Frühjahrsarbeiten (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 2)

Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, FrühjahrsarbeitenModul 2 im Imkeranfängerkurs. Dem Hoch „Peter“, welches Tief „Ilona“ (!) zurückhielt, sei gedankt, denn so war für unsere neuen Imkerkursteilnehmenden ein erster Blick auf die Bienen problemlos möglich. Doch bevor die Tagestemperaturen optimal waren, gab’s im Halbkreis vor dem Lehrbienenstand am Bienenweg zunächst einen gründlichen Sicherheitscheck. Wie verhalte ich mich beim Besuch der Bienen und was sollte ich tun bzw. lassen, um einen möglichst reibungs- und stichlosen Umgang zu pflegen?Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, Frühjahrsarbeiten

Sodann überreichte Ilona den Stab an Reinhold, der die imkerlichen Gerätschaften und den Aufbau des Beutensystems (Zander) samt Rähmchen (Hoffmann, Modifizierte Seitenteile, waagerecht gedrahtet), mit dem wir das Imkern in seiner fränkischen Standardausrichtung lernen. Es gab weitere Tipps, die Ausstattungsmerkmale betreffend.

So ist es für den Beutenboden vorteilhaft, wenn er keinen Zwischensteg aufweist. Der darauf landende Abfall kann von den Bienen nicht erreicht und somit auch nicht gesäubert werden. Hier lauern Gefahren für die Bienengesundheit.Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, Frühjahrsarbeiten

Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, FrühjahrsarbeitenErklärt wurden, wie der Fluglochkeil und das Mäusegitter eingesetzt werden. Das Mäusegitter ist in verschiedenen Maschenstärken erhältlich. Wir empfehlen die mit der geringsten Durchlassgröße. Es versteht sich, dass der Zeitpunkt seiner Entfernung nicht zu spät im Frühjahr sein darf, da sonst der mühsam gesammelte und wertvolle, da eiweißreiche Frischpollen beim Einflug von den Beinchen abgestriffen wird.

Zur Verwendung der Folie verwiesen wir auf unseren Blogbeitrag. Sie ist neben dem hygienisch zu pflegenden Abkehrbesen und der Paletten eines der wenigen kunststofflichen Bestandteile in unserem Arsenal.

Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, FrühjahrsarbeitenDoch natürlich war das Highlight des zweiten Moduls das Herumreichen von Waben. Zunächst eine Honigwabe, deren Gewicht geschätzt werden konnte. Dies auf die Frage, wie schwer denn so eine mit Honig gefüllte Zarge wäre. Sie kam von einer der fünf Lehrerinnen, die mit dem Gedanken an eine Schul-Imkerei liebäugeln. Weiß man das Gewicht einer Wabe, so errechnet sich schnell die Schwere. Klar, dass das Abheben nur zu zweit gehen kann. Doch ohnehin werden die Schulkinder nicht alleine an den Bienenstock hantieren.Brutwabe

Einen zweiten Durchreichevorgang betraf eine mit vielen „Details“ gespickte Brutwabe. Darauf zu erkennen waren offene wie verdeckelte Honigwaben, offene Arbeiterinnen- wie auch Drohnenzellen, also auch Maden in verschiedenen Stadien sowie etlichen ansitzenden Bienen. Dass man dabei behutsam mit den Fingern zwischengehen durfte, stellte eine kleine Mutprobe vor, die alle problemlos meisterten.

Da coronabedingt Teilnehmende fehlten, werden wir im Online-Modul 3 eine kurze Wiederholung der Inhalte vornehmen, außerdem eine bebilderte Ergänzung zur Frühjahrsdurchsicht bieten. Sie bildet eine perfekte Einleitung zum Kapitel Bienengesundheit / -krankheiten.

