Planungstreffen im Rathaus zur Veranstaltung „Licht bewusst!“ 2027

Planungstreffen zur Veranstaltung "Licht bewusst" 2027

v. l.: Reinhold Burger und Ilona Munique (Vorstand FKBB), 2. Bürgermeister Jonas Glüsenkamp (Stadt Bamberg), Sebastian Zink (Umweltreferent Erzdiözese Bamberg)

Lichtverschmutzung im Bamberger Fokus: Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, Umweltreferent Sebastian Zink von der Erzdiözese Bamberg (EB) und der Vorstand des Förderkreises Bienenleben Bamberg e. V.  (FKBB) nahmen sich im Neuen Rathaus eine halbe Stunde Zeit, um die für den Earth-Hour-Tag (20.03.2027) geplante Veranstaltung „Licht bewusst“ durchzusprechen.

Was ist geplant?

Zum Thema „Lichtimmission / Lichtverschmutzung“¹ laden die Veranstalter (FKBB und EB) unter der Schirmherrschaft von Jonas Glüsenkamp zu Podiumsgesprächen mit führenden Vertretern aus der Wirtschaft ein. Deren Beiträge sind eingebettet zwischen zwei Fachvorträgen und werden ergänzt durch Fragen aus dem Publikum; dazwischen sorgt eine Pause mit Fingerfood für den weiteren Austausch. 

Wir erwarten interessante Details zur derzeitigen Situation an den Standorten der hiesigen Wirtschaft und Industrie sowie zu Plänen und Perspektiven in Sachen „visuelle Nachtschonung“, die Mensch und Tier für ihre Gesundheit brauchen.

Besonders Insekten trifft das „Licht ins Dunkel bringen“ an der falschen Stelle. Sie verausgaben sich beim Flug um eine Lichtquelle bis zur Erschöpfung und ernten statt Nahrung schlimmstenfalls ihren viel zu frühen Tod.

Pech auch für jene, die auf Insekten angewiesen sind: nachtblühende Pflanzen, hungrige Fledermäuse und zahlreiche Vogelarten, deren Nahrungsgrundlage durch den Insektenrückgang gefährdet wird.

Details folgen im November, sobald unsere Einladungsliste fürs Plenum abgeschlossen ist. Merkt euch schon einmal vor:

  • Zeit: Sa., 20.03.2027, 18-20.30 Uhr (Earth Hour)
  • Ort: Bamberg, Festsaal im Bistumshaus St. Otto

¹Lichtimmission bezeichnet die Einwirkung von Licht auf Mensch und Umwelt, Lichtverschmutzung vor allem die großräumige Aufhellung des Nachthimmels.

Vortrag Klimawandel und Imkerei in Knetzgau vor vollem Haus

Knetzgau Vortrag Klimawandel ImkereiMit 21 Teilnehmenden aus dem Imkerverein Hassfurt-Zeil e. V. war das Nebenzimmer des Gasthauses Drei Linden in Knetzgau gut gefüllt. Das Interesse am Thema Klimawandel und seine Herausforderungen für Bienen, Imkerei und Pflanzenwelt war groß und die Atmosphäre sehr freundlich und angenehm.

Knetzgau Vortrag Klimawandel Imkerei

Was bedeutet der Klimawandel für unsere Bienen – und wie können wir darauf reagieren? Reinhold Burger beleuchtete die Folgen für die Imkerei, Ilona Munique anschließend den Wandel der Pflanzenwelt. Beide Vorträge zeigten, wie notwendig die Anpassung an veränderte Blühzeiten, zunehmende Hitze und längere Trockenphasen ist.

