Einfüttern (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK26, Modul 11)

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deIm vorletzten Modul des 12-teiligen Imkerkurs für Anfänger 2026 zum Thema Einfüttern war es warm genug, um unsere Bienen zu veranlassen, ein wenig vorm Stock abzuhängen. Zeit also für Flüssiges, in diesem Falle Zuckerwasser!

Überblick

  1. Darreichungsformen beim Einfüttern
  2. Zeitpunkt des Einfütterns
  3. Was wird eingefüttert?
  4. Wie wird eingefüttert (Dosierung)?

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Vorarbeiten

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deDa vor einer Woche im Modul 9 eine Varroabehandlung vorgenommen worden war, ziehen wir heute die Windel. Wir inspizieren den Milbenbefall, der etwa zwei Dutzend Milben betrug.

Die Wachsbrösel und das eine oder andere Füßchen zeugen von Kämpfen mit Wespen und ist um diese Jahreszeit ein vertrautes, doch nicht sonderlich beängstigendes Bild. Anders einzuschätzen ist das, sobald wir auch in Bamberg die Vespa velutina begrüßen müssen.

A. Darreichungsformen beim Einfüttern

1. Futterbehältnisse mit Aufstieghilfe (unser Favorit)

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.dea) Material

  • Futterbehälter, z. B. große, eckige Joghurtbecher oder lebensmittelechte Stapelboxen (erkennbar am Messer/Gabel-Symbol)
  • Aufstiegshilfe, z. B. Stroh (sehr bewährt, am besten vom Feld eines Bio-Landwirts gesammelt)
  • Wasser zum eventuellen Säubern klebriger Verschüttungsmaleure, um keine Räuberei auszulösen

b) Einfüttern

1 Leerzarge zur Seite stellen – vom Dispenser aus der vorangegangenen Varroabehandlung befreit

2. Folie auf oberste Zarge legen – an der Rückseite der Beute – also entgegengesetzt des Fluglochs – einen Spaltbreit umschlagen (siehe Foto). So gelangen die Bienen in die nun wieder aufgesetzte Leerzarge mit den Futterkübeln.

3. Futterbehälter einstellen und mengendokumentiertes (!) Zuckerwasser eingießen – bis auf einen kleinen Rest, den wir für die Zuckerspur zurückbehalten (siehe Punkt 7).

4. Stroh als Aufstiegshilfe – wird wie ein Polster oder Nest in die Behälter gelegt. Da die Kübelwände glatt sind und mit abnehmenden Flüssigkeitspegel die Bienen Mühe haben, hochzukrabbeln, wird eine Handvoll Stroh hochkant bis zum Boden eingeführt. Das Stroh kann nach erfolgreicher Fütterung später einfach auf dem Kompost landen.

5. Zuckrige Spur legen – mit der zurückbehaltenen Futtemenge ein wenig –zwischen und auf die Rähmchen – Flüssigkeit zu den Behältern hin gießen. Sobald die Bienen das Zuckerwasser riechen, starten die Sammelbienen mit ihrem Schwänzeltanz. Da sie jedoch wegen der kurzen Distanz nur schwer die unmittelbare Nähe des Futters anzeigen können, fliegen die Bienen zunächst vor die Beute, um nach der Quelle zu suchen. Es dauert eine Weile, bis sie den Fundort checken. Dabei hilft ihnen die Zuckerspur.

2. Futtertaschen

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deFuttertaschen gibt es in einfacher und doppelter Wabenbreite, werden also anstelle einer oder zweier Rähmchen neben das Brutnest eingehängt. Zu bevorzugen sind die Doppelbehälter, da einfacher in der Handhabung.

Mit einer Futtertasche ist der Weg zum Futter für die Bienen recht kurz. Das kann bei einer kühlen Wetterperiode vorteilhaft sein. Nachteilig ist der geringe Futtermengeninhalt von etwa 3,5 bzw. 7 Litern. Das erfordert ein häufiges Nachfüllen.

3. Adamfütterer

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deDer Adamfütterer besteht aus einer flachen Schale mit zentraler Aufstiegshilfe (Konus/Kegel, Dom, Gitter o.ä.). Die Bienen steigen durch Öffnungen im Aufstiegskegel zum Futter und können an der Schräge entlang Futter aufnehmen.

Durch den Aufstiegsdom gelangt nur eine begrenzte Anzahl an Bienen in den Futterbereich. Bedeutet langsameres Auffüttern, was bei Ablegern eventuell vorteilhafter sein kann. Ansonsten scheint rasches Futteraufnehmen keine (für unsere Betriebsweise) erkennbaren Nachteile zu haben, anders, als zuweilen in der Literatur dargestellt wird.

Vorteile: Füttern ohne Direktkontakt zu den Bienen. Ein mögliches Ertrinken von Bienen wird verhindert.

Nachteile: Mehrmaliges Nachfüllen nötig. Die Kanten der Holzschale können undicht werden. Dabei kann Zuckerwasser an den Außenwänden entlanglaufen und Räuberei auslösen. (Alternative: Plastik). Materialkosten und Platz zur Aufbewahrung müssen aufgebracht werden.

Futterteigpäckchen aufgelegt beim Notfüttern4. Futterteig

Futterteig favorisieren wir für diese Jahreszeit nicht. Der Zeitabstand der Nahrungsaufnahme zwischen den zwei erforderlichen Varroabehandlungen ist zu gering.

B. Zeitpunkt des Einfütterns

  • Das reguläre Einfüttern erfolgt bei den Wirtschaftsvölkerm NACH der ersten Varroabehandlung mit Ameisensäure, also Mitte/Ende August.
  • Manchmal kann auch später im Jahr eine so genannte „Zwangsfütterung“ anfallen, wenn erkennbar wenig Zuckerwasser aufgenommen wurde. Das passiert, wenn die Varroabehandlung zu heftig für das Volk ausgefallen war, bspw. bei einer zu schnellen Verdunstung bei zu warmen Wetter. Das Volk wird dann fressfaul. Siehe Blogbericht unter der Zwischenüberschrift „Zwangsfütterung im Herbst sorgt fürs Überleben“
    Doch häufig ist der Grund ein zu schwaches und / oder krankes Volk, so dass eine Vereinigung bzw. Auflösung des Volkes ratsam sein kann.
  • Grundsätzlich Abends einfüttern! Verhindert die Räuberei unter den Bienenvölkern. Daher fand unser Modul auch erst am Nachmittag und nicht wie sonst am Vormittag statt.

C. Was wird eingefüttert?

  • Haushaltszucker-Lösung, also reine Sacharose, im Mischungsverhältnis 3:2. Bedeutet: 3 Gewichtsanteile Zucker in 2 Anteilen Wasser lösen. Zum Thema „Zucker“ siehe auch folgende Beiträge:
  • Alternativen zum Zucker: fertige Futterlösungen auf Zucker- oder Getreidebasis. Darauf achten, dass sie als „Bienenfutter“ deklariert sind. Denn der für das Bäckerhandwerk hergestellte Zuckersirup enthält ein für Bienen nicht gut geeignetes Zuckerspektrum. Also Augen auf beim Futterkauf!
  • Wirtschaftsvolk (= überwintertes Volk) füttern wir mit 20 Kg Zucker ein, entsprechend rund 33 Kg Futterlösung im 3:2-Mischungsverhältnis.
  • Ableger wird mit 15 Kg Zucker eingefüttert, entsprechend ca. 25 Kg Futterlösung.
  • Tragen Bienen nach der Honigernte (die bei uns nur einmal im Jahr im Monat Juli erfolgt) durch Spättrachten erneut viel ein, wird entsprechend weniger Zucker eingefüttert. Zusätzlich verbleiben bei unserer Betriebsweise mindestens 5 bis 10 Kg Honig im Brutraum. Daher sollte vor dem Einfüttern eine kurze Kontrolle der Situation erfolgen und die Bedarfsmenge entsprechend angepasst werden.

D. Wie wird eingefüttert (Dosierung)?Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.de

  • Wichtig: Nichts neben die Beute hinaus kleckern! Sonst werden andere Bienenvölker angelockt und zur Räuberei verleitet. Am besten einen Kanister mit Wasser zum Säubern bereitstellen.
  • Wirtschaftsvölkern kann (muss man aber nicht) das gesamte Futter in einer großen Portion auf ein Mal verabreichen. In der Regel wird die Menge bei warmen Wetter nach einem Tag von den Bienen verarbeitet.
  • Ableger werden in mehreren Portionen, also über einen längeren Zeitraum, eingefüttert. Wird ein Ableger zu schnell gefüttert, leidet die Bruttätigkeit, da die Bienen auch das Brutnest mit Futter voll füllen würden.
  • Grundsätzlich lautet die Devise, lieber etwas mehr einfüttern, als im Frühjahr verhungerte Völker zu riskieren. Überschüssige Futterwaben können im Frühjahr den Völkern entnommen werden und finden bei der Ablegerbildung weitere Verwendung.
  • Manchmal dauert es vor allem bei kühlem Wetter zu lange, bis die Bienen das Zuckerwasser aufgenommen haben. Gärig gewordenes Zuckerwasser daher entfernen, die Menge abwiegen und die entsprechende Fehlmenge zu einem späteren Zeitpunkt erneut anbieten.

