Gastvortrag „Wildbienen“ zur Mitgliederversammlung IBZV

Klaus Weber, Vortrag zu WildbienenNicht alles, was nach Biene aussieht, tritt in Scharen auf. Bis auf wenige Ausnahmen sind Wildbienen Solitärbienen. Sozial sind nur Honigbienen, Hummeln und einige Furchenbienenarten, so der Biologe Klaus Weber vom Landschaftspflegeverband des Landratsamt Bamberg in seinem Gastvortrag zur Mitgliederversammlung am 11.03.2017 des Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V. (IBZV).

Mohnbiene; Osmia papaveris Weibchen am Nesteingang.

Mohnbiene; Osmia papaveris Weibchen am Nesteingang. © Roland Günter mit freundlicher Genehmigung

Bienen und Wespen sind überall anzutreffen. Allerdings am häufigsten im „Offenland“, wo sie es warm, trocken und sonnig haben. Viele von ihnen bevorzugen blütenreiche Lebensräume, wobei sich manche Arten auf nur eine einzige Blüte bzw. Pflanze spezialisiert haben, beispielsweise auf Glockenblumen, Mohn und Kornblumen. Teils als Nektar- und Pollenquelle, teils, weil es ihr Nistmaterial darstellt wie bei der Mohnbiene, die ihren Nistplatz mit Mohnblättern auskleidet.

Bei der Gelegenheit wies Weber auf die Blühmischung von Rieger-Hofmann hin, die er für besonders empfehlenswert hält. Besitzer von mehr als 3 ha Grund erhalten übrigens Förderungen für das Anlegen von Blühflächen.

Folie Klaus Weber zur Lebensweise der Stechimmen WildbienenNist- und Baumaterial ist großes Thema bei den Wildbienen. Deren Nester sind nicht in regelmäßig angelegten Waben zu finden, sondern vor allem in sandigen oder lehmigen Böden und einigen exotischen Orten, z. B. in Schneckengehäusen. Nisthilfen, so genannte Bienenhotels, tragen dazu bei, manche Defizite an Wohnraum auszugleichen.

Doch oft ist gut gedacht nicht gut gemacht. Weber wies auf einige Fehler im Herstellen der Hotels hin und wie man es besser machen könnte. Neben einer Liste mit bienenfreundlichen Pflanzen verwies der Wildbienenkundler auf Literatur, die zum größten Teil auch in unserer Imkerbibliothek (Stichwort: Wildbienen) zu finden ist.

Bericht Bienen-InfoWabe

Neben dem üblichen Vereinsprozedere mit Entlastungen des Vorstands und der Kassenwartin stellten wir als Vetreter der Bienen-InfoWabe unsere Aktivitäten 2016 und eine Vorschau zu 2017 dar (Folien: JB-BLIB-MV-IBZV-0317). Siehe auch unser Transparenzbericht 2016.

Zur Situation der Bienenvölker
Der Vorsitzende Robert Engert wies darauf hin, dass nunmehr zu prüfen sei, ob ausreichend Futter in den Völkern ist. Notfalsl sind Futterwaben aus anderen Völkern an die Traube zu hängen oder eine Notfütterung mit Apiinvert vorzunehmen. Schwache Völker sollten vereinigt werden. Außerdem sind die Bodenbretter zu reinigen und bis Mitte April überzählige Futterwaben zu entnehmen, damit die Bienen Platz fürs Brutgeschäft erhalten.

Ein weiteres Thema betraf Rechtliches zur Bienenhaltung. Dazu später mehr.

Die beste Untertreibung des Jahrhunderts: Taschenlexikon Wildbienen

TaschenlexikonÜber 900 Seiten bei 9.000 ausgewertete Publikationen zu rund 850 Wildbienen – das passt in keine Hosentasche mehr, das „Taschenlexikon der Wildbienen Mitteleuropas“. Und ist auch aufgrund der Tatsache, dass noch niemals jemand versucht hat, alle Wildbienenarten in einem Porträt festzuhalten, die größte, gleichwohl vom Ergebnis her die beste Untertreibung des Jahrhunderts. Wobei sich „Mitteleuropa“ nicht nur, doch vor allem auf Deutschland, Österreich und die Schweiz bezieht, wie der Autor Erwin Scheuchl in seinem Vorwort beschreibt.

