*15* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

Völker in Bamberg, Wildensorg-RinnersteigIhre jungen Pupertiere sind IMMER NOCH NICHT im Bett?!?! Nein?! Dann lassen Sie sie an diesem Samstag Abend doch ausnahmsweise mal was zu Bienen glotzen, statt sinnfrei mit Games in der Gegend rumzuballern. Ist doch schließlich Advent, da darf’s mal etwas friedlicher zugehen. Hier eine kleine Auswahl unter oft leider häufig fehlerhaft dokumentierten Videos.

*4* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

Heute am Barbaratag gingen wir ein paar Zweiglein schneiden. Mit klopfenden Herzen, denn ja, sie waren aus einem – wenn auch öffentlich zugänglichen – Garten geklaut, und das ist uns peinlich. Aber wenn doch unser verehrter Jupp Schröder explizit im Fränkischen Tag so haargenau erläutert, wie das vonstatten gehen kann, die Zweige bis zum Tag X(-Mas) zum Blühen zu bringen, dann konnten auch WIR uns nicht diesem alten Brauch verschließen.

Wir verbanden das schlechte Gewissen allerdings mit einem Besuch bei unseren Sternwart-Bienen, die als letzte von all unseren 7 Standorten ein Mäusegitter von uns erhielten. Erst mal reinblinzeln, ob sich schon eine Spitzmaus verirrt hat, dann das Gitter mit Reißzwecken befetigen. Als Belohnung der abendlichen Stephansbergbesteigung ein Besuch des Spezial-Kellers und als weitere Gewissensberuhigung einen Teller Linsen. Davon gehen nämlich € 1,- für einen sozialen Zweck weg.

Wir lassen uns sozusagen die Barbara-Zweige einiges kosten. Falls sie erblühen sollten, ist es uns ein Zeichen für Rechtschaffenheit. Und eine Erinnerung an die Bienen, die auch im nächsten Jahr dafür sorgen, dass wir Früchte ernten werden. Falls nicht, … na ja, … dann geben wir der Heizungsluft die Schuld.

Mäusegitter anbringen

Auf dem Weg zum Imkermeister

Steirisches LandeswappenReinholds erster von insgesamt 6 Blöcken im Steirischen Imkerzentrum / Imkerschule in Graz (Andritz) ist vorüber. Mit-Veranstalter ist das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI), eine Abteilung der Landwirtschaftskammern. Zwei Wochen Vollzeitunterricht, und auch der Samstag wurde hinzugenommen. Der Zeitraum der MeisterInnenausbildung Bienenwirtschaft ist von 2018 bis März 2020, also nur 1,5 Jahre. Andere Meisterkurse in anderen Bundesländern Österreichs und auch die in Deutschland dauern 2-3 Jahre bzw. Ausbildungswinter. Doch dafür wird an der Grazer Imkerschule gewaltig komprimiert.

Die allgemeinen und fachspezifischen Basis- und Fachmodule gliedern sich folgendermaßen:

  • Bienenwirtschaft I und II (160 UE)
  • Betriebs- und Unternehmensführung Bienenweirtschaft inkl. Marketing (60 UE)
  • Grundlagen Betriebs- und Unternehmensführung (64 UE)
  • Ausbilderlehrgang (40 UE)
  • Recht und Agrarpolitik (40 UE)

Begleitend hierzu wird die Meisterarbeit erstellt. Ein dreitätiges Praktikum in einem Meisterbetrieb oder an der Imkerschule rundet das ambitionierte Programm ab.

19 Teilnehmende, davon drei Frauen, drückten die Schulbank, davon einer aus Deutschland – der Reinhold und einer aus der Schweiz. Voraussetzung für die Meisterausbildung ist der Abschluss als Facharbeiter Bienenwirtschaft, analog des deuschen Tierwirt Fachrichtung Imkerei, und dieses drei Jahre lang absolviert, gerechnet bis zum Tag des Meisterabschlusses. Außerdem muss man selbst einen Betrieb führen, also eine Imkerei betreiben, bzw. sieben Jahre Tätigkeit in der Bienenwirtschaft nachweisen und 21 Jahre alt sein. So alt war denn auch der jüngste Teilnehmende, die ältesten etwas über 60 Jahre. Dazwischen war jede Alterstufe vertreten.

