Bienenpatin Claudia Meyer 2015/2016

Claudia Meyer (rechts) und Ilona Munique bei der Übergabe der Bienenpatenschaft am 14.01.2015

Claudia Meyer (rechts) und Ilona Munique bei der Übergabe der Bienenpatenschaft am 14.01.2015

Seit 2013 bereits ist Claudia Meyer eine Schulbienen-Unterstützerin. Voneinander erfahren hatten wir via Facebook, damals anlässlich der Crowdfunding-Aktion. Nun ist sie seit Dezember 2014 auch im Kreis unserer Bienenpatinnen und –paten angekommen. „Das Wissen, dass Bienen ein total wichtiges Bindeglied in der Natur sind“, so Claudia, hat die selbständige Heilpraktikerin dazu veranlasst. So trafen wir uns am 14.01. in den feinsinnig gestalteten Räumen ihrer Heilpraxis, um mehr über unsere neue Bienenpatin zu erfahren.

Natur und Heilen

„Natur und Heilen zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben“,  stellt die ehemalige Krankenschwester und praktizierende Hebamme fest, die im Dorf „Hechlingen, das kennt eh keiner“ im Fränkischen Seenland groß wurde. Eine kleine, dennoch „in Sachen Natur und Gesundheit erstaunlich gut bestückte Bücherei“ mag dabei eine Rolle auf dem Weg zum großen Thema „Heilen“ gespielt haben. „Den Roman Der Medicus habe ich verschlungen!“, erinnert sich Claudia und spricht davon, dass sie sehr früh bereits den hohen Wert von Gesundheit erkannte und schätzte.

Auf dem Land aufzuwachsen, wo „der Honig aus dem Ort ganz einfach dazugehörte“ und auch der Onkel Imker war, das klingt nach einem guten Lebensstart. „Barfuß lief ich im Morgentau herum, sehr zum Erstaunen meiner Mutter“, so Claudia schmunzelnd über eines ihrer sinnlichen Erlebnisse aus der Kindheit, die sie beizeiten gesucht und für ein gesundes Körperbewusstsein förderlich waren.

Ausbildungsjahre und Familienbildung

Bienenpatin Claudia MeyerDie Schattenseite der Dorfidylle war jedoch eine gewisse Enge, der sie mit 16 Jahren nach Nürnberg entfloh, zunächst als Stationsgehilfin, dann in der Krankenschwesterausbildung. Prägend für ihr anhaltendes soziales und umweltbetontes Engagement war möglicherweise ihre christlich geprägte Wohngemeinschaft in der Südstadt. Es wurde viel gelacht, diskutiert und ausprobiert. Doch noch musste die meiste Zeit in die Ausbildung investiert werden – und die nächsten Jahre hatten es wahrlich in sich!

Der Ausspruch einer Stationsvorsteherin „Claudia, Sie sind keine Krankenschwester, Sie sind eine Hebamme!“ sollte sich als richtungsweisend entpuppen und sie von der Palliativ-Station wegholen, auf der sie häufiger noch eingesetzt war als im Kreißsaal. Ein krasser Gegensatz. So ist sie dankbar über die Chance, die ihr in Erlangen geboten wurde, sich zur Hebamme ausbilden zu lassen. Und das, obwohl sie sich bereits in den Fernlehrgang „Gesundheitspädagogin“ Sebastian-Kneipp-Akademie Bad Wörishofen, eingeschrieben hatte. „Anschließend der Aufbau der Freiberuflichkeit und ganz nebenbei habe ich auch noch eine Tochter bekommen“, ergänzt sie trocken-verschmitzt die beachtliche Bildungsauflistung – die übrigens lange noch nicht beendet ist!

Grüne Stadt und großes Engagement

Schichtdienst im Krankenhaus plus Selbständigkeit im Dienste der Nachsorge von jungen Müttern – nicht jeder Mann kann sich mit beruflich engagierten Frauen arrangieren, ein Beziehungsumweg blieb ihr folglich nicht erspart. Um die Jahrtausendwende zog sie nach Stegaurach, um nach einer kurzen, jedoch familiär sehr anspruchsvollen „Patchwork-Familienzeit“ letztendlich glücklich in Bamberg zu landen, zusammen mit Tochter Sarah. „Ich wollte immer lieber in der Stadt als auf dem Land wohnen, da ist man einfach nicht so abgeschnitten von allem“, erklärte sie ihren Entschluss und ist zufrieden mit ihrer Insellage am Weidendamm, die sie wiederum von einem „Zuviel an Stadt“ bewahrt. „Und in Bamberg ist man auch noch dicht dran an der Natur“.

