Varroakunde und Königinnenzeichnen (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 6)

Imkeranfängerkurs, AK22, M6, Varroakunde, KöniginnenzeichnenDie Halbzeit des diesjährigen Imkerkurses gestalteten wir mit den Themen Varroakunde und Königinnenzeichnen, also je Halbe-Halbe Theorie und Praxis.

Varroakunde mit Einschub Varroaprophylaxe Drohnenrahmen

Zu wissen, wie sich die Varroamilbe vermehrt und verhält, vergrößert die Aufmerksamkeit auf eine konsequente Beobachtung, Prophylaxe und Behandlung. Auf das Thema gingen wir bereits im Modul 3 zu Bienengesundheit / -krankheiten ein und werden es zur Praxis der Varroabehandlung in Modul 9 noch einmal aufgreifen. Vergangenen Samstag passte es außerdem zur (geplanten) Praxis des Drohnenbrutschneidens zur Varroaprophylaxe. Doch dazu hätten wir erst eine ausgebaute Drohnenwabe haben müssen, was uns der momentane Bienenfortschritt jedoch verwehrte. Anyway … der Vorgang ist schnell erklärt:

Drohnenbrut schneidenEinschub: Drohnenwabenschneiden

Hinreichend verdeckelte Drohnenwabe entnehmen, über das Innere einer Plastiktüte halten, herauslösen am besten als ganzes Stück, Plastiktüte fest verpacken und das Wachs möglichst bald einschmelzen oder an die Hühner verfüttern, evtl. Wildtierhilfe zur Aufzucht von Nestfallern.

Da unsere Teilnehmenden ein Skript ausgehändigt erhielten, gehen wir hier nur in Teilen auf die Varroakunde ein. Wesentliches wurde bereits in zahlreichen Blogbeiträgen festgehalten, u. a. zum Veitshöchheimer Imkerforum 2022: Varroakonzept der Zukunft und Varroakunde  und -kontrolle zur Halbzeit des Imkerkurses 2019).

QR-Code zum Varroa-Rätsel (Wie viele Varroen entdeckst du auf der Windel?)Wir verzichteten heuer auf Beamer bzw. Online-Seminar und verbrachten den schönen Frühlingsvormittag im Bienengarten mit Teil 1 und 2 des Skripts:

  • Steckbrief zur Varroa inklusive Auswirkungen auf die Bienen
  • Varroadiagnose
  • Kleines Ratespiel per QR-Code, um den Milbenbefall auf dem Foto einer Windel zu erkennen. Dies mangels originaler Windel, denn zur Zeit gab der Milbenbefall noch nichts her.
  • Zeitfenster zur Diagnose und die Grenzwerte des natürlichen Milbenfalls nach Liebig/Aumeier

Königin zeichnen – geübt an Drohnen

Imkeranfängerkurs, AK22, M6, Varroakunde, KöniginnenzeichnenDas Zeichnen der Königin hat den Vorteil, sie schneller im Volk orten zu können. So kann verschärft auf sie geachtet werden, damit ihr nichts passiert. Dazu kann man sie beispielsweise „käfigen“, um rascher arbeiten zu können. Ein Königinfanggerät ist dabei nützlich, jedoch auch riskant in der Anwendung, denn die eiserne Falle könne den sehr empfindlichen Unterleib quetschen und Aus ist es mit der Eiablage. Daher wählten wir Finger und Stempel.

Imkeranfängerkurs, AK22, M6, Varroakunde, Königinnenzeichnen

Farbschema Königinzeichnen

Normalerweise wäre heuer die Farbe Gelb an der Reihe. Da Reinhold alle dunkleren Farben nicht gut sieht, nimmt er aber in jedem Jahr generell abwechselnd Gelb oder Weiß. Er darf das, er kennt seine Königinnen

Imkeranfängerkurs, AK22, M6, Varroakunde, KöniginnenzeichnenDas kann doch nicht so schwer sein!

Alle Teilnehmenden erhielten die Gelegenheit, statt einer Königin einen Drohn mit bloßen Händen zu fangen, in einen Stempel zu bugsieren und zu zeichnen. Das kann doch nicht so schwer sein, bei Reinhold sieht es ultraleicht aus, dachte sich so manche/r vielleicht. Und so geht’s in der Theorie: Beute öffnen, Königin finden, einfangen, Stempel einführen (verschließen), Zeichnen, Königin zurücksetzen.

Doch die Praxis?! Hält kleine Neckereien parat!

Finden. Es beginnt damit, dass die ungezeichnete Königin erst gefunden werden will. Sie taucht immer dann gut sichtbar aus, wenn wir gerade KEIN Fanggerät zur Hand haben. Aber auch die zahlreicheren Drohnen möchten durch die Teilnehmenden erkannt werden. Der Blick dafür ist noch nicht bei allen gleichermaßen geschärft. Na, und manche gezogene Wabe hatte tatsächlich keine männlichen Kollegen aufzuweisen.

Fangen. In einem Falle hatte sich neben dem Drohn eine Arbeitsbiene mit einfangen lassen. Kein Problem. Da sie kleiner ist, konnte sie zwischen den Plastikstäben aus dem Röhrchen entfliehen.

Stempel einführen (Verschließen). Der mit Schaumstoff bestückte Stempel wird vorsichtig nach oben geschoben, bis sich die royale Rückseite zwischen den Stäben zeigt. Auch nicht dumm ist es, das aus zwei Teilen bestehende Gerät so zu halten, dass der Schaumstoffstempel mittels Finger im Hohlraum sofort zur Hand ist, sobald die Drohne im Röhrchen brummelt. Tatjana machte es vor. Dabei hieß es vor allem, schnell zu sein … oder von vorne anzu fangen. Die Königin zu verlieren, weil man das zweite Teil nicht sofort parat hat, ist suboptimal.

Zeichnen. Ein schneller Farbtupfen auf den oberen Rücken und etwas antrocknen lassen. Das Aufbringen der Farbe klappt leichter, hat man den speziellen Filzstift vorab ein paar mal an der Spitze „gepumpt“. Überhaupt war das Einfärben bei den haarigen Drohnen etwas tricky. Auf dem kahlen Buckel der Königin klappt es wesentlich besser.

Imkeranfängerkurs, AK22, M6, Varroakunde, Königinnenzeichnen

Zurück setzen. Die Königin wird nach dem Zeichnen auf den Oberträger einer Wabe gesetzt. Kurz beobachten, ob sie hurtig ins Innere der Wabengasse verschwindet, oder ob sie einsam sitzen bleibt und vom Volk verschmäht wird. Dann mit etwas Rauch nachhelfen. Sie sollte geputzt werden, und damit verschwindet auch der fremde, irritierende Geruch des Stiftes.

Alternative. Natürlich lässt sich der Vorgang komplett auch ohne Gerät absolvieren, was viele Imker/innen bei fortschreitender Erfahrung auch tun. Doch die Vorteile eines Stempels liegen vor allem bei noch Ungeübten auf der Hand: Keine Kontaminierung mit menschlichen Gerüchen, die die Arbeiterinnen womöglich daran hindern, ihre Königin wiederzuerkennen, und längere Trockenzeit für die Farbe, die nämlich sonst sofort wieder heruntergeputzt werden würde.

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Einschub: Schwarmverhinderung

Wo wir schon am Volk sind, sehen wir schnell noch nach den Weiselzellen. Auch das durfte noch einmal geübt werden. Diesmal war eine bereits schon im Larvenstadium befindliche Weiselzelle gefunden und von einer Teilnehmerin entfernt worden. Im Übrigen bauen die Arbeiterinnen selbst durchaus mal alle ihre Weiselzellen zurück, wenn sich etwas an der Volksentwicklung ändert und es ihnen geboten erscheint.

Weiselzelle mit Larve

 

Kurzinfo zur Milchsäure- bzw. Oxalsäurebehandlung beim Ableger

Leider war unser im Vormodul gebildete Ableger noch nicht so weit, als dass wir an ihm seine Entwicklung begutachten und die Milchsäure- bzw. Oxalsäurebehandlung demonstrieren hätten können. Doch diese ist schnell beschrieben und das Üben muss ohnehin im Verlauf der eigenen Imkerei geschehen. Schließlich sind nicht so viele Ablegerrähmchen vorhanden, als dass sich alle 15 Teilnehmenden daran ausprobieren könnten. Es lässt sich aber auch mit (warmen) Wasser am normalen Volk üben.

  • Eigenschutz-Empfehlung vor allem bei etwas windigem Wetter: Schutzbrille aufziehen und Handschuhe anziehen.
  • Die Milchsäure oder Oxalsäure, ein Kontaktmittel, in eine Sprühflasche nach Anwendungsbeschreibung einfüllen.
  • Das Waben besprühen erfolgt leicht schräg von unten nach oben bei zwei bis drei Pumpstößen, verteilt auf die gesamte Bienenfläche des Wabenrähmchens. Es handelt sich dabei um nur eine leichte Benetzung, keine Durchtränkung der Bienen! Auch sollten die Brutzellen möglichst säurefrei bleiben.
  • Dabei auf die Windrichtung achten, damit man die Säure nicht gar selbst abbekommt.
  • Am Schluss auch die an den Beuteninnenwänden sitzenden Bienen besprühen.

Unser nächstes Modul behandelt bereits Ernte und Verarbeitung und bildet das süße Highlight des Kurses. Bis dahin passiert für die/den Imker/-in auch nicht mehr viel Neues … es bleibt beim Drohnenbrut schneiden, der Schwarmkontrolle und -verhinderung sowie der Ablegerbildung und -pflege.

