Artikelauszug zur Nachhaltigkeit der Bamberger Symphoniker

Foto: Andreas Herzau, Bamberger Symphoniker, Marian LenhardDie Bamberger Symphoniker sorgen bei ihren Tourneen seit 2021 systematisch für mehr Nachhaltigkeit. So nutzen sie auf kürzeren Strecken vor allem Bahn und Bus statt Flugzeug, kompensieren Emissionen über konkrete grüne Projekte an den Gastspielorten und reduzieren auch im Alltag ihres Konzertbetriebs CO2, etwa durch klimabewusste Hotel-, Programm- und Catering-Entscheidungen. Im Zentrum steht dabei nicht bloß Ausgleich, sondern tatsächliche Einsparung und nachvollziehbare ökologische Wirkung vor Ort, zum Beispiel durch Baumpflanzungen oder Pflegeprojekte in Bamberg und im Ausland.

Der Artikel¹ betont außerdem, dass die Nachhaltigkeitsstrategie vom Orchesterteam selbst getragen und als langfristiger Bestandteil der künstlerischen Arbeit verstanden wird. Intendant Marcus Rudolf Axt betont in unserem Interview, dass CO2-Minderung ein klares Kriterium für neue Projekte sei. Er erhofft sich, dass das Orchester auch andere Kulturschaffende und das Publikum zu nachhaltigerem Handeln anregt.

Als redaktionelle Mitarbeiterin für das Nachhaltigkeitsmagazin aus dem BlattGrün-Verlag liebe ich, Ilona Munique, Erfolgsgeschichten, die positive Zeichen setzen für eine gesunde Lebenswelt für Mensch und Tier. Auch, wenn hier die Bienen nicht direkt angesprochen sind, so doch aber unser schönes, erhaltenswertes Bamberg mit all seinen Lebewesen, mithin auch den Insekten. Ein guter Grund, hier in unserem Weblog auf den Gesamtartikel (s. Fußnote) zu verweisen.


¹Quelle: Ilona Munique: „Bamberger Symphoniker auf CO2-Sparkurs“. In: BlattGrün [Magazin], 2026, H. 1 (März/April), S. 36–37.

Fotos im Artikel: Andreas Herzau, Bamberger Symphoniker, Marian Lenhard

Monatsbetrachtungen Februar 2026 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Phänologie und Bienen

Die Bienen sitzen noch in der Wintertraube. Doch bei ausreichenden Temperaturen und sobald die Sonne auf die Beute scheint, finden Reinigungsflüge statt. Ein paar Wagemutige fahnden nach frischem Pollen. Die Pflanzenwelt im Februar: Haselstrauch (Pollenversorgung), Huflattich, Schneeglöckchen, Winterlinge, Christrosen, Lenzrosen, vielleicht spitzen auch schon die ersten Weidenkätzchen heraus. Je näher an der Beute, um so besser. Plötzliche Wolken und rasch abfallende Temperaturen verhindern oftmals den erfolgreichen Rückflug.

Futterkontrolle

KippkontrolleZur Futterkontrolle brauchen die Völker nicht unbedingt geöffnet werden, sondern es kann stattdesse das Gewicht durch rückwärtiges Anheben der Beute (Kippkontrolle) abgeschätzt werden. Falls ihr – trotz ausreichender Einfütterung im Herbst – dennoch die Beute als zu leicht empfindet, kann das folgende Gründe haben:

  • Das Volk hat die dargebotene Futtermenge nicht vollständig aufgenommen
  • Ein Specht oder Eichelhäher hat die Wintertraube durch eifriges Hämmern ins Holz aufgestört
  • Ein herunterhängender Ast konnte wochenlang unbemerkt gegen den Blechdeckel schlagen
  • Eine Räuberei unter den Völkern ist nicht auszuschließen
  • Ganz abgesehen davon verstärken im Februar die Bienen ihre Bruttätigkeit. Folglich steigt der Futterverbrauch von jeweils einem Kilogramm im Dezember/Januar auf zwei bis drei Kilogramm im Monat Februar.

Notfüttern – so geht’s:

  1. Zargen abheben, quer über umgedrehten Blechdeckel zur Seite stellen.
  2. Totenfall aus Gitterboden entfernen.
    Dabei gleichzeitig kontrollieren…

    1. … auf den Sitz der Wintertraube, erkennbar an der Dichte des Gemülls
    2. … auf Anzeichen von Krankheiten oder Fehlentwicklungen.
      Einschub: Im Falle unserer Demofotos unten ist sehr gut ein erhöhtes Aufkommen von Kalkbrut zu erkennen. Das Volk stand an einem zu kühlen und zu feuchten Standort am Uferrand der Regnitz. Tritt im Laufe des Jahres keine Besserung ein, wäre eine mögliche Maßnahme, einen Kunstschwarm zu bilden, also alle Bienen nebst einer neuen Königin auf komplett neue und damit sporenfreie Waben zu geben, was einem Neuanfang gleichkommt. (Hier eine eingehendere Beschreibung).
  3. Flache Schale auf den (hohen) Gitterboden unterhalb des festgestellten Wintertraubenbereichs setzen.
  4. Befüllen (ohne zu verschütten!) mit Zuckerwasser im Mischungsverhältnis 3:2 von Zucker zu Wasser
  5. Aufsteighilfe (Stroh) einbringen.
  6. Zarge(n) wieder aufsetzen.

Die Fütterung von unten ist zu dieser Jahreszeit hinsichtlich einer Räuberei unkritisch, da kein Flugwetter herrscht. Dadurch, dass das Futter sehr nah an der Bienentraube gereicht wird, gelingt eine (Not-)fütterung bereits ab einer Mindesttemperatur von etwa 5 °C aufwärts.

