Open-Petition zur Freigabe von Oxalsäureverdampfung

Varroamilbe (Varroa destructor), von untenAm 12.02.2021 wurde eine Online-Petition zur Freigabe der Verdampfung von Oxalsäure via Open-Petition gestartet.

Während die Zulassung zur Verdampfung für die „Rest-Entmilbung“ von Bienenvölkern in elf anderen EU-Ländern¹ zugelassen wurde, ist den Imker(inne)n in Deutschland weiterhin nur das Träufelverfahren oder (auch erst seit 2017) das Sprühverfahren erlaubt.

OxalsäurebehandlungWo liegen die Unterschiede?

Beide – Träufel- wie Sprühverfahren – stören die Bienen in ihrer Wintertraube mehr als beim Verdampfen, da die Beuten geöffnet und die mit Bienen besetzten Rähmchen – besonders beim Sprühen – auseinandergenommen werden müssen. (Wir träufeln, und wie das vonstatten geht, ist hier genau beschrieben.)

Pro und Contra wurden in Deutschland lange diskutiert. Unstrittig ist, dass die Verdampfung schonender für die Bienen ist. Warum also nicht gleich so?!

Grund: Anwenderschutz

Oxalsäure ist ein Kontaktgift und kann über die Haut und Atemwege aufgenommen werden.

Von den Herstellern empfohlene Maßnahmen beim Träufeln wie Sprühen sind säurefeste Einmalhandschuhe und Schutzbrille aufziehen sowie Imkerkleidung anlegen. Was für diese Anwendungen genügen muss, kann ebenso beim Verdampfen ausreichen, zumal man mit dem Dampf nicht in Berührung kommt. Es sei denn, man öffnet nach der zwei, dreiminütigen Abkühlphase zu früh die Beute.

Jedoch dürften Imker/innen bekannt dafür sein, dass sie es gewohnt sich, sich Gefahren auszusetzen und daher „von Natur aus“ doch recht umsichtig bei ihren Verrichtungen vor sich gehen. Sonst kämen sie nicht weit in ihrer Berufung bzw. ihrem Beruf.

Ist der Anwenderschutz für deutsche Imker/innen also zu hoch angesetzt? Muss man Imker/innen sich vor sich selbst schützen? Wir meinen: „Nein“. Also JA zur Petition.

OpenPetition zur OxalsäureverdampfungDie Petition

Daher werden wir die Online-Petition auf Open-Petition zur Verdampfung von Oxalsäure unterschreiben, um es jeder und jedem Imker/in nach besten Wissen und Gewissen selbst zu überlassen, was für sie und ihre Bienen am praktischsten wie auch verträglichsten ist.

Das Quorum für die Petition beträgt 50.000. Wird es erreicht, können die entsprechenden Entscheidungsträger/innen darauf schließen, sich mit der Eingabe gründlicher zu befassen, da diese offensichtlich von hohem Interesse für die Bevölkerung ist.

Der Zeitrahmen für das Unterschreiben beträgt ca. 2 Monate. Der Stand der Unterschriften liegt aktuell nach 2 Tagen bei 246. Da ist also noch viel Luft nach oben!


¹Laut Dr. Stefan Berg anlässlich des Veitshöchheimer Imkertags 2021, zum Thema Oxalsäurebehandlung siehe auch unsere Berichtsfolge 2, Bienengesundheit.

Veitshöchheimer Imkerforum 2021 (3): Online-Angebote

Varroa-App (Renate Feuchtmeyer)

Die kostenlose Varroa-App „im Kampf gegen die Varroamilbe“ funktioniert am besten, wenn man „Gut vernetzt für gesunde Bienen“ ist. Der Umgebungscheck ist auf 3 km eingestellt. So lässt sich in der mobilen Version direkt am Stand erkennen, wie es den Bienen in der Umgebung geht, also wie hoch der Befall bei den (anonymisierten) Nachbarn ist und was zu tun empfohlen wird.

Natürlich fehlt nicht das Miteinbeziehen des Varroawetters – ihr kennt es längst von unseren Empfehlungen her – und auch nicht die Vernetzung zur nächstgelegenen Trachtnetwaage.

Funktioniert am besten, wenn sich möglichst viele beteiligen und ihre Werte eingeben. Wer sich nicht am Standort mit honig-/pollenverschmierten Fingern und bei blendendem Sonnenschein auf einem unleserlich gewordenen Minibildschirm plagen möchte, kann das auch bequem am PC (auch MacOS) auf der Webversion erledigen.

BeeWarned (Dr. Nicole Höcherl)

Seit Jahren wissen wir Imker/innen, dass wir sicher sein können, dass unsere Bienen nicht sicher sein können. Die Varroamilbe ist längst nicht mehr als exotisch einzustufen, die Asiatische Hornisse (Vespa Valutina, s. a. Beitrag) hat Deutschland bereits seit etwa 2015 für sich entdeckt und eines nicht mehr allzu fernen Tages überspringt auch der Kleine Beutenkäfer die Alpen, weil es manche Imker/innen nicht lassen können, Völkerhandel und Trachtfahrten mit und in den Süden zu unternehmen. Aber auch der globale Warenverkehr (Wachs, Obst, Pflanzen, Erde) tragen zur Einschleppung bei.

Zur Vorbereitung wurde ein Frühwarnsystem namens BeeWarned entwickelt, zu welchem 140 Monitoringimker, eingeteilt auf 140 bayerische Quadrate, ihre (Nicht-)Sichtungen mitteileilen, nebst den bekannten staatlichen Institutionen wie Imkerschulen und Prüfhöfe.

Zumindest ist das der Plan. Denn gesucht werden noch rund 10 Imker/innen, besser mehr, die den „Meldepott“ wieder auffüllen sollen. Freiwillige vor!

Was dabei zu tun ist, ist rasch erklärt. Zu drei mal vierwöchigen Beobachtungszeitpunkten jährlich, und zwar April/Mai, Juli/August und September/Oktober sollen die Völker auf einen möglichen Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer und der Asiatischen Hornisse untersucht werden.

Dazu benötigt wird ein Bienenstandort, der mit 5 Völkern dauerhaft belegt ist. Auch Ableger zählen dazu. Für den Beutenkäfer wird eine Ölfalle angelegt und / oder die Ritzen der Beuten auf Käfer und Larven kontrolliert, bei der Hornisse der Fluglochbereich beobachtet.

Sodann sollen die Vorkommnisse, aber auch, wenn man nichts entdecken konnte, via PC oder Handy und E-Mail gemeldet werden. Dazu loggen sich die registrierten Imker/innen in die App ein und meldet für den jeweilig ausgewählten Standort das gesichtete oder auch nicht gesichtete Tierchen mittels eines „Schiebereglers“. Rot für „keine Sichtung“ und Grün für „Sichtung“.

Ganz abgesehen davon gilt der Kleine Beutenkäfer als anzeigenpflichtige Tierseuche und muss ohnehin an das zuständige Veterinäramt gemeldet werden.

