Transparenzbericht 2019

Der 1.160-ter Weblogbeitrag spannt in Form unseres jährlichen Transparenzbericht einen Bogen über unsere wichtigsten Ziele, Aufgaben und Ergebnisse in 2019. Er endet in einer Vorschau unserer Pläne für das laufende Jahr.

Die Highlights 2019

Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“

Statementgeber/innen zur Auftaktveranstaltung des VolksbegehrensLogo Volksbegehren Eintragen BienenrettungDas Jahr begann mit einem Paukenschlag. Alles, was wir im Vorfeld mit unserer Initiative hochgezogen hatten, wurde quasi „vergoldet“ durch die konzertierte Aktion zum Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen und die Natur“. Wir waren am rechten Ort zur rechten Zeit und konnten uns innerhalb des Aktionskreises für Stadt und Land Bamberg in vielerlei Hinsicht einsetzen, bspw. bei der Koordination und Moderation des Erstunterzeichner-Events, aber auch Mithilfe bei den Plakataktionen, Flyerverteilungen und Rathauslotsendiensten. Viele Menschen, aber auch der Rückhalt aus der Kommunalverwaltung und von Politiker/innen über alle Parteien hinweg, halfen beispiellos zusammen. Was für ein grandioses Zusammenwirken und Ergebnis!

Grün-Alternative Liste (GAL) verleiht "Grünen Becher des Monats" im Mai 2019 an Bienen-leben-in-Bamberg.deGrün-Alternative Liste (GAL) verleiht "Grünen Becher des Monats" im Mai 2019 an Bienen-leben-in-Bamberg.dePreise / Auszeichnungen
Wir freuten uns über den Grünen Becher des Monats [Mai] der Grün-Alternative Liste, GAL. In der Begründung hob Christian Hader unsere besonderen Verdienste im Zusammenhang mit dem erfolgreichen bayerischen Volksbegehren „Rettet die Biene. Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern“ hervor.

Logo BLIB-Imkerkurs für AnfängerEinführung eines Imkerkurses für Anfänger und Fortgeschrittene
Neu installiert auf der Grundlage des vergangenen Hochschullehrauftrages hatten wir einen mit 12 Teilnehmenden gut besuchten Imkerkurs für Anfänger, dessen letzten 3 von 11 Modulen auch für Fortgeschrittene offen waren.

Reinhold und Ilona mit OsterbrunnenFertigstellung Pumpbrunnen
Das Fundamentlegen (Dank an Baumi!) und die Montage des Pumpbrunnens für den Bamberger Bienengarten wurde vollbracht und gefeiert – nun sind die örtlichen Sorgen um die Bewässerung des Bamberger Bienengartens weitestgehend im Griff. Dennoch mussten nach wie vor Tausende von Gießkannenfüllungen verteilt werden.

Fazits zum Jahr 2019:

  • Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist das, was man aus dem macht, was einem zustößt. (Aldous Huxley)
  • Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken. (Galileo Galilei)

Unsere sechs Kern-Aktivitäten im Einzelnen

1. Die „Bamberger Schulbiene“

Kaulbergschule / Buger Schule 2. Klasse zum Schulbienen-UnterrichtAlle Aktivitäten der Bamberger Schulbiene sind auf einer eigenen Tagebuchseite nachzulesen. Insgesamt waren es:

2. Bienenpatenschaften

  • Bienenpatin Marlene Holzner mit Familie zu Gast im BienengartenUnsere Bienenpatenschaften werden für den Zeitraum von zwei Jahren abgeschlossen. Wir freuten uns über zwei Neuzugänge. Eine unserer „dienstältesten“ Bienenpatinnen – und seit 2013 dabei – verlängerte ihre Patenschaft zum 4. Mal, weitere zwei Pat(inn)en verlängerten zum 3. Mal und drei Pat(inn)en zum 2. Mal ihre Mitgliedschaft. Mit Stand Dezember 2019 waren es 39 Bienenpat(inn)en. Vielen DANK euch allen fürs Dabeibleiben – trotz gewonnenen Volksbegehrens. Denn wir hörten schon sagen: „Nun braucht ihr uns doch gar nicht mehr.“ Doch, denn die Arbeit hört ganz und gar nicht auf. Unsere Initiative ist nach wie vor gefragt und gefordert und wir sind weiterhin auf eure Hilfe angewiesen.
  • Unsere Bienenpat(inn)en wurden mit 4 Bienenpaten-Newslettern (je ca. 5 Seiten) und 13 E-Mails auf dem Laufenden gehalten sowie zu besonderen Ereignissen eingeladen.

3. Bienen-InfoWabe

  • Vortrag Reinhold Burger zur VarroabehandlungZum 4. Mal wurde in der Bienen-InfoWabe im Erba-Park ein Jahresprogramm (Kurzversion) durchgeführt, neben Schulbienenunterrichten und sonstigen Führungen (s. a. unter Punkt 1).
  • An 12 Sonntagen öffneten wir die Türen der Bienen-InfoWabe für die Bevölkerung im Rahmen des BIWa-Jahresprogramms. Wir boten an …
  • An Ausstattungsarbeiten am Gebäude bauten wir Kälte- und Lärmschutz-Paneelen am Dachkranz der BIWa ein.

