Naturgarten-Zertifizierung 2022 des Bamberger Bienengartens

Der Bamberger Bienengarten als ein Schau-Areal für bienenfreundliche Pflanzungen erhielt am 22.06.2022 die Naturgarten-Zertifizierung „Bayern blüht“. Darüber freuen wir uns natürlich sehr, steckt doch sehr viel ehrenamtliche Arbeit und Liebe von Seiten unserer Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de drin. Mit einer Zertifizierung geehrt zu werden ist – neben den zahlreichen positiven Rückmeldungen der Spaziergänger/innen – doch ein überaus motivierendes Ereignis, das uns weiterer Ansporn sein wird.

Hauptkernpunkte eines Naturgartens sind eine nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung sowie vielfältige Gestaltung. Der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, auf chemisch-synthetische Dünger und auf Torf zur Bodenverbesserung ist verpflichtend. Da wir lediglich hin und wieder mit Flusswasser gießen und die Rosen mit organischem Dünger nach dem Mondkalender versorgen, ist  das „kein Ding“.

Die Gartenbegehung

Die Kommission, bestehend aus dem Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Oliver Rendl, Landratsamts Bamberg, und Fritz Hippbacher vom OGV Schönbrunn, begutachtete und beriet sich eineinhalb Stunden in brütender Hitze, um sodann eine wohlbegründete Entscheidung zu treffen.

Als herausragend erachteten die Zertifizierer das jederzeit begehbare Schau-Gelände und die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, die eine breite Erreichbarkeit zeitigt. So erfahren viele Menschen von der Nützlichkeit eines bienenfreundlichen Gartens und können sich bei über 300 Pflanzenarten, die durch botanische Schilder und Informationstafeln erläutert werden, Anregungen und von uns natürlich persönliche Beratung holen, auch Literatur in der Imker-Bibliothek zu Garten und Natur einsehen und Listen empfehlenswerter Pflanzen holen. Auch bieten wir Vorträge und Veranstaltungen zu Blühpflanzen an, zuletzt die Lavendel- und Honigmesse.

Grundkonzept und Entwicklungsmöglichkeiten

Mit diesen Extra-Punkten konnten wir ausgleichen, denn nicht alle 28 Zertifikatspunkte mussten und konnten erfüllt werden. So legten wir beispielsweise bewusst keinen Nutzgarten an, da unser unmittelbarer Nachbar der Interkulturelle Garten ist und über verschiedene Beerenobst- und Gemüseanpflanzungen verfügt. Ganz abgesehen davon, dass wir als Berufstätige und stark in Sachen Schulbiene eingebundene Ehrenamtliche diesen Aufwand gar nicht betreiben könnten.

Bamberger Bienengarten von Bienen-leben-in-Bamberg.de

Auch säumte bereits eine Reihe Obstbäume das Areal im ERBA-Park ein, die zu Landesgartenschauzeiten gesetzt wurden. Die erforderlichen heimischen Hecken und Gehölzer sind durch die Rahmenbedingungen eines bereits eingewachsenen städtischen Grundstücks (noch) außen vor, doch der Liguster erfreut alljährlich zahlreiche Insekten.

Biene an Liguster, Ligustrum vulgare

"Welches Konzept steckt hinter dem Bamberger Bienengarten?"Es ist kein Geheimnis, dass unser Konzept die Unterstützung der Honigbienen, der Wildbienen und weiterer Insekten, hier mit besonderem Augenmerk auf die  nachtaktiven Pflanzen, abzielt. Doch auch andere Tiere sind uns nicht einerlei.

So bietet eine Holzpalette in der Hecke Unterschlupf für Igel und etliche Vogelarten bevölkern die etwa 1000 Quadratmeter, die wir unter unsere Fittiche genommen haben. Sogar ein Buntspecht erfreut uns alljährlich mit seinem Besuch. Doch natürlich ist immer Luft nach oben. In fünf Jahren zur Re-Zertifizierung sind wir sicherlich auch in diesen Bereichen (noch) besser aufgestellt.

Als Mitglieder im Obst- und Gartenbauverein Wildensorg e. V. mussten wir übrigens für die Zertifizierung nicht aufkommen. Wir freuen uns jetzt auf die kleine, vom Landratsamt ausgerichtete Feier am 29.07.2022, zu der die Urkunde überreicht werden wird.