Unser Blick in die obere Zarge ergab, dass das Volk auch ein wenig vom Futterteig naschte, den wir vor einiger Zeit bereits als allererste Notfütterung einbrachten. Es ist allerdings nicht die bevorzugte Fütterungsweise im Winter, da die Bienen zur Aufnahme des Zuckers Wasser benötigen, welches sie bei fluguntauglichem Wetter nicht heranschaffen können.

Mittelwände einlöten

Mittelwände einlötenEinschmelzen, Reinigen und Gießen von Wachs hatten wir im relativ milden Januar bereits erledigt. Nun folgt das Einlöten – rechtzeitige Bestellung von Rähmchen vorausgesetzt. Einen ausführlichen Blogeintrag zu all diesen Arbeiten findet ihr unter „Wachsverarbeitung an 5 Stationen“. Unter Material zur Wachsumarbeitung bzw. Mittelwandherstellung sind Anschaffungsdetails geschildert.

Schiede setzen

Blick in eine geöffnete Zarge mit SchiedenJe nach individueller Leistungsfähigkeit unserer Völker passen wir die Größe ihres Brutraums mittels Schieden an. Den Versuch starteten wir im Frühjahr 2020 und wollen auch dieses Jahr weitere Erfahrungen sammeln.

Erfahrungsgemäß gibt es Anfang Februar einige milde Tage mit etwas Sonnenschein. Sofern noch nicht im Zuge der Winterbehandlung geschehen, werden jetzt die Schiede gesetzt, und zwar nach dem Reinigungsflug.

  • Nach Wabenhygiene und Einfüttern im Herbst sitzen unsere auf zwei Zargen geführten Völker jetzt auf 8 Waben je Zarge und sind zum Beutenrand hin links und rechts mit jeweils einem Schied begrenzt. Wir öffnen die Völker, entnehmen diese Schiede und schieben die vollen bzw. drei Viertel vollen Futterwaben an den Beutenrand.
  • Fast futterleere Waben werden auf Stifte und junge Brut geprüft. Diese bleibt an ihrem Platz.
  • Zwischen diesen Waben und den an die Ränder geschobenen Futterwaben setzen wir die Schiede. So arbeiten wir uns von links und rechts an das Brutnest heran.

Welche Vorteile hat das Schieden?

  • Nach Entnahme leerer Futterwaben haben wir hinter dem Schied Platz als Arbeitsraum in der Beute
  • Kompaktes Brutnest / Verhinderung von Pollenbrettern, also unnötigen Polleneintrag ins Brutnest
  • Bei schwächeren Völkern sichere und schnelle Annahme des Honigraumes, also kein Verhonigen des Brutnestes und dem damit verbundenen Hochhängen von Honigwaben aus dem Brut- in den Honigraum. Somit bleibt im Brutraum Platz fürs Brutgeschäft
  • Konsequente Trennung von Brut- und Honigraum

Wildwabenbau hinter dem SchiedDen Vorteilen stehen auch einige negative Punkte entgegen, beispielsweise der hin und wieder vorkommende Wildwabenbau hinter dem Schied oder Futtermangel beim Abschleudern der Völker. Und ein zusätzlicher Eingriff in die Völker.

Termine

Weitere Details zu den Terminen siehe auf der Seite Aktivitäten und Termine.

  • 07.02.2026, 12.30 – 17.00 Uhr, Veitshöchheim, LWG, Imkerforum
  • 17.02.2026, 08.00 – 12.00 Uhr (Faschingsdienstag), Bamberg, traditioneller Honigmarkt auf dem Maxplatz
  • 28.02.2026, 15.00 – 18.00 Uhr, Bamberg, FKBB-Vorstandssitzung, Gäste nach Anmeldung willkommen

Rezension zu Joachim Mayer: „So wird der Garten fit fürs Klima“

Cover Mayer, So wird der Garten fit fürs Klima, GU[Werbung] Doppelt praktisch: Für Stadtplaner wie Stadtmenschen und jene, die übers Klimageschehen mehr (aber auch nicht zu wissenschaftlich) Ein- und Überblick gewinnen wollen ist das Hardcoverbuch „So wird der Garten fit fürs Klima“ von Joachim Mayer perfekt geeignet.

Aber auch für jene, die gartentechnisch einfach gerüstet sein wollen für „die neue Gartenpraxis – bei Hitze, Wind und Starkregen“ und dazu „die besten Pflanzen für den Zier- und Nutzgarten“ empfohlen bekommen möchten, bietet die Publikation aus dem Verlag Graefe und Unzer jede Menge lesbarer und ansprechend aufbereiteter Informationen.

Die erste Buchhälfte

Es ist „gut zu wissen“, wie „Das Wetter und das Klima“ (S. 7 f) funktioniert und welche Auskunftsmittel, vom amtlichen Wetterservice bis zur eigenen Wettermessungen, hilfreich – oder auch nicht – zur Verfügung stehen.

Denn es sind tatsächlich „Schwierige Zeiten“, denn „Das Klima [ist] im Umbruch (S. 39 f). Daher müssen wir „Umsichtig“ eine „Angepasste Gartenpraxis“ (S. 61) vollziehen. Dies betrifft Standort und Pflanzenwahl, Boden, Wasser, Plagegeister und Nützlinge. Zu all diesen Unterkapiteln finden sich „Specials“, beispielsweise „Goldene Gießregeln“ oder „Maßnahmen gegen Schnecken“.

Na, Letzteres schauen wir uns doch gleich mal näher an, bevor wir zur zweiten Buchhälfte, also den Pflanzen selbst kommen! Denn was nützt mir ihr Kauf nebst der aufwändigsten Bewässerung, ob Trinkwasser oder Regenwassers, aus Regentonnen, Tanks, Zisternen und Brunnen (siehe dazu jeweils ausführliche Unterkapitel), wenn sie dann doch den gefräßigen Bauchfüßern zum Opfer fallen!