Imkeranfängerkurs, AK22, M6, Varroakunde, Königinnenzeichnen

Schwarmverhinderung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 5)

Thema Schwarm im Imkeranfängerkurs, AK22, M5, Schwarmverhinderung

Das Hauptthema war Schwarmverhinderung, aber auch, was zu tun ist, wenn das Verhindern nicht geklappt hat und ein Schwarm einzufangen ist. Auch eine Wiederholung zur Ablegerbildung stand als Lerneinheit im Modul 5 des BLIB-Imkerkurses für Anfänger am 30.04.2022 auf dem Programm – durchgeführt bei gerade noch so akzeptablen Wetterbedingungen. Erst am Nachmittag schüttete es bei einigen Donnerschlägen.

Einblick in den natürlichen Schwarmvorgang

Thema Schwarm im Imkeranfängerkurs, AK22, M5, Schwarmverhinderung Es wäre natürlich ein großer Zufall, stünde uns jedesmal zum Kursmodul ein gerade ausgezogener Schwarm zur Verfügung. Da diese ohnehin meist in der Mittagszeit ab ca. 12.00 bis 14.00 Uhr ausziehen, bekämen wir erst zum Kursende Gelegenheit einer praktischen Übung. So mussten sich die 15 Teilnehmenden mit einer gedanklichen Trockenübung begnügen.

Material zum Schwarmeinfangen

  • Schwarmfangkasten (Eimer, Karton)
  • Deckel
  • Sprühflasche mit Wasser

Vorgang

  • Für sicheren Stand sorgen (von mehr als Haushaltsleiterhöhe ist dringend abzuraten!)
  • Schwarm mit Wasser einsprühen
  • Eimer unter den Schwarm halten
  • Kurz und kräftig auf den Ast schlagen oder kräftig das Buschwerk schütteln
  • Schwarm „klatscht“ in den Schwarmfangkasten
  • Unter den noch oben verbliebenen Bienen abstellen, Deckel drauf mit einem Spalt als Einflugloch, ein paar Stunden warten, bis die restlichen (Kundschafter-)Bienen zurückgekehrt sind
  • Umschütten in leere Zarge, bestücken mit 10 Mittelwandrähmchen

Was aber geht im Volk vor sich, wenn Imker/innen nicht für ein vorweggenommenes Schwarmgeschehen sorgen?

„Drei, Fünf, Acht, eine Königin ist gemacht“. 

Weiselkontrolle im Imkeranfängerkurs, AK22, M5, Schwarmverhinderung Das Schwärmen ist ein natürlicher Vorgang der Volksvermehrung. Sobald es in der Bienenwohnung zu eng wird oder die Pflegebienen unterbeschäftigt sind, legen die Arbeitsbienen mehrere Weiselzellen an und füttern das Ei ab dem 3. Tag weiterhin mit Gelée Royale statt „nur“ mit Nektar, Honig und Pollen. Die so entstehenden künftigen Königinnenlarven werden am 8. Tag verdeckelt und schlüpfen am 16. Tag, getreu der Formel „Drei, Fünf, Acht – eine Königin ist gemacht“. 

Kurz nach dem Verdeckeln kann sich bereits Schwarmstimmung breit machen, die kaum mehr zu stoppen ist. Denn das Volk braucht Vorbereitungszeit. Nun wird die alte Königin nicht mehr gefüttert, stattdessen quer durch den Stock gejagt. Das Fitnessprogramm lässt sie abnehmen und somit wieder flugtauglich werden.

VoM Quaken und Tuten

Der Deckel ist geöffnet, die Königin schlüpftIst die junge Königin ab dem 16. Tag schlupfbereit, beginnt diese zu Quaken. Hervorgerufen wird das durch die Vibrationen ihrer Brustmuskeln, die über die Wabenwände übertragen werden. Alarmsignal für die alte Königin, spätestens jetzt mit rund der Hälfte ihres Volkes auszuschwärmen. Die alte Königin tutet allerdings zurück, solange sie wetterbedingt noch nicht ausschwärmen kann. Dann wartet die junge Königin noch ein wenig mit dem Geborenwerden … meistens jedenfalls!

Von diesem Quaken und Tuten in einer Art Wechselgesang hatte auch unser Teilnehmer Hans berichtet, dessen Vater über ein Bienenhaus verfügte, in dem das Bienen-Hörspiel hin und wieder zu verfolgen war. Weitere Geräusche kommen von den Spurbienen. Indem sie die Bienen aufrütteln und mit dem Brustbereich für Vibrationen sorgen, erzeugen sie eine Aufbruchsstimmung. Welche Bienen sich der Gruppe der schwärmenden anschließen und welche Bienen im Stock zurückbleiben, ist noch nicht erforscht worden.

Die alte Königin schwärmt aus – und dann?!

Ein Scharm am Bienenweg 1 in BambergSobald die alte Königin den Stock verlassen hat, schlüpft die Nachfolgerin. Auch diese beginnt zu tuten. Die ihr nächstfolgende junge Königin wird sodann von den Arbeitsbienen erst einmal am Schlüpfen gehindert, bis klar ist, ob die junge Königin in einem Nachschwarm ebenfalls aus dem Stock fliegt. Derartige Nachschwärme – es können durchaus mehrere sein! –,  sind viel kleiner als der Vorschwarm. Sie erreichen die für das Überwintern notwendige Volksstärke nicht und werden daher von erfahrenen Imker/innen „verschmäht“.

Bienenkönigin des Standortes Buger WiesenAber auch das zurückgebliebene Volk zieht in punkto Nachschwärme die Reißleine. Sobald der Bien abschätzen kann, dass für das verbliebene Volk zu wenig Brut und Vorräte bleiben, werden die schlupfbereiten Königinnen nicht mehr vor dem Abstechen der zuletzt geschlüpften Königin geschützt. Die zuletzt geschlüpfte Königin geht dem Quaken ihrer Konkurrentinnen nach und sticht sie ungehindert von Arbeitsbienen in ihren Zellen ab. Der Stachel durchdringt das Wachs ohne Weiteres. Falls aber doch schon vorschnell eine Konkurrentin geschlüpft ist, entwickelt sich ein Kampf, den die stärkere Königin für sich gewinnt.

Nun kehrt wieder Ruhe im Stock ein. Für dieses Jahr gibt es keinen Honig mehr für die Imker/innen zu ernten, stattdessen aber vielleicht ein neues Volk einzufangen! Wie das vonstatten geht, kann hier nachgelesen werden.

Wer allerdings sein Wirtschaftsvolk zur Honiggewinnung behalten und unkontrolliertes Schwärmen mit oft sehr schlechten Überlebensaussichten für das Schwarmvolk vermeiden möchte (fehlende Quartiere und Varroabehandlung, zu wenig Futter zur Überwinterung), betreibt einmal wöchentlich eine Weiselkontrolle und sorgt für gezielte Schwarmvorwegnahme durch Ablegerbildung.

Weiselkontrolle zur Schwarmverhinderung UND Ablegerbildung
(Wiederholung M4)

Checkliste Material allgemein …

  • Smoker mit Rauchmaterial (Hanf, Eierkarton, Pappe), Feuerzeug
  • Stockmeißel
  • Abkehrbesen
  • Wasser zum Löschen der Smokerinhaltsreste
  • Sicherheitsutensilien (Imkerhut, Tuch, Nelkenwasser, Globuli, Zeckenzange)

… und für Weiselkontrolle

  • Taschenlampe
  • ggf. Lupe
  • Königinfangeisen / Königinabfangzange (oder Lockenwickler)
    -> zum Separieren der Königin als Schutzmaßnahme
  • ggf. Zeichenutensilien, im Falle man auf eine ungezeichnete Königin stößt
  • Schälchen für abgezwicktes Wachsmaterial

… und für Ablegerbildung

  • siehe Checkliste im Modul 4 (intern in Kursorganisation)
  • Nachtrag: Falls keine Futterwabe zur Verfügung steht, kann auf eine Futtertasche (zweiwabenbreit!) mit Stroh als Aufstiegshilfe und gefüllt mit Zuckerwasser 1:1 verwendet werden. Um eine Räuberei zu verhindern, Flugloch unbedingt sehr eng halten!

Vorgang Schwarmverhinderung bei geteiltem, zweizargigem Brutraum

  1. Mit Stockmeißel die Zargen an den Ecken voneinander lösen
  2. Blechdeckel abnehmen und umgedreht in die Nähe legen
  3. Abnehmen des ungeöffneten Honigraums. Nicht am Boden in das Gras abstellen, sondern auf der umgedrehten Blechhaube
  4. Abnehmen des Absperrgitters unter Rauchgaben
  5. Ankippen und Vorziehen des (oberen) Brutraums an den Kanten des unteren Brutraums entlang
  6. Falls Zarge zu schwer wird oder man es sich bequem machen möchte, kann diese vollständig senkrecht aufgestellt werden
  7. Erster Kontrollblick nach Weiselzellenbesatz. Dazu können die Rähmchen der oberen aufgestellten Zarge etwas auseinander bewegt (aufgefächert) werden, um auch in die Ecken sehen zu können
  8. Kontrollieren, ob (an Position 2 bzw. 9) der Drohnenrahmen bereits verdeckelt ist (Falls ja, im Anschluss der Weiselkontrolle Drohnenrahmen schneiden. Folgt im nächsten Kursteil)
  9. Bei Sichtung von Weiselzellen: Entscheidung treffen, ob ein Ableger¹ (Brutbrett mit Eiern und ggf. optimal mit einer intakten Weiselzelle) gebildet werden soll. Falls ja:
    • Abzählen der Rähmchenposition
    • Dieses Rähmchen nach dem Wiederaufsetzen der Zarge vorsichtig als eine der ersten ziehen und in den Ablegerkasten (an Randposition) setzen
    • Ersatzrähmchen (Mittelwandwabe) parat halten
  10. Vollständiges Durchsehen der Rähmchen, vor allem an den Wabenecken, und Weiselzellen entfernen.
    ACHTUNG: Aufpassen auf die Königin! Am besten mit einem Königinnenfanggerät separieren (Dunkel halten, sie ist helles Licht nicht gewohnt)
  11. Falls Drohnenrahmen mindestens zu Dreiviertel ausgebaut und verdeckelt ist, diesen entfernen, ausschneiden (Material in Plastiktüte oder gut verschließbaren Eimer, ggf. einfrieren, später ausschmelzen, da wertvolles Neuwachs) und wieder an selbige Position einsetzen
  12. Falls Brutwabe(n) für Ableger entnommen wurde, Ersatzrähmchen (Mittelwand) an die Stelle der entnommenen Wabe einsetzen
  13. Oberen Brutraum wegstellen (Achten auf Richtung, er soll später wieder genau so aufgesetzt werden, wie man ihn abgenommen hat)
  14. Unteren Brutraum durchsehen
  15. Fertig? Rauch geben. Dann wieder zweiten Brutraum aufsetzen
  16. Falls Königin gekäfigt, wieder einlaufen lassen
  17. Sind alle Rähmchen vollständig? (Drohnenrahmen und ggf. frisches Mittelwandrähmchen bei Brutwabenentnahme). Sind alle Rähmchen wieder eng zusammengerückt (Einhalten des Bee Space)?
  18. Rauch geben. Absperrgitter aufsetzen
  19. Honigraum, Folie, Deckel und Blechhaube aufsetzen.