Lavendel- und Honigmesse 2022 am heißesten Tag des Jahres

Lavendel- und Honigmesse 2022

120 prächtige Lavendel der Gärtnerei Strobler in fünf Sorten, dazu der Bamberger Lagenhonig und zwei Helferinnen des Förderkreises (herzlichen Dank!) in einem am Vortag von Bienenpat(inn)en flusswassergegossenen Bienengarten … ideale Bedingungen für die jährliche Lavendel- und Honigmesse als Programmpunkt zur BIWa-Sonntagsöffnung. Allein … die unbarmherzige Sonnenglut machte dem mit viel Schweiß und Mühe vorbereiteten Nachmittag einen kleinen Strich durch die Rechnung.Lavendel- und Honigmesse 2022

 

Lavendel- und Honigmesse 2022Wie auch im Kreislehrgarten Oberhaid, der ebenfalls immer am 3. Sonntag im Monat geöffnet hat und gleichfalls durch Elke Puchtler etwas zum Lavendelthema zu bieten hatte, blieb die Besucherfrequenz überschaubar. Dennoch waren Gabi Loskarn (Bienenpatin und Kassenwartin des FKBB), Yaneth Klein (Beirätin) und wir zwei, Reinhold und Ilona, selten allein. Lavendel- und Honigmesse 2022

Lavendel- und Honigmesse 2022Von 14 bis 18 Uhr nutzte so mancher Gast unsere Zuwendung doch recht ausführlich und freute sich, dass wir Zeit für ihn hatten, zumal manche von ihnen aus entfernteren Regionen anreisten. Auch konnte eine Gruppe von Erzieherinnen aus Bischberg, die sich Materialien für ihr kommendes Nachhaltigkeitsfest abholten, in Ruhe beraten werden.

Zwischendrin wurden die Füße abgekühlt und sich an der Imker-Bibliothek bedient. Die persönlichen Gespräche kamen auch nicht zu kurz, und so fühlten wir uns trotz der Hitze durchaus sonntäglich-festlich gestimmt.

Lavendel- und Honigmesse 2022

Flusswasser-Gießaktion

Flusswasser-GießaktionWir freuten uns sehr, dass wir am Vortag wieder Bienenpat(inn)en kennenlernen durften. Die in der unmittelbaren Nachbarschaft beheimateten Anja Krause sowie Fabian Liberka mit Freundin Agnes plus ihrem äußerst braven Hündchen Frieda, welche aus Erlangen anreisten, halfen kräftig mit, den Bienengarten mit exquisiten Flusswasser zu gießen und damit gleichzeitig zu düngen.

Mittagessen nach Flusswasser-GießaktionDie darbenden Bäume und Büsche wurden indes mit Grundwasser versorgt, welches uns die Schwengelpumpe lieferte. 40 Liter pro Minute in Handarbeit aus 6 Meter Tiefe hervorgezaubert, verschaffte dem Grün die nötige Grundfeuchte und uns kräftige Oberarme. Herzlichen Dank fürs frühe Aufstehen und die Morgengymnastik, das gemeinsame Mittagessen und die Vorschau auf weitere Unterstützung!

Was vom Tage übrig blieb …

Lavendel- und Honigmesse 2022… war die Freude, unseren Freundinnen, den Bienen, zu erneuter Aufmerksamkeit verholfen zu haben. Doch ganz besonders beglückend war die Freude über die vielen hilfreichen Hände, die sich aus Bienenpat(inn)en und den Mitgliedern des neuen Trägervereins (sorry, Webseiten dauern noch etwas) nebst deren Familien – auch Yanets Eltern und Cousine halfen beim Abbau! –, speiste.

Lavendel- und Honigmesse 2022Die schöne Erfahrung der Unterstützung ist Balsam auf unserer Seele. Denn in diesem Jahr wurde uns doch schon recht viel abverlangt bzw. hatten wir zum Segen der Bienen (nicht nur in) Bamberg so einiges initiiert, was zunächst nicht auf unserem Jahresplan stand, jüngst zum Beispiel die Sprechende Bienen-InfoWabe. Doch diejenigen, die das Tagebuch regelmäßig lesen, wissen ja über unsere Projekte bestens Bescheid.

Lavendel- und Honigmesse 2022Die übriggebliebenen Lavendel sind jedenfalls kein Verlust, sondern wurden dem Bamberger Bienengarten zugeführt. Dass daraus ein neues, recht spontanes Projekt wurde … dazu in Kürze mehr.

Wir werden jedenfalls auch im nächsten Jahr einladen, die Nahrungssituation für die Bienen zu thematisieren und in der Umgebung durch das Angebot von Pflanzen und Beratung zu verbessern. Termin ist wie immer der 3. Sonntag im Juni.

