Über Ilona Munique

Wahlbambergerin, Imkerin, Brotberuf: Erwachsenenbildnerin, ProfilPASS@-Beraterin

Ernte Bamberger Lagenhonig 2018, Start am Schiffbauplatz

Kurz vor der Honigernte Bamberger Lagenhonig "Inselstadt / Schiffbauplatz"Die Honigerntesaison startete am 11.07.2018 – früher als sonst bei uns üblich – mit dem Volk in der Bamberger Inselstadt am Schiffbauplatz im Garten der Familie von Bienenpatin Ruth Vollmar.

Im vergangenen Jahr fiel die Ernte an diesem wunderschönen Standort an der Regnitz ja leider aus. Doch heuer durften wir (berechnet nach Glasabfüllung) 37,63 Kilo bei 28 ausgebauten Waben ernten.

Honigernte Bamberger Lagenhonig "Inselstadt / Schiffbauplatz"Dunkelbraun und zähflüssig bei 14,5% Wassergehalt – und damit der trockenste Honig, den wir je hatten – entwickelte er einen intensiven Geruch und eine Bitternote bei ansonsten karamelig-malzig-lakritzig-pfeffrigen Geschmack und leichter Säure im Abgang. Und stellte uns vor ein Rätsel. Woher hatten unsere Bienen den Roßkastanien- oder auch Edelkastanien-Nektar her?! Welcher von beiden es ist, das lassen wir noch untersuchen.

Honigschleudern Bamberger Lagenhonig "Inselstadt / Schiffbauplatz" mit Inbetriebnahme der neuen HonigschleuderHineingeschmuggelt“ hatten wir eine Honigwabe, die die Kinder der Hainschule aus dem Volk am Bienenweg vor Kurzem entdeckeln durften. Die ruhte seither gut geschützt in der Wanne des Entdeckelungsgeschirrs, musste aber nun schleunigst bearbeitet werden. Sonst hätte es passieren können, dass wir den Honig wegen beginnender Kristallisation nicht mehr aus der Wabe bekommen hätten.

Mit dem ersten von 7 Standorten des Bamberger Lagenhonigs weihten wir die neue Honigschleuder ein, ein Geschenk unserer Bienenpaten Anne und Hans Zirkel. Das „offizielle Anschleudern“ jedoch nahmen wir am 15.07. mit ihnen selbst vor. Doch ich greife vor …

Veitshöchheimer Imkertag 2018 (4): Geländespaziergang

Fachberaterin für Bienenzucht (Oberpfalz) Renate FeuchtmeyerVor seinem Varroa-Vortrag stellte Dr. Stefan Berg die neue Fachberaterin für Bienenzucht für den Regierungsbezirk Oberpfalz, Renate Feuchtmeyer, vor. Seit einer Woche unterstützt bzw. vertritt sie Werner Zwillich in seinem Amt. Herzlich Willkommen auch von unserer Seite aus!

Im Gelände der LWGDanach ging’s für uns beide in die Außenanlagen – leider unter Auslassung des Vortrags von Dr. Nicole Höcherl zu „BeeWarned“. Doch alles geht einfach nicht, denn nach den Vorträgen wird der Veitshöchheimer Imkertag bereits wieder abgebaut. Wir erfuhren allerdings, dass sich der Kleine Beutenkäfer (Aetihina thumida) in Süditalien weiter ausgebreitet und nun auch die Ostküste Calabriens befallen hätte. „Wou is’n des Hirn?“, möchte man boggnsackisch fragen, hört man von Kunstschwarmversendungen, die von deutschen Imkern aus Italien angefordert werden.

Geländespaziergang

Versuchsaufbau BalkonpflanzenDas wunderbar angelegte Gelände der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), in dem auch das Bieneninstitut seinen Sitz hat – was im Übrigen von Dr. Berg als Glücksfall bezeichnet wird, wären sie doch hier bei den Blüten und Pflanzen besser aufgehoben, als wenn man sie damals zu den „Schweinen und Kühen“ nach München gesteckt hätte – bot wie immer facettenreiche Anschauung zu vielen Aspekten der Bienenhaltung.

Freundeskreismitglied bei der Honigeis-AusgabeDas „Trachtangebot für hungrige und durstige Gäste“ lockt uns vor allem wegen des Honigeises, mit € 1,- billiger als das Bamberger Eis, wo die Kugel bereits € 1,30 kostet. Auch hierbei wird das Institut von den Freunden des Fachzentrums Bienen Veitshöchheim e. V. unterstützt. Tipp für den Tripp: Wer’s noch billiger mag, bekommt die Kugel für 80 Cent bei „Eis Stephan“ im Ort oder an der Mainlände. Allerdings kein Honigeis, und das ist doch der eigentliche Clou, nicht wahr?!

TrachtNet, oder: „Wofür bauche ich eine Stockwaage?“

Stockwaage / TrachtNetNach dem Eisgenuss Station am TrachtNet. Wir ließen uns vom Fachberater Gerhard Müller-Engler die Frage beantworten: „Wofür bauche ich eine Stockwaage?“. Stockwaagen helfen bei der Gesundheits- und Futterkontrolle, ergo der Verhinderung von Völkerverlusten. [Dies wäre vor allem für Vollberufstätige wichtig, die ihre Standorte nicht so häufig anfahren können.]