¹Auf das Bilden von Zwischenablegern (oben aufgesetzt) und Fluglingen (unten angesetzt) oder Brutlingen als weitere Möglichkeiten der Schwarmverhinderung neben dem Weiselzellenbrechen sind wir nicht eingegangen. Dies ist Stoff für ein Vertiefungsseminar, das nach genügender Bedarfsmeldung angeboten werden kann.

Bienenstock mit Löwenzahn

Honigraumerweiterung, Ablegerbildung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 4)

Imkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungImkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungIm Praxisteil des BLIB-Imkerkurses für Anfänger am 23.04.22 bei windigem, fast zu kühlem Wetter erläuterten wir das Aufsetzen des Honigraums und dämpften den Schwarmtrieb durch Ablegerbildung. Allerdings hätte das in unserem Vorführvolk nicht gereicht, denn es fanden sich bereits etliche angelegte Weiselzellen. Dieses Volk wäre also auf jeden Fall in Schwarmstimmung geraten. Da wir jedoch heute das Augenmerk auf Ablegerbildung legten, zeigten wir den Vorgang des Weiselzellenbrechens nur ganz kurz, inklusive einer kleinen Kostprobe Gelee Royal. Im Modul 5 dann mehr dazu.

Imkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungImkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungHeute war endlich auch Zeit und Gelegenheit, allen die Möglichkeit des Ziehens einer Wabe zu geben. Ein ordenliches Arbeitsumfeld spart Verdruss. So wird der Stockmeißel am besten griffbereit quer über ein Beuteneck gelegt, welches am entferntesten vom Handlungsfeld ist. Der Smoker lässt sich in der Regel einhängen und sollte hin uns wieder mit dem Blasebald am Glimmen gehalten werden. Möglichst nichts ins Gras ablegen, um Virenverteilung keine Chance zu geben.

1. Honigraumerweiterung

Zeitpunkt

Biene an SauerkirscheDer Zeitpunkt der Honigraumerweiterung war heuer – je nach Region und Witterung – um Ostern herum, also gut eine Woche früher als unser Kurstermin. Die Natur zeigte es uns an mit den Zeigerpflanzen des Erstfrühlings, etwa um den Beginn der Salweidenblüte und spätestens zur Süßkirschenblüte. In wessen Umfeld beide fehlen, erhält Auskunft zur aktuellen Phänologie beim Deutschen Wetterdienst.

Imkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungZwei weitere Anhaltspunkte für den richtigen Zeitpunkt sind die Volksstärke und Volksentwicklung. 5 bis 6 mit Bienen besetzte Zanderwaben (entspricht 10-12-tausend Bienen), davon auf 3 Waben mit verdeckelter Brut sind optimal. Die Regel sagt: „Besser zu früh als zu spät!“ Somit wird verhindert, dass zu viel Honig im Brutraum eingelagert wird, der Platz zu eng und somit Schwarmstimmung ausgelöst wird.

Absperrgitter

Imkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungÜber den Brutraum wird das Absperrgitter (Weite 4,2 mm) eingesetzt. So können nur Arbeiterinnen das Gitter passieren, Königin und Drohnen bleiben außen vor; daher Garantie, dass keine Eier bzw. Brut im Honigraum angelegt werden. Von den drei möglichen Modellen eines Absperrgitters sind die zwei aus Metall, mit oder ohne Holzrahmen, bei einem empfohlenen bee space von 8 mm, dem leichter verbiegbaren Plastikgitter vorzuziehen.

Wabenanordnung

Honigraum auf Blechdeckelausgebaute Wabe im Imkeranfängerkurs AK21, M4+M5Der aufgesetzte Honigraum enthält im Zentrum 2 bis 4 ausgebaute helle Waben. Es sind die vom Vorjahr ausgeschleuderten und sauber ausgeschleckten Honigwaben (niemals Brutwaben). Sie Erleichtern den Bienen die Annahme des Honigraumes, da die Waben gleich zur Einlagerung von Nektar verwendet werden können. Sie müssen nicht erst ausgebaut werden. Links und rechts daneben wird mit Mittelwandrahmen aufgefüllt. Wer als Anfänger/in noch keine ausgebauten Honigrahmen hat, nimmt nur Mittelwandwaben, kein Problem.

Drohnenrahmen mit Baubienen im Imkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungDas war’s dann auch schon. Wenn es sich anbietet, kann vorab in den Brutraum ein Drohnenrahmen (Rähmchen ohne Draht) an zweiter (bzw. neunter) Position einsetzten und mit einem Reißnagel markieren. Um Platz zu schaffen, wird eine leere Randwabe oder eine überschüssige Futterwabe entnommen.

Für die Kursteilnehmenden gibt es in der Kursorganisation eine Checkliste zur Honigraumerweiterung (inklusive Ablegerbildung).

2. Ablegerbildung zur Schwarmverhinderung

Brutbrett / Brutrahmen mit Weiselzellen von untenReinhold erläuterte vorab die Grundzüge des Schwarmverhaltens und warum wir das Schwärmen verhindern bzw. den Willen nach Vermehrung und Verjüngung durch Ablegerbildung steuern bzw. vorweg nehmen. Gänzlich lässt sich eine Schwarmstimmung allerdings nicht durch gezielte Maßnahmen wie rechtzeitiger Honigraumerweiterung, Ablegerbildung und Ausschneiden des Baurahmens (Drohnenrahmen) verhindern. 30% aller Völker wollen dennoch schwärmen.

Ein Scharm am Bienenweg 1 in BambergGründe für eine Schwarmverhinderung sind:

  • Keine bzw. nur sehr geringe Honigernte
  • Stadt: Dichte Bebauung und „naturentwöhnte“ Stadtbewohner
  • Schwärme finden nicht genügend Höhlen als neue Wohnstätte
  • In unseren Breiten verhungern im Winter 80% der verwilderten Schwärme
  • Ohne Varroabehandlung durch Imker/innen gehen Schwärme in der Regel nach zwei Jahren zugrunde
  • Ungepflegte Völker können eine Reinvasion von gepflegten Völkern mit der Varroamilbe verursachen
  • Arbeitsschutz: „Jährlich sterben in Deutschland mehr Menschen durch Stürze von Leitern als durch alle erwähnten Gifte, Tierangriffe und Naturkatastrophen zusammen“¹

Einrichten der Ablegerzarge

Futterwabe im Imkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungFür die Kursteilnehmenden gibt es in der Kursorganisation eine Checkliste des Materials zur Ablegerbildung (inkl. Honigraumerweiterung).

  • Eine aus der Frühjahreskontrolle gezogene Futterwabe mitbringen
  • Honigraum abnehmen, wegstellen -> auf Blechdeckel „über Eck“
  • Nach geeigneter Brutwabe suchen -> 3/4 verdeckelte Brut, Stifte und jüngste Larven mit den ansitzenden Bienen
  • Falls die Brutwabe nicht so optimal ist, kann evtl. auch eine zweite beigefügt werden
  • In bereit stehender Ablegerbeute einhängen -> Reihenfolge Foto und Checkliste
  • Rähmchen mit Pinnadeln für Transport sichern
  • Bienen aus Honigraum in Ablegerbeute einkehren -> diese wärmen die Brut
  • Abgeklebten Fluglochkeil fest arretieren -> mit Klebeband sichern
  • Abdeckfolie auflegen
  • Holzdeckel auflegen
  • Mit Spanngurt sichern
  • Blechdeckel und Fluglochabdichtung (z. B. Schaumstoff) nicht vergessen mitzunehmen!

Umsetzen eines Ablegers

Der Ableger wird (fest verschlossen, lieber zweimal überprüfen!) möglichst schüttelfrei zum etwa 2-3 Km entfernten Standort gebracht. In stark strukturierten Städten mit genügend unterschiedlichen „Stadt-Landmarken“ wie Türme, Hochhäuser, Flusslauf, Straßenzügen, Wohn- und Industriegebieten darf der Abstand auch geringer sein, die Bienen können sich gut neu orientieren. Nach etwa vier Wochen (frühestens 21 Tage oder später) kann die Rücksiedelung erfolgen, dann ist die neue Königin begattet und legebereit.

Demonstration Fluglocheinengung mit Styropor-Keil und kleinem Fluglocheingang über der Brut im imImkeranfängerkurs, AK22, M4, Honigraumerweiterung, AblegerbildungAm neuen Ablegerstandort (2-3 km Entfernung) Fluglochkeil auswechseln -> kleine Einflugöffnung unter der Brut. Mindestens 21 Tage warten, bis Königin nachgezogen und Eier zu finden, dann kann mit Milch- oder Oxalsäure behandelt werden (z. B. nach dem Umsetzen an den neuen Standort).