4. Bamberger Bienengarten

5. (Lehr-)Bienenstandorte

  • Am Lehrbienenstand "Fünferlessteg"Mit Stand Dezember wurden 15 Völker an 7 Bienenstandorten geführt, die neben ihrer Aufgabe als Lehrbienenstände auch den Bamberger Lagenhonig hervorbringen.
  • Das Volk eines Bienenpatens, der den Imkerkurs für Anfänger besucht, stand einige Zeit in unserer Obhut
  • So gut wie alle Völker sind mit einer Bienenpatenschaft verbunden.

6. Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

Pressetermin zur Blühoffensive der Stadt Bamberg, v.l. Jürgen Brendel, Udo Eichhorn, Reinhold Burger, Ilona Munique, Dr. Christian Lange, Robert Neuberth, Michael Gerencser, Dr. Jürgen GerdesUm das Bienenthema in der Bevölkerung breit zu verankern, setzen wir auf eine kontinuierliche Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie nimmt vor allem Bezug auf unsere Aktivitäten und Termine, über die wir umfassend berichten. Medial setzen wir dabei auf eine breit gestreute Pressearbeit, außerdem auf Weblog-Beiträge und zeitgleich erfolgende Postings via Social-Media-Plattformen (Facebook: Bamberger Schulbiene https://www.facebook.com/bamberger.schulbiene und Twitter: https://twitter.com/HalloSchulbiene) sowie Vorträge unsererseits, die wir überwiegend in der Region Bamberg anbieten.

Im Einzelnen:

a) Aktivitäten / Termine

  • 4 neu ausgearbeitete Vorträge (s. u. 1. Die Bamberger Schulbiene)
  • 37 (2018: 41) Artikelabdrucke (Pressespiegel) von 15 Pressemitteilungen aus unserer Feder in Zeitungen, Zeitschriften und anderen Publikationen …
  • …und mehrere Artikel innerhalb des Aktionskreises zum Volksbegehren, an denen wir z. T. mitarbeiteten, trugen dazu bei, die Bevölkerung auf das Bienenthema aufmerksam zu machen.
  • Vortrag Wachsverarbeitung von Reinhold Burger163 (2018: 159) Weblog-Beiträge, veröffentlicht unter „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ mit 39.133 (39.191) Besucher, die 66.599 (Vorjahr 64.610) Seiten ansahen (Steigerung um 10% zum Vorjahr). Die Beiträge dienen neben der Öffentlichkeitsarbeit auch uns selbst als Reflexions- und Lernmöglichkeit sowie als Archiv. Alle Beiträge werden verantwortungsbewusst auf der Grundlage eigener Erfahrungswerte und im Abgleich mit sorgfältiger Recherche in geeigneten Quellen verfasst.
  • Pflege der Webseiten des Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V. (IBZV).
  • Pflege der Imker-Bibliothek mit rund 160 Einzeltitel.

b) Background – unterstützende Aktivitäten im Hintergrund

Wildbienen-Nisthilfe der Lebenshilfe-Werkstätten BambergTeilnahme an Fortbildungen

Up-to-date-bleiben ist uns selbstverständlich. Kontinuierliche Fort- und Weiterbildung wird aber auch im Hinblick auf die ehrenamtliche Tätigkeit von Reinhold Burger als Bienensachverständiger eingefordert und nachzuweisen. In aller Regel teilen wir unser neu erworbenes Wissen freimütig, denn es ist Teil unseres Selbstverständnisses von Öffentlichkeitsarbeit.

  1. Zweites Modul in der Weiterbildung zum Imkermeister, Graz (Reinhold)
  2. Thema „Wildbienen und Wildbienen-Nistplätze“ (Franz Proksch, VHS Bamberg)
  3. Neue Forschungsergebnisse im Veitshöchheimer Imkerforum, Institut für Bienenkunde
  4. Thema „Wildbienen“ (Dr. Klaus Mandery, im Stadtarchiv, Naturforschende Gesellschaft)
  5. Imkerforum, Fachtagung VeitshöchheimFachtagung der Bayerischen Bienenfachwarte und -sachverständigen: „Bienenweide und Biodiversität“ (in Lichtenfels)
  6. Teilnahme an Führung Sandmagerachse Naturschutzgebiet Pettstadt (Helmut Bösche, BUND)
  7. Fertigstellung von Reinholds Meisterarbeit zum Thema „Bienenstockluftinhalation“
  8. Vierter Kursblock des Imkermeisterkurses in Graz (Reinhold)
  9. Praktikum im Mainfränkischen Imkerzentrum im Rahmen der Imkermeisterausbildung

Kooperations- / Kontaktarbeit / Netzwerken / Pressetermine

Teilweise nehmen wir von uns aus Kontakt auf und oft werden wir zu bestimmten Treffen unterschiedlicher Organisationen eingeladen, um über unsere Initiative oder unser Thema zu sprechen. In 2019 geschah das statistisch gesehen jede zweite Woche – hier im Einzelnen:

  1. Aktionskreis zum Volksbegehren "Artenvielfalt und Naturschönheiten in Bayern erhalten – Rettet die Bienen"Teilnahme / Danksagung anlässl. der Auflösungssitzung des Fördervereins zur Nachhaltigkeit der Landesgartenschau Bamberg 2012 e. V.
  2. Zweites Treffen des Aktionskreises zum Volksbegehren „Artenvielfalt … Rettet die Bienen!“
  3. "Söders runder Tisch, oder: Die Bienen sind ls!" Faschingsumzug mit Bienen-leben-in-Bamberg.deSitzung des Aktionskreises VB zur Auftaktveranstaltung
  4. Erstunterzeichner-Event am Rathaus
  5. Konspiratives Treffen der Bamberg-Sprecher (Ilona und Erich Spranger) bei Anne Rudel
  6. Podiumsgespräch zum Film „Mikrokosmos“ (Lichtspiel Bamberg)
  7. Lizenznehmertreffen zum Regionalsiegel (Agenda-30-Büro, im Landratsamt)
  8. Teilnahme und Rede anlässlich der Demo „Nicht mit uns!“ / „Friday vor Future“
  9. Moderation anlässl. Siegesfeier der Aktiven der Aktionskreise zum Volksbegehren
  10. Teilnahme am Traditionellen Honigmarkt am Faschingsdienstag in Bamberg
  11. Teilnahme am Faschingsumzug Bamberg „Söders runder Kopf Disch, oder: Die Bienen sind los!“
  12. Klarinettenensemble unter der Leitung von Birgit Lang, moderiert von Monika Badt.Teilnahmen und Beiträge an Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen des Imker und Bienenzuchtvereins Bamberg Stadt und Land e. V.
  13. Entgegennahme des „Grünen Bechers“ der GAL (heute: Grünes Bamberg)
  14. Besprechung mit Gartenamt zur großflächigen Ansaat einer Blühwiese hinter der Bienen-InfoWabe
  15. Pressetermin „Blühoffensive – Blumenwiese Erba-Park“
  16. Besuch Sommerfest zu “25 Jahre Mussärol“, Lieferantin unserer Schau-Kräuter
  17. Teilnahme an Podiumsdiskussion „Klimaschutz“, SPD, Böhmerwiese
  18. Urkundenübergaben mit Interview an 2 neue Bienenpat(inn)en
  19. Ausschreibung des Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2019 mit Ernennung der Jury
  20. MdB Andreas Schwarz und die Bamberger SchulbieneVergabe Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis
  21. Teilnahme mit Info- und Honigstand am Bergfest der Bürgerspitalstiftung, Klosterareal St. Michael
  22. Besuch bei BBU-Preisträger Martin und Anja Bloeß in Bughof, Besichtigung der Blühwiese
  23. Vorstandssitzung IBZV e. V., Bericht zur Bienen-InfoWaben-Saison
  24. Teilnahme am World Café von „Grünes Bamberg“, Ideen zur „Lebenswerten Zukunft Bambergs“
  25. Kontaktarbeit am Apfelmarkt Strullendorf
  26. „Tag der offenen Tür“ an der Sternwarte mit Info- und Honigstand und Bienenbesuchsmöglichkeit
  27. BAmbrosiustreffen am Weihnachtsmarkt
  28. Info- und Marktstand am 1. Weihnachtsmarkt der Nachhaltigkeitsinitiative von Gaia Protection

Erstellung Öffentlichkeitsarbeitsmaterial

  1. Anfertigen des Transparenzberichts 2017
  2. Erstellen des BIWa-Jahresprogramm 2018
  3. Aktualisierung des Einlegezettels (Stand 04.2019)
  4. Aktualisierung der Handzettel für Schaubeete des Bamberger Bienengartens

Beratung / Besondere Hilfeleistungen

  1. Honigschleuder an E.T.A-Hoffmann-Gymnasium innerhalb des Projekts Projekts „Supply my Schul-Imkerei!“
  2. Verschiedene Standortberatungen und -überprüfungen (Bamberg und Umgebung)
  3. Einsätze zur Beseitigung der Amerikanischen Faulbrut (AFB) in Bamberg, Ortsteil Bug
  4. Telefonische Beratungen

c) Geld- und Sach-Spenden

– Dankeschön an …

… und an unsere BIWa-Referent(inn)en und Musikantinnen

…  allen anderen Unterstützer/innen, die sich mit kleineren Beiträgen und in jeglicher Weise um Bambergs Bienenwelt bemühen. Eure Hilfe kommt an!

Plakatierung zum Volksbegehren "Artenvielfalt und Naturschönheiten in Bayern erhalten – Rettet die Bienen"Die (unerwartet) anforderungsstärksten Vorkommnisse in 2019

  1. Die bei extrem kalten Temperaturen stattfindenden Aktivitäten (Plakataufhängung, Flyerverteilung, Rathauslotsendienste) zum Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Biene!“
  2. Ein weiterer trockener und heißer Jahrhundertsommer mit hohem Gießaufwands im Bamberger Bienengarten; Dank Pumpbrunnen jedoch etwas weniger belastend als im Vorjahr
  3. Eine nur mäßige Honigernte, die somit den Überschuss des Vorjahres ins Gegenteil verkehrte
  4. Die hohe Lernzeitbelastung durch den Imkermeisterkurs für Reinhold, dadurch u. a. erheblicher Rückstand beim Wabenausschmelzen und ausstehende BIWa-Arbeiten (z. B. Boden einölen)