Lavendel in fünf Sorten für die Lavendel- und Honigmesse 2022 im Bamberger Bienengarten

 

Spontaner Besuch der Biberbande im Bienengarten

Besuch der Biberbande Johanniter-Kindergarten im BienengartenDie ersten, die die neue Puzzlebeute zusammensetzten, war eine Zielgruppe, die wir aus Kapazitätsgründen gar nicht im Fokus haben.

Dennoch erhielt unser Nachbar auf der ERBA-Insel, der Johanniter-Kindergarten, selbstredend eine kleine Führung von uns. Die etwa 10-köpfige Gruppe erwischte uns beim Bienengarten-Gießen und freuten sich über ein unverhofftes Erlebnis mit vielerlei Eindrücken.

Besuch der Biberbande Johanniter-Kindergarten im Bienengarten

Auch wir finden diese unerwarteten Kontakte als bereichernd und inspirierend. Kommt ruhig mal wieder vorbei – der Garten ist ja ständig begehbar und die Insekten eigentlich immer zuhause! 🙂

Das wissen auch die Kinder der Bewohner/innen der Insel und vor allem die des uns gegenüberliegenden Interkulturellen Gartens. Miriam und ihre Freundinnen und Freunde sind öfters mal fleißig am Gießen – auch ohne uns. Das blaue Gießkännlein und ein wassergefüllter Topf stehen immer bereit. Sie ist auch schon groß genug, um die Schwengelpumpe selbst bedienen zu können.Kinderbesuch, Gießhilfe im Bienengarten

Ja, dieser Sommer wird wieder heiß. Da können wir jegliche Gießhilfe gebrauchen! Dazu im nächsten Blogbeitrag mehr.

So., 19.06.22 – BIWa-Sonntagsöffnung mit Lavendel- und Honigmesse

So., 19.06.22 – BIWa-Sonntagsöffnung mit Lavendel- und Honigmesse für Bienenfreunde

LavendelKennzeichnung "Spezialthema" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Wann? So., 19.06.22 | 14.00 – 18.00 Uhr
Was? Verkaufsschau mit Beratung im Bamberger Bienengarten. Lavendel wird von Honig- wie Wildbienen sehr geschätzt und ist ein unkomplizierter Garteninsasse. Für unsere Messe verkaufen wir  verschiedene Lavendelsorten in den Farben lila, rosa und weiß. Einige davon wie die Sorten #Hidcote Blue, #Miss Katherine und #Nana Alba sind dauerhafte Gäste im Bamberger Bienengarten, der jederzeit öffentlich zugänglich ist. Ihr könnt sie euch also vor dem Kauf gerne erst mal ansehen, denn sie werden bis dahin garantiert blühen.
Wer außerdem den unter dem Siegel „Region Bamberg – weil’s mich überzeugt!“ geimkerten Bamberger Lagenhonig mit hinzunehmen möchte, hat viel Gutes für die Natur getan.
Für wen? Ohne Altersbeschränkung
Kosten? Kein Eintritt. Über Spenden freuen wir uns
Veranstalter? FKBB, Förderkreis Bienenleben Bamberg e. V. in Kooperation mit der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de
Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)
Und sonst? Bitte nutzt die nahe Tiefgarage des ERBA-Parks

Bienen an Lavendel 'Hidcote-Blue' im Bamberger BienengartenHonigglaspyramide Bamberger Lagenhonig

Freundliches und Blühendes zur BIWa-Sonntagsöffnung

Schau-Pfingsrosenbeet vor Bienen-InfoWabeNatürlich tut es uns gut, wenn unsere Gäste freundlich zu uns sind uns sich mit uns über die Natur begeistern können. Immerhin stehen wir ehrenamtlich etliche Stunden für Bienen- und Gartenliebhaber/innen nicht nur sonntäglich zur Verfügung. Bei manch‘ brummeligen Zeitgenoss(inn)en hoffen wir indes, dass sie sich vom Anblick aparter wie robuster Schönheiten unserer Schau-Blumenbeete positiv berühren lassen. Wer kann schon dauerhaft grantig bleiben, wenn sich alle so sehr um sie bemühen!

Wildbiene, Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) an Paeonia lactiflora Hybride 'Gedenken', Pfingstrose im Bamberger Bienengarten

Auch die Wild- wie Honigbienen und weitere Insekten wie die hübschen Käferchen (Glattschieniger Pinselkäfer, Trauer-Rosenkäfer und Gemeiner Rosenkäfer) tun ihr Bestes, sie anlässlich der BIWa-Sonntagsöffnung im schönen Mai zu erheitern. Meist mit Erfolg.

