Vorschau Bienenfreu(n)de-Stammtisch 15. September zum Thema „Welterbe-Garten“

DIE VERANSTALTUNG MUSS LEIDER ABGESAGT WERDEN! (Update 13.09.20)

 

Logo Transition BambergDi., 15.09.20    Gruppentreffen „Bienenfreu(n)de“ Transition Bamberg

Wann und Was genau?
18.00 – 19.00 Uhr  |  Thema: Der Welterbe-Garten
Ein Besuch des heuer gegründeten Welterbe-Gartens lässt uns hinter die Kulissen der Gärtnerstadt blicken. Was passiert da? Und was bedeutet das für unsere Bienen? Mit Honigverkostung der Jungfern-Ernte!
Angelegt wurde der Garten übrigens als Allmende-Garten. Das Mischkultursystem eines solidarischen urbanen Gartenbaus funktioniert nach den Grundprinzipien der Commons- (deutsch: Allmende-)Bewegung nach Gertrud Frank.
19.00 – 20.00 Uhr
Schwofen, Fachsimpeln, Sich-Kennenlernen … bei Snacks und guter Laune.
Wer?
Willkommen sind alle, die ein Interesse an (Wild-)Bienen und ihren Lebensraum, an Honig und an Imkerei haben.
Wo? Das SEPTEMBER-Treffen findet in der Heiliggrabstraße 43 statt. Bitte am Tor klingeln.

Und sonst? Weitere Informationen unter transition-bamberg.de/bienenfreundeBamberger Lagenhonig, Lage "Welterbe-Garten"

Dr. Friedgard Schaper verstorben

Biene an Rosa Paul GauguinEin besonderer Mensch ist nicht mehr unter uns. Die Imkerwelt trauert um Dr. Friedgard Schaper, die am 23.08.2020 verstorben ist.

Vielen älteren Imkern ist sie bekannt aus der Bayerischen Landesanstalt für Bienenzucht in Erlangen, später dann aus der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim, nachdem die Erlangener dort eingegliedert wurden, mithin das heutige Institut für Bienenkunde, deren Leiterin sie von 2007 bis zu ihrem Ruhestand in 2012 war.

Doch auch, wer Dr. Schaper nicht persönlich als umtriebige Referentin auch noch in ihrem Unruhestand kannte – und das über ihre stete Präsenz in Veitshöchheim hinaus –, kennt sie als die Frau hinter dem Erfolgsprojekt und Dauerbrenner „Der intelligente Blumenkasten“. Diesen Flyer bzw. die Liste dahinter vergeben wir in rauen Mengen und erfreut sich großer Beliebtheit.

Neben der Berufsausbildung war auch die Fortbildung der Imker*innen und die Nachwuchsarbeit Ihr ein großes Anliegen. Von Ihr erarbeitete Schulungsunterlagen wie Merkblätter, Diaserien zu Honig und Krankheiten sind in vielen Veranstaltungen fester Bestandteil der Ausbildung. Ideen und Unterrichtsmaterialien zur Arbeit mit Bienen in der Schule wurden von Dr. Schaper zusammengestellt und die Internetseite „Bienenschule“ belegt im Internetangebot des Institut für Bienenkunde und Imkerei immer einen der vordersten Plätze mit mehr als 40.000 Zugriffen im Jahr.

Diese Zeilen – und angemessene ausführliche mehr – stammen aus dem herzlichen Nachruf, den ihr Nachfolger im Amt, Dr. Stefan Berg sowie Dr. Ingrid Illies im Namen der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e. V. veröffentlichte, und den die Imkerwelt nun mit Betroffenheit zu verdauen hat.

Wir durften die Grande Dame der Imkerschaft einige Male persönlich wie telefonisch in Beratungen erleben, wofür wir dankbar sind. Denn ihre Herzlichkeit und Hingabe, ihre Leidenschaft und überaus breite Fachkenntnis, die sie immer freigiebig und detailfreudig vermittelte, bereicherten jede Tagung und Begegnung. Sie war ein Mensch, der etwas zu sagen hatte und der man mit wachsender Begeisterung gerne zuhörte.

Nun ist Frau Dr. Friedgard Scharpers Stimme verstummt, doch nicht ihr Lebenswerk. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren!

Von Bienen, Honig und der Imkerei zum Sommerprogramm von Grünes Bamberg

Von allen unseren vier Themen – Bienen, Honig, Imkerei und Natur – gab es im Rahmen des Sommerprogramms von „Grünes Bamberg“ am 22.08.2020 einen mal groben, mal feinen Einblick für unsere Gäste der Bienen-InfoWabe.

Die Bienen-InfoWabe und seine Ausnahme-Gäste

Fünf Erwachsene und zwei Kinder „füllten“ in Coronazeiten genau richtig den Raum, um genügend Abstand zu halten. Es war bisher unsere einzige Indoor-Veranstaltung in diesem denkwürdigen Jahr, da wir alle Veranstaltungen entweder absagten oder nach draußen verlegten. Doch der einzige richtige Regen der vergangenen Wochen machte uns diesmal einen Strich durch die Rechnung. Andererseits … in unserem grünen Klassenzimmer können wir doch besser auf Ausstattungsgegenstände zurückgreifen, die uns im Freien gefehlt hätten. Ja, wir haben die Bienen-InfoWabe schließlich nicht ohne Grund gebaut.

