Anmeldung bis 25.10.26 für Online-Fortbildung „Honigglas-Etiketten vorschriftsmäßig gestalten“

Sa., 31.10.26  –  Honigglas-Etiketten vorschriftsmäßig gestalten (online)Honigglaspyramide Bamberger Lagenhonig

Wann?  16.00 – 18.00 Uhr
Wo? Online
Für wen? Imker*innen, die D.I.B.-Gläseretiketten oder selbstgestaltete Etiketten nutzen möchten.
Was? Wer Honig in den Verkehr bringt, egal, ob als Geschenk, Schulprojekt oder zum Kauf, ist haftbar. Wer dabei keine Abmahnung oder Ordnungsstrafe riskieren möchte, benötigt Kenntnisse zu den gesetzlichen Pflichtangaben des Etiketts, die Lebensmittelkennzeichnung und Verpackung betreffend. Wir verraten, worauf genau es ankommt und plaudern zudem aus dem Nähkästchen unserer Erfahrungen.
Referenten? Ilona Munique, Imkerin und Reinhold Burger, Bienenwirtschaftsmeister
Kosten und Anmeldung?

Monatsbetrachtungen Oktober 2026 zu Bienen und Imkerei

Aus persönlichen Gründen fallen die Monatsbetrachtungen für den Oktober 2026 aus. Ersatzweise verweise ich auf die Monatsbetrachtungen vom letzten Jahr:

Monatsbetrachtungen Oktober 2025

Verleihung Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2026 zur Saison-Abschlussfeier der Bienen-InfoWabe

Ein ereignisreiches Bienenjahr neigt sich dem Ende zu: Am vergangenen Sonntag, den 20. September 2026, öffnete unsere Bienen-InfoWabe (BIWa) für diese Saison zum letzten Mal ihre Türen. Im Rahmen der Sonntagsöffnung durften wir auch in diesem Jahr feierlich den Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis verleihen. Musikalisch beschwingt umrahmt wurde die Preisverleihung vom Duo „Little Radio“, Lisanne Bendig und Jürgen Punzet.

Outdoor: Herbstlicher Auftakt

Bei zwar bewölktem Himmel, aber noch milden Temperaturen, versammelten sich die Preisträger*innen und Gäste im herbstlichen Bienengarten. Ein gemeinsamer Rundgang bot die perfekte Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und auf den anstehenden Festakt einzustimmen. Auch der anschließende Sektempfang ließ sich noch wunderbar unter freiem Himmel genießen.

Indoor: Preisverleihung mit Musikbegleitung

Da die Wetterprognose im Laufe des Nachmittags immer unsicherer wurde, ging es für die Preisverleihung hinein in die mit Preistisch und Fähnchen festlich  geschmückte und musikalisch bereicherte Bienen-InfoWabe.

In herzlicher Runde wurden die diesjährigen Preisträger*innen für ihren inspirierenden Einsatz ausgezeichnet. Die Laudationes hielt Ilona Munique; die Preisvergaben wurden von den Mitgliedern des Vorstands – Gabriele Loskarn, Nikolaus Hofmann und Yaneth Klein vorgenommen.

In unserem vorherigen Blockbeitrag stellten wir alle Preisträger*innen mit Urkunden und Foto groß heraus. Für was sie jeweils den Preis erhielten, das erfahrt ihr aus dem Text in den jeweiligen Urkunden. Hier noch ein paar weitere Fotos.

  • Der erste Platz in „Honiggold“ ging an Carsten Joneitis, Bürgermeister in Oberhaid. Begleitet wurde er von einer der Gärtner*innen der Kommune, Julia Bierbaum.
  • Zweimal vergab die Jury, also der Vorstand des FKBB, den 2. Platz, die „Silberlinde“. Diese erhielt der Bürgerverein Bamberg-Ost e. V., vertreten durch den Vorsitzenden Jochen Kellner mit der zweiten Schatzmeisterin Simone Schmierer an seiner Seite.
  • Ebenfalls die Silberlinde erhielt die Heidelsteigschule (Grund-/Mittelschule), vertreten durch den Referendar Maurice Kalweit.
  • Den Anerkennungspreis bekam mit nur einem Punkt Rückstand und damit denkbar knapp die Sozialstiftung Bamberg, vertreten durch Christian Werner, der sich vor Ort mit Gattin Anita Ruppenstein-Werner darüber freute.

Wir gratulieren sehr herzlich und danken für alles Geleistete in Sachen „Lebensraum Bienen und Insekten“!

Die Saison ist nun zu Ende, wir schmücken ab und verstauen in Kürze unsere Siebensachen in wasserfeste Boxen – und wir freuen uns auf den Ostersonntag 2027, wenn wir euch hoffentlich wieder begrüßen dürfen!

Sponsoren-Dank

Seit vielen Jahren schon dürfen wir als Privatinitiative auch im Namen des FKBB herzlichen Dank sagen unseren treuen Sponsoren Lecker-Bäcker Loskarn, heuer erstmals das Nachfolgerteam Anna Reißner-Loskarn und Jan Evers, sowie den vomFass-Bamberg-Hallstadt-Damen Cathrin Beyer und Silvia Müller!

Logo Lecker-Bäcker Thomas LoskarnLogo "Vom Fass" Bamberg

So., 20.09.26 – BIWa-Sonntagsöffnung und Saisonabschlussfeier mit Vergabe Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2026

Logo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Logo BBU, Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis (FKBB e. V.)Wann? So., 20.09.26 | 14.00 – 18.00 Uhr

Wann und was?

