Bienenpatenschaften Anne und Hans Zirkel 2016/2018

SonnenblumenstraußMit einem leuchtend gelben Sonnenblumenstrauß, der uns über eine Woche lang nach ihrem Besuch noch erfreute, standen sie vor unserer Türe. Bereits zwei Jahre lang trugen sich Anne und Hans Zirkel mit dem Gedanken, eine Bienenpatenschaft bei uns einzugehen, nachdem sie auf unseren Weblog aufmerksam wurden. Doch sich Zeit fürs imkerliche Über-die-Schulter-schauen zu nehmen, war erst nach der langjährigen Pflegephase von Annes Mutter möglich. Am 8. September kamen wir endlich zusammen.

Beste Voraussetzungen

Bienenpaten Hans und Anne Zirkel beim PateninterviewBeide Zirkels sind recht tierlieb, stellten wir schnell fest. Und das auch, obwohl es ihnen die „Wachhundkatze“ nicht gerade einfach macht. Carlos in die kurzzeitige Urlaubspflege zu geben, kann riskant sein. „Der Maler, der während unserer Abwesenheit das Wohnzimmer streichen sollte, musste quasi von der Nachbarin befreit werden. Der Kater ließ ihn nicht mehr aus dem Haus“, erzählte Anne lachend, während Hans schmunzelnd, doch auch ein wenig leidvoll geprüft dazu nickte. Denn ihn hat Carlos ebenfalls auf dem Ticker. Doch der ehemalige Sportamtschef weiß sich seiner Haut durchaus zu wehren.

Beste Voraussetzungen, um beim Imkern nahe mit dabei zu sein. Unerschrockenheit ist hier nicht das Schlechteste, ebenso natürlich auch ein geduldiges Wesen. Das scheint Hans zu haben, denn er erzählte uns, dass er seinen vorzeitigen Ruhestand vor 9 Jahren dazu nutzte, um seiner Schwiegermutter das allfällige „Ärztehopping“ zu erleichtern. Dass der Opa aus Drosendorf bei Memmelsdorf zudem selbst Imker war, mag die Idee der Bienenpatenschaft ebenfalls gefördert haben.

Von Handicaps und Hindernissen

Selbst Bienen zu halten kommt allerdings für beide nicht in Frage. Die körperlichen Voraussetzungen sind leider nicht gegeben. Obschon beispielsweise Hans wieder einmal seine persönliche Bestzeit im Handbike-Marathon unterschritten hatte und im Übrigen im Goldenen Buch der Stadt Bamberg vertreten ist, so bringt ihn die Folge einer Polioinfektion aus der Kindheit um die notwendige Beweglichkeit, einen Bienenstand zu betreuen. „Wir sind halt ein Auslaufmodell“, stellt Anne trocken fest, die es noch als Contergan-Opfer erwischt hatte, kurz bevor man endlich das Medikament zurückzog.

Von ihren Einschränkungen lassen sie sich nicht unterkriegen. Zur größtmöglichen Selbständigkeit in den Rummelsberger Anstalten erzogen, arbeitete Anne etliche Jahre in Bamberg und Nürnberg in der LZB, bevor auch sie in Frührente ging. Seit 30 Jahren wohnen sie nun schon im Malerviertel und freuen sich am vielen Grün um sich herum.

Gerne würde Anne die Nähe zum Bambados für ihr Schwimmtraining nutzen. Allerdings kann sie dazu die Parkkarte nicht in den Schlitz stecken, um zum Behindertenparkplatz zu gelangen, der dummerweise erst nach der Schranke eingerichtet ist. Doch das Schleppen der Badesachen über eine weite Strecke hinweg ist mit kurzen Gliedmaßen nun einmal nicht zu schaffen. So freut sich der Schwimmverein „Neptun“ nun über ein schwimmfreudiges Mitglied mehr.

Honig – eine Delikatesse verbindet!

Auf die Frage nach ihrer beiden Lieblingshonig geben sie unumwunden zu, dass es bisher der aus Unterleiterbach vom Dinkel sei. „Eine tolle Imkerei, unser Lieblingsimker!“ strahlt Anne, und Hans ergänzt, dass sie ihren Honig auch gerne im Urlaub aus der dortigen Region (z.B. Tegernsee, Bayerischer Wald) kaufen. Dabei bevorzugt Hans vor allem Tannenhonig. Sie sind etwas enttäuscht darüber, dass auf dem Bamberger Honigmarkt im Februar auch Honig aus anderen Gegenden verkauft wird, was sie nur nach und nach erfahren haben. Auch dies ein Grund, unsere Initiative und den Bamberger Lagenhonig zu unterstützen.

Nachdem wir uns noch ein wenig ausgetauscht hatten, wer unsere gemeinsamen Bekannten sind – z. B. die Imker Johann Machinek, Herbert Beck, Uli Zeck und Heinrich Zwosta – ist unsere letzte Frage bei unserem Bienenpaten-Kennenlern-Interview, was uns die beiden für die Zukunft wünschen. Die Antwort ist „Gesundheit für die Bienen“ – und so freuen wir uns, wieder einmal ganz besondere Menschen für unser Anliegen gewonnen zu haben, die uns in vielerlei Hinsicht unterstützen wollen.

Vielen Dank in die Gartenstadt!

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