Frühjahresdurchsicht am Schiffbauplatz: Beobachtung, Analyse, Diagnostik, Maßnahmen

Gewichtskontrolle, ohne Deckel vornehmenEin zur Zeit der Winterbehandlung Anfang Dezember noch sehr starkes und problemloses Volk am Schiffbauplatz fühlte sich bei der ersten Gewichtskotrolle Ende Februar als viel zu leicht an. Wir vermuteten, dass die Bienen durch starkes Brüten oder auch vermehrte Flugaktivitäten bei milden Wintertemperaturen mehr verbraucht hat als sonst. Daher bekam es eine Futterwabe aus einem unserer anderen Völker.

Zusatz einer Futterwabe

Für die Frühjahresdurchsicht am 28.03. im Rahmen der Frühjahresarbeiten brachten wir vorsichtshalber erneut eine Futterwabe mit, denn am vorab durchgesehenen Volk an der Weide war ohnehin eine überflüssig. Beim Anheben der Beute am Schiffbauplatz konnte sodann tatsächlich keine Gewichtszunahme festgestellt werden.

Beim Einhängen der Futterwabe war zu erkennen, dass das Volk kaum Nektar eingetragen hatte. obwohl die Salweide und die Schlehe mittlerweile in voller Blüte steht und auch das Volk des Nachbarstandortes (Weide) bereits viel eingetragen hatte. Es waren auch nur sehr wenige Bienen in der Beute zugange, die zudem ein unruhiges Verhalten an den Tag legten. Also untersuchten wir den unteren Brutraum.

Durchsicht unterer Brutraum – Beobachtungen

Tja, das Ergebnis war nicht erfreulich – viel zu wenig Bienen und nur handtellergroßee Brutnester. Zwar war keine Buckelbrut, angelegt von Drohnenmütterchen als Anzeichen einer Weisellosigkeit zu erkennen. Auch konnte vereinzelte Bestiftung entdeckt werden, die Königin ist also noch aktiv.

Insgesamt stellten wir bei der Durchsicht eine ziemliche Unruhe fest. Doch Kampfspuren von Räuberei waren nicht auszumachen. Räuberei findet größtenteils im Herbst statt, wenn Trachtmangel herrscht und ungefütterte Völker auf die Suche „gehen“. Gegen eine ausnahmsweise im Frühjahr stattgefundene Räuberei, angelockt durch noch nicht verdeckelte Honigwaben, sprach, dass kaum nennenswerte Wachsabfälle zu entdecken waren, ebenso wenig, wie es eben vermehrt tote Bienen gab.

Dafür zeugten etliche gelblich und bräunliche Kotspritzer – gut zu sehen an den Oberkanten der Rähmchen – von einer Verkotung des Stockes.

Analyse der Beobachtung

Könnte die Durchkotung Anzeichen einer Ruhr sein, vom Waldhonig kommen, der im vergangenen Jahr nach der Ernte noch im Brutraum zurückblieb? Aber durch Auffüttern mit Zuckerwasser hätte sich das doch quasi „verdünnt“. Und warum erst jetzt, also nach zu erwartbaren diversen Reinigungsflügen und gutem Nektarangebot? Hatten die Bienen es womöglich durch die vielen zusammenhängenden Kältetage doch nicht rechtzeitig geschafft, „aufs Töpfchen“ zu fliegen? Dies würde auch erklären, warum wir an den Außenseiten des Volkes keine auffälligen Kotspuren gesehen hatten.

Das eher ausgebliebene Frühjahr mit zu wenig Wärmetagen und damit einem witterungsbedingtem Brut- und Flugstop könnte auch auf eine Amöbenruhr hinweisen. Sie ist allerdings seltener und lässt sich erst nach einer mikroskopischen Analyse festmachen.

Eher ist wohl an Nosemose zu denken. Die Bienen entwickeln bei dieser Infektion ziemlich viel Appetit und überfressen sich sozusagen. Schuld daran ist ein Erreger, der den Mitteldarm bzw. die Darmepithel befällt und damit den Stoffwechsel stört. Die Bienen gehen an Schwäche ein. Sie werden von den noch gesunden Bienen aus dem Stock geworfen. Das könnte auch ein Indiz dafür sein, dass sich im Stock selbst weniger tote Bienen befanden.