Die Vernetzung der in ganz Bayern (und anderen Bundesländer) aufgestellten lässt Rückschlüsse auf den Entwicklungsverlauf der Trachten zu und könnte – so unsere Überlegung – als agrarpolitische Argumentationshilfe zur Vermeidung von Versorgungslücken dienen. Die vorsorglich für die bekannt trachtarmen Zeiten angebauten Blüh-Agrarpflanzen würden dann bestens von Bienen versorgt werden können. Wobei so mancher Imker eine spätere Trachteinbringung wegen der bereits beginnenden Varroa-Behandlung gar nicht mehr so wünschenswert fände. Ja, darüber müssen wir uns selbst noch schlau machen.

In der Broschüre finden wir noch ein paar Argumente mehr, und vielleicht ergibt sich ja wieder einmal ein Preis für uns, so dass wir die rund 1000 Euro teure Waage samt Software kaufen können. Für Unterrichtsprojekte der Bamberger Schulbiene wäre das sicherlich eine bereichernde Investition.

Fritz Höfler berichtet zur Varroa-AppVarroa-App, oder: „Wie weit seit ihr schon?“

Noch in der Entwicklungsphase, so lautet die Antwort des Projektbetreuers Fritz Höfler auf unsere Nachfrage nach dem Stand des Gemeinschaftsprojekts des Instituts für Bienen und Imkerei Veitshöchheim, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf. Mangels direkter Informationen auf der Triesdorfer oder LWG-Webseite verweisen wir auf einen älteren Artikel vom 15.08.2016 in „Biene und Natur“.

(Nicht nur) zum Zeitvertreib der Sprößlinge

Demonstration SchwarmverhaltenGleich vis-a-vis zeugte ein bienenbesetztes Holzkreuz mit weißem Leintuch davor – nein, nicht vom Leiden Christi! – sondern von den (für uns verpassten) beiden Vorführungen „Ein Schwarm sammelt sich“. Augenweide also auch für die Sprößlinge, die mit ihren imkernden Eltern zum Imkertag mitgehen (müssen).

Jüngere Kinder dürfen sich an der Bastelecke tummeln – ein Angebot der Mainfränkischen Werkstätten. Hier lässt sich die Bamberger Schulbiene anregen, um ihrerseits für die Bienen-InfoWabe etwas „abzukupfern“. Man muss das Rad ja nicht immer neu erfinden. Genau dazu sind derartige Veranstaltungen da, die wir sehr gerne und nicht nur pflichtschuldig aufsuchen.

Vielen herzlichen Dank an die engagierten Veranstalter für alle Impulse und Informationen, die den Weg nach Bamberg finden – und mit Hilfe des Blogs multiplikatorisch nun auch an Sie ausschwärmen, verehrte Leser/innen.

Bienenstellwand dem Gelände der LWGÜbersicht Berichtsreihe zum Veitshöchheimer Imkertag 2018

 

Veitshöchheimer Imkertag 2018 (3): Aktuelles zur Varroa

Hinweisschild Dr. Stefan Berg, VarroaSich zur Varroa schlau zu machen ist Pflicht für jede/n Bienenhalter/in! Aus dem jährlich am zweiten Juli-Sonntag stattfindenden Veitshöchheimer Imkertag (und zu Jahresanfang das Imkerforum) des Instituts für Bienenkunde und Imkerei an der LWG bringen wir unseren Blogleser/innen neueste Erkenntnisse mit, die uns Dr. Stefan Berg auf den Weg gegeben hat. Der Institutsleiter stellt – wie immer um diese Jahreszeit – die Eingangsfrage, ob wir bereits Varroen gezählt hätten. Denn das Trachtjahr ist definitiv zu Ende, wie die Stockwaagen im Verbund TrachtNet (für Bayern derzeit noch im Aufbau) augenfällig bestätigen. [Uns fällt auf, wie hoch die Erträge sein sollen.] Die Varroenzählung ist die Grundlage, nach der sich die Behandlungszeit- und -weise ausrichtet, die in zeitlicher Nähe nach der Ernte vorzunehmen ist.

Vortragender Dr. Stefan Berg, VarroaDr. Berg weist auf drei Informationsquellen hin:

[Für alle Anfänger/innen unter unseren Leser/innen: Ja, es kllingt vieles erst mal schrecklich martialisch und unschön. Doch hinter z. B. „Käfigen“ steht lediglich eine ca. dreiwöchige Eiablage-Unterbrechung. Brutentnahme ist zugegeben nicht zu beschönigen. Doch ohne diverse Maßnahmen liefern wir das gesamte Volk grausam der Milbe aus – und wer kann das schon gut heißen? An allen Ecken und Enden wird geforscht, ob es weniger drastische Maßnahmen geben könnte. Wir behalten sie alle im Auge, versprochen!]

