Honigschleuder dank Bienenpaten!

„Um reine, unverpanschte Mittelwandwaben zur gesunden Aufzucht von Bienenbrut und hochwertigen Honig zu erhalten, ist ein offener Wachskreislauf nötig – und einige teuere Anschaffungen. Nach dem Kauf von Wachsschmelztrichter und Wachsschmelztopf war nun die Mittelwand­gießform mit Umwälzpumpe im Wert von rund 870 Euro dran. Die somit gewonnenen Eigenwachsmittelwände sind bereits von unseren Bienen belegt, bald können wir auf Zukauf völlig verzichten. Den geplanten Kauf einer Edelstahlschleuder müssen wir allerdings erneut aufschieben und sind froh über die bewährte Schleuder aus der Familie von Ehrenbienenpatin Jutta Fraaß.“

Bienenpaten Hans und Anne Zirkel beim PateninterviewSo stand’s zu lesen im Bienenpaten-Newsletter Nr. 1/2018. Das wollten unsere Bienenpaten Anne und Hans Zirkel nicht auf sich beruhen lassen und beschlossen, uns eine neue Honigschleuder zu schenken.

Hans entdeckelt eine HonigwabeDie runde Summe von 1000 Euro ermöglichte neben der „CFM-Honigschleuder 4 Waben, tangential, Handbetrieb“ außerdem den Kauf eines neuen Entdeckelungsgeschirrs, was in Bälde ebenfalls notwendig geworden wäre. Die alte Wanne hatte bereits seit Längerem einen Riss im Boden. Es war nur noch eine Frage der Zeit, wann sich der Honig seine klebrige Bahn bilden würde.

Montage der neuen Honigschleuder Und dass weiterhin per Hand gekurbelt werden soll, dafür hat der sportliche Handbiker Hans absolut was übrig – es ist einfach ein intensiveres Erlebnis und eine Form der Wertschätzung gegenüber dem Geschenk unserer fleißigen Honigbienen.

Wir danken unseren edlen Spendern sehr herzlich für diese wunderbare Unterstützung und freuen uns schon auf das Anschleudern mit euch!

Warum Neuanschaffung?

Warum aber war eine Neuanschaffung überhaupt notwendig? Bestimmt nicht, weil die alte Honigschleuder aufgrund der Ausstrahlung einer WISO-Sendung einen erbosten Imker auf den Plan rief, uns zu bekriteln: „Wieso zeigen Sie Ihre alte rostige Schleuder? Damit diskreditieren Sie uns Imker noch mehr.“

Nun, sie war gar nicht rostig, das täuschte bei den Filmaufnahmen. Doch blank wie es eben nur Edelstahl sein kann war sie tatsächlich nicht. Es ist allerdings keinesfalls verboten, Weißblechtrommeln zu verwenden, sofern man den Honig nicht allzu lange darin belässt. Was ja kein Imker tut. Dennoch, eine zeitgemäße Honigverarbeitung unter besten Bedingungen ist es nicht, und möglicherweise verändert sich tatsächlich ein wenig der Geschmack. Das müsste man noch testen.

Die gute alte Schleuder sollte also längst schon ersetzt werden, um unseren hohen Qualitätsansprüchen für den Bamberger Lagenhonig zu genügen, … jedoch – siehe oben. Wir waren bislang froh und dankbar über das gute alte Stück, das viele Jahre lang brav seine Dienste verrichtet hat, genau so, wie das Entdeckelungsgeschirr und der Honigtopf aus der Familie Fraaß aus Oberkotzau.

Zu neuen Ehren

Honigschleuder als Anschauungsobjekt für den Bamberger SchulbienenunterrichtLiebe Jutta Fraaß, nicht traurig sein. Dein Vater und dein Großvater würden nämlich kräftig applaudieren, wenn sie wüssten, wie ihre treue Honigschleuder zu neuen Ehren kommt. Jetzt haben wir endlich ständige Anschauungsobjekte für unseren Bamberger Schulbienenunterricht! Und wir müssen nicht mehr umständlich ein Bilderbuch hochhalten, um irgendwie theoretisch zu erklären, wie das mit dem Schleudern und Entdeckeln funktioniert. Während unseres letzten Unterrichts in diesem Jahr für die Hainschulkinder haben wir es bereits als tolle Bereicherung erlebt.

Vielen, vielen Dank für all diese Unterstützungen, ohne die wir unsere Initiative nicht leben könnten. Ihr seid der Wahnsinn!

Fotogalerie neue und alte Honigschleuder

Auftakt zur Honigernte 2017 in den Buger Wiesen

Bienenpaten Hans und Anne ZirkelIlona zieht Honigwabe aus Volk von Bienenpatin Elisabeth BurgerLos geht’s mit der Ernte des Bamberger Lagenhonigs! Wie immer – es sei denn, es wurde Raps eingetragen – ernten wir nur 1x im Jahr, und zwar ab Mitte bis Ende Juli. Diesmal, am 16.07., waren unsere Bienenpaten Anne und Hans Zirkel mit dabei.