Die elementarsten Vorhaben von 2019 – und was daraus wurde

  1. Honigschleuder für das E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium von der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.deVolksbegehren „Artenvielfalt … rettet die Bienen!“ für Bamberg zum Erfolg führen (erreicht)
  2. Planungen (erreicht) und ggf. Aufbau einer Api-Wellness-Station in Bamberg (ausstehend)
  3. Pflege (Einölen) des Fußbodens (ausstehend)
  4. Fertigstellung des Pumpbrunnens im Bienengarten -> Montage des Pumpschwengels (erreicht)
  5. Aktivitäten zum erwartbaren Volksentscheid „Artenvielfalt …“ (da Begehren erfolgreich war, wurde ein Entscheid nicht nötig)
  6. Angebot eines einjährigen Imker-Kurses für Anfänger mit 10 Modulen (erreicht)
  7. Bienengarten: Anlage eines Beetes mit der „Durchwachsenen Silphie“ (gecancelt)
  8. Fortsetzung von Reinholds Imkermeister-Lehrgangs in Graz mit Abgabe der Meisterarbeit (erreicht)
  9. Schul-Imkereiförderung für Bamberg und Umgebung (erreicht mit dem Projekt „Supply my Schul-Imkerei“)

Pläne für 2020

  1. Wahlprüfsteine erstellen und versenden für OB-Wahl 2020
  2. 8-seitige Jahresbroschüre erstellen mit allen Terminen
  3. Pflege (Einölen) des BIWa-Fußbodens
  4. Reparieren (Neuaufbau) des Fahrradanhängers
  5. Reparieren und Streichen der Sitzbänke
  6. Beenden des Imkermeister-Lehrgangs in Graz mit Meisterarbeit für Reinhold
  7. Erfahrungen sammeln mit Bienenstockluft, ggf. im Nachgang Gründung einer Selbsthilfegruppe Apitherapie
  8. Angebot eines Jungimker-Kompaktkurses (Wochenendkurs im Oktober)
  9. Erste Planungen für Photovoltaik-Anlage BIWa

Unser übergeordnetes Ziel

Der Erhalt der Bienenwelt in Bamberg ist unsere Leitschnur. Das schließt auch die Artenvielfalt bei Wildbienen und anderen Insekten und die Flora mit ein. Allerdings sind wir vor allem kundig in Sachen Honigbiene. Doch geht es ihr gut, dann haben auch ihre Brüder und Schwestern etwas davon.

Wie gehen wir dabei vor?
Dieses „Kundige“ konnten wir im Laufe der letzten Jahre immer weiter ausbauen und weitergeben. Da dies bislang gut ankam und wir weiterhin den hohen Bedarf an Fortbildungen und Imkerkursen innerhalb der Stadt Bamberg sehen, verstärken wir hier unsere Bemühungen, nachhaltige Perspektiven zu eröffnen. Der Spagat zwischen Jung und Alt, Anfänger wie Profis, Ehrenamt wie Brotberuf ist dabei zu meistern. Was wir nicht wollen: Immer mehr Jungimker mit immer weniger Einsicht in eine verantwortungsvolle Bienenhaltung!

Imkerforum Veitshöchheim 2020

Hinweisschild zur Bienentagung, dem ImkerforumHeuer kein Anmeldeschluss fürs Imkerforum in Veitshöchheim am 08.02.2020 (12:30 bis ca. 17:00 Uhr), stattdessen eine Teilnahmegebühr von 5 Euro, um Aktuelles aus der Forschung und der Fachberatung zu erfahren. Wir finden, die Berichte aus dem Institut für Bienenkunde und Imkerei sowie die Vorträge zu Honig sind es allemal wert.

Wie steht’s derzeit mit der „Rückstandssituation in bayerischen Honigen?“, fragt sich und uns Dr. Andreas Schierling. Ganz sicher werden wir das aus dem Bienengesundheitsdienst (im Tiergesundheitsdienst Bayern e. V.) kompetent und umfassend beantwortet bekommen.

Die Ankündigung zum zweiten Honigvortrag hat mich etwas überrascht, denn der oder die Referent(inn)en sind von der Firma Breitsamer & Ulrich GmbH &Co KG. Auch sie stellen eine immer wieder gehörte Frage: Ist „Honig ein (globales) Produkt? Ich bin sehr gespannt auf die Antwort eines der größten Honigproduktlieferanten Deutschlands.

Logo Regionalsiegel "Region Bamberg – weil's ich überzeugt!"Eines steht fest: Für unseren Bamberger Lagenhonig stellt sich die Frage nicht, denn die versprochene Regionalität ist nachweisbar und transparent unsere schöne Stadt. Das haben Sie mit Brief und Siegel!