Special-Beispiel „Schnecken“

Eine A4-Seite mit zehn Tipps, wie man Schnecken aller Art auf vielerlei Weise vorbeugend begegnet, sie ködert und bekämpft, offerieren zwar bekannte Maßnahmen, doch sind deren Wirkweisen gut erklärt. Endlich weiß ich auch, dass der Tigerschnegel nicht über andere Schneckenarten herfällt und sie frisst. Ein Umstand, der mir zwar immer wieder erzählt wird, jedoch gilt dies nur für die Schneckengelege!

Das mit den Laufenten – nun ja, das Buch empfiehlt sie ultimativ, doch habe ich schon andere Lesarten gehört. Kommt vielleicht auf die genetischen Eigenschaften an und es mögen Kostverächter unter ihnen sein.

Die zweite Buchhälfte

Ab etwa der Mitte – und im Textteil mit einer 4 nummeriert, wobei diese Kapitelzählung im Inhaltsverzeichnis nicht angezeigt wird, geht es nun im zweiten Buchteil um die Bepflanzungen selbst, sei es im Nutzgarten (S. 132) oder im Ziergarten (S. 173).

Ob nachhaltiger Anbau von Gemüse, Kräutern und Obst oder vielfältige Abwechslung durch Gehölze, Stauden, Rasen, Wiese und Bodendeckern – die Nutz- und Ziergartenkapitel wartet ebenfalls noch einmal stellenweise mit Specials auf. Nun jedoch suche ich mir fürs nähere Betrachten – wie sollte es auch anders sein! – das Unterkapitel „fremdländische Bienen- und Hummelfreuden“ aus.

Unterkapitel „fremdländische Bienen- und Hummelfreuden“

Zunächst etwas irritiert von der Überschrift, da prinzipiell eher einheimische Blütenarten zu favorisieren sind, dachte ich jedoch an das Motto; „Der Zweck heiligt die Mittel“. Nun, ganz so hat es der Autor nicht gemeint. Der zwar relativ kurze, allerdings gut argumentierte Text, hat mich als Imkerin und Insektenfreundin komplett überzeugt. Der Klimawandel macht eine (zu) frühe und (zu) späte Nahrungssuche nach Pollen und Nektar notwendig, die jedoch von unseren einheimischen Pflanzen nicht vollständig erfüllt werden kann. Und:

„Grundsätzlich ist es all den wertvollen, für die Bestäubung wichtigen Insekten vollkommen schnurz, woher die Pflanzen kommen. Die meisten Neophyten haben Verwandte unter unseren heimischen Gehölzen … [und] sind kaum gewöhnungsbedürftig …“. Schön wäre es, würde diese Aussage stimmen. Und ehrlich gesagt, hatte ich so etwas auch immer vermutet. Doch zugegebenermaßen bin ich keine ausgewiesene Expertin speziell für Wildbienenbedarfe. Zumindest Honigbienen sind nicht sonderlich wählerisch, Hauptsache, es ist eine ergiebige Massentracht, egal, wo der ehemalige Geburtsort der Pflanze ist oder war.

Anspruchsvoll, nützlich, lesefreundlich

Mir gefällt der gesamte Stil des 240 Seiten starken Hardcoverbuches. Ich mag es, wenn es etwas in die Tiefe geht, Gesamtzusammenhänge dargestellt, aber auch Besonderheiten (s. a, Specials) herausgearbeitet werden.

Lesefreundlich ist dabei nicht nur die schön gewählte Serifenschrift mit genügend Durchschuss (Zeilenabstand), sondern auch die den Haupttext auflockernden, übersichtlichen Tabellen (z. B. „beste Gründünger“ und „Invasive Bäume und Sträucher“), Grafiken (z. B. „Winterhärtezonen“ und „phänologische Kalender“) oder Porträts (z. B. „Wildobst für Kenner“ und „Kleine Klimabäume“) samt kleiner wie großformatiger aussagekräftiger Fotos im Wechsel.

Zum Schluss

Das umfangreiche Register punktet bei der Aufreihung der Seitenzahlen mit Ziffernfettdruck der Hauptseiten zu einem Begriff – wobei das ausgerechnet bei meiner Suche nach der Grafik zu den „Klimabäumen“ nicht der Fall war … anyway!

Bei der Vielzahl an Themen ist die (einzige) Seite mit „Service & Adressen“ erstaunlich kurz geraten. Insofern finden sich auch nur wenige, doch durchaus weiterführende Recherchetipps beispielsweise zu Bodenuntersuchungen und – genau! – Klimabäumen sowie ganze sechs Buchtipps. Das diese Wenigen hauptsächlich aus dem GU und BLV sind, ist die gewohnte Eigenwerbung des Verlags; die mich aber nicht weiter stört, sofern sie, wie hier, thematisch-inhaltlich zielführend ist.

Kaufempfehlung

Mehr zum Schmökern denn zum Blättern gedacht, also für Lesegewohnte und Wissbegierige mit Interesse an Klimafragen und -antworten als eine sehr gelungene Ergänzung des gärtnerischen Handapparats. Mit Joachim Mayers „So wird der Garten fit fürs Klima“ kann man als anspruchsvolle, reizvolle und wertig wirkende Weihnachtsgabe absolut nichts falsch machen!


Mayer, Joachim: So wird der Garten fit fürs Klima. Die neue Gartenpraxis – bei Hitze, Wind und Starkregen. Die besten Pflanzen für den Zier- und Nutzgarten. München. Graefe und Unzer. 2024. ISBN 978-3-8338-8760-4.

Im Bestand unserer Imker-Bibliothek.