Reinhold beim Einfüttern der Völker an der SternwarteWarum Reinhold nicht in Deutschland seinen Meister macht, liegt auf der Hand. Hier müsste er als anerkannter Tierwirt eine zweijährige Betriebspraxis oder eine drejährige Berufspraxis in einem Betrieb mit 100 Völkern nachweisen. Wo, bitteschön, sind diese Rahmenbedingungen realstisch in einem Umfeld wie Bamberg? Und dann sollte das für ihn ja auch noch nebenberuflich zu leisten sein. Doch Glück im Unglück – Österreichs landwirtschaftliche Ausbildungen gelten als hervorragend, und die Fahrtzeiten sind nicht viel länger als etwa von Bamberg nach beispielsweise Celle.

Jetzt gilt es erst einmal für Reinhold, das jüngst Erfahrene aufzuarbeiten. Die Fachteile der ersten zwei Wochen betrafen:

  • Arbeitssicherheit
  • Beuten- und Gerätekunde
  • Bienenkrankheiten
  • Bienenpflege
  • Königinnenaufzucht in Theorie und Praxis
  • Bienenprodukte
  • Technik in der Imkerei
  • Buchführung

Eine Fachexkursion an zwei Betriebsstätten – eine große mit 10.000 Völkern und eine mittelgroße mit ca. 300 Völkern – hinterließen einen tiefen, im ersteren Falle nicht unbedingt nur positiven Eindruck. Davon „erholen“ kann sich Reinhold bis zum 7. Januar. Dann geht es wieder für zwei Wochen in die Steiermark. Mit im Gepäck die Anfänge der buchhalterischen Betriebsführung in einem eigens hierfür anzuschaffenden Buchführungsprogramm (MoneyMaker Agrar).

Nach Schlussworten für diesen Blogbeitrag befragt lautete die spontane Antwort von Reinhold: „Ich freue mich auf das nächste Modul!“ Na, das ist doch klasse, nicht wahr?!

Hintergrund zum Honigpreis des Bamberger Lagenhonigs

Bamberger LagenhonigKürzlich lasen wir in einer Werbebroschüre: Demeter-Honig aus der ebl-Region, 500g, von € 8,48 auf € 7,97 heruntergesetzt. Zum Vergleich: Unser Bamberger Lagenhonig kostet € 7,20 (500g).

Das heißt für uns, wir sind immer noch zu billig, denn mit Sicherheit steht der Imker hinter dem o. g. Honig einem größeren Betrieb vor, als wie wir ihn haben, die wir das in unserer Freizeit leisten. Dennoch sehen uns andere sogar zuweilen als teuer an, wohl auch, weil sie bislang kleinere Preise von ihrem Hobbyimker aus der Nachbarschaft gewohnt sind.

Wir mutmaßen: Diese Imker verstehen es entweder nicht, betriebswirtschaftlich zu rechnen – nicht umsonst werden Arbeiten für den Imker-Meisterbrief oft zu diesem Aspekt geschrieben! –, oder sie investieren zu wenig in ihre Imkerei bzw. in die Bienengesundheit.

Wie auch immer … hier ein paar Fakten, die uns mit Sicherheit abgrenzen von anderen Imkeren – ob Bio-Imker oder auch nicht. Sie erklären, in welchen Punkten sich unsere Kalkulation von der ihren unterscheiden könnte. Abgesehen davon – alle, die einmal mit uns mitgeimkert haben, sind der Meinung, der Honig müsste noch viel, viel teuerer sein!

Ausgangssituation: 7 Einzelstandorte (Standortimkerei, also keine Trachtfahrten) bei rund 15 Völkern.

