Vortrag Ilona Munique zur (Bienen-)Demokratie und Schwarmschlauheit

Historisches Wohnhaus in Verden (Aller)Tatsächlich: Verden verblüfft. Die Kreisstadt (rund 27.000 EW) liegt bei Bremen, und hätte es die Einladung von Peter Steffens, dem Vorsitzenden des dortigen Imkervereins nicht gegeben, uns wäre glatt etwas entgangen.

Innenansicht Dom in Verden (Aller)Ein entzückendes, historisches Städtchen mit lutherischen Gotteshäusern und einem Dom (!), die staunen machen. Okay, meinen Vortrag „Demokratie und Schwarmschlauheit – können wir von Bienen lernen?“ habt ihr vielleicht verpasst, doch Verden solltet ihr euch wirklich einmal vornehmen!

Rittergut HöhnischNun aber hier einen Einblick in die ersten Minuten des (mit Fragen und einer kleinen Pause) rund zweistündigen Vortrags vom 05.09.2017 im Rittergut Hönisch, den rund 40 Teilnehmende folgten.

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Vortrag Ilona MuniqueZugegeben. Vergleiche zwischen Tier und Mensch hinken immer ein wenig. Doch oft genug machen sie einfach Spaß und zumindest helfen sie dabei, sich zu reflektieren und die eigene menschliche Einstellung und Position herauszuarbeiten. Wie Walther Rathenau einmal sagte: „Denken heißt Vergleichen“.

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Napoleonisches Wappen von BremenEinen prominenten Vergleich von einem Bienenstaat mit dem Menschenvolk zog in quasi „jüngerer“ Zeit Napoleon, der die Biene sogar in seinem Mantel trug. Die Biene stand als Wappentier für Fleiß, Arbeitseifer und Ordnung. Wir finden sie noch heute in verschiedenen Wappen wieder.

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Städtenamen hingegen wie Immen, Immendorf, Immenhausen und Immenstadt im Allgäu, deren alte und manchmal auch neue Wappen eine oder meist mehrere Bienen sowie einen Bienenstock ziert, weisen den mittelalterlichen Begriff „Imme“ aus, aus dem sich der Begriff „Biene“ herausentwickelt hatte.

Sind nun Immenstadt & Co. deswegen demokratischer als andere Städte? Sicher nicht. Womit wir beim zweiten Gegenstand des Vortrags wären: Demokratie. Oder wie in etlichen Zitaten zu lesen ist: Wahre Demokratie – als wäre eine Steigerung möglich oder eine Differenzierung nötig. Ist es das? Ist eine Steigerung von Demokratie möglich? Ist eine Differenzierung möglich?

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Inwieweit Menschen also den Begriff „Demokratie“ für sich persönlich verstehen, sei dahingestellt. Denn rein von Grundgesetz und Verfassung her gibt es an der Ausführung der Demokratie an sich wenig zu deuteln. Dennoch wird viel missinterpretiert, wovon immerhin Rechtsanwälte finanziell profitieren.

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Gäste und Mitglieder des Imkervereins VerdenNun ja. Die Qualität einer Stimme ist für uns Menschenvolk durchaus von Bedeutung. Leider ist erwiesen, dass menschliche Gruppenintelligenz sich am schwächsten statt am stärksten Glied orientiert. Doch einem „Worst case“, also den schlechtesten oder den ungünstigsten (anzunehmenden) Fall durch eine zu hohe Anzahl an „schlechten“ Stimmen entgehen wir HEUTE in Europa zumeist mit Hilfe weiterer demokratischer Instrumente.

Zu nennen sind das Bürgerbegehren oder auch das Vereinswesen, das der Lobby der Industriemächte zuweilen die Stirn zu bieten vermag, wie erst jüngst durch das (leider kurzzeitige) Neonikotinoid-Verbot und die Glyphosatdiskussion samt seiner heuer erfolgreich an den Start gegangenen Europäischen Bürgerbegehrens bewiesen wurde.