Die Bienen

Bienenmodell, HonigblaseSo ließ sich an unserem Bienenmodell die Honigblase recht anschaulich zeigen. Sie birgt den Nektar, der sodann im Stock unter Beimengung von körpereigenen Enzymen und unter Mithilfe der Bienenschwestern zum Honig wird. Dass dieser bei Fertigstellung unter 20% Wassergehalt hat und damit für Bakterien uninteressant und daher ewig haltbar ist, und wie die Bienen so genau wissen, ab wann er trocken genug zum Verdeckeln ist, bleibt ihr großes Geheimnis. Ebenso, wie sie mit ihren ausgeschwitzten Wachsblättchen so supertolle Waben bauen können.

Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.deDoch bevor wir detaillierter zum Thema Honig kamen, mussten wir doch erst einmal unser so wichtiges „wildes“ Haus- und Nutztier genauer kennenlernen. Wie viele Beine, Augen und Flügel sie hat und wo ihre „Nase“ sitzt, war nicht so ohne Weiteres geklärt. Doch wir wurden von der Erstkläßlerin Marleen und dem baldigen Vorschulkind Oskar fachlich bestens unterstützt. Sie hatten einiges an Vorwissen mitgebracht. Wobei uns der Opa Peter Gack versicherte – ER war’s nicht, der es ihnen beigebracht hätte! Auch Katharina Müllerschön verneinte eine direkt Beteiligung … na, ob wir das glauben?! 😉

Ein Blick in den „Fake“-Bienenstock zeigte sodann den Aufbau der Bienenwohnungen und was darin so vorgefunden werden kann. Beispielsweise Wabenrähmchen mit eingelagertem Pollen und der Bienenbrut sowie – leider – der Varroamilben. Alle durften schätzen, wie schwer eine (echte!) volle Honigwabe ist und rechnen, wie viele Gläser aus einer Wabe heraus kommen können.

Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.de Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.de

 

 

 

Die Imkerei

Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.deAls einziges Insekt von rund einer Million weiterer Arten konnte der Mensch die Bienen am Haus halten und für seine Süßungs- und Konservierungsbedarfe als auch als Wachslieferant zu seinem Wohle nutzen. Heute hat ihre Bestäubungsleistung den wirtschaftlich größten Nutzen. Ohne sie wären gut 80% unserer Erträge nicht vorhanden und / oder qualitativ nur schlecht ausgebildet. Ohne Honigbiene würde es auf unseren Teller sehr, sehr leer werden, wie ein Blick auf die aufgehängte Grafik mit den Ertragsmengen in der Landwirtschaft durch Bienenbeflug zeigt.

Dass wir nur 20% des deutschen Honigbedarfs durch Apis mellifera decken können, ist ebenfalls kein gutes Zeichen. Die Imkerei in Deutschland müsste viel mehr gefördert werden, was natürlich auch eine gute Wechselwirkung hinsichtlich der Bestäubung hätte.

Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Der Honig

Nach diesem Übergang kamen wir dann zur Honigverkostung. Wir verglichen die Lage „Schiffbauplatz“ mit der Lage „Weide“, beide Völker nahe der Regnitz beieinanderliegend, dennoch unterschiedlich vom Geschmack. Je nach angeflogenen Trachtpflanzen und des witterungsbedingten Nekatarflusses – wenn es zu trocken ist, dann logischerweise auch weniger Nektar – varriieren Gaumengenuss und Ertragsmenge.Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Der Trauben- bzw. Fruchtzuckeranteil bestimmt die Konsistenz, also ob mehr fest oder flüssig. Waldhonig (Blatthonig) hat einen höheren Fruchtzuckeranteil, bleibt also beinahe immer flüssig. Blütenhonig hingegen kristallisiert mit der Zeit aus, Der sehr hohe Traubenzucker beispielsweise bei einem Rapshonig führt zu einem so schnellen Festigungsvorgang, dass er sofort nach seinem Eintrag geerntet werden muss, sonst bleibt er in den Wabenzellen stecken.

Abschied

Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.deDr. Juliane Fuchs, die das Programm federführend organisiert hat, bedankte sich im Namen des Parteivorstands für unsere Ausführungen mit zwei Büchern und einer Spende. Wir freuten uns sehr, dass Groß wie Klein die Bienenwelt neu entdecken konnten und sich fasziniert zeigte. Denn das ist der Plan … was uns begeistert, das sehen wir einfach mit anderen Augen und Herzen und kümmern uns viel besser darum … was bei der überwiegenden Anzahl an „Grünen“ hier ja fast wie Eulen nach Athen tragen bedeutete.