  • Logo Regionalsiegel "Region Bamberg – weil's ich überzeugt!"Die (einmalige), absolut regionale Ernte und der Verkauf erfolgt getrennt nach 7 Einzelstandorten, aber auch getrennt nach jedem einzelnen Volk. Einer der Gründe ist, dass unsere Bienenpaten jeweils Honig aus „ihrem“ Volk erhalten. Es macht einen hohen zeitlichen Unterschied, ob man halb Bamberg abradelt, oder alle Völker an einer Stelle stehen hat.
  • Unsere Standorte sind abseits landwirtschaftlicher Intensivkulturen (Massentrachten, z. B. Raps, Buchweizen oder Sonnenblumen etc.), damit verbunden ist ein geringerer Ertrag. (Einzig am Standort Buger Wiesen befinden sich vereinzelt bewirtschaftete Felder – allerdings auch ein großes Wasserschutzgebiet und Brachfelder.)
  • Somit ist jedes einzelne Honigglas direkt auf ein bestimmtes Volk in Bamberg zurückführen. Dies kann über unsere Webseiten mitverfolgt werden, da wir dazu jeweils (foto-)dokumentieren und meist Gäste dabei haben. Unsere Transparenz- und damit Aufklärungsarbeit ist ein wesentliches Merkmal und logischerweise zeitintensiv.
  • Da wir nur einmal im Jahr ernten, ist unsere Ertragsmenge nur halb so hoch wie bei anderen Imkern, die in aller Regel 2-3x ernten. Wir überlassen den Bienen also den Großteil ihres eigenen Honigs.
  • Außerdem stehen diese Bienen der Bildungsarbeit zu verfügen, die wir teilweise mit dem Honigverkauf subventionieren. Dass bei vermehrter Einsichtnahme in die Bienenbeuten jeweils 2-3 Kg weniger Honig geerntet werden kann, ist auch ein Aspekt.
  • Wir stellen auf Eigenwachs um und haben dadurch einen sehr hohen Ausgabenanteil an teuren Wachsverarbeitungsgeräten, verbunden mit immens hoher Arbeitszeit.
  • Alle Fahrten rund um die Imkerei werden mit dem Fahrrad erledigt, bis auf sehr wenige Ausnahmen, bei denen wegen z. B. schwererer Lasten ein Auto (Carsharing) ausgeliehen werden muss. Der mit dem Radeln – teilweise auch bergaufwärts – verbundene Arbeitszeitaufwand und die Betriebserschwernis sind über den Preis kaum wirklich aufzufangen. Der Honig wäre unbezahlbar. Doch unser ökologisch sanfte Fußabdruck ist es uns wert. Und unseren Kunden hoffentlich auch.
  • Dass wir die Rähmchen, auf denen die Bienen ihr Leben verbringen, nur 2x verwenden und dann vernichten, ist unserem hohen Anspruch an optimaler Wabenhygiene geschuldet. Gesunde Bienen danken es uns.
  • Ein paar mehr Cents gehen in den kleinmarschigen Etikettenkauf ein. Großimkereien kommen hier günstiger bei Abnahme höherer Mengen weg. Leider 5-Cent-Aufkleber Netzwerk Blühende Landschaften, Fotonachweis: http://www.bluehende-landschaft.de/lassen sich Etiketten nicht lange lagern, es leidet die Klebekraft und die Farben.
  • Wir spenden pro 500g-Glas 5 Cent an das Netzwerk Blühende Landschaft. Sie erkennen es an dem orangefarbenen Aufkleber.
  • Weiteres siehe auch „Unsere Imkerphilosophie“.

Bienen und Honig in Luxemburg

Honig aus LuxemburgBienen in der Stadt, Schild am Bienenlehrpfad LuxemburgBienen in der Stadt, Bienen des Bienenlehrpfades der Stadt LuxemburgMit imkerlich sensibilisierten Augen entdeckten wir auf einer beruflich bedingten Studienreise nach Luxemburg Stadt natürlich sofort den Bienenlehrpfad. Die mit dem Slogan „Beien an der Stad“ betitelten Schilder an den 13 Etappen des über 2 Kilometer langen Parcours innerhalb der Stadt Luxemburg wird auf anschauliche Weise über Bienen & Co. aufgeklärt. Aus dem Weblog Bienen-Nachrichten.de habe ich die Titel der Stationen – und damit auf deutsch – entnommen.

Stationen des Rundwegs

  • Die Biene und die Wespe
  • Artenvielfalt
  • Pflanzenkübel und Blumenbeete
  • Artenvielfalt in den Steinmauern
  • Wildbienenhotel
  • Der Orientierungssinn der Bienen
  • Insektenvernichtungsmittel – eine große Gefahr
  • Dachbegrünung
  • Die Kolonie
  • Die Bestäubung
  • Die Biene und die Erzeugnisse des Bienenstocks
  • Erforschen der Bienenanatomie