Restliche Fotos zur Honigraumerweiterung und Ablegerbildung

Bienengesundheit, Bienenkrankheiten (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 3)

Wir begannen das 3. Modul im BLIB-Imkerkurs für Anfänger (AK22) mit einer Rückschau auf das Modul 2, welches vor Ort stattgefunden hatte. Die Frühjahrsarbeiten ging Ilona noch einmal ergänzend mit Detailsansichten durch.

Dieses Modul ist die Nr. 2 der online abgehaltenen Fortbildungseinheiten, die zehn weiteren Module sind Vor-Ort-Erlebnisse.

Rückschau Modul 2

Folie-Frühjahrsarbeiten-AK21-M2-BLIB-ImkeranfaengerkursDie Durchsicht der Völker sollte über den Futterbestand und den allgemeinen Gesundheitszustand des Volkes Auskunft geben – vorausgesetzt, man weiß, auf welche Zeichen man Ausschau halten muss.

Nur in der Zusammenschau der Zeichen lässt sich das Bild runden und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ergreifen. Dabei gehen wir von außen nach innen vor. Wie sieht die Beutensituation vor dem Öffnen aus? Kotspritzer, Totenfall und die Schwere der angehobenen Beute verraten bereits einiges.

Sodann betrachten wir en Gesamtzustand von oben durch die Folie hindurch. Wie stark ist das Volk besetzt? Wirkt es agil und zufrieden? In welchem Zustand befinden sich die Waben, die Bienen selbst, die Königin? Schlussendlich untersuchen wir das Gemüll am Beutenboten, säubern das Gitter und notieren uns in einem Stockbuch (Stockkarte) das Augenfälligste. Immerhin hat das Volk den Winter überstanden, für überhastete Maßnahmen – außer evtl. einer Notfütterung per Futterteig – besteht meist keine Notwendigikeit, bzw. ist es einfach noch nicht an der Zeit zu handeln.

Modul 3 zu Bienengesundheit und Bienenkrankheiten

Im Modul 3 zu Bienengesundheit und Bienenkrankheiten verfolgten die 16 Teilnehmende sodann Reinholds Ausführungen.

Wer seine Völker gewissenhaft, hygienisch und minimalinvasiv führt, wessen Königin heil und gut versorgt vom Jungfernflug zurückkam und zwei, drei Jahre Legeleistung erbringt, wo die Standortbestimmungen passen (was auch ein Erfahrungswert sein kann) und die Winter nicht zu lange andauern, kann davon ausgehen, „nur“ die üblichen Varroaprobleme in den Griff bekommen zu müssen. Nicht alle der genannten Krankheiten müssen zwangsläufig auftauchen, man darf ja auch Glück haben.

Häufige Bienenkrankheiten und Vorkehrungen

Dennoch … vor dem Erreger der Amerikanischen Faulbrut (AFB), dem Akuten bzw. Chronischen Paralysevirus und vor Nosemose ist kein Volk absolut gefeit. Weitere Krankheiten wie die Maikrankheit (Wassermangel) oder Kalkbrut  bei einem zu kühlen, zugigen Standort können jedoch mit einfachen Vorkehrungen verhindert werden.

So wurde zwar im ABC der Bienenkrankheiten nicht auf alle dezidiert eingegangen, sondern besonders auf Hilfsmittel hingewiesen, die das Erkennen der Krankheiten und dem Wissen um die Sperrbezirke bei AFB (gemeldet im Tsis, TierSeuchenInformationsSystem und in den örtlichen Amtsblättern) möglich machen. Das A und O – und damit auch der erste Teil des Kurses – ist und bleibt die Gesunderhaltung durch Vorbeugung.

Hier ging Reinhold auf die den Bienen innewohnenden Abwehrmechanismen ein und stellte positive wie negative Einflussfaktoren vor.

Neu ist seit dem 28.01.2022 die Verpflichtung zur Dokumentation aller angewendeten Bienenmedikamente in einem Bestandsbuch für die Aufbewahrungszeit von fünf Jahren.

Ja, die Imkerei wird zunehmend professionalisiert, und das ist gut so. Seit einigen Jahren müssen vereinsinterne Imkerkurse einen Qualifizierungsnachweis erbringen. Die ehrenamtlichen Kursreferent(inn)en besuchen (einmalig) ein entsprechendes Seminar. Gut so, doch weiterhin stellt sich uns die Frage, warum all die Bemühungen kostenlos erfolgen sollen. Ein wirtschaftlich gesehen so wertvolles Arbeiten wie das Imkern, von dem Millionenbeträge in die Kassen der Wirtschaftsbetriebe gespült werden, sollte nicht völlig ohne Gegenleistung erbracht werden müssen.

Wir für unseren Teil haben uns entschieden, dieses Spiel nicht mitzumachen. Wir leisten als Referent(inn)en viele Stunden Vor-, Durchführungs- und Nachbereitungszeit, leisten uns Zeit und Geld für kontinuierliche Fort- und Weiterbildungen, und das in einem Alter, in dem wir eben noch nicht über eine Rente und genügend Freizeit verfügen. Wir tragen Verantwortung für das Wohlergehen zahlreicher Lebewesen und sind oft rund um die Uhr Ansprechpartner/innen bei imkerlichen Notfällen.

Die Kursgebühren ermöglichen uns eine optimale Qualität der Kurse und geben uns Motivarion und finanziellen Freiraum, diese ohne Kompromisse und Ausfälle durchzuführen, weit über die eigentlichen Kurszeiten hinaus. Uns ist bekannt, dass das einigen Vereinen im Landkreis nicht „schmeckt“. Sie übersehen dabei, dass wir als Initiative keine Zuschüsse erhalten. Außerdem steht es jeder und jedem Kursteilnehmenden frei, sich eines kostenlosen Angebots zu bedienen. Unsere Teilnehmenden entschieden sich freiwillig für unseren Kurs, und sie sollen es keinesfalls bereuen.

Wir freuen uns bereits auf das nächste Mal, wo es wieder direkt an die Bienen geht!

Frühjahrsarbeiten (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 2)

Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, FrühjahrsarbeitenModul 2 im Imkeranfängerkurs. Dem Hoch „Peter“, welches Tief „Ilona“ (!) zurückhielt, sei gedankt, denn so war für unsere neuen Imkerkursteilnehmenden ein erster Blick auf die Bienen problemlos möglich. Doch bevor die Tagestemperaturen optimal waren, gab’s im Halbkreis vor dem Lehrbienenstand am Bienenweg zunächst einen gründlichen Sicherheitscheck. Wie verhalte ich mich beim Besuch der Bienen und was sollte ich tun bzw. lassen, um einen möglichst reibungs- und stichlosen Umgang zu pflegen?Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, Frühjahrsarbeiten

Sodann überreichte Ilona den Stab an Reinhold, der die imkerlichen Gerätschaften und den Aufbau des Beutensystems (Zander) samt Rähmchen (Hoffmann, Modifizierte Seitenteile, waagerecht gedrahtet), mit dem wir das Imkern in seiner fränkischen Standardausrichtung lernen. Es gab weitere Tipps, die Ausstattungsmerkmale betreffend.

So ist es für den Beutenboden vorteilhaft, wenn er keinen Zwischensteg aufweist. Der darauf landende Abfall kann von den Bienen nicht erreicht und somit auch nicht gesäubert werden. Hier lauern Gefahren für die Bienengesundheit.Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, Frühjahrsarbeiten

Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, FrühjahrsarbeitenErklärt wurden, wie der Fluglochkeil und das Mäusegitter eingesetzt werden. Das Mäusegitter ist in verschiedenen Maschenstärken erhältlich. Wir empfehlen die mit der geringsten Durchlassgröße. Es versteht sich, dass der Zeitpunkt seiner Entfernung nicht zu spät im Frühjahr sein darf, da sonst der mühsam gesammelte und wertvolle, da eiweißreiche Frischpollen beim Einflug von den Beinchen abgestriffen wird.

Zur Verwendung der Folie verwiesen wir auf unseren Blogbeitrag. Sie ist neben dem hygienisch zu pflegenden Abkehrbesen und der Paletten eines der wenigen kunststofflichen Bestandteile in unserem Arsenal.

Imkeranfängerkurs AK22, Modul 2, FrühjahrsarbeitenDoch natürlich war das Highlight des zweiten Moduls das Herumreichen von Waben. Zunächst eine Honigwabe, deren Gewicht geschätzt werden konnte. Dies auf die Frage, wie schwer denn so eine mit Honig gefüllte Zarge wäre. Sie kam von einer der fünf Lehrerinnen, die mit dem Gedanken an eine Schul-Imkerei liebäugeln. Weiß man das Gewicht einer Wabe, so errechnet sich schnell die Schwere. Klar, dass das Abheben nur zu zweit gehen kann. Doch ohnehin werden die Schulkinder nicht alleine an den Bienenstock hantieren.Brutwabe

Einen zweiten Durchreichevorgang betraf eine mit vielen „Details“ gespickte Brutwabe. Darauf zu erkennen waren offene wie verdeckelte Honigwaben, offene Arbeiterinnen- wie auch Drohnenzellen, also auch Maden in verschiedenen Stadien sowie etlichen ansitzenden Bienen. Dass man dabei behutsam mit den Fingern zwischengehen durfte, stellte eine kleine Mutprobe vor, die alle problemlos meisterten.

Da coronabedingt Teilnehmende fehlten, werden wir im Online-Modul 3 eine kurze Wiederholung der Inhalte vornehmen, außerdem eine bebilderte Ergänzung zur Frühjahrsdurchsicht bieten. Sie bildet eine perfekte Einleitung zum Kapitel Bienengesundheit / -krankheiten.