Doch auch unsere Gäste Anna und Thomas (der sich im Juli-Transition-Stammtisch online unserem Honigschleuderthema zugeschaltet hatte), ließen sich offenkundig voll auf unsere Lieblingsthemen ein. Anna überlegt sogar, ob sie nicht auch selbst die Bienenhaltung erlernten möchte. Wir würden uns jedenfalls freuen, sie zum nächsten Anfängerkursjahrgang wieder zusehen.

Danke für euer Kommen und den Glanz in euren Augen! Wir sind uns sicher, der Bienenvirus, an den ihr euch heute angesteckt habt, wird euch bereichern!

Nationaltag der Honigbiene in den USA am 3. August-Samstag

Wildbiene / Hummel an PfingstroseNationaltag der Honigbiene ist am 3. Samstag im August, heuer also am 22.08.2020. Er wurde in den USA ins Leben gerufen und wird mittlerweile auch als „international“ bezeichnet. Unsere Westliche Honigbiene Apis Mellifera hat gleich mehrere Gedenktage. Am 14. September, der sich Internationaler Tag zum Schutz der Bienen nennt. Und indirekt auch über den Tag des Honigs oder Ambrosiustag am 4. April (Geburtstag des Heiligen Ambrosius von Mailand) und am 7. Dezember (Bischofsweihe) des Schutzpatrons der Bienen, Imker, Wachszieher, Lebzeltner und des Lernens.

Hummel an Hängepolster-Glockenblume (Campanula poscharskyana)Heute halten wir „zufällig“ einen Vortrag mit Honigverkostung, wie bereits im vorherigen Blogbeitrag angekündigt. Egal, ob es regent … wir sind anzutreffen von 10-12 Uhr in der Bienen-InfoWabe. Im Anschluss dürfen unsere Bienenpat(inn)en ihre Jahresgaben abholen kommen.

Und was ihr für sie tun könnt, erfahrt ihr hier unter „Wie helfen?“

Biene an Geranium x magnificum – Pracht-Storchschnabel

Führung „Ohne Bienen fehlt uns was!“ für Sommerprogramm Grünes Bamberg

Biene an Durchwachsener Silphie (Silphium perfoliatum)Für das Sommerprogramm von „Grünes Bamberg“ am 22.08. von 10-12 Uhr bieten wir unter dem Titel „Ohne Bienen fehlt uns was!“ eine informative Einführung zu Bienen und ihrem Lebensraum sowie zum Honig.
Ob Honig- oder Wildbiene, alle sind für uns unentbehrlich. Rund um Bienen und ihren Lebensraum, um Honig und die Imkerei gibt es viel zu erzählen. Klein wie Groß dürfen uns alles fragen. Zum Schluss schmieren wir euch noch ein wenig „Honig ums Maul“. Treffpunkt ist im Bamberger Bienengarten an der Bienen-InfoWabe.
Ort: Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1 (Erba-Park), 96047 Bamberg
Referenten: Imkermeister Reinhold Burger und Imkerin Ilona Munique, alias „Bamberger Schulbiene“.
Anmeldung unter der E-Mail juliane.fuchs@greunes-bamberg.de oder telefonisch unter 0951-2080736 (oder auch direkt bei uns).

Wabenhygiene und Varroabehandlung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK20, Modul 9)

Im Modul 9 des Imkerkurses für Anfänger (AK20) stand die Wabenhygiene und Varroabehandlung auf dem Programm. Da die hohen Temperaturen nicht ideal für eine echte Varroabehandlung waren, lernte die erste Gruppe am 11.08. den Vorgang „trocken“ kennen, also ohne, dass Ameisensäure verwendet wurde. Daher gibt es ein paar Fotos ohne die notwendigen und vorgeschriebenen Handschuhe als Schutz vor der Säure. Die zweite Gruppe am 15.08. hätte zwar das idealere Wetter zur Behandlung, doch da wir die beiden Völker am Fünferlessteg gleichzeitig behandeln möchten, wurde dort ebenfalls mit ungefülltem Dispenser geübt.

Modul 9 Wabenhygiene und Varroabehandlung

Oxalsäurebehandlung

Zunächst erläuterte Reinhold die Oxalsäurebehandlung, die allerdings erst im Winter stattfinden wird. Die Theorie dazu lässt sich doch etwas netter im Warmen erklären als frierend vor den Beuten. Entscheidend für eine optimale Wirkung der Behandlung ist der richtige Zeitpunkt: Die Bienen sollen aus der Brut gegangen sein, was immer dann geschieht, wenn es ein paar Tage gefroren hat. Außerdem sollte es auch am Behandlungstag selbst richtig kalt sein, möglichst 0 °C und kälter, damit die Bienen in einer kompakten Wintertraube sitzen. So verteilt sich die Säure durch den engen Kontakt der Bienen untereinander besser. Ferner müssen die Gerätschaften parat stehen, denn vor Ort sollte angesichts des dann engen Zeitfensters – meist steigen die Temperaturen gegen Mittag – alles reibungslos verlaufen. Deshalb erhielten alle eine Checkliste von uns.