Nette Gäste

Reinhold und ich freuten uns sehr, als uns Luis wieder besuchte. Der 11-jährige Internatsschüler, der nur an den Wochenenden in Bamberg weilt, erhielt sehr gerne zusammen mit seiner netten Mama eine Sonderbesichtigung am Lehrbienenstand, da er bereits um 15 Uhr, also zur regulären Bienenschauzeit, wieder wegfahren musste. Die BIWa-Sonntagsöffnungen sind seit seinem letzten Besuch fest in seinem Kalender verankert, erzählte er uns. Die Bienen haben es ihm einfach angetan.

30 Gäste zählten wir, darunter Stammgäste, Bienenpat(inn)en, Imkerkolleg(inn)en, Ratsuchende in Sachen bienenfreundliche Pflanzen und Transition-Mitglieder. So half uns Marc, den Reinhold einen ausführlichen Einblick in unsere Völker verschaffte, anschließend beim Gießen, wofür wir sehr dankbar waren. Es ist nun doch ein sehr großes Areal, da hat auch die Schwengelpumpe gut zu tun. Rund 500 Liter braucht’s an normalen Gießtagen.

Luis hält eine volle Honigwabe mit ansitzenden Bienen

Beginn der Pfingstrosenblüte

Fette Knospen kündigen die beginnende Pfingstrosensaison an. ‚Lovebirds‘ ist bereits verblüht, doch ‚Nosegay‘ und ‚Gedenken‘ streckten ihre prachtvollen Blüten dem blauen Sonnenhimmel und zahlreichen fliegenden wie bewundernden Gästen entgegen. Die schwarzblau schillenderde Holzbiene (Xylocopa violacea) konnte sich gar nicht satt essen und wühlte in den dicken, langen Pollenfäden herum. Was für ein Anblick! Doch auch die hübsche Iris namens ‚Bumblebee‘, deren Färbung tatsächlich sehr an eine Hummel erinnert, ist bereits in voller Blüte.

Wildbiene, Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) an Paeonia lactiflora Hybride 'Gedenken', Pfingstrose im Bamberger Bienengarten

Auch, wenn es viel Arbeit macht … der Garten ist jede Mühe wert. Ein Ehepaar aus Fürth hatte im vorletzten Jahr das Areal im Erba-Park erst entdeckt und erneut auf ihre Besuchliste gesetzt. Sie waren begeistert, dass mit den Päonien und Iriden ein weiteres Beet hinzugekommen ist.

Nach getanem Dienst an den Bienenvölkern, den Gästen und den Beeten waren wir bei dieser Hitze schon ein wenig erschöpft, aber sehr zufrieden mit unserem Werk. Gottes Schöpfung zur Ansicht zu bringen ist in schweren Zeiten der beste Trost, den man sich nur wünschen und selbst geben kann. So hoffen wir nun, dass dieser Sonntag nicht nur uns selbst, sondern auch alle unsere tierischen wie menschlichen Zeitgenossen ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte … vielleicht ja auch erst hinterher, in der Erinnerung.

Endlich wieder Führungen am Bienenweg – Herzlich Willkommen, Erlangen!

Unseren Start in die Nach-Corona-Zeit, zumindest, was Gruppenführungen anbelangt, begingen wir mit dem MR ACQ-Team um Bienenpatin Diana Martin. Sie konnte ihre Siemens-Healthineer-Kolleg(inn)en samt Familienanhang für einen Besuch der Bienen-InfoWabe in Bamberg animieren. Denn eigentlich ist diese Bienenpatenschaft ein gemeinschaftliches Werk. Es wurde nun Zeit, sich gegenseitig – und natürlich die Bienen! – endlich kennenzulernen.

Aktivierende Fragen

Aufgabe: Welche Tiere könnt ihr entdecken?Aufgabe: Welche Fledermausblumen findet ihr hier im Garten?Nach der Anreise von Erlangen nach Bamberg erhielten die jüngeren Familienmitglieder zunächst etwas Bewegung verordnet, während die Erwachsenen in der Bienen-InfoWabe mit ersten Informationen versorgt wurden. Zwei Aufgaben bzw. Fragen waren zu erfüllen, die allerdings noch nicht sofort mit Details zur Honig- oder Wildbiene aufwarteten.

Blaue (auch: Blauschwarze) Holzbiene, Xylocopa violacea, an Großem LöwenmaulDie Kinder sollten zum einen ALLE Tiere aufschreiben, die sie im Bienengarten am Bienenweg finden. Das war denn auch jede Menge! Die Liste begannen wir sogleich mit der Holzbiene, die pünktlich zum Start eine Begrüßungsrunde drehte. Als größte europäische Wildbienenart war sie weder zu übersehen noch zu überhören!