Von Kämpfen und guten Nachrichten an der Insektenfront

Ukraine HerzflaggeDiese Kriegssprache mag ich gar nicht, doch derzeit lässt sich das schwer umgehen. Also „greifen wir’s an“. Zuerst die drei schlechten Nachrichten, um mit drei guten Nachrichten einigermaßen versöhnlich enden zu dürfen.

Danke im Voraus für euer Interesse und eure Geduld!

Schlechte Nachrichten zuerst

1. Vom Kleinkrieg im eigenen Umkreis …

Es gibt Despoten und Gutsherren, die die demokratischen Grundregeln mit Füßen treten, nicht nur in der Ukraine. Uns kennt ihr als zuversichtlich und sachlich, alles scheint bei uns perfekt zu laufen. Täuscht euch nicht. Auch wir müssen gerade einen Kampf ausfechten, der uns Zeit und Energie stiehlt und uns zuweilen fassungslos zurück lässt. Zeit und Energie, die wir für unsere Bienenwelt dringender bräuchten. Damit wollen wir euch jedoch nicht weiter belasten. Denn es ist förderlicher, im Gegenzug das Positive zu betonen. Da gibt es noch jede Menge, gleich mehr dazu … Trotzdem – wenn es euch gerade schlecht geht, dann seid euch sicher, wir verstehen das. Auch den Bienen geht’s nicht gut, und sie fliegen dennoch unbeirrt weiter. Lasst es uns ihnen nachtun – Fühler hoch!

2. … und Großkrieg auf der Welt

Diese Kleinkriege im eigenen ehrenamtlichen Umfeld sind jedoch nichts in Anbetracht des (bereits schon wieder) weltweiten Konflikts, den Russland losgetreten hat. Eigene Betroffenheit lässt uns nicht schlafen und bedrückt uns schwer. Wir sind in großer Sorge über unsere ukrainische Freundin Swetlana aus Kiev, die soeben die Zeit im Keller verbringt, losgelöst von Nachrichten, weil das Handy dort unten nicht funktioniert. Was sie hört, sind Bomben. Wir sind über die Sozialen Netzwerke verbunden. Wir waren noch nie so froh, uns noch nicht von Facebook gelöst zu haben, wie jetzt. Hin und wieder geht sie „frische (Bomben)Luft schnappen“ und ruft die Nachrichten ab. Wir hätten sie lieber hier in Deutschland in Sicherheit, doch eine Ausreise scheint jetzt zu spät. Sie ist so tapfer und tough. Ihr Spitzname ist die deutsche Übersetzung ihres Vornamens: „Glühwürmchen“. Nun glüht sie mühsam den Keller aus und hofft auf die Hilfe der Welt.

3. Weblog-Einschränkungen

Beide geschilderten Umstände, zusammen mit zwei Jahren Corona-Abstandhalten zu unseren Nächsten, bringen psychischen Druck, der nach einem langen, lichtarmen Winter seinen Tribut fordert. Wir würden uns jetzt – nach vielen Jahren ohne Urlaub, zuletzt eine Woche im Jahr 2017 auf der Insel Neuwerk – am liebsten drei Wochen lang abseilen wollen. Doch die Arbeit lässt es nicht zu. Es will noch in diesem Monat ein Verein neu gegründet werden, eine hoch dotierte Fördermaßnahme umgesetzt werden, bevor die Mittel verfallen, die Bienen-InfoWabe saisonfertig gemacht, die Bienen ausgewintert und ein neuer Bienenpaten-Newsletter u.v.m. geschrieben werden, zusätzlich zum Brotberuf. Wo Energie einsparen?
Also werden wir den Weblog etwas zurückfahren, das scheint uns am ehesten vertretbar. Bleibt uns dennoch treu, denn vielleicht sind wir ja bald wieder obenauf … manchmal hilft beten und an Wunder glauben. Bitte, lieber Gott, hilf uns aber zuerst noch in diesem Scheiß-Krieg, den keiner will oder braucht. Doch bevor wir uns zurückziehen, hier …

… die guten Nachrichten!

1. Ende des Glyphosateinsatzes der Deutschen Bahn

Die weltweite Initiative SumOfUs schrieb in ihrem Newsletter von Anfang Februar euphorisch:

Wow, wir haben es geschafft!

Die Deutsche Bahn wird ab 2023 endlich kein Glyphosat mehr einsetzen! Dank Ihrer Unterstützung, Initiative.

Jedes Jahr hat die Deutsche Bahn mehr als 65 Tonnen des gesundheits- und umweltschädlichen Pestizids Glyphosat versprüht — entlang des 33.500 Kilometer langen Schienennetzes.

Doch diese Giftspur hat jetzt ein Ende! Über 150.000 Mitglieder der SumOfUs-Gemeinschaft haben sich zusammengeschlossen und dem Glyphosat-Einsatz die Stirn geboten — mit Erfolg!

Dies ist ein großer Schritt vorwärts! Mit 2023 setzt die Deutsche Bahn ein ehrgeiziges und sehr wichtiges Ziel. Und ohne Ihre tatkräftige Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen.

Eine Alternative für das giftige Pestizid ist heißes Wasser. Diese simple Methode der Unkrautvernichtung hat die Schweizer Bundesbahnen (SBB) schon länger getestet und die Wirksamkeit bestätigt. Laut der SBB sei heißes Wasser „eine der vielversprechendsten alternativen Methoden“.

2. Das „Wunder von Mals“ erhält zweiten Sieg im zweiten Verfahren!

Alexander Schiebel (s. a. Blog 21.10.2021 und vom 28.12.2021) schreibt uns:

Auch das zweite Gerichtsverfahren, diesmal gegen meinen Mitangeklagten Karl Bär vom Umweltinstitut München, endete nun mit einer vollständigen Niederlage der Kläger.

Bereits vor rund einem Jahr hatten sich 1.370 von 1.372 Klägern zurückgezogen. Die Sache war ihnen zu heiß geworden. Der Druck der Öffentlichkeit (der Druck den wir gemeinsam ausgeübt hatten) war für sie zu groß geworden.

Nur zwei Obstbauer hielten ihre Klage damals noch aufrecht (und damit den Prozess gegen Karl Bär am Laufen). Im Herbst 2021 hat sich dann allerdings der vorletzte Kläger ‚verabschiedet‘. Und im Jänner 2022 schließlich der allerletzte Kläger.

Das Resultat: Keine Kläger mehr. Keine Geschädigten also. Keine Diffamierung. Und damit kein Verfahren.

Das alles verdanken wir eurer Unterstützung!

Diese Unterstützung war auch für unseren neuen Film „Gift und Wahrheit“ erstaunlich! Mit diesem Film wollen wir die Geschichten von Zu-Unrecht-Verfolgten aus ganz Europa, ja weltweit erzählen. Durch eure Unterstützung haben wir bereits das halbe Budget beisammen.

Aber natürlich können wir damit nur einen halben Film drehen. Wir brauchen die ganze Finanzierung. Daher meine dringende Bitte! Wer noch nicht hat oder wer noch einmal will:
Hier erfahrt ihr alles über diesen wichtigen Film! https://www.gofundme.com/f/gift-und-wahrheit

3. Es geht weiter …

… mit dem Imkerkurs für Anfänger. Am 07.03.22, 19.00 bis 20.30 Uhr, findet eine Informationen und Beratung (nicht nur) zu unseren Imkerkursen und einem Einblick ins Kursgeschehen statt. Online ohne Anmeldung unter https://meet.jit.si/kursinformationen
Verwenden Sie den Browser Chrome oder Edge bzw. auf ihren Mobilgeräten die App Jitsi Meet.

… in die neue Bienen-InfoWaben-Saison am Bienenweg 1, am Ostersonntag, 14.00 – 17.00 Uhr. Alle, die ein mit einer Biene oder Blume bemaltes ausgeblasenes Osterei mitbringen, erhalten ein kleines Geschenk.

mit der Hoffnung, im späteren Frühjahr endlich auch wieder Schulklassen und andere Gruppen zu Führungen und Vorträgen begrüßen zu dürfen. Aber versprechen können wir das leider noch nicht. Daher haben wir eine „sprechende Bienen-InfoWabe“ geplant. Dazu später mehr.

Bleibt gesund und zuversichtlich,
Ilona und Reinhold

Termine stehen! BLIB-Imkerkurse 2022 in Bamberg (Oberfranken, Bayern)

Logo BLIB-Imkerkurs für AnfängerDie neuen Imkerkurs-Termine in Bamberg aus dem Hause „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ für 2022 stehen bereits. Schon jetzt erreichen uns Anfragen fürs nächste Jahr.

Nicht nur pandemiebedingt suchen viele ein Hobby, welches sie auch zuhause oder in der Region ausüben können. Frische Luft, ein umfassendes Naturerleben sowie ein leckeres, unverfälschtes Ur-Produkt Honig sind garantiert. Wer Spaß am Handwerk hat, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Nicht alles muss man einkaufen, einiges lässt sich super auch selbermachen, ob Böcke, Mittelwandrähmchen oder gar ganze Bienenstöcke. Letztendlich das gute Gefühl, etwas für sich selbst UND seine Umwelt erreicht zu haben.

Entgegen vieler Vereine zogen wir, Reinhold Burger und Ilona Munique, in den letzten beiden Coronajahren tatsächlich alle Kurstermine durch, ob in Kleinstgruppen auf mehrere Praxisermine verteilt oder, wo es sich anbot, auch als Online-Seminare. Gerade Interessierte, die aus der Region stammten, waren erfreut und dankbar für diese praktische Möglichkeit, theoretische Grundlagen zu erhalten.