Auf nach Veitshöchheim … wir nehmen euch gerne mit, doch nur per Bahn, versteht sich. Abfahrt

Neu! Jungimker-Kompaktkurs in Bamberg

Logo BLIB-Jungimker-KompaktkursFür alle Interessierte an der Bienenhaltung, die sich nicht so häufig auf den Weg nach Bamberg machen können, ist der neue Jungimker-Kompaktkurs (Programm als PDF) ideal. Er kommt sicherlich auch Wiedereinsteiger/innen entgegen, die bereits Praxiserfahrung haben, doch auf dem neuesten Stand der Imkerei und Bienenkunde sein möchten. Der Wochenendtermin ist Fr. bis So., der 09.-11.10.2020, Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg.

Die 12 Modulinhalte sind analog des „Imkerkurses für Anfänger“ (Webseite | PDF) gestaltet, der von uns im Zeitraum von 12 Monaten (mit Zusatzoption von einem weiteren Jahr) angeboten wird. Die Anteile des Kompaktkurses sind 17 Theoriestunden und 6 Praxisstunden, also etwas weniger Praxis als im Jahreskurs. Daher ist dieser Kurs auch nicht als ein vollwertiger Ersatz gedacht. Dennoch – wer beispielsweise bereits über ein Volk und zudem über eine/n Imkerpatin oder -patin verfügt, oder wer beispielsweise kurzfristig die Bienen der Eltern, vom Onkel oder der Oma übernehmen soll, wird mit diesem Wochenendkurs ausreichend vorbereitet sein.

Anmeldungen sind ab sofort möglich. Der Kurs findet ab 6 Teilnehmer/innen statt. Referenten sind Reinhold Burger und Ilona Munique (Impressum).

Übrigens: Von der Kursgebühr gehen 5% als Spende an die Bamberger Schulbiene!

Jungimker-Kompaktkurs JK20

2020 kann kommen, Bienen-leben-in-Bamberg.de ist bereit!

Mit besten Wünschen an euch alle und unseren frisch aufgelegten Programmen rund ums Bienenleben geht’s optimistisch in die Zwanziger hinein!

1) BIWa-Jahresprogramm 2020 Webseite | PDF
2) BLIB-Imkerkurs für Anfänger 2020 Webseite | PDF
3) BLIB-Imkerkurs für Fortgeschrittene 2020Webseite
4) Honigschleudertage-Termine 2020Webseite | PDF

5) NEU (Erg. 04.01.20): Jungimker-Kompaktkurs / Wochenendkurs PDF

Alle Termine findet ihr wie immer unter Aktivitäten und Termine gelistet. Zusätzliche Temine oder Änderungen könnt ihr dort tagesaktuell erfahren. Außerdem findet ihr sie in der BLIB-Jahresbroschüre vereint.
In Anbetracht des bevorstehenden „Showdowns“ von Reinholds Imkermeisterkurs in Graz mussten wir das Vortragsangebot einschränken. Das versteht ihr sicherlich.

  • Wir stehen jedoch ab Ostersonntag weiterhin jeden zweiten Sonntag Nachmittag von 14 bis 17 Uhr in der Bienen-InfoWabe für euch bereit.
  • Auch empfängt die Bamberger Schulbiene ab Mitte April weiterhin Schulklassen und andere Gruppen zu Führungen rund um die Thema Bienen, Honig, Imkerei und Natur. Anmeldungen hierzu ab sofort möglich.
  • Nicht mehr angeboten werden der BAmbrosiustag und zu Silvester das „Funkensprüh’n am Feuerkorb“. Stattdessen bieten wir für den 09.-11.10.2020  einen Jungimker-Kompaktkurs als Wochenendkurs an. Hier das Programm als PDF.
BLIB-Team 2019Alles Liebe für 2020, und wir hoffen, euch zu dem einen oder anderen Termin begrüßen zu dürfen!
Ilona und Reinhold
Bienen-leben-in-Bamberg.de

Rückblick 1. Weihnachtsmarkt von Gaia Protection in Bamberg

Es war uns eine Ehre, mit unserem Bamberger Lagenhonig den 1. Weihnachtsmarkt der Regionalgruppe Bamberg [Facebook] des weltweit agierenden Netzwerkes Gaia Protection mit bereichert zu haben. Wie ein jeder Weihnachten umweltbewusst und nachhaltig gestalten kann, konnte man am 22.12.2019 im Innenhof des Palais Schrottenbergs (vielen Dank für den „Austragungsort“!) erfahren.

Auf dem Programm standen Workshops, in denen man bedrucktes Zeitungspapier statt Geschenkpapier; Weihnachtsmobile aus Obstschalen und Holzresten sowie als nette Geschenkidee „Klopfbilder“ gestalten konnte. Tipps für ein Vegetarisches / Veganes Weihnachtsessen und Resteverwertung sowie Aufklärung über saisonale und regional verfügbare Produkte wurden ebenfalls angeboten. [Ankündigung unter Transition]

Wir freuten uns, einigen unserer Bienenfreunde dort getroffen zu haben. Die Schnittmenge im Bezug auf umweltbewusstes oder regionales Leben ist schließlich groß. Auch Christian Schwarzenberger, der sowohl Bienenpate als auch Kursteilnehmer unseres Anfängerkurses für Imker ist, kam mit seiner Familie vorbei und nutzte ausgiebig Gelegenheit des kollegialen Austausches und der Workshops.