Reinhold Burger: Klimawandel und Imkerei

Reinhold erläuterte zunächst den Unterschied zwischen Wetter und Klima sowie die Ursachen der menschengemachten Erwärmung. Anhand der Mainregion veranschaulichte er die Veränderungen wie steigende Temperaturen, heißere Sommer, mildere Winter und längere Trockenperioden. Damit verschieben sich auch die Blühzeiten und mit ihnen der imkerliche Jahreslauf. Frühere und stärker überlappende Blühzeiten können die Nutzung des Nahrungsangebots erschweren; im Anschluss drohen Trachtlücken. Hitze, Dürre oder anhaltender Regen beeinträchtigen die Versorgung mit Nektar und Pollen zusätzlich.

Knetzgau Vortrag Klimawandel Imkerei

Im Gegensatz zu Wildbienen sind Honigbienen zwar anpassungsfähig und nicht allzu wählerisch, was die Art der Blüten anbelangt. Doch sie brauchen eine ausreichende Menge an Nahrung und können nicht bei jeden Temperaturen fliegen. Reinholds praktische Empfehlungen lauteten daher: nur starke Völker überwintern, dabei genügend Futterreserven fürs Frühjahr belassen und auf Wasserversorgung sowie leicht beschattete Sommerstandorte achten.

EbeKnetzgau Vortrag Klimawandel Imkereinfalls eine Herausforderung sind die mittlerweile immer länger andauernden Brutphasen. Sie begünstigen die Vermehrung der Varroamilbe und erfordern ein angepasstes Varroamanagement. Auch Hochwasser- und Waldbrandrisiken gehören bei der Standortwahl mitgedacht.

Ilona Munique: Flora für unsere Bienen – was geht, bleibt und kommt?

Ilona widmete sich der Pflanzenwelt im klimatisch besonders verwundbaren Unterfranken. Während Hitze und Trockenheit heimische Arten unter Druck setzen, können sich neue Pflanzenarten etablieren. Zwei Beispiele: Drüsiges Springkraut und Spätblühende Traubenkirsche bieten zwar Insekten Nahrung, können jedoch heimische Pflanzen verdrängen. Ihr Nutzen als Bienenweide allein reicht deshalb nicht als Bewertungskriterium aus. Doch es gilt zu unterscheiden: Nicht jeder Neophyt ist problematisch.

Knetzgau Vortrag Klimawandel Imkerei

Als Beispiele für nicht-invasive Neophyten stellte Ilona Lavendel und den hitzeverträglichen Bienenbaum vor, der auch im Bamberger Bienengarten gepflanzt wurde. Klimabeete, trockenheitsverträgliche Stauden und Natur-Präriegärten bieten weitere Möglichkeiten, das Nahrungsangebot für Bienen unter den veränderten Bedingungen zu erhalten. Unterstützung bei der Pflanzenauswahl bieten unter anderem der Kreislehrgarten Oberhaid und die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege.Knetzgau Vortrag Klimawandel Imkerei

Eine kleine Auswahl an Literatur ergänzte die beiden Vorträge, die zwei Stunden dauerten und viele weiterführende Fragen beantworteten. Gerne kommen wir wieder – vielen Dank für die wunderbare Organisation und freundliche Aufnahme!


Zusammenfassung unterstützt durch KI.

Di., 13.10.26 – Vortrag „Klimawandel und seine Bedeutung in der Imkerei“ 

Logo für das Schwerpunktthema: Imkerei der Bienen-InfoWabeEinladung Vortrag Klimawandel Imkerei (Burger/Munique)Di., 13.10.26 – Vortrag „Klimawandel und seine Bedeutung in der Imkerei“ 

Wann? Di., 13.10.2026 | 19.00 – ca. 20.30 Uhr
Was?
Der Klimawandel trifft uns alle, auch die Imkerei. Was macht er mit den Bienen, und wie reagieren wir als Imker*innen darauf?
Referenten? Reinhold Burger (Imkermeister) und Ilona Munique (Imkerein)
Wo? Gastätte „Drei Linden“ Knetzgau. Hauptstraße 28
Veranstalter? Imkerverein Haßfurt-Zeil e. V.
Kosten? Keine

