Tag der Erde – Earth Day – Motto 2021: Jeder Bissen zählt

Ein Glas des Bamberger LagenhonigsDas Motto am 22.04.2021 am Tag der Erde / Earthday:

Jeder Bissen zählt
Schütze was du isst – schütze unsere Erde
Lebe bewusst und nachhaltig
Bio, Regional, Fair

Mit dem Kauf unseres Bamberger Lagenhonig erfüllt Ihr dieses Motto mit gutem Gewissen an eurem Frühstückstisch.

Erfüllungsgrundsätze

Wir sind Lizenznehmer des Siegels „Region Bamberg – weil’s mich überzeugt“ der Regionakampagne von Stadt und Landkreis Bamberg, deren Grundsätze ihr hier nachlesen könnt.

Alle rund 20 Bienenvölker an 8 sich im Stadtgebiet Bambergs befindlichen Standorte („Lagen“) werden direkt beerntet und ohne Umwege am Obstmarkt 10 in der Innenstadt abgefüllt. Unter „Aufsicht“, denn unsere Transparenz ist lückenlos. Jede/r kann uns grundsätzlich  jederzeit besuchen kommen – natürlich nach Vereinbarung, denn nicht nur in Coronazeiten würde unsere Honigmanufaktur aus allen Nähen platzen.

Im Juli finden öffentliche Honigernte- und -schleudertage statt, bevorzugt für unsere Bienenpatinnen und -paten. An den restlichen Tagen sind Imkerkursteilnehmende zugange, die also jederzeit – und vor allem auch übers ganze Jahr hinweg! – Einblick nehmen in unser Tun.

Bamberger Lagenhonig

Und wie ist das mit „Bio“?

Dass wir uns nicht biozertifizieren, hat mehrere Begründungen. Ein paar davon genannt: Teure Zertifizierungsmaßnahmen erhöhen den Honigpreis immens und erfordern langwierige Organisationleistungen, die wir als kleine Manufaktur gar nicht leisten können, zumal wir unser Hauptaugenmerk auf den Bildungsbereich legen. Andere Begründungen sind fachlicher Art. Um diese nachzuvollziehen, sind wir gerne bereit, und ausführlicher mit euch zu unterhalten. Solltet ihr jedoch als Nicht-Imker/in noch keine Ahnung von den verschiedenen Betriebsweisen haben, so bringt viel Zeit mit, damit wir „ausholen“ können.

Fakt ist, dass wir geschätzt 95% alle Anforderungen erfüllen würden, die je nach Zertifizierer unterschiedlich ausfallen. Doch auch über den restlichen 5% liegt kein Makel, lediglich eine logische Begründung, warum wir anders verfahren.

Stapel Mittelwandrähmchen, selbstgegossen aus EigenwachsproduktionBeispiel 1: Das verwendete Wachs muss in der Bio-Imkerei aus zertifizierten Öko-Wachsbetrieben stammen. Und dies sogar, wenn es sich – wie bei uns – um Eigenwachs handelt. Soll es tatsächlich etwas Besseres als Wachs von den eigenen Bienen geben?! Wo beginnt und endet die Grenze zur Geldschneiderei bzw. sich untereinander zuschanzen unter Öko-Einrichtungen?!

Beispiel 2: Bei einigen Zertifizierern darf die Völkervermehrung nur über den Schwarmtrieb erfolgen. Der Sinn dahinter ist uns nicht eingängig genug, denn eine vernünftig betriebene Ablegerbildung nimmt den Schwarmtrieb lediglich gezielt und zur passenden Zeit vorweg. Das hat auch mit Lebenswirklichkeit zu tun, denn nicht jede/r Imker/in kann so viel freie Zeit zum permanenten Beobachtung investieren, wie es Vollerwerbs-Biobauern vielleicht ermöglicht ist. Das Entkommen von Schwärmen in der Stadt stellt mittlerweile tatsächlich ein Problem dar, wir möchten das unter keinen Umständen forcieren.

Beispiel 3: Wir verwenden Haushaltszucker für die Wintereinfütterung. Bio-Zucker aus Südamerika zu importieren sehen wir als NICHT nachhaltig an. Und die erst in jüngster Zeit sich entwickelnde heimische Bio-Zuckerherstellung (in BaWü, verarbeitet in der Schweiz) würden wir sogar kaufen, müssten wir nicht eine ganze Palette mit 800 Kilo abnehmen. Sorry, dazu reicht unser Platz einfach nicht aus. (Über die Zuckerfrage, die sich bei Nicht-Imker/innen automatisch einstellt, bitte Grundartikel mit dort aufgeführten Reihenbeiträgen nachlesen. Ja, nehmt euch Zeit, danach können wir gerne diskutieren).

Fazit: Trotz einiger Versprechungen von Bio-Zertifizierern gibt es nicht zu jeder (weiteren) völkerbetriebsführenden Frage eine plausible und praktikable Antwort, ob das nun „Waben nur in den Honigraum einhängen“ oder „keine Drahtstabilisierung der Honigwaben“ betrifft. Zumindest sind wir mit den Antworten nicht soweit zufrieden, dass diese uns Anlass geben würden, uns – ohne erkennbare (Bienen-)Not – den geld- und zeitaufwändigen Verfahrensweisen zu unterziehen.

Wie gesagt, das alles trifft nur auf vielleicht 5% unserer eigenen Betriebsweise zu. Weitere Details siehe auf unserer auf einer A4-Seite zusammengefassten Imkerphilosophie.

Sich diese und andere Fragen zu stellen und ständig nach Antworten zu suchen, ist das Wesen eines verantwortlichen Lebens. Dieser Earth-Day soll uns immer wieder daran erinnern.

BLIB-Team / Foto © Elke Puchtler

Lieber Besuch zur Saisoneröffnung der Bienen-InfoWabe 2021

Bewölkt und kühl, doch ohne Niederschläge und mit rund 40 Besucher/innen eröffneten wir am Sonntag, den 18. April, die Saison der Bienen-InfoWabe 2021. Heuer nicht wie in den vergangenen Jahren an Ostern, denn unser neuer Turnus heißt: Offen an jedem 3. Sonntag im Monat von April bis September. Dann heißt es für die Bevölkerung „Offenes Haus für alle“ von 14 bis 17 Uhr.

