Verhaltener Optimismus in Sachen Varroabekämpfung

Schon ein Durchbruch oder noch ein weiteres von vielen Heilsversprechen? Eine Lithiumchloridanwendung, die im Zuge einer anderen Versuchsanordnung zufällig entdeckt wurde, könnte in wenigen Jahren den jahrezehntelange Gratwanderung beim Kampf gegen die Varroamilbe beenden und Bienen und Mensch auf sicherere Pfade führen. „Lithium […], als Lithiumchlorid-Salz findet es sich in Salzlaugen, Salzseen und Heilquellen“, so ist es nachzulesen in der Pressemitteilung der Universität Hohenheim von Barsch / Klebs.

Doch schon mehrmals hoffte man auf schnelle Abhilfe, seit einigen Jahren immer wieder neu aufflammend in der Diskussion um die Möglichkeiten einer Hyperthermiebehandlung („Bienensauna“) oder um die Betasäure des Hopfenpräparats HopGuard® (Hersteller Vita Europe Lt.), welches immer noch nicht auf dem europäischen Markt zugelassen worden ist (s. a. unser Bericht vom Imkerforum zu Varroabehandlungsmethoden vom 02.03.2017).

Wir werden wie immer ein – nein, Millionen! – (Facetten-)Augen drauf haben und hier Bericht erstatten. Mit bedächtigen, realistischen Kopf und einem hoffenden, wachsweichen Herzen.Drohnenbrut in Form zweier Herzen

Bienenauffütterung (III): Brauner versus weißer Zucker

[Forts. der Beiträge „Bio/logische Sommer-Bienenpflege mit Henrik Arndt“ | Bienenauffütterung (I): Bio-Zucker versus konventioneller Zucker | Bienenauffütterung (II): Weitere Zuckerarten]

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergDie Wintereinfütterung von Bienen ist ein elementares, immer wieder diskutables Thema und von hoher Wichtigkeit für den Erhalt und die adäquate Pflege von Bienen. Sie ist von jedem Imker für sich selbst zu lösen.

Wir versuchen so eingängig wie möglich, doch auch so differenziert wie nötig über den „State of the art“ zu informieren. Die Vorlage zu unserem auf insgesamt vier Teilen angelegten Beitrag bot der Tierwirt und Bienenfachwart Henrik Arndt in seinem Vortrag in Bamberg zum Thema „Sommer-Bienenpflege aus bio/logischer Sicht“ am 10.07.2016 in der Bienen-InfoWabe.

Wir gehen der Frage nach, worin der Unterschied zwischen braunem und weißem Zucker als mögliche Einfütterungsquelle besteht.

Hintergrund

Beide Zuckerarten – also sowohl der weiße als auch der braune – werden aus dem Zuckerrohr oder der Zuckerrübe hergestellt. Die Pflanzen werden gewaschen, zerkleinert, gekocht und gepresst. Durch Eindicken entsteht einen Sirup, der zu braunem Zucker und flüssiger Melasse auskristallisiert. Durch mehrmaliges Aufbereiten des Zuckers – man spricht vom Aufreinigen – wird dem Zucker die noch enthaltene Melasse entzogen, und zwar so lange, bis man weißen Raffinadezucker erhält.

Brauner Zucker ist also eine Art Zwischenprodukt. Die braune Farbe kommt von den noch enthaltenen Melasseresten. Je dunkler der Zucker, desto mehr Melasse enthält dieser. Die Melasse ist mineralstoffhaltig. Daher gilt die Farbe des Zuckers als ein Gradmesser für den Gehalt an Mineralstoffen: je dunkler, desto mehr Mineralstoffe.