Ihm und dem Naturfotografen Wolfgang Willner ist mit dem soeben im Verlag Quelle & Meyer erschienenen gewichtigen Lexikon (1 Kilo und 300 Gramm!) gelungen, was bisher lediglich dem „Wildbienen-Papst“ Paul Westrich mit seinem (vergriffenen) Werk zu Baden-Württemberger Bienen 1989 annähernd geglückt ist. Zwar erscheint für Laien der Aufbau des Lexikons in alphabetischer Reihenfolge nach dem wissenschaftlichen Namen im ersten Moment eher wenig nützlich. Doch die Systematik fässt beispielsweise Andrena, die Sandbienen, oder Hylaeus, die Maskenbienen, zusammen, was bei der Beobachtung ihres Lebensraumes und der bevorzugten Pollenquelle Sinn macht.

So erhalten die Arten auch jeweils zu Beginn ein Gesamtporträt mit weiteren Erläuterungen zur Nomenklatur und Etymologie, zu körperlichen Merkmalen und zur Lebensweise und dem Nestbau, zu Flugzeiten und Parasiten sowie zur Gesamt- und Lokarverbreitung und Artenzahl. Toll auch die Literatur- und Linktipps, die für ein Lexikon eher ungewöhnlich sind. Wem die deutschen Namen geläufig sind, kann den Einstieg leicht über das Register wählen.

Doch auch das Durchblättern macht Laune, sieht man doch die Wildbienen in allen möglichen Varianten abgebildet – beim Nestbau, auf Blüten, in faszinierenden Nahaufnahmen oder perfekt freigestellt. (Wer einmal versucht hat, emsige Bienen zu fotografieren, der kann der Geduld Wolfgang Willners nur Respekt zollen!) Ein Wunderwerk der Natur tut sich da auf und man kann nur hoffen, dass das Lexikon nicht in einigen Jahren schon aufgrund weiterhin aussterbender Arten überwiegend historisches Material enthält. Denn der Artenrückgang ist bereits im vollen Gange. Auch hierzu schreibt der Autor einige Zeilen, wie auch zur ökologischen Bedeutung und dem derzeitigen Stand des (verbesserungswürdigen) Wildbienenschutzes in den einzelnen Ländern. Für den Garten- und Balkonbesitzer hält der Autor eine knappe, jedoch sehr fundierte Anleitung zum Thema Nisthilfen parat.

Wer einen Blick hineinwerfen mag – in der Imker-Bibliothek der Bienen-InfoWabe hat das „Taschenlexikon“ (eher Rucksacklexikon) seinen festen Platz. Kommen Sie doch einfach vorbei, am kommenden Sonntag, 15.05.2015 haben wir von 14 – 17 Uhr am Bienenweg 1 in Bamberg geöffnet. Und falls Ihnen das nicht reichen sollte und sie sich aus guten Gründen festlesen – weitere Öffnungszeiten siehe unter Aktiväten und Termine.

Tusch!!! Nummer 100 für die Imker-Bibliothek!

Jubiläumszugang: Literatur zu Bienen und Imkerei in der Bienen-InfoWabeBienen, Imkerei, Honig und Bienennebenprodukte sowie Natur (Schwerpunkt Pflanzen) – für alle unsere vier Hauptbereiche haben wir wieder neue Literatur angeschafft. Dabei kommen wir auf die stolze Zahl von 100 Einzeltitel unserer Imker-Bibliothek. Ein Grund zu Feiern, wie wir finden.

Mit im Korb sind Neuauflagen („Das große Buch der Bienen“, Wildbienen – die anderen Bienen“, „Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten“, „Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft“), eine Faksimileausgabe, also ein Nachdruck („Das alte Zeidelwesen in den Nürnbergischen Reichswaldungen“ von 1870) und ein immer noch charmantes Kinderbuch („Alles über Bienen“, ab 4 Jahre), das bereits als „modernes Antiquariat“ gehandelt wird. Doch auch zwei Neuerscheinungen („Bienenwachswerkstatt“ und „Die Intelligenz der Bienen“ und ) haben es auf unsere Wunschliste geschafft.

Letzteres – von den Autoren Randof Menzel und Matthias Eckoldt – ist etwas für anspruchsvolle Geister, schreibt es doch ein Stück weit Wissenschaftsgeschiche in Sachen Bienenforschung. Man möchte es in einem Rutsch durchlesen, auch, wenn man nicht alles bis ins letzte Detail sofort begreift, sofern man nicht Biologie studiert hat. Aber auch für naturwissenschaftlich Unbeleckte gibt es genug Spannendes und Interessantes, um am Ball zu bleiben. Perfekt für ein langes, verregnetes Wochenende, wenn man ohnehin nicht zu seinen Bienen gehen kann.