Bei einem uneinheitlichen bzw. nicht klar zu diagnostizierenden oder bei mehreren Krankheitsbildern wie in unserem Falle kann angenommen werden, dass sich in der Folge der Schwächung durch dem Ersterreger gleich mehrere Krankheiten hinzugesellt haben. Wir tippen daher auf Ruhr in Einheit mit Nosemose, vormals als „Frühjahresschwindsucht“ bezeichnet.

Alles in allem empfiehlt es sich bei dieser Diagnose, das schwache Volk aufzulösen, um eine weitere Verbreitung von Parasiten zu vermeiden. Die Waben sollen nicht mehr verwendet werden, sondern eingeschmolzen oder entsorgt werden. Zur Sicherheit werden wir zudem das Wachs in einem Wachsklärbehälter durch Erhitzen entseuchen.

Unsere Bienenpatin Ruth Vollmar wird in Kürze ein neues Volk erhalten, versprochen!

Fortbildungsangebot

Wer sich für das Thema Bienenkrankheiten interessiert, kann an unserem kommenden Online-Kurs am Sa., 11.04.2020 teilnehmen. Es findet als Modul 3 im Rahmen des kürzlich gestarteten Imkerkurs für Anfänger statt. Als Einzelbuchung kostet es € 30.

Anmeldung und Überweisung bis zur Mittagszeit des Fr., 10.04.20 erbeten. Ein kurzer technischer Checkup findet am selben Abend um 17 Uhr statt. Details hierzu erhalten Sie nach Kontaktaufnahme mit uns.

04.04.20: BLIB-Imkerkurs für Anfänger, Modul 2

Sa., 04.04.20 | 11.00 – 12.30 Uhr

Modul 2: Praxis Frühjahresarbeiten

Logo BLIB-Imkerkurs für AnfängerTotenfallkontrolle, Winterkontrolle der Völker an der Sternwarte,Was? Wir besuchen (vorerst nur virtuell) ein Bienenvolk und besehen uns den Aufbau einer Bienenbeute. Erläutert werden Totenfall, Funktion von Mäusegitter und Fluglochkeil. Nach dem Sicherheitscheck kontrollieren die Futterwaben und setzen den Brutraum auf und einen Drohnenrahmen zur Varroaprophylaxe ein.
Wo? Bienen-InfoWabe (BIWa) – Adresse und Daten unter dem angegebenen Link.
Online-Kurs. Sie erhalten einen Link nach Ihrer Anmeldung bei uns.

Kosten, Anmeldung und Programm?
€ 280,- für 12 Module, Details siehe BLIB-Imkerkurs-Anfänger2020 (PDF) sowie Zusatzprogramm Honigschleudertage-Termine20

Und sonst? Bitte installieren Sie auf Ihrem Computer den Browser Chrome bzw. auf ihrem Mobilgerät die App Jitsi Meet.

Gehaltvoller Kurs mit Ableger bilden und umsetzen, Königin zeichnen und Drohnenbrutschneiden

Kursteilnehmende bei der WabenbeschauungIm Praxisteil des BLIB-Imkerkurses für Anfänger erläuterten wir das Aufsetzen des Honigraums und dämpften den Schwarmtrieb durch Ablegerbildung. Für einen Ableger werden benötigt:

  • 1 Zarge mit Boden und Deckel
  • 1 Brutwabe mit Larven in verschiedenen Stadien (Position am Zargenrand)
  • 1 leere Mittelwandwabe (Position Mitte)
  • 1 Futterwabe (Position 3)
  • genügend adulte Bienen, um die Brut warm halten zu können
  • Transportsicherung (2 Pinnädeln, damit die Waben in der Zarge nicht verrutschen)
  • Spanngurt

Schrittfolge Ablegerbildung

Umsetzen eines Volkes

Teilnehmerin am Imkerkurs mit WabeDa der Kursteilnehmer Christian Schwarzenberger einen gekauften Ableger am Bienenweg beherrbergte, entsprachen wir gerne seinen Wunsch, diesen gemeinsam in seine vorbereiteten, hübsch farbig bemalten Beuten umzusetzen.