Ein kostenloser Infoabend mit Kursberatung findet am Mo., 07.03.2022 zwischen 19.00 und 20.30 Uhr statt, und zwar ohne Anmeldung online unter https://meet.jit.si/kursinformationen. Empfehlung: Für den PC den Browser Chrome oder Edge bzw. für Mobilgeräte die App Jitsi Meet installieren.

Die Kursgebühr für den Imkerkurs für Anfänger beträgt € 420,- für 12 Module. Die Module decken innerhalb eines Jahres das gesamte Spektrum der Bienenhaltung analog des Jahresverlaufs ab. Es wird online, aber auch am Lehrbienenstand gelernt, betreut von zwei Referenten , die sich auf ihre neuen Kolleg(inn)en freuen!

Wer nicht alle Termine wahrnehmen kann, darf diese im darauffolgenden Jahr wahrnehmen, wegen Corona sogar noch im dritten Jahr. Es sind also alle Chancen gegeben, die Bienenhaltung von Grund auf und mit vielen Praxisschritten so gründlich zu erlernen, dass der Start für Mensch und Biene ein gelungener und nachhaltiger sein wird.

Desweiteren bieten wir für Wiedereinsteiger/innen einen einwöchigen Imker-Kompaktkurs vom 14.-22.03.2022 an 6 Abenden an. Ergänzt werden die Anfängerkurse durch einzeln buchbare Vertiefungsseminare.

Einfüttern (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK21, Modul 11)

Vorletztes Modul des 12-teiligen Imkerkurs für Anfänger 2021 bei Bienen-leben-in-Bamberg.de. Im Praxisteil am 21. und 22.08. erfuhren die Teilnehmenden, welche Materialien für den Vorgang des Einfütterns (Darreichungsformen) praktisch sind, wann der richtige Zeitpunkt ist und wie bzw. in welcher Dosierung eingefüttert wird.

Vorarbeiten

Da vor Kurzem erst eine Varroabehandlung vorgenommen wurde, ziehen wir heute die Windel und inspizieren den Milbenbefall. Der oberen Leerzarge wurde sodann der Dispenser entnommen. Achtung, es kann immer noch etwas Säure austreten, also vorher Handschuhe überziehen!

A. Darreichungsformen beim Einfüttern

1. Futterbehältnis mit Aufstieghilfe

Einfüttern der Bienenvölker

  • Die vom Dispenser befreite Leerzarge wird zunächst auf die Seite gestellt. Auf die oberste Zarge wird eine Folie aufgelegt und an der Rückseite der Beute einen Spalt breit umgeschlagen (siehe Fotogalerie unten). So gelangen die Bienen in die nun wieder aufgesetzte Leerzarge und zu den Futterkübeln.
  • Als Futterbehältnisse dienen gereinigte, runde oder (am mengenergiebigsten) eckige Joghurtkübel oder Stapelboxen (Baumarkt), die natürlich lebensmittelecht sein müssen (erkennbar am Messer/Gabel-Symbol).
  • Das mengendokumentierte Zuckerwasser wird – bis auf einen kleinen Rest – in die Kübel gegossen.
  • Die Aufstiegshilfe in Form von Stroh wird auf das eingegossene Zuckerwasser wie ein Polster oder Nest aufgelegt.
  • An einer Kübelinnenseite wird außerdem eine Handvoll Stroh hochkant bis zum Boden eingeführt. Das Material kann nach erfolgreicher Fütterung später einfach auf dem Kompost landen.
  • Zum Schluss legt man mit der zurückbehaltenen Futtemenge eine zuckrige Spur, gießt also ein wenig zwischen und auf die Rähmchen hin zu den Behältern.

Sobald die Bienen das Zuckerwasser riechen, beginnen die Sammelbienen mit ihrem Schwänzeltanz. Da sie jedoch nur schwer die unmittelbare Nähe des Futters anzeigen können, fliegen die Bienen erst einmal vor die Beute, um nach der Quelle zu suchen. Es dauert eine Weile lang, bis sie den Fundort checken. Dabei hilft ihnen die oben beschriebene Zuckerspur.

2. Der Adam-Fütterer

Adam FüttererIm Kursmodul kurz erwähnt wurde der sogenannte „Adam-Fütterer“. Das entscheidende Merkmal an dieser Futterzarge ist eine Aufstiegshilfe in Form eines konischen, etwa handtellergroßen Kegels in einer ansonsten flachbödigen Schale, in die das Zuckerwasser eingegossen wird. Die Bienen klettern im Inneren des Kegels hinauf, dann an der Außenschräge bis zum Flüssigkeitsspiegel hinunter und nehmen das Futter auf.

Da nicht sehr viele Bienen auf einmal durch den Kegel (auch: Dom genannt) gelangen können bzw. Platz auf der Außenfläche finden, geht die Futteraufnahme langsamer als mit der Kübelfütterung vonstatten.

Die Aufstiegshilfen sind übrigens mal als Kegel, mal als seitliche Schale, mal mittig, mal im Eck etc. erhältlich. Beim Kauf darauf achten, dass die Futterzarge von den Maßen zur verwendeten Beute kompatibel ist (Hohenheimer Beute, Frankenbeute, …).

Ein Nachteil ist, dass der Fütterer keine größere Menge aufnehmen kann, man muss also häufiger nachgießen. Zweiter Nachteil: Für den Kauf dieser Futterzargen entstehen Kosten. Es sei denn, man ist handwerklich geschickt und hat ohnehin Holzmaterial übrig.

Bei der Verwendung des Adam-Fütterers ist eine Leerzarge nicht erforderlich.

3. Futtertaschen

Nicht vorgestellt, doch erwähnt wurden die Futtertaschen. Es gibt sie in einfacher und doppelter Wabenbreite, werden also anstelle einer oder zweier Rähmchen neben das Brutnest eingehängt.

Vorteil gegenüber der oben beschriebenen Behältnisse ist, dass der Weg zum Futter für die Bienen recht kurz ist, daher bei kühler Wetterperiode geeignet. Nachteilig ist der geringe Futtermengeninhalt von etwa 3,5 bzw. 7 Litern, was ein häufiges Nachgießen des Zuckerwassers notwendig macht.

Auf Futterteig gehen wir hier nicht ein, da wir diese Art des langsamen Einfütterns um diese Jahreszeit, aber auch ganz generell, nicht favorisieren. Die Nahrungsaufnahme dauert zu lange, so dass zwischen den zwei erforderlichen Varroabehandlungen nicht genug Zeit bleibt. Außerdem halten wir es für widernatürlich, da Fertigtrockenfutter auch in der Natur nicht vorkommt.

B. Zeitpunkt des Einfütterns

  • Das reguläre Einfüttern erfolgt bei den Wirtschaftsvölkerm NACH der ersten Varroabehandlung mit Ameisensäure, also Mitte/Ende August.
  • Manchmal kann eine so genannte „Zwangsfütterung“ auch noch später im Jahr anfallen, wenn erkennbar wenig Zuckerwasser aufgenommen wurde. Das passiert, wenn die Varroabehandlung zu heftig für das Volk ausgefallen ist, bspw. bei einer zu schnellen Verdunstung bei zu warmen Wetter. Das Volk wird dann fressfaul. Siehe hierzu in unserem Beitrag unter der Zwischenüberschrift: „Zwangsfütterung im Herbst sorgt fürs Überleben“.
    Doch häufig ist der Grund ein zu schwaches und / oder krankes Volk, so dass eine Vereinigung bzw. Auflösung ratsam sein kann.
  • Grundsätzlich Abends einfüttern! Verhindert die Räuberei unter den Bienenvölkern. Daher fand unser Modul auch erst am Nachmittag und nicht wie sonst am Vormittag statt.

C. Was wird eingefüttert?

  • Zur Einfütterung verwenden wir eine Zuckerlösung im Mischungsverhältnis 3:2, d. h. 3 Gewichtsanteile Zucker werden in 2 Anteilen Wasser gelöst. Als Zucker verwenden wir Haushaltszucker, also reine Sacharose. Zum Thema „Zucker“ siehe auch folgende Beiträge:
  • Alternativen zum Zucker sind fertige Futterlösungen auf Zucker- oder Getreidebasis. Darauf zu achten ist, dass sie als Bienenfutter deklariert sind. Bienenfutter besitzt ein speziell auf die Bedürfnisse der Bienen abgestimmtes Spektrum von Zuckerarten.
  • Wirtschaftsvölker füttern wir mit 20 Kg Zucker ein, entsprechend rund 33 Kg Futterlösung im 3:2-Mischungsverhältnis. Ableger werden mit 15 Kg Zucker eingefüttert, entsprechend ca. 25 Kg Futterlösung.
  • Tragen Bienen nach der Honigernte (die bei uns nur einmal im Jahr im Monat Juli erfolgt) erneut viel ein, wird entsprechend weniger Zucker eingefüttert. Zusätzlich verbleiben bei unserer Betriebsweise mindestens 5 bis 10 Kg Honig im Brutraum. Daher sollte vor dem Einfüttern eine kurze Kontrolle der Situation erfolgen und die Bedarfsmenge entsprechend angepasst werden.

D. Wie wird eingefüttert (Dosierung)?

  • Wichtig: Nichts neben die Beute hinaus kleckern! Sonst werden andere Bienenvölker angelockt und zur Räuberei verleitet. Am besten, man stellt sich einen Kanister mit Wasser zum Säubern bereit.
  • Wirtschaftsvölkern kann (muss man aber nicht) das gesamte Futter in einer großen Portion auf ein Mal verabreicht werden.
  • Ableger werden in mehreren Portionen, also über einen längeren Zeitraum, eingefüttert. Wird ein Ableger zu schnell gefüttert, leidet die Bruttätigkeit, da die Bienen auch das Brutnest mit Futter voll füllen.
  • Grundsätzlich lautet die Devise, lieber etwas mehr einfüttern, als verhungerte Völker im Frühjahr zu riskieren. Überschüssige Futterwaben können im Frühjahr den Völkern entnommen werden und finden bei der Ablegerbildung weitere Verwendung.
  • Manchmal dauert es vor allem bei zu kühlem Wetter zu lange, bis die Bienen das Zuckerwasser aufgenommen haben. Gäriges Zuckerwasser daher entfernen, die Menge abwiegen und die entsprechende Fehlmenge zu einem späteren Zeitpunkt erneut anbieten.

