Varroabehandlung und Wabenhygiene (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK26, Modul 9)

Übersicht:

Im Modul 9 des Imkerkurses für Anfänger am Samstag, den 8.8.26, standen zwei Arbeitsschritte auf dem Programm: Wabenhygiene und Varroabehandlung. Beide Arbeitsschritte lassen sich gut in einem einzigen Arbeitsgang verbinden. Zuerst wird die Wabenhygiene durchgeführt, indem eine Zarge mit Altwaben aus dem Volk entnommen wird. Die so frei gewordene Zarge dient danach als Leerzarge für die Aufstellung des Dispensers zur Spätsommerpflege mit Ameisensäure.

Im Theorieteil des Kurses behandelten wir im Vorgriff zunächst die Winterbehandlung mit Oxalsäure. Danach besprachen wir die jetzt im August anstehende Varroabehandlung mit Ameisensäure.

In der Praxis am Lehrbienenstand führten die Teilnehmenden anschließend selbständig die Wabenhygiene durch und stellten den Dispenser für die Ameisensäurebehandlung auf.

Grundsätzliches zur Oxalsäurebehandlung (im Winter)

Zunächst erläuterte Reinhold Burger die Oxalsäurebehandlung, die allerdings erst im Winter stattfinden wird. Doch im Sommer lässt sich der Theorie doch angenehmer lauschen als später im Kalten.

Entscheidend für eine optimale Wirkung der Behandlung ist der richtige Zeitpunkt. Die Bienen sollen aus der Brut gegangen sein, also dann, wenn es ein paar Tage lang hintereinander gefroren hat und drei Wochen später dann brutfrei sind. Außerdem sollte es für das Träufeln der Oxalsäurelösung am Behandlungstag selbst richtig kalt sein, möglichst 0 °C und kälter, damit die Bienen in einer kompakten Wintertraube sitzen. So verteilt sich durch den engen Kontakt der Bienen untereinander die Oxalsäure besser. Darüber hinaus fliegen auch keine oder kaum Bienen beim Öffnen des Volkes auf.

Ferner müssen die Gerätschaften (siehe Checkliste in der Kursorganisation) parat stehen. Denn vor Ort sollte angesichts des dann meist engen Zeitfensters – oft steigen die Temperaturen gegen Mittag – alles reibungslos verlaufen.

Die Sublimation („Verdampfen“) wirkt am besten bei Außentemperaturen zwischen 2 °C und 10 °C. Im Unterschied zur Träufelbehandlung sollten die Bienen etwas lockerer in der Traube sitzen. So kann die Oxalsäure möglichst viele Bienen erreichen.

Träufelbehandlung Oxalsäure – Arbeitsschritte im Winter

  1. Windel einschieben
  2. (Schutz-)Brille aufsetzen
  3. Handschuhe überziehen
  4. Mit Spritze Oxalsäure aus angewärmter Flasche aufziehen
  5. Kanüle aufstecken
  6. Obere Zarge von vorne ankippen
  7. Errechnete Oxalsäuremenge gleichmäßig zwischen den Wabengassen verteilen
  8. Kontrolle, ob zu viel von der Oxalsäure auf der Windel landete

Alles weitere im Blogbericht zu Modul 12 zur gegebener Zeit.

Übrigens: Nicht nur beim Aufziehen der Spritze, auch bei der Windelkontrolle muss an den Arbeitsschutz in Form von säurefesten Einmal-Handschuhen gedacht werden. Denn die verabreichte Oxalsäure tropft natürlich auch durch die Wabengassen hindurch und landet auf der Windel. Beim Säubern der Windel gerät man dann unweigerlich in Kontakt mit der Säure.

Sublimation („Verdampfen“) Oxalsäure – Arbeitsschritte im Winter

Das Verfahren des Sublimierens durch Erhitzen der kristallinen Oxalsäure(dihydrat), die sodann „verdampft“, gilt als eine sehr bienenschonende und hochwirksame Behandlung gegen die Varroamilbe.

Reinhold stellte zwei verschiedene Gerätschaften zur Sublimierung vor:

1. Den von uns vom Handling her bevorzugten InstantVap.

2. Varrox Eddy, der im eigentlichen Gebrauch zwar genau so umstandsfrei ist, jedoch das Hantieren mit dem kleinen Töpfchen für das Pulver uns – gerade im Winter und mit Handschuhen – weniger anspricht.

Historie: Seit September 2023 ist das Tierarzneimittel Varroxal – 0,71g/g Pulver für den Bienenstock in Deutschland zugelassen. Varroxal unterliegt nicht der Verschreibungspflicht, kann also frei erworben werden. Zulassungsinhaber ist die Firma Andermatt Biovet GmbH. Bei Varroxal handelt es sich um kristallines Oxalsäuredihydrat, das zum Träufeln, Sprühen sowie zur Sublimation, in Imkerkreisen umgangssprachlich als „Verdampfen“ genannt, angewandt werden darf.

Der Begriff „Sublimation“ bezeichnet den direkten Übergang eines Stoffes vom festen in den gasförmigen Zustand unter Auslassung einer flüssigen Phase. „Verdampfen“ hingegen bezeichnet den Übergang von flüssig zu gasförmig, was als ein minimaler Unterschied gesehen werden könnte, jedoch in punkto Zulassungsbedingung entscheidend war und ist.

Voraussetzung zur Wirksamkeit der Sublimation

Voraussetzung für eine gute Wirkung dieser Methode ist natürlich die Brutfreiheit, da Oxalsäure nicht in die Waben hineinwirkt und somit eben nicht auf die in den Brutzellen versteckten Milben, die die Mehrzahl in einem Volk bilden. Außerdem sollte die  Außentemperatur zwischen 2 °C und 10 °C betragen.

Varroxal ist standardmäßig ebenfalls für eine einmalige Behandlung im Herbst/Winter vorgesehen. Eine zweite Verdampfungsbehandlung ist – im Gegensatz Träufelbehandlung  mit Oxalsäure – möglich, wird jedoch nur bei stark befallenen Bienenvölkern und bei Völkern mit kleinen Flächen verdeckelter Brut im Winter empfohlen.

Die Dosierung liegt bei 2 Gramm pro Volk und Anwendung, unabhängig von der Größe des Magazins und der Anzahl Zargen.

Zur Sublimation ist eine FFP3-Maske unerlässlich. Beachten Sie unbedingt die Sicherheitshinweise!