Neue Lehrfilme für Anfänger und Fortgeschrittene (Gerhard Müller-Engler)

Die Corona-Zeit gut genutzt hat der Fachberater Gerhard Müller-Engler, der launig und erfrischend offen über seinen Werdegang als Youtuber berichtete. Auf dem Videoportal des Instituts für Bienenkunde entstanden bzw. entstehen noch über 90 Videos mit „Tipps und Tricks für Imker“ innerhalb der Clipserie „Imkerpraxis“ zu den wichtigsten Arbeitsbereichen und Themen.

Ein Beispiel:
Imkerpraxis: Systematische Durchsicht des Bienenvolkes (Übung für Anfänger)

Alle Schritte der Videoplanung (von den Dreharbeiten nebst Ortswahl, Regie und Technik über den Rohschnitt, der SRT-Erstellung (Speach to Text, Untertitel) und den Feinschnitt bis hin zu Tags, Kurzbeschreibungen und der Youtube-Veröffentlichung mit Social-Media-Nutzung) wurden anschaulich dargestellt und bieten für andere Multiplikatoren eine schöne Anleitung zum eigenen Erstellen von Lehrfilmen.

Tagungsbericht der Fachberater/innen mit Schwerpunkt CBPV (Johann Fischer)

Wie immer beschließt ein Bericht über die Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Fachberater/innen für Imkerei (AFI) aus dem deutschen Sprachraum das Veitshöchheimer Imkerforum. Diesmal in Muhr a. S. und zum Thema der Chronischen Bienenparalyse. Denn seit 2020 ist ein verstärktes Auftreten des Virus zu verzeichnen.

Grundvoraussetzung, ob etwas getan werden muss, ist eine konsequente Befallsermittlung mittels Bodeneinlage im 14-tägigen Rhythmus. Behandelt werden sollen nur Völker, deren Befallsgrad erhöht ist. Rein terminorientierte Behandlungen sind nicht erfolgreicher.

Wie erkennt man den Virus? Die Bienen erscheinen durch das ausfallende Haarkleid als schwarz, warum man früher auch „Schwarzsucht“ dazu sagte. Typisch ist das auffällige zittern und die Orientierungslosigkeit der befallenen Bienen.

Was ist zu tun? Absprache mit den Gesundheitsberatern und Fachberatern halten und die Völker auf einen Quarantänestand umsiedeln. Dort lässt man die Bienen sich einfliegen, also an den neuen Standort gewöhnen. Sodann werden sie abseits gestellt, die Königin gekäfigt, in eine frische Beute eingesetzt und diesen an den bisherigen Platz gestellt.

Saniert wird analog drohnenbrütiger Völker, also durch Separieren (Abkehren) der Bienen, diesmal auf ein Bettlaken. Die kranken Bienen bleiben liegen, die anderen finden ihren Weg ins Volk zurück.

Eine weitere Erkenntnis können wir teilen: Mit Online-Schulungen lassen sich Präsenzveranstaltungen allenfalls ergänzen, nicht jedoch ersetzen. Problematisch sind diverse technische Anforderungen und ein zu eingeschränkter Kontakt zu den Teilnehmer(inne)n.

Passend hierzu berichtete Fischer über einen Beitrag von Marcel Straub zur Entstehung eines zeitgemäßen Bienenstandes, den Wallierhof in der Schweiz, während Gerhard Müller-Englert ein Lehrbienenstand-Konzept mit Aufgabengewichtung vorstellte. Das Analoge also wird weiterhin eine Rolle spielen, Pandemien hin oder her … aber sicherlich sind wir alle jetzt einen Schritt weiter und verfügen über einen erweiterten Spielraum!

So, das war’s vom Imkerforum … heuer kamen wir mal wieder zu einer umfassenden Berichtsreihe. Die von 2019 sind wir leider schuldig geblieben. Doch manchmal geht der Brotberuf einfach vor, das Ehrenamt muss zurückstehen. Heuer sparten wir uns hingegen die Reisezeiten. Was nicht heißt, dass wir nur noch per Videochat bedient werden wollen. Uns fehlt trotz allen Lobs über das Format dann doch der Austausch mit unseren Kolleg(inn)en, die wir hoffen, zum Imkertag im Juli (Termin noch nicht veröffentlicht, doch erfahrungsgemäß das 2. Juli-Wochenende) wieder zu sehen.

Bis dahin … gute Bienenzeit und bleibt gesund!

Alle Beiträge zum Veitshöchheimer Imkertag 2021

Veitshöchheimer Imkerforum 2021 (2): Bienengesundheit

Unser zweiter Berichtsblock zum Veitshöchheimer Imkerforum steht im Zeichen der Bienengesundheit. [1. Beitrag: Versuchsbereiche].

Oxalsäure verdampfen – Anwenderschutz (Dr. Stefan Berg)

Ergebnis: Die Firma Andermatt BioVet bemüht sich um eine Zulassung in Deutschland für ihr Produkt VARROX EDDY, einen mit Akku betriebenen Verdampfer für Oxalsäure. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens untersucht das Institut für Bienenkunde und Imkerei in Zusammenarbeit mit der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, mögliche Gefährdungen des Anwenders beim Verdampfen der Oxalsäure. Ergebnisse liegen noch keine vor. Dr. Berg stellte jedoch einen Abschluss des Zulassungsverfahrens für das Jahr 2021 oder 2022 in den Raum.

Hintergrund: Das Verdampfen von Oxalsäure, wie das Sublimieren von Oxalsäuredihydrat umgangssprachlich genannt wird, hat in Deutschland keine Zulassung. Anders als in elf weiteren EU-Ländern sind die in Deutschland derzeit erlaubten Anwendungsformen von Oxalsäure zur Varroabehandlung das Träufeln und (seit Anfang 2017) auch das Sprühen. Hierzulande scheiterte eine Zulassung bisher am Anwenderschutz. Eine mögliche Gefährdung der Gesundheit bestehen beim Hantieren mit dem kristallinen Oxalsäuredihydratpulver sowie durch Einatmen und Kontakt mit den Dämpfen und Gasen während der Anwendung. Neue Darreichungsformen wie das Blistern oder Verdampfer mit Akkubetrieben könnten Abhilfe schaffen.

Die Dauer einer Oxalsäureverdampfung wurde auf Nachfrage mit etwa 10 Minuten pro Volk angegeben, inklusive einer zweiminütigen Abkühlphase. Die Sprühbehandlung im Winter mit Milchsäure wird nicht (mehr) empfohlen. Wer dies dennoch vorzieht, behandelt bei Temperaturen unter der Flugfähigkeit der Bienen, also etwa 10-12° C bis zu wenigen Graden über Null.

Wespenfallen in Weinbergen (Dr. Stefan Berg)

Ergebnis: Für die Regierung von Unterfranken wurde eine Datengrundlage zur Effektivität von Wespenfallen erarbeitet. Dazu wurden unterschiedliche Lochgrößen (4,5 mm versus 5 mm) in Kombination mit zwei Lockstoffen („Boller & Bauer“ versus „VespaCatch“) verglichen. Die besten Ergebnisse hinsichtlich Anzahl eingefangener Wespen im Verhältnis zum unerwünschten Beifang anderer Insekten, wurden mit einem Lochdurchmesser von 5 mm und dem Lockstoff VespaCatch erreicht. Der Beifang dieser Kombination lag bei rund 90%.