Kursabschlussfeier 

Sie fiel heuer aus, da die Teilnehmenden (ohnehin nur 4 Anwesende von 7 Kursler*innen) jeweils Abendtermine hatten. Doch wir hoffen, unsere schon beinahe fertig  ausgebildeten Jung-Imker*innen im November/Dezember (je nach Wetterlage) zum Modul 12 noch einmal möglichst vollständig begrüßen zu dürfen!

Bis dahin – schönen Restsommer und angenehmen Herbst euch allen!

Wachsverarbeitung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK26, Modul 10)

Modul 10 des Imkeranfängerkurses fand am 15.08. an einem der heißesten Tage des Jahres im Bienengarten statt. Die 5 Stationen mit Anschauungsobjekten und Praxisübungen griffen den Bearbeitungsablauf folgender Ausgangsmaterialien auf:

  1. Wachs allgemein
  2. Entdeckelungswachs
  3. Drohnenwachs
  4. Altwaben
  5. geschmolzenes Wachs (weiterverarbeiten)
  6. Mittelwandwaben

Die Phasen der Wachsbearbeitung lassen sich in einem früheren und sehr ausführlichen Blogbeitrag mit Checklisten nachlesen. Daher nachfolgend nur Ergänzungen.

Station 1: WACHSKUNDE (Wachs allgemein)

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Die Anforderungen bei der Wachsverarbeitung erklären sich aus dem Verhalten des Grundstoffs Wachs, beispielsweise seines Schmelzgrades (60-64°) und seines zuweilen verzögerten Siedepunkts, mithin seiner tückisch-leichten Entflammbarkeit. Weitere Punkte sind die Lagerung und das Umarbeiten sowie ein mögliches Outsourcing, falls weder Zeit noch Raum zur Verfügung stehen.

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Anforderungen beim Einschmelzen

  • hoher Zeitbedarf
  • einen (Außen-)Raum mit Strom- und Wasserversorgung, dies vor allem, um der Geruchsbildung beim Drohnenwachsschmelzen Rechnung zu tragen
  • Insektengitter
  • Bereich, in dem Drohnen und Altwachse kühl und trocken aufbewahrt werden kann
  • Schwieriger Punkt: eine vertrauenswürdige Firma finden, die vorgereinigte Wachse so umarbeitet, dass man sein Eigenwachs fälschungssicher wieder zurückerhält, um beste Qualität für die Bienenaufzucht und den Honiggenuss garantieren zu können

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Station 2: WACHSSCHMELZEN (Entdeckelungswachs und Drohnenwachs)Imker-Anfängerkurs, Modul 10, Wachsverarbeitung / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Bei unserem Ausgangswerkstoff 1 und 2, also Entdeckelungswachs und Drohnenwachs, lässt sich je nach persönlichen Vorlieben der Geräteeinsatz variieren: Topf im Topf mit Wasserbad … Imker-Anfängerkurs, Modul 10, Wachsverarbeitung / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.de

… oder Wachs mit heißem Wasser auflösen, am besten in einem Entsaftertopf mit Siebeinsatz und Auslaufhahn.

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Imker-Anfängerkurs, Modul 10, Wachsverarbeitung / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deAls Sieb dienen praktischerweise Feinstrumpfhosen (Beine abschneiden, Knoten machen und man erhält gleich 3 Siebe auf einmal). Ein Kartoffelstampfer hilft beim Ausdrücken des Wachses.

Achtung: Die für die Wachsbearbeitung benutzten Teile nicht in die Spülmaschine geben. Das Wachs verstopft schnell die Düsen.

Station 3: ALTWABEN SCHMELZEN

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Zum kostengünstigen Einschmelzen mehrerer Altwaben dienen:

  • drei Zargen
  • mit Plastikfolie umwickelter Holzdeckel
  • Edelstahlgitter
  • wattstarker Tapetenablöser (besser noch zwei) zur Dampferzeugung
  • Plastikschlauch
  • Plastiktopf
  • Edelstahltrichter

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Station 4: REINIGEN UND GIEßEN von geschmolzenem Wachs

WachsschmelztopfFür das seuchenfreie Reinigen des Wachsmaterials dient ein elektrischer Wachsklärbehälter mit Ölmantel. Er ist sehr teuer in der Anschaffung, garantiert jedoch einwandfreies Wachs, welches sogar für Kosmetika und Haushaltsmittel eingesetzt werden könnte, vor allem natürlich hier das Entdeckelungswachs.

Mittelwandgießform der Firma GRAZEManche teure Geräte lohnen sich daher nur für größere Mengen oder nach einer längeren Amortisationszeit, so auch die Mittelwand-Gießanlage. Zum Mittelwandwachsgießen und Einlöten bieten wir daher einen eigenen Workshop an. Nächster Termin ist 30.01.2027, 14.30-16.30 Uhr.

Da beide Geräte sehr schwer sind, brachten wir sie nicht von unserer Stadtwohnung im 3. Stock aus in die Bienen-InfoWabe, doch die Fotos sollten einen Eindruck verschaffen,

Und beide Geräte sind ein Fall für das Abrufen von Fördermittel! Doch, Achtung – bereits vorhandene Imkergeräte sind nicht förderfähig! Hingegen ist es mittlerweile möglich, gleich nach Antragstellung den Kauf zu tätigen. [Für Bayern -> Förderwegweiser -> MayMBL], s. a. Blogbeitrag Amtliches und rechtliches zur Bienenhaltung].

Station 5: PRAXISÜBUNGEN MITTELWAND: Draht spannen und Rähmchen einlöten

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Bei den Übungseinheiten wurden lockere Rähmchendrähte mittels eines Drahtspanners gefestigt. Sind die Drähte danach immer noch zu locker, lässt sich auch ein kleiner Keil am Rahmen einklemmen, um dann die Wabe einzulöten. Sitzt die Wabe fest, kann der Keil wieder entfernt und der überstehende Draht mit einem Reisnagel an den Rahmen fixiert werden.

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Zum Befestigen der Mittelwand ins Rähmchen, also auch an die Drähte, dient ein Trafo-Einlöter. Er ist zwar ebenfalls nicht gerade billig, doch unverzichtbar.  Eventuell kann man sich diesen mit anderen Imker(inn)en teilen. Alte Klingeltrafos sind häufig noch in Gebrauch, doch aus Sicherheitsgründen dürfen wir sie nicht empfehlen.

Die Mittelwände sollten beim Einlöten leicht angewärmt sein. Als typische Winterarbeit kann man sie (verpackt in Papier) eventuell auf die Heizung legen und danach in einer Decke eingewickelt neben sich zum Bearbeiten platzieren.

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Lediglich die richtige Andockstelle der beiden Drahtenden müssen gefunden und mit je einem Pol unter Strom gesetzt werden. Und natürlich muss der richtige Schmelz-Zeitpunkt gefunden werden, damit der Draht nicht durch die Mittelwand durchschmilzt. Doch auch das kann wieder repariert werden. Dieser Vorgang ist auch Teil des o. g. Workshops Mittelwandwachsgießen und Einlöten.

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Das Modul 11 zum Einfüttern fand am selben Tag statt und wird im kommenden Weblog erläutert.

Varroabehandlung und Wabenhygiene (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK26, Modul 9)

Übersicht:

Im Modul 9 des Imkerkurses für Anfänger am Samstag, den 8.8.26, standen zwei Arbeitsschritte auf dem Programm: Wabenhygiene und Varroabehandlung. Beide Arbeitsschritte lassen sich gut in einem einzigen Arbeitsgang verbinden. Zuerst wird die Wabenhygiene durchgeführt, indem eine Zarge mit Altwaben aus dem Volk entnommen wird. Die so frei gewordene Zarge dient danach als Leerzarge für die Aufstellung des Dispensers zur Spätsommerpflege mit Ameisensäure.

Im Theorieteil des Kurses behandelten wir im Vorgriff zunächst die Winterbehandlung mit Oxalsäure. Danach besprachen wir die jetzt im August anstehende Varroabehandlung mit Ameisensäure.

In der Praxis am Lehrbienenstand führten die Teilnehmenden anschließend selbständig die Wabenhygiene durch und stellten den Dispenser für die Ameisensäurebehandlung auf.

Grundsätzliches zur Oxalsäurebehandlung (im Winter)

Zunächst erläuterte Reinhold Burger die Oxalsäurebehandlung, die allerdings erst im Winter stattfinden wird. Doch im Sommer lässt sich der Theorie doch angenehmer lauschen als später im Kalten.

Entscheidend für eine optimale Wirkung der Behandlung ist der richtige Zeitpunkt. Die Bienen sollen aus der Brut gegangen sein, also dann, wenn es ein paar Tage lang hintereinander gefroren hat und drei Wochen später dann brutfrei sind. Außerdem sollte es für das Träufeln der Oxalsäurelösung am Behandlungstag selbst richtig kalt sein, möglichst 0 °C und kälter, damit die Bienen in einer kompakten Wintertraube sitzen. So verteilt sich durch den engen Kontakt der Bienen untereinander die Oxalsäure besser. Darüber hinaus fliegen auch keine oder kaum Bienen beim Öffnen des Volkes auf.

Ferner müssen die Gerätschaften (siehe Checkliste in der Kursorganisation) parat stehen. Denn vor Ort sollte angesichts des dann meist engen Zeitfensters – oft steigen die Temperaturen gegen Mittag – alles reibungslos verlaufen.

Die Sublimation („Verdampfen“) wirkt am besten bei Außentemperaturen zwischen 2 °C und 10 °C. Im Unterschied zur Träufelbehandlung sollten die Bienen etwas lockerer in der Traube sitzen. So kann die Oxalsäure möglichst viele Bienen erreichen.