Soweit die winterliche Vorausschau. Kommen wir zu dem, was im Zeitraum August aktuell notwendig wird. Und ja, es ist für die Bienen keine Wellness-Kur, aber unumgänglich. Heuer hatten sie gleich nach der Behandlung erst mal außen an der Beute abgehangen – bei der Hitze auch kein Wunder.

Ameisensäurebehandlung

Im gesamten 12-moduligen Kursverlauf gehen wir immer wieder auf den gefürchteten Bienenschädling Varroa destructor ein, besonders im Modul 3 zur Bienenkrankheiten. Im heutigen Modul 9 wird die Theorie durch die praktische Anwendung abgerundet. Vorgestellt werden die beiden gebräuchlichsten Säurespender, nämlich der Liebig-Dispenser und der Nassenheider® Verdunster Professional. Punktuell vertieft werden die einzelnen Schritte im Kapitel „Zur Praxis – Sicherheit und Kontrollen“.

Liebig-Dispenser

Verwendungshinweise, Skala auf dem Liebig-Dispenser zur VarroabehandlungDer Liebig-Dispenser besticht durch seine einfache Handhabung. Voraussetzung für das Gelingen der Behandlung ist die zu ermittelnde wetter- und volksstärkenabängige Dosierung (Hinweise dazu auf dem Plastikfläschchen wie auch auf dem Docht). Zur Veranschaulichung teilten wir die entsprechend zu verwendenden Materialien aus. Dabei finden sich verschiedene Produktausführungen mit etwas unterschiedlichen Skalen.

Der Liebig-Dispenser besteht aus drei Teilen:

  1. Plastikflasche (Dispenser) mit zwei Skalen, die es ermöglichen, die Mengenangabe auch dann abzulesen, wenn das Fläschchen bei seinem Einsatz auf den Kopf zu stehen kommt. So hat man die angepeilte Verdunstungsmenge gut im Blick und kann ggf. nachsteuern.
  2. Viereckige (gelbe) Grundplatte aus Plastik.
  3. Ein sogenannter Docht in Form eines quadratischen Papiervlieses, das in die Grundplatte gemäß Größenempfehlung eingelegt wird. Auf den Docht wird später der Dispenser an die Grundplattenstifte aufgesteckt.

Papierdocht des Liebig-Dispensers zur Varroabehandlung

Auf diesen viereckigen Papierdochten ist – mit ein bisschen Nachdenken – herauszulesen, wie groß der Docht bleiben kann und wieviel Ameisensäure (AS) verwendet werden soll, und zwar in Abhängigkeit vom 1. jeweiligen Beutensystem, 2. der im Varroa-Wetter prognostizierten Wetterlage bzw. Verabreichungsempfehlung und 3. dem beabsichtigten Säurewert, also 60% bzw. 85% ad us. vet. Wobei letzterer in Deutschland nur bei „Behandlungsnotstand“ via Verschreibung durch einen Tierarzt verabreicht werden darf.

Grundregel zur Dosierung

Je wärmer die Außentemperatur, desto kleiner sollte der Docht sein. Doch bei 60% AS wird ohnehin der gesamte Docht (für zwei Zargen) benötigt. Wir verwenden in der Regel 150 ml, wobei auch 200 ml möglich wären. Die Verdunstungsrate pro Tag sollte bei etwa 50 ml liegen¹. Zu wenig Verdunstung wirkt nicht, dann muss wiederholt werden. Bei zu schneller Verdunstung kann mit einer Verkleinerung des Dochtes gegengesteuert werden.

Bei zu kühlem, nassen Wetter können auch zwei Dispenser eingesetzt werden. Oder die Alternative, den …

Nassenheider® Verdunster Professional

Beim Nassenheider® Professional muss man beim Aufbau sehr geduldig sein. Seine vielen Einzelteile sind in der Handhabung aufwändiger. Der Unterschied des Nassenheider Professional gegenüber dem Liebig-Dispenser liegt im Dochtsystem, der für einen konstanten Flüssigkeitsstrom sorgt. Er ist daher für eine Langzeitbehandlung (bspw. bei Urlaubsplänen denkbar) und insbesondere bei kühleren Temperaturen durchaus eine gute Wahl.

Funktionsprinzip
Der vertikale Docht saugt die Ameisensäure an und transportiert sie über den U-förmigen Schenkel nach unten auf den horizontalen Docht, wo sie abtropft und verdunstet. Der gelochte Fuß stellt dabei sicher, dass sich die beiden Dochte nicht berühren (Verhinderung von Kapillaritätseffekten). So wird immer ein nahezu konstanter Volumenstrom an Ameisensäure transportiert und verdunstet. [via Immenschuur.de]

Die Menge der AS beim Nassenheider® Professional ist höher als beim Liebig-Dispenser (siehe hierzu entsprechende Anwenderempfehlungen im Beiblatt des Produkts!). Achtgeben, wenn auf einer kühlen Witterung noch einmal heiße Tage folgen! Eventuell „badet“ der horizontale Docht in der Schale in zu viel Säure, die schlagartig verdunstet und dann auf die Bienen zu heftig einwirkt. Dann gegebenenfalls die Schale (mit Schutzhandschuhen!) tagsüber entnehmen und in den kühlen Stunden wieder einsetzen.

Alternativ können bei schlechter Witterung auch zwei Liebig-Dispenser mit einigem Abstand zueinander in die Zarge gestellt werden.

Zur Praxis – Sicherheit und Kontrollen

Nach der Wabenhygiene (siehe Kapitel weiter unten) wird die mit 150 ml Ameisensäure gefüllte Vorratsflasche des Liebig-Dispensers auf die mit der Dochtauflage ausgestatteten Grundplatte aufgesteckt. Beides wird waagrecht in eine leere, oben aufgesetzte Zarge platziert. Vom Handling her ist es sicherer, wenn die gelbe Grundplatte auf das aufrechte Fläschchen gesetzt wird.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und Wabenhygiene

Geht man umgekehrt vor, also setzt man stattdessen den Dispenser auf die Platte, müsste man ihn kippen. Doch dabei kann vorzeitig Säure ausfließen. Ganz übel, falls man beim Befüllen des Fläschchens vergessen hatte, den Tropfaufsatz wieder anzubringen und dabei im Worstcase ohne Handschuhe und über der Beute vorging – alles denkbar!

