Rezension zu Joachim Petterson: „Imkern, der leichte Einstieg“

Cover Petterson Imkern Kosmos[Werbung Rezensionsex.] Imkern. Der leichte Einstieg. Das mit einem schwedischen Verlagspreis 2016 ausgezeichnete „beste“ Handbuch steigt nicht etwa mit dem Imkern selbst ein, sondern mit einer persönlichen Geschichte zur Imkerwerdung und dem nachfolgenden Kapitel „Hilfe für die Bienen“. Jenes bietet gut verständliches Hintergrundwissen über das europäische wie weltweite Bienensterben bzw. über Bienenkrankheiten, die Wildbienen nicht vergessend, gefolgt von praktischen Tipps auch für Nichtimker/innen. Für erfahrene Bienenhalter/innen sollte die eine oder andere Passage bereichernd sein, denn sie fasst allfällig Gefragtes knapp und kenntnisreich zusammen. Gelungen die Gegenüberstellung „Wespe / Biene“ sowie die Doppelseite zu Pflanzen und deren Nektar- und Pollengehalten nebst Blühzeiten.

Mit Vorsicht zu genießen

Leider sind – wie bei so vielen Ratgebern – die Tipps zum Bau von Wildbienenhotels mit Vorsicht zu genießen. Löcher in Stirnseiten bohren und Empfehlungen zum Bau eines „Wohnsilos“ mit über 100 Löchern … nein, so bringt das nichts. Hier können wir weiterhin nur empfehlen, sich die ensprechende Fachliteratur von Spezialisten (z. B. Paul Westrich, hier seine Literaturliste sowie dem NABU) zu besorgen oder gar das Plädoyer für ein AUS von Wildbienenhotels, hier von Wildbee, zu befolgen, denn sogar der pädagogische Nutzen ist laut einer Studie aus 2016 kaum nachzuweisen.

Über die im Norden bevorzugten Bienenbeuten könnte man ebenfalls streiten. Doch das ist völlig normal, siehe dazu unseren Beitrag zur Beutenphilosophie, den wir bereits 2012 verfasst hatten, als wir als Jungimker ebenfalls vor der Kaufentscheidung standen und hofften, nicht aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. (Was wir nicht taten.)

Hauptteil „Imkern“

Der Hauptteil des Buches zur Bienenhaltung ist durchwegs flüssig, interesseweckend und in weiten Teilen nachvollziehbar beschrieben. Anfänger/innen werden dahingehend angeleitet, was es an sinnvollen Gerätschaften zu erwerben gilt, wann was zu tun oder besser zu lassen ist, und dies alles mit so viel Hintergrundwissen wie nötig, ohne ständig (aber doch hin und wieder) zu sehr ins Detail zu gehen. Der Spagat zwischen pragmatischen Empfehlungen und tiefergehenden Erläuterungen gelingt allerdings nicht immer.

Zuweilen wird die Hauptzielgruppe fachlich zu wenig fundiert an die Hand genommen. Beispielsweise gäbe es durchaus wohlbegründete Argumente für den Kaltbau (Rähmchen senkrecht zum Flugloch) statt eines Warm- bzw. Querbaus (Rähmchen parallel zum Flugloch). Diese unterschiedliche Ausrichtung stellt Joachim Petterson einer „persönlichen Entscheidung“ anheim. Um diese jedoch – im wahrsten Sinne des Wortes – für Anfänger richtungsweisende Entscheidung treffen zu können, wären an dieser Stelle nachvollziehbare Pro- und Contras zu erwarten gewesen. Denn schließlich ändert man die Anschaffung eines bestimmten Beutensystems nicht so ohne Weiteres. Stattdessen aber wird eine Mutmaßung geäußert – („Den Bienen ist es vermutlich egal“) –, was sicherlich zu einer Verunsicherung denn zur differenzierten Meinungsbildung führen dürfte.

Nicht ohne Weiteres zu übernehmen sind außerdem die zeitlichen Abfolgen, die in Stockholm, dem Erfahrungsort des Autors, anders aussehen als beispielsweise hier in Süddeutschland. Während Petterson erst Ende August seine (dritte) Ernte einholt, ist bei uns bereits die Varroabehandlung im Gange.