Hier zeigt sich denn auch wieder einmal, dass Demokratie nicht gleich Demokratie ist. Ob „direkte“ oder „repräsentative“ Demokratie – die Ergebnisse in derselben Sache können sich – je nach Adjektiv – stark voneinander unterscheiden. Aktuell bietet die Türkei ein gutes Beispiel für die unterschiedlichen Auffassungen und Ausführungen von Demokratie. Es hat jedoch starke Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben miteinander und auf persönliche Lebensumstände. Durchaus können sie sogar für den Einzelnen lebenswichtig sein.

Öffentlicher Vortrag des Imkervereins VerdenFür Bienen hingegen hat die Qualität einer Stimme, die sie z. B. beim Schwärmen zu einer neuen geeigneten Behausung führen soll, IMMER eine Gewichtung über Leben und Tod des Volkes.

[Ende des Einblicks]

Vortrag-Ilona-Munique-Bienendemokratie-Schwarmschlauheit (Folien, PDF)

Minis kommen groß raus in der 1a der Lichteneiche-Schule

Schülerinnen und Klassenlehrerin Monika Heller freuen sich über MinibüchleinSchülerinnen blättern im Minibüchlein„Schau doch mal, die Königin!“ und „Was ist das für ein komischer Bienenmensch?!“ riefen die Schülerinnen und Schüler aufgeregt und blätterten fasziniert in dem kleinen, aber feinen-Mini-Büchlein, welches wir ihnen zum Abschluss unseres Nachhaltigkeits-Besuches am 22.07. am schenkten.

Schüler erhalten MinibüchleinSchüler erhalten Minibüchlein„Bienen – eine Wunderwelt“, so der Titel, fand in der Klasse 1a der Lichteneiche-Schule Memmelsdorf großen Anklang, bei den Mädchen genau so wie bei den Buben. Eine Seite Text, eine Seite Bild – und noch immer sind die Fotos einer schlüpfenden Königin oder eines schwarmbesetzten Feldzaunpfostens, der aussah wie eine bienenbesetzte Gestalt, spektakulär, obgleich es die vom DIB herausgegebene Mini-Broschüre bereits recht lange schon gibt.

Neben dem Schulbienen-Unterricht ist weiterführende Literatur ein weiterer Baustein, um Antworten auf Fragen wie diese zu geben:

  • Können Bienen rülpsen?
  • Welche Blumen sollen wir im Garten pflanzen?
  • Können sich Bienen umziehen?
  • Warum sind Bienen gelb/schwarz gestreift?
  • Gibt die Königin Befehle?
  • Wer sind die Feinde der Bienen?
  • Ist Dünger schädlich für Bienen?
  • Schlafen Bienen und wenn ja, wie lange?
  • Wie klein ist eine Biene?
  • Aus was besteht eine Biene?
  • Können Bienen sprechen und lesen?
  • Weinen Bienen?
  • Streiten Bienen?

Schüler erhalten MinibüchleinAlle 18 Erstklässler durften je eine Frage stellen. Doch viele Kinder hatten mehr als nur die eine. Die Gewitzten stellten sie sogleich im Doppelpack.

Wir hätten Stunden bleiben können, so spannend fanden ausnahmslos alle die Thematik. Das ging sogar soweit, dass ein Bursche bei unserem Anblick, als wir in den Klassenraum eintraten, uns einen schmollend-grummeligen Blick zuwarf. Er hoffte nämlich, dass wir den Abholtermin des Medienrucksacks versäumen würden. Denn er hätte sein Buch „Die Honigbiene“ gerne länger behalten. Selbstverständlich ließen wir da mit uns handeln und gaben dem wissbegierigen Kind eine Verlängerung, ebenso einem zweiten Kind, welches die Gunst der Stunde sofort zu nutzen wusste.

Spenden für Medien Klassensätze

Wie gut, dass wir von drei Titeln jeweils einen Klassensatz ausgeben können. Von einem Titel sogar zwei, was bei den häufig gewünschten Doppel-Veranstaltungen notwendig wird. Hier möchten wir gerne noch weiter aufstocken, Spenden sind dazu immer willkommen. Ein Sachbuch über „Bienen, Wespen und Ameisen“ aus der Reihe „Was ist was?“ in einer Auflage von 32 Stück für die älteren Schuljahrgänge wäre hoch willkommen.