Zum anderen sollten alle botanischen Pflanzschildchen im Bienengarten gefunden werden, die ein Fledermauszeichen trugen. Die Namen waren auf einer Liste zu Fledermausblumen abzuhaken. Diese nachtaktiven Pflanzen sind für die dämmerungsaktiven und nachtjagenden Säugetiere aus der Gruppe der Fledertiere von großer Bedeutung. Denn nur, wenn genügend Insekten zum Bestäuben unterwegs sind, können sie an ihnen ihren Hunger stillen. (Bienen sind allerdings sicher vor ihnen!)

Die „Teamleiterinnen“ Rebecca und Valesca trugen nach einger guten Viertelstunde ihre Ergebnisse vor und wurden für ihren Fleiß ausgiebig beklatscht. Jetzt war es Zeit, um mit der wiedervereinten Gruppe einiges Wissenswertes zu Honig, Bienen, Imkerei und die Natur zu erfahren.

Nicht nur Hören und Sehen, sondern auch Riechen und Betasten aktiviert unsere grauen Zellen. Das herumgereichte Mittelwandrähmchen, welches die Imker/innen als Start zum Ausbau einer Wabe reichen, duftete nach Wachs. Und eine gefüllte Honigwabe wollte vom Gewicht her eingeschätzt werden. Ein bisschen Kopfrechnen, wie viel Honig daraus ausgeschleudert werden kann, schadet ebenfalls nicht.
Für die Minis, die noch eine heile Welt ohne Mathe leben dürfen, gab es derweil Bilderbücher zu Betrachten. Übergang von der Mittelwand zur ausgebauten Honigwabe

Was wissen wir wirklich?!

Klein wie Groß stellten ihre Fragen, die meist zur nächsten führte. Sie hatten aber auch einige Antworten parat, die oft ins Schwarze trafen oder nur haarscharf daneben lagen. Immer wieder spüren wir selbst, wie unfassbar faszinierend die Welt der Insekten und Bienen ist. Nichts, aber auch rein gar nichts, ist genau so, wie es scheint. Wenn wir Menschen glauben, uns alle Antworten gegeben zu haben, sind wir gerade erst dabei, die richtigen Fragen zu finden.

Manchmal bestätigt uns die Forschung überliefertes Allgemeinwissen, beispielsweise, wie viel Gutes Honig und Propolis zur Vorbeugung und Heilung von Volkskrankheiten beitragen kann. Doch genau so oft widerlegt sie ehemals gesichertes Grundwissen. Lange Zeit hieß es, dass ein Bienenvolk (selbstverständlich!) nur von einem König geführt werden könne.

Bienenkönigin des Standortes Buger WiesenAch ja, was heißt schon, geführt! Die (natürlich weibliche) Königin hält zwar mittels ihrer Duftstoffe (Pheromone) ihr Volk zusammen und teilt ihm ihren Gesundheits- und Legestatus mit. Auch hat sie einen eigenen Hofstaat, doch ansonsten nur wenig zu sagen bzw. zu summen. Nachdem sie als junge Königin begattet wurde, legt sie täglich bis zu 2.000 Eier und sorgt als einzige im Volk für Nachwuchs. Dafür muss sie nicht selbst sammeln fliegen und wird obendrein gefüttert und gepflegt. Sie ist etwas ganz Besonderes. Doch ohne ihr Team ist sie … nichts. Alle für eine, eine für alle! Kennt ihr …

Bienenwesen erkunden

Nun wurde es Zeit, die verschiedenen Bienenwesen genauer zu besehen. Dafür kam unsere Schaufensterbeute in Spiel. Die männlichen Bienen (Drohnen) und die weiblichen Arbeitsbieneen wurden ausgiebig hinter Plexiglasscheiben betrachtet. Auch hier war das Alter der Gäste einerlei – alle waren fasziniert von dem Gewurrle auf der Wabe.

Die Minis durften unterdessen Gänseblümchen und Löwenzahn pflücken.

Sodann mussten die Bienen wieder in ihre Wohnung gebracht werden. Da es schönstes Wetter war, konnten wir dabei einen weiteren Blick in ihre Welt wagen. Reinhold reichte uns eine mit Bienen besetzte Honigwabe, die reihum genauer besehen werden durfte. Auch ein Naschen am frischen Honig direkt aus der Wabe war möglich, sofern man sich traute, den Finger zwischen den krabbelnden Bienchen hindurch in die warme, weiche Wachsschicht zu stecken.