Vergangenes Jahr fiel die Saison pandemiebedingt aus. Doch für heuer wollten wir das nicht mehr gelten lassen. Im Bamberger Bienengarten konnten wir mit genügend Abstand fröhlich mit unseren Gästen plaudern. Wer wollte, durfte einen Blick in unser grünes Klassenzimmer werfen, das unter anderem mit neuer Farbgestaltung aufwartete und auch den langsam zur Neige gehenden Bamberger Lagenhonig erstehen. Immer hübsch nacheinander und mit Maske natürlich sowie bei weit geöffneten gegenüberliegenden Türen.

Unsere geschätzten Gäste

Wir freuten uns über bekannte wie unbekannte Gäste, darunter einige Familien, deren Kinder wir gerne einen Schnellkurs in Sachen „Bienen und Imkerei“ gaben. Sie drehten mit Begeisterung die Trommel der Honigschleuder und erfuhren, wie es im Inneren einer Bienenwohnung aussieht.

Im Folgenden genannt sind insbesondere unsere Bienenpat(inn)en mit Familien und ehemalige wie aktuelle Imkerkursteilnehmende. Fangen wir mit Letzteren an, weil sie an diesem denkwürdigen Tag nach einem Jahr Beinahe-Stillstand die ersten waren!

Jungimkerin Margarethe Hartig (aus AK20) mit Gatte Robert bildete den Beginn des Eröffnungsreigen! Sie brachte uns die Beute zurück, aus der vor wenigen Wochen ihr erstes eigenes Bienenvolk umgesetzt wurde! Garniert hat sie ihren Dank mit einem Bündel frischen Bärlauch, der in der Kühltasche Platz fand, nachdem wir den Eröffnungssekt gemeinsam köpften. Beim Rundgang durch den Garten und zum Lehrbienenstand stellte Marga fest, dass ihre Bienen sehr viel reger ausflogen als unsere. Ja, es war wohl noch ein wenig zu schattig auf dem ERBA-Gelände, doch kein Anlass zur Sorge.

Jochen, ebenfalls aus dem selben Kurs, nutzte den Anlass, sich Tipps zur Nachfütterung und zum Standort für sein erstes Bienenvolk zu holen. Unserer Nachbetreuung können sich ja alle Jungimker/innen noch eine Zeitlang sicher sein. Er bildete das Ende des heutigen Besucherreigens. Dazwischen …

Treue Eröffnungsgäste seit 2017 sind unsere Bienenpaten Anne und Hans Zirkel. Bereits vorab hat sich Hans schon mal etwas bei uns umgesehen, als wir gerade das Wildbienenhotel ertüchtigten. Nun „musste“ auch Anne meine Begeisterung darüber sowie für den Osterbrunnen und die neue Kinderbuchkiste „KIKI“ teilen.

Ebenfalls so gut wie immer dabei, wenn wir Großes feiern und vermutlich Hilfe gebrauchen können, ist Bienenpatin Gabriele Loskarn. Enkelin Luna kennt den Flecken hier inzwischen schon ganz gut und freut sich, dass ihre Oma mit ihr Vorlesezeit verbringt. Natürlich mit einem Büchlein aus unserer Imker-Bibliothek. Tja, bei ihrem letzten Besuch lag noch Schnee.

Bienenpate Anton Hepple mit Gattin Walburga hatten wir zuletzt am Traditionellen Honigmarkt an Faschingsdienstag gesprochen. Die beiden nutzten den Besuch gleich für eine größere Runde ERBA-Spaziergang, nachdem sie sachkundig die Schaubeete inspiziert hatten. Immerhin ist Anton als ehemaliger Amtsleiter „Ländliche Entwicklung“ sozusagen vom Fach und weiß, welche Bedeutung derartige Anlagen für die Bevölkerung besitzen und wie förderlich Lehrgärten für die heranwachsende Generation sind.

Endlich lernen wir auch Rolf Lang kennen, dessen Tochter (nicht nur diese) Bienenpatenschaft arrangiert hat. Mittlerweile hat sich bei uns schon so ein Drang entwickelt, Kathrin genau so zu sehen, als wäre sie selbst eine. Nun hat sie uns auch noch eine ausgemusterte, jedoch tolle Lehrtafel zukommen lassen, die wir am Abend umgehend aufhängten und als perfekte Ergänzung zu unseren anderen Exponaten sehen. Auch die sorgsam von ihr eingesammelten Honiggläser unserer Bienenpaten-Gaben zeigten eindrucksvoll, dass Familie Lang (und Knauer) in Sachen Nachhaltigkeit keine Anleitung braucht. Mit Gottes Gaben sorgfältig umzugehen dürfte also nicht nur für unseren Paten Rolf, der Kirchner der Erlöserkirche ist, ganz normal sein.

Auch die Nachbarschaft hat sich ein Stelldichein bei uns gegeben. Zwei Mitglieder des gegenüberliegenden Interkulturellen Gartens, im Übrigen bekannt mit Marga, schauten mal eben auf ihrem Weg in die Beete bei uns vorbei. Oft winkt man sich ja nur zu, weil jeder emsig was zu tun hat. Wir sollten öfter einfach mal miteinander feiern … nun ja, nach Corona …

Adelinde und Bernhard Gonska, zwei agile Natur- und Umweltschützer/innen mit Leidenschaft, die wir vor zwei Jahren zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Aktion kennenlernen durften, boten – neben dem Einholen unseres Bienenbaumes – erneut ihre Dienste an, so sie schließlich in allernächster Nähe wohnen. Sie nutzen unseren Bienengarten oft und gerne zum Verweilen, wie sie uns verrieten. Reinhold zeigte stolz die ersten Knospen des neuen Schau-Pfingstrosenbeetes und auch des Bienenbaumes (Tetradium daniellii), den er dank Bernhards Fahrbereitschaft vergangenes Jahr aus Walsdorf abholte.

Zwischen all den bekannten und – auch mit Masken! – vertrauten Gesichtern der Genannten und der Honigkauf-Stammkund(inn)en freuten wir uns über alle, die zum ersten Mal den Weg zu uns fanden, sicherlich auch aufgrund des Artikels im Fränkischen Tag.

Für diesen sowie alle Besuche, Aufmerksamkeiten, Einkäufe und ermutigenden und lieben Worten danken wir euch von Herzen!

Ja, dieser Blogbeitrag ist lang, Doch vieles, was uns berührte, muss ungeschrieben bleiben, damit’s am Ende kein Buch wird. Wir wollen euch mit dem Bericht ehren und zeigen, wie wichtig ihr uns seid. Reinhold und ich reflektieren unser beider Erlebnisse – wie immer schon – allzu gerne. Für uns wie für euch zur Erinnerung. Denn wie wir seit über einem Jahr feststellen mussten – nichts davon ist selbstverständlich!!!