  • 14.00 Uhr  |  Offenes Haus für alle … rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur
  • 15.30 Uhr  |  Sektempfang mit Kaffee & Gebäck und mit musikalischer Begleitung durch das Duo „Little Radio“ (Lisanne Bendig und Jürgen Punzet mit Zupfinstrumenten und Gesang)
  • 16.30 Uhr  |  Verleihung Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2026 (BBU)
    1. Preis („Honiggold“), 2. Preis („Silberlinde“), Anerkennungspreis(e)
    Hier die Nominierten.
  • 17.30 Uhr | Musikalischer Ausklang
  • ca. 18.00 Uhr | Ende

Für wen ist der BBU-Preis gedacht? Für alle, die sich in besonderer Weise für die Bamberger Bienenwelt einsetzen, in den Kategorien Bienen, Honig, Imkerei und Trachtpflanzen. Weitere Informationen zum Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis
Veranstalter? Förderkreis Bienenleben Bamberg e. V. (FKBB) in Kooperation mit der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de (BLIB)
Kosten?
Keine, über Spenden freuen wir uns
Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)

Nominierte für Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2026

Lobo BBU, Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis (FKBB e. V.)Nominiert für den Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2026 sind:

Die vier Nominierten aus Bamberg und Umgebung engagierten sich in besonderer Weise für die Umwelt und werden am So., 20.09.2026 zur Saisonabschlussfeier der Bienen-InfoWabe mit „Honiggold“, „Silberlinde“ oder einem Anerkennungspreis ausgezeichnet. Wir freuen uns auf zahlreiche Gäste!

Programm

Ab 15.30 Uhr stimmt das musikalische Duo Lisanne Bendig und Jürgen Punzet („Little Radio“) die Gäste beim Sektempfang mit einem heiteren Stilmix auf die Verleihung ein.

Ab 16.00 Uhr werden die Laudationen gehalten von Ilona Munique als Vorsitzende des Veranstalters „Förderkreis Bienenleben Bamberg“ (FKBB).

Gegen 18 Uhr endet die Abschlussfeier; der Eintritt ist frei.

Bereits ab 14 Uhr ist die Bienen-InfoWabe geöffnet. Mit diesem Termin schließt das grüne Klassenzimmer für heuer seine Türen. Die nächste Saison startet wie immer am Ostersonntag und darauffolgend an jedem dritten Sonntag im Monat von April bis September. Der Bienengarten im ERBA-Park bleibt hingegen das ganze Jahr über öffentlich zugänglich.

Monatsbetrachtungen September 2026 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Phänologie und Bienen

In manchen Gegenden blühen noch umfangreiche Bestände des Großen und des Drüsigen bzw. Indischen Springkrauts (Impatiens glanulifera)¹. Letzteres, wie auch das Kleine Springkraut, ein Neophyt und sollte entfernt werden. Auch Goldruten werden von den Bienen ob des ergiebigen Nektar- und Pollengehalts sehr begehrt. Doch auch hier gilt: Die heimische Gewöhnliche Goldrute stehen lassen, den Neophyt „Kanadisches Springkraut“ entfernen.

Ebenfalls begehrt sind die kugeligen doldenförmigen Blüten des Efeus, der noch bis weit in den Oktober hinein blühen kann.

Spätsommerpflege der Jungvölker

In den Monatsbetrachtungen zum August berichteten wir über den Beginn der Spätsommerpflege bei den Altvölkern. Jetzt im September sind die Jungvölker an der Reihe, also die im Laufe des Sommers gebildeten Ableger. Sie weisen eine andere Volksentwicklung auf als die Altvölker, denn die Brut der Altvölker verringert sich ab der Sommersonnwende, während die Brutentwicklung der Ableger ab der Sonnwende erst richtig Fahrt aufnimmt. Das berücksichtigen wir bei der Pflege.

Rückschau der Pflege bis zum September

Ablegerpflege mit Milchsäurebehandlung gegen VarroamilbenbefallVier Wochen nach Bildung der Ableger, also nach erfolgreichem Schlupf und Hochzeitsflug, behandelten wir (April bis Juni) die Jungvölker gegen die Varroamilbe mittels Sprühen von Milchsäure – oder alternativ mit Oxalsäurelösung.

Entsprechend der Volksentwicklung wurden die Ableger sukzessive mit Mittelwandrähmchen erweitert und, wenn erforderlich, nur mit kleinen Futterportionen gefüttert². Große Futtergaben würden den Platz zum Brüten nehmen. Entgegen anderslautender Empfehlungen erfolgte keine frühe Behandlung mit Ameisensäure bereits im Juli und August, denn das würde die umfangreiche Brut der Jungvölker nur schädigen.

Pflege in der ersten Septemberhälfte

Windel mit Varooenabfall und WachsrestenZu Beginn des Septembers prüfen wir den Varroabefall mittels Gemülldiagnose. Fallen mehr als 5 Milben pro Tag, führen wir sofort eine Behandlung mit Ameisensäure durch.  Dosierungsempfehlung siehe Aumeier³: 70 ml der 60-prozentigen Ameisensäure sollen in 3 Tagen verdunsten.

Fallen weniger als 5 Milben, füttern wir vor einer Varroabehandlung zunächst das noch fehlende Winterfutter auf. Insgesamt benötigen die Jungvölker 15 kg Winterfutter (Achtung: Wirtschaftsvölker benötigen 20 kg!). Die Menge gilt für eine Überwinterung auf einer Zarge Zander mit 10 Rähmchen. Die Gabe von 1 kg trockenem Reinzucker im Mischungsverhältnis 3:2 von Zucker zu Wasser entspricht ungefähr 1 kg Futter in der Wabe. Die Fütterung erfolgt in 2 bis 4 Portionen via einer aufgesetzten Leerzarge und Futtereimer.

Pflege in der zweiten Septemberhälfte

Theorie der Varroabehandlung, hier zur AmeisensäurebehandlungErst in der zweiten Septemberhälfte wird der Großteil der Jungvölker mit Ameisensäure behandelt. Dosierungsempfehlung s. Aumeier³: 70 ml der 60-prozentigen Ameisensäure sollen in 3 Tagen verdunsten. Das sind alle Ableger, die in der ersten Septemberhälfte weniger als 5 Milben Varroafall pro Tag aufwiesen. Nach der Aufütterung ist jetzt die Brut durch einen Futterkranz vor der Ameisensäure geschützt.