Weißem Zucker

Zur Winterauffütterung von Bienenvölkern wird nach wie vor weißer (raffinierter) Zucker bevorzugt. Weißer Zucker ist reiner Zucker ohne Mineralstoffe. Und das ist auch beabsichtigt. Denn: Ist das Winterfutter mineralstoffreich, kann dies zu einer ruhrartigen Krankheit des Bienenvolkes führen, da die Mineralstoffe die Kotblasen der Bienen belasten. Vor allem in strengen Wintern, die keine Möglichkeiten zu Reinigungsflügen bieten, wirkt sich das negativ aus. Weißer Zucker dienst folglich der Prophylaxe vor Durchfall und kann somit ein Beitrag zur Unterstützung der Bienengesundheit sein.

Brauner Zucker

Die Verwendung von hellbraunem, also mineralstoffarmen Zucker zur Winterauffütterung ist im Grunde eine reine Frage des Preises. Brauner Zucker ist in der Regel (vom geringeren Produktionsaufwand her gesehen unlogischerweise) teurer als weißer Zucker. Stichworte: Marktregulierung, Preisabsprachen, Verbraucherbedarf. Man beachte: Brauner Zucker ist nicht automatisch auch Bio-Zucker! Zu dem kommen wir jetzt deshalb noch einmal in einem extra Absatz.

Brauner versus weißer Bio(!)-Zucker

Interessant ist der Vergleich weißer zu braunem Zucker im besonderem Maße für zertifizierte Bio-Imkereien. Dann aber natürlich nur im Vergleich ‚brauner Bio-Zucker zu weißem Bio-Zucker‘.

Der braune Bio-Zucker in der Qualität „extra light“ (zum Beispiel von Hipp) ist erheblich preisgünstiger als weißer Bio-Zucker. Die Qualität „extra light“ ist ein hellbrauner Zucker. Die helle Farbe verrät, dass der Mineralstoffgehalt gering ist (relativ gesehen zu dunkelbraunem Zucker). In Anbetracht dessen, dass in Mitteleuropa die Winter tendenziell eher milder werden und somit die Bienen auch mitten im Winter reichlich Gelegenheit zu Reinigungsflügen haben, spricht also nichts gegen die Aufütterung mit hellbraunem (Bio-)Zucker.

Das Fazit …

… aus allen unseren vier Beiträgen zur Sommerpflege und Wintereinfütterung, Thema Zucker, darf und muss jede/r Imker/in für sich selbst ziehen.

Bei Diskussionen ist in aller Regel argumentationsführend bzw. gewichtend:

  • die eigene Einstellung zu „Bio“, die ihrerseits viel diskutables aufweist (ökologischer Fußabdruck, Fairtrade, Fundamentaleinstellung etc.)
  • der Kosten-/Nutzenfaktor
  • die Rahmenbedingungen (Einkaufsmöglichkeiten, Anzahl der Stöcke, Erreichbarkeit, Mobilität, körperliches Befinden – man bedenke, dass das bayerische Durchschnittsalter von Imkern bei 59 Jahren liegt.)

Weniger diskutabel ist die Bienengesundheit. Denn davon gehen wir aus, dass deutsche Imker sie immer im Blick haben. Wir jedenfalls kennen keinen Imker, der seine Völker nicht achten oder gar lieben würde. Und genau vor diesem Hintergrund machen wir uns alle das Thema absolut nicht leicht. Toll, dass Sie uns lesend bis hierher gefolgt sind. Falls Sie jetzt noch einen ganz eigenen Aspekt einbringen möchten … nur zu!

Bienenauffütterung (II): Weitere Zuckerarten

[Forts. der Beiträge „Bio/logische Sommer-Bienenpflege mit Henrik Arndt“ und Bienenauffütterung (I): Bio-Zucker versus konventioneller Zucker]

Selbst angerührtes und industriell gefertiges Zuckerwasser bzw. -sirup

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergEin Volk mit einem bereits vorgefertigten, flüssigen Bienenfutter wie Apiinvert® lässt sich vor allem Zeit sparen, so der Tierwirt und Bienenfachwart Henrik Arndt in seinem Vortrag in Bamberg zum Thema „Sommer-Bienenpflege aus bio/logischer Sicht“ am 10.07.2016 in der Bienen-InfoWabe

Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu selbst angerührtem Zuckerwasser verdirbt die angerissene Packung nicht, so dass das mühselige Ausrechnen der vorzubereitenden Menge einem Schätzwert weicht. Vor allem, wer viele Stöcke und/oder an unterschiedlichen Standorten hat, wird diese Arbeitserleichterung gerne annehmen. Wer mehr Wert auf sparsames Imkern legt, dem wird das „teure Wasser“ eher nicht taugen.