Die Gliederung orientiert sich im Schwerpunkt am Jahreslauf des Imkerns. Es endet mit einem Kapitel über Bienenprodukte und meint damit den Honig selbst sowie Wachs, nicht jedoch Nebenprodukte, was völlig in Ordnung ist. Nicht konform gehen wir dabei mit der „unbedingten“ Empfehlung des Rührens. Hier fänden wir ein „kann man machen, muss man nicht“ angebrachter. Denn es kommt doch sehr auf die einzelnen Konsistenzvorlieben an, aber auch auf die regionalen Nektarvorkommen, und damit einhergehend, welche Zuckerarten der gewonnene Honig aufweist. Das wurde anfänglich auch kurz angedeutet („Der bei uns im Norden produzierte Honig“). Wer das Buch von Anfang bis Ende linear durchliest, hat es vermutlich begriffen. Wer jedoch in die Zwischenkapitel hineinspringt, könnte es falsch auffassen.e.

Ein paar persönliche Rezeptfavoriten, die leicht nachzubereiten und mit appetitlich aussehenden Fotos garniert sind, runden diesen Teil stimmungsvoll ab.

Macht was her

Überhaupt macht das Einsteigerwerk optisch einiges her. Ansprechende, gefällig arrangierte und fototechnisch hochwertige Fotos nebst einigen netten Zeichnungen sowie ein angenehmes Schriftbild und Seitenrandnotizen halten bei Laune und machen Lust auf jede nächste Seite. In der Danksagung erfährt man auch, warum bei diesem Erstlingswerk alles so rund gelungen ist, nämlich ein (persönliches) Team an Fachleuten. Ja, es gehört mehr als die reine Sachinformation dazu, um sich den Bienen adäquat zu nähern – ob beim Imkern selbst oder beim darüber Schreiben.

Im Verbund mit einem auf deutsche Verhältnisse ausgerichteten Werken wird das aus dem grafisch gewohnten Kosmos-Rahmen fallende Buch ganz sicherlich seine Leser/innen finden. Es schreckt keinesfalls durch ein Übermaß an Informationen ab, greift jedoch fast alle fürs Erste notwendige Spektren auf und macht Mut, sich damit auseinander zu setzen. Ein hübsches Geschenk, das auch Freude machen sollte, falls sich die Beschenkten noch nicht so recht sicher sind, ob sie das Imkern tatsächlich anfangen möchten. Wir sind uns sicher – danach werden sie es!

Zum Schluss ein Lob an das deutsche Lektorat, dem die Adaption der schwedischen Spezifika in deutsche Verhältnisse bis auf wenige Details und so manches landestypische wie die doppelstöckige Trogbeute ausnehmend gut gelungen ist!


Petterson, Joachim: Imkern – der leichte Einstieg : Bienen, Haltung, Produkte / Joachim Petterson ; aus dem Schwedischen übersetzt von Ingrid von Brandt. Stuttgart : Kosmos. 2018. ISBN 978-3-440-15776-3

Der Honigwein war fein, …

Honigwein-Verkostung der Transitiongruppe / Stammtisch "Bienenfreu(n)de"Cathrin Beyer vom VOM FASS Bamberg beim Honigweinverkosten… wenngleich auch unter einschränkenden Bedingungen und ohne den Hauptreferefenten Adriano genossen. Im kleinen privaten Rahmen mit nur vier Gästen setzten wir uns Anfang der Woche als Transitiongruppe „Bienenfreu(n)de“ zusammen, bevor die Coronakrise uns ein vorläufiges „Aus“ erteilt.

Logo "Vom Fass" BambergWir testeten den Honigwein namens „Bienenfreund“, den Cathrin Beyer, Mit-Inhaberin des Feinkostladens „Vom Fass“ zur Verfügung und vorgestellt hatte. Vielen lieben Dank!

Es folgte eine Fachsimpelei über Mischung und Gärungsvorgang sowie der Vorstellung des Projekts „Die Bienenretter“, welche von der Franchise-Kette unterstützt wird. Im Anschluss verglichen wir den Honigwein mit dem „Bärenfang“ genannten Honiglikör.

