Vortrag zu Wildbienen beim Obst- und Gartenbauverein Wildensorg

Nachdem 2016 die Honigbienen dran waren, sind es heuer zum sonntäglichen Erntedank-Treffen des Obst- und Gartenbauvereins Wildensorg die Wildbienen. Zuvor erläuterte Ilona Munique, die zusammen mit Reinhold Burger ebenfalls Mitglied des OGV ist, welche Ehrenämter sie in Bezug zur Bienenwelt inne haben und wo die Bamberger Schulbiene wohnt. Dort, an der Bienen-InfoWabe im Erba-Park gibt es auch einen schönen Bienengarten, so dass dieser, weil es nun mal thematisch nahe lag, in einigen Auszügen näher vorgestellt wurde.Vortrag zu Wildbienen von Ilona Munique bei OGV Bamberg-Wildensorg

Zwei Dutzend interessierte Mitglieder erfuhren im wohlgeheizten und herrlich nach Karpfen duftenden Heerlein-Gastraum die wesentlichen Unterschiede zwischen Wild- und Honigbiene und wie man Wildbienen unterstützen kann. Obgleich Wildbienenhotels und Nisthilfen für Wildbienen allenfalls ein Zusatzangebot, nicht jedoch eine Notwendigkeit bedeuten, sind sie doch aus pädagogischen Aspekten heraus nicht grundverkehrt. Es sei denn, sie werden grundverkehrt aufgebaut, was leider sehr häufig der Fall ist.

Vortrag zu Wildbienen von Ilona Munique bei OGV Bamberg-Wildensorg

Daher ging ich auf die richtigen Materialien und deren Verarbeitung ein und gab Link- und Literaturtipps sowie Bezugsadressen an die Hand. Das allerwichtigste für Wildbienen ist jedoch: Ungestörte, verwilderte Gartenecken und viele unterschiedliche Blüten, die Nektar und / oder Pollen tragen, in 50 bis höchstens 700 Metern. Dann ist alles richtig gemacht, denn die meisten, vor allem die gefährdeten Arten, sind nun mal Bodenbrüter.Vortragsfolie zu Wildbienen von Ilona Munique

 

Vortragsfolie zu Wildbienen von Ilona MuniqueAls Dankeschön für die Vortragsstunde, die mit dem Verteilen einer Broschüre zu bienenfreundlichen Pflanzen endete, überreichte der 1. Vorsitzende des OGV, Jürgen Brendel, eine Tüte mit Flüssigkeiten. Nein, nicht Nektar, aber ebenfalls aus Blüten gemacht. Den Salbeilikör hatten wir ja tags zuvor auf unserer Bildungsexkursion nach Handthal (siehe Bericht) leergeschöpft. Doch nun ist Nachschub da. Besonders lecker: der Rosenlikör, eine Spezialität der Familie Brendel.

Jürgen Brendel (OGV Bamberg-Wildensorg) überreicht Dankeschön für Vortrag zu Wildbienen an Ilona Munique

Vielen Dank dafür, und wir freuen uns aufs nächste Jahr, wenn ihr an Pfingsten mit den Kiddys der Mitglieder zu uns in die Bienen-InfoWabe kommt!

Am Tag der Herbstlaubs (03.10.): Exkursionsbericht ins Handthal (Steigerwald)

Mitreisende zur FKBB-Bildungsexkursion ins Handthal am 01.10.2022Nicht nur den Wiedervereinigungstag, sondern auch den (amerikanischen) Tag des Herbstlaubs begehen wir am 3. Oktober. Beste (Feiertags)Zeit, um unserer FKBB-Bildungsexkursion Handthal mit den Stationen Kräutergarten Ebrach, Steigerwald-Zentrum und Forellenhof Handthal sowie Baumwipfelpfad Steigerwald nachzuspüren. Veranstalter war der Förderkreis Bienenleben Bamberg in Kooperation mit dem Bürgerverein Bamberg-Mitte. Letzterem sei herzlich gedankt für die – vor allem auch finanzielle – Beteiligung!