Neuigkeiten zur Vaorra-Medikamentation …

  • Dr. Berg empfiehlt – im Gegensatz zu Aumeier / Liebig – zur Oxalsäurebehandlung im Winter auch kleine Brutnester zu entfernen, also aktiv für eine völlige Brutfreiheit zu sorgen. Die Menge der sich in den Brutzellen noch befindlichen Varroen hält er für hoch genug, um diesen Aufwand zu rechtfertigen.
  • Oxuvar® (Hersteller: Andermatt BioVet GmbH)
    Für das Mittel hat sich die bisher gewohnte einfache Handhabung etwas verkompliziert. Da auch in Deutschland mittlerweile das Sprühen mit Oxalsäure erlaubt ist, besteht die Basis des Varroazids nunmehr aus einer 5,7-prozentigen Lösung. Somit lässt sie sich für die Träufelbehandlung auf 3,5% verdünnen und für das Sprühen auf 3,0%. Die Gebrauchsanweisung sollte also „ausnahmsweise“ wirklich gelesen und genau befolgt werden.
  • VarroMed® (Hersteller: BeeVital GmbH). Bei der Verwendung des Mittels wurde ein erhöhter Bienentotenfall festgestellt, dies in Abhängigkeit der Anzahl von Behandlungen. Das Mittel enthält neben 5mg Ameisensäure eine hohe Menge, nämlich 44 mg Oxalsäure. Wird diese mehr als einmal und damit zu oft aufgebracht, belastet es die Bienen.

… und Publikumsfragen zu:

  • Varroa-Killer. Antwort Dr. Berg: Die Varroabehandlung mit Ultraschall („Varroa-Sound“) hat nachweislich keinerlei Effekt.“ Man kann mehr Geld mit den [Absatz von Produkten bei] Imkern verdienen als mit den Bienen“.
  • Lithiumchlorid. Anschaulich schilderte Dr. Berg, wie es zu diesem „Zufallstreffer“ und dem nachfolgenden Hype kam, bis hin zum Ankauf eines einzelnen Geschäftsmannes, der sich einen erklecklichen Lithiumchloridvorrat angeschafft hat. Doch noch gibt es viele offene Fragen, beispielsweise nach möglichen Rückständen im Honig oder zu Nebenwirkungen. Bitte abwarten, auch, wenn’s schwerfällt!
  • „Bienensauna“. Dr. Berg erläuterte die Versuchsreichen von hyperthermischen Verfahren, unter die die „Bienensauna“ fällt. Dieses Produkt wurde Ende 2015 innerhalb einer Versuchsreihe (s. a. unser Bericht) allerdings nicht explizit getestet [wieso und warum, dazu gibt es unterschiedliche Lesarten und stand auch nicht zur Debatte].
    Mit den bei ca. 650-700 Euro teuren Geräten und bei 42-43°C gelang es bei einer Brutwabenbehandlung, die Varroamilbe zu töten. Als Nebenwirkung kam es zu 10-12-prozentigen Ausfällen, wenn Brut- UND das ganze Volk behandelt wurde. Zudem war die Fertilität der Drohnen beeinträchtigt bzw. waren die Drohnen ab 43°C steril.
  • HopGuard® – Das Zulassungsverfahren für die EU wurde definitiv zurückgezogen, das mit vielen Hoffnungen herbeigewünschte Medikament ist also zunächst „gestorben“.
  • „Warum behandeln, wenn kein Varroabefall?“ Dr. Berg führt aus, dass es zwar einerseits ein Problem darstellt, dass die Behandlungen mit der Zeit zu einer Toleranz der Varroen gegenüber den Verabreichungen führen – von daher sind unterschiedliche Behandlungsweisen zu bevorzugen –, andererseits ist die Diagnose „kein Befall“ nicht sicher.

[In eckigen Klammern unsere EIGENEN Anmerkungen.]

Übersicht Berichtsreihe zum Veitshöchheimer Imkertag 2018

Veitshöchheimer Imkertag 2018 (2): Bienenbäume der Zukunft

Vortragender Klaus Körber zu Bienenbäume der ZukunftEs wird heiß. Sehr heiß. Und nicht nur in Würzburg, wo man 2017 an 31 Tagen über 30 C gemessen hatte. Im „alten Jahrhundert“, also vor der Jahrtausendwende, waren’s 2-3 Tage, so Klaus Körber, Sachgebietsleiter Baumschule der LWG am Veitshöchheimer Imkertag in seinem Vortrag „Bienenbäume der Zukunft“. Die Prognose: Ende dieses Jahrhunderts bis zu 50 Hitzetage. Die zentrale Frage wird WASSER sein. Davon hatte Würzburg 20-25% weniger als vor dem Jahr 2010.

Biene an Salweide(Salix caprea)Nach dieser einleitenden Hiobsbotschaft präsentiert Körber zahlreiche Fotos – gerne mit Bienen, die sich bekanntermaßen immer nur schwer ablichten lassen – von bienenfreundlichen Bäumen auf. Bäume, die uns noch oder weiterhin, aber auch nicht mehr dienen können, und einige Einzubürgernde, die uns – Fremdlinge hin oder her – neu begleiten könnten. Lediglich Einheimische zu bevorzugen macht keinen Sinn mehr, der Zug ist längst abgefahren. Ganz abgesehen davon – auch die Kastanie war mal ein Fremdling hierzulande, und Tausende anderer Pflanzen ebenfalls.

Für unseren selbstverschuldeten Weg in den Klimawandel gibt Körber Tipps, wie wir vor allem junge Bäume besser schützen können.