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deAnschließend wird eventuell noch benötigtes restliches Futter gegeben, bis die Völker ihr Sollgewicht von 15 Kg Futter haben. Kontrollieren kann man das mit einer Kofferwaage: Völker in der Hohenheimer Einfachbeute aus Weymouthskiefernholz, eine Zarge mit 10 Waben und Blechdeckel wiegen dann ungefähr 28 kg. Da man eher nicht die Möglichkeit hat, die gesamte Beute anzuheben, um den Wert festzustellen, heben wir die Beute nur auf der Rückseite mit der Kofferwage an. Dann sollte die Waage also die Hälfte, nämlich ungefähr 14 kg anzeigen.

Altwaben einschmelzen

Im September gibt es schon kühlere Tage ohne Bienenflug. Um der Wachsmotte zuvorzukommen, könnten jetzt bereits die Altwaben aus der Wabenhygiene einschmelzen. Bei wärmeren Tagen empfiehlt sich das nicht. Denn wir würden bei diesem Vorgang im Freien von zahlreichen Bienen umschwärmt. Sie können den ausdünstenden Honigresteduft meilenweit riechen.

Monitoring Asiatische Hornisse / Vespa Velutina

Im September wird das Monitoring der Asiatischen Hornisse mittels Dochttöpfen fortgesetzt. Siehe dazu unseren Blogbeitrag: Asiatische Hornisse: Aufruf zum 3. Monitoring im September.

Termine

Logo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Logo BBU – Bienenstadt-Bamberg-UmweltpreisSo., 20.09.26 – BIWa-Sonntagsöffnung und Saisonabschlussfeier mit Vergabe Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2026

Wann?

  • 14.00 Uhr | Offenes Haus für alle …
  • 15.30 Uhr | Sektempfang mit Kaffee & Gebäck mit musikalischer Begleitung durch das Duo „Little Radio“ (Lisanne Bendig und Jürgen Punzet mit Zupfinstrumenten und Gesang)
  • 16.30 Uhr | Verleihung „Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2026 (BBU)“
  • 17.30 Uhr Musikalischer Ausklang
  • ca. 18.00 Uhr Ende

Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)

Weitere Details siehe auf der Seite Aktivitäten und Termine.


¹Indisches Springkraut. In: NABU Bochum. https://www.nabu-bochum.de/2018/06/01/indisches-springkraut/

²mit einer dünnen Zuckerlösung (Mischungsverhältnis 1:1 von Zucker zu Wasser)

³Pia Aumeier: Ameisensäure sicher einsetzen mit Sachverstand. Tipps & Tricks. Bienenzucht 08/2023. S. 350.

Varroabehandlung und Wabenhygiene (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK26, Modul 9)

Übersicht:

Im Modul 9 des Imkerkurses für Anfänger am Samstag, den 8.8.26, standen zwei Arbeitsschritte auf dem Programm: Wabenhygiene und Varroabehandlung. Beide Arbeitsschritte lassen sich gut in einem einzigen Arbeitsgang verbinden. Zuerst wird die Wabenhygiene durchgeführt, indem eine Zarge mit Altwaben aus dem Volk entnommen wird. Die so frei gewordene Zarge dient danach als Leerzarge für die Aufstellung des Dispensers zur Spätsommerpflege mit Ameisensäure.

Im Theorieteil des Kurses behandelten wir im Vorgriff zunächst die Winterbehandlung mit Oxalsäure. Danach besprachen wir die jetzt im August anstehende Varroabehandlung mit Ameisensäure.

In der Praxis am Lehrbienenstand führten die Teilnehmenden anschließend selbständig die Wabenhygiene durch und stellten den Dispenser für die Ameisensäurebehandlung auf.

Grundsätzliches zur Oxalsäurebehandlung (im Winter)

Zunächst erläuterte Reinhold Burger die Oxalsäurebehandlung, die allerdings erst im Winter stattfinden wird. Doch im Sommer lässt sich der Theorie doch angenehmer lauschen als später im Kalten.

Entscheidend für eine optimale Wirkung der Behandlung ist der richtige Zeitpunkt. Die Bienen sollen aus der Brut gegangen sein, also dann, wenn es ein paar Tage lang hintereinander gefroren hat und drei Wochen später dann brutfrei sind. Außerdem sollte es für das Träufeln der Oxalsäurelösung am Behandlungstag selbst richtig kalt sein, möglichst 0 °C und kälter, damit die Bienen in einer kompakten Wintertraube sitzen. So verteilt sich durch den engen Kontakt der Bienen untereinander die Oxalsäure besser. Darüber hinaus fliegen auch keine oder kaum Bienen beim Öffnen des Volkes auf.

Ferner müssen die Gerätschaften (siehe Checkliste in der Kursorganisation) parat stehen. Denn vor Ort sollte angesichts des dann meist engen Zeitfensters – oft steigen die Temperaturen gegen Mittag – alles reibungslos verlaufen.

Die Sublimation („Verdampfen“) wirkt am besten bei Außentemperaturen zwischen 2 °C und 10 °C. Im Unterschied zur Träufelbehandlung sollten die Bienen etwas lockerer in der Traube sitzen. So kann die Oxalsäure möglichst viele Bienen erreichen.

Träufelbehandlung Oxalsäure – Arbeitsschritte im Winter

  1. Windel einschieben
  2. (Schutz-)Brille aufsetzen
  3. Handschuhe überziehen
  4. Mit Spritze Oxalsäure aus angewärmter Flasche aufziehen
  5. Kanüle aufstecken
  6. Obere Zarge von vorne ankippen
  7. Errechnete Oxalsäuremenge gleichmäßig zwischen den Wabengassen verteilen
  8. Kontrolle, ob zu viel von der Oxalsäure auf der Windel landete

Alles weitere im Blogbericht zu Modul 12 zur gegebener Zeit.

Übrigens: Nicht nur beim Aufziehen der Spritze, auch bei der Windelkontrolle muss an den Arbeitsschutz in Form von säurefesten Einmal-Handschuhen gedacht werden. Denn die verabreichte Oxalsäure tropft natürlich auch durch die Wabengassen hindurch und landet auf der Windel. Beim Säubern der Windel gerät man dann unweigerlich in Kontakt mit der Säure.

Sublimation („Verdampfen“) Oxalsäure – Arbeitsschritte im Winter

Das Verfahren des Sublimierens durch Erhitzen der kristallinen Oxalsäure(dihydrat), die sodann „verdampft“, gilt als eine sehr bienenschonende und hochwirksame Behandlung gegen die Varroamilbe.