Schutzhandschuhe verwenden. Das Handschuhmaterial muss gegen den verwendeten Stoff ausreichend undurchlässig und beständig sein. Vor Gebrauch Dichtheit prüfen. Handschuhe vor dem Ausziehen vorreinigen, danach gut belüftet aufbewahren. Hautpflege beachten.
Hautschutzsalben bieten keinen ausreichenden Schutz gegen diesen Stoff. Völlig ungeeignet sind Stoff- oder Lederhandschuhe. [Auszug aus GESTIS Stoffdatenbank]

Die Platte des Liebig-Dispensers besitzt in der Mitte eine leichte Vertiefung. Dort wird eventuell zu viel ausgetretene Säure aufgefangen, vorausgesetzt, die Beute steht tatsächlich waagrecht und die Oberträgerleisten der Rähmchen weisen keinen Wachsüberbau auf. Vorher also gegebenenfalls Propolis oder Wachs vom Oberträger abkratzen.

Ameisensäurebehälter sollten möglichst in einem kühlen Raum (Keller) aufbewahrt werden. Denn eine mögliche Zersetzung der Flüssigkeit mit einhergehender Kohlenmonoxidabspaltung kann geschlossene Gefäße platzen lassen.

Wirksamkeitskontrolle

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneUm später kontrollieren zu können, ob die Varroabehandlung wirksam war, wird eine Windel eingeschoben. Vor allem bei der Oxalsäurebehandlung im Winter empfiehlt sich das Einsetzen VORAB der Behandlung. Denn so lässt sich erkennen, ob die Träufelbehandlung eventuell nutzlos durch die Wabengassen lief.

Nach drei Tagen sollten Varroen gefallen sein. Um hingegen den „natürlichen“ Milbenbefall festzustellen, steht nach 14 Tagen eine erneute Zählung an, da dann die bislang noch verdeckelten Bienen geschlüpft sind – und mit ihnen die Milben.

Wabenhygiene (die VOR der Ameisensäure durchgeführt wird)

Ziel ist es, alte Waben loszuwerden und die Bienen auf „neue“ bzw. unbebrütete Waben zu bekommen. Dazu muss man wissen:

Die Bruttätigkeit und Größe von Wirtschaftsvölkern nimmt im Spätsommer ab. So ist Mitte August bei Völkern, die auf zwei Bruträumen geführt werden, die unterste Zarge in der Regel bereits brutfrei. Die Bruttätigkeit konzentriert sich also auf den zweiten Brutraum. Das kann man gut nutzen und das alte Wabenwerk des unteren Brutraumes entnehmen.

Das Hochziehen des Volkes in den oberen Brutraum wird unterstützt durch das Aufsetzen einer Zarge mit leergeschleuderten Waben, die nach der Honigernte (bei uns im Juli) anfallen. Diese ehemaligen Waben des Honigraums sind unbebrütet (bei Verwendung eines Absperrgitters) und aus frischem, unbelastetem Wachs.

Wird auf eine Fütterung unmittelbar nach der Honigernte verzichtet, so begünstig das den Vorgang des Hochziehens der Bienen. Es sei denn natürlich, die Bienen sitzen wirklich auf dem Trockenen. Dann muss vorher etwas gefüttert werden. Fünf Kilo (entspricht 2 volle Waben) sollten auf alle Fälle im Volk verbleiben!

Was gegen eine sofortige und vollständige Einfütterung spricht, ist außerdem, dass der Feuchtigkeitsgehalt in der Beute steigt. Dadurch wird die Wirksamkeit der AS-Behandlung durch eine schlechtere Verdunstung beeinträchtigt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung Wabenhygiene

Im folgenden Video seht ihr die Schritte 1 bis 6. Im Anschluss die Schritte zum Nachlesen ein wenig ausführlicher als im Film aus dem Kurs AK22.

Schritt 1
Die obersten beiden Zargen werden zunächst beiseite gestellt. Man kann sie hochkant auf die schmale  Seite kippen. Natürlich geht das nur, wenn die Rähmchen fest sitzen. Bei Beuten mit Blechkanten oder bei vorab gelockerten Waben würden die verrutschenden Rähmchen so manche Biene zerquetschen. In diesem Fall stellt man sie am besten waagerecht auf einen vorsorglich mitgebrachten zweiten Blechdeckel.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und Wabenhygiene

Schritt 2
Die nun zugängliche unterste Zarge wird ebenfalls zur Seite gestellt, am besten quer auf die Kanten des umgedrehten Blechdeckels, da dort sehr viele Bienen von den Rähmchen nach unten durchhängen. Diese Zarge wird später wieder oben aufgesetzt.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneImkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneSchritt 3
Nach dem Entfernen der untersten Zarge mit den alten Waben werden die beiseite gestellten Zargen wieder zurück gestellt. Also auf dem Boden der Brutraum, darüber der ehemalige Honigraum mit den ausgeschleuderten Waben. Die Folie kann nun entfernt werden.

Schritt 4
Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneDie vormalige untere (zwischenzeitlich auf dem Blechdeckel abgestellte) Zarge wird oben aufgesetzt. Daraus werden die alten Waben entnommen und dabei die Bienen IN die Zarge abgeschüttelt bzw. gekehrt. Also die Bienen NICHT VOR das Einflugloch kehren, denn auf den Waben könnte möglicherweise die Königin sitzen. Wer sich bei diesem Vorgang einen Hut oder Schleier aufsetzt, muss sich nicht genieren.

Falls, wie im Kurs der Fall, in der ehemals untersten Zarge noch Waben mit Brut vorhanden sind, werden diese gesammelt und im Tausch gegen nicht bebrütete Waben in den neuen untersten Brutraum gehängt.

Die Altwaben werden Stück für Stück in Boxen gestellt bzw. in leere Zargen gehängt oder in einen Plastiksack gesteckt. Später werden sie ausgeschmolzen und das (Alt-)Wachs zur Kerzenherstellung verwendet. (Darauf gehen wir im Modul 10 näher ein.)

Schritt 5
Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur VarroabehandlungDa wir jetzt eine leere Zarge oben auf haben, kann nun die Varroabehandlung erfolgen (siehe im obigen Kapitel).

Schritt 6
Zum Schluss werden Folie und Holzdeckel wieder aufgelegt. Um den Schraubverschluss des Liebig-Dispensers nicht zu verlegen oder zu verlieren, kann er einfach zwischen Holzdeckel und Blechdeckel geparkt werden. Es ist dies auch ein Zeichen, falls z. B. die Urlaubsvertretung die Beute öffnet, dass hier eine Behandlung stattfindet.

Fehlervermeidung und Sicherheitsaspekte

In diesem Kurs wurde immer wieder auf Strategien der Fehlervermeidung und Sicherheitsaspekte eingegangen. Tatsächlich sind durch die zahlreichen kleinen Handlungsvorgänge viele Fallstricke möglich, die sich für Mensch und Tier sehr unangenehm, ja, sogar gefährlich auswirken könnten.