Diskussionsrunde der Transitiongruppe / Stammtisch "Bienenfreu(n)de"Vor diesem lukullischen Genuss – es gab natürlich auch etwas zum Knabbern – tauschten wir uns über das uns alle umwabernde Thema aus und wie man sich jeweils selbst dazu verhält. Dabei spielten natürlich auch Systemfragen eine Rolle. Albert Fresz, mit dem wir über den neuen „Welterbegarten“ verbunden sind, ergo unserem neuen und achten Bienenstandort, stellte den notwendig gewordenen Wandel von wirtschaftlichen zu gesellschaftlichen Relevanzfragen und Motivationen in den Raum. Dass ein Change, also Wandel, mithin das Transition-Thema, unabdingbar geworden sei, sah wohl jede/r punktuell anders, doch insgesamt grundsätzlich als gesetzt an.

Honigwein-Verkostung der Transitiongruppe / Stammtisch "Bienenfreu(n)de"Ebenso wurde das Thema Öffentliche Bibliotheken und ihre Aufgaben im Bezug auf Chancengleichheit, Integration, Partizipation und Demokratisierung erörtert. Da ich (Ilona Munique) in diesem Berufsfeld tätig bin, z. B. bei der Erstellung von Leitbildern und Konzepten für Bibliotheken berate und Prozesse begleite, aber auch die beiden anwesenden Lehrkräfte, Kerstin und ihr Mann Dominik, in ihren Schulen vor ähnlichen Themenaspekten stehen, war es auch in dieser Hinsicht eine interessanter Abgleich, beispielsweise zum Begriff „3. Ort“ (Third Places), der je nach Berufsumfeld offenbar unterschiedlich interpretiert wird.

Diskussionsrunde der Transitiongruppe / Stammtisch "Bienenfreu(n)de"Schön, dass ihr da wart – und wir sehen uns nach der Krise hoffentlich gesund und munter wieder! Die Gruppentreffen jeden 3. Dienstag im Monat werden natürlich bis auf Weiteres ausgesetzt. Cathrin Beyer vom VOM FASS Bamberg beim Honigweinverkosten

Einladung zum Gründungstreffen: Transition-Gruppe „Bienenfreu(n)de“

Logo Transition BambergAm Dienstag, den 18. Februar findet um 18 Uhr das Gründungstreffen der neuen Transitiongruppe „Bienenfreu(n)de“ statt. Eingeladen sind alle, die sich für (Wild-)Bienen, Honig, Imkerei und Natur interessieren und Gleichgesinnte suchen. Die Gruppengründung wurde im Nachgang eines Transition-Plenums zum Thema „Kooperation“ von uns initiiert.

Geplant ist, sich in der Art eines Stammtisches jeden 3. Dienstag im Monat ab 18 Uhr auszutauschen. Jedes Treffen beginnt mit einem kurzen Themeninput und anschließender Aktivität, die vorab gemeinsam festgelegt wird. Erste Themenvorschläge sind Kochen mit Honig, Wachsarbeiten, Bienenpflanzenbörse, Buchvorstellungen, Filmabende, Bienenbesuche, Honigschleudern oder meditatives Beobachten der Bienen- und Insektenwelt und vieles mehr. Ebenso will die neue Gruppe ein Forum für junge wie erfahrene Bienenhalter sein, die sich zu imkerlichen Aspekten beraten möchten. Einmal im Jahr soll es einen Familienausflug und ein eigenes Forum für Kinder und Jugendliche geben.

Das Gründungstreffen findet am Obstmarkt 10 zunächst noch im privaten Rahmen statt. Daher wird eine Anmeldung telefonisch oder per E-Mail spätestens einen Tag vorab erbeten unter Tel. 0951-3094539 ; hallo [at] bienen-leben-in-bamberg [dot] de. Weitere Informationen unter https://www.transition-bamberg.de/bienenfreunde/

Natürlich halten wir euch auch auf unseren Weblogseiten hier auf dem Laufenden.