Wachsverarbeitung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK21, Modul 10)

Im Rahmen des Imkeranfängerkurses trafen wir uns am Samstag bei Sonnenschein im Bienengarten (1. Gruppe) und am Sonntag bei gewittrigen Regenwetter in der Bienen-InfoWabe (2. Gruppe ohne Fotos) zum Modul 10, der Wachsverarbeitung. Zu Beginn wurde kurz auf die Bestandteile und das Verhalten von Wachs sowie auf die zu erwartenden Anforderungen und durchaus auch handfeste Probleme bei der Umarbeitung, Lagerung und des Outsourcings eingegangen, als da wären: hoher Zeitbedarf, Ausweichstätten im strom- und wasserführenden Außenbereich aufgrund Geruchsbildung vor allem beim Drohnenwachsschmelzen, hier außerdem mit Schutz vor suchenden Insekten, vertrauenswürdige Umarbeitungsanbieter, geeignete Aufbewahrung von Drohnen- und Altwachs etc.
Ziel ist es, auf Eigenwachs hinzuarbeiten, da fälschungssicher und dadurch beste Qualität für die Bienenaufzucht und den Honiggenuss.

Wachsverarbeitung an 5 Stationen

Die Reihenfolge der aufgebauten Stationen, die allerlei Objekte zur Anschauung bereithielten, ist betimmt durch die Bearbeitung des Ausgangsmaterials, das da wäre: Entdeckelungswachs, Drohnenwachs, Altwaben, geschmolzenes, gereinigtes Wachs zum Mittelwand gießen und als letztes Mittelwand einlöten.

Die Phasen der Wachsbearbeitung lassen sich in einem früheren und sehr ausführlichen Blogbeitrag mit Checklisten nachlesen. Daher nachfolgend nur Ergänzungen.

Geräte und Hilfmittel

Vieles lässt sich im normalen Haushalt finden – natürlich erst nach Absprache mit den Küchenverantwortlichen! Allerdings raten wir davon ab, benutzte Teile in die Spülmaschine zu geben, denn das Wachs verstopft dauerhaft die Düsen. Altgediente Teile können aber so einer neuen Verwendung zugeführt werden.

Manche teure Geräte lohnen sich nur für größere Mengen, so die Mittelwaben-Wachspresse oder ein elektrischer Schmelztopf. Oft gibt es dafür (nicht ganz so kommoden, aber brauchbaren) Ersatz. Andere Geräte wie ein Trafo-Einlöter sind zwar ebenfalls nicht gerade billig, doch unverzichtbar. Da muss man in den sauren Apfel beißen. Eventuell kann man sich manches mit anderen Imker(inn)n teilen.

Und vor allem: Erst anschaffen, wenn man die (länderspezifischen) Fördermöglichkeiten überprüft hat! Denn das Rechnungsdatum ist entscheidend! Bereits vorhandene Imkergeräte sind nicht förderfähig. Hingegen ist es mittlerweile möglich, gleich nach Antragstellung den Kauf zu tätigen. Man muss also nicht mehr auf den Bescheid warten. [Für Bayern -> Förderwegweiser -> MayMBL], s. a. Blogbeitrag Amtliches und rechtliches zur Bienenhaltung].

Etliches an Infomaterial findet sich in der Kursorganisation. Das ist eine interne, passwortgeschützte Webseite, die unseren Kurs vom ersten Modul an begleitet und in der die Essenz der Kursinhalte auf eingehende Beachtung wartet. Der Zugang dazu ist den Teilnehmer/innen für zwei Jahre (bzw. für Ak20 + AK21 coronabedingt für drei Jahre) möglich.

Fotogalerie AK21, Modul 10

Praxisübung: Mittelwandrähmchen spannen

Das Einlöten konnten wir mangels Strom diesmal nicht direkt ausprobieren lassen. Das Löten selbst setzt aber im Grunde keine allzu großen Feinheiten voraus. Die Mittelwände sollen nicht kalt sein. Lediglich die richtige Andockstelle der beiden Drahtenden müssen gefunden und mit je einer Pol unter Strom gesetzt werden. Und natürlich muss der richtige Schmelz-Zeitpunkt gefunden werden, damit der Draht nicht durch die Wachsschicht durchschmilzt. Doch auch das kann wieder repariert werden.

Eine kleine praktische Übung stellte das Nacharbeiten der Mittelwanddrähte mittels einers Drahtspanners dar. Ergänzender Tipp: Sind die Drähte danach immer noch zu locker, lässt sich auch ein kleiner Keil am Rahmen einklemmen, um dann die Wabe einzulöten. Sitzt die Wabe fest, kann der Keil wieder entfernt und der überstehende Draht an den Rahmen angedrückt werden.

Fotogalerie Waben einlöten

Das Modul 11, das Einfüttern, erfolgte jeweils nach einer Pause und wird im kommenden Weblog erläutert.

Varroabehandlung und Wabenhygiene (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK21, Modul 9)

Im Modul 9 des Imkerkurses für Anfänger (AK20) standen zwei Arbeitsschritte an: Varroabehandlung und Wabenhygiene. Sie lassen sich ohne Weiteres in einem Arbeitsgang bewerkstelligen. Wir stellen hier zunächst die Theorie der Behandlung vor und im Anschluss die Wabenhygiene. In der Praxis erfolgt natürlich erst die Wabenhygiene, um eine leere Zarge für die Behandlung freizubekommen.

Oxalsäurebehandlung

Zunächst erläuterte Reinhold Burger die Oxalsäurebehandlung, die allerdings erst im Winter stattfinden wird. Die Theorie dazu lässt sich doch etwas netter im Warmen erklären als frierend vor den Beuten. Entscheidend für eine optimale Wirkung der Behandlung ist der richtige Zeitpunkt. Die Bienen sollen aus der Brut gegangen sein, was immer dann geschieht, wenn es ein paar Tage hintereinander gefroren hat. Außerdem sollte es auch am Behandlungstag selbst richtig kalt sein, möglichst 0 °C und kälter, damit die Bienen in einer kompakten Wintertraube sitzen. So verteilt sich die Säure durch den engen Kontakt der Bienen untereinander besser.

Ferner müssen die Gerätschaften (siehe Checkliste in der Kursorganisation) parat stehen, denn vor Ort sollte angesichts des dann engen Zeitfensters – meist steigen die Temperaturen gegen Mittag – alles reibungslos verlaufen.

Übrigens: An den Arbeitsschutz in Form von säurefesten Einmal-Handschuhen ist auch zu denken, wenn die Windel kontrolliert wird. Denn die verabreichte Oxalsäure tropft natürlich auch nach unten durch die Wabengassen hindurch und landet auf dem Schieber. Beim Abputzen gerät man dann unweigerlich in Kontakt mit der Säure.

Ameisensäurebehandlung

Im gesamten 12-moduligen Kursverlauf gehen wir immer wieder auf den gefürchteten Bienenschädling ein, die Varroa destructor. So im Modul 2 zur Bienenkrankheiten und Modul 5 zur Varroakunde und -kontrolle. Im Modul 9 wird die Theorie durch die praktische Anwendung abgerundet. Vorgestellt werden die beiden gebräuchlichsten Säurespender, nämlich der Liebig-Dispenser und der Nassenheider Verdunster professional.

Der Liebig-Dispenser besticht durch seine einfache Handhabung, wobei die zu ermittelnde wetter- und volksstärkenabängige Dosierung Voraussetzung für das Gelingen der Behandlung ist.

Der Dispenser besteht aus drei Teilen: Einer Plastikflasche mit zwei Skalen, die es ermöglichen, die Mengenangabe auch dann abzulesen, wenn das Fläschchen bei seinem Einsatz auf den Kopf zu stehen kommt. So hat man die angepeilte Verdunstungsmenge gut im Blick und kann ggf. nachsteuern. Der zweite Teil besteht aus einer viereckigen, gelben Grundplatte aus Plastik. Nummer 3 ist ein sogenannter Docht, der in die Grundplatte gemäß Größenempfehlung eingelegt wird. Darauf wird später der Dispenser mittels der Grundplattenstifte aufgedrückt.

 

Auf diesen viereckigen Papierdochten ist – mit ein bisschen Nachdenken – herauszulesen, wie groß der Docht bleiben kann und wieviel Ameisenäure (AS) verwendet werden soll, und zwar in Abhängigkeit vom 1. jeweiligen Beutensystem, 2. der im Varroa-Wetter prognostizierten Wetterlage bzw. Verabreichungsempfehlung und 3. dem beabsichtigten Säurewert, also 65% bzw. 85% ad us. vet. Wobei letzterer in Deutschland nur als „Behandlungsnotstand“ via Verschreibung durch einen Tierarzt verabreicht werden darf.

Wir verwenden in der Regel 150 ml, wobei auch 200 ml möglich wären. Die Verdunstungsrate pro Tag sollte bei etwa 30 – 49 ml liegen. Zu wenig Verdunstung wirkt nicht, dann muss wiederholt werden. Bei zu schneller Verdunstung kann mit einer Verkleinerung des Dochtes gegengesteuert werden.