Monatsbetrachtungen Oktober 2026 zu Bienen und Imkerei

Aus persönlichen Gründen fallen die Monatsbetrachtungen für den Oktober 2026 aus. Ersatzweise verweise ich auf die Monatsbetrachtungen vom letzten Jahr:

Monatsbetrachtungen Oktober 2025

Sommertreffen mit den Bienengartenfeen 2026

Sommertreffen 2026 der BienengartenfeenZum Ende der heuer wieder heftigen Bienengarten-Gießzeit trafen wir uns, um ein wenig zu feiern: Wir haben es vereint geschafft, unseren Bienen das Nahrungsangebot zu erhalten! Während Reinhold und ich im Frühjahr das Bewässern noch zu zweit wuppen konnten, immer mal wieder unterstützt durch einen Regenschauer, war es spätestens im Juni aus und vorbei. Mehrere Hitzeperioden waren zu überstehen, und ohne unsere Bienengartenfeen wäre das als Berufstätige schier aussichtslos gewesen.

Danke also an Heidrun Alzheimer, Doris Feulner, Anna Laqua, Familie Liedtke, Marie Pailer, Thomas Scholz und Julina Pletziger!

Da wir jedoch gerade in der Urlaubs- und Reisezeit immer noch unterbesetzt sind, würden wir uns sehr freuen, würde sich der Kreis vergrößern. Hier unsere Kontaktdaten.

Monatsbetrachtungen September 2026 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Phänologie und Bienen

In manchen Gegenden blühen noch umfangreiche Bestände des Großen und des Drüsigen bzw. Indischen Springkrauts (Impatiens glanulifera)¹. Letzteres, wie auch das Kleine Springkraut, ein Neophyt und sollte entfernt werden. Auch Goldruten werden von den Bienen ob des ergiebigen Nektar- und Pollengehalts sehr begehrt. Doch auch hier gilt: Die heimische Gewöhnliche Goldrute stehen lassen, den Neophyt „Kanadisches Springkraut“ entfernen.

Ebenfalls begehrt sind die kugeligen doldenförmigen Blüten des Efeus, der noch bis weit in den Oktober hinein blühen kann.

Spätsommerpflege der Jungvölker

In den Monatsbetrachtungen zum August berichteten wir über den Beginn der Spätsommerpflege bei den Altvölkern. Jetzt im September sind die Jungvölker an der Reihe, also die im Laufe des Sommers gebildeten Ableger. Sie weisen eine andere Volksentwicklung auf als die Altvölker, denn die Brut der Altvölker verringert sich ab der Sommersonnwende, während die Brutentwicklung der Ableger ab der Sonnwende erst richtig Fahrt aufnimmt. Das berücksichtigen wir bei der Pflege.

Rückschau der Pflege bis zum September

Ablegerpflege mit Milchsäurebehandlung gegen VarroamilbenbefallVier Wochen nach Bildung der Ableger, also nach erfolgreichem Schlupf und Hochzeitsflug, behandelten wir (April bis Juni) die Jungvölker gegen die Varroamilbe mittels Sprühen von Milchsäure – oder alternativ mit Oxalsäurelösung.

Entsprechend der Volksentwicklung wurden die Ableger sukzessive mit Mittelwandrähmchen erweitert und, wenn erforderlich, nur mit kleinen Futterportionen gefüttert². Große Futtergaben würden den Platz zum Brüten nehmen. Entgegen anderslautender Empfehlungen erfolgte keine frühe Behandlung mit Ameisensäure bereits im Juli und August, denn das würde die umfangreiche Brut der Jungvölker nur schädigen.

Pflege in der ersten Septemberhälfte

Windel mit Varooenabfall und WachsrestenZu Beginn des Septembers prüfen wir den Varroabefall mittels Gemülldiagnose. Fallen mehr als 5 Milben pro Tag, führen wir sofort eine Behandlung mit Ameisensäure durch.  Dosierungsempfehlung siehe Aumeier³: 70 ml der 60-prozentigen Ameisensäure sollen in 3 Tagen verdunsten.