  • Anbringen eines Gießringes
  • Installation von Wassersäcken
  • Strohschutz für den Stamm
  • In den ersten 5 Jahren nach der Baumpflanzung muss gegossen werden

Seine 4-seitige Liste mit empfehlenswerten, aber auch noch existierenden, den Klimawandel wahrscheinlich zum Opfer fallenden Bienenbäumen liegt in der Bienen-InfoWabe aus. Oder Sie schreiben Klaus Körber direkt an unter klaus.koerber@lwg.bayern.de.

Anschauungsobjekte zum Vortrag von Klaus Körber über Bienenbäume der ZukunftSelbstverständlich lassen wir seine Liste auch dem Garten- und Friedhofsamt Bamberg zukommen, welches bekanntermaßen positiv auf fachlich fundierte Informationen reagiert. Denn nur über ein gut funktionierendes, dabei regional ausgerichtetes Inormationsnetzwerk lassen sich neue Ergebnisse rasch in den städtischen Kontext integrieren.

Reinhold Burger und Michael Gerencser mit KoelreuteriaJa, in der Forschung tut sich ständig etwas Neues, beispielsweise beim Projekt Stadtgrün 2021. (Siehe dazu auch unseren Bericht des Imkerforums 2016.). In diesem Netzwerk sind Praxiserfahrungen mit den Versuchsbaumarten gefragt. Alle bayerischen Städte und Gemeinden können hierbei mitmachen. Natürlich ist die Buchführung über einzelne Bäume sehr zeitaufwändig. Daher sind Forenbeiträge wie auf dem Imkertag als Momentaufnahmen sicherlich auch bei vortragenden Spezialisten willkommen. Wir berichteten jedenfalls über unsere zwei Koelreuteria paniculata (Blaseneschen), die als neuer „Klimabaum“ vom Gartenamt an die Bienen-InfoWabe gepflanzt wurde und im vergangenen Jahr keine Blütenrispen trieben. Der Grund: Frostempfindlichkeit. Dennoch – die zierlichen, jedoch immerhin schon über 2 Meter großen Bäume haben es gut überstanden und sind heuer wieder eine wunderbare Juli/August-Blütenweide.

Wer sich tiefergehend informieren möchte, merke sich die Deutschen Baumpflegetage am 7.-9. Mai 2019 in Augsburg vor.

Übersicht Berichtsreihe zum Veitshöchheimer Imkertag 2018

Veitshöchheimer Imkertag 2018 (1.2): Mittelwanderstellung aus Eigenwachs

[FORTS von Teil 1.1: Qualitätssicherung Wachs]

Vortragender Gerhard Müller-Engler zur Qualitätssicherung von BienenwachsDer eigene Wachskreislauf und dadurch eine garantierte Herstellung von reinem Bienenwachs ist am ehesten machbar, wenn nur eigenes Wachs verwendet wird, so Fachberater Gerhard Müller-Englert in Veitshöchheim am Imkertag 2018.

Am wenigsten belastet ist das Entdeckelungswachs, da es nur sehr kurz im Volk verbleibt, und das etwa drei Wochen alte Drohnenwachs. Dennoch – etwas Altwachs beigeben, dann werden die Mittelwände geschmeidiger, brechen also nicht so leicht, so der Rat.

Tipps zur Mittelwanderstellung mit Gießform

Um Mittelwände mit einer Mittelwandgießform herzustellen, braucht es ein wenig Übung. An drei Stellschrauben lässt sich hier drehen, um perfekte Waben zu erhalten:

  1. Die Temperatur (75°C),
  2. die Zeit des Pressens (etwa 30 Sekunden) und
  3. die Wassesrdurchflussmenge für die Kühlung.
  4. [Wir fügen noch eine vierte hinzu: Die Dauer des festeren und dann des leichteren Drucks während der Kühlphase.]

Für das Gießen muss das flüssige Wachs meist über Stunden konstant heiß gehalten werden. Das beste Gerät hierfür ist ein Speisewärmer, am besten mit zwei Kammern. So kann abgeschabtes, feuchtes Restwachs im hinteren Teil wieder erwärmt werden, ohne dass man Gefahr läuft, noch nicht aufgelöste Klumpen in die Gießform zu bekommen.

Wachsblock mit restlichen "Verunreinigungen", die abgeschabt werden„Ein Imkerverein ist kein Bausparverein!“ – meint Müller-Englert, hat aber dennoch einen netten Tipp für die Sparfüchse bzw. Resteverwerter parat: Den dreckigen Rückstand, der nach dem ersten Sieben und erkalten auf der Wachsunterseite mechanisch abgekratzt oder aber mit einer Heißluftpistole abgeschmolzen wird, kann man in Eierkartons verwahren, die nach dem Erkalten einen perfekten Grillanzünder abgeben.

Auf die Unterseite des fertigen Wachsblockes sollte eingeritzt werden, ob es sich um Altwachs (AW) oder Jungwachs (JW) handelt, und dann die Jahreszahl hinzufügen.