Reinhold stellte zwei verschiedene Gerätschaften zur Sublimierung vor:

1. Den von uns vom Handling her bevorzugten InstantVap.

2. Varrox Eddy, der im eigentlichen Gebrauch zwar genau so umstandsfrei ist, jedoch das Hantieren mit dem kleinen Töpfchen für das Pulver uns – gerade im Winter und mit Handschuhen – weniger anspricht.

Historie: Seit September 2023 ist das Tierarzneimittel Varroxal – 0,71g/g Pulver für den Bienenstock in Deutschland zugelassen. Varroxal unterliegt nicht der Verschreibungspflicht, kann also frei erworben werden. Zulassungsinhaber ist die Firma Andermatt Biovet GmbH. Bei Varroxal handelt es sich um kristallines Oxalsäuredihydrat, das zum Träufeln, Sprühen sowie zur Sublimation, in Imkerkreisen umgangssprachlich als „Verdampfen“ genannt, angewandt werden darf.

Der Begriff „Sublimation“ bezeichnet den direkten Übergang eines Stoffes vom festen in den gasförmigen Zustand unter Auslassung einer flüssigen Phase. „Verdampfen“ hingegen bezeichnet den Übergang von flüssig zu gasförmig, was als ein minimaler Unterschied gesehen werden könnte, jedoch in punkto Zulassungsbedingung entscheidend war und ist.

Voraussetzung zur Wirksamkeit der Sublimation

Voraussetzung für eine gute Wirkung dieser Methode ist natürlich die Brutfreiheit, da Oxalsäure nicht in die Waben hineinwirkt und somit eben nicht auf die in den Brutzellen versteckten Milben, die die Mehrzahl in einem Volk bilden. Außerdem sollte die  Außentemperatur zwischen 2 °C und 10 °C betragen.

Varroxal ist standardmäßig ebenfalls für eine einmalige Behandlung im Herbst/Winter vorgesehen. Eine zweite Verdampfungsbehandlung ist – im Gegensatz Träufelbehandlung  mit Oxalsäure – möglich, wird jedoch nur bei stark befallenen Bienenvölkern und bei Völkern mit kleinen Flächen verdeckelter Brut im Winter empfohlen.

Die Dosierung liegt bei 2 Gramm pro Volk und Anwendung, unabhängig von der Größe des Magazins und der Anzahl Zargen.

Zur Sublimation ist eine FFP3-Maske unerlässlich. Beachten Sie unbedingt die Sicherheitshinweise!

Soweit die winterliche Vorausschau. Kommen wir zu dem, was im Zeitraum August aktuell notwendig wird. Und ja, es ist für die Bienen keine Wellness-Kur, aber unumgänglich. Heuer hatten sie gleich nach der Behandlung erst mal außen an der Beute abgehangen – bei der Hitze auch kein Wunder.

Ameisensäurebehandlung

Im gesamten 12-moduligen Kursverlauf gehen wir immer wieder auf den gefürchteten Bienenschädling Varroa destructor ein, besonders im Modul 3 zur Bienenkrankheiten. Im heutigen Modul 9 wird die Theorie durch die praktische Anwendung abgerundet. Vorgestellt werden die beiden gebräuchlichsten Säurespender, nämlich der Liebig-Dispenser und der Nassenheider® Verdunster Professional. Punktuell vertieft werden die einzelnen Schritte im Kapitel „Zur Praxis – Sicherheit und Kontrollen“.

Liebig-Dispenser

Verwendungshinweise, Skala auf dem Liebig-Dispenser zur VarroabehandlungDer Liebig-Dispenser besticht durch seine einfache Handhabung. Voraussetzung für das Gelingen der Behandlung ist die zu ermittelnde wetter- und volksstärkenabängige Dosierung (Hinweise dazu auf dem Plastikfläschchen wie auch auf dem Docht). Zur Veranschaulichung teilten wir die entsprechend zu verwendenden Materialien aus. Dabei finden sich verschiedene Produktausführungen mit etwas unterschiedlichen Skalen.

Der Liebig-Dispenser besteht aus drei Teilen:

  1. Plastikflasche (Dispenser) mit zwei Skalen, die es ermöglichen, die Mengenangabe auch dann abzulesen, wenn das Fläschchen bei seinem Einsatz auf den Kopf zu stehen kommt. So hat man die angepeilte Verdunstungsmenge gut im Blick und kann ggf. nachsteuern.
  2. Viereckige (gelbe) Grundplatte aus Plastik.
  3. Ein sogenannter Docht in Form eines quadratischen Papiervlieses, das in die Grundplatte gemäß Größenempfehlung eingelegt wird. Auf den Docht wird später der Dispenser an die Grundplattenstifte aufgesteckt.

Papierdocht des Liebig-Dispensers zur Varroabehandlung

Auf diesen viereckigen Papierdochten ist – mit ein bisschen Nachdenken – herauszulesen, wie groß der Docht bleiben kann und wieviel Ameisensäure (AS) verwendet werden soll, und zwar in Abhängigkeit vom 1. jeweiligen Beutensystem, 2. der im Varroa-Wetter prognostizierten Wetterlage bzw. Verabreichungsempfehlung und 3. dem beabsichtigten Säurewert, also 60% bzw. 85% ad us. vet. Wobei letzterer in Deutschland nur bei „Behandlungsnotstand“ via Verschreibung durch einen Tierarzt verabreicht werden darf.

Grundregel zur Dosierung

Je wärmer die Außentemperatur, desto kleiner sollte der Docht sein. Doch bei 60% AS wird ohnehin der gesamte Docht (für zwei Zargen) benötigt. Wir verwenden in der Regel 150 ml, wobei auch 200 ml möglich wären. Die Verdunstungsrate pro Tag sollte bei etwa 50 ml liegen¹. Zu wenig Verdunstung wirkt nicht, dann muss wiederholt werden. Bei zu schneller Verdunstung kann mit einer Verkleinerung des Dochtes gegengesteuert werden.