Kräutergarten Ebrach – Kurzvortrag zu Kräuter und Bestäuber

Vor der Klosteranlage empfing uns der sich kurzfristig einklinkende 1. Vorsitzende des Imkervereins Ebrach und Umgebung, Walter Hanslok, der sich als ein intimer Kenner der Örtlichkeiten und somit als (leider aus Zeitgründen etwas zu kurz kommender) Co-Referent entpuppte – Danke für dein Interesse an unserem Ausflug in deine „Pfründe“! Das wird nicht unsere letzte Begegnung gewesen sein!

Innerhalb des Mini-Abrisses zur Gründungsgeschichte des Zisterzienserklosters Ebrach wurde von der Reiseleiterin Ilona Munique besonders der mit dem Abt Adam verbundene Heilige Bernhard von Clairvaux herausgestellt, da dieser für unser Bienenthema den passenden Korb als Attribut „mitbrachte“. Der Zeitsprung zu Abt Degen und seinen Nachfolgern, mithin den Gründern der Gartenanlagen, und ein weiterer Sprung ins Jahr 1993 zur Neuanlage des Kräutergartens, brachte uns kurz darauf zur oftmals übersehenen, seit zwei Jahren von der Stadt Ebrach sehr hübsch gepflegten Anlage vor beeindruckender Kulisse.Klostergarten in Ebrach

Von den etwa 40 verschiedenen Kräutern in sechs Beeten stellte die Imkerin und passionierte Gärtnerin des Bamberger Bienengartens vier Kräuter im besonderen Zusammenhang mit Bestäuberinsekten näher vor: Lavendel, Lungenkraut, Ysop und Gewürzsalbei – allesamt Bienenmagneten und für unsere aktuell durch das Weltgeschehen belastete Gemütslage adäquate und volkserprobte Stärkungs- und Heilpflanzen.

Zum genießerischen Abschluss verkosteten wir den (nur leicht mit Regenwaser verdünnten) Salbeilikör des Obst- und Gartenbauvereins Wildensorg der Familie Brendel.

Steigerwaldzentrum (Nachhaltigkeitszentrum) – Kurzvorträge zu Imkerei und Bienen

Bei einer wärmenden Tasse Kaffee im lichtdurchfluteten Foyer des Steigerwaldzentrums erfuhren sodann die Exkursionsteilnehmenden in einer kurzweiligen Viertelstunde mehr zur Imkerei. Der 2. Vorsitzende des FKBB, Imkermeister Reinhold Burger, konnte dabei auf die dankenswerterweise vom Zentrums-Team vorbereiteten Anschauungsstücke zurückgreifen. Leider konnte uns Förster und Imker Marc Günster nicht selbst begrüßen, doch auch dieses holen wir sicher einmal nach.

Im Anschluss an den Kurzvortrag besuchte das Dutzend Gäste, aufgeteilt in drei Gruppen, die begehbare Bienenbeute im Außengelände. Hier wurde vom Steigerwaldzentrum eine tolle Möglichkeit geboten, in aller Ruhe das Wabenwunderwerk in seiner Funktion zu betrachten. Im Holzpavillon, der einer Hobbit-Behausung recht ähnlich sah, beantwortete unser FKBB-Beirat, Bienenfachwart Nikolaus Hofmann, geduldig alle Fragen, die beim Anblick des von allen Seiten sichtbaren Bienennestes aufkamen.

Forellenhof Handthal – Mittagessen und Kräuterrätsel-Auflösung

Bevor die sehr schmackhaften Speisen im traditionsreichen Forellenhof den strömenden Regen vergessen machten, erfolgte die Auflösung und Preisverleihung zum Kräuterrätsel.

Die drei Gewinnerinnen (bei jeweils 8 von 9 möglichen richtigen Antworten) des vertrackten Rätselspaßes waren: Dr. Gerlinde Lamprecht, Marion Then und Susanne Märtlbauer. Herzlichen Glückwunsch zum Kräuterbüchlein von Gertrud Leumer aus der Bio-Kräutergärtnerei Mussärol!