Den Vergleich mit vorgefertigtem flüssigen Zucker aus der Packung braucht das Self-made-Verfahren nicht zu scheuen. In Versuchen hätte das selbstgerührte Zuckerwasser am besten abgeschnitten [Anmerkung: unbelegte Quelle].

Futterteige

Eine weitere Einfütterungsmöglichkeit ist der Futterteig (z. B. Apifonda®), der als Hauptbestandteil – wie auch der weiße Industriezucker – Saccharose (=Zweifachzucker) beinhaltet. Allerdings brauchen sie zur Aufnahme viel Wasser, die Völker sollten also nicht gerade in trockenen und / oder sehr winterkalten Gegenden aufgestellt sein.

Für und Wider der Anreicherungen

Dass zu viel Inhaltsstoffe, wie Mineralien, ungewollt Durchfall bei Bienen bewirken kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Daher auch dier Appell, Bienen keinesfalls auf Waldhonig, der sehr mineralstoffhaltig ist, über den Winter sitzen zu lassen.

Das Anreichern mit wohlmeinenden Stoffen ist eine imkerliche „Haltungsfrage“.  Zusätze wie „Bienentee“ (der Blogger „Imkerpate“ hat dazu etwas in seinem Beitrag „Flüssigfutter für Bienen“ beschrieben) oder auch eine 0,5-prozentige Salzbeigabe sieht Henrik Arndt als eher unnötig, jedoch wohl nicht als schädlich an.

Für und Wider brauner Zucker

Siehe dazu im nächsten Beitrag „Bienenauffütterung (III): Brauner versus weißer Zucker“

Bienenauffütterung (I): Bio-Zucker versus konventioneller Zucker

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergNicht zuletzt, damit auch wir selbst endlich Klarheit erlangen, wie sich das mit der Zuckerauffütterung von Bienen tatsächlich verhält, luden wir den Tierwirt und Bienenfachwart aus Schönsreuth bei Lichtenfels, Henrik Arndt, zu uns nach Bamberg zum Thema „Sommer-Bienenpflege aus bio/logischer Sicht“ in die Bienen-InfoWabe ein.

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergHier unser zweiter Mitschrieb zum Vortrag vom 10.07.2016 des erfahrenen Naturland-Erwerb-Imkers, der außerdem als Zertifizierer tätig ist. Da überwiegend mit konventionellem Zucker eingefüttert wird (weitere Zuckerarten im Teil 2), stellen wir es aus der Sicht von Pro und Contra Bio-Zucker dar. Das alles kann natürlich auch andersherum gelesen werden, was nichts an den Tatsachen ändert.

Hintergrund

  • Nach der Honigernte im Juli muss einem Bienenvolk ausreichend Nahrung für den Winter durch Auffütterung zugeführt werden. [siehe dazu Blogbericht Teil 1.]
  • Klassische Methode: Verwendung von (raffiniertem) Haushaltszucker
  • Alternative: Verwendung von (raffiniertem) Haushaltszucker in Bio-Qualität.
  • Erfahrungen und Versuche [Anm.: vom Vortragenden unbelegt] zeigen, dass es den Bienen egal ist, ob bio oder nicht-bio.
  • Chemisch gesehen ist der Haushaltszucker in Bio-Qualität identisch mit konventionellem Haushaltszucker.