Reinhold am Honigstand in LuxemburgAm samstäglichen Markt auf dem Place de Guilliaume II dann die nächste Entdeckung: Frësch geschleiderten Hunnig. Der Honig war wirklich sehr lecker! Die Familie Jungels-Hilgert betreibt die „Beienziichterei“ hauptberuflich unter dem Namen ApisJungels in Branebuurg. Lëtzebergisch ist neben Französisch und Deutsch die Sprache, die mit dem Moselfränkisch verwandt sein soll. Wir Franken schienen tatsächlich einiges mehr zu verstehen als Besucher aus Norddeutschland. Dennoch – es ist nicht ganz einfach, und vielleicht war deshalb der Austausch am Stand etwas zurückhaltend. Doch unter uns – Imker sind ja auch hierzulande eher zurückhaltend und ruhiger, das bringt die Tätigkeiten mit unseren quicklebendigen und stacheligen Freundinnen so mit sich. 😉

Reinhold am Honigstand in Luxemburg

 

Einfüttern – wann, was, wie

Zum Thema Einfüttern von Honigbienen, welches um diese Jahreszeit so langsam abgeschlossen sein sollte, gibt Reinhold ein paar Tipps – wichtig auch für unsere Studiengruppe der Universität Bamberg innerhalb unseres Lehrauftrags zur Schul-Imkerei*.

Zeitpunkt des Einfütterns

  • Das reguläre Einfüttern erfolgt bei den Wirtschaftsvölkerm NACH der ersten Varroabehandlung mit Ameisensäure.
  • Manchmal kann eine so genannte „Zwangsfütterung“ auch noch später im Jahr anfallen, wenn erkennbar wenig Zuckerwasser aufgenommen wurde. Das passiert, wenn die Varroabehandlung zu heftig für das Volk ausgefallen ist, bspw. bei einer zu schnellen Verdunstung bei zu warmen Wetter. Das Volk wird dann fressfaul. Siehe hierzu in unserem Beitrag unter der Zwischenüberschrift: „Zwangsfütterung im Herbst sorgt fürs Überleben“.
    Doch häufig ist der Grund ein zu schwaches und / oder krankes Volk, so dass eine Auflösung ratsam sein kann.

Was wird eingefüttert?

  • Zur Einfütterung verwenden wir eine Zuckerlösung im Mischungsverhältnis 3:2, d. h. 3 Anteile Zucker werden in 2 Anteilen Wasser gelöst. Als Zucker verwenden wir Haushaltszucker, also reine Saccharose. Zum Thema „Zucker“ siehe auch folgende Beiträge:
  • Alternativen zum Zucker sind fertige Futterlösungen auf Zucker- oder Getreidebasis. Achten sollte man, dass sie als Bienenfutter deklariert sind. Bienenfutter besitzt ein speziell auf die Bedürfnisse der Bienen abgestimmtes Spektrum von Zuckerarten.
  • Wirtschaftsvölker füttern wir mit 20 Kg Zucker ein, entsprechend rund 33 Kg Futterlösung im 3:2-Mischungsverhältnis. Ableger werden mit 15 Kg Zucker eingefüttert, entsprechend ca. 25 Kg Futterlösung.
  • Tragen Bienen nach der Honigernte (die bei uns nur einmal im Jahr im Monat Juli erfolgt) erneut viel ein, wird entsprechend weniger Zucker eingefüttert. Zusätzlich verbleiben bei unserer Betriebsweise mindestens 5 bis 10 Kg Honig im Brutraum. Daher vorher kurze Kontrolle der Situation und die Bedarfsmenge anpassen.

Wie wird eingefüttert?

  • Einfüttern der BienenvölkerEs gibt viele Möglichkeiten des Einfütterns, beispielsweise mit Futtertaschen oder speziellen Futtertrögen. Die einfachste, von uns verwendete Variante sind Futtereimer oder Futterboxen. Damit die Bienen die Zuckerlösung aufnehmen können ohne im Futter zu ertrinken, legen wir ein „Nestchen“ aus Stroh (vorzugsweise aus Bio-Landwirtschaft) auf das Futter.
  • Wirtschaftsvölkern kann (muss man aber nicht) das gesamte Futter in einer großen Portion auf ein Mal verabreicht werden.
  • Ableger bitte langsam in mehreren Portionen einfüttern. Wird ein Ableger zu schnell aufgefüttert, leidet die Bruttätigkeit, da auch das Brutnest mit Futter vollgefüllt wird.
  • Devise ist, lieber etwas mehr einfüttern, als verhungerte Völker im Frühjahr. Überschüssige Futterwaben werden im Frühjahr den Völkern entnommen und finden bei der Ablegerbilung weitere Verwendung.
  • Manchmal dauert es witterungsbedingt zu lange, bis die Bienen das Zuckerwasser aufgenommen haben, vor allem bei kühlem Wetter. Gäriges Zuckerwasser daher entfernen, abwiegen und die entsprechende Menge erneut anbieten, ggf. mittels „Zwangsfütterung“, wie oben beschrieben.

