Übersicht
- Phänologie und Bienen
- Restentmilbung
- Verzicht auf die Winterbehandlung – ja, aber …
- Mäusegitter
- Termine
Phänologie und Bienen
Momentan tragen unsere Bienen an warmen Tagen zur Mittagszeit noch vereinzelt Pollen ein. Beispielsweise blühen in den Gärten immer noch wunderschön die Herbstastern und Ringelblumen.
Die im Verfahren Teilen und Behandeln (TuB) erstellten Jungvölker gehen jetzt Ende Oktober, Anfang November weitgehend aus der Brut. Noch milde Spätherbsttage können durch den Einfluss polarer Kaltluftmassen in der ersten Novemberhälfte jedoch ein schnelles Ende finden. Mit sinkenden Temperaturen bilden die Bienen dann eine Wintertraube und mit den ersten Nachtfrösten stellen die Königinnen die Eilage ein.
Restentmilbung
Mit der Hauptentmilbung der Altvölker im August und der Jungvölker im September wurde der Varroabefall in den Bienenstöcken möglichst stark reduziert und so die Aufzucht gesunder Winterbienen ermöglicht.
Die Restentmilbung bildet den Abschluss der Varroabehandlung im Spätherbst beziehungsweise Frühwinter. Ziel ist es, im Wintervolk die Anzahl der Varroamilben auf ein minimales Niveau zu bringen. Je geringer nämlich der Varroabefall beim Start der Völker im Frühjahr sein wird, umso später wird im Laufe des nächsten Jahres eine kritische Belastung erreicht.
Irrglaube ist, dass stark mit Milben befallene Völker sich mit der Restentmilbung noch „retten“ lassen. Doch meist ist der Schaden bereits angerichtet. Solche Völker haben es schwierig, über den Winter zu kommen und vital bei ausreichender Volksstärke in den Frühling zu starten.
Verzicht auf Winterbehandlung – ja, aber …
In letzter Zeit wird im Rahmen des Zuchtprojekts „Varroaresistenz 2033“ intensiv über den Verzicht auf die Restentmilbung (Winterbehandlung) diskutiert. Der Grundgedanke findet meine Zustimmen, jedoch ist das Vorgehen nicht für alle Betriebsweisen gleichermaßen angebracht.
Der Grundgedanke: „Selektion“
Der Grundgedanke beinhaltet eine gezielte Selektionsmethode: Ohne die Winterbehandlung lassen sich jene Völker, in denen sich die Varroamilbe besonders stark vermehrt, im folgenden (Früh-)Sommer leichter identifizieren und folglich von der Zucht ausschließen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine engmaschige Kontrolle des Milbenbefalls, um rechtzeitig einzugreifen und Völkerverluste zu verhindern. Notwendig hierfür ist ein sehr konsequentes Sommerbehandlungskonzept wie etwa gezielte künstliche oder natürliche Brutpausen.
Dieser Ansatz ist das genaue Gegenteil der klassischen Strategie: Bei der traditionellen Restentmilbung im Winter wird versucht, mit einem möglichst milbenfreien Volk in das neue Jahr zu starten, um den Varroadruck bis nach der Honigernte im Sommer niedrig zu halten. Erst nach der Ernte kommen dann – ohne Gefahr für die Honigqualität – organische Säuren oder andere Medikamente zum Einsatz.
Mein Fazit
Der Verzicht auf die Winterbehandlung ist ein vielversprechendes Werkzeug für Imker, die sich aktiv an der Varroatoleranz-Zucht beteiligen. Für die breite Masse der Wirtschaftsimker empfiehlt es sich jedoch nach wie vor, die bewährte Restentmilbung bei Brutfreiheit im Winter durchzuführen. Denn die Selektionsmethode ist – vor allem im Sommer zur Honigernte – um einiges aufwendiger und die Gefahr, dass Tiermedikamente im Honig landen, höher.
Träufelbehandlung
Die Restentmilbung erfolgt durch eine Oxalsäuredihydratlösung 3,5% mittels Träufelbehandlung. Deren Wirksamkeit ist wesentlich an zwei Voraussetzungen geknüpft: Erstens, das Bienenvolk soll brutfrei sein, und zweitens, das Bienenvolk soll eng sitzen.
Brutfreiheit
Die Oxalsäure wirkt nur bei direktem Kontakt auf die Varroamilbe. Sie dringt nicht in verdeckelte Brutzellen ein. Milben in den Zellen werden daher nicht erreicht, sondern nur diejenigen, die auf den Bienen sitzen. Folglich nutzt man zur Behandlung die brutfreie Zeit im Winter.
Die Regel ist, dass Königinnen während Kaltwetterperioden mit Nachtfrösten die Eilage einstellen. Die ersten Frostphasen bekommen wir in Bamberg (ca. 250 – 400 m ü. NHN) meist im November. Spätestens nach drei Wochen ist sodann jedes Bienlein geschlüpft – die Völker sind brutfrei. Für uns Imker ist das der Zeitpunkt, um nun genau das Thermometer und die Wetterprognosen zu beobachten.