Kurzbeschreibung Bienen-leben-in-Bamberg.de

Westliche Honigbiene – apis melliferaDie Privatinitiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de will die Bienenwelt in Bamberg erhalten. Mit ihrem Projekt der Bamberger Schulbiene informiert und unterrichtet sie Schulgemeinschaften und bildet Jungimker zum Themenfeld Bienen und ihre Lebenswelt aus. Der Bamberger Lagenhonig steht als ein regionales Ur-Produkt für eine nachhaltige und tierverantwortliche Imkerei. Die dauerhafte Präsenz des grünen Klassenzimmers, die Bienen-InfoWabe, nebst Bienengarten und Lehrbienenständen, ein monatlicher Stammtisch der „Bienenfreun(d)e“ sowie eine kontinuierliche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und eine breite Vernetzung durch Kooperationen sorgen dafür, dass die Bedürfnisse der Bienen und anderen Insekten im Bewusstsein der Stadtbevölkerung wie auch in der Politik verankert sind.

Bienen –
vom Schätzen zum Lieben, vom Schützen zum Erhalten!

[Aktualis. am 22.02.2020]

Imkerforum Veitshöchheim 2020

Hinweisschild zur Bienentagung, dem ImkerforumHeuer kein Anmeldeschluss fürs Imkerforum in Veitshöchheim am 08.02.2020 (12:30 bis ca. 17:00 Uhr), stattdessen eine Teilnahmegebühr von 5 Euro, um Aktuelles aus der Forschung und der Fachberatung zu erfahren. Wir finden, die Berichte aus dem Institut für Bienenkunde und Imkerei sowie die Vorträge zu Honig sind es allemal wert.

Wie steht’s derzeit mit der „Rückstandssituation in bayerischen Honigen?“, fragt sich und uns Dr. Andreas Schierling. Ganz sicher werden wir das aus dem Bienengesundheitsdienst (im Tiergesundheitsdienst Bayern e. V.) kompetent und umfassend beantwortet bekommen.

Die Ankündigung zum zweiten Honigvortrag hat mich etwas überrascht, denn der oder die Referent(inn)en sind von der Firma Breitsamer & Ulrich GmbH &Co KG. Auch sie stellen eine immer wieder gehörte Frage: Ist „Honig ein (globales) Produkt? Ich bin sehr gespannt auf die Antwort eines der größten Honigproduktlieferanten Deutschlands.

Logo Regionalsiegel "Region Bamberg – weil's ich überzeugt!"Eines steht fest: Für unseren Bamberger Lagenhonig stellt sich die Frage nicht, denn die versprochene Regionalität ist nachweisbar und transparent unsere schöne Stadt. Das haben Sie mit Brief und Siegel!

Auf nach Veitshöchheim … wir nehmen euch gerne mit, doch nur per Bahn, versteht sich. Abfahrt

Neu! Jungimker-Kompaktkurs in Bamberg

Logo BLIB-Jungimker-KompaktkursFür alle Interessierte an der Bienenhaltung, die sich nicht so häufig auf den Weg nach Bamberg machen können, ist der neue Jungimker-Kompaktkurs (Programm als PDF) ideal. Er kommt sicherlich auch Wiedereinsteiger/innen entgegen, die bereits Praxiserfahrung haben, doch auf dem neuesten Stand der Imkerei und Bienenkunde sein möchten. Der Wochenendtermin ist Fr. bis So., der 09.-11.10.2020, Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg.

Die 12 Modulinhalte sind analog des „Imkerkurses für Anfänger“ (Webseite | PDF) gestaltet, der von uns im Zeitraum von 12 Monaten (mit Zusatzoption von einem weiteren Jahr) angeboten wird. Die Anteile des Kompaktkurses sind 17 Theoriestunden und 6 Praxisstunden, also etwas weniger Praxis als im Jahreskurs. Daher ist dieser Kurs auch nicht als ein vollwertiger Ersatz gedacht. Dennoch – wer beispielsweise bereits über ein Volk und zudem über eine/n Imkerpatin oder -patin verfügt, oder wer beispielsweise kurzfristig die Bienen der Eltern, vom Onkel oder der Oma übernehmen soll, wird mit diesem Wochenendkurs ausreichend vorbereitet sein.