Auf eine gute neue Bienensaison, mit euch an unserer Seite!

Saisonstart 2021 für Bienenfreunde in Bamberg

Für den Sonntag, 18.04.2021, ist der Saisonstart der Bienen-InfoWabe geplant, die bis September jeweils am dritten Sonntag im Monat für Interessierte aller Altersstufen geöffnet ist. Von 14 bis 17 Uhr stehen Imkermeister Reinhold Burger und Imkerin Ilona Munique für Fragen rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur zur Verfügung.Bienen-InfoWabe mit Schau-Kräuterbeet im Bamberger Bienengarten

Unter den pandeOsterbrunnen im Bamberger Bienengarten, Bienenweg 1miebedingten Regelungen erwartet die Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de die Besucher im Bamberger Bienengarten im ERBA-Park, der jederzeit frei zugänglich ist. Am geschmückten Osterbrunnen lassen sich unter gebotenen Abstand mit Mund-Nase-Schutz praktische Tipps für bienenfreundliche Pflanzen oder Wildbienennisthilfen einholen und Wild- wie Honigbienen beobachten. Auch ist ein Honigkauf unter den üblichen Bedingungen möglich. Zum Jahresprogramm wird unter den gegebenen Umständen zeitnah eingeladen.

Geplant ist am 20. Juni eine Lavendel- und Honigmesse sowie am 18. Juli die traditionell durchgeführte öffentliche Honigernte am Fünferlessteg. Da beide in den Außenanlagen stattfinden, rechnen die Veranstalter mit einem Zustandekommen der Termine. Außerdem findet weiterhin ein zwölfmoduliger Imkerkurs statt, zu dem man sich jederzeit anmelden kann. Es sind noch wenige Restplätze frei. Alle aktuellen Infos sind zu finden unter Aktivitäten und Termine.

Was vor 10 Jahren begann … unser Imkerabenteuer seit 2011

Logo Bienen-leben-in-Bamberg.de (BLIB)Kurz vor Fertigstellung der ImkermeisterarbeitAls Ergebnis einer ProfilPASS-Beratung im Zuge einer Zertifizierung, für welche sich Reinhold als mein „Beratungsobjekt“ zur Verfügung stellte, stand „Imker“ auf dem Papier. Diese Freizeitaktivität sollte ein Ausgleich zur damals noch ausgeführten Programmiertätigkeit bilden. Der lang schon vermisste Kontakt zur Natur des studierten Geographen, seine Fähigkeit, komplexten Zusammenhängen wissenschaftlich auf den Grund zu gehen, seine Detailverliebtheit und sein handwerkliches Geschick … all das würde mit dem Halten von Bienen einhergehen. Es würde das Sitzen vor dem Bildschirm wieder erträglicher machen.

Der Entschluss

FaschingsbieneSchnell stand der Entschluss fest, dass ich (Ilona) ebenfalls mit von der Partie sein würde. Verantwortliche Tierhaltung sollte in unseren Augen unterbrechungsfrei möglich sein, falls berufliche Reisen notwendig wären oder ein Krankheitsausfall anstünden. Beide jedoch hatten wir absolut keine Ahnung von Bienen, niemand von uns kannte eine Imkerei oder hat je eine besucht, niemand in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis ging diesem Hobby nach. Wie also beginnen?

Imker Nikolaus Hofmann zeigt, wie's gehtJustament fanden wir einen Tag später eine Anzeige im FT über einen Jungimkerlehrgang, den der Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V. in Burgebrach gegenüber der Steigerwaldklinik anbot. Unser Imkervater Nikolaus „Klaus“ Hoffmann aus Aschbach brachte uns im Wechsel mit Robert Engert – beide im Vorstand des Vereins und die Referenten am Lehrbienenstand – das sich als spannend herausstellende Hobby bei.

Völker in Bamberg, Wildensorg-RinnersteigStart in die eigene Imkerei

Ein Jahr später stellten wir unsere ersten beiden Völker in Wildensorg auf, und zwar im Bruckertsgarten am Rinnersteig, der an die Familie Lips verpachtet war. An diesem unserem allerersten Lehrbienenstandort erfolgten sodann auch die ersten Schulbienenbesuche und VHS-Kurse.

Völker Buger WiesenEin zweiter Standort folgte in den Buger Wiesen, genehmigt von der Stadt Bamberg und unter der Aufsicht der Stadtwerke. Der dritte Standort sodann im Garten der Stadtgalerie „Villa Dessauer“. Seitdem waren es bis zu 9 Standorte unseres mit dem Regionalsiegel versehenen Bamberger Lagenhonigs (seit 2012).

5. Runde für dienstälteste Bienenpatin Elisabeth BurgerVerbunden war die Initiative und z. T. die Völker mit etwa 40 jeweils 2-jährigen Bienenpatenschaften, deren allererste Patin Elisabeth Burger war und noch ist.

Unsere Leidenschaft war geweckt, aber auch die Erkenntnis, dass es um die Bienen nicht so gut bestellt sei. Das wollten wir im Minimum allen Bürger(inn)en kundtun und im Maximum (zumindest) für Bamberg aufhalten und am besten ändern.

Start der Initiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de

Bamberger JungimkerBereits im Oktober 2012 starteten wir daher mit dem Weblog Bienen-leben-in-Bamberg.de und der gleichnamigen Initiative. Wir wollten damit u. a. eine Möglichkeit für Vereinsmuffel bieten, sich unabhängig von Mitgliedschaften an uns zu wenden und sich in Sachen Biene mit uns zu verbünden, beispielsweise durch Bienenpatenschaften.

1. Honig- und Imker-Mitmachmarkt Bamberg von Bienen-leben-in-Bamberg.deKurz darauf, im Dezember 2012, nahmen wir am Adventsmarkt des Don-Bosco-Jugendwerks am Jakobsberg mit Honigverkauf und einem Kinderprogramm teil. Dort wurden unsere erstellten Rätsel zur Sensibilisierung in Sachen Bienen zum Renner bei den Besuchern aus pädagogischen Einrichtungen aller Art – von Kindergärten und Waldorfschule über Grund- und Mittelschulen bis zum Gymnasium. Etliche Anfragen zu einem Unterricht waren der Impuls, unser neu erworbenes Wissen an die Kinder und Jugendlichen gezielt weiterzugeben.