Träufelbehandlung Oxalsäure – Arbeitsschritte im Winter

  1. Windel einschieben
  2. (Schutz-)Brille aufsetzen
  3. Handschuhe überziehen
  4. Mit Spritze Oxalsäure aus angewärmter Flasche aufziehen
  5. Kanüle aufstecken
  6. Obere Zarge von vorne ankippen
  7. Errechnete Oxalsäuremenge gleichmäßig zwischen den Wabengassen verteilen
  8. Kontrolle, ob zu viel von der Oxalsäure auf der Windel landete

Alles weitere im Blogbericht zu Modul 12 zur gegebener Zeit.

Übrigens: Nicht nur beim Aufziehen der Spritze, auch bei der Windelkontrolle muss an den Arbeitsschutz in Form von säurefesten Einmal-Handschuhen gedacht werden. Denn die verabreichte Oxalsäure tropft natürlich auch durch die Wabengassen hindurch und landet auf der Windel. Beim Säubern der Windel gerät man dann unweigerlich in Kontakt mit der Säure.

Sublimation („Verdampfen“) Oxalsäure – Arbeitsschritte im Winter

Das Verfahren des Sublimierens durch Erhitzen der kristallinen Oxalsäure(dihydrat), die sodann „verdampft“, gilt als eine sehr bienenschonende und hochwirksame Behandlung gegen die Varroamilbe.

Reinhold stellte zwei verschiedene Gerätschaften zur Sublimierung vor:

1. Den von uns vom Handling her bevorzugten InstantVap.

2. Varrox Eddy, der im eigentlichen Gebrauch zwar genau so umstandsfrei ist, jedoch das Hantieren mit dem kleinen Töpfchen für das Pulver uns – gerade im Winter und mit Handschuhen – weniger anspricht.

Historie: Seit September 2023 ist das Tierarzneimittel Varroxal – 0,71g/g Pulver für den Bienenstock in Deutschland zugelassen. Varroxal unterliegt nicht der Verschreibungspflicht, kann also frei erworben werden. Zulassungsinhaber ist die Firma Andermatt Biovet GmbH. Bei Varroxal handelt es sich um kristallines Oxalsäuredihydrat, das zum Träufeln, Sprühen sowie zur Sublimation, in Imkerkreisen umgangssprachlich als „Verdampfen“ genannt, angewandt werden darf.

Der Begriff „Sublimation“ bezeichnet den direkten Übergang eines Stoffes vom festen in den gasförmigen Zustand unter Auslassung einer flüssigen Phase. „Verdampfen“ hingegen bezeichnet den Übergang von flüssig zu gasförmig, was als ein minimaler Unterschied gesehen werden könnte, jedoch in punkto Zulassungsbedingung entscheidend war und ist.

Voraussetzung zur Wirksamkeit der Sublimation

Voraussetzung für eine gute Wirkung dieser Methode ist natürlich die Brutfreiheit, da Oxalsäure nicht in die Waben hineinwirkt und somit eben nicht auf die in den Brutzellen versteckten Milben, die die Mehrzahl in einem Volk bilden. Außerdem sollte die  Außentemperatur zwischen 2 °C und 10 °C betragen.

Varroxal ist standardmäßig ebenfalls für eine einmalige Behandlung im Herbst/Winter vorgesehen. Eine zweite Verdampfungsbehandlung ist – im Gegensatz Träufelbehandlung  mit Oxalsäure – möglich, wird jedoch nur bei stark befallenen Bienenvölkern und bei Völkern mit kleinen Flächen verdeckelter Brut im Winter empfohlen.

Die Dosierung liegt bei 2 Gramm pro Volk und Anwendung, unabhängig von der Größe des Magazins und der Anzahl Zargen.

Zur Sublimation ist eine FFP3-Maske unerlässlich. Beachten Sie unbedingt die Sicherheitshinweise!

Soweit die winterliche Vorausschau. Kommen wir zu dem, was im Zeitraum August aktuell notwendig wird. Und ja, es ist für die Bienen keine Wellness-Kur, aber unumgänglich. Heuer hatten sie gleich nach der Behandlung erst mal außen an der Beute abgehangen – bei der Hitze auch kein Wunder.

Ameisensäurebehandlung

Im gesamten 12-moduligen Kursverlauf gehen wir immer wieder auf den gefürchteten Bienenschädling Varroa destructor ein, besonders im Modul 3 zur Bienenkrankheiten. Im heutigen Modul 9 wird die Theorie durch die praktische Anwendung abgerundet. Vorgestellt werden die beiden gebräuchlichsten Säurespender, nämlich der Liebig-Dispenser und der Nassenheider® Verdunster Professional. Punktuell vertieft werden die einzelnen Schritte im Kapitel „Zur Praxis – Sicherheit und Kontrollen“.

Liebig-Dispenser

Verwendungshinweise, Skala auf dem Liebig-Dispenser zur VarroabehandlungDer Liebig-Dispenser besticht durch seine einfache Handhabung. Voraussetzung für das Gelingen der Behandlung ist die zu ermittelnde wetter- und volksstärkenabängige Dosierung (Hinweise dazu auf dem Plastikfläschchen wie auch auf dem Docht). Zur Veranschaulichung teilten wir die entsprechend zu verwendenden Materialien aus. Dabei finden sich verschiedene Produktausführungen mit etwas unterschiedlichen Skalen.

Der Liebig-Dispenser besteht aus drei Teilen:

  1. Plastikflasche (Dispenser) mit zwei Skalen, die es ermöglichen, die Mengenangabe auch dann abzulesen, wenn das Fläschchen bei seinem Einsatz auf den Kopf zu stehen kommt. So hat man die angepeilte Verdunstungsmenge gut im Blick und kann ggf. nachsteuern.
  2. Viereckige (gelbe) Grundplatte aus Plastik.
  3. Ein sogenannter Docht in Form eines quadratischen Papiervlieses, das in die Grundplatte gemäß Größenempfehlung eingelegt wird. Auf den Docht wird später der Dispenser an die Grundplattenstifte aufgesteckt.

Papierdocht des Liebig-Dispensers zur Varroabehandlung

Auf diesen viereckigen Papierdochten ist – mit ein bisschen Nachdenken – herauszulesen, wie groß der Docht bleiben kann und wieviel Ameisensäure (AS) verwendet werden soll, und zwar in Abhängigkeit vom 1. jeweiligen Beutensystem, 2. der im Varroa-Wetter prognostizierten Wetterlage bzw. Verabreichungsempfehlung und 3. dem beabsichtigten Säurewert, also 60% bzw. 85% ad us. vet. Wobei letzterer in Deutschland nur bei „Behandlungsnotstand“ via Verschreibung durch einen Tierarzt verabreicht werden darf.

Grundregel zur Dosierung

Je wärmer die Außentemperatur, desto kleiner sollte der Docht sein. Doch bei 60% AS wird ohnehin der gesamte Docht (für zwei Zargen) benötigt. Wir verwenden in der Regel 150 ml, wobei auch 200 ml möglich wären. Die Verdunstungsrate pro Tag sollte bei etwa 50 ml liegen¹. Zu wenig Verdunstung wirkt nicht, dann muss wiederholt werden. Bei zu schneller Verdunstung kann mit einer Verkleinerung des Dochtes gegengesteuert werden.

Bei zu kühlem, nassen Wetter können auch zwei Dispenser eingesetzt werden. Oder die Alternative, den …

Nassenheider® Verdunster Professional

Beim Nassenheider® Professional muss man beim Aufbau sehr geduldig sein. Seine vielen Einzelteile sind in der Handhabung aufwändiger. Der Unterschied des Nassenheider Professional gegenüber dem Liebig-Dispenser liegt im Dochtsystem, der für einen konstanten Flüssigkeitsstrom sorgt. Er ist daher für eine Langzeitbehandlung (bspw. bei Urlaubsplänen denkbar) und insbesondere bei kühleren Temperaturen durchaus eine gute Wahl.

Funktionsprinzip
Der vertikale Docht saugt die Ameisensäure an und transportiert sie über den U-förmigen Schenkel nach unten auf den horizontalen Docht, wo sie abtropft und verdunstet. Der gelochte Fuß stellt dabei sicher, dass sich die beiden Dochte nicht berühren (Verhinderung von Kapillaritätseffekten). So wird immer ein nahezu konstanter Volumenstrom an Ameisensäure transportiert und verdunstet. [via Immenschuur.de]

Die Menge der AS beim Nassenheider® Professional ist höher als beim Liebig-Dispenser (siehe hierzu entsprechende Anwenderempfehlungen im Beiblatt des Produkts!). Achtgeben, wenn auf einer kühlen Witterung noch einmal heiße Tage folgen! Eventuell „badet“ der horizontale Docht in der Schale in zu viel Säure, die schlagartig verdunstet und dann auf die Bienen zu heftig einwirkt. Dann gegebenenfalls die Schale (mit Schutzhandschuhen!) tagsüber entnehmen und in den kühlen Stunden wieder einsetzen.

Alternativ können bei schlechter Witterung auch zwei Liebig-Dispenser mit einigem Abstand zueinander in die Zarge gestellt werden.