Bei zu kühlem, nassen Wetter können auch zwei Dispenser eingesetzt werden. Oder die Alternative, den …

Nassenheider® Verdunster Professional

Beim Nassenheider® Professional muss man beim Aufbau sehr geduldig sein. Seine vielen Einzelteile sind in der Handhabung aufwändiger. Der Unterschied des Nassenheider Professional gegenüber dem Liebig-Dispenser liegt im Dochtsystem, der für einen konstanten Flüssigkeitsstrom sorgt. Er ist daher für eine Langzeitbehandlung (bspw. bei Urlaubsplänen denkbar) und insbesondere bei kühleren Temperaturen durchaus eine gute Wahl.

Funktionsprinzip
Der vertikale Docht saugt die Ameisensäure an und transportiert sie über den U-förmigen Schenkel nach unten auf den horizontalen Docht, wo sie abtropft und verdunstet. Der gelochte Fuß stellt dabei sicher, dass sich die beiden Dochte nicht berühren (Verhinderung von Kapillaritätseffekten). So wird immer ein nahezu konstanter Volumenstrom an Ameisensäure transportiert und verdunstet. [via Immenschuur.de]

Die Menge der AS beim Nassenheider® Professional ist höher als beim Liebig-Dispenser (siehe hierzu entsprechende Anwenderempfehlungen im Beiblatt des Produkts!). Achtgeben, wenn auf einer kühlen Witterung noch einmal heiße Tage folgen! Eventuell „badet“ der horizontale Docht in der Schale in zu viel Säure, die schlagartig verdunstet und dann auf die Bienen zu heftig einwirkt. Dann gegebenenfalls die Schale (mit Schutzhandschuhen!) tagsüber entnehmen und in den kühlen Stunden wieder einsetzen.

Alternativ können bei schlechter Witterung auch zwei Liebig-Dispenser mit einigem Abstand zueinander in die Zarge gestellt werden.

Zur Praxis – Sicherheit und Kontrollen

Nach der Wabenhygiene (siehe Kapitel weiter unten) wird die mit 150 ml Ameisensäure gefüllte Vorratsflasche des Liebig-Dispensers auf die mit der Dochtauflage ausgestatteten Grundplatte aufgesteckt. Beides wird waagrecht in eine leere, oben aufgesetzte Zarge platziert. Vom Handling her ist es sicherer, wenn die gelbe Grundplatte auf das aufrechte Fläschchen gesetzt wird.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und Wabenhygiene

Geht man umgekehrt vor, also setzt man stattdessen den Dispenser auf die Platte, müsste man ihn kippen. Doch dabei kann vorzeitig Säure ausfließen. Ganz übel, falls man beim Befüllen des Fläschchens vergessen hatte, den Tropfaufsatz wieder anzubringen und dabei im Worstcase ohne Handschuhe und über der Beute vorging – alles denkbar!

Schutzhandschuhe verwenden. Das Handschuhmaterial muss gegen den verwendeten Stoff ausreichend undurchlässig und beständig sein. Vor Gebrauch Dichtheit prüfen. Handschuhe vor dem Ausziehen vorreinigen, danach gut belüftet aufbewahren. Hautpflege beachten.
Hautschutzsalben bieten keinen ausreichenden Schutz gegen diesen Stoff. Völlig ungeeignet sind Stoff- oder Lederhandschuhe. [Auszug aus GESTIS Stoffdatenbank]

Die Platte des Liebig-Dispensers besitzt in der Mitte eine leichte Vertiefung. Dort wird eventuell zu viel ausgetretene Säure aufgefangen, vorausgesetzt, die Beute steht tatsächlich waagrecht und die Oberträgerleisten der Rähmchen weisen keinen Wachsüberbau auf. Vorher also gegebenenfalls Propolis oder Wachs vom Oberträger abkratzen.

Ameisensäurebehälter sollten möglichst in einem kühlen Raum (Keller) aufbewahrt werden. Denn eine mögliche Zersetzung der Flüssigkeit mit einhergehender Kohlenmonoxidabspaltung kann geschlossene Gefäße platzen lassen.

Wirksamkeitskontrolle

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneUm später kontrollieren zu können, ob die Varroabehandlung wirksam war, wird eine Windel eingeschoben. Vor allem bei der Oxalsäurebehandlung im Winter empfiehlt sich das Einsetzen VORAB der Behandlung. Denn so lässt sich erkennen, ob die Träufelbehandlung eventuell nutzlos durch die Wabengassen lief.

Nach drei Tagen sollten Varroen gefallen sein. Um hingegen den „natürlichen“ Milbenbefall festzustellen, steht nach 14 Tagen eine erneute Zählung an, da dann die bislang noch verdeckelten Bienen geschlüpft sind – und mit ihnen die Milben.

Wabenhygiene (die VOR der Ameisensäure durchgeführt wird)

Ziel ist es, alte Waben loszuwerden und die Bienen auf „neue“ bzw. unbebrütete Waben zu bekommen. Dazu muss man wissen:

Die Bruttätigkeit und Größe von Wirtschaftsvölkern nimmt im Spätsommer ab. So ist Mitte August bei Völkern, die auf zwei Bruträumen geführt werden, die unterste Zarge in der Regel bereits brutfrei. Die Bruttätigkeit konzentriert sich also auf den zweiten Brutraum. Das kann man gut nutzen und das alte Wabenwerk des unteren Brutraumes entnehmen.

Das Hochziehen des Volkes in den oberen Brutraum wird unterstützt durch das Aufsetzen einer Zarge mit leergeschleuderten Waben, die nach der Honigernte (bei uns im Juli) anfallen. Diese ehemaligen Waben des Honigraums sind unbebrütet (bei Verwendung eines Absperrgitters) und aus frischem, unbelastetem Wachs.

Wird auf eine Fütterung unmittelbar nach der Honigernte verzichtet, so begünstig das den Vorgang des Hochziehens der Bienen. Es sei denn natürlich, die Bienen sitzen wirklich auf dem Trockenen. Dann muss vorher etwas gefüttert werden. Fünf Kilo (entspricht 2 volle Waben) sollten auf alle Fälle im Volk verbleiben!