Seid also organisatorisch und mental gut vorbereitet, geht konzentriert und umsichtig vor und überlegt lieber einmal zu viel als zu wenig, wenn ihr ans Werk geht. Ihr habt es nachgerade zu DIESEM Zeitpunkt in eurer Hand, dass ihr als gesunde Imker/innen auch im nächsten Jahr gut gepflegte Bienen zu besitzen und qualitätsvollen Honig zu ernten.

Wenn ihr dann noch gewissenhaft und ausreichend einfüttert, was wir euch im Modul 11 zeigen werden, dann könnt ihr euch einer gelungenen Imkerei erfreuen. Unsere Bienen sind all unserer Mühen wert!


¹Pia Aumeier (2023): Ameisensäure sicher einsetzen mit Sachverstand. Bienenzucht 08/2023, S. 350.

16.08.26 – Versteigerung schöner Dinge zur BIWa-Sonntagsöffnung

Versteigerung schöner Dinge mit Wolfgang Metzner zugunsten der Bamberger SchulbieneSo., 16.08.26 – BIWa-Sonntagsöffnung mit Versteigerung 

Wann? So., 16.08.26 | 14.00 – 17.00 Uhr
Was?
Offenes Haus für alle rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur. Informationen für Groß und Klein, Beratung für Jungimker/innen und Fachgespräche für alte Hasen. Kaffee gegen Spende. Nutzung der Imker-Bibliothek. Verkauf des Bamberger Lagenhonigs.

Logo Bamberger Schulbiene15.00 – 16.30 Uhr Versteigerung schöner Dinge zugunsten der Bamberger Schulbiene durch Stadtrat Wolfgang Metzner.

Barzahlung oder via PayPal. Zuwendungsbescheinigung möglich.

Für wen? Ohne Altersbeschränkung
Kosten? Keine, über Spenden freuen wir uns
Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)

Würzbüschel frisch aus Bamberg

Würzbüschel Bio-Gärtnerei Leumer Mussärol, BambergEs gibt wieder Würzbüschel in der Bio-Gärtnerei MUSSÄROL in Bamberg, Nürnberger Straße 86, am Fr., 14.08.2026!
12 verschiedene Heilkräuter, handgepflückt und liebevoll arrangiert von Gerdi Leumer – und ihr braucht sie dann nur noch segnen lassen. Dann habt ihr alles getan, um gut über den Winter zu kommen, so der Volksglaube, aber auch die Volksheilkunde.

Gertrud Leumer, Bio-Gärtnerei Leumer Mussärol, Bamberg

Da Kräuter die ideale Nahrung für Bienen, Insekten und Käfer sind, machen wir sehr gerne ein wenig Werbung für Gerdis tolles Kräuterevent. Wer mehr über sie und ihre Passion erfahren möchte … hier im Blogbeitrag etwas ausführlicher beschrieben und illustriert im letzten Jahr. Gerne auch als Zeitschriftenartikel aus meiner Feder:

Juli 2024 | BlattGrün [Magazin], 2024, H. 4, S. 34-35
Gertrud Leumer betreibt ihre Weltkulturerbe-(Bio-)Gärtnerei
MUSSÄROL in 6. Generation. „Bio tut uns allen gut“
Heft: https://blattgruen-verlag.de/wp-content/uploads/2024/07/2024-04-BlattGruen.pdf.zipBestandteile Würzbüschel, Bio-Gärtnerei Leumer Mussärol, Bamberg

Tagung „Bienen machen Schule“ 2026

Die Tagung „Bienen machen Schule“ findet am 17. und 18.09.2026 im Naturzentrum Nettersheim (NRW) unter dem Motto „Blühende Lernorte – wie Bienen Bildung bereichern“ statt. Die Teilnahme kostet 199 Euro inkl. Verpflegung und Materialien. Studierende erhalten 10% Rabatt. Programm und Anmeldung bei Mellifera e. V.

Das gleichnamige Buch stellen wir übrigens unseren Besucher*innen der Bienen-InfoWabe aus der Imker-Bibliothek zur Verfügung.

Glücksrad-Fragen zu unsere Lieblingsthemen Bienen, Honig, Imkerei und Natur

Glücksrad von Bienen-leben-in-Bamberg.de beschriftetErstmals erprobt wurde das Glücksrad an unserem Stand zum „Tag der Umwelt“ 2026. Als ich es kaufte, ahnte ich nicht, wie viel Spaß es den Kindern machen würde, daran zu drehen und sozusagen im Handumdrehen häppchenweies Bildung zu unseren Lieblingsthemen vermittelt zu bekommen.

Das Glücksrad ist in 12 regenbogenfarbige Felder unterteilt. Wir beschrifteten je vier Farbfelder zu einem Themengebiet, und zwar mit Stichworten aus den Bereichen Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Die Fragen und Antworten hinterlegten wir auf drei Seiten, so dass sie – farblich analog markiert –, die alle Standhelfer/innen bei Bedarf nutzen konnten. Sie wurden in möglichst kurzer und einfacher Sprache gehalten, aber auch nicht zu banal formuliert.

Wer gerne die Glücksrad-Liste hätte – gerne mailen wir sie euch gegen eine kleine Spende an die Bamberger Schulbiene!

Glücksradfragen (mit Auswahlantworten)

Oben

1) Was alles hat die Biene oben? (Egal, welches „oben“)
2) Was befindet sich in der Bienenwohnung oben – Brut oder Honig?
3) Was ist in der Blüte oben – Nektar oder Pollen?
4) Wozu nutzt die Biene ihre Fühler oben am Kopf?

Unten

1) Was alles hat die Biene unten?
2) Was ist in der Bienenwohnung unten – Honig oder Brut?
3) Wo befinden sich die Wachsdrüsen der Honigbiene – oben oder unten?
4) Warum kann eine kleine Honigbiene die große Welt tief unter ihr – trotz großer Geschwindigkeit! – so gut sehen?

Innen

1) Was alles ist im Inneren des Bienenkörpers?
2) Was alles befindet sich in der Bienenwohnung (Bienenstock)?
3) Welches Substanzen / Nahrungsmittel transportiert die Biene im Inneren ihres Körpers?
4) Was befindet sich im Inneren einer Honigwabe?

Außen

1) Was alles befindet sich außen am Bienenkörper?
2) Was macht die Biene außen vor ihrer Wohnung?
3) Welches Nahrungsmittel transportiert die Biene außen am Körper?
4) Was passiert, wenn die Biene außerhalb ihrer Wohnung vom Unwetter überrascht wird?