Verwendung von Bio-Zucker – PRO

  • Für die Verwendung von Bio-Zucker spricht, dass damit eine Landwirtschaft unterstützt wird, die nach bio- bzw. ökologischen Grundsätzen arbeitet, die zudem ohne oder mit weniger Pflanzenschutzmittel auskommt, Monokulturen vermeidet und Äcker eventuell mit Blühstreifen angelegt sind. Dies alles kommt auch den Bienen zugute!

Verwendung von Bio-Zucker – CONTRA

  • Gegen die Verwendung von Bio-Zucker spricht der Preis. Bio-Zucker kostet das ca. 1,5- bis 2-fache des konventionellen Zuckers. Für den Endverbraucher ist das Zustandekommen des Zuckerpreises wenig transparent, da der Zuckermarkt mit Produktionsquoten stark reguliert ist (siehe Europäische Kommission, Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zum Thema „Zucker“)
  • Sofern Bio-Zucker nicht aus heimischer Ernte lieferbar ist, sind die sozialen Bedingungen bei der Produktion zu hinterfragen, Stichwort: fairetrade.

Weiterführende Literatur

„Zuckerrübe oder Zuckerrohr – Wer gewinnt das süße Rennen?“ – Bedenkenswertes  (PDF)

Über weitere Zuckerarten schreiben wir nachfolgenden Beitrag.

Bio/logische Sommer-Bienenpflege mit Henrik Arndt

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergDer Vortragsbogen zur BIWa-Sonntagsöffnung am 10.07.2016 spannte sich von der Auffütterung bis zur Zuckerwahl und gewährte dem runden Dutzend Zuhörenden einen tiefergehenden Einblick in die Sommer-Bienenpflege aus bio/logischer Sicht. Der gelernte Tierwirt und Bienenfachwart aus Schönsreuth bei Lichtenfels, Henrik Arndt, stellte sich dabei ohne Zögern den kritischen Fragen aus dem Publikum. Denn es ist nach wie vor für viele Imker/innen nicht eindeutig geklärt, ob bei der Ernte Honig im Stock zu belassen ist und wenn ja wie viel.

Wie viel Honig muss im Stock verbleiben?

Henrik Arndt empfiehlt, nicht nur wie von „Brüssel“ empfohlen, 3 Kilo, sondern eher 5-6 Kilo Honig im Stock zu belassen. Frisch eingetragene Linde, erkennbar an dem hellem und sehr flüssigem Honig, sollten ungeerntet bleiben, da ohnehin zu wasserreich.

Falls die Auffütterung mit Kohlehydraten in Betracht kommt – was der Naturland-Imker klar bejaht – ist die nächste Frage: Haushaltszucker aus der Rübe oder Biozucker aus Südamerika, Futtersirup oder Futterteig, Ohne alles oder mit Salz im Tee …? Doch bevor wir in einem extra Weblogbeitrag darauf zu sprechen kommen (schon allein des hohen Berichtsumfanges wegen), beginnen wir am besten von vorne.

Referent Henrik Arndt in der Bienen-InfoWabe BambergZunächst erläutert unser Imkerkollege, ab wann mit der Einfütterung begonnen werden sollte. Natürlich nach dem Abschleudern, also nach der letzten großen Tracht, die in unseren Breiten zumeist die Winterlinde trägt. In Bamberg ist sie fast schon vorbei. (Daher schleudern auch wir ab dem nächsten Sonntag bis einschließlich 02.08.) Einen kurzen Exkurs bietet er zu dem nicht gern gesehenen Neophyten, dem reichlich Nektar und Pollen tragenden Drüsigen Springkraut (Impatiens glandulifera).

Einfütterung der Völker vor der Varroabehandlung?

Falls die Waben nicht komplett abgeschleudert wurden – was der Fachwirt nicht empfiehlt – muss vor der Varroamilbenbehandlung eingefüttert werden. Laut Bioverordnung mit 3 Kilo Zucker, laut Henrik Arndt mit 5-10 Kilo Zucker. (Wir füttern daher nicht auf, da wir locker bis zu 5 Kilo, also zwei volle Waben, unberührt lassen, zusätzlich zu den Futterkränzen über der Brut.)