Übrigens: An den Arbeitsschutz in Form von Handschuhen ist auch zu denken, wenn die Windel kontrolliert wird. Denn die verabreichte Oxalsäure tropft natürlich auch nach unten durch die Wabengassen hindurch und landet auf dem Schieber. Beim Abputzen gerät man dann unweigerlich in Kontakt mit der Säure.

Ameisensäurebehandlung

Im gesamten 12-moduligen Kursverlauf gehen wir immer wieder auf den gefürchteten Bienenschädling, die Varroa destructor, ein. So im Modul 2 zur Bienenkrankheiten und Modul 5 zur Varroakunde und -kontrolle. Im Modul 9 wird die Theorie durch die praktische Anwendung rund gemacht. Vorgestellt wurden die beiden gebräuchlichen Säurenspender, nämlich der Liebig-Dispenser und der Nassenheider Verdunster professional.

Der Liebig-Dispenser besticht durch seine einfache Handhabung, wobei die passende, wetter- und volksstärkenabängige Dosierung Voraussetzung für das Gelingen der Behandlung ist. Er besteht aus drei Teilen: Einer Plastikflasche mit zwei Skalen, die es ermöglichen, die Mengenangabe auch dann abzulesen, wenn das Fläschchen bei seinem Einsatz auf den Kopf zu stehen kommt. So hat man die angepeilte Verdunstungsmenge gut im Blick und kann ggf. nachsteuern. Der zweite Teil ist eine viereckige Plastikplatte und ein hierzu passender Docht.

Auf den viereckigen Papierdochten ist – mit ein bisschen Nachdenken – herauszulesen, wie groß der Docht bleiben kann und wieviel Ameisenäure (AS) verwendet werden soll, und zwar in Abhängigkeit vom jeweiligen Beutensystem, der im Varroa-Wetter prognostizierten Wetterlage bzw. Verabreichungsempfehlung und dem Säurewert, also 65% bzw. 85% ad us. vet. Wobei letzteres in Deutschland nur verabreicht werden darf, wenn es ein Veterinäramt verordnet hat.

Wir verwenden in der Regel 150 ml, wobei auch 200 ml möglich wären. Die Verdunstungsrate pro Tag sollte bei etwa 30 – 49 ml liegen. Zu wenig Verdunstung wirkt nicht, dann muss wiederholt werden. Bei zu schneller Verdunstung kann mit einer Verkleinerung des Dochtes gegengesteuert werden.

Beim Nassenheider prof. muss man geduldig sein, denn seine vielen Einzelteile sind in der Handhabung aufwändiger. Sein Vorteil liegt im doppelten – vertikal wie horizontal angebrachten – Dochtsystem, der für einen konstanten Flüssigkeitsstrom sorgt. Er ist für eine Langzeitbehandlung und vor allem bei kühleren Temperaturen durchaus eine gute Wahl.

Funktionsprinzip
Der vertikale Docht saugt die Ameisensäure an und transportiert sie über den U-förmigen Schenkel nach unten auf den horizontalen Docht, wo sie abtropft und verdunstet. Der gelochte Fuß stellt dabei sicher, dass sich die beiden Dochte nicht berühren (Verhinderung von Kapillaritätseffekten). So wird immer ein nahezu konstanter Volumenstrom an Ameisensäure transportiert und verdunstet. [via Bienen-Weber.de]

Die Menge der AS beträgt bei dieser Verabreichungsform 290 ml. Achtgeben muss man, wenn einer kühlen Witterung schlagartig noch einmal heiße Tage folgen. Eventuell „badet“ der horizontale Docht in der Schale in zu viel Säure, die schlagartig verdunstet und dann auf die Bienen zu heftig einwirkt.

Sicherheit und Kontrolle

Nach der Theorie ging es direkt an unseren Lehrbienenstand Bienenweg bzw. für die zweite Gruppe an den Fünferlessteg. Natürlich wurde auch wieder geübt, wie sich der Smoker in Betrieb nehmen lässt.

Nach der Wabenhygiene (siehe Kapitel weiter unten) sollte der Dispenser an der Plastikplatte mit Dochtauflage angebracht und waagrecht in eine leere, obenaufgesetzte Zarge platziert werden. Dabei wird die gelbe Platte auf das aufrechte Fläschchen gesetzt. Geht man umgekehrt vor, also setzt man die Flasche auf die Platte, müsste man den Dispenser kippen. Doch dabei kann vorzeitig Säure ausfließen.

Ganz schlecht kommt das, wenn man nach dem Befüllen der Flasche versehentlich vergessen hat, den Tropfaufsatz wieder anzubringen. Daher immer nur mit Handschuhe arbeiten, so die dringende Empfehlung. Und im besten Falle auch eine Schutzbrille aufsetzen.