Helfen

1) Bei was können die Bienen uns Menschen helfen?
2) Bei was können die Bienen der Natur helfen?
3) Wie kannst du den Honigbienen helfen?
4) Wie kannst du den Wildbienen helfen?

Schaden

1) Was schadet den Honigbienen am meisten?
2) Was schadet den Wildbienen am meisten?
3) Wie hoch ist der geschätzte Schaden in der Weltwirtschaft ohne Honigbienen?
4) Warum schaden Pestizide (Schädlingsbekämpfungsmittel) den Bienen?

Nutzen

1) Welchen Nutzen haben Bienen?
2) Warum nützen uns Bienen für die Ernährung?
3) Warum nützen Bienen der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren?
4) Warum nützt es nichts, wenn ein Wildbienenhotel auf einem grünen Rasen steht?

Pflege

1) Wer pflegt die Honigbienen?
2) Wer pflegt die Wildbienen?
3) Wie pflegen Imker/innen die Bienen?
4) Wie pflegen Honigbienen ihre Wohnung?

Produkte

1) Welche Produkte gibt es, weil es Honigbienen gibt?
2) Wie wird aus Nektar Honig?
3) Wer stellt das Wachs her – Biene oder Imker/in?
4) Wofür wird Bienenwachs vom Menschen verwendet?

Kosten

1) Was kostet es ungefähr, wenn du Honigbienen halten willst?
2) Was kostet es Strafe, wenn du aus einem fremden Garten einen Schwarm einfängst?
3) Was kostet es, wenn du ein Insektennest von Fachkräften umsiedeln lassen willst?
4) Was kostet es, wenn du ein Insektennest zerstörst?

Angebot

1) Welche Nahrungsquellen hat die Natur für Bienen im Angebot?
2) Wann ist das Nahrungsangebot für Honigbienen besonders groß?

3) Wann ist das Nahrungsangebot für Wildbienen besonders groß?
4) In welcher Jahreszeit ist das Blütenangebot besonders gering?

Klima

1) Beeinflusst das veränderte Klima in Deutschland die Honigbienen nachteilig?
2) Wie beeinflusst das veränderte Klima in Deutschland die Wildbienen?
3) In welcher Klimazone (extremen Wetterregion) können Bienen nicht überleben?
4) Wie sorgen Honigbienen für ein gutes Wohnklima in ihrem Stock?

Wald

1) Was sind die Unterschiede zwischen Wald- und Blütenhonig?
2) Welche Bäume sind besonders ergiebig für Honigbienen?
3) Finden Bienen auch im Wald Nahrung?
4) Wo finden Bienen mehr Nahrung – in der Stadt oder auf dem Land?

Blüte

1) Warum sind Blüten für Bienen wichtig?
2) Was sammeln Bienen aus Blüten?
3) Wie erkennen Bienen, welche Blüten sie anfliegen sollen?
4) Warum möchten Blüten Besuch von den Bienen bekommen?

Monatsbetrachtungen August 2026 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Phänologie und Bienen

Biene an PhaceliaDer August ist eine weitgehend trachtlose Zeit. Das, was die Bienen noch eintragen, wird als Läppertracht bezeichnet. Ausnahmen bilden je nach Standort Phacelia und Buchweizen, die als Zwischenfrucht angebaut werden. Auch das Drüsige Springkraut liefert ausgiebig Nektar. Wichtig ist, dass der Bienenstandort eine gute Pollenversorgung für die kommende Aufzucht der Winterbienen bietet.

Spätsommerpflege der Wirtschaftsvölker

Nach der Ernte ist vor der Ernte. Mit der Spätsommerpflege legen wir den Grundstein für eine erfolgreiche Überwinterung und für die nächste Ernte im folgenden Jahr. Die Spätsommerpflege umfasst die Elemente Wabenhygiene, Varroabehandlung und das Auffüttern der Völker.

Wabenhygiene

Am Lehrbienenstand Fünferlessteg, Modul 9 Wabenhygiene und VarroabehandlungUnter der Wabenhygiene versteht man die Erneuerung des Wabenwerks. Alte, also bereits mehrfach bebrütete Waben werden aus dem Volk entnommen und durch Waben mit frischem Wachs ersetzt. In alten Waben nisten sich Mikroorganismen ein und es reichern sich fettlösliche (Schad-)Substanzen im Wachs an. Die Wabenhygiene dient somit als eine präventive Maßnahme zur Erhaltung der Bienengesundheit und verfolgt zudem den Zweck, die Honigqualität zu wahren.

Nach dem Abernten (bis spätestes Ende Juli, es herrscht ohnehin nur noch Läppertracht vor) wird den Völkern das Absperrgitter entnommen und eine dritte Zarge mit zehn ausgeschleuderten Honigwaben aufgesetzt (Ex-Honigraum). Die Honigwaben wurden von den Bienen im gleichen Jahr ausgebaut und bestehen aus frischem Wachs. Bei noch honigfeuchten Waben sollte das Aufsetzen ausschließlich in den Abendstunden erfolgen, um eine Räuberei zu vermeiden.

Ab der Sommersonnwende nimmt die Brutneststärke ab. Bei Führung der Wirtschaftsvölker aktuell mit drei Zargen rückt das Brutnest bis Mitte August in die mittlere Zarge. Das ist der Zeitpunkt, zu welchem wir die unterste, jetzt brutfreie Zarge, mit den ältesten Waben entnehmen können.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Wabenhygiene1. Dazu stellen wir die oberen zwei Zargen auf die Seite und nehmen die untere Brutzarge weg.

2. Auf den Boden kommt nun die ehemals obere Brutzarge und darauf die Zarge mit den ausgeschleuderten Honigwaben (Ex-Honigraum).

3. Zuoberst stapeln wir eine Leerzarge. In diese schütteln wir die Bienen der entnommenen unteren Brutzarge. Die Beute besteht also wieder aus drei Zargen. Die oberste Leerzarge dient anschließend als Raum für den Dispenser bei der Varroabehandlung mit Ameisensäure und später als Raum für die Futtertröge bei der Auffütterung.

Varroabehandlung, die Erste

Windel einschiebenVor der ersten Varroabehandlung bestimmen wir mittels Gemülldiagnose den Milbenbefall des Volkes. Die Windel wird für drei Tage eingelegt und anschließend der Milbenfall pro Tag bestimmt. Die Windel wird gesäubert und zur folgenden Varroabehandlung wieder eingeschoben.