Rezension zu Thomas Hagen: „Quickfinder Welche Pflanze passt wohin?“

Cover Thomas Hagen, Quickfinder Welche Pflanze passt wohin? GU[Werbung] Buchtipp für den Gabentisch! Der Quickfinder Welche Pflanze passt wohin? des Gartenspezialisten Thomas Hagen ist dafür genau das Richtige!
Denn wer will sie nicht, die „pflegeleichten und hitzetauglichen Pflanzen für jeden Standort im Garten“! Dabei ist die – mich sehr überzeugende! – Auswahl des Diplombiologen und Geobotanikers praktischerweise in sechs farblich abgegrenzte Kapitel eingeteilt. Diese sind: Gartenthemen, Standorte, Lieblingsfarben, Begleitpflanzen, Gartenstile und Jahreszeiten.

Ordnung Hauptkapitel und Unterkapitel

Die weitere Ordnung der jeweiligen Hauptkapitel sind bereits an sich schon kleine Hinweise, nach welchen Kategorien bzw. Fragestellungen man bei der Gartengestaltung vorgehen kann. Der im Graefe und Unzer erschienene Empfehlungskatalog ist dabei immer sehr nahe an der Gartenlebenswirklichkeit von sowohl frischgebackenen Schollenbesitzern („Pflegeleichte Anfängerpflanzen“ oder „Formal – mit klarer Ordnung und Struktur“) als auch Spezialisten („Japanisch – mit der Ruhe des Zen“ in oder „Begleiter für die Königin der Blumen“) und allen Semi-Buddlern dazwischen („Wechselweise Sonne und Schatten“ oder „Frühling – Lichtblick nach dem Wintergrau“).

Jedes Unterkapitel beginnt mit einem einstimmenden Text und einem Panoramafoto zur behandelten Gesamtsituation, dem sich neun Pflanzenporträts anschließen.

Typisch Bibliothekarin überlegte ich mir, in welcher Reihenfolge die Porträts wohl angelegt wurden, Alphabetisch jedenfalls war’s nicht. Hm, vielleicht einfach Zufallsprinzip? Nun, im kurz gehaltenen Vorwort fand ich die Antwort: Beginnend mit Gehölzen und Stauden über Gräser zu Farnen, und dies jeweils nach abnehmender Höhe sortiert. Also, das ist doch mal ganz was Eigenes – und praktisch!

Beispiel „Lieblingsfarben“

Am Beispiel des Kapitels „Lieblingsfarben“ lässt sich schön erkennen, dass dies kein x-ter banaler Pflanzenkatalog ist. Wo findet sich sonst schon eine Auflistung nach „dramatischen Farben“ wie „Purpur und Schwarz“, den „Farben der Könige und Päpste“, die „gekonnt inszeniert werden müssen“?

Praktischerweise sind die Unterteilungen farblich übergreifend, so dass ich mich nicht zwischen Rosa und Lila, also „Romantik pur“, oder zwischen Gelb, Orange und Rot, „den Farben der Sonne“ entscheiden muss. Und so wird auch Blau mit Violett, die „die Weite des Himmels“ auf Erden darstellen, gemeinsam behandelt, und „edle Zurückhaltung“ durch weiß und cremefarbene Blüten geübt.

Für unseren Bamberger Bienengarten …

… fehlen leider Angaben zur Pollen- und Nektarfreundlichkeit, sprich: Insekteneignung. In der heutigen Zeit ein echtes Manko, denn immer mehr Gartenliebhaber möchten beispielsweise den Wildbienen helfen, kennen sich aber (noch) nicht genügend aus. Mein Tipp für die nächste Auflage! Doch um meine Kritik abzumildern: Die überwiegende Anzahl an Pflanzenempfehlungen stellen tatsächlich wertvolle Nahrungsquellen dar.

Was die nach Trivialnamen nebst botanisch benannten Porträts jedoch allesamt enthalten, sind Abkürzungen und Symbole zur Pflanzengruppe (z. B. HStr für Halbstrauch) und zur Wuchshöhe nach Zentimetern. Eine gute Idee für Zahlenneurotiker wie mich ist ein mehr oder weniger ausgefüllter Pfeil, der somit die Hüfthöhe des Wuchses augenfällig macht.
Desweiteren findet sich eine Angabe zu den Blühmonaten, dem empfohlenen Standortbedingungen (sonnig, halbschattig, schattig) und zur Pflege.

Kurzbeschreibungen erläutern sodann Wuchs[form], Blüte, Pflege und Verwendung. Manchmal enden die in drei Spalten pro Seite aufgeteilten Porträts mit einer Sorgenangabe, die teilweise das Porträtfoto benennt.
Stellenweise ist ein Hinweis auf die Giftigkeit der Pflanze zu finden.

Zum Schluss

Was alle dargestellten Pflanzen eint, ist laut hinterem Klappentext, dass sie „pflegeleicht, robust und unkompliziert und überall in Gärtnereien oder Gartencentern erhältlich“ sind. Dem stimme ich absolut zu. Wer dennoch ein Kaufproblem hat, entdeckt am Ende des Buches einige Adressen. Zwei davon aus Österreich und den Niederlanden – und ja, bei Letzterer geht es natürlich um die Zwiebelblumen.

Auch ein Stichwortverzeichnis, gemixt aus Trivial- und botanischen Pflanzennamen, fehlt dem praktischen Handbuch nicht. Bis auf mein unerfülltes Begehr nach Insektenhinweisen hat der katalogartige, mit 160 Seiten nicht allzu umfangreiche „Quickfinder“ alles, was es braucht, um entscheidungsfreudig gleich loszulegen, sobald die Pflanzensaison wieder startet!

Sehr empfehlenswert vor allem für die Gartenneugestaltung jener, die sich bislang von Pflanzenbüchern leicht überfordert fühlten!


Hagen, Thomas: Quickfinder Welche Pflanze passt wohin? Pflegeleichte und hitzetaugliche Pflanzen für jeden Standort im Garten. München. Graefe und Unzer. 2024. ISBN

Im Bestand unserer Imker-Bibliothek.