Nach Umsetzung orientieren sich die Bienen neuSehr schön ließ sich im Anschluss beobachten, wie die umgesetzten Bienen ihr neues, buntes Zuhause in Augenschein nahmen, um es nach ihren Sammelausflügen auch wieder finden zu können.

Königin zeichnen

BienenköniginWeiselzellen waren noch bei keinem Volk zu entdecken. Doch dass wir bei Christian die Königin entdecken und markieren durften, war ein ungeplantes Highlight. Heuer ist zwar die Farbe Grün dran, doch Christian wählte stattdessen Rot, da seine Königin im vergangenen Jahr geboren wurde. (Korr. 26.4. 16 Uhr). Der Stempel, mit dem wir sonst arbeiten, um möglichst den direkten Kontakt zur Biene zu vermeiden, ließ sich akut nicht auffinden. Daher nahm Reinhold die Königin ausnahmsweise doch vorsichtig zwischen die Finger und tupfte den Farbfleck auf ihren Panzer.

Die Vorteile eines Stempels liegen auf der Hand: Keine Kontaminierung mit menschlichen Gerüchen, die die Arbeiterinnen womöglich daran hindern, ihre Königin wiederzuerkennen, und längere Trockenzeit für die Farbe, die nämlich sonst sofort wieder heruntergeputzt werden würde.

Drohnenbrut schneiden

Zum Schluss fand sich noch Gelegenheit, bei ein paar „Überminuten“ des zweistündigen Kurses eine Drohnenbrut zu schneiden. Das Entfernen des mit männlichen Larven und Puppen behausten Rähmchens nimmt den Varroendruck vom restlichen Volk, was sich langfristig positiv auf die Volksentwicklung auswirkt, so unschön die Tätigkeit auch ist.

Am 27.04. geht’s weiter mit Modul 5 und der Schwarmverhinderung.

P. S.: Auch nach bereits erfolgtem Start des BLIB-Imkerkurs für Anfänger ist ein Einstieg in jedes neue Modul jederzeit möglich. Die Dauer des Kurses beträgt immer 10 Module und richtet sich nach der Modulnummer Ihres Einstiegs. Ein zweites Jahr kann bei Terminproblemen kostenfrei angehängt werden.

Fotogalerie Imkeranfängerkurs Modul 3

Sternwart-Patenbienen im Frühjahrsglanz

Patenbienen Michael Alt, Sternwarte BambergLieber Michael, liebe Lis,

euren Patenbienen an der Sternwarte Bamberg geht es glänzend! Vor einer Woche waren wir sie begutachten. Dabei setzten wir einen Drohnenrahmen ein und einen Honigraum auf und brachten eure Namensschilder (erneut) an.

Bienenstandort Sternwarte Bamberg

Radaranlage Sternwarte BambergDie Radarantenne auf dem Sternwart-Gelände möge euch nun schnell noch unseren Wunsch an euch zu einem FROHEN OSTERFEST senden und wir hoffen, euch bald einmal (wieder) zu sehen. Vielen Dank für euere Bienenpatenschaften!

Ilona und Reinhold

Fotogalerie Patenbienen Lis Bischof

Fotogalerie Patenbienen Michael Alt

 

Honigraumerweiterung, Ablegerbildung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger, 3. Modul)

Das Jahr nimmt Fahrt auf, für Bienen wie Mensch! Wir und unsere Kursteilnehmende nutzen das Osterwochenende für das Vorankommen im Anfängerkurs.