Anmeldungen sind ab sofort möglich. Der Kurs findet ab 6 Teilnehmer/innen statt. Referenten sind Reinhold Burger und Ilona Munique (Impressum).

Übrigens: Von der Kursgebühr gehen 5% als Spende an die Bamberger Schulbiene!

Jungimker-Kompaktkurs JK20

2020 kann kommen, Bienen-leben-in-Bamberg.de ist bereit!

Mit besten Wünschen an euch alle und unseren frisch aufgelegten Programmen rund ums Bienenleben geht’s optimistisch in die Zwanziger hinein!

1) BIWa-Jahresprogramm 2020 Webseite | PDF
2) BLIB-Imkerkurs für Anfänger 2020 Webseite | PDF
3) BLIB-Imkerkurs für Fortgeschrittene 2020Webseite
4) Honigschleudertage-Termine 2020Webseite | PDF

5) NEU (Erg. 04.01.20): Jungimker-Kompaktkurs / Wochenendkurs PDF

Alle Termine findet ihr wie immer unter Aktivitäten und Termine gelistet. Zusätzliche Temine oder Änderungen könnt ihr dort tagesaktuell erfahren. Außerdem findet ihr sie in der BLIB-Jahresbroschüre vereint.
In Anbetracht des bevorstehenden „Showdowns“ von Reinholds Imkermeisterkurs in Graz mussten wir das Vortragsangebot einschränken. Das versteht ihr sicherlich.

  • Wir stehen jedoch ab Ostersonntag weiterhin jeden zweiten Sonntag Nachmittag von 14 bis 17 Uhr in der Bienen-InfoWabe für euch bereit.
  • Auch empfängt die Bamberger Schulbiene ab Mitte April weiterhin Schulklassen und andere Gruppen zu Führungen rund um die Thema Bienen, Honig, Imkerei und Natur. Anmeldungen hierzu ab sofort möglich.
  • Nicht mehr angeboten werden der BAmbrosiustag und zu Silvester das „Funkensprüh’n am Feuerkorb“. Stattdessen bieten wir für den 09.-11.10.2020  einen Jungimker-Kompaktkurs als Wochenendkurs an. Hier das Programm als PDF.
BLIB-Team 2019Alles Liebe für 2020, und wir hoffen, euch zu dem einen oder anderen Termin begrüßen zu dürfen!
Ilona und Reinhold
Bienen-leben-in-Bamberg.de

*24* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

Cover Der Honig, Horn / LüllmannEndlich wieder Weihnachten! Allen ein Frohes Fest mit netten Geschenken! Ja, eines unserer Lieblingsgeschenke (im Geben wie im Nehmen) ist natürlich HONIG. Er kommt dem Göttlichen sicherlich am nähesten, denn der wurde schließlich von kleinen Beinahe-Engelchen mit unglaublichem Fleiß gemacht und von uns mit Hochachtung geerntet und sorgfältig ins Glas gebracht.

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Sorgfalt lag auch den stolzen 424 Buchseiten mit dem schlichten Titel „Der Honig“ zugrunde. Dazu muss man schon drei Doktortitel aufweisen. Cord Lülllmann hat einen, Helmut Horn hat gleich zwei*, und zusammen schrieben sie ein fundiertes Werk über „Imker, Analytik, Gesetz und Gesundheit“ – so der Untertitel des im Selbstverlag 2017 erschienenen Werks.

Hier erfährt man wirklich alles, was es zu Honig zu wissen gibt, sogar im Zusammenhang mit Radioaktivität und seinem Einsatz bei Lepra-Erkrankungen. Aber natürlich auch alle anderen für uns Imekr/innen wichtigen Themen wie Honigaufbereitung und -gewinnung, gesetzliche Bestimmungen, Vermarktung und natürlich Honigrezepte und vieles mehr.

Von der Gliederung her geht es tief und fundiert bis in die vierte Ebene und ist von daher als ein wissenschaftliches Werk zu betrachten. Einen Nutzen können alle daraus ziehen, die es endlich mal genauer wissen wollen, und natürlich besonders für uns, die wir als Bamberger Schulbiene die interessantesten Fragen gestellt bekommen und diese fundiert beantworten möchten.