Die Bamberger Schulbiene in der HainschuleDie Idee der Bamberger Schulbiene war geboren und im März 2013 eine Crowdfundingaktion gestartet. Ein nachhaltig tragfähiges Schulbienen-Spiralcurriculum mit replizierbarer Didaktik und Methodik für den Einsatz an Bamberger Schulen war das Ziel.

Was ist seit diesen entscheidenden Entschlüssen passiert? Was konnten wir aufbauen?

Logo der Bamberger SchulbieneÜbersicht 

Die Schulbienenunterrichte, zunächst noch in den schulischen Klassenzimmern (2013), später in der Bienen-InfoWabe im Erba-Park (projektiert 2014, Spatenstich 2015, Eröffnung 2016), der Bamberger Bienengarten (2017), Reinholds Ausbildung zum Facharbeiter Bienenwirtschaft und die Ernennung zum Bienensachverständigen (2017), die Imkerkurse (2018) und schließlich sein Abschluss zum „Meister Bienenwirtschaft“ sowie der Start der Transition-Gruppe „Bienenfreun(d)e“ (2020) – und all das in unserer Freizeit und ehrenamtlich, wobei die zunehmend begehrten Imkerkurse seit 2020 als Nebenerwerb angemeldet sind.

Urkunde / Imkermeisterbrief für Reinhold Burger 2020Im Einzelnen nachvollziehbar ist die jeweilige Entwicklung unserer Projekte und Schwerpunkte über unsere Transparenzberichte sowie über das Schulbienentagebuch und die Historie der Bienen-InfoWabe. Und natürlich über die Chronologie des Weblogs selbst. Bienenpat(inn)en erhalten außerdem in jährlich vier Newslettern Einblicke in die Zusammenhänge all unserer Aktivitäten rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Ausblick

Bienen-InfoWabe (Vorderansicht) im Erba-ParkFür die nächsten 10 Jahre erhoffen wir uns die Gesundheit, Kraft und Mitbegeisterte, um all das Erreichte und Bewirkte halten und weiterentwickeln zu können. Pläne haben wir immer, die gehen uns nicht aus. Sicherlich nicht mehr in der Größenordnung einer Bienen-InfoWabe oder eines Biologie-/Agrartechnik/Tierarzt-Studiums mit Spezialgebiet. Doch bereits ein erfolgreich begleitetes Europäisches Volksbegehren zum Schutz der Bienen und Bauern, wie es für heuer ansteht, soll uns – zumal nach den Erfahrungen, die wir für Bayern (2019) gemacht haben – ein Ansporn zum Aktivbleiben sein.

Statementgeber/innen zur Auftaktveranstaltung des VolksbegehrensGroße und kleine Ziele und geplante Maßnahmen – und was daraus wurde – halten wir jeweils am Ende unserer Transparenzberichte fest. Damit verhindern wir Aktionismus und ein Hamsterradgefühl, aber regen hoffentlich auch zum Nachahmen an. Wir wünschen uns und den Bienen und Insekten in Bamberg und der ganzen Welt sowie unseren Unterstützer/innen von Herzen alles Gute!

Give me Five!

Reinhold und Ilona im Bamberger Bienengarten

Imkeranfängerkurs in Bamberg wegen hoher Nachfrage verdoppelt

Logo Imkerkurs für Anfänger querAb sofort sind weitere Anmeldungen für einen Imkeranfängerkurs bei Bienen-leben-in-Bamberg.de möglich. Wegen der hohen Nachfrage terminieren wir eine inhaltlich parallele Modulreihe. Die neuen bzw. erweiterten Kurszeiten finden Sie hier.

Nicht stattfinden hingegen wird der einwöchige Kompaktkurs. Dieser wird voraussichtlich in den Herbst verschoben.

Wir freuen uns auf unsere neuen Imkerkolleg(inne)n, die einen verantwortungsvollen Beitrag zur Pflege der Honigbienen einüben werden sowie lernen, einen konsequent qualitätsbezogenen Honig ins Glas zu bringen und Wachs wertschätzend zu verarbeiten!

Honigmarkt 2021 mit Bienenpatenanschluss

Sich persönlich zu treffen ist pandemiebedingt ja nicht so ohne Weiteres möglich. So bot der Traditionelle Honigmarkt eine willkommene Gelegenheit, einige unserer Bienenfreunde wieder zu sehen.

Bienenpate Albert Fresz erhält Patenurkunde

So überreichten wir an diesem Faschingsdienstag, den 16.02.2021, unserem neuen Bienenpaten Albert Fresz die Patenschaftsurkunde nebst Honiggaben. Gerne hätten wir etwas mehr Zeit für einen längeren Plausch gehabt, doch wollten just zu diesem Zeitpunkt etliche Feinschmecker unseren Bamberger Lagenhonig erstehen. Gut, dass wir zu Zweit waren. Trotz einsetzenden Nieselregens war der Markt relativ gut besucht und bis auf drei Gläser konnten wir alles Mitgebrachte unters Volk bringen.

Reinhold mit Bienenpate Albert Fresz am Honigmarkt Bamberg, Faschingsdienstag 2021Nun, zwei Jahre haben Albert und wir Gelegenheit, die Verbindung zu vertiefen. Über Transition und den Welterbe-Garten, unserem 8. Lagenstandort, hatten wir uns kennen und schätzen gelernt. Seine Leidenschaft fürs Gärtnern (insbesondere die Selbstversorgung) teilen wir, wenngleich wir uns zeitbedingt auf die kleinen Bestäubungsleisterinnen konzentrieren.

Reinhold mit Bienenpate Albert Fresz am Honigmarkt Bamberg, Faschingsdienstag 2021Alberts schönste und nachhaltigste Begegnung mit Bienen war, wie er uns erzählte, eine riesige Anzahl von Wildbienen auf seinem frisch bestellten Welterbe-Garten. Mehrere 100 m² waren übersät mit diesen Bienen, die Höhlen in die frische umgebrochene Erde gruben. Dieses Erlebnis war so recht nach seinem Geschmack, denn über „unerwartet positive Ereignisse“ kann sich der ehemalige Jurist besonders freuen.