Ankucken und / oder Ausleihen – so geht’s

Ihr könnt alle Medien der Imker-Bibliothek in der Bienen-InfoWabe einsehen. Einige davon sind unter bestimmten Voraussetzungen ausleihbar.

Dazu muss man wissen: Eigentlich sind es drei Sammlungen bzw. Biblbiotheken, die wir in einem Raum beieinander stehen haben. Doch weil sie verschiedenen Institutionen gehören (IBZV-Bücherei | Bamberger Schulbiene (Medienrucksack) | Privatbestand der Initiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ (BLIB) ), ist eine Ausleihe nach Hause nur eingeschränkt möglich. Wer darf ausleihen?

  • Die Titel aus dem Medienrucksack (BSB) und aus unserem Privatbestand (BLIB) sind für die IBZV-Mitglieder UND für unsere Bienenpatinnen und -paten sowie unsere ERBA-Nachbar(inn)en (IKu Bamberg, Kleingartenvereine, Universität …) ebenfalls ausleihbar, sofern wir sie nicht aktuell für den Schulunterricht benötigen. Denn die Medien wurden z. T. über Spenden im Rahmen der „Bamberger Schulbiene“ von unserer Initiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ angeschafft. Übrigens sind einige Titel in Klassensatzstärke, also bis zu 33-mal, vorhanden.
  • Ausleihkosten entstehen keine. Für einige Titel erheben wir allerdings ein Pfand. Und über eine kleine Spende freuen wir uns außerdem. Was wir damit anschaffen, dürfte wohl klar sein 😉

Vorschau zur BIWa-Sonntagsöffnung am 01.05.2016

Die nächste BIWa-Sonntagsöffnung findet am 01.05.2016 statt. Die ersten beiden Stunden (14.00-16.00 Uhr) haben wir ein „Offenes Haus für alle“. Im Anschluss gibt es wieder einen Vortrag, der für etwas ältere Kinder und für Erwachsene gleichermaßen interessant sein wird. Hier die Details:

Bastelspaß Pappteller- Blumenwiese14.00 – 16.00 Uhr  |  Offenes Haus für alle:
Sehen, Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören, Fragen, Rätseln, Basteln, Malen, Lesen, Spielen, Lernen … rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.
Für wen? Ohne Altersbeschränkung
Kosten? Keine, außer Bastelmaterial und Kopien gegen Spende
Bastelspaß heute: Pappteller-Blumenwiese „Bienala“

Bastelspaß Pappteller- BlumenwieseDas Material halten wir für euch parat. Die Teller können entweder bemalt oder mit Krepppapierblüten beklebt werden. Je nach Alter also von babyleicht bis anspruchsvoll. Die Bienen auf diesen Fotos sind natürlich auch schon alleine recht schick. Das kann man sicher aber auch einfacher gestalten. Lasst euch doch etwas einfallen!

Der Schwerpunktvortrag „Bienen“

Logo für das Schwerpunktthema: BIenenReinhold Burger, Bienen-leben-in-Bamberg.de16.00 – 17.00 Uhr  |  Haben Bienen Ohren? Erstaunliches und Tiefblickendes zu Bienen.
Was wissen wir über den Bienenkörper? Insekten haben (immer?) 6 Beine … Bienen haben zwei (oder doch vier?) Flügel … Wildbienen sind (meistens?) kleiner als Honigbienen … Honigbienen und Schlangen haben etwas (oder nichts?) gemeinsam … Erstaunliches in Wort, Bild und unterm Mikroskop.
Für wen? Ohne Altersbeschränkung
Referent: Reinhold Burger, Imker, Initiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de“

Im Anschluss ist sicher noch etwas Zeit für spezielle Fragen. Was wir selbst nicht wissen, das schlagen wir für euch in unserer Imker-Bibliothek nach. Darin könnt ihr natürlich während der Öffnungszeiten auch selbst blättern.

Logo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa) Bienen-InfoWabe (BIWa) zur KirschblütenzeitWo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, Bamberg (Erba-Park, Nähe Schiffsanlegestelle) (Karte).