Was gegen eine sofortige und vollständige Einfütterung spricht, ist außerdem, dass der Feuchtigkeitsgehalt in der Beute steigt. Dadurch wird die Wirksamkeit der AS-Behandlung durch eine schlechtere Verdunstung beeinträchtigt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung Wabenhygiene

Im folgenden Video seht ihr die Schritte 1 bis 6. Im Anschluss die Schritte zum Nachlesen ein wenig ausführlicher als im Film aus dem Kurs AK22.

Schritt 1
Die obersten beiden Zargen werden zunächst beiseite gestellt. Man kann sie hochkant auf die schmale  Seite kippen. Natürlich geht das nur, wenn die Rähmchen fest sitzen. Bei Beuten mit Blechkanten oder bei vorab gelockerten Waben würden die verrutschenden Rähmchen so manche Biene zerquetschen. In diesem Fall stellt man sie am besten waagerecht auf einen vorsorglich mitgebrachten zweiten Blechdeckel.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und Wabenhygiene

Schritt 2
Die nun zugängliche unterste Zarge wird ebenfalls zur Seite gestellt, am besten quer auf die Kanten des umgedrehten Blechdeckels, da dort sehr viele Bienen von den Rähmchen nach unten durchhängen. Diese Zarge wird später wieder oben aufgesetzt.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneImkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneSchritt 3
Nach dem Entfernen der untersten Zarge mit den alten Waben werden die beiseite gestellten Zargen wieder zurück gestellt. Also auf dem Boden der Brutraum, darüber der ehemalige Honigraum mit den ausgeschleuderten Waben. Die Folie kann nun entfernt werden.

Schritt 4
Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneDie vormalige untere (zwischenzeitlich auf dem Blechdeckel abgestellte) Zarge wird oben aufgesetzt. Daraus werden die alten Waben entnommen und dabei die Bienen IN die Zarge abgeschüttelt bzw. gekehrt. Also die Bienen NICHT VOR das Einflugloch kehren, denn auf den Waben könnte möglicherweise die Königin sitzen. Wer sich bei diesem Vorgang einen Hut oder Schleier aufsetzt, muss sich nicht genieren.

Falls, wie im Kurs der Fall, in der ehemals untersten Zarge noch Waben mit Brut vorhanden sind, werden diese gesammelt und im Tausch gegen nicht bebrütete Waben in den neuen untersten Brutraum gehängt.

Die Altwaben werden Stück für Stück in Boxen gestellt bzw. in leere Zargen gehängt oder in einen Plastiksack gesteckt. Später werden sie ausgeschmolzen und das (Alt-)Wachs zur Kerzenherstellung verwendet. (Darauf gehen wir im Modul 10 näher ein.)

Schritt 5
Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur VarroabehandlungDa wir jetzt eine leere Zarge oben auf haben, kann nun die Varroabehandlung erfolgen (siehe im obigen Kapitel).

Schritt 6
Zum Schluss werden Folie und Holzdeckel wieder aufgelegt. Um den Schraubverschluss des Liebig-Dispensers nicht zu verlegen oder zu verlieren, kann er einfach zwischen Holzdeckel und Blechdeckel geparkt werden. Es ist dies auch ein Zeichen, falls z. B. die Urlaubsvertretung die Beute öffnet, dass hier eine Behandlung stattfindet.

Fehlervermeidung und Sicherheitsaspekte

In diesem Kurs wurde immer wieder auf Strategien der Fehlervermeidung und Sicherheitsaspekte eingegangen. Tatsächlich sind durch die zahlreichen kleinen Handlungsvorgänge viele Fallstricke möglich, die sich für Mensch und Tier sehr unangenehm, ja, sogar gefährlich auswirken könnten.

Seid also organisatorisch und mental gut vorbereitet, geht konzentriert und umsichtig vor und überlegt lieber einmal zu viel als zu wenig, wenn ihr ans Werk geht. Ihr habt es nachgerade zu DIESEM Zeitpunkt in eurer Hand, dass ihr als gesunde Imker/innen auch im nächsten Jahr gut gepflegte Bienen zu besitzen und qualitätsvollen Honig zu ernten.

Wenn ihr dann noch gewissenhaft und ausreichend einfüttert, was wir euch im Modul 11 zeigen werden, dann könnt ihr euch einer gelungenen Imkerei erfreuen. Unsere Bienen sind all unserer Mühen wert!


¹Pia Aumeier (2023): Ameisensäure sicher einsetzen mit Sachverstand. Bienenzucht 08/2023, S. 350.

Monatsbetrachtungen August 2026 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Phänologie und Bienen

Biene an PhaceliaDer August ist eine weitgehend trachtlose Zeit. Das, was die Bienen noch eintragen, wird als Läppertracht bezeichnet. Ausnahmen bilden je nach Standort Phacelia und Buchweizen, die als Zwischenfrucht angebaut werden. Auch das Drüsige Springkraut liefert ausgiebig Nektar. Wichtig ist, dass der Bienenstandort eine gute Pollenversorgung für die kommende Aufzucht der Winterbienen bietet.

Spätsommerpflege der Wirtschaftsvölker

Nach der Ernte ist vor der Ernte. Mit der Spätsommerpflege legen wir den Grundstein für eine erfolgreiche Überwinterung und für die nächste Ernte im folgenden Jahr. Die Spätsommerpflege umfasst die Elemente Wabenhygiene, Varroabehandlung und das Auffüttern der Völker.

Wabenhygiene

Am Lehrbienenstand Fünferlessteg, Modul 9 Wabenhygiene und VarroabehandlungUnter der Wabenhygiene versteht man die Erneuerung des Wabenwerks. Alte, also bereits mehrfach bebrütete Waben werden aus dem Volk entnommen und durch Waben mit frischem Wachs ersetzt. In alten Waben nisten sich Mikroorganismen ein und es reichern sich fettlösliche (Schad-)Substanzen im Wachs an. Die Wabenhygiene dient somit als eine präventive Maßnahme zur Erhaltung der Bienengesundheit und verfolgt zudem den Zweck, die Honigqualität zu wahren.