Fallen weniger als 5 Milben, füttern wir vor einer Varroabehandlung zunächst das noch fehlende Winterfutter auf. Insgesamt benötigen die Jungvölker 15 kg Winterfutter (Achtung: Wirtschaftsvölker benötigen 20 kg!). Die Menge gilt für eine Überwinterung auf einer Zarge Zander mit 10 Rähmchen. Die Gabe von 1 kg trockenem Reinzucker im Mischungsverhältnis 3:2 von Zucker zu Wasser entspricht ungefähr 1 kg Futter in der Wabe. Die Fütterung erfolgt in 2 bis 4 Portionen via einer aufgesetzten Leerzarge und Futtereimer.

Pflege in der zweiten Septemberhälfte

Theorie der Varroabehandlung, hier zur AmeisensäurebehandlungErst in der zweiten Septemberhälfte wird der Großteil der Jungvölker mit Ameisensäure behandelt. Dosierungsempfehlung s. Aumeier³: 70 ml der 60-prozentigen Ameisensäure sollen in 3 Tagen verdunsten. Das sind alle Ableger, die in der ersten Septemberhälfte weniger als 5 Milben Varroafall pro Tag aufwiesen. Nach der Aufütterung ist jetzt die Brut durch einen Futterkranz vor der Ameisensäure geschützt.

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deAnschließend wird eventuell noch benötigtes restliches Futter gegeben, bis die Völker ihr Sollgewicht von 15 Kg Futter haben. Kontrollieren kann man das mit einer Kofferwaage: Völker in der Hohenheimer Einfachbeute aus Weymouthskiefernholz, eine Zarge mit 10 Waben und Blechdeckel wiegen dann ungefähr 28 kg. Da man eher nicht die Möglichkeit hat, die gesamte Beute anzuheben, um den Wert festzustellen, heben wir die Beute nur auf der Rückseite mit der Kofferwage an. Dann sollte die Waage also die Hälfte, nämlich ungefähr 14 kg anzeigen.

Altwaben einschmelzen

Im September gibt es schon kühlere Tage ohne Bienenflug. Um der Wachsmotte zuvorzukommen, könnten jetzt bereits die Altwaben aus der Wabenhygiene einschmelzen. Bei wärmeren Tagen empfiehlt sich das nicht. Denn wir würden bei diesem Vorgang im Freien von zahlreichen Bienen umschwärmt. Sie können den ausdünstenden Honigresteduft meilenweit riechen.

Monitoring Asiatische Hornisse / Vespa Velutina

Im September wird das Monitoring der Asiatischen Hornisse mittels Dochttöpfen fortgesetzt. Siehe dazu unseren Blogbeitrag: Asiatische Hornisse: Aufruf zum 3. Monitoring im September.

Termine

Logo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Logo BBU – Bienenstadt-Bamberg-UmweltpreisSo., 20.09.26 – BIWa-Sonntagsöffnung und Saisonabschlussfeier mit Vergabe Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2026

Wann?

  • 14.00 Uhr | Offenes Haus für alle …
  • 15.30 Uhr | Sektempfang mit Kaffee & Gebäck mit musikalischer Begleitung durch das Duo „Little Radio“ (Lisanne Bendig und Jürgen Punzet mit Zupfinstrumenten und Gesang)
  • 16.30 Uhr | Verleihung „Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2026 (BBU)“
  • 17.30 Uhr Musikalischer Ausklang
  • ca. 18.00 Uhr Ende

Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)

Weitere Details siehe auf der Seite Aktivitäten und Termine.


¹Indisches Springkraut. In: NABU Bochum. https://www.nabu-bochum.de/2018/06/01/indisches-springkraut/

²mit einer dünnen Zuckerlösung (Mischungsverhältnis 1:1 von Zucker zu Wasser)

³Pia Aumeier: Ameisensäure sicher einsetzen mit Sachverstand. Tipps & Tricks. Bienenzucht 08/2023. S. 350.