Zur Praxis – Sicherheit und Kontrollen

Nach der Wabenhygiene (siehe Kapitel weiter unten) wird die mit 150 ml Ameisensäure gefüllte Vorratsflasche des Liebig-Dispensers auf die mit der Dochtauflage ausgestatteten Grundplatte aufgesteckt. Beides wird waagrecht in eine leere, oben aufgesetzte Zarge platziert. Vom Handling her ist es sicherer, wenn die gelbe Grundplatte auf das aufrechte Fläschchen gesetzt wird.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und Wabenhygiene

Geht man umgekehrt vor, also setzt man stattdessen den Dispenser auf die Platte, müsste man ihn kippen. Doch dabei kann vorzeitig Säure ausfließen. Ganz übel, falls man beim Befüllen des Fläschchens vergessen hatte, den Tropfaufsatz wieder anzubringen und dabei im Worstcase ohne Handschuhe und über der Beute vorging – alles denkbar!

Schutzhandschuhe verwenden. Das Handschuhmaterial muss gegen den verwendeten Stoff ausreichend undurchlässig und beständig sein. Vor Gebrauch Dichtheit prüfen. Handschuhe vor dem Ausziehen vorreinigen, danach gut belüftet aufbewahren. Hautpflege beachten.
Hautschutzsalben bieten keinen ausreichenden Schutz gegen diesen Stoff. Völlig ungeeignet sind Stoff- oder Lederhandschuhe. [Auszug aus GESTIS Stoffdatenbank]

Die Platte des Liebig-Dispensers besitzt in der Mitte eine leichte Vertiefung. Dort wird eventuell zu viel ausgetretene Säure aufgefangen, vorausgesetzt, die Beute steht tatsächlich waagrecht und die Oberträgerleisten der Rähmchen weisen keinen Wachsüberbau auf. Vorher also gegebenenfalls Propolis oder Wachs vom Oberträger abkratzen.

Ameisensäurebehälter sollten möglichst in einem kühlen Raum (Keller) aufbewahrt werden. Denn eine mögliche Zersetzung der Flüssigkeit mit einhergehender Kohlenmonoxidabspaltung kann geschlossene Gefäße platzen lassen.

Wirksamkeitskontrolle

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneUm später kontrollieren zu können, ob die Varroabehandlung wirksam war, wird eine Windel eingeschoben. Vor allem bei der Oxalsäurebehandlung im Winter empfiehlt sich das Einsetzen VORAB der Behandlung. Denn so lässt sich erkennen, ob die Träufelbehandlung eventuell nutzlos durch die Wabengassen lief.

Nach drei Tagen sollten Varroen gefallen sein. Um hingegen den „natürlichen“ Milbenbefall festzustellen, steht nach 14 Tagen eine erneute Zählung an, da dann die bislang noch verdeckelten Bienen geschlüpft sind – und mit ihnen die Milben.

Wabenhygiene (die VOR der Ameisensäure durchgeführt wird)

Ziel ist es, alte Waben loszuwerden und die Bienen auf „neue“ bzw. unbebrütete Waben zu bekommen. Dazu muss man wissen:

Die Bruttätigkeit und Größe von Wirtschaftsvölkern nimmt im Spätsommer ab. So ist Mitte August bei Völkern, die auf zwei Bruträumen geführt werden, die unterste Zarge in der Regel bereits brutfrei. Die Bruttätigkeit konzentriert sich also auf den zweiten Brutraum. Das kann man gut nutzen und das alte Wabenwerk des unteren Brutraumes entnehmen.

Das Hochziehen des Volkes in den oberen Brutraum wird unterstützt durch das Aufsetzen einer Zarge mit leergeschleuderten Waben, die nach der Honigernte (bei uns im Juli) anfallen. Diese ehemaligen Waben des Honigraums sind unbebrütet (bei Verwendung eines Absperrgitters) und aus frischem, unbelastetem Wachs.

Wird auf eine Fütterung unmittelbar nach der Honigernte verzichtet, so begünstig das den Vorgang des Hochziehens der Bienen. Es sei denn natürlich, die Bienen sitzen wirklich auf dem Trockenen. Dann muss vorher etwas gefüttert werden. Fünf Kilo (entspricht 2 volle Waben) sollten auf alle Fälle im Volk verbleiben!

Was gegen eine sofortige und vollständige Einfütterung spricht, ist außerdem, dass der Feuchtigkeitsgehalt in der Beute steigt. Dadurch wird die Wirksamkeit der AS-Behandlung durch eine schlechtere Verdunstung beeinträchtigt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung Wabenhygiene

Im folgenden Video seht ihr die Schritte 1 bis 6. Im Anschluss die Schritte zum Nachlesen ein wenig ausführlicher als im Film aus dem Kurs AK22.

Schritt 1
Die obersten beiden Zargen werden zunächst beiseite gestellt. Man kann sie hochkant auf die schmale  Seite kippen. Natürlich geht das nur, wenn die Rähmchen fest sitzen. Bei Beuten mit Blechkanten oder bei vorab gelockerten Waben würden die verrutschenden Rähmchen so manche Biene zerquetschen. In diesem Fall stellt man sie am besten waagerecht auf einen vorsorglich mitgebrachten zweiten Blechdeckel.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und Wabenhygiene

Schritt 2
Die nun zugängliche unterste Zarge wird ebenfalls zur Seite gestellt, am besten quer auf die Kanten des umgedrehten Blechdeckels, da dort sehr viele Bienen von den Rähmchen nach unten durchhängen. Diese Zarge wird später wieder oben aufgesetzt.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneImkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneSchritt 3
Nach dem Entfernen der untersten Zarge mit den alten Waben werden die beiseite gestellten Zargen wieder zurück gestellt. Also auf dem Boden der Brutraum, darüber der ehemalige Honigraum mit den ausgeschleuderten Waben. Die Folie kann nun entfernt werden.

Schritt 4
Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneDie vormalige untere (zwischenzeitlich auf dem Blechdeckel abgestellte) Zarge wird oben aufgesetzt. Daraus werden die alten Waben entnommen und dabei die Bienen IN die Zarge abgeschüttelt bzw. gekehrt. Also die Bienen NICHT VOR das Einflugloch kehren, denn auf den Waben könnte möglicherweise die Königin sitzen. Wer sich bei diesem Vorgang einen Hut oder Schleier aufsetzt, muss sich nicht genieren.

Falls, wie im Kurs der Fall, in der ehemals untersten Zarge noch Waben mit Brut vorhanden sind, werden diese gesammelt und im Tausch gegen nicht bebrütete Waben in den neuen untersten Brutraum gehängt.

Die Altwaben werden Stück für Stück in Boxen gestellt bzw. in leere Zargen gehängt oder in einen Plastiksack gesteckt. Später werden sie ausgeschmolzen und das (Alt-)Wachs zur Kerzenherstellung verwendet. (Darauf gehen wir im Modul 10 näher ein.)

Schritt 5
Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur VarroabehandlungDa wir jetzt eine leere Zarge oben auf haben, kann nun die Varroabehandlung erfolgen (siehe im obigen Kapitel).

Schritt 6
Zum Schluss werden Folie und Holzdeckel wieder aufgelegt. Um den Schraubverschluss des Liebig-Dispensers nicht zu verlegen oder zu verlieren, kann er einfach zwischen Holzdeckel und Blechdeckel geparkt werden. Es ist dies auch ein Zeichen, falls z. B. die Urlaubsvertretung die Beute öffnet, dass hier eine Behandlung stattfindet.

Fehlervermeidung und Sicherheitsaspekte

In diesem Kurs wurde immer wieder auf Strategien der Fehlervermeidung und Sicherheitsaspekte eingegangen. Tatsächlich sind durch die zahlreichen kleinen Handlungsvorgänge viele Fallstricke möglich, die sich für Mensch und Tier sehr unangenehm, ja, sogar gefährlich auswirken könnten.

Seid also organisatorisch und mental gut vorbereitet, geht konzentriert und umsichtig vor und überlegt lieber einmal zu viel als zu wenig, wenn ihr ans Werk geht. Ihr habt es nachgerade zu DIESEM Zeitpunkt in eurer Hand, dass ihr als gesunde Imker/innen auch im nächsten Jahr gut gepflegte Bienen zu besitzen und qualitätsvollen Honig zu ernten.

Wenn ihr dann noch gewissenhaft und ausreichend einfüttert, was wir euch im Modul 11 zeigen werden, dann könnt ihr euch einer gelungenen Imkerei erfreuen. Unsere Bienen sind all unserer Mühen wert!


¹Pia Aumeier (2023): Ameisensäure sicher einsetzen mit Sachverstand. Bienenzucht 08/2023, S. 350.

Öffentliche Honigernte 2026: „Eine wertvolle Erfahrung, kaum in Worte zu fassen“

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.deUns erreichte ein sehr berührendes Feedback einer Mitarbeiterin des Landratsamts zur öffentlichen Honigernte am Lehrbienenstand „Bienenweg“ anlässlich der BIWa-Sonntagsöffnung. Motivation, die uns bsonders während dieser stark fordernden Wochen im Juli sehr gut tut.

„Ich möchte Ihnen gerne eine Rückmeldung zur gestrigen Veranstaltung, der Honigernte, geben. Es war eine so wertvolle Erfahrung, dass sie sich kaum in Worte fassen lässt. Mein Sohn hat seit gestern über kaum etwas anderes gesprochen. Er war unglaublich stolz darauf, dass er sich das getraut hat, und dieses Erlebnis wird ihm sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Vielen Dank für Ihre großartige Arbeit und Ihr Engagement. Solche Veranstaltungen sind etwas ganz Besonderes und schaffen bleibende Erinnerungen – für die Kinder genauso wie für die Eltern. […]“

Und das ist geschehen

26 Naturinteressierte trafen sich am Sonntag um 15 Uhr vor der Bienen-InfoWabe zu einer kurzen Ernte-Einweisung.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.deAlle Kinder hatten Spaß daran, sich die Imkerschutzanzüge anzuziehen. Nachdem einem launigen „Fotoshooting“, einer ausführlichen Sicherheitseinweisung und dem Einsprühen mit Nelkenöl ging’s an den nahen Lehrbienenstand. Währenddessen betreute unsere FKBB-Beirätin Marie Pailer die Bienen-InfoWabe.