Einfüttern der BienenvölkerDetails

  • Folie auflegen, diese einen Spalt offen lassen, Leerzarge aufsetzen.
  • Grundsätzlich Abends einfüttern! Verhindert die Räuberei unter den Bienenvölkern
  • Nichts neben die Beute hinaus kleckern! Andere Bienenvölker werden sonst angelockt und zur Räuberei verleitet.

*„Didaktik der Naturwissenschaften“ der Fakultät Humanwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg am Institut für Erforschung und Entwicklung fachbezogenen Unterrichts – EE-feU.

Geschichtliche Exkursion zur Bienenstube nach Schlammersdorf / OPf.

Ausgrabungen am Turmfundament Bihäusl in Schlammersdorf/Opf. © Foto Michael Biersack, mit freundlicher GenehmigungHerzliche Einladung zur erlebnisreichen Exkursion am So., 23.09.2018 zur Bienenstube nach Schlammersdorf / Oberpfalz!

!!!  Achtung! Verschoben wegen Gewitter und Starkregen auf 2019. !!!

Die Bienenstube ist ein verstecktes Kleinod mitten im Wald, an einer Weiherkette im Grenzbereich der Oberpfalz zu Mittel- und Oberfranken gelegen. In den historisch bedeutsamen Mauerresten eines runden Gebäudes, dem „Turmfundament Bihäusl“, wurden Hinterlassenschaften einer Zeidlerei aus dem 15. Jahrhundert entdeckt. Ein Fund, so selten wie ein Sechser im Lotto“, meint Michael Biersack, der am 23. September die Geschichtswanderung unter dem Veranstalter „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ führen wird. Denn die imkerlichen Accecoires wie Kleidungsstücke oder Rauchpfeifen sind naturbedingt vergänglich, die Spuren der Betriebsorte längst ausgelöscht. Sie überlebten allenfalls in der kollektiven Erinnerung über Flurnamen. Von all dem Genannten jedoch kann die mittelalterliche Bienenstube in Schlammersdorf sichtbares Zeugnis ablegen. Das Turmfundament wurde von der Otto-Friedrich-Universität in den Jahren 2010 bis 2015 archäologisch untersucht. Der damalige ehrenamtliche Grabungshelfer Biersack begleitet seine Gäste weit zurück in die Vergangenheit, als Bienen noch „Immen“ hießen, die Imker privilegierte Waldnutzer und Wachs wie Honig unverzichtbar für das religiöse wie alltägliche Leben waren.

Ausschnitt aus der sog. Puellenhover-Karte von 1568 (St.A.a. Pl 3192; entnommen aus: https://www.zotero.org/ilonamunique/items/collectionKey/5KQPMWGC/itemKey/BANKR95P/q/relikte

Ausschnitt aus der sogenannten Puellenhover-Karte von 1568 (St.A.a. Pl 3192); entnommen aus: Losert / Werther et. al.: Relikte einer spätmittelalterliche Zeidlerei in der Oberpfalz [Turmfundament Bihäusl bei Schlammersdorf]

Treffpunkt ist der Brauereigasthof Püttner in Schlammersdorf (Oberpfalz). Von 11.30 bis 13 Uhr erfolgt ein gemeinsames Mittagessen mit Einführung. Im Anschluss geht es in 20 Fußminuten auf Waldwegen zur Bienenstube. Nach Besichtigung und Vortrag zu den Forschungserkenntnissen über die Bienenstube, den besonderen Funden und zur historischen Waldimkerei ist die Ankunft am Ausgangspunkt bis 15 Uhr vorgesehen. Festes Schuhwerk ist erforderlich. Je nach Anmeldung können Fahrgemeinschaften gebildet werden, ansonsten eigene Anfahrt. Anmeldung wegen Reservierung der Gaststube bis 20. September unter der E-Mail hallo [at] bienen-leben-in-bamberg [dot] de oder unter Tel. 0951-3094539. Für ältere Schulkinder geeignet.