Eigene Mittelwanderstellung für alle möglich

Müller-Englert unterscheidet in seinen Ausführungen bei der Mittelwanderstellung aus Eigenwachs grundsätzlich zwischen gewerblichen Umarbeitungsbetrieb, der im Alleingang oder als Zusammenschluss mit vertrauenswürdigen Kollegen vorgenommen wird, und ob sich ein Verein eine Mittelwandanlage leisten möchte oder ob man nur für sich selbst diese herstellt. Daraus ergibt sich die Art und Weise und auch die möglichen Geräte, die angeschafft werden können.

Für einen Verein kann eine Mittelwandwalze empfohlen werden. Voraussetzung ist, dass der Raum lang genug ist, also etwa viermal so lang ist die Platte.

Die Eigenwachsumarbeitung sollte nach Standards erfolgen (hier ein Beispiel), nach dem Verein (oder auch der gewerbliche Betrieb) richtet. Die Regeln betreffen beispielsweise die Rückstellproben, die vor und nach der Bearbeitung erfolgen und wie lange diese aufgehoben werden.

Mittelwandgießform der Firma GRAZE bei geschlossenem PrägedeckelFür den eigenen Betrieb empfiehlt sich eine Mittelwandgießform, wie oben bereits beschrieben. Das ist viel Geld, aber – so Müller-Engler – man gäbe auch für andere Hobbys durchaus einiges aus, also warum hier nicht?! [Wer es günstiger haben muss oder möchte – es gibt auch Silikon-Matrizen bereits um die 150 Euro.

Auf die Frage, ob man bei der gemeinsamen betriebenen Mittelwandherstellung nicht für die Verbreitung von Faulbrut sogen würde, meinte Müller-Engler, ihm wäre noch kein dokumentierter Fall bekannt geworden.

Übersicht Berichtsreihe zum Veitshöchheimer Imkertag 2018

Veitshöchheimer Imkertag 2018 (1.1): Qualitätssicherung Wachs

Vortragender Gerhard Müller-Engler zur Qualitätssicherung von Bienenwachs„Was ist Honig?“ Die Beantwortung dieser Frage ist noch relativ einig, so Fachberater Gerhard Müller-Engler in seinem Vortrag am 08.09.2018 „Qualitätssicherung beim Bienenwachs – Was können Imker und Vereine tun? zum Veitshöchheimer Imkertag. [In eckigen Klammern eigene Ergänzungen.]

Honig ist ein Kohlehydrat und dient der Ernährung und als Heizstoff. Die selbe Frage auf Bienenwachs bezogen, da fällt die Antwort schon länger aus.

Zunächst: Die Jahresmenge eines Volkes beträgt etwa 1 Kilo. Diesen vielfältigen Baustoff schwitzen 150.000 Bienen aus ihren Körpern heraus. 1 dm² Wabe enthält 12g Wachs.

Wachsblock aus eingeschmolzenem EntdeckelungswachsIn der Wachsproduktion liegt ungleich viel mehr Aufwand und Energie als in der Honigproduktion.

  • Für 1 Kilo Wachs muss ein Volk 78x um die Erde fliegen, für Honig 3x.
  • Für 1 Kilo Wachs benötigt und verbraucht ein Volk 13 Kilo Honig und 1 Kilo Pollen.

Funktionen von Wachs:

  1. Dichtmaterial
  2. Kinderzimmer
  3. Kommunikationsnetz
  4. Heizkörper
  5. Platz zum „Kuscheln“ für die Wintertraube
  6. Vorratsbehälter mit Deckel
  7. Filter- und Reinigungsmaterial („Leber“)
  8. „Handelsware“ zwischen Bienen und Mensch (Wachs und Honig gegen Wohnraum, Pflege und Versorgung)

Nun aber begeht, was den letzten Punkt der Liste anbelangt, der Mensch einen Vertragsbruch, indem er aus Profitgier Bienenwachs streckt und durch Einbringung von Parafinen, Stearine, Pflanzenwachs und Fette verpanscht. Dass dies keine reine Erscheinung der Neuzeit ist, bestätigt ein Blick in das 1960 erschienene Buch „Biene und Bienenzucht“ von Anton Buedel (Ehrenwirth Verl.). Dort fand Müller-Engler eine detaillierte Beschreibung einer Wachsverfälschung aus oben genannten Stoffen, zusätzlich genannt ist Ozokerit.

Die Problematiken verpanschten Wachses liegen auf der Hand. Brutschäden, auch verursacht durch Wachsrisse und -absackungen, sind die Folge. (Näheres hierzu siehe Imkerforum 2017 (4): Wachsproblematik.)

Längst verbotene und beinahe vergessene Medikamente, meist Varroazide, kommen selbst nach Jahren noch zum Vorschein. Etwa, wenn Opas alte Mittelwandwaben aus dem Keller geholt, in der Annahme, diese wären von den jüngsten Wachsskandalen schließlich noch nicht betroffen. Böser Fehler. Denn die Rückstände bauen sich über die Jahre nur unbedeutend ab. So tritt Brompropylat [ein Akarizid und Varroazid, früher verwendet als Streifen unter dem Handelsnamen „Folbex VA“ und seit 2002 in der EU nicht mehr zugelassen] immer noch bzw. wieder zum Vorschein.

