Dengeln und Sensen mit Josef „Jupp“ Schröder …

Parade verschiedener Sensen… und mit Alex aus Oberlangheim bei Lichtenfels sowie über 30 Interessierten – nullkommanix waren unsere Blühareale abgemäht! Ja, ist schade. Doch für diesen wichtigen Sonntags-Workshop am 06.08.2017 war’s das wert. Wächst ja wieder. Man muss dabei gewesen sein, anders lassen sich die Vorgänge schlecht erklären. Vielleicht noch mit Bildern und Filmmaterial. Letzteres wird nachgereicht, wenn die Urlaubszeit vorbei ist. Versprochen.

Demonstration der SensenführungWarum wir diesen Workshop angeboten haben, liegt auf der Hand. Wir propagieren bienenfreundlichen Bewuchs, was bedeutet, dass dieser eine Höhe erreicht, mit der ein normaler Rasenmäher nicht mehr zurecht kommt. Also Sense raus und – wie schön! – lärmneutral ein- bis zweimal im Jahr abgeerntet. Außer, man möchte Kleewiesen haben, die auch eine prima Bienenweide sind. Da darf man ruhig 4-5 mal im Jahr ran. Am besten, die Areale sind feucht, so schneidet es sich besser.

Schärfen der Sensenklinge (Sensenblatt)

Das Dengeln

Nicht wirklich lärmneutral allerdings ist das Dengeln. So ab 20 Betriebsstunden – sagt der Alex, der uns das äußerst professionell gezeigt hat – ist es nötig, das Sensenblatt wieder zu begradigen. Mittels eines rundlichen Hammers wird behutsam und ohne Dellen Material in die Schneidenkante ausgetrieben. Aber keinesfalls übertrieben! Ein paar Millimeter müssen Luft bleiben. Sowohl zwischen dem Blatt und der Auflagefläche (Amboss) als auch zwischen Hammerschlag und unterem Ende des Klingenbogens. Sonst wird die Klinge mit der Zeit zu dünn.

Am Klang sollte zu erkennen sein, ob das Blatt scharf genug ist – sagt der Jupp. Josef Schröder demonstriert es mit einem raschen Schwung auf der Betonfläche der Bienen-InfoWabe. Tatsächlich, es ein heller, hoher Ton erklingt. Nach etwa 20 Minuten des Sensens – je nach Bewuchs und Schnelligkeit – wird das Sensenblatt mit einem Schleifstein beidseitig nachgeschärft.

Demonstration des DengelnsEbenfalls am Klang erkennt man, ob man richtig dengelt. Aber das hört ihr noch im Film, den ich gerade aus Kapazitätsgründen nicht hochladen kann. Wie gesagt, wird nachgeholt. Jedenfalls war’s sehr, sehr lehreich und kurzweilig. Die angesetzte Stunde hatten wir gehörig überzogen, bis 18.30 Uhr waren die letzten von dannen gezogen. Dass sich die Referenten nebst Anhang (Danke, Tina und braver Wuff!) so lange Zeit für uns genommen hatten, war super nett, herzlichsten Dank dafür! Das betonten auch die Gäste, die sogar aus Coburg und Nürnberg anreisten.

Ein Zitat spricht Bände: „Wenn ich das alles früher gezeigt bekommen hätte, hätte ich mir ein Leben lang viel Mühe erspart!“

Ankündigung Sensenkurs im Erba-Park Bamberg

Josef "Jupp" Schröder, GartenexperteAm So., 06.08.2017 findet von 16.00 – 17.00 Uhr ein Sensenkurs im Erba-Park statt. Sie erfahren, auf was man beim Sensenkauf achten sollte, wie sie einzustellen und zu bedienen sind. Referent ist Josef „Jupp“ Schröder, Autor der „Gartentipps“ im Fränkischen Tag / infranken.de und ehemaliger Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege in Lichtenfels.

Wer nur ein- bis zweimal pro Jahr mäht, weil’s bienenfreundlich sein soll, greift am besten zur Sense. Referent Josef „Jupp“ Schröder, Autor der „Gartentipps“ im Fränkischen Tag verrät, auf was beim Dengeln und Sensen zu achten ist. Bereits beim Kauf sollte auf die Qualität der Sense geachtet werden. Sodann spart die richtige Winkeleinstellung des Holmens und eine gute Technik viel Kraft und Mühe. Der Umgang mit der Sense kann sogar gesundheitlich vorteilhaft sein, da der gesamte Körper einbezogen wird. Ausprobiert wird das Sensen an kleinen Flächen rund um die Bienen-InfoWabe im Erba-Park. Sensen sollten mitgebracht werden, die vorhandenen werden abwechselnd genutzt. Der Kurs ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Logo für das Schwerpunktthema Natur der Bienen-InfoWabeVorab heißt es in der Bienen-InfoWabe von 14.00 – 16.00 Uhr  |  Offenes Haus für alle rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer hat, bringt seine Sense gerne mit. Der Kurs ist kostenlos, freuen uns jedoch über eine kleine Spende.