Aufeinander angewiesen

Dass unsere Bienenpatin Diana selbst gar keinen Honig mag, ist zwar irgendwie lustig, doch kennen wir das durchaus von anderen Patinnen und Paten auch. Es geht eben doch als allererstes um die Bestäubungsleistung der Bienen, die zu sichern ist. Dafür sind wir Imker/innen da, um sie zu gewährleisten. Eine gemütliche, saubere Wohnung und die Befreiung von Varroamilben sowie Behandlung gegen weitere Krankheiten im Austausch zu einer Honigernte im Jahr. Das sorgt für eine echte Win-win-Situation, in der die an unsere Bedürfnisse kultivierte Natur ein entscheidendes Stück weit wieder zu einem Ausgleich kommt.

Wie gesagt: Kultiviert, nicht wild-natürlich. Doch zu Holzäpfel und -birnen mag und kann wohl niemand mehr zurückkehren. Und auch die Bienen können nicht mehr ohne Weiteres zurück in ihren angestammten Lebensraum, den „wilden“ Wald. Wir sind also aufeinander angewiesen, und wir nehmen das so ernst und sind so demütig, wie wir nur können. Mit unseren Bienenpatinnen und -paten zusammen wollen wir das Bienenleben umsichtig bewahren helfen.

Herzlichen Dank, Diana und Team, dass ihr dabei mit uns geht!

Saisonstart: Österliches im Erba-Park ein Magnet für Bienenfreu(n)de

Saisonstart Bienen-InfoWabe Ostersonntag, 17.04.2022Saisonstart Bienen-InfoWabe Ostersonntag, 17.04.2022Zum ersehnten Saisonstart der Bienen-InfoWabe fanden sich 40 Bienenfreund(inn)e(n) aus Stadt und Landkreis am bunt dekorierten und bepflanzten Osterbrunnen im Bienengarten ein und ließen sich auf den fröhlich-orangen Stühlen und Holzbänken die Sonne bei noch kühlen Temperaturen auf den Pelz scheinen.

Saisonstart Bienen-InfoWabe Ostersonntag, 17.04.2022Die Kinder inspizierten neugierig die vielen Objekt in der Bienen-InfoWabe, deren Highlight natürlich die Bienenlernbeute, die volle Honigwabe und die Honigschleuder waren. Die Bamberger Schulbiene war sozusagen wieder in ihrem Element – wie auch der FT so nett übertitelte.

Saisonstart Bienen-InfoWabe Ostersonntag, 17.04.2022

Saisonstart Bienen-InfoWabe Ostersonntag, 17.04.2022Die Kleineren ließen sich vom Papa aus Bilderbüchern vorlesen oder spielten ein Brettspiel am runden Tisch, den ein großer, bunter Frühlingsstrauß zierte. Dieser wurde nach und nach mit den mitgebrachten Ostereiern behängt.

Saisonstart Bienen-InfoWabe Ostersonntag, 17.04.2022

Unsere Gäste

Bereits unser allererster Gast, Frau Reich aus Stegaurach, brachte zwei hübsch bemalte Ostereier mit. Sie hatte sich von unserem FT-Artikel animiert gefühlt, doch bitte ein mit einer Biene oder Blume bemaltes Ei mitzubringen, um eine Tasse Kaffee oder – für die Kinder – ein kleines Gegengeschenk zu erhalten. Die ehemals in einer Mittelschule beschäftigte Lehrerin entschied sich für beide Motive und fühlte sich ein Stück weit wieder in ihre Kindheit zurückversetzt, als sie längst verschollen geglaubte Malkünste reaktivierte. Für uns ein heiterer Start in die Saison!

Jasper schenkte uns ein sehr raffiniert gebasteltes Osterei. Es war sehr geschickt aus zwei roten Papierovalen zusammengefügt und mit gezeichneten kleinen Bienchen und Blüten beklebt. Er und seine Mama verbrachten eine lange Zeit bei uns, es gab ja auch allerhand zu entdecken. Trotz echter Bienen und Osterbrunnen im Sonnenschein zog es ihn immer wieder ins Innere der Bienen-InfoWabe, wo er mit unserer ausdrücklichen Erlaubnis alles berühren durfte.