Denkbar ist dabei ein Aufkleber der edlen Spender im Buch, um zu zeigen, dass es erwachsene Freunde der Bienen und der Kinder gibt, die mit Sorge dafür tragen, dass es unserer Welt auch in Zukunft gut geht!

Schüler der 1a Lichteneiche-Schule MemmelsdorfDie 1a mit Klassenlehrerin Monika Heller jedenfalls bedankte sich für unseren Einsatz mit einem Lied, in der selbstverständlich eine Biene vorkam („Das Lied über mich“ von Volker Rosin). Wie sehr sich die Klassengemeinschaften über unser Kommen freuten, erfuhren wir von unserer Bienenpatin Sabine Saam, die uns vom Eintrag in den Abschlussbericht der Lichteneiche-Schule berichtete, in der ihr Neffe Johannes geht. Sabine hatte den damaligen Besuch in der 1c eingefädelt und dafür gespendet. Nun hat die Schule den „Bienen-Virus“ eingefangen und wird ihn hoffentlich nie wieder los!

Auszug Abschlussbericht Lichteneiche-Schule Memmelsdorf zum Bamberger SchulbienenbesuchAuszug Abschlussbericht Lichteneiche-Schule Memmelsdorf zum Bamberger Schulbienenbesuch(Aktualis. 3.8.15)

Voneinander Lernen mit der 1b Lichteneiche-Schule

Schüler liest aus Fragentafel Fragen vorDie Klassen 1b und 1a der Lichteneiche-Schule in Memmelsdorf vor den Toren Bambergs hatten sich zwischenzeitlich ihre Fragen gut überlegt. Am 22.07., also zwei Wochen nach unserem Schulbienen-Unterricht, stellten wir uns aus Anlass der Abholung des an die Klasse entliehenen Medienrucksacks ihren Fragen.

Die Klasse 1b hat sich seit unserem Besuch am 16.07.15  intensiv nach- bzw. vorbereitet. Klassenleiterin Jutta Wittko griff dabei tief in ihre pädagogische Didaktik- und Methodenkiste. Anreize auch für uns, die wir unseren Bloglesenden nicht vorenthalten möchten. Denn „Voneinander-Lernen“ ist das beste, was einem widerfahren kann – und das gilt auch für uns beide Schulbienen-Imker!

Tafelbilder und Printmaterial

Sorgfältig und klar – einfach schreiben ist gar nicht so einfach, wie es hier bei den Tafelzeichnungen von Jutta Wittko aussieht! Zur Ergänzung hat sie außerdem Plakate und Zeitungsberichte mitgebracht.

 Lernplakate

Lerntafel der 1b, Lichteneicheschule MemmelsdorfJede Schülerin und jeder Schüler erstellte zu all diesem Input der letzten Wochen ein Lernplakat. Es war übrigens ihr erstes dieser Art, was man kaum glauben mag, sieht man die Ergebnisse. Alle 20 Plakate stellen wir in Kürze in einem eigenen Weblogeintrag vor – seien Sie gespannt!

Fragetafel

Schüler liest aus Fragentafel Fragen vorFragetafel der 1b, Lichteneiche-Schule MemmelsdorfAus den vielen  Fragen zum Thema Bienen, die sich in der 1b ergeben hatten, wurden 14 ausgewählt. Diese fein säuberlich geschriebenen und ausgedruckten Fragen montierte Frau Wittko in einer Fragetafel. Ein Schüler las stellvertretend die hinter einzelnen Holzstempel verborgenen Fragen nach und nach vor, und wir standen Rede und Antwort.