Kennzeichnung "Spezialthema" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Anlass? Spezialthema zum Europäischen Jahr des Kulturerbes 2018

Wo? Treffpunkt in Schlammersdorf / Oberpfalz, Brauereigasthof Püttner

 

Wann? So., 23.09.2018

  • 11.30 Uhr | Mittagessen und Einführung
  • 13.00 Uhr – 14.40 Uhr  |  Führung zur Bienenstube und Vortrag vor Ort
  • 15.00 Uhr Ende am Ausgangspunkt

Für wen? Alle Interessieren (Hin- u. Zurück fußläufig je ca. 20 Minuten auf Waldwegen einrechnen). Für ältere Schulkinder geeignet.

Referent: Michael Biersack (ehem. Grabungshelfer am Fundort)

Kosten: Keine, um Spenden wird gebeten.

Und sonst? Festes Schuhwerk ist erforderlich. Je nach Anmeldung Fahrgemeinschaften und / oder eigene Anfahrt. Anmeldung wegen Reservierung der Gaststube bis 20.09.2018 unter der E-Mail hallo [at] bienen-leben-in-bamberg [dot] de oder unter Tel. 0951-3094539.

 

Foto 2 entnommen folgender Literaturstelle: Hans Losert ; Lukas Werther ; Falko Turner ; Bastian Niemeyer: Relikte einer spätmittelalterliche Zeidlerei in der Oberpfalz [Turmfundament Bihäusl bei Schlammersdorf]. Weitere Angaben hier.

Modul „Varroabehandlung“ im Seminar zur Schul-Imkerei

Modul 10.1 im Seminar Schul-Imkerei* an diesem 15.08.2018 beinhaltete drei wichtige Lektionen:

  1. Wabenhygiene
  2. Varroabehandlung mit Ameisensäure
  3. Befindlichkeiten der Biene im Jahresverlauf

Utensilien zur Modul 10.1 Wabenhygiene, VarroabehandlungVorab wurden die dazu benötigten Materialien vorgestellt. Diese sind neben dem üblichen Stockmeißel, Abkehrbesen und Smoker mit Befüllmaterial folgende:

  • Vorab mit dosierter 60%-iger Ameisensäure abgefüllter Liebig-Dispenser (Flasche, perforiertes Dochtpapier, Grundplatte mit Fixierdornen)
  • Einmal-Schutzhandschuhe
  • Wasserkanister
  • Globuli Apis mellifica C30

1. Wabenhygiene

Nach der Honigernte (am 23.07., siehe Bericht) ist es an der Zeit, das Volk gegen die Varroamilbe zu behandeln. Der Zeitpunkt ist gleichzeitig eine gute Gelegenheit, die alten Brutwaben herauszunehmen, die sich nun in der untersten Zarge des Beutenaufbaus befinden. Es hausen hier nicht mehr allzu viele Bienen hier, denn diese haben ihre Brut nach oben gezogen (in Richtung ehemaligen Honigraum), und der Rest des Volkes schleckt gerade noch die nach der Ernte zurückgebrachten leeren Honigwaben aus.

Diese Brutwaben werden dem aktiven Kreislauf entnommen und eingeschmolzen. Zur Wachsverarbeitung siehe Blogbericht bzw. Sondermodul zum Seminar „Schul-Imkerei“.Modul 10.1 Wabenhygiene, Varroabehandlung

2. Varroabehandlung mit Ameisensäure

Handhabung Liebig-Dispenser zur Varroabehandlung.Nachdem die Zargen wieder zurückgestellt wurden, dient die nunmehr leere Zarge (also die, aus der vorher die alten Brutwaben entnommen wurden) als Raum für das Aufnehmen des Liebig-Dispensers. Wir arbeiten am liebsten mit diesem, da er am einfachsten und schnellsten zu bedienen ist und wir mit seiner Wirkung bislang sehr zufrieden waren. Zu den weiteren Möglichkeiten zugelassener Varroabekämpfungsmittel wurde eine Übersicht der LWG ausgeteilt.

Um die Dosierung zuhause in aller Ruhe kontrolliert vorbereiten zu können, ist eine vorherige Gemülldiagnose bzw. Varroazählung der Windel erforderlich, außerdem ein Blick auf die Varroawettervorhersage.

Mit der auf dem Docht aufgedruckten Richtwerten lässt sich die Verdunstungsmenge steuern. Da wir am Behandlungs- und den drei Folgetagen Temperaturen über 30° C erwarten, wird die Verdunstung sehr schnell ablaufen. Um den Bienen dabei nicht zu schaden, ist der Docht bei zwei Zargen fast in seiner ganzen Größe notwendig.