Der Zucker kann ohne weiteres in heißem Wasser eingerührt werden, da er schnell wieder abkühlt, also keine Gefahr von HMF, Hydroxymethylfurfural, besteht. (Anmerkung: Was in Abwesenheit von Säure, die früher zur Invertierung von Zucker beigegeben wurde, ohnehin nicht entsteht. Die Aufspaltung in Trauben- und Fruchtzucker, also eben nicht Sacharrose, käme dem Nektareintrag am ähnlichsten. Wer das so praktizieren mag, kauft ohnehin eher Futtersirup.)

Das Mischungsverhältnis von Zucker zu Wasser wird empfohlen mit 1:1 (bei der ersten Einfütterung) und 3:2 (besser bei der zweiten Einfütterung), eventuell auch milchsauer vergoren. Eine Zuhörerin war darüber etwas erstaunt, denn ihr Imkerpate empfahl ihr eine Mischung von 2:1. Kann man machen, der Zucker ist jedoch sehr schwer aufzulösen.

Nach der Varroabehandlung

20-22 Kilo Zucker sind geboten. Allerdings kommt es darauf an, wie viel Honig bereits in den Völkern eingelagert ist. Stures Einfüttern ist also keine gute Idee. (Wir füttern etwa 20 Kilo Zucker zu. Mit Wasser beträgt das Gewicht bei einem Verhältnis von 3:2 folglich 33,33 Kilo.)

Alles weitere zu den verschiedenen Zuckerarten, wie gesagt, im nächsten Beitrag. Seien Sie gespannt!

Von Kalkbrut, Kirschblüte und Kunstschwarmbilden

Biene an Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz (Streitberg)In der kommenden Woche werden wir die Honigräume aufsetzen. Denn die Kirschbäume tragen bereits dicke Knospen und es dauert wohl nur noch wenige Tage, bis sich die zartweißen Blüten zeigen. Auf die haben Bienen sehr großen Appetit. Dann wird eingetragen, bis die Temperaturen am Abend auf etwa 10-11 Grad sinken und damit auch die Lust (bzw. die Möglichkeit) zu fliegen. Daher brauchen sie bald Platz und eben einen Raum mehr über ihrem Brutraum.

Standort Bamberg, WildensorgÜbrigens haben unsere 14 Völker an 9 Bamberger Standorten den Winter und das kalte Frühjahr gut überstanden. Bei einem Volk in Wildensorg entdeckten wir bei der Totenfallkontrolle Kalkbrut. Die betroffenen Larven, die wie kleine Mumien aussehen, wurden von den Bienen entfernt, die entsprechende Wabe fein säuberlich ausgeräumt. Man kann das auch am sich bildenden Lochmuster im Brutwabenbild erkennen.

Totenfallkontrolle, KalkbrutWelche von vielen Gründen die Kalkbrut auslöst, lässt sich oft schwer sagen. Einige können wir ausschließen (z. B. zu häufiges Öffnen, da der Standort im vergangenen Jahr keine Schulbienenbesichtigung erdulden musste), oder auch Nahrungsmangel. Kühle Nächte allerdings hat das Volk hoch oben über Bamberg am Rinnersteig sicherlich mehr als unsere Völker im Tal.

Wir lassen unsere Bienen nun in die oben aufgesetzten Brutraum hochziehen (Bienen streben in der Regel nach oben) und entfernen die unteren Waben. Somit schaffen wir die Pilzsporen aus ihrem Haus hinaus. Tritt keine Besserung ein, werden wir nicht um einen Königinnenwechsel herumkommen. Man könnten auch einen Kunstschwarm bilden, also alle Bienen nebst einer neuen Königin auf komplett neue Waben geben, sozusagen ein Neuanfang (hier eine eingehendere Beschreibung). Oft gibt es sich aber von selbst, wenn es wärmer wird und sich das Volk weiterentwickelt.