Folie Andreas Schierling: Rückstände Wachs

Folie © Andreas Schierling (TGD) zum Thema Rückstände im Wachs, Ergebnis 2017

Rückstandsdiagnosen aus 2017 (Tiergesundheitsdienst Bayern e. V.) zeigen hohe Werte von Thymol, Coumaphos [Handelsname „Perizin“] und Fluvalinat auf. Ersteres, ein Bestandteil von Thymianöl, lässt sich durch Auslüften minimieren. Für alles andere ist es angezeigt, derartige Wachse nicht wieder in den Kreislauf zurückzuführen.

Als Maßnamen zu Qualitätssicherung werden empfohlen:

  • Situation erfassen -> Kontingentierte, bis auf die Portogebühr kostenfreie Kontrolle über den Bienengesundheitsdienst (Tiergesundheitsdienst Bayern e. V.) -> Merkblatt: Einsendung von Wachsproben zur Analytik
  • Kontaminationen ausschließen
  • Verfälschungen vermeiden
  • Reduzierung von Eintrag
    • kein illegaler Einsatz von Medikamenten!
    • Reduzierung von Behandlungsmitteln durch angepasste Varroabekämpfung
    • Verzicht auf fettlösliche Behandlungsmittel [im Gegensatz zu Säuren]
    • Wachsmottenbekämpfung mit alternativen Mitteln [Nussbaumblätter]
  • Meiden von belasteten Standorten (Landwirtschaft unter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Industriegebiete, Autobahnen – wobei sich Schadstoffe sehr weit verbreiten, eine Vermeidung daher kaum realisierbar sein dürfte)
  • Beim Zuwachs von Wachs auf folgende Komponenten achten:
    • Beim Kauf muss ausgewiesen werden „echtes Bienenwachs“, nicht nur „Mittelwandwaben“. Was allerdings unter „echt“ tatsächlich zu verstehen ist … [Näheres siehe im Kapitel „Was ist reines Wachs?“ unseres Beitrags zum „Veitshöchheimer Imkertag 2017 (4): Wachs“]
    • Untersuchungsbefunde einfordern bzw. selbst initiieren
    • Billigangebote kritisch überprüfen
  • Wege aus dem Rückstandserbe durch Neuanfang
    • Kunstschwärme auf Naturbau (oder unbelasteten Mittelwänden)
    • Wiederholen des Kunstschwarmes, da Bienen belastetes Wachs ausschwitzen
    • Rückstandsfrei zukaufen
    • Waben sortieren innerhalb eines eigenen Wachskreislaufes (Wachsstraße)

Generell empfiehlt Müller-Engler nach Möglichkeit, Mittelwände aus Eigenwachs selbst herzustellen. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

Übersicht Berichtsreihe zum Veitshöchheimer Imkertag 2018

Bewerbungsaufruf zum Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2018

Logo BBU – Bienenstadt-Bamberg-UmweltpreisWer kann sich bewerben oder vorgeschlagen werden?

Alle, die sich in besonderer Weise für die Bamberger Bienenwelt einsetzen in den Kategorien Bienen und ihr Lebensraum, Honig und Imkerei.

  • Einzelpersonen
  • Organisationen
  • Vereine
  • Kommunalen bzw. staatliche Institutionen
  • Initiativen aller Art (Gemeinnützigkeit ist keine Voraussetzung)
  • Schulgemeinschaften
  • Medienschaffende
  • Unternehmen

Wie? 

Durch eigene aussagekräftige Bewerbung oder durch Vorschläge anderer, gerichtet an: Bienen-leben-in-Bamberg.de,

Reinhold Burger und Ilona Munique, Obstmarkt 10, 96047 Bamberg, Mail: hallo [at] bienen-leben-in-bamberg [dot] de, Tel. 0951-3094539, Fax 0951- 29608940.

Termine

  • Stichtag für Vorschläge und Bewerbungen ist der 01.08.2018 Hier geht’s zu den Teilnahmebedingungen und weiteren Informationen.
  • Die Gewinner des Bienenstadt-Bamberg Umweltpreis 2018 werden bis Mitte/Ende August von einer Jury ermittelt.
  • Die Preisverleihung findet anlässlich der Saisonabschlussfeier der Bienen-InfoWabe statt, heuer am 16.09.2018.

Jurymitglieder

    • Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de (Reinhold Burger und Ilona Munique)
    • 1 Bienenpatin oder -paten
    • 1 Vereinsmitglied des Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V. (IBZV)
    • 1 Vereinsmitglied eines Imkervereins aus dem Landkreis Bamberg
    • 1 Vertreter der Stadt oder des Landkreises Bamberg, einer Umweltorganisation oder des Bamberger Wirtschaftslebens

Die Namen werden Ende August mitgeteilt.