*Helmut Horn ist Leiter des Honiglabors an der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim; Dr. Cord Lüllmann war Leiter des Instituts für Honiganalytik QSI bis 2013.

*15* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

2015 war das Erscheinungsjahr von zwei Ratgebern, die auch nicht unbedingt ein jährliches Update benötigen.

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Wachsblock aus eingeschmolzenem EntdeckelungswachsSanft heilen mit Honig, Propolis und Bienenwachs von Stefan Stangaciu, erschienen bei TRIAS in der 3., vollst. überarb. Auflage.

Nicht im Titel genannt, aber natürlich dazu gehörend sind Gelée Royal, Pollen, Bienenbrot und Bienengift. 30 Beschwerden im Bereich der Inneren Medizin und Neurologie sowie der Haut- und Zahnfleischerkrankungen sollen mit Hilfe der beschriebenen bienischen Produkte gelindert oder geheilt werden.

Zusammengefasst ist dies alles unter dem Stichwort „Apitherapie“ und zählt damit zu den natürlichen Heilmethoden. Doch im pharmaindustriell und lebensmittelchemisch orientierten Deutschland wird diese als „Wellness“ und damit als eine homöopatisch wirkende Anwendungen quasi herabgestuft vermarktet, um auch möglichst keine Probleme mit dem Deutschen Arzneimittelgesetz zu riskieren.

Nun, da sind uns die osteuropäischen und viele andere Länder weit voraus bzw. haben sich gar nicht erst von den jahrhunderte bzw. jahrtausende alten Therapieerfahrungen und -weisheiten losgesagt und manches ist dort sogar eine Kassenleistung.

Cover Petra Ahnert, BienenwachswerkstattBienenwachsratgeber

Ebenfalls mit Wachs, hier jedoch schwerpunktmäßig Kerzen, Seifen und Dekoration behandelnd, haben wir es bei der Bienenwachs-Werkstatt von Petra Ahnert, erschienen im LV-Landwirtschaftsverlag, zu tun.

Doch auch Kosmetik  – von Lippenbalsam und -gloss über flüssige wie feste Lotions bis hin zu Massage-, Nagel- und Fußbalsam sowie Seifen reicht die Pallette. Die Naturheilkunde taucht in Form von Erkältungsbalsam und Salben für jedwede Wehwehchen, die man sich dazu denken an, auf. Auch wird an die hauswirtschaftliche Verwendung gedacht, und wer sich in Bienenwachskunst versuchen will, kann’s ausprobieren mit Batik und Enkaustik, also der Malerei mit Wachs.

Hübsch bebildert und mit Einkaufslisten sowie Schritt-für-Schritt-Anleitungen wirkt das alles fast schon kinderleicht – was es jedoch beileibe nicht immer ist, wie wir aus leidvoller Erfahrung mit Teelichtkerzengießen gemacht haben. Daher haben wir sogleich einen Blick auf S. 29/30 geworfen. Und ja, hört sich nach einem guten Plan an.

Tja, nur leider ist das Buch derzeit nicht mehr lieferbar. Außer in unserer Imker-Bibliothek … und sicher auch in anderen Büchereien natürlich. Unter dem selben Titel, allerdings mit einem anderen Untertitel – 52 Projekte für angehende Imker – sowie der Verfasserangabe Kim Lehman, erschien 2018 im Haupt-Verlag eine neuere Auflage. Ich kann nicht sagen, ob es Unterschiede gibt, doch mal sehen … ich sag‘ wieder Bescheid, wenn ich’s rausgefunden habe, okay?!

*14* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

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Cover Lachauer von Bienen und Menschen, Rowohlt-Verl.14 Imkerinnen und Imker aus den unterschiedlichsten Ländern stellt Ulla Lachauer in ihrem biografischen Roman Von Bienen und Menschen vor. Oder sollte man besser Reise- und Speiseerzählung sagen?