Rezension „Unser Weltacker“ anlässlich Erntedankfest 2026

Cover "Unser Weltacker 2000 qm"Am So., 04.10.2026 lädt die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) zu einem Erntedankfest auf dem Weltacker Bamberg ein. Wir sind mit einem Info- und Honigstand ebenfalls vertreten. Ich nehme das zum Anlass, einmal auf die interessante Broschüre „Unser Weltacker: 2000 m² für alle!“ einzugehen, die beispielsweise das BUND-Büro in der Kapuzinerstraße zur Verfügung stellt.

Die Broschüre geht der Frage nach: „Wie ernähren wir uns in Zukunftt? Die gute Botschaft aber ist: (Eigentlich) ist genug für alle über 8 Milliarden Menschen dar, die sich rund 1,6 Mrd. Hektar Ackerfläche auf der Erde teilen. Und – ganz genau! – pro Mensch wären das 2000 m² plus 4.000 m² Weideland.

Doch wie mit dieser Fläche umgehen, steht auf einem anderen Blatt. Dies wird in einem Vortrag in 2024 von Christine Hertrich deutlich – und natürlich in der 37-seitigen Broschüre, die den großen Themen rund um die Ernährung auf jeweils zwei Doppelseiten nachgeht. Links leicht verständliche Texte von Benedikt Haerlin und Jasper Jorden samt einer anschaulichen Grafik, rechts eine bunte Illustration von Jasper Jordan. Die letzten Doppelseiten sind 46 Quellenangaben vorbehalten und helfen, die Materie bei Bedarf weiter zu vertiefen.

Themen sind eine Küchen-Inventur, Wegwerfverhalten, das globale Klima, Mobilität, Chemie auf dem Acker, Wasserverbrauch, das Mikrobiom und einige mehr. Aber auch die zielführenden Fragen: Was brauche ich alles und wo wächst das? Wer hat es unter welchen Bedingungen und mit welchen Auswirkungen angebaut? Wie sehen „meine“ 2000 m² aus und reichen sie für meine Bedarfe?

All diese Fragen stellte ich auch meiner Interviewpartnerin, Christine Hertrich, die das Konzept „Weltacker 2000 m²“ nach Bamberg in die Südflur gebracht hat (s. a. BlattGrün-Magazin 2025, H. 1, S. 38 (PDF) bzw. als Online-Abdruck).

Fazit

Schwere Kost kommt in der Broschüre in leichtem Gewand daher, und ein Aha-Effekt ist garantiert. Die Broschüre gehört in jede Schule und Bildungsstätte als Impulsgeber und zur Diskussionsgrundlage.


Unser Weltacker : 2000 m2 für alle! / Text: Annika Huskamp; Text und Layout: Jasper Jordan. Hrsg.: Zukunftsstiftung Landwirtschaft. 6. Aufl. Berlin.


Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

Einfüttern (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK26, Modul 11)

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deIm vorletzten Modul des 12-teiligen Imkerkurs für Anfänger 2026 zum Thema Einfüttern war es warm genug, um unsere Bienen zu veranlassen, ein wenig vorm Stock abzuhängen. Zeit also für Flüssiges, in diesem Falle Zuckerwasser!

Überblick

  1. Darreichungsformen beim Einfüttern
  2. Zeitpunkt des Einfütterns
  3. Was wird eingefüttert?
  4. Wie wird eingefüttert (Dosierung)?

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Vorarbeiten

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deDa vor einer Woche im Modul 9 eine Varroabehandlung vorgenommen worden war, ziehen wir heute die Windel. Wir inspizieren den Milbenbefall, der etwa zwei Dutzend Milben betrug.