Eine der Fragen (und vor Ort wurde dieser versehentlich bei der Auflösung übersprungen) war folgende:

Was stimmt? Der Borretsch …

    1. … wird auch Gurkenkraut genannt
    2. … enthält ein für Menschen schädliches Gift (Pyrrolizidinalkaloide)
    3. … vermehrt sich durch lange Wurzeln

A. und B. sind richtig. Tatsächlich sind diese Pyrrolizidinalkaloide auch für den Honigeintrag nicht optimal, obgleich die Bienenkörper Schadstoffe recht gut herausfiltern können. Es wäre jedoch nicht ratsam, ein Volk inmitten eines Borretschfeldes zu positionieren.

Baumwipfelpfad – Zeidlerei und Vögel des Steigerwaldes

Obgleich wir im Handthal die Mittagspause in Anbetracht des Wetters und des von vielen gewünschten Nachtisches verlängerten und damit dem Begehen des Turmes eine Absage erteilten, war der Baumwipfelpad dennoch unser nächstes Ziel. Etwas Bewegung sollte schon sein, doch vor allem warteten noch zwei Kurzvorträge.

An der ersten Station auf dem Weg in Richtung Turm erfuhren die Gäste in passender Umgebung, nämlich an einer Klotzbeute, etwas zur Zeidlerei. Die Waldimkerei in seiner frühen Form konnte so anschaulich erfasst werden, wozu auch ein mitgebrachtes Bild half. Auch hier hätten wir natürlich zu gerne noch viel mehr von Walter Hanslok erfahren, der beim ersten Schwarmeinlauf in der neuen Klotzbeute dabei gewesen war. Er erläuterte beispielsweise die anschauungsadäquaten Anforderungen und dadurch notwendig gewordenen Abänderungen des Konzepts der Bestückung mit Bienen.

Leider schritt die Zeit gnadenlos voran. Apropos Zeit … Für die Zeidlerei und das Bienenwesen lief die Zeit nach Einfuhr von Rohrzucker aus der Neuen Welt (17. Jh.) und dem Zuckerrübenanbau (19. Jh.) bald aus. Doch bis dahin waren sie sehr geachtet. So wurden die Zeidler durch Kaiser Karl IV. mit einer niederen Gerichtsbarkeit (Gerichtsort war und ist streng genommen immer noch Feucht bei Nürnberg) gestärkt und mit Privilegien ausgestattet, die bis in die heutige Zeit wirken. Tatsächlich lassen sich die besonderen Rechte (z. B. Schwarmeinfangen, ohne Hausfriedensbruch zu begehen; Duldung der nachbarschaftlichen Bienenhaltung), festgelegt im BGB, weit zurückführen bis ins Jahr 533.

Weiter ging’s zur nächsten Station, dem Eingangsbereich zum Baumwipfelpad und zu den Vögeln des Steigerwaldes, referiert vom Sprecher des AK Regnitzaue von der LBV- Kreisgruppe Bamberg, Andreas Märtlbauer.

Der Wespenbussard ist bei uns Imker/innen zwar nicht gerade der beliebteste der vorgestellen Vögel, doch so ist das nun mal im Tierreich – fressen und gefressen werden. Doch der Schwarzspecht hingegen gleicht die Unbill wieder aus, indem er fleißig gleich mehrere Baumhöhlen schafft, um seine Liebste zu beeindrucken, die sich die schönste auswählen darf. Die restlichen Höhlen überlässt er großzügig zum Beispiel der Hohltaube und anderen, darunter unseren Bienen. Auch der rotbemützte Mittelspecht und der Grünspecht sind fleißig und häufig anzutreffen, im Gegensatz zum seltenen und kaum zu sehenden weiß-schwarzen Halsbandschnäpper.

Danke fürs Mitfahren – und Ausblick!

Reiseleiterin Ilona Munique auf dem Rückweg der FKBB-Bildungsexkursion ins HandthalAllen Gästen, die dem Regen trotzten, danken wir herzlich für ihr Interesse!