Bienenpatenbesuche

Viele neue Gesichter lernen wir kennen, was uns natürlich sehr freute. Doch auch unsere lieben Bienenpatinnen und -paten folgten unserem Aufruf auf einen gemeinsamen Ostersonntag-Nachmittag. Darunter Michael Knauer, dessen Freundin Kathrin Lang (und Initiatorin seiner Bienenpatenschaft) uns mit einem Set liebevoll mit Mini-Bienen bemalter Steine beschenkte und berührte! WAS für ein Aufwand! Die Latte hängt jetzt natürlich hoch, ulkten wir schwer begeistert.

Auch Andrea Schöb mit ihrem Mann Martin und den beiden Töchtern Emma und Elin – die Eier in zartem Rosa und Blau – beehrte uns wieder aus Redwitz an der Rodach. Sie kamen gerade recht, um gemeinsam mit Ulla Frank nebst Mama sowie weiteren Gästen an der ersten von zwei Bienenvorführungen teilzunehmen. Schnell verringerte sich der zunächst noch respektvolle Abstand in Anbetracht des gerade schlüpfenden Bienenkindes, das justament auf der herumgezeigten Brutwabe das helle Licht der Welt erblickte.Saisonstart Bienen-InfoWabe Ostersonntag, 17.04.2022

Von Lydia Lang, der Gattin des wegen Krankenbesuchs leider verhinderten Bienenpaten Rolf Lang, erhielten wir ein Upcycling-Nestchen, gefüllt mit dekorativen Ostereiern, auch als Schokolade, garniert mit einer Karte mit Friedenstaube, dem traurigen Anlass des russisch-ukrainischen Krieges entsprechend. Lydia hat gleich ihre ganze Familie mitgebracht, neben Sohn Martin ihre zwei Töchter, einen Schwiegersohn und ihre Freundin/Patentante.

Treue Imkerkolleg(inn)en

Treuer Besucher ist unser Imkerkollege Leo Weingärtner, der mit Gattin Monika ebenfalls die ganze Familie zum österlichen Besuch mitbrachte: Tochter und Schwiegersohn nebst zwei Enkelkinder. Und mögen auch Plastikeier verpönt sein – für das heile Überstehen von raschen Zugriffen die Umwelt entdeckende Patschhändchen sind sie ideal!

Saisonstart Bienen-InfoWabe Ostersonntag, 17.04.2022Saisonstart Bienen-InfoWabe Ostersonntag, 17.04.2022Yaneth Klein, mittlerweile frisch eingesetzte Beirätin unseres Förderkreises Bienenleben Bamberg e. V. und eine feste Größe in unserem ehrenamtlichen Bemühen um die Bienenwelt, brachte Freunde ihrer Familie mit. Der Thoman-Mitarbeiter aus Treppendorf beschenkte uns mit netten „Give-aways“ aus seiner Firma, seine Frau Claudia hingegen öffnete beherzt unsere Sektflasche, für deren Inhalt sich endlich – eine halbe Stunde vor Ende der Öffnungszeit! –  Abnehmer fanden. Man kann also nicht sagen, die Menschen kämen nur wegen des Kaffees und des Sektes wegen!

Bienensaison eröffnet!

Und sie kamen auch außerhalb der Öffnungszeit und wurden nicht abgewiesen. Nicht mehr ganz sicher, ob er Damian hieß …, na, jedenfalls ein weiterer junger Besucher wurde in gebotener Kürze bzw. Länge in die Geheimnisse der Bienen und Imkerei eingeführt. Der unter der Woche in die Paul-Ritter-Schule für Gehörgeschädigte gehende Grundschüler erschien als eine sehr verständige und treffsicher reflektierende Persönlichkeit, bei der wir sofort den Eindruck gewannen: DAS könnte ein Imker werden!

Ja, bereits in jungen Jahren ist durchaus erkennbar, ob jemand das Zeug dazu hat. Eine gute Beobachtungs- und Auffassungsgabe ist der Schlüssel zu einem Naturerlebnis, das  immer wieder begeistert und staunen macht.

Bitte bleibt dran am Thema, liebe Gäste! Nicht nur zur Saison 2022, die hiermit offiziell und freudig eröffnet ist, sondern möglichst auch darüber hinaus. Die Bienen brauchen uns und euch! Herzlich Willkommen in ihrer Welt!