Enger Bienensitz
Je kälter es ist, desto enger sitzen die Bienen in der Wintertraube und desto besser verteilen sie die geträufelte Oxalsäure untereinander. Deshalb warten wir zur Behandlung – Brutfreiheit vorausgesetzt (siehe oben) – einen Tag mit Temperaturen unter 0 °C ab. Meist ist dies im Dezember. Entsprechend werden wir in den nächsten Monatsbetrachtungen näher auf die Behandlung eingehen.
Achtung: Nur einmal behandeln
Für das Träufelverfahren gilt unbedingt, folgenden Merksatz zu beachten: „Zweimal ist einmal zu viel“. Denn eine zweite Behandlung schwächt die Völker zu sehr.
Oxalsäure sublimieren / verdampfen
Als Alternative zur Träufelbehandlung setzen wir bevorzugt das Verfahren der Sublimierung ein. Dabei wird die Oxalsäure als Pulver (Feststoff) direkt in Dampf umgewandelt. Umgangssprachlich spricht man hier oft vom „Verdampfen“, Das ist physikalisch nicht ganz korrekt, denn nur Flüssigkeiten können verdampfen, nicht jedoch Feststoffe.
Damit die Behandlung optimal wirkt, muss das Bienenvolk brutfrei sein – genau wie bei der Träufelbehandlung.
Die Vorteile
- Bessere Verträglichkeit, daher Mehrfachanwendung möglich. Warum genau das so ist, ist noch nicht bekannt. (Die Zulassung von Varroxal sieht nur eine zweimalige Behandlung vor!)
- Flexibles Wetterfenster: Im Gegensatz zur Träufelbehandlung kann die Sublimierung bereits bei herbstlichen Temperaturen um die 10 °C durchgeführt werden.
Wichtiger Hinweis zum Anwenderschutz
Beim Arbeiten mit Oxalsäuredampf ist der (Eigen-)Schutz sehr wichtig. Bitte unbedingt einen geeigneten Atemschutz tragen (Schutzstufe FFP3)!
Mäusegitter
Sofern noch nicht Ende Oktober geschehen, ist spätestens jetzt der Zeitpunkt, das Mäusegitter anzubringen. Falls das Flugloch zum Schutz vor Räuberei oder Wespen eingeengt ist, wird es gänzlich geöffnet.
Bewährt haben sich Gitter mit einer Maschenweite von 8 mm. Im Handel werden auch Gitter mit einer Maschenweite von 6,3 mm angeboten. Damit geht man sicher, dass keine Spitzmäuse in die Bienenstöcke eindringen können. Die Bienen haben allerdings einige Mühe, durch diese engen Maschen hindurch zu krabbeln. Außerdem bleiben die Pollenhöschen daran hängen. Darum bevorzugen wir die größere Maschenbreite und hatten bislang auch das Glück, dass unsere hiesigen Spitzmäuse in der „Genussregion Bamberg“ offenbar eine kräftigere Bauchmitte besitzen 😉.
Termine
November/Dezember 2026 (auf Zuruf)
Imkerkurs für Anfänger,
12. Modul „Restentmilbung, Winterbehandlung“
3 Wochen nach Kälteeinbruch (=Brutfreiheit). Wir benachrichtigen entsprechend.
Fr., 06.11.2026 bis So., 8.11.2026
eurobee, Messe Friedrichshafen
Sa., 14.11.2026 – FKBB-Vorstandssitzung 2026-5
Wann? 16.00 – 17.30 Uhr
Was? siehe Einladung
Wo? Caritas-Pflegezentrum St. Otto, Ottostraße 10
->🅿️ Parken direkt vor dem Eingang im Hof aus Richtung Hainstraße. (Barrierefrei).
Für wen? Vorstand Förderkreis Bienenleben Bamberg e. V., FKBB und angemeldete bzw. geladene Gäste.
Sa., 14.11.2026, Mitgliederversammlung FKBB e. V.
Wann? 18.00 – 20.30 Uhr
Wo? Caritas-Pflegezentrum St. Otto, Ottostraße 10
-> 🅿️ Parken direkt vor dem Eingang im Hof aus Richtung Hainstraße. (Barrierefrei).
Was? Mitglieder wie Gäste sind zum Rückblick und zur Vorschau zur Arbeit des Förderkreises in Sachen Bambergs Bienenwelt herzlich eingeladen. Ein kleiner Flohmarkt mit hochwertigen Weihnachtsobjekten läuft parallel dazu. Der Erlös geht an den Verein. Detaillierte TOPs in kommender Einladung für Mitglieder.
Für wen? Mitglieder des Förderkreis Bienenleben Bamberg e. V. (FKBB) und Gäste sind herzlich willkommen! BITTE ANMELDEN wegen Verköstigung!
Alles weitere dazu siehe unter Aktivitäten und Termine.
