Artikel „Bienen erleben“ im Deutschen Bienenjournal veröffentlicht

Die Bamberger Schulbiene ist ein pädagogisches Projekt der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de, welches Kinder und Erwachsene auf spannende Weise für Bienen, Imkerei und Naturschutz begeistert. Ein ausführlicher Artikel dazu aus der Feder von mir, Ilona Munique, ist jüngst im Deutschen Bienenjournal erschienen (Heft 9, S. 34-35).

Zusammenfassung

In sieben altersgerechten Erlebnisstufen lernen die Teilnehmenden mit allen Sinnen: vom Ankommen mit Hilfe des Sinnespfads über Bildtafeln und Fotorähmchen über die Schaufensterbeute und spielerisches Rätselraten im Bienengarten über leckere Honigverkostung bis hin zum direkten Kontakt mit Honigbienen im Lehrbienenstand.

Ziel ist, durch äußere und innere Nähe Ängste abzubauen, Verständnis für die Bedeutung von Bienen zu fördern und nachhaltigen Naturschutz sowie die Imkerei zu unterstützen.

Das Angebot richtet sich an unterschiedliche Altersgruppen und lässt sich individuell anpassen. Die Finanzierung erfolgt größtenteils durch Fördermittel, Spenden und nachhaltige Initiativen wie eine Photovoltaikanlage.

Literatur

Ilona Munique: Bienen erleben. In: Deutsches Bienenjournal, H. 9, S. 34-35.Screenshot Artikel Ilona Munique, Bienen erleben In: DBJ, 09, 2025, S. 34-35

Zum „Tag der Checkliste“: Sicherheit am Lehrbienenstand

AK25 4. + 5 Modul: Honigraumerweiterung, Ablegerbildung; Schwarmverhinderung im Imkeranfängerkurs von Bienen-leben-in-Bamberg.deUm den eher tragischen Hintergrund des „Tags der Checklisten“ am 30. Oktober – ein Flugzeugabsturz – wenigstens ein bisschen Rechnung zu tragen, gibt es heute von uns eine dauerhaft eingesetzte _Checkliste Sicherheit am Lehrbienenstand.

Domschule Bamberg, Klasse 2a zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.deDiese nutzen wir sowohl für den Schulbienenunterricht als auch für den Imkeranfängerkurs. Vor allem den Teilnehmenden des letzteren Anlasses schärfen wir das Erzählen von wahren Begebenheiten ein, sie prinzipiell immer zu nutzen. Denn je länger wir imkern, desto mehr wächst die Gefahr der Nachlässigkeit!

Dennoch … im Normalfall stellen Bienen außerhalb ihres Stocks keine Gefahr da. Ihr genetischer Auftrag lautet: „Sammeln!“ Nicht: „Stechen“.  Nur bei drohender Lebensgefahr wehren sie sich, wie wohl so ziemlich jedes Lebewesen. Leider verlieren sie beim Stich eines Menschen dennoch ihr Leben. Doch das weiß sie vorher leider nicht. Honigernte Sternwarte (AK23, Modul 7, Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de)

Mit der Checkliste wollen wir also nicht Ängste schüren, sondern einfach die Konzentration auf das vor uns liegende Ereignis schärfen. Das schadet sicher nicht. Stattdessen erinnert es uns daran, dass WIR die Eindringlinge sind und uns entsprechend zusammenreißen sollten, um nicht noch mehr Stress für die Tierchen zu produzieren.

Welche Checkliste habt ihr denn?! Schreibt es ins Kommentarfeld.

Auch in Bamberg: „Unser Weltacker – 2000 Quadratmeter für alle!“

Interview mit Christine Hertrich für BlattGrün-Artikel von Ilona Munique

Das Projekt „Unser Weltacker – 2000 Quadratmeter für alle!“ (s. a. Vortrag vom 11.01.2025) startete 2025 in Bamberg. Initiatorin Christine Hertrich, ehemals Agrarreferentin und Geschäftsstellenleiterin des Bund Naturschutz Bamberg, koordiniert das Projekt in Zusammenarbeit mit der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) sowie regionalen Partnern.

Auf einem Feld in der Bamberger Südflur können Besucher:innen erkunden, was sie für ihren Bedarf benötigen und wie ihre persönlichen 2000 m² aussehen könnten. Dabei wird auch verdeutlicht, dass der durchschnittliche EU-Bürger mit fast 3000 m² Ackerfläche jährlich weit über dem globalen Durchschnitt liegt.

Cover "Unser Weltacker 2000 qm"Bedeutung „Unser Weltacker – 2000 Quadratmeter für alle! …

… allgemein

Das Projekt  basiert auf der Idee, dass jedem Menschen bei gerechter Verteilung der weltweiten Ackerfläche etwa 2000 m² zur Verfügung stünden. Auf dieser Fläche werden 45 Ackerkulturen maßstabsgetreu angebaut, um die globale Landwirtschaft und Ernährung anschaulich darzustellen. Ziel ist es, durch Kurse und Aktivitäten Themen wie Klimawandel, Artensterben, Hunger und Agrarpolitik greifbar zu machen.

… und in Bamberg

In Bamberg steht die Bildungsarbeit im Fokus: Workshops und Rallyes sollen insbesondere Kinder und Jugendliche ansprechen. Zudem können Schulkinder berechnen, wie viel Fläche ihr Mittagessen beansprucht.

Das Konzept orientiert sich an anderen erfolgreichen Weltacker-Projekten in Deutschland. Hertrich entschied sich für das Modell „2000 m²“, da es großes Potenzial für Weiterentwicklungen bietet. Der Weltacker soll ein Lern- und Begegnungsort werden, der globale Herausforderungen auf eine persönliche Ebene herunterbricht.

Wer mehr zum bereits angelaufenen Programm des Weltackers erfahren möchte, wende sich direkt an christine [dot] hertrich [at] weltacker-bamberg [dot] de.

