des Schwänzeltanzes) erhalten hatte.

In meinem Unterricht gebe ich einer Biene oder Wespe, wenn sie sich ins Klassenzimmer verirrt und die Schüler/innen ängstlich um sich schlagen, den Namen „Eusebia“. So personalisiert mag dann niemand der Kinder mehr das Insekt umbringen. [Anmerkung: Wolfgang Grader ist Mittelschullehrer und stellvertretender Schulleiter in Ebelsbach]

Ilona Munique: Als Mitglied des Bundestags – was würdest du für den Erhalt der Bienenwelt tun?

Wolfgang Grader

Die Bamberger Schulbiene hört interessiert zu

Wolfgang Grader: Das Bienensterben hat ja, so viel ich weiß, verschiedene Ursachen. Zum einen ist es wohl der Pestizideinsatz. Hier möchte ich Überzeugungsarbeit leisten, generell entspricht das natürlich auch meinem Umweltschutzgedanken. Es wäre wichtig, für das Bienenthema EU-Abgeordnete zu gewinnen. Und die Tatsachen, mit denen man sie überzeugen könnte, liegen schließlich auf der Hand. Warum wohl sterben in den USA mit seinen gigantischen Monokulturflächen bis zu 80 Prozent der Bienen und ist das CCD, Colony collapse disorder, also der „Völkerkollaps“, ein amerikanisches Phänomen? In Europa haben wir zwar auch, aber doch in viel geringerem Ausmaß, Monokulturen mit damit verbundenen Pestizideinsätzen. Auch bei uns sterben die Bienen, dennoch liegt der bundesweite Schnitt „nur“ bei etwa 20 bis 40 Prozent, so viel mir bekannt ist.

Also Gesetzesänderungen im Bezug auf den Pestizideinsatz, aber auch zur Verhinderung genmanipulierter Pflanzen. Deutschland will keine gentechnisch veränderten Lebensmittel. Doch fürchte ich, wird man durch die Globalisierung und die Handelsabkommen mit fernen Ländern kaum mehr darum herum kommen. Dies aufzuhalten ist mein Anliegen.

Sicher könnte man an die Bauleitplanung herangehen, Stichwort: Blühstreifen.

Auf Stadtebene fände ich es angebracht, neben den bereits bestehenden Globalbudgets für Sport und Kultur auch einen Fond für Umwelt oder Umweltbildung einzurichten. Zwar besteht die Direktive, keine (zusätzlichen) freiwilligen Leistungen mehr zu installieren, doch vielleicht lässt sich mit einer Umschichtung etwas bewirken? Viele Dinge laufen ja ebenfalls einfach unter „Kultur“, obwohl sie damit nur im entfernten Sinne etwas zu tun haben, wie beispielsweise Gärtnerkultur.

Ilona Munique: Welche Chancen siehst du in Privatinitiativen wie Bienen-leben-in-Bamberg.de, also Initiativen ohne Vereinsstatus oder festgemacht an Institutionen und Behörden. Und wie könntest du dir eine stärkere Förderung für sie vorstellen?

Wolfgang Grader beim Wahlprüfstein-Interview im Greifenklau-KellerWolfgang Grader: Da stellt sich mir die Frage, warum ihr nicht einfach einen Verein gründen wollt? Dann hättet ihr mehr Möglichkeiten, Fördermittel zu erhalten. Doch kann ich mir es schon denken, mir geht es ja ähnlich mit meinem Club Austria. Verbandsstrukturen aufzubauen und zu erhalten, die damit verbundene zeitaufwändige Bürokratie und zudem, wenn man Pech hat, Vereinsmitglieder, die eher behindern als bereichern, … die wenige private Zeit ist sicherlich besser und mit konkreteren Taten verbracht. Wichtig wäre allerdings, dass ihr transparent aufzeigt, wofür ihr die Spenden verwendet, zum Beispiel über einen Jahresbericht. [Anmerkung: wir berichten fast täglich in unserem Weblog über unsere Tätigkeiten und Anschaffungen und erstellten bereits einen ersten Rückblick, an welchen Schulen wir zugange waren.]