Eine trotz dem Ernst der Weltenlage doch sehr stimmungs- und liebevolle Aktion, die uns wieder näher aneinanderrückt. Auch, wenn es für die Organisator(inn)en sicherlich viel Arbeit war – seid euch gewiss, es war für uns eine Bereicherung in einer Zeit, die auf das Ankommen der Weihnachtsbotschaft ausgerichtet ist. Nein, es ging nicht ums „Verkaufen und Saufen“ wie auf so vielen Weihnachtsmärken sonst, sondern um das Miteinander an einem gastlichen Ort unter fröhlichen Menschen!

(Dass wir dabei dennoch Leckeres zum Trinken und Essen serviert bekamen, sollte dabei nicht verschwiegen werden! Ich sag‘ nur: „Hot Apple Pie mit Schuss“ … Mmmmhhhh!)

*24* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

Cover Der Honig, Horn / LüllmannEndlich wieder Weihnachten! Allen ein Frohes Fest mit netten Geschenken! Ja, eines unserer Lieblingsgeschenke (im Geben wie im Nehmen) ist natürlich HONIG. Er kommt dem Göttlichen sicherlich am nähesten, denn der wurde schließlich von kleinen Beinahe-Engelchen mit unglaublichem Fleiß gemacht und von uns mit Hochachtung geerntet und sorgfältig ins Glas gebracht.

[Unbeauftragte, unbezahlte Werbung]

Sorgfalt lag auch den stolzen 424 Buchseiten mit dem schlichten Titel „Der Honig“ zugrunde. Dazu muss man schon drei Doktortitel aufweisen. Cord Lülllmann hat einen, Helmut Horn hat gleich zwei*, und zusammen schrieben sie ein fundiertes Werk über „Imker, Analytik, Gesetz und Gesundheit“ – so der Untertitel des im Selbstverlag 2017 erschienenen Werks.

Hier erfährt man wirklich alles, was es zu Honig zu wissen gibt, sogar im Zusammenhang mit Radioaktivität und seinem Einsatz bei Lepra-Erkrankungen. Aber natürlich auch alle anderen für uns Imekr/innen wichtigen Themen wie Honigaufbereitung und -gewinnung, gesetzliche Bestimmungen, Vermarktung und natürlich Honigrezepte und vieles mehr.

Von der Gliederung her geht es tief und fundiert bis in die vierte Ebene und ist von daher als ein wissenschaftliches Werk zu betrachten. Einen Nutzen können alle daraus ziehen, die es endlich mal genauer wissen wollen, und natürlich besonders für uns, die wir als Bamberger Schulbiene die interessantesten Fragen gestellt bekommen und diese fundiert beantworten möchten.


*Helmut Horn ist Leiter des Honiglabors an der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim; Dr. Cord Lüllmann war Leiter des Instituts für Honiganalytik QSI bis 2013.

*19* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

Cover Bienen und Wespen, Tessloff WAS ist WAS[Unbeauftragte, unbezahlte Werbung]

2019 – nein, heute mal nicht das Erscheinungsjahr, sondern die Bandzählung 19 der berühmten Reihe Tessloff-Wissen – WAS ist WAS: Bienen und Wespen. Flüssiges Gold und spitzer Stachel. Geeignet sind die Bände ab 8 Jahren. Wer die früheren Ausgaben vor Augen hat, muss sich umstellen. Heute werden nicht mehr so viele Textpassagen gedruckt, sondern die Informationen in bildreichen Häppchen geliefert. Ein Grund, warum wir die ältere Ausgabe von 2010 weiterhin in unserer Imker-Bibliothek belassen, solange die Inhalte uns nicht vollends veraltet erscheinen. Als Kind habe ich die Bände geliebt und auch gut verstanden. Warum sollten die modernen Kinder mit weniger zufrieden sein. Aber selbstverständlich haben wir auch die aktuelle Ausgabe, eh klar.

Cover Bienen, Tessloff WAS ist WAS – Erstes LesenVermutlich, damit die Jüngeren ab 7 Jahren keine Ängste entwickeln, hat Tessloff für die Ausgabe in der Reihe „WAS ist WAS – Erstes Lesen“ im Band 5 die Wespen und auch den Untertitel mit dem „giftigen“ Stachel weggelassen, es geht dort also nur um die Bienen. Ich hätte dies auch für das o. g. Buch gut gefunden. Wir Imker/innen versuchen beständigen, keine Furcht aufkommen zu lassen und reduzieren unsere Bienen nicht auf ihre mögliche Gefährlichkeit, aber auch nicht auf ihr Produkt, den Honig. Die Bestäubungsleistung ist das eigentlich wertvolle – und genau das hätte im Titel oder Untertitel zum Ausdruck kommen sollen. Schade, eine schöne Gelegenheit zur Aufklärung verpasst.

Nichtsdestotrotz anschaffenswerte Bücher, und daher: Ab unter den Weihnachtsbaum und in Kinderhände damit! Und wetten: Auch Erwachsenen werden noch hinzulernen.