Die Begleitbroschüre (PDF) befindet sich in unserer Imker-Bibliothek.


Auszug aus dem Originaltext von Ilona Munique im BlattGrün [Magazin], 2025, H. 1, S. 35: Große Weltthemen werden in Bamberg greifbar. „Unser Weltacker – 2000 Quadratmeter für alle!
Download-Heft unter https://blattgruen-verlag.de/wp-content/uploads/2024/05/2024-02-BlattGruen.pdf.zip

Monatsbetrachtungen Februar 2025 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Phänologie und Bienen

Die Bienen sitzen noch in der Wintertraube. Doch bei ausreichenden Temperaturen und sobald die Sonne auf die Beute scheint, finden Reinigungsflüge statt. Ein paar Wagemutige fahnden nach frischem Pollen. Die Pflanzenwelt im Februar: Haselstrauch (Pollenversorgung), Huflattich, Schneeglöckchen, Winterlinge, Christrosen, Lenzrosen, vielleicht spitzen auch schon die ersten Weidenkätzchen heraus. Je näher an der Beute, um so besser. Plötzliche Wolken und rasch abfallende Temperaturen verhindern oftmals den erfolgreichen Rückflug.

Futterkontrolle

KippkontrolleZur Futterkontrolle brauchen die Völker nicht unbedingt geöffnet werden, sondern es kann stattdesse das Gewicht durch rückwärtiges Anheben der Beute (Kippkontrolle) abgeschätzt werden. Falls ihr – trotz vorschriftsmäßiger Einfütterung im Herbst – dennoch die Beute als zu leicht empfindet, kann das folgende Gründe haben:

  • Das Volk hat die dargebotene Futtermenge nicht vollständig aufgenommen
  • Ein Specht oder Eichelhäher hat die Wintertraube durch eifriges Hämmern ins Holz aufgestört
  • Ein herunterhängender Ast konnte wochenlang unbemerkt gegen den Blechdeckel schlagen
  • Eine Räuberei unter den Völkern ist nicht auszuschließen
  • Ganz abgesehen davon verstärken im Februar die Bienen ihre Bruttätigkeit. Folglich steigt der Futterverbrauch von jeweils einem Kilogramm im Dezember/Januar auf zwei bis drei Kilogramm im Monat Februar.

Notfüttern – so geht’s:

  1. Zargen abheben, quer über umgedrehten Blechdeckel zur Seite stellen.
  2. Totenfall aus Gitterboden entfernen.
    Dabei gleichzeitig kontrollieren…

    1. … auf den Sitz der Wintertraube, erkennbar an der Dichte des Gemülls
    2. … auf Anzeichen von Krankheiten oder Fehlentwicklungen.
      Einschub: Im Falle unserer Demofotos unten ist sehr gut ein erhöhtes Aufkommen von Kalkbrut zu erkennen. Das Volk stand an einem zu kühlen und zu feuchten Standort am Uferrand der Regnitz. Tritt im Laufe des Jahres keine Besserung ein, wäre eine mögliche Maßnahme, einen Kunstschwarm zu bilden, also alle Bienen nebst einer neuen Königin auf komplett neue und damit sporenfreie Waben zu geben, was einem Neuanfang gleichkommt. (Hier eine eingehendere Beschreibung).
  3. Flache Schale auf den (hohen) Gitterboden unterhalb des festgestellten Wintertraubenbereichs setzen.
  4. Befüllen (ohne zu verschütten!) mit Zuckerwasser im Mischungsverhältnis 3:2 von Zucker zu Wasser
  5. Aufsteighilfe (Stroh) einbringen.
  6. Zarge(n) wieder aufsetzen.

Die Fütterung von unten ist zu dieser Jahreszeit hinsichtlich einer Räuberei unkritisch, da kein Flugwetter herrscht. Dadurch, dass das Futter sehr nah an der Bienentraube gereicht wird, gelingt eine (Not-)fütterung bereits ab einer Mindesttemperatur von etwa 5 °C aufwärts.

Unser Blick in die obere Zarge ergab, dass das Volk auch ein wenig vom Futterteig naschte, den wir vor einiger Zeit bereits als allererste Notfütterung einbrachten. Es ist allerdings nicht die bevorzugte Fütterungsweise im Winter, da die Bienen zur Aufnahme des Zuckers Wasser benötigen, welches sie bei fluguntauglichem Wetter nicht heranschaffen können.

Mittelwände einlöten

Mittelwände einlötenEinschmelzen, Reinigen und Gießen von Wachs hatten wir im relativ milden Januar bereits erledigt. Nun folgt das Einlöten – rechtzeitige Bestellung von Rähmchen vorausgesetzt. Einen ausführlichen Blogeintrag zu all diesen Arbeiten findet ihr unter „Wachsverarbeitung an 5 Stationen“. Unter Material zur Wachsumarbeitung bzw. Mittelwandherstellung sind Anschaffungsdetails geschildert.

Schiede setzen

Blick in eine geöffnete Zarge mit SchiedenJe nach individueller Leistungsfähigkeit unserer Völker passen wir die Größe ihres Brutraums mittels Schieden an. Den Versuch starteten wir im Frühjahr 2020 und wollen auch dieses Jahr weitere Erfahrungen sammeln.

Erfahrungsgemäß gibt es Anfang Februar einige milde Tage mit etwas Sonnenschein. Sofern noch nicht im Zuge der Winterbehandlung geschehen, werden jetzt die Schiede gesetzt, und zwar nach dem Reinigungsflug.