Generell empfehle ich informelle Gespräche mit Politikern, zum Beispiel beim nächsten Grünen Länderrat, der dieses Mal sogar in Bamberg, am 7.9.013, stattfinden wird. Aber auch die Ansprache des bayerischen Umweltministers, Helmut Brunner, dürfte nicht schaden. [Anmerkung: der Kontakt wurde bereits von uns – vermittelt über Melanie Huml – aufgenommen. Er wird bis zu seiner positiven Bearbeitung beibehalten, gerne auch mit einer anderen Regierungszusammensetzung nach den Wahlen.]

Auf EU-Ebene: den entsprechenden EU-Abgeordneten könnte man ebenfalls nach Bamberg einladen, zum Beispiel im Zusammenhang mit den Wahlkampfveranstaltungen zur Europawahl 2014. Den Vorschlag werde ich gerne machen, dann könntet ihr euer Anliegen direkt vorbringen.

Die Idee, einen Kreisimker bzw. Bezirksimker zu installieren, finde ich folgerichtig. Vielleicht könnte man dies als Modellprojekt für Oberfranken initiieren?

(Politische) Webseiten Wolfgang Grader:

GAL – Grün-alternative Liste: http://www.gal-bamberg.de/index.php?id=1749
Webseiten Wolfgang Grader: http://w-grader.de/
Facebook: „Wolfgang Grader“

Wahlprüfstein “Wie hältst du’s mit der Biene, Andreas Schwarz?”

Das Interview zum Wahlprüfstein mit dem Fraktionsvorsitzender der SPD- Kreistagsfraktion Bamberg-Land, Andreas Schwarz, der für die SPD zur Wahl in den Bundestag im Stimmkreis Bamberg-Forchheim antritt, führte Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 21.08.2013.

Ilona Munique: Welchen Stellenwert hat die (Honig-)Biene für dich privat, worin siehst du ihren Nutzen?

Ilona Munique und Andreas Schwarz im Strullendorfer Keller

Ilona Munique und Andreas Schwarz

Andreas Schwarz: Ich bin ein begeisterter Honigesser. Mit Honig heile ich – außer Kopfschmerzen – alles, vor allem Erkältungssymptome wie Husten und Heiserkeit. Ich bin ohnehin ein Süßer. Im Übrigen ist die Biene sogar im Wappen von Strullendorf drin. Noch heute erhält der Erzbischof von Bamberg bei seinen Besuchen traditionell ein Glas Honig, war früher Strullendorf doch sogar erster Hoflieferant.

 

Andreas Schwarz, SPD

Andreas Schwarz, SPD

Nachdenklich stimmte es mich schon, dass mein Imker, von dem ich immer meinen Honig beziehe, dieses Jahr an den Honig der Bruträume ging [„scharf abschleudern“ genannt], damit er wenigstens etwas ernten konnte.

Mit Sorge sehe ich, dass es offensichtlich generell der Wunsch der Menschen zu sein scheint, alles auszurauben, auszubaggern, abzumähen etc, was die Natur nur so hergibt. Als wäre er allein auf der Welt.

Ilona Munique: Als Mitglied des Bundestags – was würdest du für den Erhalt der Bienenwelt tun?

Andreas Schwarz und Reinhold Burger

Andreas Schwarz und Reinhold Burger

Andreas Schwarz: Als Bürgermeister kann man ja schon viel machen, hat oft direkten Einfluss, beispielsweise eine Durchgrünung anordnen, Streuobstwiesen pflanzen lassen, generell Flecken erhalten, wo der Mensch nicht hinkommen soll, er einfach mal außen vor bleibt.

Überhaupt: Genmanipulation – das muss einfach weg vom Tisch, das ist nicht in Ordnung. Ob ich das alles auch so in den Bundestag einbringen kann? Da muss ich erst einmal sehen, an welche Position ich komme, welches meine Aufgaben sein werden. Aber sicher jedoch kann ich die Willensbildung beeinflussen bzw. sie anschieben.

So sollten unsere Lebensmittel wie eben der Honig unter besonderen Schutz gestellt werden, die Gesetzesauflagen dazu überprüft, verbessert und sicher an einigen Punkten auch zurückgenommen werden. Trotz aller bereits vorhandener – und sicher auch einiger überzogener oder wenig praktikabler Forderungen  – wundert es doch, wie viele Skandale es gibt.