Sa., 20.04.19  |  10.30-12.00 Uhr

Blick in die frisch erstellten Ablegerzarge3. Modul: Honigraumerweiterung, Ablegerbildung

Was? Die Blüte ist im Gange und die Bienen tragen wie verrückt Nektar ein. Es wird eng im Brutraum! Daher setzen wir in diesem Praxisteil den Honigraum auf und dämpfen den Schwarmtrieb durch Ablegerbildung.
Wo? Bienen-InfoWabe (BIWa) – Adresse und Daten unter dem angegebenen Link.
Und sonst? Wiederholungstermin nach Einzelabsprache möglich.

Kosten, Anmeldung und Programm? BLIB-Imkerkurs-Anfaenger-2019 sowie Zusatztermine Honigschleudertage-2019.

Auch nach bereits erfolgtem Start ist ein Einstieg in jedes neue Modul jederzeit möglich. Die Dauer des Kurses beträgt immer 10 Module und richtet sich nach der Modulnummer Ihres Einstiegs. Ein zweites Jahr kann bei Terminproblemen kostenfrei angehängt werden.

BLIB-Imkerkurs für Anfänger 2019 mit Modul 1 gestartet

Referentin Ilona und Teilnehmende am BLIB-Imkerkurs für AnfängerBaisisinformationen zur Imkerei im Teil 1 am 05.04. und Grundlagen der Frühjahresarbeiten im Teil 2 am 06.04. bildeten das erste Modul im BLIB-Imkerkurs für Anfänger in Bamberg, zu dem sich ein Dutzend Teilnehmende bei Reinhold Burger und Ilona Munique (und heutige Referentin) eingefunden hatten.

1. Modul, 1. Teil: Baisisinformationen zur Imkerei

Teilnehmende am BLIB-Imkerkurs für AnfängerDrei Stunden Basisinformationen an einem Freitag Abend nach einer langen Arbeitswoche sind sicherlich kein Pappenstiel. Doch diese präparieren für künftige praktische Tätigkeiten und helfen beim Aufbau der eigenen Imkerei. Die Unterlagen zu den Inhalten sind für die Teilnehmenden jederzeit downloadbar im Intranet zur Kursorganisation.

  • 0. Statistik zur Sitation der Bienenvölker und Imker sowie unsere BLIB-Projekte
  • 1. Übersicht zum Anfängerkurs zu Inhalten, Termine und Orte
  • 2. Imkerei im Jahreslauf
  • 3. Biologie und Lebensraum von Wild- wie Honig-Bienen
  • 4. Literatur und Medien zur Selbstinformation, hier auch die Einführung in Zotero, einem Online-Katalog unserer Imker-Bibliothek
  • 5. Strukturen und Ansprechpartner der Imkerei
  • 6. Kosten, Programme, Fördermittel und Finanzierungshilfen
  • 7. Vorschau auf Modul 1, Teil 2: Praxis Frühjahresarbeiten

Teilnehmende am BLIB-Imkerkurs für AnfängerIm Gegensatz zu vielen anderen Anfängerkursen zur Imkerei sind wir auch am Schicksal der Wildbiene interessiert. Das eine schließt das andere nicht aus. Ohnehin werden wir als Imker auch immer wieder mit Fragen zur Wildbienen konfrontiert. Hierauf etwas vorbereitet zu sein kann nicht schaden.

Teilnehmende am BLIB-Imkerkurs für AnfängerAuch zu Strukturen und Ansprechpartner in der Imkerei hatten wir uns in unseren eigenen Anfängerzeiten mehr Informationen gewünscht. Erst im Laufe der Zeit eroberten wir uns das Wissen darum selbständig, allerdings auf der Grundlage von Erfahrungen aus anderen Themenbereichen, was uns half. Wenngleich nicht sofort alles seine Wichtigkeit hat, so lässt sich doch retrospektiv auf die Folien zurückgreifen, spätestens dann, wenn es um Zuschüsse oder rechtliche und behördliche Rahmenbedingungen geht.