Standardbehandlung mit Ameisensäure

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur VarroabehandlungBei passenden Wetterbedingungen (siehe Website Varroawetter unter http://varroawetter.de) führen wir die erste Varroabehandlung mit 150 ml Ameisensäure 60% durch¹.

Als Applikator verwenden wir wegen seiner einfachen Handhabung bevorzugt den Liebig-Dispenser. Dieser wird in die Leerzarge, welche wir im Rahmen der Wabenhygiene aufgesetzt hatten, auf die Rähmchen des ehemaligen Honigraumes gestellt. Windel einschieben. Flugloch bleibt, wie es war.

AK23 Modul 11 Einfüttern / Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.deBei sommerlich warmen Temperaturen sollen pro Tag 30 ml – 40 ml Ameisensäure pro Tag verdunsten. Nach 4 Tagen sollte die Säure also komplett verdunstet sein. Falls die Verdunstung erheblich niedriger liegt, wiederholen wir die Anwendung.

Die Windel wird entnommen und der Milbenfall beurteilt. Den Eintrag der Behandlung in das Bestandsbuch nicht vergessen!

Auffütterung

Erst jetzt, also nach der ersten Varroabehandlung, beginnen wir mit der Auffütterung. Eine Fütterung vor der Varroabehandlung mit Ameisensäure würde deren Erfolg mindern, denn es würde durch das Futter viel Feuchtigkeit in die Beute eingebracht werden. Natürlich ist ein „Stoßfüttern“, sofern nach dem Ernten weniger als 5 Kilogramm im Brutraum feststellbar sind, wichtiger, als sich sklavisch an das empfohlene Nichtfüttern zu halten.

Foliennutzung beim Einfüttern der BienenvölkerWir legen eine Folie auf die Rähmchen der zweiten Zarge, schlagen diese am hinteren Beutenrand um, so dass ein Spalt von ca. 3 – 5 cm entsteht. Dann setzen wir die Leerzarge wieder auf. In die Leerzarge stellen wir das Futtergefäß.

AK23 Modul 11 Einfüttern / Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.deJe größer die Futterbehälter, desto weniger oft müssen wir den Stand zum Nachfüllen anfahren. Insgesamt füttern wir die Wirtschaftsvölker mit 20 kg reinen Zucker im Mischungsverhältnis 3:2 von Zucker zu Wasser. Damit die Bienen im Futtergefäß nicht ertrinken, hat sich als Aufstiegshilfe Stroh bestens bewährt. Gesammelt wurde es von Äckern, die biologisch bewirtschaftet wurden.

Varroabehandlung, die Zweite

Windel mit eingezeichneten VarroamilbenVor der zweiten Varroabehandlung bestimmen wir mittels Gemülldiagnose den Milbenbefall des Volkes. Windel für drei Tage einlegen und anschließend Milbenfall pro Tag bestimmen.

Varroabehandlung, wie oben unter „Varroabehandlung, die Erste“ beschrieben durchführen.

Die Windel wird entnommen und der Milbenfall beurteilt. 14 Tage nach der Behandlung wird nochmals der sogenannte natürliche Milbenfall pro Tag kontrolliert.

Monitoring Asiatische Hornisse / Vespa Velutina

Das Monitoring der Asiatischen Hornisse mittels Dochttöpfen gilt es, im August fortzusetzen. Dessen Bedeutung zeigt aktuell der Fund im Raum Bamberg:

Ein Flyer der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Institut für Bienenkunde, informiert zur Anwendung der Dochttöpfe nebst Rezept der Lockflüssigkeit:

Fortbildungen und Termine

Zu tagesaktuellen Änderungen und zu weiteren Details siehe die Seite Aktivitäten und Termine

  • Sa., 01.08.26, 15.00 – 17.30 Uhr | FKBB-Vorstandssitzung 2026-3
  • Sa., 08.08.26, 10.30 – 12.30 Uhr |  M9 Wabenhygiene, Varroabehandlung (Imkerkurs für Anfänger)
  • Sa., 15.08.26, 14.00 – 16.30 Uhr | M10 Wachsverarbeitung (Imkerkurs für Anfänger)
  • Sa. 15.08.26, 17.00 – 18.30 Uhr | M11 Einfüttern (Imkerkurs für Anfänger)
  • So. 16.08.26, 14.00 – 17.00 Uhr | BIWa-Sonntagsöffnung mit Versteigerung
    schöner Dinge durch Stadtrat Wolfgang Metzner von 15.00 – 16.30 Uhr

¹Pia Aumeier (2023): Ameisensäure sicher einsetzen mit Sachverstand. Bienenzucht 08/2023, S. 350.

Honigernte- und -verarbeitung Sternwarte 2026

Endlich konnten auch unsere Nachbarn, die Familie Berg, das Ernten des Sternwarte-Honigs miterleben! Auch waren unsere beiden treuen Bienenpaten Rita und Stefan wieder mit von der Partie.

Das Wetter war angenehm, die Bienen vital, jedoch brav, und sogar die Wespen ließen uns heuer um diese späte Juli-Zeit, an der wir üblicherweise die allerletzte Ernte fürs Jahr einfahren, ziemlich in Ruhe. Karl, Otto, Luise, Hannah, Tilo und Detlev arbeiteten drei Generationen übergreifend in aller Ruhe und Besonnenheit, als hätten sie das alles schon oft getan. Erstaunlich!

Auch mein vor einem halben Jahr verstorbener Patenonkel Sebald, der einige Male bei unserer Bienenarbeit mitgemacht hatte, zuletzt an der Sternwarte, war in Form einer Erinnerungskerze mitten unter uns. Umarmung an Rita, die diese schöne Idee hatte!Honigschleudertage mit Ernte am Lagenstandort „Sternwarte", 27.07.2024 / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Nach einer kurzen Einweisung in Sicherheit und Ablauf ging’s behende ans Bergen der teilweise recht schweren Honigwaben.

Die noch ansitzenden Bienen, die trotz tags zuvor eingelegter Bienenflucht noch in den Honigräumen anzutreffen waren, ließen sich ohne Weiteres gut abkehren.

Trotzdem braucht es Geschicklichkeit, die schwere Wabe nur zwischen ein paar Fingern zu halten und mit der anderen Wabe rasch die Bienen abzukehren.

Etwas schwieriger gestaltete sich dann schon das rasche Bergen der süß duftenden Waben in die bereitgestellten Boxen. Die eine oder andere Biene und Wespe kamen im Auto von Stefan, der sich als Fahrdienst zur Verfügung stellte, einfach mit an den Obstmarkt und wurden dann dort ins Freie gelassen.