Hintergrund:

Vespa velutina (Dr. Stefan Berg)

Ergebnis: 65% der räuberischen Vespa velutina konnten mit einem Fangnetz, welches um die Bienenbeuten ausgelegt wurden, eingefangen werden, im Gegensatz zu 35% ohne Netze. Auch selbstgebaute Hornissenfallen mit einem Gebräu aus Fruchtsaft und Dunkles Bier (Aus dem Chat kam die Empfehlung: Bier, Limo und Essig) halfen, jedoch mit Beifang anderer Insekten, leider auch die Königinnen der Vespa crabro.

Hintergrund: Mit einem Besuch in Südfrankreich eruierte das Institut, wie dort die Imker mit der Vespa velutina zurecht kommen: Und zwar recht unspektakulär mit selbstgebauten Hornissenfallen aus PET-Flaschen. Die Forscher aus Deutschland interessierten sich außerdem dafür, inwieweit durch die Fallen eventuell auch die in Europa heimische und geschützte Vespa crabro als Beifang vorkommt. Da dies voraussichtlich der Fall ist, kommt diese Methode für unsere Breiten nicht in Frage. Bienen wurden nicht beigefangen.

Neue Varroa-Flyer (Dr. Stefan Berg)

Ergebnis: Das Institut für Bienenkunde und Imkerei hat den Flyer zum Bayerischen Varroakonzept (in Anlehnung an die Hessischen) überarbeitet und jetzt neu als Serie von drei Flyern bei einer Auflage von 10.000 Stück herausgebracht. Wir haben sie natürlich gleich zur Auslage in der Bienen-InfoWabe und für unsere Imkerkursteilnehmenden bestellt.

   

  • Varroa 1: Schadschwellenorientierte Maßnahmen
    Der erste Flyer enthält Anweisungen zu zwei Verfahren der Befallsermittlung der Bienen mit Varroen: „Gemülldiagnose“ und „Puderzuckemethode“. Auf den Ergebnissen der Diagnoseverfahren aufbauend, werden in einem Ampelsystem Maßnahmen zur Varroabekämpfung empfohlen. Diese richten sich am Bienenjahr aus, nämlich in „Trachtzeit“, „Beginn der Sommerpflege“, „Ende der Sommerpflege“, „Reinvasionsphase“ und „Restentmilbung“.
  • Varroa 2: Biotechnik
    Im zweiten Flyer werden verschiedene biotechnische Maßnahmen zur Varroareduktion vorgestellt: „Drohnenbrutschneiden“, „Komplette Brutentnahme“, „Teilen und Behandeln“, „Künstliche Brutunterbrechung“ und „Bannwabenverfahren“. Das praktische Vorgehen wird erläutert und jeweils eine Bewertung der Maßnahme vorgenommen.
  • Varroa 3: Medikamentöse Standardverfahren
    Der dritte Flyer behandelt den Einsatz von Tierarzneimitteln mit den Wirkstoffen Oxalsäure, Ameisensäure und Thymol.

Ausblick auf unseren dritten Berichtsblock

  • Varroa-App (Renate Feuchtmeyer)
  • Projekt Bee Warned (Dr. Nicole Höcherl)
  • Neue Lehrfilme für Anfänger und Fortgeschrittene (Gerhard Müller-Engler)
  • Bericht aus der Fachberatung mit Schwerpunkt CBPV (Johann Fischer)

Alle Beiträge zum Veitshöchheimer Imkertag 2021

 

Veitshöchheimer Imkerforum 2021 (1): Versuchsbereiche

Es war einmal … 2019 noch offline, das Imkerforum in Veitschöchheim

Es war einmal … 2019 noch offline: Das Imkerforum in Veitschöchheim in 2021 per Video-Chat.

Zum diesjährigen Veitshöchheimer Imkerforum am Sa., 06.02.2021¹ musste niemand anreisen. Bequem von zu Hause aus konnten von rund 850 Angemeldeten die wie immer spannenden und inhaltsreichen Vorträge per Video-Chat verfolgt werden. Organisatorisch hat diese Prämiere weitestgehend sehr gut geklappt. Institutsleiter Dr. Stefan Berg hatte – neben den Vortragenden – die Fachberaterin für Unterfranken, Gabi Läbisch, an seiner Seite, die perfekt durch das Programm moderierte. Vermisst hatten wir die Büchertische und den Austausch unter den Kolleg(inn)en in den dafür natürlich ausreichender bemessenen Pausen.

Wie immer widmet sich der erste Themenblock den letztjährigen Versuchen und ihrer Ergebnisse, vorgetragen von unterschiedlichen Fachkolleg(inn)en. Hier unsere stark verkürzte Zusammenfassung unter Auslassung der jeweiligen Versuchsanordnungen. (Hinweis: Die Überschriften folgen nicht immer exakt den Folientitel der Beitragenden.)

Maßnahmen gegen den Schwammspinner (Dr. Ingrid Illies)

Ergebnis: Dem Abtötung von Schwammspinnerraupen durch ein Präparat mit dem Wirkstoff Tebufenozid, welches auf B4 und damit als bienenungefährlich eingestuft wird, konnten keine Effekte auf die Volksentwicklung nachgewiesen werden. Gleichwohl ist er bei Flugbienen wie auch im Frischpollen nachweisbar, nicht jedoch im Honig. Auf Nachfrage aus dem Chat: Rückstände im Wachs und Langzeitschäden nicht bekannt, jedoch nicht ausschließbar.

Hintergrund: Der Wirkstoff, der im Frühjahr zum Schutz des Kahlfraßes von Eichen(misch-)wäldern in Bayern auch mittels Hubschrauber ausgebracht wird, führte zu häufigen Nachfragen, ob auch Bienen darunter leiden könnten.

Empfohlen wird trotz Entwarnung ein Verschließen der Fluglöcher während einer Behandlung bei offenem Gitterboden.

Traurig stimmt die Tatsache, dass der Wirkstoff auch anderen Schmetterlingsarten als „nur“ dem Nachtfalter Lymantria dispar gefährlich wird. Diese Problematik wird allerdings derzeit an der TUM in Freising untersucht.

Zur Verkaufsrentabilität von aufbereiteten Melezitosehonig (Dr. Ingrid Illies)

Ergebnis: Dem als „Betonhonig“ bekannte, stark kristallisierte und daher nicht unter normalen Umständen ernte- und vermarktungsfähige Dreifachzucker-Honig, unter dem besonders Waldhonigimker/innen leiden, ist leider nicht „rentabel“ beizukommen.

Hintergrund: Die Methode „Deckelwachsschmelzer“ führt zu Qualitätsverlusten (Wärmeschaden, geringe Invertaseaktivität), so dass die Methode der Rückfütterung des Melezitosehonigs in der Verdünnung 1:1 an die Bienen attraktiver erscheint. Hierbei besteht jedoch die Gefahr der Verhonigung des Brutraumes.

