Schau-Grabanlage

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Sabine Gründler mit BienenpatenschildSteckbrief „Schau-Grabanlage“

  • Beispiel eines bienenfreundlich bepflanzten Urnengrabs
  • Pflanzen im Sommer 2018: Lavendel, Steinkraut, Salbei in verschiedenen Sorten, Ringelblume, Portulacröschen
  • Anlageplanung, Bepflanzung und Finanzierung durch Sabine Gründler (Gärtnerei Böhmerwiese, Bamberg)
  • Geeignet Halbschatten bis Vollsonnig

Biene an Ziersalbei, Schau-Grabanlage

Gut zu wissen

Christliche Friedhöfe sind nahrungsreiche Orte für Bienen und andere Insekten, da es dort das ganze Jahr über blüht. Es überbrückt die Zeiten, in denen keine reiche Tracht zur Verfügung steht. Vorausgesetzt, es sind bienenfreundiche Blüten! Diese Schau-Grabanlage zeigt, wie sich das pietätvoll umsetzen lässt.

Bereits in der Antike sprach man der Honigbiene Unsterblichkeit zu. Göttervater Zeus soll als Säugling von Bienen genährt worden sein. Der Honig diente also als Götterspeise. Die jungfräulichen Priesterinnen der Göttinnen Artemis, Demeter und Aphrodite hießen Melissae, übersetzt „die Bienen“. Bereits 3000 Jahrevor Christus züchteten Ägypter Bienen, die aus den „Tränen von Re (Ra)“ entstanden sein sollen.

Schau-Grabanlage im Bamberger BienengarteFür Christen symbolisiert die Biene Tod und Auferstehung. Denn sie stirbt (scheinbar) im Winter, um einem Wunder gleich im Frühjahr wieder zu neuem Leben zu erwachen. Bienen gelten seit Urzeiten bis heute als Mittlerinnen zwischen dem Irdischen und Göttlichen und  werden mit Engeln assoziert. Sie bringen himmlische Nachrichten vom Dies- ins Jenseits. Warum nicht also kurz an einem Grab innehalten, nach Bienen suchen und ihnen einen freundlichen Gruß für die lieben Verstorbenen mitgeben?

By Wolfgang Sauber (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

By Wolfgang Sauber (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Auch Heilige gelten in der katholischen Glaubenslehre als Mittler zwischen Himmel und Erde. Gleich drei Heiligen ist ein Bienenkorb als Attribut beigegeben. Ambrosius, Bernhard von Clairvaux und Johannes Chrysostomos. Erst in neuerer Zeit wird Willibald, der  Bistumsgründer Eichstätts, ebenfalls damit versehen. Ambrosius von Mailand gilt gar als Schutzpatron der Bienen, Imker, Lebzelter (Lebkuchenbäcker), Wachs-zieher, Haustiere und des Lernens. Wir begehen ihn traditionell am 7. Dezember ab 18 Uhr in der Bienen-InfoWabe. Sie sind herzlich eingeladen, mit uns die Bienen und das Leben zu feiern!

Der Bamberger Bienengarten wurde 2017 von der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de imRahmen der Bienen-InfoWabe angelegt. Das Grab ist ein Geschenk der Gärtnerei Böhmerwiese.

Schwarzer Humor? Ach was, … Leben auch in Angesichts des Todes!

Bienenschwarm auf Grablicht © Johanna G.

Bienenschwarm auf Grablicht © Johanna G.

Bienenvolk haust im eisernen KreuzEin Grablicht kann – wie auf dem Foto gut zu sehen ist – durch seinen Hohlraum einen Bienenschwarm anlocken. Tatsächlich geschehen auf dem Städtischen Friedhof in Bamberg.

Im Städtischen Friedhof Bamberg werden schon seit längerer Zeit Bienen gehalten. Und so mancher Schwarm entkommt und nistet sich beispielsweise in der Höhlung des Kreuzes ein. Dort ist es dunkel und die Bienen können auf Wabenbau ihrer Vorgänger zurückgreifen. Wir glauben, der liebe Gott schaut erfreut auf sie herab, und auch Jesus verhält sich ruhig, damit er am Ende nicht noch gestochen wird. Er hatte doch wohl schon Schmerzen genug!

Fotogalerie Schau-Grabanlage