 

Am Lehrbienenstand

Am Lehrbienenstand herrschte bereits emsiges Treiben. Jungbienen waren dabei, sich einzufliegen, um nach ihren nun beginnenden Sammelflügen wieder sicher heimzufinden.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Nachdem der Smoker angezündet und seine Funktion erläutert war, gaben wir den größeren Kindern den Vortritt. Denn bei drei aufeinander gesetzten Honigräumen reichen die Kleineren auch  mit einer Klappleiter kaum ran an die Waben.

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Reinhold Burger wies alle in den Umgang mit dem Stockmeißel ein. Mit diesem Werkzeug werden die durch Baumharz (Propolis) verkitteten Waben voneinander  gelöst.

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Mit aller Kraft von Daumen und Zeigefinger gelang es, die Waben vorsichtig aus dem Honigraum senkrecht nach oben zu heben. Gar nicht so einfach, daher gab es von Reinhold ein wenig Unterstützung. Doch den Großteil erledigten sie schon selbst.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Schließlich hielten die kleinen Sonntagsgäste stolz die bis zu zwei Kilo schweren Waben in Händen. Die am Vortag eingelegte Bienenflucht¹ sorgte dafür, dass nicht allzu viele Bienen darauf saßen.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Die Bienen in den Honigräumen sind emsig damit beschäftigt, Wachsdeckel als schützende Schicht über den eingelagerten Honig zu befestigen. Außerdem fächeln sie mit ihren Flügeln, um den Honig zu kühlen und ihm das Wasser zu entziehen. Für die Menschen interessieren sie sich bei all ihrer fleißigen Arbeit überhaupt nicht. Trotzdem war es eine Herausfoderung für Klein wie Groß, sich zwischen ihnen zu bewegen.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Mit dem Abkehrbesen werden die noch ansitzenden Bienen vors Einflugloch abgekehrt. Um ein „Rollen“ der Bienen zu vermeiden, ist eine rasche Bewegung sinnvoll. Obwohl Reinhold es anbot, diese Tätigkeit zu übernehmen, wollten ein paar mutige Kinder dies gerne selbst ausführen.

Die Waben wurden dann rasch in die bereitgestellten Boxen verstaut, damit keine Bienen eingeschlossen wurden. Die bis zu 14 Kilo schweren Boxen wurden im Anschluss an die Sonntagsöffnung von unserem Bienenpaten Bernd Liedtke dankenswerterweise zu uns an den Obstmarkt gefahren. Mit dem Radanhänger wäre das ob des Gewichts verboten gewesen.

Honigverkostung

Die Kinder wurden für ihren Mut mit einem kleinen Büchlein und einem Aufkleber belohnt. In der Bienen-InfoWabe fand zum Schluss noch eine kleine Honigverkostung statt. Außerdem wurde erklärt, wie der Nektar zu Honig wird und worin der Unterschied zwischen Wald- und Blütenhonig besteht. Natürlich konnte der Honig auch gleich erstanden werden.

Infotafel Honig: Bamberger Lagenhonig

Die nächste öffentliche Honigernte findet am So., 18.07.2027 statt. Gleich mal vormerken! Doch so lange muss niemand mit einem Besuch bei uns warten oder für den Honigkauf warten. Die nächste BIWa-Sonntagsöffnung ist am 16.08.2026 von 14 bis 17 Uhr. Wir freuen uns auf euch!


Blick auf die BienenfluchtReinhold erläutert Funktion Bienenflucht¹Eine zwischen Honig- und Brutraum befindliche hölzerne Platte funktioniert für die Arbeitsbienen wie eine Einbahnstraße. Durch speziell geformte Öffnungen führt zwar der Weg vom oberen Honigraum nach unten in den Brutraum und mithin zur Königin, deren Duftspur sie folgen. Doch zurück gelangen sie wegen der sich konisch verengende Öffnung nicht mehr, so dass sich mit der Zeit der obere Honigraum von Bienen leert.

Honigverarbeitung Bughof und Weide (BLIB-Imkerkurs für Anfänger, AK26, Modul 8)

Nach der Honigernte und einem Mittagsimbiss ging es ans Verarbeiten der eingebrachten Waben. Der jeweils am Vormittag geerntete Honig aus den Standorten Bughof (04.07. mit Antonia, Matthias, und Susanne) und Weide (11.07. mit Mareike, Johannes und Fabian) wurde entdeckelt, verkostet, der Wassergehalt gemessen, geschleudert, in Gläser abgefüllt und etikettiert.

1. Start in die Verarbeitung

Wir begannen mit Hinweisen zum Einrichten einer sinnvollen Verarbeitungsstrecke, erläuterten ein paar Grundlagen der Lebensmittelhygieneverordnung, des Arbeitsschutzes und erklärten die verwendeten Gerätschaften und empfehlenswerten Publikationen, ausleihbar aus unserer Imker-Bibliothek.

Die relevanten Vorgänge werden in einem „Laufzettel“ eingetragen, der jede Ernte und ihre Verarbeitung, bei uns getrennt nach Standorten („Lagen“), begleitet. Neben unserer hausgemachten Excel-Ausfertigung des sogenannten „Honigbuchs“, welches wir in der Kursorganisation zur Verfügung stellen, gibt’s zu Dokumentationszwecken eine einfache Variante unter „Die Honigmacher“. Ein Honigbuch ist Pflicht, sobald Honig in Verkehr gebracht wird, ob verschenkt oder verkauft.

2. Waben entdeckeln

Die Rätselaufgabe, wie wohl die einzelnen Teile des Entdeckelungsgeschirrs zusammenzufügen sind, wurde schnell gelöst.

Zur Auswahl standen Entdeckelungsgabeln in unterschiedlicher Ausführung wie Holz- oder Plastikgriff. Jede/r konnte ihr/sein Lieblingsgerät für sich entdecken. Ziel ist, die Waben beim Abheben der Wachsschicht möglichst nicht über Gebühr zu beschädigen, damit sie später beim Ausbauen von Wabenzellen nicht zu buckelig werden und damit das Bewegen und Herausziehen der Rähmchen in den Beuten erschweren. Was mit dem wertvollen Entdeckelungswachs geschieht, wird näher erläutert im Modul 10.

3. Wassergehalt messen

Um den Wassergehalt festzustellen, der unter 20% (DIB: 18%) sein muss, wurde die Nutzung des Refraktometers, wie sie übrigens auch Winzer/innen verwenden, geübt. Je optimaler der Lichteinfallswinkel und die Lichtstärke sind, desto schneller lässt sich der Prozentwert auf der Skala erfassen.

Grundsätzlich sollte mehrmals gemessen und ein Durchschnittswert ermittelt werden, also z. B. einmal direkt aus der Wabe heraus (je nach Trachteintrag und -zeitpunkt sind die Werte durchaus unterschiedlich), dann beim Schleudervorgang aus dem Abflusshahn heraus sowie nach dem Durchmischen und vor dem Abfüllen aus dem Honigtopf. Apropos Durchmischen: Die Ausgabe für einen wirklich großen Kochlöffel lohnt sich!

Das Umgebungsklima nimmt direkt Einfluss auf die Werte. Je höher also die Raumfeuchtigkeit, desto höher kann auch der Wert schnellen. Falls die Werte zu hoch sein sollten, findet ihr in einem eigenen Blogbeitrag Tipps, wie sie zu senken sein können.

20% Wassergehalt ist laut Honigverordnung erlaubt, doch unserer Erfahrung nach ist das bereits zu hoch. 18% schreibt der Deutsche Imkerbund, D.I.B., seinen Lizenznehmern vor. Honig ab 19 % erhält bei uns daher nur zwei Jahre Halbarkeitfrist, da sich die Konsistenz – vor allem bei suboptimaler Lagerung – schneller verändert. Auf die Qualität des Geschmacks muss sich das aber nicht auswirken. Er könnte allerdings schneller in Gärung geraten und ist dann nur noch als Backhonig verwertbar.

4. Verkostung / Tasting

Natürlich schmeckte der selbstgeerntete Honig einfach nur gut. Doch dabei wollen wir es nicht belassen. Das Honig-Aromarad hilft, Feinheiten des Honigs in Sachen Geruch, Konsistenz, Mundempfinden (Sensorik), Geschmack und im Abgang – wie beim Wein auch! – herauszufinden und zu beschreiben. Für Verkaufsgespräche und bei Beanstandungen nicht ganz unwichtig.

Schmeckt der Honig beispielsweise etwas herb-bitter und „medinzinisch“ und hat einen Grünstich, handelt es sich meist um Lindenhonig und nicht um einen chemisch verunreinigten Fall, wie mal eine Kundin mutmaßte. Doch, Achtung! Nicht einfach auf Verdacht eine Sortenbzeichnung aufs Etikett schreiben! Es dürfen nur laboruntersuchte Honigsorten angegeben werden. Daher noch ein paar Grundinformationen zu Honigrichtlinien als Verbrauchertipps zusammengefasst (unser Blogbeitrag).