Schutzhandschuhe verwenden. Das Handschuhmaterial muss gegen den verwendeten Stoff ausreichend undurchlässig und beständig sein. Vor Gebrauch Dichtheit prüfen. Handschuhe vor dem Ausziehen vorreinigen, danach gut belüftet aufbewahren. Hautpflege beachten.
Hautschutzsalben bieten keinen ausreichenden Schutz gegen diesen Stoff. Völlig ungeeignet sind Stoff- oder Lederhandschuhe. [Auszug aus GESTIS Stoffdatenbank]

Modul 9 Wabenhygiene und VarroabehandlungDie Platte des Liebig-Dispensers besitzt eine leichte Vertiefung in der Mitte, so dass eventuell zu viel ausgetretene Säure dort aufgefangen werden kann – vorausgesetzt, die Beute steht auch wirklich waagrecht und die Oberträgerleisten der Rähmchen weisen keinen Wachsüberstand auf. Vorher abkratzen.

Ameisensäurebehälter sollten möglichst in einem kühlen Raum (Keller) aufbewahrt werden. Denn eine mögliche Zersetzung der Flüssigkeit mit einhergehender Kohlenmonoxidabspaltung kann geschlossene Gefäße platzen lassen.

ZAm Lehrbienenstand Fünferlessteg, Modul 9 Wabenhygiene und Varroabehandlungur Kontrolle der Wirksamkeit der Varroabehandlung wird nun eine Windel eingeschoben. Nach drei Tagen sollten Varroen gefallen sein. Um hingegen den natürlichen Milbenbefall festzustellen, steht nach 14 Tagen eine erneute Zählung an, da dann die bislang noch verdeckelten Bienen geschlüpft sind – und mit ihnen die Milben.

Weil unsere Teilnehmenden bislang noch keine Varroamilbe zu Gesicht bekommen haben, hatte Reinhold das Übungsvolk einen Tag vorab mit einer Windel präpariert. Und tatsächlich konnten wir drei Milben – zwei dunkle Ältere und eine helle Jüngere – zählen, die für die meisten viel kleiner aussah, als sie es sich vorgestellt hatten.

Wabenhygiene

Am Lehrbienenstand Fünferlessteg, Modul 9 Wabenhygiene und VarroabehandlungZiel ist, alte WabeAm Lehrbienenstand Fünferlessteg, Modul 9 Wabenhygiene und Varroabehandlungn loszuwerden und die Bienen auf „neue“ bzw. unbebrütete Waben zu bekommen. Dazu muss man wissen:

Die Bruttätigkeit und Größe von Wirtschaftsvölkern nimmt im Spätsommer ab. So ist Mitte August bei Völkern, die auf zwei Bruträumen geführt werden, die unterste Zarge in der Regel bereits brutfrei. Die Bruttätigkeit konzentriert sich also auf den zweiten Brutraum. Das kann man gut nutzen und das alte Wabenwerk des unteren Brutraumes entnehmen.

Das Hochziehen des Volkes in den obereren Brutraum wird unterstützt durch das Aufsetzen einer Zarge mit leergeschleuderten Waben, die nach der Honigernte im Juli anfallen. Diese ehemaligen Waben des Honigraums sind unbebrütet (bei Verwendung eines Absperrgitters) und aus frischem, unbelastetem Wachs.

Außerdem begünstigt der Verzicht einer Fütterung unmittelbar nach der Hongernte diesen Vorgang des Hochziehens . Es sei denn natürlich, die Bienen sitzen wirklich auf dem Trockenen! 5 Kilo sollten auf alle Fälle im Volk verbleiben!

Anleitung

1. Die obersten beiden Zargen werden zunächst beiseite gestellt, am besten quer auf die Kanten des umgedrehten Blechdeckels.

2. Die unterste Zarge wird entfernt (und später wieder oben aufgesetzt) und auf die schmale Seite gekippt zur Seite gestellt. Natürlich geht das nur, wenn die Rähmchen fest sitzen. Bei Beuten mit Blechkanten oder bei vorab gelockerten Waben (wie am Fünferlessteg geschehen) geht das also nicht, sonst würden die verrutschenden Rähmchen so manche Biene zerquetschen. Also stellt man sie am besten auf einen vorsorglich mitgebrachten zweiten Blechdeckel oder – wie in unserem Falle – auf den vom Nachbarvolk geborgten.

3. Nach dem Entfernen der untersten Zarge mit den alten Waben werden die beiseite gestellten Zargen wieder zurück an den Platz gestellt. Dabei ist die Reihenfolge so zu wählen, dass der Brutraum wie zuvor auch schon in der Mitte (bei 3 Zargen) zu sitzen kommt.

4. Die vormalige untere, zwischenzeitlich gekippte Zarge wird oben auf gesetzt. Daraus werden die alten Waben entnommen und dabei die Bienen IN die Zarge abgeschüttelt bzw. gekehrt. Dabei die Bienen nicht VOR das Einflugloch kehren, denn auf den Waben könnte schließlich die Königin sitzen. Diese gilt es zu schützen. Und wer sich bei diesem Vorgang einen Hut oder Schleier aufsetzt, muss sich nicht genieren.