Bienenpate Hans Zirkel mit ImkerhutIndirekt dabei waren auch Michael Alt (München) und Elisabeth Burger (herzallerliebste SchwieMu aus Augsburg), Sabine Gründler (Gärtnerei Böhmerwiese), Ina Kudlich (Mokka macan) und Felicitas „Fee“ Sauer (Feegan). Denn sie sind die Bienenpaten unserer Völker im Süden Bambergs. Vielen Dank an dieser Stelle euch allen für eure Beiträge!

Vorteile der Ganzjahresernte

Reinhold zeigt den Bienenpaten Anne und Hans Zirkel eine HonigwabeDiese im wahrsten Sinne des Wortes einmalige Ernte hat mehrere Vorteile. Erstens geschmackliche Vielfalt, da der Trachteintrag von der Obstblüte des Frühjahrs bis zur Lindenblüte des Sommers in den Waben ruht. Heuer scheint auch noch ein wenig Waldhoniganteil dabei zu sein, da der Buger-Wiesen-Honig eher dunkel daher kommt. Zweiter Vorteil: Wir haben nur einmal den Aufwand des Herrichtens und Saubermachens, was für Berufstätige, die sich zum Imkern Urlaub nehmen müssen, durchaus Charme hat.

Unterschiede in der Bienenflucht

Reinhold erläutert die Funktionsweise einer BienenfluchtEinen Tag vor der Ernte legen wir eine Bienenflucht ein. Sie sorgt dafür, dass sich zum Erntezeitpunkt nur noch wenige Bienen im Honigraum befinden. Somit müssen weniger Bienen abgekehrt werden. Die Bienenflucht wirkt nach dem Prinzip der Einbahnstraße: Die Bienen aus dem Honigraum können (und wollen) über ein Auslassöffnung an der Oberseite des Fluchtbretts zum darunter liegenden Brutraum gelangen, weil sie den Kontakt zur Königin suchen oder auch einfach mal, um rauszufliegen für ihr Geschäftchen. Am Zurückkehren hindert sie die konisch zulaufende schmalere Öffnung an der Unterseite des Bretts.

Entfernen der Bienenflucht am Volk Felicitas "Fee" SauerDas Prinzip ist einfach. Doch gibt es bei den Fluchten durchaus Unterschiede. Wir hatten mangels des bisher gewohnten Modells einmal ein anderes gekauft. Dieses hat eine raumeinnehmendere Öffnung mit vielen Löchern, die für den Duftlockstoff der Königin gedacht sind. Das funktioniert zwar gut, doch „klebten“ hier ziemlich viele Bienen dran, die wir letztendlich abstreifen mussten. Mit einer kleineren Lochvorrichtung fahren wir besser, so unser Fazit.

Honigertrag und Honigpreis

Geerntete Honigwaben im lebensmittelechten PlastikwannenDer Ertrag war eher mäßig, doch der Wassergehalt lag dafür mit durchschnittlich 17% sehr niedrig. Das ist gut so, denn je weniger Wassergehalt, desto haltbarer ist der Honig. Herausgeschmeckt haben wir ein weiches, balsamisches, vanilliges und mirabelliges Aroma bei kaum wahrnehmbarer Säure, eine sehr harmonische Reife mit lang anhaltendem, fruchtig-kräftigem Abgang. Extrem gut!

Unsere Bienenpaten erhalten pro Patenjahr 4 Gläser zu 250g und 10% Rabatt auf alle übrigen Bestellungen. Ansonsten kostet das Honigglas zu 250g € 4,70 und zu 500g € 7,20. Um eine moderate Preiserhöhung in Anbetracht der wetterbedingt geringeren Mengen sowie unserem geplanten Maschinenzukauf zur qualitätsgesicherten Wachsumarbeitung kommen wir nicht herum.

Möchten Sie bei einer Honigernte dabei sein? Dann erhalten Sie am So., 23.07. auf der Erba-Insel Gelegenheit dazu. Treffpunkt ist um 16 Uhr in der Bienen-InfoWabe. Das Verarbeiten (Entdeckeln, Schleudern, Abfüllen) ist für Mo., 24.07. vorgesehen. Info hier. Zu Letzterem bitte um Anmeldung.

Fotogalerie

Bienenpatenschaften Anne und Hans Zirkel 2016/2018

SonnenblumenstraußMit einem leuchtend gelben Sonnenblumenstrauß, der uns über eine Woche lang nach ihrem Besuch noch erfreute, standen sie vor unserer Türe. Bereits zwei Jahre lang trugen sich Anne und Hans Zirkel mit dem Gedanken, eine Bienenpatenschaft bei uns einzugehen, nachdem sie auf unseren Weblog aufmerksam wurden. Doch sich Zeit fürs imkerliche Über-die-Schulter-schauen zu nehmen, war erst nach der langjährigen Pflegephase von Annes Mutter möglich. Am 8. September kamen wir endlich zusammen.