Antwort auf Chatfrage: Mit Deckelwachsschmelzer (rück)gewonnener Melezitosehonig ist zwar verkehrsfähig und überwiegend als Waldhonig deklariert, der Invertasegehalt ist dabei unterschiedlich, jedoch zufriedenstellend. Dr. Illies rät zur Vorsicht bei Mischabsichten mit normalen Honigen.

Welche Farbanstriche sind bienenfreundlich? (Dr. Ingrid Illies)

Ergebnis: Es gibt sie wohl, die akzeptablen Lasuren, Lacke und Öle, mit denen sich die Anstriche von Bienenwohnungen vornehmen lassen. Doch Herstellerfirmen und Produktnamen wurden nicht genannt, stattdessen auf die Märzausgabe der Zeitschrift Biene & Natur sowie auf den im Mai zu erwartenden Jahresbericht des Instituts für Bienen verwiesen.

By the way: Wir selbst dürfen Firmen nennen. Und schwören dabei auf Koralan® (Kora) (ein Nachfolgeprodukt von Pigrol® farbnatur). Es besteht es aus einer restmonomer-befreiten Acrylat­dispersion und modifizierten Wachsen auf pflanzlicher Basis (Baumwachse). Beim Streichen ist es nahezu geruchlos, was uns das Verarbeiten im Winter in geschlossenen Räumen ermöglicht.

Welche Bienen (über-)leben bei Käfigversuchen unter welchen Rahmenbedingungen am besten? (Dr. Ingrid Illies)

Ergebnis: Um forschen zu können, benötigt es Käfigversuche, da beißt die sprichwörtliche Maus keinen Faden ab. Unterschiedliche Rahmenbedingungen wie die Anzahl der Bienen bei bestimmten Temperaturen konnten keine Unterschiede bis zum 10. Tag der Käfighaltung feststellen. Nur die ab 34°C gehaltenen Versuchsbienen wiesen eine erhöhte Sterblichkeit auf.

Sind Pflanzenschutzmittel gegen Erdflöhe im Weißkohl bienenschädlich? (Dr. Ingrid Illies)

Ergebnis: Der Wirkstoff Maltodextrin im Pflanzenschutzmittel Eradicoat®, wirkend auf Erdflöhe, Spinnmilben und Blattläusen, hat keine Auswirkung auf Bienen und Florfliegen.

Auswirkungen von Spättrachten auf die Ein- und Überwinterung von Honigbienenvölkern (Dr. Ina Heidinger)

Ergebnis: Spättrachten verhonigen weder den Brutraum, noch arbeiten sich Winterbienen (eindeutig feststellbar) vorzeitig ab und auch die Varroamilbe vermehrt sich nicht ungebührlich. Beim Gelbsenf ist der Überwinterungsindex allerdings ein wenig schlechter ausgefallen.

Am Rande: Nicht immer wird eingetragen, was ausgebracht ist. So wurden bei einer Ausbringung von Gelbsenfsaat ein hoher Pollenertrag vom Hedera-Typ (Efeu) gemessen.

Übrigens: Gesucht werden Versuchsflächen mit Phacelia (Büschelschön). Bitte melden!

Wildpflanzenmischungen zur energetischen Nutzung – wem bringt das was? (Dr. Ina Heidinger)

Ergebnis: Zwar sind Wildpflanzenmischungen bis zur Hälfte weniger gas(energie)ertragreich im Vergleich zu Mais, liefern jedoch Nahrung und Lebensraum für kleine Lebewesen, also auch für Insekten. Einsparung von Winterfutter ist möglich. Ein höherer Honigertrag ebenso. [Doch ist dieser Zeitraum für unseren imkerlichen Praxisalltag nicht mehr relevant.]

Der Förderung via KULAP (Greening) von Hanfmix (Blüte Ende Mai bis zur trachtärmeren Zeit Anfang Juli) sollte ergänzend die Ausbringung von Präriemixsaaten folgen, zumal dieser eine Trachtlücke Mitte Juli bis Ende September schließt. Daher wird das Bieneninstitut einen entsprechenden Antrag an das Ministerium stellen. Eine Kombination zwischen Landwirtschaft und Naturschutz ist allemal erstrebenswert!

Kein Verkaufsangebot als Bio-Saatgut bekannt.

Das war’s im ersten Teil …

In unserem nächsten Vortragsmitschrieb geht es um die Bienengesundheit, speziell um Oxalsäureverdampfung, Wespenfallen in Weinbergen, die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) und neue Varroaflyer des Institut. Bis bald!

Alle Beiträge zum Veitshöchheimer Imkertag 2021


¹Das Abbilden von Vortragsfolien war ausdrücklich untersagt, daher hier nur ein paar Impressionen aus Veitshöchheim als „Lückenbüßer“.

03.02. Anmeldeschluss für Imkerforum Veitshöchheim 2021

Imkerforum VeitshöchheimFür das Veitshöchheimer Imkerforum am Sa., 06.02.2021, welches von 13.00-16.30 Uhr online und kostenlos stattfindet, ist der Anmeldeschluss am Mi., 03.03.2021.

Programm

  • Aktuelle Versuchsberichte des Institutes für Bienenkunde und Imkerei
  • Neue Lehrfilme für Anfänger und Fortgeschrittene
  • Bericht aus der Fachberatung mit Schwerpunkt CBPV
  • Vorstellung der Varroa-App
  • Projekt „Bee Warned“

*23* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2020

Dank des praktischen Diagnosekreis Bienenkrankheiten vom Imker und Bienensachverständigen Gerd Molter aus Marbach in Baden-Württemberg lassen sich Bestimmungen direkt am Stock vornehmen. Die Innenseite des kartonierten Wickelfaltblattes im Format DIN A5 offeriert einen in gelbschattierungen gehaltenen Kreis mit Beobachtungskriterien zu den gängigsten Krankheitsverdachtsmomenten. Die jeweils beigefügte Nummer findet sich in der nebenstehenden Liste wieder, die sodann die Erreger und mögliche Ursachen wie auch Abhilfe- und Vorbeugemöglichkeiten aufzählt. Uns hat für die Praxis lediglich der (Chronische) Paralyse-Virus gefehlt, dem wir hin und wieder begegnen.

Also, eigentlich fehlt er ja nicht uns, denn Reinhold ist selbst Gesundheitswart, Bienensachverständiger und Imkermeister. Doch wir empfehlen den Diagnosekreis sehr gerne unseren Imkerkursteilnehmenden zum entsprechenden Modul „Bienenkrankheiten / Bienengesundheit“. Eine gute Beobachtungsgabe ist noch mehr wert, wenn man weiß, wonach man Ausschau halten sollte. Auch dann, wenn man sich als Jungimker/in zunächst noch verunsichert fühlt. Denn nur mit einer exakten Beschreibung des Verdachtsfalls kann eine erste Ferndiagnose erstellt werden, falls man nicht sofort zum Standort rausfahren kann oder will.

Fortgeschrittene schlagen nach nach der Konsultation in vertiefender Literatur nach, wo sie über die Register rascher fündig werden sollten, da die Krankheit schon mal eingeengt wurde. Manches wie die Maikrankheit lässt sich auch schnell klären und wieder gut machen, indem man dem verursachenden Wassermangel abhilft. Doch sobald die Amerikanische Faulbrut oder die Tropilaelaps-Milbe – in Europa NOCH nicht angekommen, aber im Zuge des Klimawandels durchaus noch drin – ins Spiel kommt. Hier muss das zuständige Veterinäramt informiert werden, so auch im Faltblatt der ganz richtige Hinweis.