Ferienbesuch für die Sternwart-Bienen

Reinhold Burger, Gabi Loskarn, Lennart und Horst DrechselFerienkind Lennart und seine Oma, unsere Bienenpatin Gabi Loskarn, statteten den Bienen an der Dr. Karl-Remeis-Sternwarte anlässlich der anberaumten Ablegerumsetzung einen Besuch ab. Auch Prof. Dr. Drechsel gesellte sich an diesem ersten nennenswert warmen Tag des 9. Aprils zu uns und freute sich am Anblick des munteren Völkchens.

Die noch ungezeichnete Königin der SternwartbienenZum ersten Mal also unser Blick in das Ablegervolk, das aus dem Transportkasten in sein neues, wunderhübsches Zuhause umziehen soll. Leider konnte die „Beutenmalkünstlerin“ und für dieses Volk zugeteilte Bienenpatin Conny Kopp nicht dabei sein. Doch wir schicken ihr hiermit einen Gruß von der gesichteten Bienenkönigin, die eine hübsche junge Lady ist!

Lennart setzt ein Rähmchen in die neue Beute einLennarts erster tiefergehende Kontakt zu Bienen fand zwar noch größtenteils in voller Imkermontour statt, doch so konnte der 11-jährige entspannt die mit Arbeitsbienen besetzten Waben umsetzen und sogar ein paar Streicheleinheiten auf ihre samtigen Rücken verteilen.

Gabi hingegen ist ja schon ein „alter Hase“, immerhin hat sie ihre Weihen zum letztjährigen Honigschleudertag erhalten, ganz abgesehen davon, dass sie in ihrem Garten an der Weide in Bamberg dem Patenvolk von Jakob Janßen (i. m.) beim fleißigem Sammeln zusehen kann.

Betrachten eines Wabenrähmchens mit BienenMit Prof. Dr. Horst Drechsel vereinbaren wir für den Frühsommer eine Sonderführung für seine Studierenden. Denn sicherlich ist für Astronomen die unglaublich komplexe Welt der Bienen nicht minder spannend als der Blick in die unendlichen Weiten des Alls.

Finden wir jedenfalls.

Bienenvolk an der Sternwarte in Bamberg Lennart, Reinhold und Gabi bereiten die neue Beute vor Reinhold erklärt die Umsetzung des Volkes Reinhold zeigt Lennart den Umgang mit dem Smoker Gabi Loskarn mit Enkel Lennart Ableger in der Transportbeute Wir betrachten ein mit Bienen besetztes Rähmchen Die noch ungezeichnete Königin der Sternwartbienen Bienen auf Rähmchen Betrachten eines Wabenrähmchens mit Bienen Gabi Loskarn setzt ein Rähmchen in die neue Beute ein Lennart entfernt Wachsüberbau

 

Amerikanische Faulbrut vor den Toren Bambergs

Klingt nicht gut und ist es auch nicht. Die bakterielle Brutkrankheit der Honigbienen, nach ihrem Entdeckungsort benannt als „amerikanische Faulbrut“, ist an unseren acht Bamberger Standorten bisher noch nicht aufgetreten. Doch wir sind alarmiert, Dank der Imkerbuschtrommeln und dem „Fränkischen Tag“ vom 27.06., der auf den Ausbruch aufmerksam machte. Vielen Dank.

Eine weitere, sehr gute Informationsquelle ist ein bundesweites Kataster, das TSIS, TierSeuchenInformationsSystem. Wenn Sie wissen wollen, ob Ihre Region betroffen ist, klicken Sie auf „Liste weiter einschränken“, wählen ihr Bundesland und nachfolgend den Ort.

Wie lässt sich gegen den Erreger vorbeugen? Weiterlesen