Beste Voraussetzungen

Bienenpaten Hans und Anne Zirkel beim PateninterviewBeide Zirkels sind recht tierlieb, stellten wir schnell fest. Und das auch, obwohl es ihnen die „Wachhundkatze“ nicht gerade einfach macht. Carlos in die kurzzeitige Urlaubspflege zu geben, kann riskant sein. „Der Maler, der während unserer Abwesenheit das Wohnzimmer streichen sollte, musste quasi von der Nachbarin befreit werden. Der Kater ließ ihn nicht mehr aus dem Haus“, erzählte Anne lachend, während Hans schmunzelnd, doch auch ein wenig leidvoll geprüft dazu nickte. Denn ihn hat Carlos ebenfalls auf dem Ticker. Doch der ehemalige Sportamtschef weiß sich seiner Haut durchaus zu wehren.

Beste Voraussetzungen, um beim Imkern nahe mit dabei zu sein. Unerschrockenheit ist hier nicht das Schlechteste, ebenso natürlich auch ein geduldiges Wesen. Das scheint Hans zu haben, denn er erzählte uns, dass er seinen vorzeitigen Ruhestand vor 9 Jahren dazu nutzte, um seiner Schwiegermutter das allfällige „Ärztehopping“ zu erleichtern. Dass der Opa aus Drosendorf bei Memmelsdorf zudem selbst Imker war, mag die Idee der Bienenpatenschaft ebenfalls gefördert haben.

Von Handicaps und Hindernissen

Selbst Bienen zu halten kommt allerdings für beide nicht in Frage. Die körperlichen Voraussetzungen sind leider nicht gegeben. Obschon beispielsweise Hans wieder einmal seine persönliche Bestzeit im Handbike-Marathon unterschritten hatte und im Übrigen im Goldenen Buch der Stadt Bamberg vertreten ist, so bringt ihn die Folge einer Polioinfektion aus der Kindheit um die notwendige Beweglichkeit, einen Bienenstand zu betreuen. „Wir sind halt ein Auslaufmodell“, stellt Anne trocken fest, die es noch als Contergan-Opfer erwischt hatte, kurz bevor man endlich das Medikament zurückzog.

Von ihren Einschränkungen lassen sie sich nicht unterkriegen. Zur größtmöglichen Selbständigkeit in den Rummelsberger Anstalten erzogen, arbeitete Anne etliche Jahre in Bamberg und Nürnberg in der LZB, bevor auch sie in Frührente ging. Seit 30 Jahren wohnen sie nun schon im Malerviertel und freuen sich am vielen Grün um sich herum.

Gerne würde Anne die Nähe zum Bambados für ihr Schwimmtraining nutzen. Allerdings kann sie dazu die Parkkarte nicht in den Schlitz stecken, um zum Behindertenparkplatz zu gelangen, der dummerweise erst nach der Schranke eingerichtet ist. Doch das Schleppen der Badesachen über eine weite Strecke hinweg ist mit kurzen Gliedmaßen nun einmal nicht zu schaffen. So freut sich der Schwimmverein „Neptun“ nun über ein schwimmfreudiges Mitglied mehr.

Honig – eine Delikatesse verbindet!

Auf die Frage nach ihrer beiden Lieblingshonig geben sie unumwunden zu, dass es bisher der aus Unterleiterbach vom Dinkel sei. „Eine tolle Imkerei, unser Lieblingsimker!“ strahlt Anne, und Hans ergänzt, dass sie ihren Honig auch gerne im Urlaub aus der dortigen Region (z.B. Tegernsee, Bayerischer Wald) kaufen. Dabei bevorzugt Hans vor allem Tannenhonig. Sie sind etwas enttäuscht darüber, dass auf dem Bamberger Honigmarkt im Februar auch Honig aus anderen Gegenden verkauft wird, was sie nur nach und nach erfahren haben. Auch dies ein Grund, unsere Initiative und den Bamberger Lagenhonig zu unterstützen.

Nachdem wir uns noch ein wenig ausgetauscht hatten, wer unsere gemeinsamen Bekannten sind – z. B. die Imker Johann Machinek, Herbert Beck, Uli Zeck und Heinrich Zwosta – ist unsere letzte Frage bei unserem Bienenpaten-Kennenlern-Interview, was uns die beiden für die Zukunft wünschen. Die Antwort ist „Gesundheit für die Bienen“ – und so freuen wir uns, wieder einmal ganz besondere Menschen für unser Anliegen gewonnen zu haben, die uns in vielerlei Hinsicht unterstützen wollen.

Vielen Dank in die Gartenstadt!