Seit 2013 im Dauereinsatz – unsere Eislöffelchen, gespendet von Eddy Weiss aus der WunderburgDas beste Geschmackserlebnis ist mit Porzellanlöffel zu erzielen. Wir verwenden allerdings seit 13 Jahren (!) die damals von Eddy Weiss aus der Wunderburg an die Schulbiene gespendeten Eislöffelchen. Und, ja, sie sind aus Plastik. Allerdings auch überaus haltbar, insofern nachhaltig.

5. Schleudern

Zunächst – Kontrolle! Ist der Quetschahn des darunter stehenden Honigtopfs auch wirklich, wirklich fest zugedreht?! Nebenbei: Ein kleiner Eimer mit kaltem Aufwischwasser und Wischlappen in der Nähe empfiehlt sich.

Das tropffreie Einsetzen der nun offenen Honigwaben in die Schleuder ist die haptisch gesehen größte Herausforderung. Wer über dickere Rähmchenoberträger verfügt, hat hier eindeutig einen grifflichen Vorteil. Alle anderen suchen sich eine dritte Hand, die den Boxendeckel als Tropfschutz unter der Wabe mitführt.

Die Waben wurden in unserer Vier-Waben-Tangentialschleuder sicher in die dafür vorgesehenen Löcher und in gleicher Richtung zeigend eingeführt. Dabei sollten sich wenigstens die sich gegenüberliegenden Waben vom Gewicht her gleichen, um Unwucht zu vermeiden. Kaufempfehlungen für Low-Budget-Schleudern für die Kleinstimkerei siehe in der internen Kursorganisation. Möglich wäre aber auch Tropfhonig, also nur über Sieb und Topf.

Die Anschleuderung erfolgt zunächst noch mit mäßigen Tempo zweckst Verhinderung von Wabenbruch. Dann werden die Waben in der Trommel gewendet unter erneut ruhigem und gleichmäßigem Schleudern.

Ab der nächsten Wendung kann dann „speedy gemacht“ werden. Wer im Team arbeitet, kann sich die Trommel dabei festhalten lassen. Dabei aber nicht zu stark auf den Deckel drücken, falls er aus Plexiglas besteht!

Nun noch ein letztes Mal wenden, feste schleudern, dann die leere, jetzt federleichte Wabe herausnehmen und in die bereitstehende Box stellen.

Nicht vergessen: Rechtzeitig den Quetschhahn über den mit einem Sieb versehenen Honigtopf öffnen, damit der steigende Honigstand in der Trommel nicht das mittig angebrachte Lager erreicht. Und immer wieder einmal einen Blick darauf werfen, ob die Ausflussöffnung auch wirklich noch über dem Topf ist, da die Trommel gerne – vor allem bei Unwucht – das Wandern beginnt.

Den Moment des ersten Honigflusses einer jeglichen Standort-Verarbeitung begleiten wir traditionell unter musikalischer Begleitung von Vivaldis „Vier-Jahreszeiten“ in der Aufnahme des legendären Dirigenten Herbert von Karajan. Denn vier Jahreszeiten lang begleiten wir unsere Bienen in ihrer unendlich kleinteiligen Arbeit, Honig zu erzeugen. Das muss gewürdigt werden!Honigverarbeitung Weide (AK25, Modul 8, Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de)

6. Abfüllen

Nach drei Tagen Ruhestellung des Honigtopfs können die Schwebteilchen, die sich als Oberschicht abgesetzt haben, abgeschäumt und der Honig abgefüllt werden.

Honigverarbeitung Weide (AK25, Modul 8, Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de)

Ein so langes Warten war natürlich in unserem Kurs nicht drin. Daher durfte der Vorgang des Abfüllens bereits jetzt schon geübt werden. Alle durften sich das fertige Honigglas gleich mit nach Hause nehmen. Die Schwebteilchen, die dabei noch in Kauf genommen werden, bedeuten keinen Qualitätsmangel. Sie sorgen jedoch für etwas optische Eintrübung und schnellere Kristallisierung. Der Kunde möchte es anders – aber wir wissen, wie lecker Honig auch in „naturtrübem“ Zustand ist!

Honigverarbeitung Weide (AK25, Modul 8, Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de)

Wichtig: Vor dem Abfüllen zeitnah die Gläser und Deckel in der Spülmaschine ohne Zusatz von Reinigungsmittel bei 60° C spülen. Auch mit neu erworbenen Gläsern, obwohl das der Gesetzgeber nicht verlangt, da sie steril aus der Fabrik kommen. Aber … ganz ehrlich … wer weiß schon, wie lange und wo diese lagerten. Staub- und geruchsfrei sind sie sicherlich nicht.

7. Wiegen

Genau 250 Gramm abzuwiegen sieht leichter aus, als es ist. Geduld und Augenmaß sind dafür notwendig – und natürlich eine geeichte Waage!

Ob geliehen oder gekauft – für den gewerblichen Verkauf von Honig muss sie alle zwei Jahre (statt jährlich wie vor 2020 noch geltend) geeicht werden. Zeitpunkt ist das Jahr, in welchem die Waage vom Hersteller geeicht und nach dem Kauf im Eichamt angemeldet wurde. Verantwortlich für das korrekte Eichdatum ist die/der Nutzer/in der Waage.

Eine Unterlassung der Kontrolle stellt eine kostenpflichtige Ordnungswidrigkeit dar. Es gilt das Mess- und Eichgesetz und die Mess- und Eichverordnung. Zum „Eich-TÜV“ hier unser einführender Blog- und Erfahrungsbericht.

8. Beschriften und Aufkleben der Etiketten

Mit dem Beschriften und Aufkleben der Etiketten endete nach jeweils etwa 6 bis 7 Stunden das Modul 8. Doch nicht, bevor wir noch einige Infos zu den allfälligen Verordnungen losgeworden sind. Diese sind: Lebensmittel-Informationsverordnung | Loskennzeichnungs-Verordnung | Verpackungsgesetz (VerpackG).

9. Zuletzt: Saubermachen

Den Teilnehmenden blieb das Saubermachen als „Übungsstoff“ erspart. Doch Tipps gibt es auch hierfür: So darf man Honig und Wachs nur mit lauwarmen Wasser entfernen, da sonst alles eher schmierig wird. Außerdem ist es nicht notwendig, die Geräte einzuschäumen. Klares Wasser genügt in den meisten Fällen.

Honig nicht zu lange auf Materialien aller Art (ausgenommen Glas) einwirken lassen, denn er enthält Säure, die auf die Dauer so ziemlich alles angreift. Also bald säubern, gut trocknen lassen und staubfrei verwahren. Damit’s im nächsten Jahr gleich wieder Spaß macht, loszulegen.

Das Entdeckelungswachs aus der Ernte, die übrigens 97,25 Kg betrug, hatte ein Gewicht von 3 Kg, allerdings mit immer noch etwas Honig dabei. Denn auch, wenn wir die Entdeckelungswanne über Nacht abtropfen ließen, kommt immer noch etwas zusammen. Es gäbe übrigens im Handel ein Netz zum Ausschleudern des Wachses, aber das lohnt sich sicher nur für große Mengen.

Wir freuen uns, dass es wieder allen Spaß gemacht hat. Und für unsere Bienenpatinnen und -paten: Ab sofort könnt ihr euren Bienenpatenhonig abholen. Einfach anrufen für einen Termin!

Der Imkerkurs für Anfänger 2025 hat nun zwei Drittel seiner Module hinter sich gelassen. Nun geht es nahtlos über ins Einwintern. Und ein bisschen Feiern wollen wir auch noch! Bis bald!

So., 19.07.26 – BIWa-Sonntagsöffnung mit öffentlicher Honigernte

Logo für das Schwerpunktthema Honig der Bienen-InfoWabeLogo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)So., 19.07.26 – BIWa-Sonntagsöffnung mit öffentlicher Honigernte

Wann? 14.00 – 17.00 Uhr | Offenes Haus für alle … rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.deUm 15.00 Uhr | Öffentliche Honigernte. Honig wächst nicht in Quetschflaschen, das ist sicher. Doch woher kommt er genau? Wie wird er von den Bienen eingelagert? Familien mit Kindern ab dem Grundschulalter dürfen kostenlos und ohne Anmeldung am Ernten teilnehmen. Sie ziehen unter Anleitung eine Wabe aus dem Volk am Bienenweg und werden mit einem kleinen Geschenk belohnt. Dauer je nach Besucherzahl etwa eine halbe Stunde inklusive Kurzvortrag. Auch, wer nicht ernten will, darf in einen echten Imkeranzug schlüpfen! Im Anschluss Honigverkostung mit der Möglichkeit, original Bamberger Lagenhonig zu kaufen. Bei Regen muss die Ernte leider entfallen, doch Kurzvortrag und Honigverkostung sind weiterhin möglich.
Und sonst?  Informationen für Groß und Klein, Beratung für Jungimker/innen und Fachgespräche für alte Hasen. Nutzung der Imker-Bibliothek.
Kosten?  Keine, über Spenden freuen wir uns
Wo?  Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park

Honigernte Bughof und Weide (BLIB-Imkerkurs für Anfänger, AK26, Modul 7)

Für unsere Teilnehmenden aus dem Imkerkurs für Anfänger boten wir zur Honigernte und -verarbeitung zwei Juli-Termine an. Gruppe 1 erntete am 04.07. am Standort Bughof, eine Woche später trafen wir uns mit der Gruppe 2 an der Weide. Das Modul 7 ist das praxisstärkste von allen, wir leisten nur noch wenig Hilfestellung. Ob mit oder ohne Imkeranzug … jetzt geht’s ans Eingemachte!