Die Altwaben werden Stück für Stück in Boxen gestellt bzw. in leere Zargen gehängt oder in einen Plastiksack gesteckt. Später werden sie ausgeschmolzen und das (Alt-)Wachs zur Kerzenherstellung verwendet. (Darauf gehen wir im Modul 10 näher ein.)

6. Zm Schluss wird die Folie auf die leere Zarge aufgelegt und der Holzdeckel aufgelegt. Um den Schaubverschluss des Liebig-Dispensers nicht zu verlieren oder zu verlegen, kann er einfach auf den Holzdeckel geparkt werden. Es ist dies auch ein Zeichen, falls z. B. die Urlaubsvertretung die Beute öfften, dass hier eine Behandlung stattfindet. Kleine Tipps, die den Imkeralltag erleichtern.

Und nicht nur dafür ist es für Anfänger sicherlich ein Zugewinn, in einem Imkerkurs Theorie und Praxis nebst Fehlervermeidungsstrategien und Sicherheitsaspekte zu erfahren. Selbst langjährige Imker/innen freuen sich über eine Auffrischung in Hinblick auf den aktuellen Stand der Imkerei, wie uns in diesem Modul eine Teilnehmerin versichert hat. Darüber sind wir glücklich, denn es nährt unsere Hoffnung auf eine gesunde Bienenwelt in und um Bamberg!

„Honig verarbeiten“ zum Juli-Treffen Transition-Gruppe „Bienenfreu(n)de“

Transition-Gast beim HonigverarbeitenVor Ort und parallel als Livestream fand das vergangene Transition-Treffen der „Bienenfreu(n)de“ statt. Nach dem Entdeckeln der Waben wurden sie mit Hilfe unseres Gastes Karina in einer Trommel geschleudert und in einen großen Honigtopf abgefüllt. Von dort wird normalerweise der goldene Ertrag direkt ins Glas abgefüllt und etikettiert. Da unser Besuch allerdings etwas früher gehen musste, hatten wir Letzteres nur in der Theorie erörtert. Naschen aber durfte Karina natürlich trotzdem!

Transition-Gast online sieht zu beim HonigverarbeitenFür unseren Online-Gast Thomas war es via der Plattform Jitsi ein recht bequemes Zusehen vom Wohnzimmer aus. Allerdings hat er es schon ein klein bisschen bereut, nicht live dabei gewesen zu sein. Denn was natürlich fehlte, war der Duft! Daher durfte Karina auch einmal kurz die Maske abnehmen, was sogleich fotografisch festgehalten wurde. Denn mal wieder ein begeistertes Lächeln einzufangen, das tut uns allen doch ganz gut.

Nächstes Mal am 3. Dienstag im Monat, also am 18.08., geht es um die Dachbegrünung. Wir treffen uns dazu ab 18 Uhr an der Bienen-InfoWabe – in echt!

Vorschau Bienenfreu(n)de-Stammtisch 21. Juli zum Thema „Honig verarbeiten“

HonigschleudernDi., 21.07.20    Gruppentreffen „Bienenfreu(n)de“ Transition Bamberg

Wann und Was genau?
18.00 – 19.00 Uhr | Thema:
Honig verarbeiten

Reinhold und Ilona zeigen, wie es funktioniert und lassen alle selbst Hand anlegen. Vor Ort eingeschränkte Teilnehmeranzahl und parallel als Livestream. Erlebnisreich! Lustmachend aufs nächste Honigschleuderjahr!
19.00 – 20.00 Uhr
Schwofen, Fachsimpeln, Sich-Kennenlernen bei Snacks und guter Laune.
Wer? Willkommen sind alle, die ein Interesse an (Wild-)Bienen und ihren Lebensraum, an Honig und an Imkerei haben.
Wo?
Das JULI-Treffen findet am Obstmarkt 10 nach Anmeldung (max. 4 Teilnehmende) sowie parallel als Livestream statt!
Online: Ein Passwort ist nicht notwendig. Klinkt euch ein unter https://meet.jit.si/bienenfreunde-stammtisch. Bitte vorab den Browser Chrome installieren, da funktionieren Ton und Bild am besten. Für Mobilgeräte die App Jitsi Meet
Anmeldung?  Für persönliche Teilnahme vor Ort bis 21.07.2020, Weitere Informationen unter transition-bamberg.de/bienenfreunde.

Honigernte Bienenweg und Fünferlessteg (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK20, Modul 7)

Honigernte am Bienenweg AK20An den Vormittagen des 10. und 11.07.2020 fanden an den Lehrbienenstandorten Bienenweg und Fünferlessteg die Honigernten statt. Beerntet wurde das Patenvolk von Lisa Badum und Annemarie Rudel. Coronabedingt teilten wir den Imkerkurs in Kleinstgruppen auf. Hier stichpunktartig die Kursinhalte nebst Fotos.