Doch zuvor noch musste die Bienenflucht entfernt werden. Das überließen wir lieber völlig unserem Imkermeister. Reinhold hat den Dreh raus, die vielen, vielen Honigbienen ohne Federlesens zurück in die Beute abzustoßen.

Im dritten Stock angekommen – ja, das ist reines Kraftrainig bei um die 20 Kilo schweren Boxen – verdienten wir uns den Mittagsimbiss. Dann wurde fachgerecht entdeckelt, geschleudert und auf die letzte Ernte das Jahres, auf die Bienen und meinen Onkel mit alkoholfreiem Sekt angestoßen!

Endlich hatte auch Rita Feierabend, die in ihrem sonntäglichen Bereitschaftsdienst als IT-lerin doch recht beschäftigt war. Endlich war alles fachgerecht versorgt, und wir hatten uns die Jakobskärwa mehr als verdient, wo wir unabgesprochen auf Uschi Sowa mit Schorsch, Michaela Reimann, Bianca und Tobias Leisgang stießen.

In fröhlicher Runde bei nur wenigen Regentropfen endete zu später Stunde der produktive Sonntag und die dreiwöchige Erntesaison. DANKE, alle fleißige Menschen und Bienen, die mitgewirkt haben, das es wieder einen feinen Bamberger Lagenhonig anzubieten gibt!

Bienenweg-Verarbeitung 2026 – Honig, dem man vertrauen kann

Honigverarbeitung Bienenweg mit Christine Teamwork bei der Honigverarbeitung der Bienenweg-Ernte – wir waren dankbar um die Hilfe vom Bienenpaten-„Anhang“ Christine und Leon Liedtke sowie FKBB-Beirätin Marie Pailer, die stundenweise mit uns entdeckelten und schleuderten. Das im vergangenen Jahr Erlernte hatten sie nicht vergessen. Auch der 12-jährige Leon stellte sich trotz einiger stärker kristallisierten Waben sehr geschickt an.

Honigverarbeitung Bienenweg mit Leon

kaputte EntdeckelungsgabelLeider gab meine geliebte, von einem Altimker vererbte Entdeckelungsgabel den Geist auf. Stilbruch durch Materialermüdung. Heuer mussten vom Bienenweg 80 Waben verarbeitet werden, womit wir an zwei Tagen beschäftigt waren.

Honigverarbeitung Bienenweg mit Marie Nebenbei läuft die Broterwerbsarbeit weiter. Auch der Bienengarten muss gegossen werden, wobei eine neue Bienengarten-Fee namens Juline half. Spät am

Abend noch wurde noch der verblüthe Lavendel heruntergeschnitten und die leeren Honigrähmchen zum Ausschlecken zurück in die Völker gegeben.Bienengarten gießen mit Juline

Bienengarten gießen mit Juline

Tja, alle Hände voll zu tun, wie jedes Jahr. Doch dafür gibt es wieder wundervollen Honig, dem man vertrauen kann. Der ganze Prozess steht von Anfang bis Ende von Gästen und Helfenden unter Beobachtung. Transparenter geht’s nicht.

Übrigens: Auch heuer werden wir noch einmal bei den alten Preisen bleiben:
€ 9,00 für 500 g und € 5,00 für 250 g Bamberger Lagenhonig.

Karton mit Bamberger LagenhonigTipp 1: Ihr solltet euch einen kleinen Vorrat anlegen, denn die Asiatische Hornisse hat bereits Wiesengiech erreicht. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann Honig knapp werden könnte.

Als Bienenpatin oder -pate habt ihr jährlich Anspruch auf 1 Kilo Honig. Unsere Priorität ist klar: Erst kommen unsere Unterstützer*innen zum Zuge, versprochen.

Asiatische Hornisse, Vespa Velutina im Raum Bamberg gesichtet

Am 15.07.2026 wurde in der Nähe von Wiesengiech im Landkreis Bamberg ein Einzeltier der Asiatischen Hornisse (Vespa Velutina nigrithorax) gesichtet. Der Fund dieser eingeschleppten, invasiven und bienengefährdenden Art wurde am 16.07.2026 vom Institut für Bienenkunde und Imkerei (IBI) von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) bestätigt und im Meldeportal beewarned.de veröffentlicht. Aufgrund der Größe und dem Gewicht des Tieres wird davon ausgegangen, dass es sich um eine Königin handelt.

Beewarned.de. Erste Sichtung von Vespa Velutina im Raum Bamberg.

Beewarned.de (22.7.2026) – © LWG

Asiatische Hornisse, Vespa Velutina

Asiatische Hornisse © LWG

Faltkarte Vespa Velutina

Faltkarte Vespa Velutina – © LWG

Dochttöpfe („Locktöpfe“) in der Nähe des Fundortes, auch im öffentlichen Bereich, wurden aufgestellt. Diese werden stark von heimischen Wespen beflogen, weitere Asiatische Hornissen haben sich noch nicht blicken lassen. Auch im Stadtgebiet Bamberg wurden Dochttöpfe zum Monitoring aufgestellt. Weiterhin wurde eine Whatsapp-Gruppe für Bamberg zum schnellen Austausch eingerichtet.

WhatsApp-Einladungslink: https://chat.whatsapp.com/DVUWhWavlR866My9t0jutg?s=cl&p=i&ilr=2

Dochtglas, Dochttopf

Dochttopf © LWG

Zur Aufstellung von Dochttöpfen gilt aktuell die Empfehlung von Ronald Jäger, Koordinator Vespa Velutina am IBI, diese nicht direkt am Bienenstand aufzustellen, da sonst auch die Bienen die Töpfe befliegen (trotz des Alkoholgehalts in der Lockflüssigkeit). Damit könnte die Gefahr bestehen, dass eventuell noch nicht geernteter Honig kontaminiert wird und nicht mehr in Umlauf gebracht werden kann.

Wie geht es weiter?

Das weitere Vorgehen ist, über die nächsten Wochen die Dochttöpfe zu pflegen und zu beobachten. Sollte es sich um ein zum Beispiel in einem LKW mitgereisten Einzeltier handeln, wäre die Region für heuer noch davongekommen. Über kurz oder lang müssen wir jedoch ohne Frage mit weiteren Vorkommen rechnen. Wir Imker/innen sind gewarnt und halten euch auf dem Laufenden. Im Bedarfsfall werden wir die Bevölkerung zur gemeinsamen Suche nach den Nestern über alle Kanäle aufrufen, damit es nicht zu einem großen Bienensterben kommen wird.