1. Modul, 2. Teil: Grundlagen der Frühjahresarbeiten 

Teilnehmende am BLIB-Imkerkurs für AnfängerReinhold zieht WabeAm nächsten Vormittag konnten nach einem Sicherheitscheck am Lehrbienenstand am Bienenweg die Bestandteile und der Aufbau einer Bienenbeute sowie die Aufteilung seines Inhaltes – also Bienen, ihre Brut und die Nahrungseinlagerung – praktisch besehen werden. Wer wollte, durfte unter Anleitung des Referenten Reinhold Burger selbst ein Rähmchen ziehen.

Teilnehmende am BLIB-Imkerkurs für AnfängerEtwas Theorie war natürlich weiterhin von Nöten, so zum Einsatz eines Mäusegitters und des Fluglochkeils sowie die Totenfallkontrolle, da diese Tätigkeiten zum Kurstermin bereits durchgeführt worden sind. Eine nochmalige Futterwabenkontrolle schadete allerdings nicht, die wir nun gemeinsam durchführten, und auch das Brutraumaufsetzen konnte im Nachhinein erläutert werden.

Wabenschau zum BLIB-Imkerkurs für AnfängerTeilnehmende am BLIB-Imkerkurs für AnfängerÜberzählige Futterwaben können übrigens an einem luftigen, dunklen und kühlen Ort, z. B. in einer von unten und oben mit einem Fliegengitter verschlossenen Zarge, aufgehoben werden, etwas Nussbaumlaub hinzugeben – falls aus dem Vorjahr noch etwas vorrätig sein sollte – und gut ist. Regelmäßig sollte auf Spuren der Wachsmotte überprüft werden.

Teilnehmende Gabriele Loskarn am BLIB-Imkerkurs für AnfängerTeilnehmender Christian Schwarzenberger am BLIB-Imkerkurs für AnfängerAls „Lernzielkontrolle“ – und damit auch eine kleine Handreichung für künftige Führungen am eigenen Bienenstand der angehenden Jungimker/innen – diente ein Rätselblatt aus der Bienen-InfoWabe, die Stationenfragen zur Imkerei.

Symbol BLIB-Imkerkurs für AnfängerWir freuen uns auf den nächsten Termin, den Sa., 13.04.2019 zum Modul 2: Bienengesundheit / -krankheiten, von 10.30 bis 12.30 Uhr in der Bienen-InfoWabe. Neueinsteiger/innen sind ebenfalls herzlich willkommen. Bitte beachten Sie die Anmeldehinweise des Kursprogramms.

Praxis Frühjahresarbeiten (BLIB-Imkerkurs für Anfänger, 1. Modul, Teil 2)

Nach dem Theorie-Auftakt von heute Abend, Fr., 05.04.19, mit dem Modul 1, Teil 1, findet am morgigen Samstag der 2. Teil als Praxiserleben statt.

Sa., 06.04.19  |  11.00-12.00 Uhr

Totenfallkontrolle, Winterkontrolle der Völker an der Sternwarte,1. Modul (Teil 2): Praxis Frühjahresarbeiten

Was? Wir besuchen ein Bienenvolk und besehen uns den Aufbau einer Bienenbeute. Der Winter ist vorbei, daher entfernen wir Mäusegitter und Totenfall, kontrollieren die Futterwaben und setzen den Brutraum auf. Außerdem nehmen wir Ihre Wünsche für die Sammelbestellung von Büchern oder Imkerwerkzeuge entgegen.
Wo? Bienen-InfoWabe (BIWa) – Adresse und Daten unter dem angegebenen Link.

Kosten und Anmeldung?

Frühjahresarbeiten abgeschlossen bei verlustfreiem Winter

Wabenkontrolle Schiffbauplatzbienen, Einsetzen einer FutterwabeFrühjahresarbeiten der Buger-Wiesen-VölkerWelch‘ Freude! Alle unsere 15 Völker haben den langen Winter glücklich überlebt! Nur ein einziges Volk schwächelt ein bisschen. Dieses wunderbare Ergebnis ist keine Selbstverständlichkeit. Vor ein paar Tagen erfuhren wir von einem Imker in der Fränkischen Schweiz, der alle seine 20 Völker sozusagen „auf dem letzten Meter“ verloren hatte. Oft verhungern Bienen vor dem vollen Teller, beispielsweise, wenn die Traube am Platz sitzen bleibt, um die früh gezogenen Brut zu pflegen, statt sich das Futter einzuverleiben … und etliche Gründe mehr.