In welchen Umweltgesetzen kann man was machen, das würde ich gerne prüfen und sicherlich müssen wir die heimischen Imker mehr fördern. Ohnehin sollte dem regionalen Imker vertraut werden, seine Bienen sorgen schließlich für die Bestäubungsleistung hierzulande. Den Tipp von Bienen-leben-in-Bamberg.de, dass statt der Sortenbezeichnung auch eine Honiglagenbezeichnung möglich sein sollte – wie euren „Bamberger Lagenhonig“ –  würde ich gerne verfolgen.

Die Bauleitplanung bietet große Möglichkeiten, die Bebauungspläne müssen mehr Grün und Blühwiesen für die Bienen ausweisen, da gibt es noch genug Handlungsspielraum.

Überhaupt stellt sich der Bewusstseinsprozess für mich so da, dass „oben“ jemand sein muss, der reagiert auf das, was die Basis will, was sie leistet. Die „große“ Politik in Berlin sollte dem Menschen nicht das Leben schwer machen, sondern sie begleiten. Sie soll durch Einschränkungen und Gesetzesauflagen nicht das ehrenamtliche Engagement kaputt machen, sondern es vielmehr wohlwollend begleitend. Weniger Reglementierung täte not. Mein Lebensmotto ist ohnehin, nicht die Probleme zu suchen, sondern das Ziel vor Augen zu haben. Die Probleme, die sich dennoch einstellen, kann man ja immer noch lösen, wenn’s soweit ist.

Ilona Munique: Welche Chancen siehst du in Privatinitiativen wie Bienen-leben-in-Bamberg.de, also Initiativen ohne Vereinsstatus oder festgemacht an Institutionen und Behörden. Und wie könntest du dir eine stärkere Förderung für sie vorstellen?

Andreas Schwarz: Natürlich kann und muss man weiterhin die Vereine fördern. Doch werden diese es ohnehin immer schwerer haben, allein schon wegen der demografischen Zahlen in Richtung alte Menschen. Ich halte die fördernde Projektbegleitung für durchaus sinnvoll, und warum nicht auch die von einzelnen Bürgern initiierten Ideen. Da sehe ich politisch gesehen noch Handlungsspielraum.

(Politische) Webseiten Andreas Schwarz:

SPD – Schwarz: http://www.spd-schwarz.de/
Twitter: https://twitter.com/schwarz_spd
Facebook: „Andreas Schwarz“

Wahlprüfstein „Wie hältst du’s mit der Biene, Andreas Lösche?“

Das Interview zum Wahlprüfstein mit dem Kreisvorsitzenden der Grünen Bamberg-Land, mit Andreas Lösche, der für die Grünen zur Landtagswahl im Stimmkreis Bamberg-Stadt kandidiert, führte Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 18.08.2013.

Ilona Munique: Welchen Stellenwert hat die (Honig-)Biene für dich privat, worin siehst du ihren Nutzen?

Andreas Lösche, Reinhold Burger, Ilona Munique im Krafts-Keller Oberhaid

Andreas Lösche: In meinem Bekanntenkreis kannte ich bisher keine Imker, daher hatte ich noch nicht viel mit dem Thema zu tun. Euer Engagement und der Film „More than honey“ haben mich auf die Problematik des Bienensterbens aufmerksam gemacht. Es ist gut, dass ihr Alarm schlagt. Dafür will ich mich ausdrücklich bei euch bedanken.

Als Lehrer und Bildungspolitiker gefiel mir vor allem, dass ihr euer Anliegen in ein größeres, nachhaltiges Konzept gegossen habt. Kinder nehmen mehr auf emotionalem Wege auf als Erwachsene, daher bleibt es besser hängen. Vor allem, wenn man, wie ihr, den Unterricht zu einem Thema über mehrere Schuljahre hinweg in seinen verschiedenen Facetten installiert.

Natürlich sind Bienen nur eine unter vielen wichtigen Angelegenheiten. Der Bestäubungsnutzen ist jedoch hoch einzuschätzen. Ohne ihn würde der Kreislauf der Natur unterbrochen und die Landwirtschaft kaum mehr funktionieren.