Vorlauf zur Ernte

In den Morgenstunden des Tags vor der Ernte setzte Reinhold am jeweilig vorgesehenen Standort eine Bienenflucht ein, die es in verschiedenen Varianten gibt, z. B. als Raute mit zwei Eingängen oder kreisförmig mit 16 Eingängen. Jene mit zwei Plastikeinsätzen sehen wir als eher nicht so ideal an. Zu diesem Thema weiter unten mehr.

Mit Spiritus wurden die Imkergeräte (Stockmeißel, Smoker) und die Boxen gereinigt, der Abkehrbesen kam in die Spülmaschine.

Ablauf des Modul 7 zur Ernte

Um ein sauberes, zügiges und unfallfreies Ernten zu garantieren, sollten alle erforderlichen Gerätschaften vor Ort griffbereit aufgebaut werden. Auch der Eigenschutz darf nicht vergessen werden.

Hier die Checkliste Ernte:

  • Kopftuch u./o. Imkerhut und Jacke, geschlossene Schuhe, kein Leder am Körper – Im Falle zickiger Bienen nicht zögern, nach der Devise „Selbstschutz ist Bienenschutz!“ vorzugehen. Denn offen stehende Beuten, die fluchtartig sich selbst und den Wespen überlassen werden, sind keine Option, wenn ein umsichtig aufgezogener Imkerhut das verhindern kann. Warum es Lederhandschuhe zu Kaufen gibt, entzieht sich unserem Verständnis.
  • Smoker mit Rauchmaterial, Feuerzeug, Löschwasser
  • Stockmeißel
  • Abkehrbesen Da die Borsten vom Honig verkleben und für die Bienen unangenehm hart, außerdem unnötig viele Bienen angezogen werden, empfiehlt es sich, entweder einen zweiten Besen bereit zu halten oder ihn zwischendrin mit Wasser zu säubern.
  • Leerboxen Lebensmittelecht und sauber, zudem leicht schräg aufgestellt, damit die eingetragenen schweren Waben nicht ins Rutschen kommen.
  • Leere Rähmchen Zum Abstützen der Honigwaben, wenn die Box nicht gänzlich mit ihnen gefüllt sind, um beim Tragen keine Wabenverletzungen zu riskieren. Unsere Empfehlung ist, 6-7 volle Waben, 3-4 leere Rähmchen.
  • Windel – Für Varroabefallskontrolle, die 3 Tage nach der Ernte erfolgen sollte.

1. Entnehmen der Waben

Zum Entnehmen braucht es im Grunde keinen oder kaum Rauch, der auch nur das Aroma beeinflussen würde. Die Bienenflucht – sofern mindestens 24 Stunden vorher eingelegt – sorgt dafür, dass relativ wenige Bienen im Honigraum sind.

Da Honigwaben mit durchschnittlich 2-3 Kilo für die Finger als ziemlich schwer empfunden werden können, könnte das Rähmchen in der Mitte des oberen Rahmenstegs in den Klammergriff genommen werden. Allerdings funktioniert dann so das Abkehren nicht mehr ideal.



2. Die Spritzprobe

Um sicherzugehen, dass keine zu wasserhaltigen Honigwaben geerntet werden, unterzieht man die Randwaben einer Spritzprobe. Das gilt jedoch nur für die wenig bis nicht verdeckelten Waben. Glänzt der Honig noch sehr, ist er wohl noch zu flüssig. Je matter, desto besser. Das Foto hier zeigt eine Honigwabe, die trotz wenig Verdeckelung schon reif genug zum Ernten war.

Ak25, Modul 7: Ernte Bamberger Lagenhonig, Standort Inselstadt / Weide am 12.07.2025 / Imkeranfängerkurs von Bienen-leben-in-Bamberg.de

Mit beiden Händen wird die Wabe an den Seitenrändern gehalten. Falls bei der kräftigen, ruckartigen Bewegung (Stoßen) der horizontal über der Beute gehaltene Wabe ein Nektartropfen herausgeschleudert wird, belassen wir sie in der Beute. Hat man ein gutes Auge, erkennt man die Tropfen trotz der gleichzeitig mit herabfallenden Bienen. Anfänger/innen sollten besser vorher die Bienen von der Wabe kehren.

 

3. Bienen abkehren

Um die Bienen nicht zu verletzen, bemühen wir uns um ein schonendes Abkehren. Die noch ansitzenden Bienen werden dabei mit raschen, beherzten Wischbewegungen des weichen Abkehrbesens vor das Flugloch gestrichen.

Behutsame Kehrbewegungen wären wegen der Gefahr, die Bienen dabei zu rollen, grundverkehrt. Manche Imker*innen verwenden ein kleines Gebläse, um die Bienen davonzuföhnen. Beim Kauf darauf achten, dass er nicht zu laut töst.

4. Honigwabe in Leerbox bugsieren

Sodann gilt es, die abgekehrte Wabe rasch und ohne wieder anfliegende Bienen – Ende Juli dann mehr noch ohne Wepsen! – in die bereitgestellte, leicht schräg stehende Box zu bringen. Dabei muss vermieden werden, dass die Wachsschicht aufbricht, etwa, weil man mit den Abstandshaltern gegen die bereits verstauten Waben stößt. Die Folge wäre eine Sauerei in der Box und somit auch ein Herbeilocken von Bienen und Wespen.


Alle Teilnehmenden übten das Einholen der Waben ohne eine „dritte Hand“. Es ist nicht einfach, zugleich mit dem Abkehrbesen eine sehr schwere Wabe mit nur einer Hand zu halten, um mit der anderen Hand den Deckel zu öffnen und die Box sofort nach dem sorgfältigen Honigwabeneinsetzen wieder zu verschließen.

Achtung: Den Deckel, wenn er denn schon auf den Boden abgelegt werden muss, weil es anders nicht zu schaffen ist, niemals mit der Innenseite nach unten aufs Gras legen. Der Grund sind Mäuse, die den Hantavirus verbreiten könnten. Alles, was mit Lebensmittel zu tun hat, unbedingt vom Boden fernhalten! Und aus gutem Grund interessiert sich ab diesem Moment des Erntens die Lebensmittelkontrolle für die Imkerei, und wenger das Veterinäramt.

Eigenschutz!

Das Schleppen der Boxen sollte rückenschonend vonstatten gehen. Also raus aus dem Kreuz, und nicht zu viel auf einmal! Auch, wenn ihr in jungen Jahren noch keinen Gedanken daran verschwendet … Belastung lässt die Bandscheiben schrumpfen! Eines der häufigsten Gründen zur Aufgabe der Imkerei sind massive Rückenprobleme.

5. Entfernen der Bienenflucht

Die Bienenfluchten sind nach dem Prinzip einer Einbahnstraße gebaut und in unterschiedlichen, vom beabsichtigten Effekt durchaus vergleichbaren Ausführungen erhältlich (s. o.).

Die Bienenflucht wird vorsichtig unter Gabe einiger Rauchstöße angehoben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist es völlig in Ordnung, auch mal einen Hut aufzuziehen.

Die meisten Bienen können mit ein paar kräftigen Stößen vor die Beute – besser noch in die vorab aufgesetzte Leerzarge– abgeschüttelt werden. Dabei wird mit einer Hand die Flucht fest in den Griff genommen, die andere schlägt kräftig auf die haltende Hand. Bei sehr vielen Bienen kommt auch erst einmal an den Rändern der Abkehrbesen zum Zuge.

Wie erfolgreich der Honigraum von den Honigpflegebienen verlassen wurde, variiert manchmal stark. Oft klappt es sehr gut, zuweilen weniger.

 

Erst, nachdem alle Völker abgeerntet sind, wird die Bienenflucht entfernt. Nimmt man die Flucht nämlich bei jedem einzelnen Volk sofort heraus, wären unnötig viele Bienen in der Luft. Das muss man sich nicht antun.

 

6. Absperrgitter entfernen und Leerzarge aufsetzen

Nachdem die Bienenflucht entfernt ist, können nach ein paar Rauchstößen aus dem Smoker, der hoffentlich noch qualmt, die Absperrgitter weggenommen und dann eine (vormals mit Honigwaben) gefüllte Leerzarge aufgesetzt werden.

Wer allerdings seine Völker im weiteren Verlauf nach dem Prinzip „Teilen und Behandeln“ (TuB) versorgt, lässt das Gitter einfach noch drauf, um sicher zu sein, dass die Königin im Brutraum verblieben ist.

Sollten ein paar Waben nicht geerntet werden können, weil noch zu feucht, setzt man diese genau über das Brutnest. Wenn man schon mal dabei ist, schätzt man zugleich die Menge des im Brutraum verbliebenen Honigs. Er sollte 5 Kilo betragen. Für die Schätzung addiert man die sichtbar verdeckelte Flächenmengen. Inklusive der verbliebenen Restwaben sollte es die Menge ergeben, wie sie auf zwei beidseitig verdeckelten Waben zusammen kommen.

Falls weniger vorhanden ist und keine Tracht mehr zu erwarten (das ist von Region zu Region und vom Zeitpunkt her unterschiedlich), muss eine volle Wabe zurückgelassen werden. Oder man beginnt sogleich mit dem Auffüttern mittels Futterteig oder einigen Litern Zuckerwasser. Und zwar in den Abendstunden, um keine Räuberei auszulösen.