Hier kann sie ihre „grundsätzlich grün orientierten“ Interessen gut verfolgen. So ist Claudia Meyer seit 2007 im Mütterzentrum Känguruh engagiert und seit 2013 im Vorstand des Familienbeirats der Stadt Bamberg. Dort liegen ihr die Themen „Wählen ab 16 Jahren“, Radverkehr, Ganztagsklassen, Kinderbetreuung und „bezahlbares Wohnen“ am Herzen. Claudia kennen wir speziell von ihrer früheren Beiratstätigkeit im Bürgerverein Bamberg-Mitte (übrigens auch ein Schulbienen-Unterstützer!). Ach ja, und im Interkulturellen Garten Bamberg e. V. sind wir ebenfalls unabhängig voneinander gelandet.

Nach einem Hineinschnuppern in die lokale Parteipolitik stellt Claudia fest: „Mir liegt das praktische Arbeiten einfach mehr, also das direkte, sichtbare und unkomplizierte Umsetzen guter Ideen“. So ist sie in den Reihen der gemeinnützigen Transition-Bewegung wiederzufinden, die in Bamberg derzeit aus 120 Personen besteht. Das bürgerschaftlichem Engagement verteilt sich dabei auf Arbeitsgruppen, wobei Claudia besonders die Gruppen „Energie“ und „Essen vor der Haustür“ am Herzen liegen. Die „Essensretter“ (vertreten durch „Lebensmittelretten Bamberg“) natürlich auch.

Wunsch für die Schulbiene und die Umwelt

Nun, es wundert uns nicht, dass wir uns in Sachen „Umwelt, Soziales und Bildung“ in Bamberg immer wieder über den Weg laufen. Reinhold und ich sind froh darüber, dass unsere Bienen-Initiative Claudias Gefallen findet. Denn das zeigt uns, dass wir in Sachen „konkrete Umsetzung“ auf dem richtigen Wege sind. Die Öffentlichkeitsarbeit, die wir damit verbinden, findet auch Claudias Wertschätzung. Sie selbst mag’s für sich eher zurückhaltend. Dennoch gibt sie uns als Wunsch für die „Bamberger Schulbiene“ mit, „sie möge weiterhin gut brummen und Aufmerksamkeit erzielen, um das Bewusstsein um die Vernetzung des Ökosystems im Hinblick auf den Bestäubungsauftrag der Bienen in der Bevölkerung zu schärfen.“

„Kompensation ist zwar möglich, doch sollten wir das nicht ausreizen, sondern vielmehr unsere Umwelt schonend behandeln, so das Credo unserer neuen „Bienenrettungspatin“, mit deren Beitrag wir eines der Frühjahresschwärme in Bamberg retten werden. Damit kompensieren wir hoffentlich ein wenig das Bienensterben, das uns im vergangenen Jahr doch sehr zugesetzt hat.

Werte und Würde

Zum Schluss möchten wir von Claudia Meyer noch wissen, was sie derzeit in ihrem Leben als besonders wichtig erachtet. „Werte und Würde “, antwortet sie ernst und spontan. „Andere Menschen würdevoll behandeln ist das Mindeste, was man tun kann. Doch sollten wir nicht dabei vergessen, auch sich selbst würdevoll zu behandeln und nicht alles mit sich machen zu lassen.“

Ein würdevoller Umgang mit kranken Menschen ist bei ihrer Berufsausübung selbstverständlich, wie auch eine stetige Fort- und Weiterbildung, ob in Akupunktur (A-Diplom), Homöopathie, in der allgemeinen wie psychotherapeutischen Heilpraxis.

Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, doch ist es sicher nicht im Sinne unserer eher bescheiden auftretenden Heilpraktikerin, all’ ihre Methoden und Kenntnisse aufzuzählen. Fest steht, wir gewinnen mit Claudia Meyer eine Verbündete, die neben dem Bienenrettungsaspekt ebenso die sozialpolitischen Dimensionen sieht und uns sicher manch’ wertvollen Tipp geben kann.

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