Brutraum aufsetzen

Ablösen der Reisszwecken mit dem Stockmeißel zur Entfernung des MäusegittersWir durften nun aber seit letzter Woche an allen 6 Standorten und 15 Völkern die Bruträume aufsetzen. Zuweilen überlegten wir, ob wir nicht gleich noch den Honigraum mit aufpacken, denn die Bienen trugen erstaunlicherweise bereits reichlich Nektar ein und verhonigten den oberen Brutraum. Ja, während diesem sonnigen Wochenende erblühten endlich auch die Hecken, doch vergangene Woche war noch alles braun in braun und wir wunderten uns schon ein bisschen, wo sie die saftige Süße herholten.

Pollen holten sie schon früher, und so war es auch höchste Zeit, die restlichen Mäusegitter zu entfernen, damit die Pollenpäckchen nicht mehr länger an der Gitterengstelle hängen bleiben. Nur an einem Volk gaben wir eine Honigwabe dazu, da uns das Beutengewicht ein wenig zu gering erschien. Es war übrigens eine Vorzeigewabe, die wir in unseren Schulbienenunterricht als Anschauungsobjekt herumgereicht hatten.

Futterkontrolle und Drehung der Zarge

Aufkratzen der verdeckelten FutteraltwabeVor dem Aufsetzen des Brutraums drehten wir bei einigen Völkern die Zarge um 180 Grad, damit das überschüssige Winterfutter besser aufgebraucht wird. Bienen halten den Honigvorrat möglichst weit weg vom Einflugloch, also hinten. Das Hinten wird somit kurzfristig zum Vorne, was den Umbau / Verbrauch anregt. So wird Platz für das Brutnest geschaffen. Zusätzlich drückt Reinhold mit dem Stockmeißel die zugesetzte, verdeckelte Honigwabe auf, um den Anreiz zum Auffuttern bzw. Umtragen zu erhöhen.

Drohnenrahmen zusetzen

Einsetzen des DrohnenrahmensGleichzeitig wurde mit dem Aufsetzen des Brutraums ein Drohnenrahmen eingesetzt. Je nach angetroffenem Brutverhalten an 2./3. oder 8./9. Stelle. Manchmal auch direkt über dem Brutnest, wenn wir feststellten, dass zwischen den Bruträumen die Rähmchen bereits kräftig mit Drohnenzellen verbaut wurden und wir sie dadurch in ihrem Drang, Drohnen nachzuziehen, unterstützen. Gekennzeichnet wird die Drohnenwabe an der Stegoberseite mit einem Reißnagel.

Wachsblüte

WachsblüteWabenkontrolle / Futterkontrolle SchiffbauplatzbienenBei der gleichzeitigen Durchsicht, für die wir ein paar randseitige Rähmchen herauszogen, konnten wir auch eine Wabe mit einer sogenannten Wachsblüte finden. Dieser helle, reifartige Überzug ist kein Mangelzeichen, vielmehr zeugt es von länger andauernder Kälte, wie es ja in diesem späten Frühjahr der Fall war. Diese Wachsblüte findet man auch hin und wieder auf Bienenwachskerzen. Leicht angewärmt (in den Händen oder mit dem Fön kurz mal warm drübergepustet) verändert sich die Oberflächenstruktur wieder und zeigt das typische gelblich-warme Aussehen. Bei der Mittelwandwabe, die im Stock verbleibt, gibt es natürlich keinen Handlungsbedarf.