Die Wachsbrösel und das eine oder andere Füßchen zeugen von Kämpfen mit Wespen und ist um diese Jahreszeit ein vertrautes, doch nicht sonderlich beängstigendes Bild. Anders einzuschätzen ist das, sobald wir auch in Bamberg die Vespa velutina begrüßen müssen.

A. Darreichungsformen beim Einfüttern

1. Futterbehältnisse mit Aufstieghilfe (unser Favorit)

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.dea) Material

  • Futterbehälter, z. B. große, eckige Joghurtbecher oder lebensmittelechte Stapelboxen (erkennbar am Messer/Gabel-Symbol)
  • Aufstiegshilfe, z. B. Stroh (sehr bewährt, am besten vom Feld eines Bio-Landwirts gesammelt)
  • Wasser zum eventuellen Säubern klebriger Verschüttungsmaleure, um keine Räuberei auszulösen

b) Einfüttern

1 Leerzarge zur Seite stellen – vom Dispenser aus der vorangegangenen Varroabehandlung befreit

2. Folie auf oberste Zarge legen – an der Rückseite der Beute – also entgegengesetzt des Fluglochs – einen Spaltbreit umschlagen (siehe Foto). So gelangen die Bienen in die nun wieder aufgesetzte Leerzarge mit den Futterkübeln.

3. Futterbehälter einstellen und mengendokumentiertes (!) Zuckerwasser eingießen – bis auf einen kleinen Rest, den wir für die Zuckerspur zurückbehalten (siehe Punkt 7).

4. Stroh als Aufstiegshilfe – wird wie ein Polster oder Nest in die Behälter gelegt. Da die Kübelwände glatt sind und mit abnehmenden Flüssigkeitspegel die Bienen Mühe haben, hochzukrabbeln, wird eine Handvoll Stroh hochkant bis zum Boden eingeführt. Das Stroh kann nach erfolgreicher Fütterung später einfach auf dem Kompost landen.

5. Zuckrige Spur legen – mit der zurückbehaltenen Futtemenge ein wenig –zwischen und auf die Rähmchen – Flüssigkeit zu den Behältern hin gießen. Sobald die Bienen das Zuckerwasser riechen, starten die Sammelbienen mit ihrem Schwänzeltanz. Da sie jedoch wegen der kurzen Distanz nur schwer die unmittelbare Nähe des Futters anzeigen können, fliegen die Bienen zunächst vor die Beute, um nach der Quelle zu suchen. Es dauert eine Weile, bis sie den Fundort checken. Dabei hilft ihnen die Zuckerspur.

2. Futtertaschen

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deFuttertaschen gibt es in einfacher und doppelter Wabenbreite, werden also anstelle einer oder zweier Rähmchen neben das Brutnest eingehängt. Zu bevorzugen sind die Doppelbehälter, da einfacher in der Handhabung.

Mit einer Futtertasche ist der Weg zum Futter für die Bienen recht kurz. Das kann bei einer kühlen Wetterperiode vorteilhaft sein. Nachteilig ist der geringe Futtermengeninhalt von etwa 3,5 bzw. 7 Litern. Das erfordert ein häufiges Nachfüllen.

3. Adamfütterer

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deDer Adamfütterer besteht aus einer flachen Schale mit zentraler Aufstiegshilfe (Konus/Kegel, Dom, Gitter o.ä.). Die Bienen steigen durch Öffnungen im Aufstiegskegel zum Futter und können an der Schräge entlang Futter aufnehmen.

Durch den Aufstiegsdom gelangt nur eine begrenzte Anzahl an Bienen in den Futterbereich. Bedeutet langsameres Auffüttern, was bei Ablegern eventuell vorteilhafter sein kann. Ansonsten scheint rasches Futteraufnehmen keine (für unsere Betriebsweise) erkennbaren Nachteile zu haben, anders, als zuweilen in der Literatur dargestellt wird.

Vorteile: Füttern ohne Direktkontakt zu den Bienen. Ein mögliches Ertrinken von Bienen wird verhindert.