Nun, Wildbienen sind sehr, sehr wichtig. Was sie jedoch nicht können: Honig hervorbringen. Und auch wir können Alberts Lieblingssorte, den Waldhonig, nicht verlässlich anbieten. Viele unserer Lagenstandorte sind allerdings in Waldesnähe, so die Buger Wiesen und die Sternwarte, insofern ist meist auch etwas, manchmal mehr, selten ausschließlich Honigtau darin enthalten. Albert mag ihn am liebsten „im Tee und als Aufstrich auf frisch aufgebackene Pfefferstangen mit Butter und oben drauf den Honig. Diese süßwürzige Geschmacksmischung ist einfach lecker“.

So gestärkt, dürfte ihm die „Ruhe und Gelassenheit im Umgang miteinander“, die er im Leben als besonders wichtig empfindet, wahrlich leicht fallen.

Reinhold mit Bienenpate Anton Hepple und Walburga am Honigmarkt Bamberg, Faschingsdienstag 2021Bienenpate Anton Hepple zu Besuch

Und wo wir schon beim Thema Bienenpaten sind – wir freuten uns zum Honigmarkt über den Besuch von Anton Hepple mit seiner Frau Walburga! Seit seinem Ruhestand aus dem Amt für ländliche Entwicklung heraus, dessen Amtsleiter er bis 2020 war, ist Anton unser Bienenpate und war auch schon beim Honigschleudern an der Sternwarte dabei. Es verstand sich von selbst, dass er zu eben jenem Sternwart-Honig griff, um seinen Vorrat aufzufüllen – selbstverständlich mit 10% Bienenpatenrabatt. Im Gegenzug nahmen wir gerne die löblich-sauber vom Etikett befreiten leeren Gläser zurück.

Bienenpatin Dr. Regina Hanemann

Nur kurz sprach Reinhold mit unserer Bienenpatin Regina, deren Besuch mir gänzlich entgangen ist, so vertieft war ich gerade wohl in ein Verkaufsgespräch. Sie bekräftigte ihre erneute Bienenpatenschaft, die sie bereits seit 2013 (!) inne hat. Der Honig ihres Patenvolkes an der Villa Dessauer, deren Hausherrin sie ist, war letztes Jahr besonders wohl geraten, so dass wir ihn zum Honigmarkt mit Begeisterung feilboten. Vielleicht trug ja auch die kleine Blühwiese im Skulpturengarten hinter der Villa bei, die sich die Direktorin der Bamberger Museen fast schon ein wenig „erkämpft“ hat.

Besucher am Honigmarkt Bamberg, Faschingsdienstag 2021Weitere liebe Besucher/innen

Auch besuchte uns Margarethe Hartig aus dem Imkeranfängerkurs des letzten Jahres, die sich bereits sehr auf ihr baldiges Imkern freut. Bald wird sie ein von uns überwintertes Volk erhalten und sich und uns beweisen, dass der Kurs Früchte trägt. Hund Molli wird also kein Einzelkind-Haustür mehr bleiben!

Unser Stand am Honigmarkt Bamberg, Faschingsdienstag 2021Mit einem weiteren Imker- bzw. Vereinskollege, nämlich Leo Weingärtner, konnten wir uns sodann in einen imkerlichen Austausch begeben. Er hat mittlerweile seinen eigenen Honig restlos verkauft, der offenkundig sehr begehrt ist. Selbst der Postbote hat nach Sichtung des „Ausverkauft“-Schildes schon Order für die neue Ernte gegeben. Für den Honigmarkt hätte Leo folglich gar nichts mehr zum Anbieten gehabt, wie wohl so viele andere aus unserem Verein ebenfalls nicht. Zumindest hat es den Anschein, denn nach einem suchenden Blick stellte unser Kollege fest, dass wir ja wohl die einzigen aus dem IBZV waren, die den Maximiliansplatz bereicherten.

Ja, diese und weitere Besucher/innen und Kund(inn)en belebten die feucht-kalten Stunden von 7 – 12 Uhr und ließen es uns warm ums Herz werden. Wir sehen uns wieder … nächstes Jahr, und dann hoffentlich endlich OHNE leidige Maske! Ich möchte nicht wissen, wen wir deshalb alles nicht erkannt und folglich ungegrüßt ließen (bspw. beinahe unseren frühen Gönner, Konrad Gottschall!)
Bleibt alle gesund! Mit unserem feinen Honig möge es gelingen!

Unser Stand am Honigmarkt Bamberg, Faschingsdienstag 2021Traditioneller Honigmarkt 2021 in der Presse

16.02.2021, BR24
Mit Einschränkungen: Bamberger Honigmarkt findet statt

16.02.2021, Rundschau B1
Brauereigaststätten in der Krise
-> Honig statt Fasching
(Wir sind in folgender Sequenz zu sehen: 18:54 – 19:19)

Traditioneller Honigmarkt 2021 am Faschingsdienstag – mit unserem Bamberger Lagenhonig!

Traditioneller Honigmarkt BambergUnseren Bamberger Lagenhonig könnt ihr anlässlich des traditionellen Honigmarktes in Bamberg am Faschingsdienstag, 16.02.2021 auf dem Maximiliansplatz in Bamberg. zwischen 8.00 und 12.00 Uhr erstehen.

Wir verkaufen unseren Honig in zwei Größen: 500g für € 7,40 und 250g für € 4,70 zu trotz Corona unveränderten Preisen. Geimkert wurde dabei unter dem Regionalsiegel „Region Bamberg – weil’s mich überzeugt!“.

Reinhold zieht Honigwabe aus Volk von Bienenpatin Felicitas "Fee" SauerDas BESONDERE: Unser Blatt- und Blütenhonig besteht aus einem kompletten Jahrgangsertrag!

Ilona zieht Honigwabe aus Volk von Bienenpatin Elisabeth BurgerBedeutet: Sie schmecken die unterschiedlichsten Blüten des Frühlings bis Sommers, also vom Krokus bis zur Linde, aus dem schönen Bamberg! Kein Abschleudern im Frühjahr unterbricht das fleißige Sammeln unserer Bienenvölker. Voller, purer Genuss, wie Sie ihn nur selten zu kaufen bekommen!

HonigschleudernJede der Lagen bzw. Völker (siehe Standorte) ist dabei eigens abgefüllt. Der Honig kann komplett transparent von Beginn an in seiner Enstehung nachvollzogen und sogar beim Ernten und Verarbeiten begleitet werden (s. a. Honigernte- und schleudertage).

Wer Wert auf regionale Honigidentität und sauberste Qualität eines bienenfreundlich erstandenen Urproduks legt, der ist mit uns – Imkermeister Reinhold Burger und Imkerin Ilona Munique – und unserer Imkerphilosophie an der goldrichtigen Adresse!