Unser bester Dank gilt allen Referierenden für ihre interessanten, auf den Punkt gebrachten Beiträge, außerdem unserer Bienenpatein Michaela Then fürs Kutschieren und Begleiten zur (denkwürdigen) Vor-Exkursion, bei der wir die Fotos im Sonnenschein verdanken, und unserer Bienenpatin und FKBB-Kassenwartin Gabi Loskarn fürs Vor-Ort-Helfen und natürlich für die anschließende Abrechnung.

 

Die nächste Bildungs-Exkursion geht nach Oberweimar ins Deutsche Bienenmuseum und zum Schloss Belvedere mit Orangerie. Termin noch nicht bekannt.

Bekannt hingegen ist der Termin der nächsten Netzwerk-Exkursion, und zwar am Sa., 15.04.2023, 15-17 Uhr: „Bienen, Lerchen, Orchideen – Schätze der Buger Wiesen“, auch Andreas Märtlbauer (LBV) wird wieder dabei sein. Anmeldung bereits jetzt möglich. Kostenbeitrag € 5,-.

Wir freuen uns schon wieder auf euch!

Nachhall Exkursion Kreislehrgarten Oberhaid von FKBB und BVM

Netzwerk-Exkursion zum Kreislehrgarten Oberhaid von FKBB e. V. und BVM e. V. am 27.08.2022

Netzwerk-Exkursion zum Kreislehrgarten Oberhaid von FKBB e. V. und BVM e. V. am 27.08.2022

Netzwerk-Exkursion zum Kreislehrgarten Oberhaid von FKBB e. V. und BVM e. V. am 27.08.202220 Ausflügler/innen erwischten punktgenau die Regenpause am Sa., 27.08. anlässlich der Exkursion zum Kreislehrgarten Oberhaid. Wäre ja zu schade gewesen, wenn ausgerechnet die erste Netzwerk-Exkursion, die der Förderkreis Bienenleben Bamberg e. V. (FKBB) veranstaltete, ins Wasser gefallen wäre. Noch dazu, wo der Bürgerverein Bamberg-Mitte (BMV) als Kooperationsveranstalter mit im Boot war.

Netzwerk-Exkursion zum Kreislehrgarten Oberhaid von FKBB e. V. und BVM e. V. am 27.08.2022Wolfgang Settmacher, unser Gartenführer, und Raimund Ott, 1. Vorsitzender des OGV, erwarteten uns mit ihrer Crew, die sich um unsere Gruppe sehr aufmerksam kümmerte. Ein entspannter Nachmittag mit interessanten Einblicken in den vom Obst- und Gartenbauverein Oberhaid angelegten Vereinsgarten lag vor uns.

Der mehrmals ausgezeichnete Schaugarten, der zusammen mit dem Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege Bamberg für ein breites Publikum als Kreislehrgarten konzipiert wurde, hielt trotz Trockenheit immer noch schöne grüne und bunte Plätze bereit. Nur der kleine Plätscherbach ist leider mittlerweile komplett versiegt.

Die Areale, die uns Wolfgang näher vorstellte, waren:

Netzwerk-Exkursion zum Kreislehrgarten Oberhaid von FKBB e. V. und BVM e. V. am 27.08.2022Netzwerk-Exkursion zum Kreislehrgarten Oberhaid von FKBB e. V. und BVM e. V. am 27.08.2022Im Bauerngarten beeindruckte der hohe Wuchs der weiblichen wie männlichen Hopfen. Während die Dolden der separierten Hopfendame hübsch anzusehen waren, bröselten die Blüten des männlichen Begleiters so vor sich hin. Ob Frau Hopfen wegen des eher kümmerlichen Blütenanblicks einen eigenen Standort vorzog, um sich vom Mannsvolk zu distanzieren? Es bekommt ihr jedenfalls nun wuchstechnisch besser, und wir hatten unsere Belustigung an dieser netten Anektdote.