Nach dem Abernten (bis spätestes Ende Juli, es herrscht ohnehin nur noch Läppertracht vor) wird den Völkern das Absperrgitter entnommen und eine dritte Zarge mit zehn ausgeschleuderten Honigwaben aufgesetzt (Ex-Honigraum). Die Honigwaben wurden von den Bienen im gleichen Jahr ausgebaut und bestehen aus frischem Wachs. Bei noch honigfeuchten Waben sollte das Aufsetzen ausschließlich in den Abendstunden erfolgen, um eine Räuberei zu vermeiden.

Ab der Sommersonnwende nimmt die Brutneststärke ab. Bei Führung der Wirtschaftsvölker aktuell mit drei Zargen rückt das Brutnest bis Mitte August in die mittlere Zarge. Das ist der Zeitpunkt, zu welchem wir die unterste, jetzt brutfreie Zarge, mit den ältesten Waben entnehmen können.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Wabenhygiene1. Dazu stellen wir die oberen zwei Zargen auf die Seite und nehmen die untere Brutzarge weg.

2. Auf den Boden kommt nun die ehemals obere Brutzarge und darauf die Zarge mit den ausgeschleuderten Honigwaben (Ex-Honigraum).

3. Zuoberst stapeln wir eine Leerzarge. In diese schütteln wir die Bienen der entnommenen unteren Brutzarge. Die Beute besteht also wieder aus drei Zargen. Die oberste Leerzarge dient anschließend als Raum für den Dispenser bei der Varroabehandlung mit Ameisensäure und später als Raum für die Futtertröge bei der Auffütterung.

Varroabehandlung, die Erste

Windel einschiebenVor der ersten Varroabehandlung bestimmen wir mittels Gemülldiagnose den Milbenbefall des Volkes. Die Windel wird für drei Tage eingelegt und anschließend der Milbenfall pro Tag bestimmt. Die Windel wird gesäubert und zur folgenden Varroabehandlung wieder eingeschoben.

Standardbehandlung mit Ameisensäure

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur VarroabehandlungBei passenden Wetterbedingungen (siehe Website Varroawetter unter http://varroawetter.de) führen wir die erste Varroabehandlung mit 150 ml Ameisensäure 60% durch¹.

Als Applikator verwenden wir wegen seiner einfachen Handhabung bevorzugt den Liebig-Dispenser. Dieser wird in die Leerzarge, welche wir im Rahmen der Wabenhygiene aufgesetzt hatten, auf die Rähmchen des ehemaligen Honigraumes gestellt. Windel einschieben. Flugloch bleibt, wie es war.

AK23 Modul 11 Einfüttern / Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.deBei sommerlich warmen Temperaturen sollen pro Tag 30 ml – 40 ml Ameisensäure pro Tag verdunsten. Nach 4 Tagen sollte die Säure also komplett verdunstet sein. Falls die Verdunstung erheblich niedriger liegt, wiederholen wir die Anwendung.

Die Windel wird entnommen und der Milbenfall beurteilt. Den Eintrag der Behandlung in das Bestandsbuch nicht vergessen!

Auffütterung

Erst jetzt, also nach der ersten Varroabehandlung, beginnen wir mit der Auffütterung. Eine Fütterung vor der Varroabehandlung mit Ameisensäure würde deren Erfolg mindern, denn es würde durch das Futter viel Feuchtigkeit in die Beute eingebracht werden. Natürlich ist ein „Stoßfüttern“, sofern nach dem Ernten weniger als 5 Kilogramm im Brutraum feststellbar sind, wichtiger, als sich sklavisch an das empfohlene Nichtfüttern zu halten.

Foliennutzung beim Einfüttern der BienenvölkerWir legen eine Folie auf die Rähmchen der zweiten Zarge, schlagen diese am hinteren Beutenrand um, so dass ein Spalt von ca. 3 – 5 cm entsteht. Dann setzen wir die Leerzarge wieder auf. In die Leerzarge stellen wir das Futtergefäß.

AK23 Modul 11 Einfüttern / Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.deJe größer die Futterbehälter, desto weniger oft müssen wir den Stand zum Nachfüllen anfahren. Insgesamt füttern wir die Wirtschaftsvölker mit 20 kg reinen Zucker im Mischungsverhältnis 3:2 von Zucker zu Wasser. Damit die Bienen im Futtergefäß nicht ertrinken, hat sich als Aufstiegshilfe Stroh bestens bewährt. Gesammelt wurde es von Äckern, die biologisch bewirtschaftet wurden.

Varroabehandlung, die Zweite

Windel mit eingezeichneten VarroamilbenVor der zweiten Varroabehandlung bestimmen wir mittels Gemülldiagnose den Milbenbefall des Volkes. Windel für drei Tage einlegen und anschließend Milbenfall pro Tag bestimmen.

Varroabehandlung, wie oben unter „Varroabehandlung, die Erste“ beschrieben durchführen.

Die Windel wird entnommen und der Milbenfall beurteilt. 14 Tage nach der Behandlung wird nochmals der sogenannte natürliche Milbenfall pro Tag kontrolliert.

Monitoring Asiatische Hornisse / Vespa Velutina

Das Monitoring der Asiatischen Hornisse mittels Dochttöpfen gilt es, im August fortzusetzen. Dessen Bedeutung zeigt aktuell der Fund im Raum Bamberg:

Ein Flyer der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Institut für Bienenkunde, informiert zur Anwendung der Dochttöpfe nebst Rezept der Lockflüssigkeit:

Fortbildungen und Termine

Zu tagesaktuellen Änderungen und zu weiteren Details siehe die Seite Aktivitäten und Termine

  • Sa., 01.08.26, 15.00 – 17.30 Uhr | FKBB-Vorstandssitzung 2026-3
  • Sa., 08.08.26, 10.30 – 12.30 Uhr |  M9 Wabenhygiene, Varroabehandlung (Imkerkurs für Anfänger)
  • Sa., 15.08.26, 14.00 – 16.30 Uhr | M10 Wachsverarbeitung (Imkerkurs für Anfänger)
  • Sa. 15.08.26, 17.00 – 18.30 Uhr | M11 Einfüttern (Imkerkurs für Anfänger)
  • So. 16.08.26, 14.00 – 17.00 Uhr | BIWa-Sonntagsöffnung mit Versteigerung
    schöner Dinge durch Stadtrat Wolfgang Metzner von 15.00 – 16.30 Uhr

¹Pia Aumeier (2023): Ameisensäure sicher einsetzen mit Sachverstand. Bienenzucht 08/2023, S. 350.