Treffpunkt ist die Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park).

Sensenkurs mit Gartenexperte Jupp Schröder

9685-Blumenwiese-Jupp-SchroederBienen brauchen Blühendes, ganz klar. Nicht so klar hingegen ist es für uns moderne Menschen, wie man ohne Maschineneinsatz eine Wiese pflegt. Das Sensen von Hand ist die Alternative, wenn man weder die Sonn- oder Feiertagsruhe stören möchte oder einfach keinen Fuhrpark anschaffen kann und will. In jedem Alter ist Sensen möglich, sofern der Körpereinsatz klug vonstatten geht.

9667-Sensenkurs-Jupp-Schroeder16Jupp Schröder, den Fränkische-Tag-Lesenden als Gartenexperte mit eigener Rubrik kein Unbekannter ist, weiß, wie’s geht und lud zum 11. Mai auf sein großes Grundstück nach Burgstall bei Hochstadt/Main ein.

9659-Sensenkurs-Jupp-Schroeder16Der ehemalige Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau im Landkreis Lichtenfels sammelte an einem der seltenen regenfreien Tage eine Schar von etwa 40 Interessierten um sich, die zumeist ihre eigenen Sensen mitbrachten. Erläutert wurden folgende Eckpunkte, die es im Sinne einer fachgerechten Mahd unter schonendem Körpereinsatz zu beachten gilt:

A. Vorbereitung des Sensens

  1. Einstellung der Griffe nach Körpergröße – sofern die Sense über einen verstellbaren Griff verfügt.
  2. Auf alle Fälle muss das Sensenblatt in der richtigen Position stehen, also nicht vertikal waagrecht, sondern zwei Fingerbreit unterhalb des gemerkten Punktes der Waagrechte (Sensenspitze zu Sensenansatz am Stiel). Wer das jetzt nicht verstanden hat, kommt zu uns in die Bienen-InfoWabe und lässt es sich erklären. 😉
  3. Schärfen der Sensenklinge mit den Schleifstein, der beim Sensen mitgeführt wird. Das Schären sollte etwa all 5 Minuten erfolgen und verhindert ein „Rupfen“ der Halme, was einen besseren Nachwuchs zeitigt.
  4. Dengeln, also das Austreiben der Schneide durch Hämmern, damit diese wieder scharf wird, ist hingegen nach Bedarf fällig, also wenn das einfache Schleifen nicht mehr wirkungsvoll genug erscheint.
  5. Zum Dengeln benötigt man einen Hackstock (Baumstamm) sowie einen Amboss, den es in verschiedenen Ausführungen gibt. Für den einfachen, abgerundeten Amboss braucht es einen Rundhammer. Der etwas raffiniertere Amboss besitzt einen oberen Aufsatz, der in das untere Eisenteil eingesteckt wird. Zwischen beiden Teile wird die Schneide geführt. Auf den Aufsatz erfolgt sodann der Schlag mit einem haushaltsüblichen Schlosserhammer.
  6. Die Sensenschneide wird nur auf einer Seite gedengelt, geschliffen hingegen wird beidseitig.

B. Ausführen des Sensens

  1. In einer möglichst aufrechten Positions wird die Sense dicht über den Boden in einem Halbkreis geführt.
  2. Man beginnt geradewegs vor dem Körper und schwingt sodann in einem flach AUF dem Boden gleitenden, horizontalen Bogen nach hinten. In der Regel also von vorne nach links hinten.

C. Nach dem Sensen

… gab’s einen von Jupp Schröder selbst gekelterten Apfelsaft. Dass man seine Sense wieder reinigt und eventuell mit einem Korrissionsschutzmittel, zum Beispiel „Ballistol“ einreibt, vesteht sich von selbst.

Nach dem Kurs wissen wir nun, auf was wir beim Sensenkauf achten müssen und fühlen uns der Pflege künftiger Bienenparadiese gewappnet. Nachdem der Kontakt mit Jupp Schröder nun endlich hergestellt ist und er uns versprochen hat, im Rahmen unseres Programms der Bienen-InfoWabe in 2017 als Vortragender zu erscheinen, hoffen wir auf noch mehr mutige Menschen, die sich dem Einheitsgrün ihrer (Vor-)Gärten und Flure zu Gunsten tier- und menschenfreundlicher Ansaaten entledigen möchten.

Übrigens: Literatur und Informationen zu Ansaaten finden Sie in der Bienen-InfoWabe. Wir freuen uns auf Ihr Interesse – und auf Jupp’s Gartentipps „Live aus dem Erba-Park“ 2017!