Nachteile: Mehrmaliges Nachfüllen nötig. Die Kanten der Holzschale können undicht werden. Dabei kann Zuckerwasser an den Außenwänden entlanglaufen und Räuberei auslösen. (Alternative: Plastik). Materialkosten und Platz zur Aufbewahrung müssen aufgebracht werden.

Futterteigpäckchen aufgelegt beim Notfüttern4. Futterteig

Futterteig favorisieren wir für diese Jahreszeit nicht. Der Zeitabstand der Nahrungsaufnahme zwischen den zwei erforderlichen Varroabehandlungen ist zu gering.

B. Zeitpunkt des Einfütterns

  • Das reguläre Einfüttern erfolgt bei den Wirtschaftsvölkerm NACH der ersten Varroabehandlung mit Ameisensäure, also Mitte/Ende August.
  • Manchmal kann auch später im Jahr eine so genannte „Zwangsfütterung“ anfallen, wenn erkennbar wenig Zuckerwasser aufgenommen wurde. Das passiert, wenn die Varroabehandlung zu heftig für das Volk ausgefallen war, bspw. bei einer zu schnellen Verdunstung bei zu warmen Wetter. Das Volk wird dann fressfaul. Siehe Blogbericht unter der Zwischenüberschrift „Zwangsfütterung im Herbst sorgt fürs Überleben“
    Doch häufig ist der Grund ein zu schwaches und / oder krankes Volk, so dass eine Vereinigung bzw. Auflösung des Volkes ratsam sein kann.
  • Grundsätzlich Abends einfüttern! Verhindert die Räuberei unter den Bienenvölkern. Daher fand unser Modul auch erst am Nachmittag und nicht wie sonst am Vormittag statt.

C. Was wird eingefüttert?

  • Haushaltszucker-Lösung, also reine Sacharose, im Mischungsverhältnis 3:2. Bedeutet: 3 Gewichtsanteile Zucker in 2 Anteilen Wasser lösen. Zum Thema „Zucker“ siehe auch folgende Beiträge:
  • Alternativen zum Zucker: fertige Futterlösungen auf Zucker- oder Getreidebasis. Darauf achten, dass sie als „Bienenfutter“ deklariert sind. Denn der für das Bäckerhandwerk hergestellte Zuckersirup enthält ein für Bienen nicht gut geeignetes Zuckerspektrum. Also Augen auf beim Futterkauf!
  • Wirtschaftsvolk (= überwintertes Volk) füttern wir mit 20 Kg Zucker ein, entsprechend rund 33 Kg Futterlösung im 3:2-Mischungsverhältnis.
  • Ableger wird mit 15 Kg Zucker eingefüttert, entsprechend ca. 25 Kg Futterlösung.
  • Tragen Bienen nach der Honigernte (die bei uns nur einmal im Jahr im Monat Juli erfolgt) durch Spättrachten erneut viel ein, wird entsprechend weniger Zucker eingefüttert. Zusätzlich verbleiben bei unserer Betriebsweise mindestens 5 bis 10 Kg Honig im Brutraum. Daher sollte vor dem Einfüttern eine kurze Kontrolle der Situation erfolgen und die Bedarfsmenge entsprechend angepasst werden.