Netzwerk-Exkursion zum Kreislehrgarten Oberhaid von FKBB e. V. und BVM e. V. am 27.08.2022Nun ist Hopfen nicht unbedingt der Klassiker im Bauerngarten. Doch duftige Rosenstämmchen – hier verwandt mit Damaszenerrosen, für deren Verarbeitung als Rosenwasser und Rosenzucker Wolfgang Rezepte parat hatte – und übliche wie in Vergessenheit geratene Küchenkräuter waren natürlich ebenfalls vertreten.

Netzwerk-Exkursion zum Kreislehrgarten Oberhaid von FKBB e. V. und BVM e. V. am 27.08.2022Im Bienenbeet blühte es schon herbstlich-bunt. Viele gute Bekannte, die ebenso unseren Bamberger Bienengarten bereichert, fanden sich hier wieder. Für das Beet erhielten wir sogar einen extra Flyer, aber auch hier auf den Webseiten finden sich ausführliche Informationen.

Netzwerk-Exkursion zum Kreislehrgarten Oberhaid von FKBB e. V. und BVM e. V. am 27.08.2022

Natürlich interessierte uns das Sandarium, ein Reservat für Wildbienen und andere Sandbewohner, ganz besonders. Beeindruckend die 500 Jahre alte Eichenwurzel, aber auch die kaum sichtbaren Spuren der unterirdischen Brutstätten, auf die uns Wolfgang aufmerksam machte. Hin und wieder müssen Gräser herausgenommen werden, doch im Großen und Ganzen bleibt das Areal sich selbst überlassen.

Netzwerk-Exkursion zum Kreislehrgarten Oberhaid von FKBB e. V. und BVM e. V. am 27.08.2022

 

Weitere Areale luden zum Verweilen ein. Da die Exkursion nicht nur unter dem Zeichen der Biene, sondern auch unter der Prämisse der Barrierefreiheit angeboten wurde – ein Wunsch, den die Mitglieder vor allem dem BMV angetragen hatten – waren idyllische Rastplätze begehrt. Doch ebenso war Gelegenheit für persönlich Gespräche zwischen bekannten Vereins- oder Imkerkolleg(inn)en und (noch) unbekannten Gartenliebhaber/innen.

Nach einer guten Stunde ging es sodann für alle zum gemütlichen Teil über. Den selbstgebackenen, sehr leckeren Kuchen und Torten wurde in gesprächiger Atmosphäre gerne zugesprochen, die Stimmung unterm Zelt war angeregt und heiter.

Netzwerk-Exkursion zum Kreislehrgarten Oberhaid von FKBB e. V. und BVM e. V. am 27.08.2022

Auch Luna, unsere jüngste Mitreisende, der Enkelin unserer FKBB-Kassenwartin Gabi Loskarn, hatte ihren Spaß bei extra aufgestellter Rutsche und einem Kindertraktor.

Leider vergingen die Stunden viel zu schnell. Als einzige konnte nur Luna es kaum erwarten, die Rückreise anzutreten. Denn der große Basel-Bus hatte es ihr angetan – sorry, Traktor!

Mit dem Versprechen Wolfgangs, im nächsten Jahr einen Gegenbesuch in den erst kürzlich zertifizierten Bamberger Bienengarten zu unternehmen („Hallo, Netzwerk!“), verabschiedeten wir uns von unseren tollen Gastgebern und wurden auf der Heimreise noch mit einem Regenbogen beglückt. Und von einem Dankeschön des 1. Vorsitzenden des BVM, Reiner Dietz, an die Reiseleiterin, der das ganze sehr viel Freude bereitet hatte! Gerne wieder! Apropos …

Am Baumwipfelpfad im SteigerwaldTipp: Am 01.10.2022 unternehmen wir – FKBB und BVM – eine Bildungs-Exkursion ins Handthal mit Stationen im Klosterkräutergarten Ebrach, im Steigerwaldzentrum und dem Baumwipfelpfad mit Mittagessen im Forellenhof. Nähere Informationen unter Aktivitäten und Termine oder zum Download Flyer-FKBB-Exkursion-2022-Handthal.