Honigernte am Bienenweg AK20

Vorbereitungsphase, die ein sauberes, zügiges und unfallfreies Ernten erst ermöglicht. Vorausschauend denken und grifbereit halten ist die Devise. Benötigt werden:

  • Smoker mit Rauchmaterial, Feuerzeug, Löschwasser
  • Stockmeißel
  • Abkehrbesen (bei mehreren Völkern empfehlen sich zwei, da die Borsten verkleben und unangenehm hart werden können)
  • Lebensmittelechte, saubere, mittels Steine abgestützte Leerboxen
  • Leere Rähmchen zum Abstützen der Honigwaben, wenn die Box nicht gänzlich mit ihnen gefüllt sind, um ein Umfallen der Waben zu verhindern
  • Windel für die am Erntevorgang angeschlossene Varroabefallskontrolle

Honigernte am Bienenweg AK20Dankbar waren alle über die einen Tag vorab von Reinhold eingesetzten Bienenflucht. Da diese außerdem ausnahmsweise über einer Leerzarge aufgesetzt war, wurde ein beinahe gänzlich bienenfreier Honigraum erreicht. Die nunmehr in der Leerzarge versammelten Flugbienen werden für einen späten Ableger, ähnlich der Kunstschwarmbildung, benötigt.

Das Lösen der Waben ist im Honigraum wesentlich einfacher als im Brutraum. Allerdings sind einzelne Waben ganz hübsch schwer, im Schnitt etwa 2,5 Kilo zwischen Daumen und Zeigefinger zu halten ist durchaus anstrengend. Allerdings hatten wir heuer keine besonders reichliche Ernte, von daher waren manche Waben doch recht leicht und zudem noch nicht verdeckelt.Honigernte am Fünferlessteg AK20

Um sicher zu gehen, dass wir keine zu wasserhaltigen Honigwaben mit nach Hause nahmen, wurde eine Spritzprobe angewandt, ein kräftig-ruckartiges Stoßen der horizontal über der Beute gehaltener Wabe. Spritzt Nektar aus, so belassen wir die Wabe in der Beute.

Schon recht gut beherrschten die Teilnehmenden das schonende Abkehren, bei welchem die noch ansitzenden Bienen mit energisch-beherzten Strichen bei vor dem Flugloch gehaltener Wabe entfernt werden. Bei einer behutsam-langsamen Kehrbewegung würden die Bienen ansonsten „gerollt“ werden.

Die Kunst war es, die abgekehrte Wabe rasch und ohne wieder anfliegende Bienen in die bereitsgestellten Boxen zu bringen. Diese wurde etwas schräg aufgestellt, so dass die Waben nicht umfallen und sich gegenseitig verletzten konnten. Denn bricht das Wachs auf, ist eine Sauerei garantiert. Diese wiederum ruft andere Bienen auf den Plan, und im späteren Wochenverlauf zusätzlich noch Wespen!

Den Mittagsimbiss nahmen wir heuer an der Bienen-InfoWabe im Bienengarten ein. Zwar war das erst nur mal der Pandemie geschuldet, denn hier haben wir reichlich Platz, um Mindestabstände zu gewahren. Doch fanden wir das so schön, dass wir das wohl auch in den nächsten Jahren beibehalten werden.

Honigernte am Bienenweg AK20

Zur weiteren Verabeitung fuhren wir odann die duftende Fracht an den Obstmarkt. Diesen Modulteil im nächsten Beitrag.

Rezension zu Heidinger/Kuhn: „Imkern mit der Bienenkugel“

Cover zu Heidinger / Kuhn, Imkern mit der BienenkugelDas Zitat: „Jeder muss seinen eigenen Weg beim Imkern finden“ (S. 22) gibt treffend die Linie des Buches „Imkern mit der Bienenkugel“ wieder. Andreas Heidinger hat seinen eigenen Weg mit der Bienenkugel beschritten. Deren Besonderheit ist ein kugelförmig ausgestalteter Brutraum mit kreisrunden Rähmchen. Die Rähmchen in der Mitte haben den größten Durchmesser. Je weiter die Rähmchen am Rand sitzen, desto kleiner ihr Durchmesser. Die Bienenkugel will als ein „Bienen-System-Haus“ (S. 7) den hohlen Baumstamm, die ursprüngliche Behausung von Bienenvölkern, ersetzen.

Suche nach neuem Weg in der Bienenhaltung

Das Buch handelt in seiner ersten Hälfte von Heidingers Suche nach einem neuen Weg in der Bienenhaltung. Sehr ausführlich beschrieben werden seine Annährungen an das Thema, sowohl von der künstlerischen Seite aus als auch im historischen Kontext. Letzteres trägt eindeutig die Handschrift des Mit-Autors, dem habilitierten Historiker Christian Kuhn, den Rezensenten persönlich bekannt.

Geleitet von naturwissenschaftlichen Überlegungen und im praktisch-konstruktiven Sinn – letzteres offensichtlich dem Modellbauer und Gießereitechniker Heidinger zuordenbar – ist die zweite Hälfte des Buches ganz der Praxis der imkerlichen Arbeiten mit der Bienenkugel gewidmet.