Unbedingt sind dabei Handschuhe zu tragen. Der Wasserkanister dient außerdem dazu, eventuelle Ungeschicklichkeiten beim Umgang mit der Säure schnell zu behandeln. Außerdem ist darauf zu achten, aufsteigende Säuredämpfe nicht einzuatmen. Es empfiehlt sich eine Atemschutzmaske.

Das Vorgehen zur Ameisensäurebehandlung ist in dieser Reihenfolge:

Handhabung Liebig-Dispenser zur Varroabehandlung.

  1. Wie viel Ameisensäure sind notwendig? -> Flasche befüllen
  2. Am Standort -> Werkzeug griffbereit herrichten
  3. Nach dem Wiederaufsetzen der leeren Zarge (nach der Wabenhygiene, siehe oben) vorsichtig einen Bereich in der Mitte der Zarge einebnen, und zwar in der Größe des Dispensertellers (Grundplatte). Also die Rähmchenoberfläche mit dem Stockmeisel vom Wachs- oder Propolisüberstand reinigen, damit der Teller bzw. nachfolgend die Flasche absolut in der Waage steht.
  4. Den Docht entsprechend der gewünschten Verdunstungsfläche herrichten und auf den Grundteller legen
  5. Spätestens jetzt die Handschuhe anziehen und ggf. die Atemschutzmaske überziehen
  6. Flasche öffnen (Sicherheitsverschluss)
  7. Flasche senkrecht auf die Dolmen der Grundplatte setzen
  8. Beides vorsichtig und am besten mit beiden Händen senkrecht auf die eingeebnete Fläche in der Beute setzen
  9. Plastikfolie über die Zarge legen, Zwischendeckel auflegen, Verschlusskappe des Fläschchens drauflegen (wenn ihr später die Flasche einholt, damit er zum Wiederverschließen griffbereit ist und dafür sorgt, dass euch keine Säurereste auslaufen können), Zinkdeckel auflegen
  10. Handschuhe abziehen. Dabei die Außenseite nach innen ziehen und sicher beseitigen. Es empfiehlt sich, zur Entsorgung eine Plastikbox mitzunehmen, auf der ein Totenkopfschädel anzeigt, dass der Inhalt gesundheitsgefährdend ist.

3. Befindlichkeiten der Biene im Jahresverlauf

Nach der Honigernte und dem erneuten Umbau ihres Zuhauses ist jedes Volk „knatschig“, wie Reinhold zu sagen pflegt. Es gilt also, besonders umsichtig mit ihm (und sich selbst) umzugehen. Daher empfiehlt sich das Bereitstellen von Globuli Apis Mellifica C30 zur Minimierung von Schwellungen nach Stichen. Der Tipp, mit dem oberen Teil des vorher entzündeten Feuerzeugs das in die Haut eingedrungene Gift zu neutralisieren, kann von uns nicht empfohlen werden, da es dabei zu Verbrennungen kommen kann. Besser ist ein spezieller elektronischer Stichheiler, der die Temperatur besser regeln kann.

Sich vor dem Eingriff bewusst werden, wie der Ablauf sein wird und in jedem Falle die Ruhe zu bewahren, auch, wenn’s schwer fällt, muss immer wieder eingeübt werden. Jeder noch so erfahrene Imker oder jede Imkerin wird mit der Zeit nachlässig. Nun, offenbar ist dann der Lerneffekt ein besserer – zumindest hilft es wieder für die nächste Zeit, den Bienen den ihnen gebührenden Respekt und den Lehrer(inne)n / Imkerpat(inn)en die angemessene Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Bienen erziehen uns zu Achtsamkeit und ja, auch Demut – wer das nicht mitbringt, tut sich mit dem Imkern schwerer, als es sein muss.

Nächstes Modul war / ist das Einfüttern. Mist, dass das in die Sommerferien fällt. Das gilt es zu beachten, wenn man eine Schul-Imkerei führen möchte – dass man aufs Schulgelände muss, auch, wenn es normalerweise keinen Unterricht gibt.

Fotogalerie zur Varroabekämpfung, Modul 10.1 zur Schul-Imkerei

*„Didaktik der Naturwissenschaften“ der Fakultät Humanwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg am Institut für Erforschung und Entwicklung fachbezogenen Unterrichts – EE-feU.