Bei dem alternativ möglichen Dispenser, dem Nassenheider Professional, muss man beim Aufbau geduldig sein. Seine vielen Einzelteile sind in der Handhabung aufwändiger. Sein Vorteil gegenüber dem Liebig-Dispenser liegt im doppelten – vertikal wie horizontal angebrachten – Dochtsystem, der für einen konstanten Flüssigkeitsstrom sorgt. Er ist daher für eine Langzeitbehandlung (bspw. bei Urlaubsplänen denkbar), doch insbesondere bei kühleren Temperaturen durchaus eine gute Wahl.

Funktionsprinzip
Der vertikale Docht saugt die Ameisensäure an und transportiert sie über den U-förmigen Schenkel nach unten auf den horizontalen Docht, wo sie abtropft und verdunstet. Der gelochte Fuß stellt dabei sicher, dass sich die beiden Dochte nicht berühren (Verhinderung von Kapillaritätseffekten). So wird immer ein nahezu konstanter Volumenstrom an Ameisensäure transportiert und verdunstet. [via Bienen-Weber.de]

Modul 9 Wabenhygiene und Varroabehandlung

Die Menge der AS ist höher als beim Liebig-Dispenser (siehe hierzu die Anwenderempfehlungen!). Achtgeben muss man, wenn auf einer kühlen Witterung noch einmal heiße Tage folgen. Eventuell „badet“ der horizontale Docht in der Schale in zu viel Säure, die schlagartig verdunstet und dann auf die Bienen zu heftig einwirkt. Dann gegebenenfalls die Schale (mit Schutzhandschuhen!) tagsüber entnehmen und in den kühlen Stunden wieder einsetzen.

Sicherheit und Kontrolle

Nach der Theorie ging es direkt an unseren Lehrbienenstand Bienenweg. Unser Kursneuzugang durfte sich am Smokerentfachen erproben und hat dies gleich auch gut hinbekommen.

Nach der Wabenhygiene (siehe Kapitel weiter unten) wird unser verwendeter Liebig-Dispenser an der mit der Dochtauflage ausgestatteten Grundplatte angebracht und waagrecht in eine leere, obenaufgesetzte Zarge platziert werden. Vom Handling her ist es sicherer, wenn die gelbe Grundplatte auf das aufrechte Fläschchen gesetzt wird.

Geht man umgekehrt vor, also setzt man stattdessen den Dispenser auf die Platte, müsste man ihn kippen. Doch dabei kann vorzeitig Säure ausfließen. Ganz übel, falls man beim Befüllen des Fläschchens vergessen hatte, den Tropfaufsatz wieder anzubringen und dabei im Worstcase ohne Handschuhe und über der Beute vorging – alles denkbar!

Schutzhandschuhe verwenden. Das Handschuhmaterial muss gegen den verwendeten Stoff ausreichend undurchlässig und beständig sein. Vor Gebrauch Dichtheit prüfen. Handschuhe vor dem Ausziehen vorreinigen, danach gut belüftet aufbewahren. Hautpflege beachten.
Hautschutzsalben bieten keinen ausreichenden Schutz gegen diesen Stoff. Völlig ungeeignet sind Stoff- oder Lederhandschuhe. [Auszug aus GESTIS Stoffdatenbank]

Modul 9 Wabenhygiene und VarroabehandlungDie Platte des Liebig-Dispensers besitzt eine leichte Vertiefung in der Mitte. Dort wird eventuell zu viel ausgetretene Säure aufgefangen, vorausgesetzt, die Beute steht tatsächlich waagrecht und die Oberträgerleisten der Rähmchen weisen keinen Wachsüberstand auf. Vorher also abkratzen.

Ameisensäurebehälter sollten möglichst in einem kühlen Raum (Keller) aufbewahrt werden. Denn eine mögliche Zersetzung der Flüssigkeit mit einhergehender Kohlenmonoxidabspaltung kann geschlossene Gefäße platzen lassen.

Wirksamkeitskontrolle

Um später kontrollieren zu können, ob die Varroabehandlung wirksam war, wird eine Windel eingeschoben. (Vor allem bei der Oxalsäurebehandlung im Winter empfiehlt sich das Einsetzen VORAB der Behandlung. Denn so lässt sich erkennen, ob die Träufelbehandlung eventuell nutzlos durch die Wabengassen lief.) Nach drei Tagen sollten Varroen gefallen sein. Um hingegen den „natürlichen“ Milbenbefall festzustellen, steht nach 14 Tagen eine erneute Zählung an, da dann die bislang noch verdeckelten Bienen geschlüpft sind – und mit ihnen die Milben.

Da unsere Teilnehmenden bislang noch keine Varroamilbe zu Gesicht bekommen haben, hatte Reinhold das Übungsvolk einen Tag vorab mit einer Windel präpariert. Und tatsächlich konnten wir drei Milben – zwei dunkle Ältere und eine helle Jüngere – zählen, die für die meisten viel kleiner aussah, als sie es sich vorgestellt hatten. Die Lage zeigten wir mit einem Feuerzeug an.)

Wabenhygiene

Ziel ist, alte Waben loszuwerden und die Bienen auf „neue“ bzw. unbebrütete Waben zu bekommen. Dazu muss man wissen:

Die Bruttätigkeit und Größe von Wirtschaftsvölkern nimmt im Spätsommer ab. So ist Mitte August bei Völkern, die auf zwei Bruträumen geführt werden, die unterste Zarge in der Regel bereits brutfrei. Die Bruttätigkeit konzentriert sich also auf den zweiten Brutraum. Das kann man gut nutzen und das alte Wabenwerk des unteren Brutraumes entnehmen.

Das Hochziehen des Volkes in den obereren Brutraum wird unterstützt durch das Aufsetzen einer Zarge mit leergeschleuderten Waben, die nach der Honigernte im Juli anfallen. Diese ehemaligen Waben des Honigraums sind unbebrütet (bei Verwendung eines Absperrgitters) und aus frischem, unbelastetem Wachs.

Außerdem begünstigt der Verzicht einer Fütterung unmittelbar nach der Hongernte diesen Vorgang des Hochziehens. Es sei denn natürlich, die Bienen sitzen wirklich auf dem Trockenen. Dann muss vorher etwas gefüttert werden. Fünf Kilo sollten auf alle Fälle im Volk verbleiben!

Was gegen eine allgemeine Fütterung spricht, ist, dass der Feuchtigkeitsgehalt in der Beute steigt und damit die AS-Behandlung in der Wirksamkeit durch schlechtere Verdunstung beeinträchtigt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung Wabenhygiene

Schritt 1
Die obersten beiden Zargen werden zunächst beiseite gestellt. Am besten quer auf die Kanten des umgedrehten Blechdeckels.

Schritt 2
Die nun zugängliche unterste Zarge wird auf die Seite gestellt (und später wieder oben aufgesetzt) und dabei auf die schmale Seite gekippt. Natürlich geht das nur, wenn die Rähmchen fest sitzen. Bei Beuten mit Blechkanten oder bei vorab gelockerten Waben geht das also nicht, sonst würden die verrutschenden Rähmchen so manche Biene zerquetschen. Also stellt man sie am besten waagerecht auf einen vorsorglich mitgebrachten zweiten Blechdeckel.

Schritt 3
Nach dem Entfernen der untersten Zarge mit den alten Waben werden die beiseite gestellten Zargen wieder zurück an den Platz gestellt. Also auf dem Boden der Brutraum, darüber der ehemalige Honigraum mit den ausgeschleuderten Waben.

Schritt 4
Die vormalige untere (zwischenzeitlich gekippte) Zarge wird oben auf gesetzt. Daraus werden die alten Waben entnommen und dabei die Bienen IN die Zarge abgeschüttelt bzw. gekehrt. Also die Bienen NICHT VOR das Einflugloch kehren, denn auf den Waben könnte möglicherweise die Königin sitzen. Wer sich bei diesem Vorgang einen Hut oder Schleier aufsetzt, muss sich nicht genieren.

Die Altwaben werden Stück für Stück in Boxen gestellt bzw. in leere Zargen gehängt oder in einen Plastiksack gesteckt. Später werden sie ausgeschmolzen und das (Alt-)Wachs zur Kerzenherstellung verwendet. (Darauf gehen wir im Modul 10 näher ein.)

Schritt 5

Da wir jetzt eine leere Zarge oben auf haben, kann nun die Varroabehandlung erfolgen (siehe oben).

Schritt 6
Zum Schluss werden Folie und Holzdeckel aufgelegt. Um den Schaubverschluss des Liebig-Dispensers nicht zu verlegen oder zu verlieren, kann er einfach zwischen Holzdeckel und Blechdeckel geparkt werden. Es ist dies auch ein Zeichen, falls z. B. die Urlaubsvertretung die Beute öffnet, dass hier eine Behandlung stattfindet.

Fehlervermeidung und Sicherheitsaspekte

In diesem Kurs wurde häufig auf Strategien der Fehlervermeidung und Sicherheitsaspekte eingegangen. Tatsächlich sind durch die zahlreichen kleinen Handlungsvorgänge viele Fallstricke möglich, die sich für Mensch und Tier sehr unangenehm, ja, sogar gefährlich auswirken könnten.

Seid also mental und organisatorisch gut vorbereitet, geht konzentriert und umsichtig vor und überlegt lieber einmal zu viel als zu wenig, wenn ihr ans Werk geht. Ihr habt es nachgerade zu DIESEM Zeitpunkt in eurer Hand, auch im nächsten Jahr gesunde Bienen zu besitzen und lecker Honig zu ernten. Wenn ihr dann noch gewissenhaft und ausreichend einfüttert, was wir euch im Modul 11 zeigen werden, dann könnt ihr euch einer erfolgreichen Imkerei erfreuen, die aller Mühe wert ist.

So wie Emily aus AK19, die uns ein Glas Honig brachte, als sie das Kursmodul nachholte, das ihr bislang noch fehlte. Sie machte es richtig, gab nicht gleich auf, weil’s im ersten Jahr noch nicht so klappen wollte, sondern blieb dran. Bravo!