Wir freuen uns darauf, euch wieder zu sehen!
Und wer seiner FFP-2-Maske ein Bienchen oder Blümchen aufgemalt hat, bekommt einen Honigbonbon zugeworfen! 😉
Helau!!!! Alaaaf!!!  Bleibt oben auf!!!

*18* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2020

Diese Neuerscheinung hat tatsächlich gefehlt: Ein Begleitbuch zum Erwerb des „Fachkundenachweis Honig“. Werner Gekeler, seines Zeichens ehemaliger Fachberater für Imkerei im Regierungsbezirk Tübingen, trägt komprimiert und mit zahlreichen tabellarischen Übersichten versehen zusammen, was die Anwärter/innen auf die Erlaubnis zur Verwendung der Gewährstreifen (Gewährverschluss) des Deutschen Imkerbundes an Wissen benötigen. Eine „optimale Kursbegleitung“ also, in der es um die Gewinnung, Verabeitung und Vermarktung von Honig geht. Das Büchlein will nicht mehr, aber eben auch nicht weniger und schließt daher die einzelnen Kapitel sogleich im Kursstil ab, nämlich mit einigen Wissensfragen.

Optimierungsvorschläge

Daher ist es eher unerheblich, dass einige Fotos ihr etwas älteres Datum nicht verbergen können. Sie stammen größtenteils aus dem Fundus des Verfassers. Allerdings ist mit dem Alter auch ein großer Schatz an Erfahrungswissen verbunden und so nimmt man die Patina in Kauf. Wir sind hier ja nicht bei Instagram, wiewohl das Auge heute schon sehr verwöhnt ist.

Ganz und gar nicht glücklich jedoch bin ich mit dem „Beeblower“ im Kapitel „Gewinnung des Honigs“. Ich wüsste auch niemanden in unserem Umfeld, der mit so einem Gebläse, zumal betrieben mit Generator und / oder Benzin, seine Bienen und die Nachbarn verschrecken mag. Okay, für Großimkereien auf dem freien Felde mag das noch hingenommen werden. Doch die vorgestelle Möglichkeit der sicherlich nicht ganz leisen Nutzung steht im Gegensatz zu der ganz richtigen Anmerkungen im Vorwort: „Der Grund für den Beginn mit der Bienenhaltung ist die ökologische Seite.“ Wir müssen PETA keine Munition liefern und mir hätte die Darstellung der Bienenflucht völlig gereicht. Vielleicht hätte es dann mehr Platz gegeben für ein heutzutage wichtiger erscheinendes Kapitel, den Onlinehandel.

Über das Thema Onlinehandel finden sich im Kapitel „Vermarktung des Honigs“ nur sehr wenige Zeilen, bestehend aus Gründen, warum Menschen den Online-Handel nutzen und dass Honig wegen seiner langen Haltbarkeit dafür infrage käme. Kein Wort zu den zahlreichen Stolperfallen beim Online-Handel bzw. der Gestaltung von AGB (Anbieterkennzeichnung) und Fernabsatzgesetz, Impressum, Datenschutzerklärung etc. Da diese Themen offenbar auch heute noch nicht Gegenstand der Schulungen für den Fachkundenachweis sind – unsere eigenen liegen knapp 8 Jahre zurück –, hat man diese Gelegenheit verstreichen lassen, vor allem Imker/innen späteren Alters zumindest mit Benennung und Literaturangaben auf die Sprünge zu helfen.

Literaturverzeichnis

Wie immer sehe ich mir gerne die Literaturverzeichnisse an, da bin ich nun einmal  bibliothekarisch vorbelastet. Im „Fachkundenachweis Honig“ vermisste ich sofort Horn / Lüllmann: Der Honig (Selbstverl.), ein mit 424 Seiten gewichtiges Standardwerk von 2017, welches 1992 „Das große Honigbuch“ selbiger Verasser abgelöst hat.

Die unter „allgemeine Imkerei“ aufgeführten Literatur ist eine Mischung von alten (Standard)Werken ab dem Jahr 1984 und wenigen neueren Erscheinungen bzw. Ausgaben. So erschien das „Lexikon zur Bienenkunde“ zuletzt in einer Ausgabe von 2002, im Verzeichnis ist noch die Ausgabe von 1987 agegeben.

Daneben findet sich eine getrennte Auflistung zur Bienenweide, angesiedelt zwischen den Erscheinungsjahren 1975 und 1997. Hier vermisse ich unbedingt den hervorragenden Baden-Württemberger Bienenweidekatalog samt Datenbank oder die beiden letzten Auflagen (2007 und 2018) von Günter Pritsch: „Bienenweide“ mit seinen 200 bzw. 220 Trachtpflanzen. Tatsächlich gibt es in diesem engen Themensektor auch Titel, die „Ewigkeitswert“ haben. Doch auch das „Trachtpflanzenbuch“ von  Maurizio / Grafl wurde zuletzt 1994 „neu“ aufgelegt, während uns im Verzeichnung noch die Ausgabe von 1982 offeriert wird.

Fazit

Um es mit Gekerlers eigenen Worten (S. 38) zu sagen: „Ein nicht zu unterschätzendes Problem ist die sich einschleichende Betriebsblindheit.“ Da die Herausgabe dieses kursbegleitenden Bändchens aber an sich eine sehr willkommene Idee ist, sollte einer zweiten Auflage nichts im Wege stehen, aller Kritik zum Trotz. Diese möge bald nachkommen, vielleicht lassen sich die wohlmeinenden Aktualisierungsvorschläge gleich mit einarbeiten. Doch so lange muss man auch wieder nicht warten. Ich empfehle das Buch zum Fest vor allem für Jungimker/innen, aber auch für Imkererfahrende, die auf DIB-Gläser umstellen wollen und den Fachkundenachweis liefern müssen.


Gekeler, Werner: Fachkundenachweis Honig : Gewinnung, Verarbeitung, Vermarktung. Optimale Kursbegleitung. Stuttgart (Hohenheim) : Ulmer. 2020.
ISBN 978-3-8186-1141-5

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

*13* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2020

„Bienen und Menschen. Eine Freundschaft“ ist schonungslos ehrlich geschrieben („Und dann bin ich beschämt, wegen meiner Arroganz …“), sympathisch authentisch („Jetzt änderte sich auch mein Studentenoutfit“), sehr persönlich („Ich wollte Warten lernen …“) und bereitwillig gemachte Erfahrungen teilend.