Neuer Honig zur BIWa-Sonntagsöffnung am 19.08.2018

Bamberger LagenhonigDer neue Honig ist da! Den Bamberger Lagenhonig kann man erwerben zum  Beispiel zur  nächsten BIWa-Sonntagsöffnung 19.08.2018 von 14 – 17 Uhr, wenn es wieder heißt: „Offenes Haus für alle …“ mit Informationen rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur. Mit Nutzung der Imker-Bibliothek und Kaffee gegen Spende.

Bienen-InfoWabeWo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park).

Parkmöglichkeit: Tiefgarage „Erba“ „An der Spinnerei“ je nach Navi auch: „An der Weberei“.

Anfahrtsweg und exakte Standortdaten siehe unter Bienen-InfoWabe,

 

 

Teil 2: Honigernte und -verarbeitung der Lage „Weide“

Abendliche Stärkung vor dem SchleudernJetzt also den geernteten Schatz (siehe Beitrag 1) verarbeiten. Und weil das doch wieder hübsch viel Fotos ergab – und möglichst alle Teilnehmenden vom 27.07. „IHR“ Foto finden möchten –, teilten wir den Beitrag in zwei Hälften.

Honigwaben schleudern

Honig abfüllenDie Ernte und anschließende Verarbeitung – zumindest soweit, dass sich unsere Gäste jeweils ihre Gläser mit nach Hause nehmen konnten – machte wieder viel Spaß miteinander. Es war nun auch das letzte Mal in dieser Saison, dass wir im fröhlichen Rahmen einen Honigschleuder-Erlebnistag genossen. Es stand nur noch die Lage „Inselstadt / Villa“ an, die wir allerdings am nächsten Tag gänzlich ohne Publikum versorgten.

Nina Meiwes präsentiert den Bamberger LagenhonigNun sind sie also zu Ende, die schönen Tage des Erntens mit euch, ihr lieben Gäste! Zumindest für heuer. Zuletzt besuchten uns Bienenpatin Gabriele Loskarn (in deren Garten das Volk „Weide“ steht) mit ihrer Enkelin Lola, die neuen Bienenpatinnen Nina Meiwes und Michaela Then sowie unser Gast Martina Schroer, die uns durch die Plattform nebenan.de erfuhr. Alle hier genannten – bis auf Lola, da sind wir uns noch nicht sicher 😉 – möchten das Imkern lernen! Eines der Highlights imkerlicher Praxis ist das Honig ernten und verarbeiten. Diese Lektion haben sie nun in allen Stufen und bereichert mit vielen Tipps durchexerziert.

Gabi Loskarn präsentiert den Bamberger LagenhonigWir hoffen, es hat euch allen so viel Freude bereitet wie uns!

Die Honigernte- und -schleudertage unter dem Motto „Wie kommt der Honig ins Glas?“ fürs kommende Jahr stehen bereits fest und sind auch für Schulkinder geeignet. Haltet euch im Juli folgende Zeiten frei:

Termin 1: So., 14.07.2019  |  15.00 – 16.00 Uhr und 16.00 – 17.00 Uhr
Standort Erba-Insel (nur Ernte). Treffpunkt an der Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1. Anmeldung wäre für diesen Termin nett, ist jedoch nicht zwingend.

Termin 2: Mo., 15.07.2019   |  17.00 – ca. 19.30 Uhr
Obstmarkt 10 (Entdeckeln, Schleudern, Abfüllen der Ernte vom Vortag aus dem Standort Erba-Insel). Bitte melden Sie sich unbedingt unter Tel. 0951-3094538 bis spätestens 14 Uhr an!

Termin 3: So., 21.07.2019   |  10.00 – ca. 15.00 Uhr
Standort Buger Wiese (Ernte). Treffpunkt Parkplatz gegenüber Buger Hof, Am Regnitzufer 1. Im Anschluss fahren wir zum Obstmarkt 10 (Entdeckeln, Schleudern, Abfüllen). Mit Mittagsimbiss. Nur nach Anmeldung.

Termin 4: Fr., 26.07. 2019  |  15.30 – ca. 19.00 Uhr
Standort Weide (Ernte). Treffpunkt Weide 15a im Garten. Im Anschluss Obstmarkt 10 (Entdeckeln, Schleudern, Abfüllen). Nur nach Anmeldung.

Fotogalerie Verabeiten des Bamberger Lagenhonigs, Lage Inselstadt / Weide