Kurzweiliger Zugang zu naturwissenschaftlicher Betrachtung

Das Buch soll dem Leser den Zugang zu einer naturwissenschaftlichen Betrachtung der Bienenhaltung eröffnen, so der Wunsch im Vorwort von Friedrich Reiling, der es überschrieb mit „Bienenhaltung und Naturgesetze“. Diesem Anspruch trägt die sachlich und fachlich korrekte Darstellung Rechnung, die sehr sorgfältig in seiner Formulierung ist. Angenehm auch, dass Vermutungen und Thesen durch die entsprechende Sprachwahl als solche kenntlich sind. Nicht zuletzt daher erscheint es weniger als wissenschaftliches Werk, sondern ist kurzweilig geschrieben. Auch für Noch-Nicht-Imker/innen findet es sicher Anklang durch die eher persönlich geprägte Sicht- und Darstellungsweise, die ein imkerliches Wissen eher nicht voraussetzt. Es wird alles Grundlegende erklärt.

Von der Kugel zum Ovoid

Besucht man die Hompage zum Buch www.bienenkugel.de so ist erkennbar, dass der Weg weiter geht. Die ursprünglich völlig runde Form wird dabei verlassen und gerät zum Zylinder, nähert sich also dem Halboval der Trogbeute („Top Bar Hive“) an. Wobei die Rähmchen weiterhin kreisrund bleiben, aber eben zu den Seiten hin erweiterbar. Denn in der Kugelform der Beute zeigt sich der Schwachpunkt der Konstruktion: Eine fixe, nicht anpassbare Größe des Brutraumes. Das soll das neue „Ovoid“ sozusagen wieder „geradebiegen“.

Da das Konstrukt der Bienenkugel in seiner urhaften Idee sicherlich reizvoll erscheint, das „Drumherum“ aber im wahrsten Sinne des Wortes – es muss noch eine Umhausung als Wetterschutz gebaut werden, außerdem ist ein Habitatbehältnis vorgesehen – doch recht aufwändig anmutet, ist ein Besuch in Dachau bei Heidingers empfohlen. Dort ist das Ehepaar auf (auch) internationale Gruppen nicht nur im Bereich der imkerlichen, sondern weiterer „natürlicher“ Themen eingestellt. Ebenso steht Christian Kuhn, derzeit in Frankfurt a. M. wohnhaft, für Vorträge „zur Beziehung von Bienen und Mensch“ zur Verfügung.

Keine Kosten und Mühen gescheut

Nicht nur die beiden Verfasser haben sich mit allen Details viel Mühe gegeben – in der Sache selbst wie zur Niederlegung in Buchform. Auch der Ulmer-Verlag hat keine Mühen gescheut, ein besonderes Thema auch besonders zu verpacken. Hochwertig wie die Bienenkugel, kommt auch das schmale, bilder- und konstruktionszeichnungsstarke Bändchen einher, der Text aufgelockert mit herausgestellten Informationshäppchen in – sehr naheliegend! – eingestreuten Kreisen.

Apropos … ob das Modell der Kugel Kreise ziehen wird oder ein Nischensystem bleibt, sei trotz medialer Präsenz und professioneller Außenwirkung dahingestellt. Denn hier treffen handwerkliches Geschick auf wissenschaftliche Herangehensweise, die ein zum Patent angemeldetes, einzigartiges Produkt zum Ergebnis hatten.

Das Nachbauen erscheint als ein hoher Aufwand auch finanzieller Art, der eher in Art eines Experiments zu einem besseren bzw. anderen Verständnis des Bienenvolkes verhilft, denn sich dem normal leidenschaftlichen Imker oder der Imkerin sogleich erschließt. Und nicht jedermann verfügt über einen 3-D-Drucker oder eine Fräßmaschine, doch lässt sich die Kugel ja auch kaufen. Ob der Arbeitsaufwand tatsächlich für Imker-Anfänger/innen so leicht ist, wie im Umschlagtext dargestellt, lässt sich von unserer Seite her nicht eindeutig beantworten. Uns mutet das Konstrukt und die Einzelteile exotisch an, Materialeinkäufe dürften sich nicht ohne Weiteres oder Abhängigkeiten gestalten lassen, ein praktisch-inhaltlicher Austausch mit konventionellen Imkereien ist kaum möglich.

Für wagemutige Herzen

Gleichwohl trotz der (noch zu) wenigen Untersuchungsergebnisse jetzt schon hochinteressant und sicherlich mit ergänzenden Erkenntnissen zur konventionellen Bienenhaltung. In diesem Sinne ist der Band möglich für alle, die „den Bienen mit Herz und Seele verbunden sind“ (Vorwort), und eben an jene, durchaus wagemutigen Herzen gelegt.

Rezensenten: Reinhold Burger, Ilona Munique


Heidinger, Andreas; Kuhn, Christian: Imkern mit der Bienenkugel. Rund statt eckig – Lernen von der Natur. Bienen besser verstehen. Andreas Heidinger, Christian Kuhn. 2020. 128 S. ISBN 978-3-8186-0931-3

Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.