Trinkende Bienen am Miniteich im Bamberger Bienengarten

So., 17.04.22 – Saisonstart der Bienen-InfoWabe (BIWa)

Bamberger Bienengarten, Bienenweg 1

Logo für alle Schwerpunktthemen (= Bienen, Honig, Imkerei, Natur) der Bienen-InfoWabeLogo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Wann? So., 17.04.22 | 14.00 – 17.00 Uhr
Was? Tag der offenen Tür.  Lernt eure Bienen-InfoWabe kennen! Hier findet ihr alles rund um Bienen und ihren Lebensraum, um Honig und die Imkerei. Medien wie Bücher der Imker-Bibliothek und Gerätschaften und natürlich erfahrene Imker/innen sowie echte Bienen an unserem angeschlossenen Lehrbienenstand stehen euch kostenlos zur Verfügung. Um 15 und 16 Uhr gibt’s einen Blick in die offene Bienenbeute!

Biene auf Osterei, gemalt von EmilBiene auf OstereiDie Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de erwartet ihre großen und kleinen Besucher/innen im Bamberger Bienengarten im ERBA-Park am geschmückten Osterbrunnen. Wer uns dafür ein mit einer Biene oder Blume bemaltes Osterei da lässt, erhält ein kleines Geschenk.
Für wen? Ohne Altersbeschränkung
Kosten? keine
Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)

 

Mini-Parzellen mit Wildblumen bescheren doppelte Anzahl von Hummeln

Einer Studie¹ zufolge sind gerade mal 4 qm Blühwiesenfläche notwendig, um 111% mehr Hummeln anzuziehen als auf den beobachteten Kontrollflächen ohne Blüten. Aber auch 87% mehr Wild- bzw. Solitärbienen und -wespen wurden nachgewiesen.

Glattschieniger Pinselkäfer Trichius gallicus an Paeonia Hybride 'Lemon Chiffon'Auch in unserem seit 2017 angelegten und kontinuierlich erweiterten Bienengarten, selbstverständlich mit Blühwiese, konnten wir feststellen, dass die Anzahl der Arten und Populationsstärken von allerlei Insekten angestiegen war. Sogar ein seltener Gast wie Trichius gallicus, der Glattschienige Pinselkäfer aus der Familie der Blatthornkäfer, der in Bayern laut Wikipedia noch nicht nachgewiesen ist, fand sich letztes Jahr ein. Ob er heuer wohl wieder kommt?

Ab Pfingsten könnt ihr ihn im Schau-Pfingstrosenbeet suchen gehen. Doch bereits ab Ostersonntag, 17.04.22, nimmt die Bienen-InfoWabe im Bamberger ERBA-Park ihren Betrieb wieder auf. Jeden 3. Sonntag, 14-17 Uhr und bis September sind wir vor Ort. Der Garten ist hingegen jederzeit betretbar. Wir freuen uns auf interessierte Besuchende! Und wer weiter weg wohnt … wie gesagt, 4 qm reichen, um sich selbst und den Insekten ein kleines Paradies zu verschaffen!


¹ Griffiths-Lee, J. / Nicholls, E. / Goulson, D.: Sown mini-meadows increase pollinator diversity in gardens. J Insect Conserv (2022). Open Access unter https://link.springer.com/article/10.1007/s10841-022-00387-2Bamberger Bienengarten von Bienen-leben-in-Bamberg.de

Bald schlüpfen Wildbienen – wir bereiten Nisthilfen vor

In einigen Regionen Deutschlands sind verschiedene Arten von Mauer- und Pelzbienen bereits geschlüpft. Wir sind gerade noch rechtzeitig dran mit Nisthilfen herrichten, um der neuen Generation Brutraum zu verschaffen. Dazu organisierten wir Hartholz-Baumstämme, und zwar Linde, Feldahorn, Esche, Hainbuche, Buche und Eiche sowie die zwei Nadelhölzer Kiefer und Lerche.

Die Länge beträgt ca. 70 cm, die Durchmesser Minimal 15 cm, damit die Brutgänge tief genug sind. Die in die Stämme (und nichts ins Hirnholz!) gebohrten Löcher sind unterschiedlich groß – von 4 bis 9 cm. Sorgfältig ausgebohrt braucht es sonst keine weitere Behandlung. Hartholz franst am Eingang nicht aus.

Sodann wurden einige davon im Bamberger Bienengarten als Blühwiesenumrandung wackefest mit Schotter eingegraben. Um den Stamm vor Regen zuschützen, müssen wir noch eine professionellere Mütze auftun. Na, vorerst scheint ja noch die Sonne, wir finden bestimmt etwas.

Einige Stämme liegen derzeit am Rand bereit. Wir werden sie nach und nach aufstellen. Bis dahin könnt ihr gerne darauf sitzend eure Brotzeit verspeisen und vielleicht schon den ersten Wildbienchen beim Schlüpfen und sich Paaren zusehen!

Gehörnte Mauerbienen bei der Paarung