Ein nachdenklicher Andreas Lösche

Andreas Lösche, Die Grünen

Da fällt mir doch noch eine persönliche Erfahrung ein: Als ich noch in Würzburg studierte, hatte ich die Diskussion um Gen-Mais auf einem Versuchsfeld mitverfolgt. Das Feld lag direkt an der B22 bei Prichsenstadt. Im Vorbeifahren dachte ich damals schon über den Unsinn von Zäunen nach, an die sich Bienen wohl kaum halten werden. Es dauerte ja wirklich mehr als 20 Jahre, bis sich ein Imker über den unfreiwillig mit genmanipulierten Pollenbestandteilen versetzten Honig beklagte. [Karl-Heinz Bablok et al 2011 vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. In der Folge sprach der Europäische Gerichtshof ein Urteil. Derzeit liegt der Fall beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.] Er hat ja dann auch vor zwei Jahren von uns bayerischen Grünen den Sepp Daxenberger-Preis erhalten…

Ilona Munique: Als Mitglied des Landtags – was würdest du für den Erhalt der Bienenwelt tun?

Andreas Lösche: Da mein Steckenpferd die Bildungspolitik ist, würde ich diejenigen Projekte fördern, die von außen in die Schule gehen. Ein Beispiel ist das MFM, ein Präventionsprogramm für Mädchen und Jungen in der Pubertät. Ich sehe Bildung von außen als Ergänzung des schulischen Unterrichts, da es neue Perspektiven bietet und zusätzliche Qualitäten. So wie ihr es ja auch mit eurer Schulbiene anbietet, die bildlich und begreifbar zeigt, wie das Imkern geht und worauf es bei der Biene ankommt.

Ilona Munique: Welche Chancen siehst du in Privatinitiativen wie Bienen-leben-in-Bamberg.de, also Initiativen ohne Vereinsstatus oder festgemacht an Institutionen und Behörden. Und wie könntest du dir eine stärkere Förderung für sie vorstellen?

Andreas Lösche:  Schulen sollten mit vielen verschiedenen Vereinen und dem Handwerk kooperieren. Hier in der Region wird das durchaus gemacht, doch leider etwas zu einseitig. Zum Beispiel zum Thema „Ernährung“. Da sollte doch nicht immer nur der schulnahe Einzelhandel aufgesucht werden, sondern unterschiedlich spezialisierte Institutionen, beispielsweise der Hausfrauenbund, eine Ernährungsberatungsstelle, ein Biobauernhof oder eben auch eine Imkerei.

Es ist durchaus akzeptabel, dass ein Teil dieser Ausgaben wie das (oft viel zu bescheidene) Honorar sowohl von den Schulen, die ja dafür auch Fördermittel erhalten, sowie den Eltern selbst aufgebracht werden.

Eine staatliche Förderung, die auch die Bamberger Schulbiene als Privatinitiative erhalten helfen könnte, ist die „Umweltbildung Bayern“. Dieser Topf gehört nach meinem Dafürhalten deutlich aufgestockt, denn Umwelterziehung ist ein wichtiger Baustein einer ganzheitlichen Bildung und wird immer wichtiger.

(Politische) Webseiten Andreas Lösche:

GAL – Grün-alternative Liste: http://www.gal-bamberg.de/index.php?id=1749
Webseiten Andreas Lösche: http://www.andreas-loesche.com/
Twitter: https://twitter.com/AndreasLoesche
Facebook: https://www.facebook.com/andyloesche

Wahlprüfstein „Wie hältst du’s mit der Biene, Ursula Sowa?“

Ursula Sowa und Ilona Munique im Interview

Ursula Sowa und Ilona Munique

Das Interview zum Wahlprüfstein mit Stadträtin Ursula Sowa, die für die Grünen zur Landtagswahl im Stimmkreis Bamberg-Land kandidiert, führte Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 08.08.2013.

Ilona Munique: Welchen Stellenwert hat die (Honig-)Biene für dich privat, worin siehst du ihren Nutzen?