Fazit:

Gerd Molters Diagnosekreis Bienenkrankheiten ist ein handliches und von Julia Wrage übersichtlich gestaltetes Instrument, um zu einer ersten, schnellen Einschätzung des Schadensfall zu kommen und daher breit zu empfehlen.


Diagnosekreis Bienenkrankheiten / Gerd Molter; Gestaltung Julia Wrage. 1. Ausgabe. 2014. Bezugsquelle Gerd Molter, http://diagnosekreis.de/

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek

Faulbrut-Sperrbezirke Bamberg-Bug und Hohenhäusling aufgehoben

Mit AFB befallene WabeNach amtlicher Mitteilung im Rathaus-Journal, Ausg. 12 vom 19.06.2020, ist der im letzten Jahr eingerichtete Sperrbezirk rund um den Schadensfall Bug, An der Warth, aufgehoben worden. Es dürfen also wieder Völker aus diesen Bezirken verbracht werden.

Außerdem wurde im Landkreis der Sperrbezirk für Hohenhäusling aufgehoben (Amtsblatt Lkrs. Bamberg Nr 8/2020 | 29.05.2020).

Teilweise wurde Reinhold als Bienensachverständiger und Gesundheitswart mit in die Entnahme der Futterkranzproben involviert und arbeitete Hand in Hand mit dem Veterinäramt. Falls also noch Fragen bestehen, können diese gerne an ihn oder Frau Dr. Bayer gerichtet werden.

Derzeit noch eingerichtete Sperrbezirke im Landkreis Bamberg:

Welche Sperrbezirke eingerichtet sind erfährt ihr auf auf TSIS, dem Tierseuchen-Informationssystem des Friedrich-Loeffler-Instituts. Karten der Sperrbezirke werden in den jeweiligen Amtsblättern von Stadt und Landkreis Bamberg veröffentlicht.

Antwort an einen Veganer, der sich nicht sicher, ob er als Imker den Bienen etwas Gutes tut

Hallo Ilona, vielen dank für ihren Beitrag. Er war sehr aufschlussreich und hat mir viele Fragen beantwortet. Einige Zweifel habe ich jedoch immer noch.
Ich ernähre mich vollständig vegan, kann mich aber bei dem Kauf von Honig nicht vollständig entscheiden.
Sie schildern in ihrem Beitrag wie Honig nur vom Imker genutzt wird und so zu sagen „Überschuss“ ist. Bei industriellen Lebensmittel sieht das alles doch ganz anders aus. Meine Frage wäre wie die Bienenhaltung solcher Produkte aussieht, in meiner Vorstellung steht bei solchen Produkten der Profit und nicht das Wohl der Biene im Vordergrund und die Begriffe wie Massenhaltung und Ausbeuten des Tieres treffen doch zu.
Nach ihrem Beitrag bin ich jetzt etwas verwirrt, meine Quellen habe ich von https://www.peta.de/honig
Als ich diesen Beitrag gelesen habe war ich sehr abgeneigt weiterhin Honig zu kaufen. Nur widersprechen einige Punkte des Beitrags, die ich eigentlich als sehr glaubhaft empfunden habe ihren Schilderungen.
Ich selbe plane schon länger Imker zu werden, nur beschäftigen mich diese ganzen Punkte noch und ich Frage mich, tue ich der Natur und den Bienen damit überhaupt etwas gutes, oder dient es nur mir und meinem Interesse.
Lg Janosch

[Den Anlass zur Frage finden Sie im Kommentar unter dem Beitrag „Antwort an Bienenunterstützer, die nicht selber imkern und auch keinen Honig ernten“]

Biene in ApfelbaumblüteHallo, Janosch,

solange wir leben, werden Zweifel unser Leben bestimmen und warten wir umsonst auf die alles umfassende, die „einzig richtige“ Antwort. Suchen Sie weiterhin danach und bleiben Sie beweglich im Denken und Handeln, das sich aus immer wieder neuen Rahmenbedingungen und Lebensalterspezifischem speist. Wählen Sie die Quellen zur Information sorgfältig aus, denen Sie vertrauen möchten. Manches klingt zu schön oder auch zu simpel, um wahr zu sein. Manches ist kompliziert und es entsteht eine Frage nach der anderen, fühlt sich aber nach einem guten Weg an. Aus der Mischung daraus entsteht das eigene Modell des Lebens, und niemand kann sagen, ob SIE oder ICH das richtige haben. Es ist eines von vielen, vielen Tausenden, und ich maße mir nicht an, Ihnen in wenigen Zeilen eine ultimative Antwort auf Ihre wichtigen Fragen zu geben. Dies als Vorspann.

Konkret zu dieser Ihrer Frage:

„Bei industriellen Lebensmittel sieht das alles doch ganz anders aus. Meine Frage wäre wie die Bienenhaltung solcher Produkte aussieht, in meiner Vorstellung steht bei solchen Produkten der Profit und nicht das Wohl der Biene im Vordergrund und die Begriffe wie Massenhaltung und Ausbeuten des Tieres treffen doch zu.“

Unsere Antwort:

Profit zu machen ist per se nicht falsch. Denn davon werden z. B. Arbeitsplätze geschaffen und Familien unterhalten. Tatsächlich geht es wohl eher um Profitgier, die eigenes Wohl über das der anderen stellt. Zu Ihrer Beruhigung: Im imkerlichen Bereich findet das im größeren Stil hier in Deutschland so gut wie nicht statt. Die unterschiedlichen Weisen, Bienen zu halten, lassen sich aber nicht über einen Kamm scheren.
Unsere Erfahrung ist, dass Imker/innen ihre Bienen und ihr durchaus körperlich riskantes Tun lieben und alles tun, um nicht vor einem toten Volk trauern zu müssen, das sie mit aufmerksamen Fleiß gepflegt und über die Jahreszeiten hinweg begleitet haben. Eine regelrechte Industrie gibt es in Deutschland – von wenigen Großimkereien abgesehen – nicht. Und auch die großen Imkereien müssen sich an Regeln halten, die z. B. Antibiotika verbietet.

Imker – davon 90% Hobbyimker – decken 20% des deutschen Honigbedarfs

Insofern haben es andere Kontinente bzw. Länder „leichter“. Sie dürfen z. B. Medikamente verabreichen, können dafür mehr Arbeitszeit für mehr Völker aufbieten und sättigen somit auch den Bedarf in Deutschland, den wir als Hobbyimker – und das sind immerhin mehr als 90% aller Imker – zu 80% nicht bedienen können. Würden wir mehr verantwortungsvolle Imker in Deutschland haben, dann wäre der Absatz aus China oder Südamerika hier ein geringerer und wir würden nicht die „Schuldigen“ sein, dass dort fragwürdige Praktiken in Großimkereien existieren können. Wobei ich nicht sagen will, dass jeglicher ausländische Honig auf unlautere Praktiken beruht! Es gibt wie überall gute und weniger gute Absichten.