Saison-Abschlussfeier mit Preisverleihung am 16.09.2018
14.00 – 15.30 Uhr  |  Einstimmung, Offenes Haus für alle
15.30 Uhr  |  Sektempfang, Kaffee & Gebäck, musikalische Begleitung: Esther Rojtenberg
16.00 Uhr  |  Butoh-Performance mit Akkordeon (Susanne Starke & Esther Rojtenberg)
16.30 – 17.30 Uhr  |  Verleihung „Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis“

  • 1. Preis („Honiggold“) – 1 Kilo regionaler Honig und 1 Gutschein für 2 Personen Honigschleuder-Erlebnistag in Bamberg
  • 2. Preis („Silberlinde“)  – 500g Lindenblütenhonig und 1 Gutschein für 2 Personen ins Zeidelmuseum Feucht mit fachkundiger Begleitung
  • Anerkennungspreise

Dritte Bienenpatenrunde für Felicitas Sauer 2018/2020

Bienenpatin Felicitas Sauer (Feegan)Zum dritten Male verlängert Felicitas Sauer ihre Bienenpatenschaft bei unserer Privatinitiative und zeigt uns damit ihre Wertschätzung dem Thema Bienen gegenüber. Fee und ihre Herzensangelegenheit eines veganen guten Lebens kennt man in Bamberg auch jetzt noch, nachdem sie ins „Alte Land“ nach Jork gezogen ist.

Logo von Feegan.deMit Feegan bietet sie vegane Caterings an, – und Ja, weiterhin auch noch im Frankenland! – sowie eine Produktpalette im Versand, außerdem Kochkurse und Dinnerevents.

Bienenpatin Felicitas Sauer und Reinhold Burger beim Anbringen des Patenschildes

Bienenpatin Felicitas Sauer und Reinhold Burger beim Anbringen des Patenschildes

Wir haben ihr zu den vergangenen Jahren, die 2013 mit einem Spezialporträt über sie als Gegengabe der Crowdfunding-Aktion zur Bamberger Schulbiene begannen und zu ihrer ersten Bienenpatenschaft „DeLuxe“ führten, ein paar Fragen gestellt.

Denn wir möchten sicher gehen, dass es unseren Bienenpaten bewusst ist, wie wichtig uns ihre persönliche Unterstützung ist, und dass diese Menschen, die mit mit uns gehen, ein integraler Bestandteil unseres Ehrenamts-Lebens sind.

Was hast du in der Zeit deiner Bienen-Patenschaft bei uns (besonderes) erlebt?

Bienenpatin Felicitas Sauer hält ein Honigrähmchen mit Bienen hochIch finde jede Begegnung mit den Bienen besonders und wertvoll. Den eigenen Honig zu schleudern finde ich klasse und auch wenn ich durch meinen Umzug in das Alte Land vor Hamburg doch recht weit weg bin, versuche ich so viele Termine mit den Bienen möglich zu machen. Klasse war 2017 unser Besuch bei den Bienen mit guten Freunden und deren Kindern, die alle sehr begeistert gewesen sind.

Was war dir in den letzten zwei Jahren deiner Patenschaft besonders wichtig?

Zu sehen, dass das Thema Bienen immer mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft rückt.

“Bamberger Schul­bienen”-Unter­stützerin Felicitas Sauer, Feegan © privat

Wenn dich jemand fragt, warum du Bienenpatin bist, was antwortest du?

Es ist ein sehr wichtiges Thema, da ich vegan lebe werde ich oft gefragt, ob ich Honig esse. Das tue ich tatsächlich selten, aber das Thema Bienen ist einfach mehr als wichtig … deshalb ist es für mich selbstverständlich, Ilona und Reinhold bei ihrer wertvollen Arbeit zu unterstützen.

Was nimmst du aus dieser ersten Patenzeit für dich persönlich mit?

Bienen sind TOLL. Man kann vieles von Ihnen lernen – persönlich und auch für Strukturen in Firmen – hierüber gibt es ja auch ein tolles Buch. (Hier zum Artikel.)

Konntest du in deinem Umfeld eine Entwicklung in Bezug auf das Bienenthema feststellen?

Hier im Alten Land ist das Thema in den letzten Monaten fast wöchentlich in der Zeitung. Die Bauern werden angehalten, Blühstreifen zu pflanzen und ich habe hier in meinem Garten ein Bienen- und Insektenparadies geschaffen.

Honigwaben vor dem EntdeckelnGibt es etwas, was du dir für deine neue Bienenpatenperiode vorgenommen hast?

Mindestens einmal im Jahr an einem Event von Ilona und Reinhard teilzunehmen.

Was wünschst du dir für die zweite Bienenpaten-Zeit von uns?

Weiter so – Ihr macht das SUPER.

Danke, Fee, für die Treue und wir sehen uns hoffentlich bald wieder!

 

 

 

 

Honigschleuder dank Bienenpaten!

„Um reine, unverpanschte Mittelwandwaben zur gesunden Aufzucht von Bienenbrut und hochwertigen Honig zu erhalten, ist ein offener Wachskreislauf nötig – und einige teuere Anschaffungen. Nach dem Kauf von Wachsschmelztrichter und Wachsschmelztopf war nun die Mittelwand­gießform mit Umwälzpumpe im Wert von rund 870 Euro dran. Die somit gewonnenen Eigenwachsmittelwände sind bereits von unseren Bienen belegt, bald können wir auf Zukauf völlig verzichten. Den geplanten Kauf einer Edelstahlschleuder müssen wir allerdings erneut aufschieben und sind froh über die bewährte Schleuder aus der Familie von Ehrenbienenpatin Jutta Fraaß.“

Bienenpaten Hans und Anne Zirkel beim PateninterviewSo stand’s zu lesen im Bienenpaten-Newsletter Nr. 1/2018. Das wollten unsere Bienenpaten Anne und Hans Zirkel nicht auf sich beruhen lassen und beschlossen, uns eine neue Honigschleuder zu schenken.