Honigernte- und -verarbeitung Sternwarte 2026

Endlich konnten auch unsere Nachbarn, die Familie Berg, das Ernten des Sternwarte-Honigs miterleben! Auch waren unsere beiden treuen Bienenpaten Rita und Stefan wieder mit von der Partie.

Das Wetter war angenehm, die Bienen vital, jedoch brav, und sogar die Wespen ließen uns heuer um diese späte Juli-Zeit, an der wir üblicherweise die allerletzte Ernte fürs Jahr einfahren, ziemlich in Ruhe. Karl, Otto, Luise, Hannah, Tilo und Detlev arbeiteten drei Generationen übergreifend in aller Ruhe und Besonnenheit, als hätten sie das alles schon oft getan. Erstaunlich!

Auch mein vor einem halben Jahr verstorbener Patenonkel Sebald, der einige Male bei unserer Bienenarbeit mitgemacht hatte, zuletzt an der Sternwarte, war in Form einer Erinnerungskerze mitten unter uns. Umarmung an Rita, die diese schöne Idee hatte!Honigschleudertage mit Ernte am Lagenstandort „Sternwarte", 27.07.2024 / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Nach einer kurzen Einweisung in Sicherheit und Ablauf ging’s behende ans Bergen der teilweise recht schweren Honigwaben.

Die noch ansitzenden Bienen, die trotz tags zuvor eingelegter Bienenflucht noch in den Honigräumen anzutreffen waren, ließen sich ohne Weiteres gut abkehren.

Trotzdem braucht es Geschicklichkeit, die schwere Wabe nur zwischen ein paar Fingern zu halten und mit der anderen Wabe rasch die Bienen abzukehren.

Etwas schwieriger gestaltete sich dann schon das rasche Bergen der süß duftenden Waben in die bereitgestellten Boxen. Die eine oder andere Biene und Wespe kamen im Auto von Stefan, der sich als Fahrdienst zur Verfügung stellte, einfach mit an den Obstmarkt und wurden dann dort ins Freie gelassen.

Doch zuvor noch musste die Bienenflucht entfernt werden. Das überließen wir lieber völlig unserem Imkermeister. Reinhold hat den Dreh raus, die vielen, vielen Honigbienen ohne Federlesens zurück in die Beute abzustoßen.

Im dritten Stock angekommen – ja, das ist reines Kraftrainig bei um die 20 Kilo schweren Boxen – verdienten wir uns den Mittagsimbiss. Dann wurde fachgerecht entdeckelt, geschleudert und auf die letzte Ernte das Jahres, auf die Bienen und meinen Onkel mit alkoholfreiem Sekt angestoßen!

Endlich hatte auch Rita Feierabend, die in ihrem sonntäglichen Bereitschaftsdienst als IT-lerin doch recht beschäftigt war. Endlich war alles fachgerecht versorgt, und wir hatten uns die Jakobskärwa mehr als verdient, wo wir unabgesprochen auf Uschi Sowa mit Schorsch, Michaela Reimann, Bianca und Tobias Leisgang stießen.

In fröhlicher Runde bei nur wenigen Regentropfen endete zu später Stunde der produktive Sonntag und die dreiwöchige Erntesaison. DANKE, alle fleißige Menschen und Bienen, die mitgewirkt haben, das es wieder einen feinen Bamberger Lagenhonig anzubieten gibt!

Bienenweg-Verarbeitung 2026 – Honig, dem man vertrauen kann

Honigverarbeitung Bienenweg mit Christine Teamwork bei der Honigverarbeitung der Bienenweg-Ernte – wir waren dankbar um die Hilfe vom Bienenpaten-„Anhang“ Christine und Leon Liedtke sowie FKBB-Beirätin Marie Pailer, die stundenweise mit uns entdeckelten und schleuderten. Das im vergangenen Jahr Erlernte hatten sie nicht vergessen. Auch der 12-jährige Leon stellte sich trotz einiger stärker kristallisierten Waben sehr geschickt an.

Honigverarbeitung Bienenweg mit Leon

kaputte EntdeckelungsgabelLeider gab meine geliebte, von einem Altimker vererbte Entdeckelungsgabel den Geist auf. Stilbruch durch Materialermüdung. Heuer mussten vom Bienenweg 80 Waben verarbeitet werden, womit wir an zwei Tagen beschäftigt waren.

Honigverarbeitung Bienenweg mit Marie Nebenbei läuft die Broterwerbsarbeit weiter. Auch der Bienengarten muss gegossen werden, wobei eine neue Bienengarten-Fee namens Juline half. Spät am

Abend noch wurde noch der verblüthe Lavendel heruntergeschnitten und die leeren Honigrähmchen zum Ausschlecken zurück in die Völker gegeben.Bienengarten gießen mit Juline

Bienengarten gießen mit Juline

Tja, alle Hände voll zu tun, wie jedes Jahr. Doch dafür gibt es wieder wundervollen Honig, dem man vertrauen kann. Der ganze Prozess steht von Anfang bis Ende von Gästen und Helfenden unter Beobachtung. Transparenter geht’s nicht.

Übrigens: Auch heuer werden wir noch einmal bei den alten Preisen bleiben:
€ 9,00 für 500 g und € 5,00 für 250 g Bamberger Lagenhonig.

Karton mit Bamberger LagenhonigTipp 1: Ihr solltet euch einen kleinen Vorrat anlegen, denn die Asiatische Hornisse hat bereits Wiesengiech erreicht. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann Honig knapp werden könnte.

Als Bienenpatin oder -pate habt ihr jährlich Anspruch auf 1 Kilo Honig. Unsere Priorität ist klar: Erst kommen unsere Unterstützer*innen zum Zuge, versprochen.