Kapitelbezeichnungen wie „Die Pfefferles“ und ihr Tannenhonigparfait oder „Asaads Traum“, in dem der Honigpudding Hariri mit seiner syrischen Süße die deutsche übertreffen wird, oder „Reif für die Insel“ mit gotländischen Hoffnungen, den Orient mittels Kardamom doch noch nach Schweden zu holen, machen Lust aufs Augenreisen durch 383 Seiten und dabei die eine oder andere Spezialität genießen. Vorsicht, das Sofa nicht verkleckern!

Köstlich und bitter

Manches ist einfach nur köstlich, sozusagen. Die vielen, meist recht leicht zu kopierenden Rezepte, optisch abgesetzt in Rahmen aus Bienenwabenmustern. Einiges ist eher bitter zu lesen, wenn Verluste beschrieben werden, die der Krieg den Imker(inne)n und ihren Familien brachte, oder um die „Bienen als Episode“ in der untergegangenen DDR¹, die nach der Wende wohl hunderttausenden von Imker(innen)n² kein Auskommen mehr bescherte.

Fehlende Imkersolidarität aus dieser Zeit wird genauso angesprochen wie das Gegenteil davon, wenn ein slowenischer Imker von seinem dichten Netzwerk spricht. Persönliche Schicksale wie die von Galina, mit der das Buch beginnt und auch in einem Wiedersehen endet, sind eng mit den Bienen verbunden. So eng, dass selbst ein 105-jähriger dementer Imker zwar nur noch die Jahreszahl „1918“ von sich gibt, mit der er alle Fragen nach einem „Wann“ beantwortet, jedoch mit agilen Gesten klassische Imkertätigkeiten pantomiert – das Ziehen eines Rahmens aus der Beute, das zarte Fassen einer imaginären Gänsefeder, die zum Wegkehren von Bienen verwendet wird, ein gespieltes Zucken nach einem Bienenstich und das Wegschnippen eines Stachels von der Wange – anrührend. Nein, nicht kitschig oder verklärend.

Pragmatisch bis poetisch

In diesem spannend lesbaren Buch werden keine heile Welten heraufbeschworen. Doch die Liebe der beschriebenen Imker/innen zu ihren Bienen schimmert überall durch. Zuweilen pragmatisch verbrämt wie beim Eisenbieger Smoly: „Ohne die Bienen hätte ich unser Haus nicht bauen können“, aber auch poetisch antwortend wie in „Up anner Siet“, wenn Margarete danach gefragt wird, wie sie all die Arbeit so nebenbei geschafft habe: „Mit Gottes Hilfe! Die Bienen und der Himmel gehören zusammen, deswegen mag ich das so.“

Ulla Lachauers Zuhörenkönnen ist das eine. Das uns Lesende so feinfühlig Nahe bringen dieser „von Hause aus […] kleine[n] Krauter […], schlecht verdienenden Postler und Bahnwärter, Dorfpfarrer und Kleinbauern […] Sonderlinge – eingenbrötlerische Tüftler, skurrile Hobbygenetiker, Sparsamkeitsfanatiker, Weltfremdlinge …“ das andere. Und keine Sorge, man würde als Nicht-Imker/in zu wenig vom Fachlichen verstehen – es geht mehr um die Menschen, ihre Geschichten und – ja, auch die europäische Geschichte. Dennoch wurde an ein Glossar mit imkerlichen Fachausdrücken gedacht, wie auch eine Karte aller europäischen Reisestationen.

Fesselnd und berührend … und mal ganz was anderes!


¹Zunächst sank durch den Wegfall der staatlichen Unterstützung nach der Wende in den neuen Bundesländern die Zahl der Imkerinnen und Imker drastisch, natürlich auch die Zahl der Bienenvölker. https://deutscherimkerbund.de/userfiles/DIB_Aktuell/2015/aktuell2015-Sonderausgabe.pdf
²Vor der politischen Wende um 1990 gab es rund zwei Millionen Bienenvölker in Deutschland, danach pendelte sich ihre Zahl auf etwa eine Million ein. https://www.heise.de/tp/features/Stiller-Tod-warum-Bienen-sterben-3399498.html