Schüler liest aus Fragentafel Fragen vorDas waren die Fragen der 1b:

  1. Wie entsteht ein Ei in der Königin?
  2. Warum sterben Bienen nachdem sie gestochen haben?
  3. Wie entstehen Waben?
  4. Was machen die Bienen im Winter?
  5. Wie entsteht die erste Wabe?
  6. Wie entstehen Bienen?
  7. Wie kommt der Stachel an die Biene?
  8. Welche Blumen mögen Bienen im Garten?
  9. Wo finden Bienen Nektar, wenn die Wiesen gemäht sind?
  10. Wie wird Nektar gemacht?
  11. Was machen Bienen an einem frostigen Wintertag in ihrem Stock?
  12. Aus was besteht eine Biene?
  13. Wann machen die Bienen Honig?
  14. Wie kann die Biene Honig machen?
  15. Wo wohnen die Wildbienen?

Dekomalerei im Flur der Lichteneiche-Schule MemmelsdorfZum Ende erhielten alle unsere Mini-Broschüre und versprachen, gerne wiederzukommen. Doch zunächst ging’s noch die Klasse 1a, um auch dort unseren „Nachhaltigkeits-Besuch“ abzustatten.

Dazu morgen mehr.

Mit Bücherwissen imkern lernen?

Anlässlich unserer frisch angelegten Literatur- und Linkliste ein klares „Doch, das geht“. Oder sagen wir lieber: „Geht auch!“

Den ersten Zugang zur Imkerei erfuhren wir über Einsteigerliteratur. Gekauft ohne vorherige großangelegte Recherchen, ohne Empfehlungen, einfach, was gerade im Buchhandel im Regal stand. Zwei Bändchen: „Süßes Hobby Imkerei“ und „Die Honigbiene“, letzteres gerade einmal 126 Seiten dünn, noch dazu im A5-Format, beide jedoch mit richtig viel Bildern drin.

Damit also fing’s an. Weihnachten dann die frische Neuauflage „Einfach imkern“ des Honigpabstes, Dr. Gerhard Liebig. Begleitet wurde die theoretische Textlastigkeit von einem Imkerkurs, den wir Anfang 2011 begonnen hatten. Unser Imkervater Klaus gab uns zum Ende des Kurses die Monatsbetrachtungen von Dr. Pia Aumeier, die in so manchen Punkten ein Gegengewicht zur althergebrachten Imkerei bildete. Damit waren wir wohl grundlegend ausgestattet, um die Praxis folgen zu lassen.

Ich darf’s ja nicht beschreien, doch bisher sind uns noch keine Völker verlustig gegangen. Wir lesen, theoretisieren, verwerfen, greifen erneut auf, sind uns mal einig, mal nicht, und dann haben die Bienen doch auch selbst wieder etwas mitzusummen, ob wir das nun verstehen oder nicht. Sowohl ein absolutes „Chaotenvolk“ als auch ein „Lehrbuchvolk“ haben uns überrascht. Und wir konnten nur noch mit gesundem Menschen- bzw. Bienenverstand den Verlauf beobachten und entsprechend eingreifen bzw. auch einfach einmal sein lassen. Am Ende war das eine Volk stärker, gab jedoch weniger Honig und bildete mindestens zehn Weiselzellen in einer Woche aus. Die anderen waren schlicht nicht zu pflegen (Wabenwildbau durch verrutschte und unregelmäßige Rähmchen bei der Volkübergabe), jedoch äußerst erntereich.

Den Bienenverstand brauchen wir also immer. So gesehen war das dünnste Bändchen „Die Honigbiene“ – zumindest für mich – das allerwichtigste Buch. Wann immer ich nicht mehr weiter weiß, versetze ich mich in den flaumigen Kopf einer Biene je nach ihrem Entwicklungsstand. Mütterliche Instinkte tragen ebenso bei wie das Gefühl für den Rhythmus der Natur, den wir beide glücklicherweise noch nicht verloren haben, unseren Wanderausflügen sei gedankt.

Lesen, Zuhören, Nachmachen, Erfahrungen sammeln … Lernen, Umdenken, Neudenken, Andersdenken, … Akzeptieren, Ausprobieren, Mutigsein, Seinlassen, Hoffen … letztendlich ist die Imkerei ein wildes Abenteuer im Kleinstformat für Biene UND Mensch!