7. Windel einschieben

Zum Schluss wird noch die Windel eingeschoben und nach drei Tagen ausgewertet, um einen zuverlässigen Wert zu erhalten. Bleibt die Windel länger eingeschoben, erschweren Wachskrümel das Auszählen der Milben. Zudem werden Ameisen angelockt. Wegen der Wachskrümel empfiehlt es sich, während der Gemülldiagnose auch keine frisch ausgeschleuderten Honigwaben von den Bienen reinigen lassen.

Basierend auf den Ergebnissen der Gemülldiagnose entscheiden wir, ob umgehend eine Varroabehandlung durchgeführt werden muss. Dabei orientieren wir uns an den für Juli geltenden Grenzwert des Milbenfalls von 10 Milben pro Tag für die über ein Jahr alten Wirtschaftsvölker.

Liegen die Werte unterhalb dieser Grenzen, können wir mit der standardmäßigen Sommerbehandlung mittels Ameisensäure noch bis August bei den Wirtschaftsvölkern und bis September bei den Ablegern zuwarten.

Zur weiteren Verarbeitung fuhren wir die duftende Fracht an den Obstmarkt. Das Modul 8 also in einem der nächsten Blogbeiträgen.

Wachstücher herstellen zur BIWa-Sonntagsöffnung

Während der BIWa-Sonntagsöffnung im Juni boten wir einen Workshop „Nachhaltige Wachstücher“ an. Wir und sechs Teilnehmende hatten trotz zusätzlicher „Bügeleisen-Hitze“ Spaß daran, einen Ersatz für umweltbelastende Klarsichtfolien herzustellen. Welches Material es braucht und wie genau das geht, wird hier erklärt. Ganz unten eine Fotogalerie zum Ablauf.

Material

  1. Baumwollstoff – OEKO-TEX® Standard 100 oder GOTS
  2. Schneiderschere, ggf. Zacken-Schere
  3. Bügeleisen
  4. Unterlegschutz für Arbeitstisch
  5. Backpapier
  6. Jojobaöl-Tropfen – chemiefrei, kaltgepresst (z. B. Kanzy, Primavera, Nanoil -> Rossmann, Dr. Scheller -> dm) -> Nicht in direktem Kontakt mit fettigen Lebensmittel verwenden! Siehe auch „Hinweise“
    Alternativ hochwertiges Bio-Rapsöl oder Kokos-Öl
  7. geraspeltes Bienenwachs (1 Stunde vorab das Wachsstück in den Kühlschrank legen)
  8. gemahlenes Kiefernharz – ohne synthetische Zusätze (z. B. Little Bee Fresh aus Österreich) – kann auch weggelassen werden, macht die Tücher aber robuster, weil sich Bienenwachs und Stoff besser verbinden und wirkt zusätzlich antibakteriell
    Alternativ Fichten- oder Lärchenharz, da allgemein weniger allergieauslösend

So geht‘s

  1. Baumwollstoff mit(Zacken-)Schere auf gewünschte Größe zuschneiden, für mehr Stücke hilft Schablone
  2. Backpapier auf den mit einem Unterlegschutz abgedeckten Tisch ausbreiten und Stoff platzieren
  3. gleichmäßig Jojoba-, Raps- oder Kokosöl darauf träufeln. Nicht zu stark tränken, beim späteren Bügeln verteilt sich das von allein
  4. geraspeltes oder dünn geschabtes Bienenwachs und (mit Mörser oder Kaffeemühle, hier nur 1x kurz drücken) zerkleinertes Kiefern- oder Fichtenharz (1-3 g) auf den Stoff verteilen. Nicht zu viel verwenden, sonst wird das Tuch zu steif. Besser erst testen, nachstreuen geht immer. Auch möglich: Wachs im Wasserbad schmelzen, mit Backpinsel auftragen
  5. Zweites Stück Backpapier obenauf legen
  6. mit Bügeleisen (Stufe bis Baumwollstufe ohne Dampf) vorsichtig und ohne großen Druck über das Backpapier fahren, bis alles verteilt ist; Alternativ Backofen
  7. oberes Backpapier abziehen und das fertige Tuch kurz hin- und herwedeln und aufhängen, bis es fest ist

Pflege der Tücher

  • aufbewahren liegend oder gerollt (lichtgeschützt, nicht zu warm)
  • reinigen, ggf. mit Schwämmchen, unter fließend lauwarmen Wasser
  • (alkoholfreies) Spülmittel nur bei hartnäckiger Verschmutzung
  • nur ausdrücken, nicht wringen oder zu fest rubbeln; dann sanft ausstreichen, mit den Händen Wasser abstreifen, mit Abtrocktuch nachtrocknen, aufhängen
  • brüchige, schadhafte Stellen zwischen Backpapier aufbügeln, ggf. mit Wachs und / oder Öl nachbessern

Hinweise

  • Wachstücher sind nicht geeignet für rohes Fleisch oder Fisch!
  • Für geruchsintensive Lebensmitteln (z. B. Zwiebeln) am besten immer dasselbe Tuch verwenden
  • Das Bundes­institut für Risiko­bewertung (BfR) gibt zu bedenken, dass die Imprägnier­hilfen auf Speisen übergehen könnten. Jojobaöl habe nichts in Lebens­mitteln zu suchen und solle nicht für die Tücher verwendet werden [möglicherweise toxische Wirkungen auf Darmzellen]. Bienenwachs ist zwar als Zusatz­stoff erlaubt, doch gerade fettige Speisen können viel davon aufnehmen. Kritisch ist das, wenn das Wachs schad­stoff­belastet ist. Auch Keime können zum Problem werden […] Quelle vom 20.06. 2026: https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/bienenwachstuecher-worauf-sollten-sie-achten/

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Grundschule Strullendorf zu Gast bei der Bamberger Schulbiene

Die FleGS-Klassen 1/2 c und d der Grundschule Strullendorf besuchten die Bamberger Schulbiene und überzeugten mit einer Menge Vorwissen. Um so mehr tat es uns leid, dass das obligatorische Bienenstreicheln wegen der Gewitterstimmung aus Sicherheitsgründen ausfallen musste. Doch immerhin durften alle die echten Bienen von Nahem sehen und ein abwechslungsreiches Programm für alle Sinne erleben!

Leider konnten wir in der darauffolgenden Woche die anderen drei Klassenzüge nicht unterrichten. Es war mit über 30° C entschieden zu heiß für Menschen wie Bienen.

1. Ankommen / duftender Sinnespfad (Barfußpfad)

Bekommen wir eine „Ameisenstraße“ hin, ohne zu drängeln? Was fühlen wir unter unseren Füßen? Was tasten, sehen und riechen wir?

2. Kleine Pflanzenkunde und Grundkenntnisse Bienen-Biologie (Teil 1)

Welche Pflanzen rochen so intensiv? Wie empfinden Bienen? Warum können Bienen ohne Nase trotzdem riechen? Welche Sinne und Körperteile haben sie? Wo sind die Unterschiede zu uns Menschen und weiteren Tieren?

3. Grundkenntnisse Bienen-Biologie (Teil 2) und Bestäubung

Was sammeln Bienen und für was? Warum sind Honigbienen so wichtig? Wie transportieren Bienen das Gesammelte? Wohin tragen sie es?

4. Wie kommt der Honig ins Glas?

Welche Schritte und Geräte braucht es, damit der Honig im Glas landet? Wie viel Honiggläser ergibt eine Wabe / ein Volk? Wie schmeckt der Honig von den Bienenvölkern, die wir gleich besuchen werden? Waurm ist mancher Honig flüssig, und mancher fest?

 

5. Kontaktaufnahme Biene und offene Fragen an der Schaufensterbeute

Was krabbelt da? Wie sehen Arbeiterinnen und Drohnen aus?  Schlüpft hier nicht sogar eine kleine Biene?

Schaufensterbeute für den Bamberger Schulbienenunterricht

7. Besuch des Lehrbienenstands

Wie sieht die Welt durch einen Imkerschleier (Imkerhut) aus? Welche Maßnahmen erlauben einen sicheren Umgang mit den Bienen? Was macht der Rauch mit den Bienen? Wie sieht eine Bienenwohnung von innen aus?

Bienenführung für KEB, Katholische Erwachsenenbildung

Bienenführung für die KEB, Katholische Erwachsenenbildung, Familienbildung„Was man liebt, schützt man“. In der Bienen-InfoWabe und dem angrenzenden Bienengarten wurden Naturinteressierte auf abwechslungsreiche Weise an (Wild-)Bienen, ihren Lebensraum und die Imkerei herangeführt, Honigverkostung und Bienenstreicheln inklusive.

Die Kinder durften natürlich auch in einen echten Imkeranzug schlüpfen. Wir waren uns einig – dies war nicht das letzte Mal, dass wir zum Programm der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) BA – FO – ERH e. V. zur Familienbildung beitragen durften.

Einstieg via Sinnespfad / Barfußpfad

Sinne, Körper und Nutzen der Bienen

Bienenführung für die KEB, Katholische Erwachsenenbildung, Familienbildung

Schaufensterbeute für einen intensiven ersten Blick

Bienenführung für die KEB, Katholische Erwachsenenbildung, Familienbildung

Am Lehrbienenstand

Bienenführung für die KEB, Katholische Erwachsenenbildung, Familienbildung