Also: Ja, industriell anmutende Imkereien mit zu vielen Völkern auf zu engem Raum gibt es tatsächlich auf der Welt. Man nennt es „Massierte Völkerhaltung“, was allerdings nicht die Masse innerhalb eines einzelnen Volkes – im Sommer bis zu 50.000 Bienen – bedeutet! Die ist nämlich ganz normal und naturgegeben. Auch finden immer wieder quälend-lange Trachtfahren z. B. quer durch die USA zu Massentrachten (Stichwort: Kalifornische Mandelfelder, Apfelblüte in Washington etc.) statt. Ebenfalls werden Medikamente wie Antibiotika verabreicht, die bei uns in Deutschland nicht erlaubt sind.

Hier bei uns ist man von all diesen Methoden doch sehr „weit weg davon“. Aber ein Stück weit dennoch auch verantwortlich dafür, dass diese Art von Haltung existiert, da wir deren billigeren Honig kaufen.

Ausbeutung?! Ja und Nein.

Ausbeuten? Hm. Eine Biene an sich lässt sich nicht ausbeuten. Sie lebt ihr Ding und tut, was ihr ihre Gene und Hormone vorschreiben. Bienen tragen so viel ein, wie sie finden und so lange sie wollen und können. Eine Sammelbiene fliegt in der Regel bis zu 15 mal am Tag hinaus. Einzig, dass die Volksentwicklung gesteuert werden kann. Im positiven Sinne beispielsweise, indem man dem Volk ein bequemes, auf ihre Bedürfnisse – (wobei da viel Forschungsarbeit schon geschehen ist und immer noch geschieht, wie genau diese aussehen) – zugeschnittenes Zuhause anbietet, um so eine Win-win-Situation zu erreichen, was die Bestäubungsleistung und – für manchen ist das mehr oder auch weniger interessant – den Honig anbelangt.

Ausbeuten tun sich hier in Deutschland aber tatsächlich die Imker/innen selbst. Sie verdienen praktisch kaum etwas am Honig, und diejenigen, die es zum Familie ernähren als Geschäftsmodell machen, verdienen das Meiste an Nebenleistungen wie Kurse und Führungen, Wabenverkauf oder spezielle Serviceleistungen für andere Imker (z. B. Wachsumarbeitung), am Bücherverkauf etc.

Weil die Deutschen zwar für teuren ausländischen Manukahonig oder Mandelmus oder Chia-Samen etc. bereit sind, viel Geld auszugeben, nicht jedoch den regionalen Imker/innen ihren Honig für einen anständigen, ehrlichen Preis abnehmen. 500g müssten, um alle Betriebsausgaben auszugleichen bei gleichzeitiger bester Bienenpflege, schätzungsweise mindestens 20 Euro kosten. Doch nein, da es im Supermarkt Honig „aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ gibt, der Tests zufolge in Wahrheit aus durchaus bis zu 99% chinesischem Honig bestehen kann, wird unser regionaler Honig keine Chance haben und somit auch zu keinem Massenprodukt werden können.

Auch hohe Völkeranzahlen können anständig gehalten werden

Aber auch 500 Völker können anständig gehalten werden, wären die Abnehmer/innen bereit, den entsprechenden Preis dafür zu zahlen. In Österreich existiert tatsächlich ein Großbetrieb mit um die 10.000 Völker, pro Stand etwa 15 – 20 Völker, betreut von mehreren Imkermeistern UND bio-zertifiziert. Als Massenhaltung könnte es tituliert werden, doch als Massenausbeutung würde ich das nicht bezeichnen. Fahrlässig ist es nur, wenn zu viele Völker auf einem Standort dicht nebeneinander stehen. Ein unkontrollierter Ausbruch von Faulbrut würde einem solchen Betrieb schnell zum Verhängnis. (Nachtrag 15.12.20: Auch die Wildbienen kämen damit unter Konkurrenzdruck und die Pflanzen entwickeln sich möglicherweise stärker „honigbienengerecht“, was nicht anzustreben ist.)

Doch eine Massenhaltung von Völker an nur einem begrenzten Standort ist in Deutschland kaum möglich bzw. wird nicht oft praktiziert. Eventuell wenige Wochen lang bei Wanderimkereien, um einen bestimmten Sortenhonig (z. B. Akazie oder Linde) zu erhalten. Und sobald ein Seuchenfall (meist die Amerikanische Faulbrut) auftritt, darf kein Volk ins Sperrgebiet aus- oder eingebracht werden. Die Imkerei würde sehr schnell in ihrer Existenz bedroht und kann einpacken. Denn Sperrgebiete bestehen oft jahrelang, da gemeinhin Veterinärärzt(inn)e(n) keinen großen Ehrgeiz daran setzen, die (von ihrer Sicht aus) „Mini-Betriebe“ schnell wieder ins Laufen zu bringen. Rinderwahnsinn, Schweine- oder Geflügelpest etc. vernichten noch viel gewichtigere Existenzen, da geht es um weitaus höhere Beträge. Auf diesen liegt denn auch ihr Hauptaugenmerk, denn sie kommen eh schon nicht herum in den chronisch unterbesetzten Ämtern.

Vermeidungshaltung

Daher werden es Imker/innen tunlichst vermeiden, dass ihren Völkern etwas zustößt. Dabei helfen ehrenamtliche (!!!) Bienensachverständige und Gesundheitswarte (so wie z. B. Reinhold), dass evtl. auftretende Krankheiten und Seuchen (die nicht zwangsweise mit Massentierhaltung zu tun haben, das kann immer auch einfach so passieren, die Sporen oder Bakterien sind nun mal da und befallen unsere Tiere wie uns Menschen ein Grippevirus) schnell wieder eingedämmt werden.
Die Vermehrung eines Volkes ist nicht eben mal schnell geschehen, sondern dauert ein gutes Jahr, um von einem Ableger zu einem sogenannten „Wirtschaftsvolk“ zu werden, also Honig übrig zu haben. Warum also sollte ein/e Imker/in auch in Großbetrieben nicht ihr/sein Bestes tun, um die Völker gesund zu erhalten? In anderen Ländern mag das anders sein. Da sind aber die viel geringeren Lohnkosten die Möglichkeit, anderweitig einzusparen und größere Verluste in Kauf zu nehmen.

Ihre Frage:

„… und ich Frage mich, tue ich der Natur und den Bienen damit überhaupt etwas gutes, oder dient es nur mir und meinem Interesse.“

Unsere Antwort:

Ja, wir tun den Honigbienen etwas Gutes, wenn wir sie verantwortungsbewusst halten, pflegen und ihnen somit ihr Überleben in unserem industriell (über)prägten gemeinsamen Lebensraum zu sichern. Den Honig dabei als kleine Gegengabe zu ernten ist absolut nicht das Problem.