D. Wie wird eingefüttert (Dosierung)?Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.de

  • Wichtig: Nichts neben die Beute hinaus kleckern! Sonst werden andere Bienenvölker angelockt und zur Räuberei verleitet. Am besten einen Kanister mit Wasser zum Säubern bereitstellen.
  • Wirtschaftsvölkern kann (muss man aber nicht) das gesamte Futter in einer großen Portion auf ein Mal verabreichen. In der Regel wird die Menge bei warmen Wetter nach einem Tag von den Bienen verarbeitet.
  • Ableger werden in mehreren Portionen, also über einen längeren Zeitraum, eingefüttert. Wird ein Ableger zu schnell gefüttert, leidet die Bruttätigkeit, da die Bienen auch das Brutnest mit Futter voll füllen würden.
  • Grundsätzlich lautet die Devise, lieber etwas mehr einfüttern, als im Frühjahr verhungerte Völker zu riskieren. Überschüssige Futterwaben können im Frühjahr den Völkern entnommen werden und finden bei der Ablegerbildung weitere Verwendung.
  • Manchmal dauert es vor allem bei kühlem Wetter zu lange, bis die Bienen das Zuckerwasser aufgenommen haben. Gärig gewordenes Zuckerwasser daher entfernen, die Menge abwiegen und die entsprechende Fehlmenge zu einem späteren Zeitpunkt erneut anbieten.

Kursabschlussfeier 

Sie fiel heuer aus, da die Teilnehmenden (ohnehin nur 4 Anwesende von 7 Kursler*innen) jeweils Abendtermine hatten. Doch wir hoffen, unsere schon beinahe fertig  ausgebildeten Jung-Imker*innen im November/Dezember (je nach Wetterlage) zum Modul 12 noch einmal möglichst vollständig begrüßen zu dürfen!

Bis dahin – schönen Restsommer und angenehmen Herbst euch allen!

Neues zum interaktiven Spiel „BeeActive“

Screenshot BeeActive von FlohrMit dem interaktiven Spiel „BeeActive“ (wir berichteten) lässt sich die Welt erkunden, doch dafür muss man tatsächlich nach draußen gehen. Also nix im Zimmer zocken, aber trotzdem braucht niemand sein heiß geliebtes Endgerät aus der Hand zu legen.

Frank Flohr, ein mittelständischer Unternehmer für Spezialdichtungen, unterstützt die Verbreitung von BeeActive auf seine Kosten und hat diese toll durchdachte und gemachte Quizseite aufsetzen lassen – ließ uns kein Geringerer als Bienenforscher Prof. (erem.) Dr. Jürgen Tautz wissen. Er meint dazu:

„Eine, wie ich finde, sehr gelungene Darstellung, aus der die Singularität und Tiefe, der methodische Ansatz, die Ziele und die Zielgruppen ablesbar sind. Auch die Aspekte „Bewegung im Freien“ und „Inklusion“ sind berücksichtigt.“

Schaut unbedingt mal rein, ist wirklich gut gemacht!

Würzbüschel frisch aus Bamberg

Würzbüschel Bio-Gärtnerei Leumer Mussärol, BambergEs gibt wieder Würzbüschel in der Bio-Gärtnerei MUSSÄROL in Bamberg, Nürnberger Straße 86, am Fr., 14.08.2026!
12 verschiedene Heilkräuter, handgepflückt und liebevoll arrangiert von Gerdi Leumer – und ihr braucht sie dann nur noch segnen lassen. Dann habt ihr alles getan, um gut über den Winter zu kommen, so der Volksglaube, aber auch die Volksheilkunde.

Gertrud Leumer, Bio-Gärtnerei Leumer Mussärol, Bamberg

Da Kräuter die ideale Nahrung für Bienen, Insekten und Käfer sind, machen wir sehr gerne ein wenig Werbung für Gerdis tolles Kräuterevent. Wer mehr über sie und ihre Passion erfahren möchte … hier im Blogbeitrag etwas ausführlicher beschrieben und illustriert im letzten Jahr. Gerne auch als Zeitschriftenartikel aus meiner Feder:

Juli 2024 | BlattGrün [Magazin], 2024, H. 4, S. 34-35
Gertrud Leumer betreibt ihre Weltkulturerbe-(Bio-)Gärtnerei
MUSSÄROL in 6. Generation. „Bio tut uns allen gut“
Heft: https://blattgruen-verlag.de/wp-content/uploads/2024/07/2024-04-BlattGruen.pdf.zipBestandteile Würzbüschel, Bio-Gärtnerei Leumer Mussärol, Bamberg