  • Nach Wabenhygiene und Einfüttern im Herbst sitzen unsere auf zwei Zargen geführten Völker jetzt auf 7 oder 8 Waben je Zarge und sind zum Beutenrand hin links und rechts mit jeweils einem Schied begrenzt. Wir öffnen die Völker, entnehmen diese Schiede und schieben die vollen bzw. drei Viertel vollen Futterwaben an den Beutenrand.
  • Fast futterleere Waben werden auf Stifte und junge Brut geprüft. Diese bleibt an ihrem Platz.
  • Zwischen diesen Waben und den an die Ränder geschobenen Futterwaben setzen wir die Schiede. So arbeiten wir uns von links und rechts an das Brutnest heran.

Welche Vorteile hat das Schieden?

  • Platz hinter dem Schied als Arbeitsraum in der Beute
  • Kompaktes Brutnest / Verhinderung von Pollenbrettern, also unnötigen Polleneintrag ins Brutnest
  • Sichere und schnelle Annahme des Honigraumes, also kein Verhonigen des Brutnestes und dem damit verbundenen Hochhängen von Honigwaben aus Brut- in den Honigraum. Somit bleibt im Brutraum Platz fürs Brutgeschäft
  • Konsequente Trennung von Brut- und Honigraum

Wildwabenbau hinter dem SchiedDen Vorteilen stehen auch einige negative Punkte entgegen, beispielsweise der hin und wieder vorkommende Wildwabenbau hinter dem Schied oder Futtermangel beim Abschleudern der Völker. Doch dies werden wir in einem eigenen Blog aufarbeiten.

Termine


Sa., 08.02.2025 | 12.30 – 17.00 Uhr
Imkerforum Veitshöchheim


Imkerforum, Fachtagung VeitshöchheimWo? Aula, An der Steige 15, 97209 Veitshöchheim
Für wen? Imker/innen
Was? Imkerforum Veitshöchheim mit dem Hauptthema: Melezitiose – Fluch oder Segen? Entstehung der Melezitose – Auswirkung auf die Völkerführung – Gewinnung und Verarbeitung – rechtliche Beurteilung.
Veranstalter? Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)
Und sonst? für WebEx-Online-Teilnahme -> Anmeldung bis 02.02.2025, keine Anmeldung für Offline


Sa., 15.02.2024 | 14.30 – 16.30 Uhr
Workshop Wachsgießen (Mittelwand)

Logo BLIB Vertiefungsseminar für ImkerWo? Ort in Bamberg, wird bei Anmeldung bekanntgegeben
Für wen? Dieses Vertiefungsseminar der Imkerei wendet sich an Imker/innen ohne Praxiserfahrung in der Wachsverarbeitung.
Was? Mittelwandwaben gießen in der Praxis. Input zu Geräten und Material.
Referenten? Reinhold Burger (Bienenwirtschaftsmeister u. -sachverständiger)
Kosten und Anmeldung?


Logo FKBB e. V.Mo., 24.02.25 | 15.00 – 18.00 Uhr
FKBB-Vorstandssitzung 1-25

Wo? Obstmarkt 10, Bamberg (bei Ilona+Reinhold)
Für wen? Vorstand Förderkreis Bienenleben Bamberg e. V. und geladene Gäste

*21* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2024

Cover Kullmann Garten-Projekte zum SelbermachenUnter 50 Euro kosten laut Autor Folko Kullman die meisten seiner Garten-Projekte für Selbermacher und selbst Projekte im XXL-Format dauern höchstens ein Wochenende. Könnte realistisch sein, ausgehend von den vier- bis sechs Erklärfotos je Projekt, die die wesentlichen Schritte zeigen. Von Ordnungshelfern wie Regale und Tische über alles rund um Pflanzen bis hin zu Vertikalgärtnern oder Nützliches für die Tierwelt – in diesem als Spiegel-Bestseller ausgezeichneten BLV-Buch wird man fündig.

Paletten, Beton & Co.

Als Baustoffe werden die üblichen Verdächtigen verwendet, beispielsweise Leimholz, Tonware, Ziegelsteine, Weinkisten, Draht und Beton und insofern auch leicht zu beschaffen.

Eine besondere Vorliebe hat der promovierte Gartenbauwissenschaftler und u. a. Lektor für Europaletten, wie bereits unschwer auf der Buchvorderseite zu erkennen ist. Und tatsächlich hat er auch darüber bereits ein Werk verfasst. Im vorliegenden Buch sind die Ideen eher für Anfänger inspirierend. Wer bereits Erfahrung mit diesem auch heute noch sehr beliebten Universalmaterial gemacht hat, wird wenig Ungewöhnliches oder Neues entdecken.

Anleitungen, Layout und Lesbarkeit

Die bezifferten Schrittabfolgen der klar formulierten Anweisungen werden in der Regel von vier bis sechs Fotos begleitet, die das Geschehen gut illustrieren. Überhaupt sind die Fotos sehr ansprechend und das Layout übersichtlich gehalten, dank auch der abgesetzten Checklisten.

Erfreulich ist das gut lesbare Schriftbild mit einer etwas großzügiger bemessenen Fontgröße und höherem Durchschuss (Zeilenabstand). Ideal, sollte man durch die Schutzbrille linsen müssen. Apropos …

Darf’s ein bisschen mehr sein?

… der Sicherheit wird ein eigenes Kapitel gewidmet nebst Auflistung der Inhalte eines Verbandskastens. Nun ja, warum nicht.

Vielleicht etwas langatmig und – wie ich persönlich empfinde – überflüssig sind die eingangs erläuterten Einkaufs- und Fundmöglichkeiten zur Materialbeschaffung. Da hätte eine einfache Listenaufzählung durchaus genügt.

Ein Register,  6 Links und 11 hilfreiche (Kauf-)Adressen sowie Literaturtipps ergänzen den Ratgeber. In Anbetracht der Themenbandbreite hätten es gerne ein wenig mehr oder auch mal speziellere sein dürfen. Drei von sieben Büchern stammen vom Autor selbst, doch das kreide ich nicht an. Aber klar, dass ich hier Paul Westrich mit seiner Wildbienennisthilfe-Literatur vermisse.