Das Überleben aller sichern

Und Ja, wir sichern außerdem auch ihren Cousinen, den Wildbienen, sowie anderen Insekten das Überleben. Denn ohne Imker/innen wäre die Not dieser kleinen Wilden kaum groß aufgefallen. So ziemlich alle Imker/innen kümmern sich auch – direkt und indirekt – um diese Spezies. Sie werden meist nicht nur zur Honigbiene befragt, sondern – zumindest uns geht es so – ebenfalls zu Wildbienen. Daher informieren wir ganz automatisch auch zu Wildbienen und was man tun kann, um sie zu schützen. Imker/innen arbeiten ebenso auf eine geringere Pestizidbelastung hin und allgemein auf blühende (urbane) Landschaften. Das nutzt ALLEN Insekten!

Ohne Imker/innen hätte es z. B. kein erfolgreiches Volksbegehren „Rettet die Biene – Artenvielfalt“ in Bamberg gegeben. Wir sind einfach sehr, sehr nah dran an der Natur. Ohne unsere Beobachtungsleistung, unseren Beschützerinstinkt, unsere Freude an den Vorgängen der Natur, ohne Begeisterung für alles, was da fliegt und bestäubt, gäbe es schließlich nicht die Lobbyarbeit, die allen Insekten zu Gute kommt.

Wir brauchen aber auch die Wissenschaftler/innen, die sich in ihre Versuche vergraben und an ihrem Platz Großes leisten. Es sind jedoch (u. a.) oft die Hobbyimker/innen, die sich Gehör verschaffen und auf die Straße gehen. Und dies sicher nicht aus der Gefahr heraus, dass ihre Lebensgrundlage wegbricht, sondern in der Sorge um ein jahrmillionenaltes und ihnen anvertrautes Geschöpf namens Biene, die ihnen am Herzen liegt.

Uraltes Handwerk zwischen Erde und Himmel

Über viele Jahrtausende gab und gibt es bereits Imker/innen. Sie haben mit Honig und Wachs das Leben der Menschen, die im übrigen ja auch zur Natur gehören (!), erleichtert. Wachs spendete kontrollierbares Licht, half zusammen mit Honig gegen Krankheiten, Honig diente zur Haltbarmachung von Speisen und das Überleben des kalten, kargen Winters, wurde als wertvoller Wachsstock jeder Brautausstattung beigelegt …

Wir modernen Imker/innen stehen in einer unglaublich langen Kette von Bienenhalter/innen, die bis in die Frühzeit des Menschen zurück reicht, als eine der ältesten Berufe der Menschheit, der hoch geachtet war, mit der Erlaubnis, Waffen zu tragen, sich und sogar ihren König, der hin und wieder durch den Wald zieht und Schutz braucht, zu verteiden. Und mit eigener Gerichtsbarkeit, mit Dank überschüttet und dem auch heute noch geltenden verbrieften Recht, unbehelligt in jedermanns Garten steigen zu dürfen, um die kostbaren Schwärme einzufangen. Doch wen kümmert’s heute?! Damit kommen wir zum Schluss …

Wen kümmert’s heute?!

Wen kümmert’s, wenn es keine von Imker/innen gepflegte und gehegte Honigbienen mehr gibt? Wenn es nicht mehr wie gewohnt im Apfelbaum summt und es still wird über der Wiese? SIE als Veganer sind ein Ernährungsexperte. Beantworten SIE es sich selbst:

Werden Veganer/innen, Vegetarier/innen, Flexitarier/innen … weiterhin mit gutem Gewissen leidlich satt, ohne auf von weit her herangekarrte, verschiffte, eingeflogene oder unter fragwürdigen Umständen hergestellte Lebensmittel zurückgreifen zu müssen?

Ich persönlich vermute: Ja, wir werden einfach mehr windbestäubte Ware wie Mais oder Getreide essen. Denn wir Menschen sind unglaublich anpassungsfähig. Im Gegensatz zu unserer westlichen Honigbiene übrigens, die im Bezug auf die aus Asien stammende Varroamilbe keine ähnliche Anpassungsleistung in wenigen Jahrzehnten schafft. SIE ist seit über 30 Jahren tatsächlich auf uns angewiesen, dass wir ihr dabei helfen, als Art zu überleben.

Und um es vorweg zu nehmen: Nein, die Wildbiene oder andere Insekten vermögen es nicht alleine, die Grundsicherung unseres landwirtschaftlichen Kulturgutes zu sichern. Sie sind nicht blütenstet bzw. zum Teil sind sie oligolektisch lebend und sie haben einen viel kleineren Flugradius. D. h., die Bestäubung von einem Apfelbaum wäre ohne Honigbiene nicht in der Menge und Qualität von anderen Insekten zu leisten. Das ist unbestreitbarer Fakt. Durch Züchtung von z. B. Holzapfel und Holzbirne bei gleichzeitig gezieltem Einsatz von Honigbienenvölkern, aufgestellt in die Nähe der Bäume, beißen wir uns heute nicht mehr die Zähne aus und finden leckere Sorten vor, die uns schmecken.

Auch als Mensch Teil der Natur

Und deshalb: Ja, Sie dienen damit auch Ihrem Interesse. Und warum denn auch nicht?!
Lieber Zeitgenosse, Sie sind AUCH ALS MENSCH mit all seinen Stärken und Schwächen ein Teil der Natur und im großen Plan von Gott / der Göttin / des Universums / …“ enthalten!

Ja, Sie dürfen sich etwas Gutes tun, mindestens jedoch etwas Lebenserhaltendes. Sie dürfen selbstverständlich Ihr Obst und Gemüse und Ihre Beeren sowie alles weitere an Pflanzen essen. Sie dürfen dabei der samenverschleppenden kleinen Ameise, dem langrüsseligen schönen Schmetterling, der kadaverfressenden lästigen Fliege, dem kirschkernverbreitenden singenden Vogel … und der bestäubungsstarken fleißigen Honigbiene einen Teil ihrer jeweiligen Aufgabe überlassen, um alles zum Wachsen und Gedeihen zu bringen.

Sie dürfen – um jetzt konkret bei der Honigbiene zu bleiben – ihr im Gegenzug dabei helfen, aus einem gesicherten, pfleglichen und behüteten Heim heraus, der Bienenbeute, loszustarten und das zu tun, was sie gerne und durchaus freiwillig tut. Nämlich sich und ihresgleichen zu erhalten und zu vermehren.

Sie kann es nicht mehr ohne unsere Hilfe tun

Allerdings: Sie kann es ohne uns Menschen gar nicht mehr ganz alleine, denn dieser Zug ist leider abgefahren. Das Rad drehen wir hier nur schwer zurück. Doch daran – z. B. mehr Resilienz und gezielt eine bessere Varroaresistenz – wird geforscht. Imker/innen tragen flächendeckend auf verschiedene Weise ihren Teil dazu bei. Das fällt vielleicht nicht so auf, aber sie tun es. Ehrenamtlich, unentgeltlich und ohne groß darüber zu berichten. Na ja, von uns und einigen anderen mal abgesehen 😉

Wenn Sie die Welt weiterhin ein Stück weit mit retten möchten, dann dürfen und müssen Sie auch in IHREM Interesse handeln. Denn sich und die eigene Art zu schützen, ist die Triebfeder der Evolution. Ihr Interesse – und das signalisieren Sie auch – ist es, dies ohne die Ausbeutung von Tieren zu schaffen. Das ist prima und ehrt Sie! Manchmal ist es von großer Bedeutung, etwas BLEIBEN ZU LASSEN. Z. B. ständig oder viel oder ganz generell hirnlos gequältes Fleisch zu konsumieren. Manchmal ist es von großer Bedeutung, AKTIV etwas zu tun wie z. B. die Honigbienenhaltung. Nicht zuletzt darum, um in einen unglaublichen Kosmos einzutauchen, der ganz sicherlich nicht bei Apis mellifera aufhört, sondern in aller Regel darüber hinaus geht. Er wird Sie bestärken als achtsamer, einfühlsamer, geduldiger, lernender, erkenntnisfähiger und wertschätzender Mensch, denn Sie werden all das brauchen und verstärken, sobald Sie Bienen halten.