Was zunächst wie eine biografische Erzählung über einen Selbstfindungsprozess beginnt – vom gut verdienenden Managerjob über einen halben Burnout mit Konsequenz einer Kündigung zum für die Welt gerettenen Berufsimker – wird doch punktuell und an den richtigen Stellen auch handfest-sachlich.

Olav Nils Dube, Familienvater und nicht so der Karrieremensch, vollzog rechtzeitig genug die Wandlung vom Schreibtischtäter zum Naturmenschen, ohne jedoch die Bodenhaftung zu verlieren. Mitte seines 30-ten Lebensjahres und trotz abgeschlossenen Studiums („etwas Schöngeistiges“) fängt ganz bewusst und mittels Bücherwissen in der Theorie präpariert sowie mit Zusatzqualifikationen in Sachen grafischer Gestaltung noch einmal von vorne an.

Déjà-vu

All diese Eingangspassagen erinnern mich stellenweise an Reinhold und mich selbst. Nicht genau so, doch vieles kommt mir bekannt vor. Grafische Fertigkeiten – die Dtp-Ausbildung ist eine meiner vier Qualifikationen neben dem Bibliothekarischem (was mir die Rezensionen hier erleichtert und auch das imkerfachliche Recherchieren), der Erwachsenenbildung (was mir die Schulbienen- und Jungimkerunterrichte gelegen macht) und der Imkerei – können tatsächlich sehr, sehr hilfreich sein. Ich bin froh, hier unabhängig von Outsourcing und damit schnell und kostensparend sein zu können.

Reinhold gab seine Programmier- und Beratertätigkeit als Geograph auf und brachte es in den vergangenen Jahren zum Imkermeister, eines zunächst eher brotlosen, doch ungemein bereichernden Handwerks.

Ja, wir konnten uns so ganz und gar in die Gedanken- und Erlebenswelt Dubes hineindenken und verfolgten seine Schritte kopfnickend und ein wenig gerührt: „Umschwirrt von den Bienen, beschlich mich in diesen Anfangszeiten oft Unsicherheit, und so manches, was da vor sich ging, war mir schlichtweg unerklärlich.“, „Am liebsten hätte ich den Garten zum Wohnzimmer erklärt.“, „Der eine hatte sich kleine Paletten ausgetüfftelt, auf denen jedes einzelne Bienenvolk stand.“

Inhalte und Schreibstil

Bio-Demeter-Imker und Wanderimker … man muss das nicht für sich bejahen oder hinterfragen oder gar ablehnen. Um ersteres geht es zwar in einem gesonderten Artikel, ist aber ansonsten eher Hintergrundrauschen auf dem Weg, den der Autor im Nordosten Berlins und Märkische Schweiz gegangen ist und uns freundlich daran teilnehmen lässt. Sein in erster Person erzählender Erklärstil ist dabei uneitel und fast wie nebenbei löst er Begriffe auf, beispielsweise Warm- oder Kaltbau oder Tracht. Des weiteren geht es um die „üblichen Verdächtigen“, also Themen wie Bestäubungsleistung, das Schwärmen, den Wabenbau usw.

So gut wie nie findet sich in ähnlichen biografisch ausgerichteten Werken bekannter wie weniger bekannter Imker/innen ein Kapitel über das „ganz normale“ Wochenmarktgeschehen. Dube nimmt uns etwa in der Mitte des Buches in den unternehmerischen Teil der Imkerei, nämlich auf einen „ganz gewöhnlichen“ Wochenmarkt als Direktvermarktung in Alternative zum Onlinehandel mit. Was er hier erlebte, lässt die Mundwinkel belustigt zucken, denn sicherlich sind nicht nur ihm so manche Hemmung beim „Schritt auf die Bühne“ mithin dem Kundenfang vertraut.

„Auf dem Markt erzählt man den Kunden auch immer eine Geschichte über sich. Die zu finden, braucht Zeit. […] Plötzlich hat man eine Geschichte, die man erzählen will. Die hat aber nichts mit Image zu tun, wohl eher mit Selbstfindung.“

Mit dieser treuherzigen und dabei motivierenden Schilderung, die auch ganz praktische Fragen wie die nach dem Honigpreis, dem Verkaufsstandbau und dem Kleideroutfit beinhaltet, ist es nun für die Rezensentin an der Zeit, sich fürs Genre zu entscheiden, und damit auch ein Stück weit die Zielgruppe zu bestimmen.

Genre

Ich weiß nicht, ob ich das 156-seitige Bändchen als Biografie oder als Sachbuch einordnen soll. Doch ich finde, das spielt nicht die große Rolle. Für einen von -zig lauschigen Winterabenden, den uns der jetzt wieder beginnende Lockdown der Coronapandemie auferlegt, ist es jedenfalls genau der richtige „Stoff, aus dem die Träume sind“.

Auch, um richtig wieder Lust aufs Imkern in der neuen Saison zu bekommen, die – Pandemie hin oder her – fraglos vor der Türe steht. DAS ist ja das Schöne am Imkern … du vergisst die künstliche, aufgeblasene, virtuelle, geifernde, gierige, lärmerfüllte, angstgebeutelte, depressive und was-weiß-ich-noch-alles Welt und tauchst in einen duftenden, warmen und summenden Kosmos ein, der dich all das vergessen lässt.

Ich vermute, das hätte Dube jetzt gefallen, würde er die Rezension lesen. Na, wer weiß … vielleicht stolpert er ja mal drüber. 😉

Zielgruppen

„Bienenhalten galt plötzlich als cool […], Biene als „… ein Mediationsmedium …, ein Honighaustier … , als wohlmeinenden Beitrag zur Rettung von Biene, Mensch und Welt. Meine Geschichte ist vielleicht nicht gerade tyisch, aber welches Leben ist das schon? […] Bei der Entscheidung, Imker zu werden, habe ich mich nie wie ein Aussteiger gefühlt; ich wollte einfach nur meinen Weg gehen und meiner Stimme folgen.“

So ist denn das Büchlein sowohl für Aussteiger als auch für (angehende Hobby- und (Neben- wie Haupt-)Berufsimker/innen als auch für Weltverbesserer und alle Zwischen- oder Alles-miteinander-Wesen eine erfrischende, das Gemüt bereichernde Lektüre.