Ursula Sowa: Die Biene ist für mich der Urbaustein in der Kette unseres Lebens, unserer Kultur. Mir ist bekannt, dass sie – gemessen am wirtschaftlichen Wert – an dritter Stelle steht, nach Rind und Schwein.

Ilona Munique: Als Mitglied des Landtags – was würdest du für den Erhalt der Bienenwelt tun?

Ursula Sowa und Ilona Munique im Interview

Ursula Sowa und Ilona Munique

Ursula Sowa: Zunächst sieht mein Programm so aus, dass ich mich für die Stadt- und Regionalentwicklung einsetzen werde. Darunter verstehe ich eine ökologische und ganzheitliche Planung.

  1. Wie wollen Menschen wohnen?
  2. Welche Qualitätsaussagen gibt es darüber? Welche Qualitätsansprüche werden geltend gemacht?
  3. Wie planen wir letztendlich Umfeld, Wohnen, Arbeiten und Freizeit?
Ursula Sowa und Reinhold Burger lassen die Bienen fliegen

Ursula Sowa und Reinhold Burger

Kriterien bzw. zu beachtende Punkte wären sowohl in der Stadt als auch in Regionalkreisen:

  • Freiflächen
  • Kurze Wege
  • Bildung
  • Infrastruktur
  • Ernährung
  • Anbau von Agrarprodukten des täglichen Bedarfs
  • Keine langen Transportwege
  • Mischung von Wohnen, Arbeiten, Selbstversorgen und Versorgt-werden

Notwendig sehe ich in diesem Zusammenhang eine Reform der bayerischen Bauordnung.

Kommen wir zur Biene direkt: Für die Biene spielt die Vielfalt der Begrünung eine Rolle.  Daher lehne ich monotone Bebauungspläne ab.

Stark machen würde ich mich für die Biene in der Förderpolitik und in der Bauleitplanung, hier besonders in der Grünordnungsplanung, da sehe ich Chancen.

Beispielsweise würde ich es zur Auflage machen, dass Blühstreifen an Ackerrändern oder Blumenwiesen ausgewiesen werden müssen. Wichtig ist zu wissen, was die Biene und auch andere Insekten brauchen, beispielsweise die Salweide als eine der allerersten Frühjahrstrachten nach den inzwischen oft langen Wintern.

Ilona Munique: Welche Chancen siehst du in Privatinitiativen wie Bienen-leben-in-Bamberg.de, also Initiativen ohne Vereinsstatus oder festgemacht an Institutionen und Behörden. Und wie könntest du dir eine stärkere Förderung für sie vorstellen?

Ursula Sowa

Ursula Sowa, Die Grünen

Ursula Sowa: Leider wurde es bisher versäumt, eine Quote im Förderverhalten festzusetzen. Sowohl, was die Kultur als auch die private Erwachsenenbildung anbelangt, gibt es in der bisherigen Bildungspolitik keinen – ich drücke es mal so aus: Gerechtigkeitsschlüssel.

Staatliche Förderung sollte Pflicht sein. Es muss ein bestimmtes Budget bereit stehen und alle, die daraus schöpfen, müssten gleiche Parameter erfüllen. Doch die Beantragung muss so einfach wie möglich sein, genehmigt von einer rotierenden Jury aus Fachleuten, die die entsprechende Sparte bzw. Ressource widerspiegeln. Und es dürften auch nicht immer dieselben Antragsteller zum Zuge kommen.

Generell sollten stärker Projekte als Institutionen gefördert werden. So gibt es auf Landesebene den Bayerischen Kulturfond. Dort allerdings bedient man sich eines merkwürdigen Procedere in der Auswahl der förderfähigen Projekte. Generell sind hier keine sozialen Projekte oder eine breite Kulturbildung förderfähig. Ich finde, man müsste auch mehr das Experiment zulassen und auf mehr Nachhaltigkeit achten.

(Politischer) Link zur Stadträtin Ursula Sowa:

Webseiten Ursula Sowa: http://www.ursula-sowa.de/seiten/Biographie/biographie.htm
Facebook „Team Sowa“: https://www.facebook.com/teamsowa
Facebook „Ursula Sowa“: https://www.facebook.com/ursula.sowa.5