 

*16* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

Cover Bielmeier: Bienen Basics, GU[Unbeauftragte, unbezahlte Werbung]
2016 erschienen sind drei empfehlenswerte Titel für Imkerneulinge: Bienen Basics von Sandra und Armin Bielmeier (Graefe und Unzer), Unsere ersten Bienenvon Angelika Sust sowie Wolfgang Ritter: Gute imkerliche Praxis (beide Ulmer Verlag)

Die vier Hauptkapitel von Bielmeiers „Bienen Basics“ befassen sich mit der „beeindruckenden Welt der Bienen“ und gehen der Frage nach, ob Bienen zu einem passen. Denn es gilt, herauszufinden, ob man den idealen Standort anbieten kann und ob man eher konventionell oder „wesensgemäß“ imkern möchte. Sobald das Volk, besser noch: die Völker, da sind, geht es „Mit den Bienen durchs Jahr“ und man erfährt, wie man ihnen „Schutz und Gesundheitspflege“ angedeihen lassen kann.

Cover-Ritter-Gute-Imkerliche-Praxis_UlmerGanz so leicht, dass man die Bienenhaltung allein mit diesem Anfängerbuch problemlos hinbekommen kann, ist es zwar nicht. Doch man erhält einen guten ersten Überblick und kann sich mittels weiterer Fachliteratur wie das in zweiter Auflage erschienene Buch von Wolfgang Ritter „Gute imkerliche Praxis“ weiterhelfen lassen. Der bekannte Bienengesundheitsexperte geht noch viel stärker auf verschiedene – auch neu zu erwartende – Krankheiten und Bienenschädlinge ein. Was absolut notwendig ist, will man nicht jedes Jahr aufs Neue anfangen. Auch kann das Kapitel „Ethische Grenzen der Bienenhaltung“ vor allzu viel Blauäugigkeit bewahren helfen. Denn die Frage über (Einzel-)Leben und Tod stellt sich öfter, als einem lieb ist.

Cover-Unsere-ersten-Bienen_UlmerAngelika Sust hingegen geht allzu viel Ernstem im Bienenstock charmant aus dem Weg. Sie macht mit attraktiven Fotos und kurzen, flüssig formulierten und eher „honigsüßen“ Informationshäppchen Lust auf die Bienenhaltung an sich. Vor allem für jüngere Menschen, die noch nicht von allzu viel Herzeleid beim Imkern abgeschreckt werden sollen, ist „Unsere ersten Bienen“ (2020 in neuer Auflage zu erwarten) gut geeignet. Man erfährt schließlich früh genug, wie frustrierend die Bienenhaltung sein kann, wenn die Rahmenbedingungen nicht (mehr) stimmen. Aber da ist die Liebe dann meist schon geweckt und triumphiert über die Realitäten!

*15* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

2015 war das Erscheinungsjahr von zwei Ratgebern, die auch nicht unbedingt ein jährliches Update benötigen.

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Wachsblock aus eingeschmolzenem EntdeckelungswachsSanft heilen mit Honig, Propolis und Bienenwachs von Stefan Stangaciu, erschienen bei TRIAS in der 3., vollst. überarb. Auflage.

Nicht im Titel genannt, aber natürlich dazu gehörend sind Gelée Royal, Pollen, Bienenbrot und Bienengift. 30 Beschwerden im Bereich der Inneren Medizin und Neurologie sowie der Haut- und Zahnfleischerkrankungen sollen mit Hilfe der beschriebenen bienischen Produkte gelindert oder geheilt werden.

Zusammengefasst ist dies alles unter dem Stichwort „Apitherapie“ und zählt damit zu den natürlichen Heilmethoden. Doch im pharmaindustriell und lebensmittelchemisch orientierten Deutschland wird diese als „Wellness“ und damit als eine homöopatisch wirkende Anwendungen quasi herabgestuft vermarktet, um auch möglichst keine Probleme mit dem Deutschen Arzneimittelgesetz zu riskieren.

Nun, da sind uns die osteuropäischen und viele andere Länder weit voraus bzw. haben sich gar nicht erst von den jahrhunderte bzw. jahrtausende alten Therapieerfahrungen und -weisheiten losgesagt und manches ist dort sogar eine Kassenleistung.

Cover Petra Ahnert, BienenwachswerkstattBienenwachsratgeber

Ebenfalls mit Wachs, hier jedoch schwerpunktmäßig Kerzen, Seifen und Dekoration behandelnd, haben wir es bei der Bienenwachs-Werkstatt von Petra Ahnert, erschienen im LV-Landwirtschaftsverlag, zu tun.

Doch auch Kosmetik  – von Lippenbalsam und -gloss über flüssige wie feste Lotions bis hin zu Massage-, Nagel- und Fußbalsam sowie Seifen reicht die Pallette. Die Naturheilkunde taucht in Form von Erkältungsbalsam und Salben für jedwede Wehwehchen, die man sich dazu denken an, auf. Auch wird an die hauswirtschaftliche Verwendung gedacht, und wer sich in Bienenwachskunst versuchen will, kann’s ausprobieren mit Batik und Enkaustik, also der Malerei mit Wachs.

Hübsch bebildert und mit Einkaufslisten sowie Schritt-für-Schritt-Anleitungen wirkt das alles fast schon kinderleicht – was es jedoch beileibe nicht immer ist, wie wir aus leidvoller Erfahrung mit Teelichtkerzengießen gemacht haben. Daher haben wir sogleich einen Blick auf S. 29/30 geworfen. Und ja, hört sich nach einem guten Plan an.