Auch die Bevölkerung ist aufgerufen, ihre Insektenwelt zu beobachten und bei Verdachtsfällen ein Foto machen. Nur dann kann bestimmt werden, ob es sich dabei um die invasive Asiatische Hornisse handelt und entsprechend Maßnahmen ergriffen werden.


Weitere Infos und Updates zum Fund im Meldeportal https://beewarnd.de, auf unserem Blog hier unter https://bienen-leben-in-bamberg.de und speziell zum Fund in Wiesengiech auf der Website des Imkervereins Scheßlitz unter https://www.imker-schesslitz.de/vespa-velutina.

Infos zum Monitoring der Vespa Velutina siehe ebenfalls unseren Blogbeitrag vom 5.7.2026 unter https://bienen-leben-in-bamberg.de/vespa-velutina-monitoring-2026-gestartet.

Öffentliche Honigernte 2026: „Eine wertvolle Erfahrung, kaum in Worte zu fassen“

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.deUns erreichte ein sehr berührendes Feedback einer Mitarbeiterin des Landratsamts zur öffentlichen Honigernte am Lehrbienenstand „Bienenweg“ anlässlich der BIWa-Sonntagsöffnung. Motivation, die uns bsonders während dieser stark fordernden Wochen im Juli sehr gut tut.

„Ich möchte Ihnen gerne eine Rückmeldung zur gestrigen Veranstaltung, der Honigernte, geben. Es war eine so wertvolle Erfahrung, dass sie sich kaum in Worte fassen lässt. Mein Sohn hat seit gestern über kaum etwas anderes gesprochen. Er war unglaublich stolz darauf, dass er sich das getraut hat, und dieses Erlebnis wird ihm sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Vielen Dank für Ihre großartige Arbeit und Ihr Engagement. Solche Veranstaltungen sind etwas ganz Besonderes und schaffen bleibende Erinnerungen – für die Kinder genauso wie für die Eltern. […]“

Und das ist geschehen

26 Naturinteressierte trafen sich am Sonntag um 15 Uhr vor der Bienen-InfoWabe zu einer kurzen Ernte-Einweisung.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.deAlle Kinder hatten Spaß daran, sich die Imkerschutzanzüge anzuziehen. Nachdem einem launigen „Fotoshooting“, einer ausführlichen Sicherheitseinweisung und dem Einsprühen mit Nelkenöl ging’s an den nahen Lehrbienenstand. Währenddessen betreute unsere FKBB-Beirätin Marie Pailer die Bienen-InfoWabe.

 

Am Lehrbienenstand

Am Lehrbienenstand herrschte bereits emsiges Treiben. Jungbienen waren dabei, sich einzufliegen, um nach ihren nun beginnenden Sammelflügen wieder sicher heimzufinden.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Nachdem der Smoker angezündet und seine Funktion erläutert war, gaben wir den größeren Kindern den Vortritt. Denn bei drei aufeinander gesetzten Honigräumen reichen die Kleineren auch  mit einer Klappleiter kaum ran an die Waben.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Reinhold Burger wies alle in den Umgang mit dem Stockmeißel ein. Mit diesem Werkzeug werden die durch Baumharz (Propolis) verkitteten Waben voneinander  gelöst.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Mit aller Kraft von Daumen und Zeigefinger gelang es, die Waben vorsichtig aus dem Honigraum senkrecht nach oben zu heben. Gar nicht so einfach, daher gab es von Reinhold ein wenig Unterstützung. Doch den Großteil erledigten sie schon selbst.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Schließlich hielten die kleinen Sonntagsgäste stolz die bis zu zwei Kilo schweren Waben in Händen. Die am Vortag eingelegte Bienenflucht¹ sorgte dafür, dass nicht allzu viele Bienen darauf saßen.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Die Bienen in den Honigräumen sind emsig damit beschäftigt, Wachsdeckel als schützende Schicht über den eingelagerten Honig zu befestigen. Außerdem fächeln sie mit ihren Flügeln, um den Honig zu kühlen und ihm das Wasser zu entziehen. Für die Menschen interessieren sie sich bei all ihrer fleißigen Arbeit überhaupt nicht. Trotzdem war es eine Herausfoderung für Klein wie Groß, sich zwischen ihnen zu bewegen.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Mit dem Abkehrbesen werden die noch ansitzenden Bienen vors Einflugloch abgekehrt. Um ein „Rollen“ der Bienen zu vermeiden, ist eine rasche Bewegung sinnvoll. Obwohl Reinhold es anbot, diese Tätigkeit zu übernehmen, wollten ein paar mutige Kinder dies gerne selbst ausführen.

Die Waben wurden dann rasch in die bereitgestellten Boxen verstaut, damit keine Bienen eingeschlossen wurden. Die bis zu 14 Kilo schweren Boxen wurden im Anschluss an die Sonntagsöffnung von unserem Bienenpaten Bernd Liedtke dankenswerterweise zu uns an den Obstmarkt gefahren. Mit dem Radanhänger wäre das ob des Gewichts verboten gewesen.

Honigverkostung

Die Kinder wurden für ihren Mut mit einem kleinen Büchlein und einem Aufkleber belohnt. In der Bienen-InfoWabe fand zum Schluss noch eine kleine Honigverkostung statt. Außerdem wurde erklärt, wie der Nektar zu Honig wird und worin der Unterschied zwischen Wald- und Blütenhonig besteht. Natürlich konnte der Honig auch gleich erstanden werden.

Infotafel Honig: Bamberger Lagenhonig

Die nächste öffentliche Honigernte findet am So., 18.07.2027 statt. Gleich mal vormerken! Doch so lange muss niemand mit einem Besuch bei uns warten oder für den Honigkauf warten. Die nächste BIWa-Sonntagsöffnung ist am 16.08.2026 von 14 bis 17 Uhr. Wir freuen uns auf euch!


Blick auf die BienenfluchtReinhold erläutert Funktion Bienenflucht¹Eine zwischen Honig- und Brutraum befindliche hölzerne Platte funktioniert für die Arbeitsbienen wie eine Einbahnstraße. Durch speziell geformte Öffnungen führt zwar der Weg vom oberen Honigraum nach unten in den Brutraum und mithin zur Königin, deren Duftspur sie folgen. Doch zurück gelangen sie wegen der sich konisch verengende Öffnung nicht mehr, so dass sich mit der Zeit der obere Honigraum von Bienen leert.