Kapitel „Projekte für Tiere“

Das Tierprojekt-Kapitel hat mich als Gestalterin des Bamberger Bienengartens natürlich besonders interessiert. Ob Insektenhotels – ich hätte stattdessen treffender von Nisthilfen gesprochen –, Sandarium für Wildbienen, Spatzenvilla, Vogelfutterhaus, Vogeltränke, Igelhaus oder Eidechsenversteck: alles sinnvoll in der Ausführung und ohne zu viel Schnickschnack.

Neu war für mich die Idee einer Nistmaterialstation für Vögel, die sich dort sehr bequem ihr Baumaterial zusammensuchen können. Ich würde diese charmante Theke um Felder mit Wildbienenbaumaterial erweitern. Allerdings räumlich getrennt aufgehängt, damit die Wildbienen nicht direkt in die Schnäbel ihrer Fressfeinde fliegen.

Fazit

„Über 60 Ideen für Anfänger“ heißt es auf der Titelseite, und dem kann ich zustimmen mit der Ergänzung: solide, hilfreich, budgetsparend und optisch wertig gestaltet. Das aktualisierte und mit noch mehr Projekten als die Vorgängerauflage versehene Buch scheint sich auch gut zu verkaufen. Doch für die ebenfalls angegebene Zielgruppe „Fortgeschrittene“ empfinde ich es als eher wenig inspirierend.

Trotz einiger Kritikpunkte bietet dieses Buch eine Fülle von praktischen Ideen und Anleitungen, die Verschönerung des Gärtleins mit eigenen Händen zu bewerkstelligen und auch der Tierwelt etwas Gutes zu tun.


Garten-Projekte für Selbermacher : vollständig aktualisiert und jetzt mit noch mehr Projekten / Folko Kullmann. 1. Aufl. München : BLV. 2022. 158 S. ISBN 978-3-96747-100-7

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

*18* Adventskalender der Bamberger Schulbiene 2024

Cover Honig Spezial Deutsches BienenjournalAm 18..10. wird der „I Love Honey Day“ in den USA gefeiert. Dazu passt doch ganz wunderbare meine Rezension von Honig Spezial, dem Sonderheft des Deutschen Bienenjournals. Es ist zwar nun keine Neuerscheinung, doch die 2. Auflage von 2019 ist weiterhin lohnenswert, lässt man einmal die neuesten Zahlen zur Imkerei außer acht.

Das Bienen den Honig machen, dürfte allen klar sein. Doch wie er geerntet, verarbeitet und vermarktet wird, welche Geräte und Rahmenbedingungen inklusive Geräte dazu (nicht) nötig sind, das muss die Imkerei schon selbst im Griff haben. Dank der praxisnahen Artikel mit etwas Theorie zu den einzelnen Sorten und der Honigqualität wird jeder Aspet abgedeckt. Ein paar greife ich hier kurz auf.

Sortenhonige durch Wanderimkerei – oder auch nicht

Da es ein Heft zu Honig ist, muss auch die Wanderimkerei Erwähnung finden. In diesem Artikel von Marc-Wilhelm Kohfink wurde der Schwerpunkt darauf gelegt, wen man für das Anwandern ansprechen kann und wie sich Widerstände überwinden lassen. Zwar sind wir selbst keine Freunde davon, Bienenvölker herumzufahren, doch darf man sich das hier auch nicht so verstellen, wie es beispielsweise in den USA praktiziert wird. .

Wie man auch ohne Wanderimkerei Sortentrennung bei der Ernte betreiben kann, ist einer Reportage zu entnehmen. Der Trick ist, nach dem Verblühen einer bestimmten Tracht über die jeweils bis dahin verdeckelten Rähmchen Buch zu führen, beispielsweise mit Kennzeichnungen über Reißnägel und Ziffern. So weiß man, in welcher Wabe welche Sorte lagert. Und auch sonst gibt es von Melanie von Orlow einige Tipps, einer näheren Betrachtung lohnen.

Honigrezepte

Nach dem Gewerk des Honigverarbeitens liegt es nahe, ein paar Seiten zum Verbrauch des Honigs anzubieten. Das „Honig für die Sinne“ ein Wohlfühlbooster ist und für die Fitness, zum Kochen oder als Pflegemittel verwendet werden kann, macht ihn seit Urzeiten kostbar. Die Rezepte sind allesamt unkompliziert umsetzbar und die ernährungswissenschaftlichen Ausführungen von Renate Frank sind trotz ihrer Komplexität sehr gut verständlich.

Honig verkaufen

Auf zwei Seiten geht es um die leidige Rechnungsstellung und Steuern. Kurz, doch ausreichen erklärt von Wolfram Horn. Wer es ausführlicher benötigt, sei auf den gestrigen Adventskalender mit dem Sonderheft Imkerei & Recht.verwiesen. Themenverwandt ist das Sonderheft „Imkern für Profis Spezial“, welches allerdings von uns nicht rezensiert wurde. Wer tatsächlich so effizient arbeiten möchte und sich zutraut, die Imkerei zu seinem Hauptgeschäft zu machen, um zu den „Großen“ zu zählen, schafft sich das Heft ohnehin an.

Fazit

Über die von mir herausgepickten Themen hinaus verschafft das Sonderheft Honig des Deutschen Bienenjournals eine solide Grundlage für Neuanfänger der Imkerei, aber hat auch für alte Hasen den einen oder anderen Tipp parat, beispielsweise zum Rühren, zu Fördermittel und zum Steuerrecht. Wie immer bereichern die Literaturtipps am Ende des Heft zusätzlich.


Honig Spezial. Honig gewinnen in Top-Qualität. 2. Aufl. Berlin : Deutscher Bauernverlag. 2019. Deutsches Bienenjournal.

Im Bestand unserer Imker-Bibliothek.