Tja, nur leider ist das Buch derzeit nicht mehr lieferbar. Außer in unserer Imker-Bibliothek … und sicher auch in anderen Büchereien natürlich. Unter dem selben Titel, allerdings mit einem anderen Untertitel – 52 Projekte für angehende Imker – sowie der Verfasserangabe Kim Lehman, erschien 2018 im Haupt-Verlag eine neuere Auflage. Ich kann nicht sagen, ob es Unterschiede gibt, doch mal sehen … ich sag‘ wieder Bescheid, wenn ich’s rausgefunden habe, okay?!

*14* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

[Unbeauftragte Werbung]

Cover Lachauer von Bienen und Menschen, Rowohlt-Verl.14 Imkerinnen und Imker aus den unterschiedlichsten Ländern stellt Ulla Lachauer in ihrem biografischen Roman Von Bienen und Menschen vor. Oder sollte man besser Reise- und Speiseerzählung sagen?

Kapitelbezeichnungen wie „Die Pfefferles“ und ihr Tannenhonigparfait oder „Asaads Traum“, in dem der Honigpudding Hariri mit seiner syrischen Süße die deutsche übertreffen wird, oder „Reif für die Insel“ mit gotländischen Hoffnungen, den Orient mittels Kardamom doch noch nach Schweden zu holen, machen Lust aufs Augenreisen durch 383 Seiten und dabei die eine oder andere Spezialität genießen. Vorsicht, das Sofa nicht verkleckern!

Köstlich und bitter

Manches ist einfach nur köstlich, sozusagen. Die vielen, meist recht leicht zu kopierenden Rezepte, optisch abgesetzt in Rahmen aus Bienenwabenmustern. Einiges ist eher bitter zu lesen, wenn Verluste beschrieben werden, die der Krieg den Imker(inne)n und ihren Familien brachte, oder um die „Bienen als Episode“ in der untergegangenen DDR¹, die nach der Wende wohl hunderttausenden von Imker(innen)n² kein Auskommen mehr bescherte.

Fehlende Imkersolidarität aus dieser Zeit wird genauso angesprochen wie das Gegenteil davon, wenn ein slowenischer Imker von seinem dichten Netzwerk spricht. Persönliche Schicksale wie die von Galina, mit der das Buch beginnt und auch in einem Wiedersehen endet, sind eng mit den Bienen verbunden. So eng, dass selbst ein 105-jähriger dementer Imker zwar nur noch die Jahreszahl „1918“ von sich gibt, mit der er alle Fragen nach einem „Wann“ beantwortet, jedoch mit agilen Gesten klassische Imkertätigkeiten pantomiert – das Ziehen eines Rahmens aus der Beute, das zarte Fassen einer imaginären Gänsefeder, die zum Wegkehren von Bienen verwendet wird, ein gespieltes Zucken nach einem Bienenstich und das Wegschnippen eines Stachels von der Wange – anrührend. Nein, nicht kitschig oder verklärend.

Pragmatisch bis poetisch

In diesem spannend lesbaren Buch werden keine heile Welten heraufbeschworen. Doch die Liebe der beschriebenen Imker/innen zu ihren Bienen schimmert überall durch. Zuweilen pragmatisch verbrämt wie beim Eisenbieger Smoly: „Ohne die Bienen hätte ich unser Haus nicht bauen können“, aber auch poetisch antwortend wie in „Up anner Siet“, wenn Margarete danach gefragt wird, wie sie all die Arbeit so nebenbei geschafft habe: „Mit Gottes Hilfe! Die Bienen und der Himmel gehören zusammen, deswegen mag ich das so.“

Ulla Lachauers Zuhörenkönnen ist das eine. Das uns Lesende so feinfühlig Nahe bringen dieser „von Hause aus […] kleine[n] Krauter […], schlecht verdienenden Postler und Bahnwärter, Dorfpfarrer und Kleinbauern […] Sonderlinge – eingenbrötlerische Tüftler, skurrile Hobbygenetiker, Sparsamkeitsfanatiker, Weltfremdlinge …“ das andere. Und keine Sorge, man würde als Nicht-Imker/in zu wenig vom Fachlichen verstehen – es geht mehr um die Menschen, ihre Geschichten und – ja, auch die europäische Geschichte. Dennoch wurde an ein Glossar mit imkerlichen Fachausdrücken gedacht, wie auch eine Karte aller europäischen Reisestationen.

Fesselnd und berührend … und mal ganz was anderes!


¹Zunächst sank durch den Wegfall der staatlichen Unterstützung nach der Wende in den neuen Bundesländern die Zahl der Imkerinnen und Imker drastisch, natürlich auch die Zahl der Bienenvölker. https://deutscherimkerbund.de/userfiles/DIB_Aktuell/2015/aktuell2015-Sonderausgabe.pdf
²Vor der politischen Wende um 1990 gab es rund zwei Millionen Bienenvölker in Deutschland, danach pendelte sich ihre Zahl auf etwa eine Million ein. https://www.heise.de/tp/features/Stiller-Tod-warum-Bienen-sterben-3399498.html