Fazit

„Denn eigentlich bezahlt jeder [Honig]Kunde mit zwei Währungen. Zum einen mit Geld, zum anderen mit Wertschätzung.
Die erste ist ein Tauschgeschäft. […] Die zweite ist ein Geschenk. Für dieses Geschenk musst du dich raustrauen, mit deiner Persönlichkeit aus der Deckung kommmen umt mit Leidenschaft auch bei Regen und Schnee etwas anbieten. Das wird meistens belohnt, mit Anerkennung.“

Diese Anerkennung wünsche ich dem leidenschaftlichen Büchlein von Olav Nils Dube ohne Abstriche. Die Offenheit beim Teilen seiner Entwicklungsgeschichte, angereichert mit  reflektierenden Erlebnissen aus der Praxis und hilfreichen Informationen für Imkeranfänger/innen, verdient sich einen ersten Platz auf dem Gabentisch und im Herzen aller Imker/innen jeglichen Coleurs!


Dube, Olaf Nils: Bienen und Menschen : Eine Freundschaft. Berlin : Suhrkamp / Insel. 2018. 156 S.
ISBN  978-3-458-17777-7

In unserer Imker-Bibliothek enthalten.

*6* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2020

„Die Honigbiene. Vom Bienenstaat zur Imkerei“ ist ein bewährtes Einsteigerbüchlein für beginnende Imker/innen und andere Bienenfreund(inn)e(n). Der Ulmer-Verlag hält mit der 6. Auflage treu zu seinem versierten Fachautor Armin Spürgin, bekannt auch durch zahlreiche Beiträge und eigene Rubriken in Imkerzeitschriften. Da sich der neue Auflagenband wesentlich dicker und wertiger anfühlt, bin ich auf Ursachenforschung gegangen. Was hat sich getan? Mehr Fotos, mehr Illustrationen, mehr Text?! Mitnichten!

Cover Spürgin, Die Honigbiene, UlmerK(l)eine Änderungen?!

Über das neue Cover, ein paar ausgetauschter Fotos, die Richtigstellung von 29 statt wie bislang fälschlich 39 (!) gezählter Zeichnungen, marginale Textänderungen sowie gründliche Adress- und Literaturaktualisierungen – schön die Erweiterung in Sachen Wildbienen! – hinaus ist bei diesem Basic-Bändchen tatsächlich alles beim bewährten Alten geblieben, und zwar seit der bekannten 4. Auflage in 2008. Da hat der Ulmer-Verlag wohl einfach ein hochwertigeres Papier verwendet – und das, wie ich meine, ganz zu recht!

Für die 7. Auflage, die aufgrund weiterhin steigender Attraktivität der Hobbyimkerei sicherlich angepeilt ist, hätte ich da ein paar kleine Vorschläge, ohne das als Abwertung verstanden zu wissen.

So zum Beispiel betreffend der Übersicht der „Kosten für den Anfang“ (S. 76) und „jährliche Kosten einer Imkerei“ (S. 105), die seit 2008 bei Wachs und Völkern gut um das Doppelte gestiegen sind. Der ehemalige Fachberater könnte auch die neuen Erkenntnisse im Bezug auf den Jungfernflug einarbeiten. So entdecke das Bieneninstitut in Veitshöchheim 2017 in einer Feldstudie zu Drohnensammelplätzen, dass nicht nur „bis zu 12 Drohnen“ eine Königin begatten, sondern meist mehr und bis zu 30 Verpaarungen (unveröffentlichter Mitschrieb aus dem Imkerforum 2019).

Und wäre er schon mal am Aktualisieren, so könne er den Rat aus S. 80, Imkerhandschuhe aus Leder zu verwenden, streichen. Denn wir empfehlen aus der Erfahrung heraus, sogar Lederarmbänder und -gürtel abzunehmen, da Bienen aus Tieren verarbeitete Produkte sehr gut riechen können, den vermeintlich „tierischen“ Eindringling anfliegen und mitunter auch drauf los stechen.

Biologie der Biene und des Biens

Doch das sind nur Marginalien in einem ansonsten weiterhin sehr empfehlenswerten Ratgeber, der die Imkerei kurz und knackig für Anfänger/innen auf den Punkt bringt. Mit diesem Klassiker von Spürgin hat 2011 sogar unsere eigene imkerliche Laufbahn begonnen, die bei Reinhold schließlich bis zum Meister führte.

Ohne die Honigbiene in ihrem Einzelwesen und ohne den Bien als Superorganismus zu begreifen, lässt sich all die Theorie in der Imkerei nicht vollständig in die Praxis umsetzen. Denn oft genug verlassen Bienen unsere Lehrbuchpfade und machen einfach ihr eigenes Ding. Wie gut, wenn man sich in diversen „Dumm-guck-Kopfkratz-Fällen“ auf der Bienen Triebe und Verhaltensspezifika rückbesinnen kann. Das Kapitel „Biologie der Biene“ sollte also gründlich gelesen und verinnerlicht werden.

Anhang

Die Auflösung des „Imkerlateins“, also Fachausdrücke von A-Z, helfen den Anfänger/innen, sich rasch zurecht zu finden. Wem hier Begriffe fehlen, wird im Register fündig, das auf entsprechende Seitenzahlen verweist. In beiden Fällen vermisste ich allerdings die Larve und die (in alter Imkergewohnheit, doch streng genommen falsch bezeichnete) Made.

Nach wie vor freut mich die Auflistung der Bienenmuseen des In- wie benachbarten Auslandes, die wir längst noch nicht alle durch haben. Aber nach Corona gehen wir’s gezielt an, unbedingt! Ach ja … noch eine Aktualisierung: Das Zeidelmuseum in Feucht hat seit einiger Zeit (zumindest, wenn nicht gerade eine Pandemie allem Treiben eine Pause verordnet) zusätzlich zum Sonntag auch am Sa., und zwar von 12.30 bis 17.00 geöffnet.

Empfehlung

Und nach wie vor liebe ich es, dieses nur 126 Seiten umfassende, doch tatsächlich UMFASSENDE und – wie man heute so schön sagt: – UNFASSBAR konzentrierte, dennoch leicht lesbare Büchlein unseren Imkerkursanfänger/innen und sonstigen an Bienen interessierten Menschen regelrecht aufzudrängen. Los, ab damit auf den Weihnachtstisch – und nicht wundern, wenn im darauffolgenden Jahr die erste Bienenbeute auf dem Wunschzettel steht!


Spürgin, Armin: Die Honigbiene : vom Bienenstaat zur Imkerei. 6. Aufl. Stuttgart : Ulmer. 2020. 126 S. : Ill. ISBN  978-3-8186-0974-0

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.