Menschen und Bienen in ihrem Element

Self-made-Frau und Bienenpatin Gabriele Loskarn Ob Malern, Gärtnern oder Imkern – wenn Menschen zueinander kommen, die die selben oder artverwandte Leidenschaften pflegen, ist der Kontakt schnell geschlossen und der Übergang zum „Du“ (welches den Fränkischen ohnehin leichter als anderen über die Lippen kommt, sofern die Chemie stimmt) fließend. So jedenfalls erging es unserer Bienenpatin Gabriele Loskarn, als wir zum Honigraumaufsetzen mit unserem Besuch, Jeannette Frank, zu unserem Volk an der Weide kamen.

Bienenvolk an der Weide, BambergGabi ließ sich gerne vom Malern abhalten, denn zwei Dinge machen ihr mindestens genau so viel Vergnügen. Dem Bienenvolk zuzusehen, wie es sich in seiner Behausung tummelt, und Gartenarbeiten. Für ersteres entnahmen wir ein paar Rähmchen, um den Zustand des Volkes, dessen Pate Jakob Janßen (i. m.) aus Emden ist, näher in Augenschein zu nehmen. Trotz des verschatteten Gartens sind auch hier die Arbeiterinnen emsig am Ausbauen mit frischem Pollen, so dass wir überstehende Wildbauten entfernen sowie zwei alte Futterwaben mit blanken Mittelwänden ersetzen mussten.

Jeannette Frank und Gabriele Loskarn beim RosenschneidenFür zweiteres, dem Garteln, brachten wir Jeannette Frank ins Spiel, ihres Zeichens Rosenexpertin. Im Gegensatz zum vorherigen Besuch unseres Erba-Volkes (wir berichteten) konnte sich Jeannette voll einbringen und zeigte gerne tatkräftig, wie kurz man Rosen schneiden könne, auch, wenn sie bereits schon kräftig getrieben haben. Zu den Bienen kommen wir schließlich noch öfter und so ermunterten wir gerne unsere Freundin Gabi, sich „abzuseilen“.

Entfernen des Wachsüberbaus am Bienenvolk an der Weide, BambergBei der Durchsicht des Volkes stießen wir auf eine vereinzelte schwarze Biene. Da an diesem Standort im vergangenen Jahr das Akute Bienen-Paralyse-Virus auftrat, allerdings das Volk ihn (im Gegensatz zum Standort Buger Wiesen) gut überstanden hat, hoffen wir, dass das kranke Bienchen ein Einzelfall bleibt. Da das Volk stark wirkt, könnte es sich ganz bei einem hohen Arbeiterbienenumsatz von selbst gesund erhalten. Wir können lediglich den Infektionsdruck durch die Varroa-Milbe verringern, indem wir Drohnenbrutrahmen einsetzen und schneiden und sie ansonsten wenig stressen. Das bedeutet, dass wir den Standort als Lehrbienenstand vorerst noch nicht nutzen werden, wie ursprünglich beabsichtigt.

Ein Weidenkätzchenstrauß treibt neu ausMit der Aussicht, im Juni einen Ausflug zu unserer neuen Bienenfreundin nach Altendorf-Seußling und in ihren Schaugarten Galarosa zu unternehmen, verabschieden wir uns nach dem Kaffeetrinken von Gabriele Loskarn und Jeannette Frank, um die Honigraum-Aufsetzrunde fortzusetzen. Er ist gleich ums Eck‘ ‚rum am Schiffbauplatz in sonniger Lage, so dass uns trotz der Nähe wieder ein völlig anderes Volk erwarten könnte.

Volk am Schiffbauplatz

Da wir am Schiffbauplatz ausnahmsweise alleine werkelten und es – außer einem toppfitten Volk unserer Bienenpatin Ruth Vollmar – keine besonderen Vorkommnisse gab, nachfolgend einfach ein paar Impressionen aus dem idyllischen Garten in unmittelbarer Nachbarschaft zur Regnitz.

Idyllischer Sitzort bei Bienenpatin Ruth Vollmar im Garten am Schiffbauplatz Reinhold entfacht den Smoker Reinhold Burger begutachtet eine Wabe Eingelagerter Pollen in einer Wabe Bienenpatenvolk von Ruth Vollmar