Hans entdeckelt eine HonigwabeDie runde Summe von 1000 Euro ermöglichte neben der „CFM-Honigschleuder 4 Waben, tangential, Handbetrieb“ außerdem den Kauf eines neuen Entdeckelungsgeschirrs, was in Bälde ebenfalls notwendig geworden wäre. Die alte Wanne hatte bereits seit Längerem einen Riss im Boden. Es war nur noch eine Frage der Zeit, wann sich der Honig seine klebrige Bahn bilden würde.

Montage der neuen Honigschleuder Und dass weiterhin per Hand gekurbelt werden soll, dafür hat der sportliche Handbiker Hans absolut was übrig – es ist einfach ein intensiveres Erlebnis und eine Form der Wertschätzung gegenüber dem Geschenk unserer fleißigen Honigbienen.

Wir danken unseren edlen Spendern sehr herzlich für diese wunderbare Unterstützung und freuen uns schon auf das Anschleudern mit euch!

Warum Neuanschaffung?

Warum aber war eine Neuanschaffung überhaupt notwendig? Bestimmt nicht, weil die alte Honigschleuder aufgrund der Ausstrahlung einer WISO-Sendung einen erbosten Imker auf den Plan rief, uns zu bekriteln: „Wieso zeigen Sie Ihre alte rostige Schleuder? Damit diskreditieren Sie uns Imker noch mehr.“

Nun, sie war gar nicht rostig, das täuschte bei den Filmaufnahmen. Doch blank wie es eben nur Edelstahl sein kann war sie tatsächlich nicht. Es ist allerdings keinesfalls verboten, Weißblechtrommeln zu verwenden, sofern man den Honig nicht allzu lange darin belässt. Was ja kein Imker tut. Dennoch, eine zeitgemäße Honigverarbeitung unter besten Bedingungen ist es nicht, und möglicherweise verändert sich tatsächlich ein wenig der Geschmack. Das müsste man noch testen.

Die gute alte Schleuder sollte also längst schon ersetzt werden, um unseren hohen Qualitätsansprüchen für den Bamberger Lagenhonig zu genügen, … jedoch – siehe oben. Wir waren bislang froh und dankbar über das gute alte Stück, das viele Jahre lang brav seine Dienste verrichtet hat, genau so, wie das Entdeckelungsgeschirr und der Honigtopf aus der Familie Fraaß aus Oberkotzau.

Zu neuen Ehren

Honigschleuder als Anschauungsobjekt für den Bamberger SchulbienenunterrichtLiebe Jutta Fraaß, nicht traurig sein. Dein Vater und dein Großvater würden nämlich kräftig applaudieren, wenn sie wüssten, wie ihre treue Honigschleuder zu neuen Ehren kommt. Jetzt haben wir endlich ständige Anschauungsobjekte für unseren Bamberger Schulbienenunterricht! Und wir müssen nicht mehr umständlich ein Bilderbuch hochhalten, um irgendwie theoretisch zu erklären, wie das mit dem Schleudern und Entdeckeln funktioniert. Während unseres letzten Unterrichts in diesem Jahr für die Hainschulkinder haben wir es bereits als tolle Bereicherung erlebt.

Vielen, vielen Dank für all diese Unterstützungen, ohne die wir unsere Initiative nicht leben könnten. Ihr seid der Wahnsinn!

Fotogalerie neue und alte Honigschleuder

Honigsüßes im Programm des Fördervereins Hainschule

Bienen in der SchaufensterbeuteEchten Bienen zusehen und selbst entdeckeln dürfen – das waren die Highlights für die Kinder, die uns innerhalb des Programmangebotes des Fördervereins der Hainschule am 28. Juli besuchten.

Da es einige „Wiederholungstäter“ unter den 11 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Grundschulklassen gab, ließen wir uns zunächst erzählen, was sie über die Bienen bereits wussten. Dann sahen wir uns miteinander die Bienen genauer an. Erst einmal über eine Schaufensterbeute und nach einer ausführlichen, von den Kindern selbst vorgelesenen Sicherheitseinweisung, auch direkt an der offenen Bienenbeute.

Sicherheitseinweisung

Am Lehrbienenstand "Bienenweg"So kurz vor den Schleuderterminen des Bamberger Lagenhonigs durften ausnahmsweise alle ihre Fingerchen in die Waben eintauchen und frischen Honig schlecken. Das machte natürlich Lust auf mehr. Alle durften daher – nach dem vorsichtig verrichteten Entdeckeln – zur Belohnung ein weiteres Löffelchen schöpfen, gefolgt von einem aus dem Glas. Klar, dass manche gar nicht genug kriegen konnten. So opferten einige ihr Taschengeld, um sich und die Eltern (die ihnen hoffentlich das Geld wieder zurückgeben werden!) mit dem goldenen Ur-Produkt zu versorgen.

Entdeckeln einer HonigwabeDanke an die Bienenpatenfamilie von Bernd Pillipp, die das Ganze eingefädelt und organisiert hatte bzw. mit daran teilgenommen hatte.

Fotogalerie Schulbienenunterricht Förderverein Hainschule