Um Himmels willen …

Sie werden daher kaum Imker/innen kennenlernen, denen das Leben, die Natur oder die Welt egal sind. Das krasse Gegenteil ist der Fall. Imker/innen haben allesamt ein Wunder geschaut, werden klein und demütig, fasziniert und voller Bewunderung, werden süchtig, alles zu erfassen, was es über diese summende Welt zu wissen gibt.

Die meisten Imker/innen hinterfragen sich ständig, sind zutieftst traurig über Misserfolge, werden schweigsam oder im Gegenteil sehr beredt, tun sich irre schwer mit dem Aufhören noch weit über die 80-Jahre-Grenze, wissen nicht, wie sie den Honig real berechnen sollen, weil es ihnen im Grunde egal ist, wollen einfach nur raus in den Garten, um nach ihren Bienen schauen, wie es ihnen geht und ob sie noch alle da sind, achten längst schon auf keine Stiche mehr, weil das einfach dazu gehört und keiner Rede wert ist, haben Glanz in ihren Augen, wenn sie dann ernten und das Wunder der Natur, dass sich ihnen ein Jahr lang gezeigt hat, goldschimmernd-duftend offenbart und sie den Zyklus des Jahres, seines Werdens und Wachsens sozusagen erschmecken, werden darüber verschroben, sonderbar und wunderlich, vergessen Raum und Zeit und andere Menschen, ja, um Himmels willen … wollen Sie WIRKLICH Imker werden?!

Um es kurz zu machen. Lernen Sie Imkern und entscheiden Sie in drei Jahren erneut, welchen Weg Sie gehen möchten. Sie können nichts verlieren oder grundsätzlich falsch machen, doch sehr viel für sich und Ihre Mitwelt gewinnen! Das dürfen Sie glauben – oder auch nicht. WIR jedenfalls machen weiter und opfern Wochenenden, Urlaub und Feiertage, um Bienen eine Stimme zu geben, und um z. B. Ihnen, lieber Suchender, auf Ihre berechtigten Fragen Antworten zu geben, so gut wir es vermögen. Halten Sie uns gerne auf dem Laufenden, wie Sie sich entscheiden werden! Und zumindest: Kaufen Sie Honig nur bei regionalen Imker/innen!

Alte Apfelsorten

Schied happens?! Erste Versuche mit dem angepassten Brutraum

Material für Schiede für einen angepassten BrutraumEs gibt etliche Grundsätze und Methoden, um das Schwärmen zu verhindern. Weiselzellenbrechung ist die simpelste, aber auch nicht so ganz so nette Weise. Außerdem scheinen manche Völker in eine Art Depression zu fallen, wenn der Schwarmtrieb zu häufig unterbrochen wird. Die Folge kann sein, dass sie ihre Königin töten, möglicherweise davon ausgehend, dass sie nichts taugt.

Daher probieren wir es heuer mit dem angepassten Brutraum. Wobei wir zugegebenermaßen etwas spät damit dran sind. Aber der Lockdown der Corona-Zeit hat es ja auch nicht unbedingt erleichtert, das Material zu bekommen.

Steckbrief – noch ohne eigene Erfahrungwerte. Die reichen wir dann nach.

Material für Schiede für einen angepassten BrutraumZiel, Zweck und Wirkung: Verringerung der Schwarmstimmung durch kompakteres Brutnest bei der Brutentwicklung, dadurch bessere Verteilung des Königinnenpheromons, dadurch besserer Zusammenhalt des Volkes, so die Theorie. Außerdem Verhinderung übermäßigen Eintrags von Pollen in den Brutraum zu Lasten des Brutverhaltens.

Hintergrund: Ist der Brutraum zu groß, nutzen die Bienen die vom Schlupf frei werdenden Zellen, noch bevor die Königin erneut Eier einlegen kann. Durch die räumliche Anpassung an die Legeleistung der Königin wird dies verhindert.

Methode: Einengen des Brutraum mittels Schieden

Material: Pro Zarge 1-2 Schiede aus Holz

Einkaufsliste pro Schied:

  • Holzplatte (Kiefer oder wasserfest geleimtes Sperrholz) 1 cm Dicke mit Außenmaß eines Rähmchens
  • Vierkantstäbe 1 cm Dicke, Länge nach entsprechenden Rähmchen-Oberträgermaß
  • Holzkleber / Weißleim
  • ggf. Klebestreifen zur weiteren Befestigung (aus Alu, mögen Bienen nicht anknabbern)

Praxistipp:

  • Einengen nach Entwicklungsstand, etwa ab Februar bis zur Ernte
  • Ein wenig abrücken von der nächstgelegenen Wabe, damit Bienen ihren Beespace behalten
  • Literatur: Gerdes, Werner: Buckfast-Biene. in der angepassten Dadant-Beute die einfachste Art erfolgreich zu imkerm. Verl. Buschhausen. 2. Aufl. 2016. -> Kap. 5.3.6.

11.04.20: BLIB-Imkerkurs für Anfänger, Modul 3

Sa., 11.04.20  |  10.00 – 12.30 Uhr

3. Modul: Bienengesundheit / -krankheiten

Totenfallkontrolle, verkürzter Hinterleib; Diagnose: VarroaschadenWas? Auch Bienen können krank werden. Wir lernen die gängisten Krankheiten erkennen und erfahren, wie wir vorbeugen und zum Teil heilen können. Im darauf folgenden kurzen (virtuellen) Praxisteil kontrollieren wir einen Drohnenrahmen als Maßnahme der Varroaprophylaxe.
Wo? Bienen-InfoWabe (BIWa) – Adresse und Daten unter dem angegebenen Link.
Online-Kurs. Sie erhalten einen Link nach Ihrer Anmeldung bei uns.
Kosten, Anmeldung und Programm? Siehe BLIB-Imkerkurs-Anfänger2020 sowie Zusatzprogramm Honigschleudertage-Termine20. Einstieg jederzeit nach Zahlungseingang des Kursbeitrags möglich.
Dieses Modul ist auch als Einzelmodul für Fortgeschrittene buchbar. Kosten € 30.
Und sonst? Dieses Modul ist Pflichtmodul für eine Teilnahmebescheinigung über den Gesamtkurs.
Bitte installieren Sie auf Ihrem Computer den Browser Chrome bzw. auf ihren Mobilgeräten die App Jitsi Meet.