Verleihung Naturgarten-Zertifikat für Bamberger Bienengarten

Urkunde zur Zertifizierung 2022 "Naturgarten – Bayern blüht"
Mit einer Zertifizierung und Auszeichnung ihres Gartens können Besitzer ihren geleisteten Beitrag zur Biodiversität bestätigt bekommen. In diesem Jahr wurde unsere Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de mit dem Zertifikat „Naturgarten – Bayern blüht“ für seinen Bamberger Bienengarten ausgezeichnet. Der Preis wird vom Kreisverband Bamberg für Gartenbau und Landespflege im Auftrag des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau und Landespflege verliehen.

Urkunde zur Zertifizierung "Naturgarten – Bayern blüht" für Bamberger Bienengarten der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de 2022Darüber freuen wir uns sehr und sehen darin eine gern angenommene Verpflichtung zur Fortführung unserer kleinen „Stadtoase“ für die nächsten Jahre!

Urkunde zur Zertifizierung "Naturgarten – Bayern blüht" für Bamberger Bienengarten der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de 2022

Mit gutem Beispiel voran

Bufett zur Zertifizierung 2022 "Naturgarten – Bayern blüht"Aus 16 Bewerbungen konnten 14 Naturgärten die rautenförmige Email-Plakette für sich beanspruchen. Der dafür anberaumten Feier mit tollem Buffet (Danke!) im Gemeinschaftshaus Sassendorf ging eine Gartenführung mit Grußworten des stellvertretenden Landrats Bruno Kellner und des 2. Vorsitzenden des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege, Rainer Giel, sowie des Bürgermeisters von Zapfendorf, Michael Senger voran.

„Ich freue mich, dass sich die Teilnehmer einer naturnahen Gestaltung Ihres Gartens verschrieben haben und mit gutem Beispiel voran gehen“, lobte der 1. Vorsitzende des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege und Alt-Bezirkstagspräsident Günther Denzler in seiner Einladung die Bemühungen der Pflanzen- und Tierliebhaber/innen.

Gruppenbild zur Zertifizierung 2022 "Naturgarten – Bayern blüht"

Foto: Alexandra Klemisch

Der Bamberger Bienengarten punktet

Urkunde zur Zertifizierung 2022 "Naturgarten – Bayern blüht"Die anlässlich der Urkundenübergabe vorgestellten Gärten waren im Vorfeld anhand eines 21 Aspekte umfassenden Kriterienkatalogs von ausgebildeten Zertifizierern streng bewertet worden. Die beiden Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege, Oliver Rendl und Alexandra Klemisch, betonten in den Laudationen, dass nicht jeder Garten alle Punkte zu erfüllen imstande war. Doch es konnten Sonderpunkte erzielt werden.

Naturgartenzertifizierer Fritz Hippacher und Kreisfachberater Oliver Rendl bei der Begehung des Bamberger BienengartensSo finden sich zwar keine Vogel- oder Fledermaushäuschen innerhalb der rund tausend Quadratmeter im südlichen Erba-Park. Doch überzeugte der jederzeit zugängliche Bamberger Bienengarten die Kommission (Fritz Hippacher und Oliver Rendl) vor allem mit seiner wilden Blühwiese, dem Kräuterbeet und der Pflanzenvielfalt. Ein Informationsfries an der Bienen-Info-Wabe und kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit mit Vorträgen zu Bienen und Stadtnatur brachten bei der Begehung Ende Juni ebenfalls Pluspunkte.Blühwiese im Bamberger Bienengarten bei der Begehung zur Zertifizierung "Naturgarten – Bayern blüht!"

Vorgaben zur Zertifizierung

Zwei Vorgaben hingegen sind unumgänglich und nicht verhandelbar. So dürfen für die bienenfreundlichen und mit botanischen Pflanzschildern versehenen Schaubeete – wie auch bei allen anderen belobigten Naturgärten – lediglich torffreie Erde und organischer Dünger verwendet werden. Chemische Pflanzenschutzmittel sind tabu.

Schau-Staudenbeet 2 im Bamberger Bienengarten

Im Gegensatz zu sterilen Kiesgärten bieten vielfältige und zugleich naturnah bewirtschaftete Gärten eine Vielfalt an Blüten im Laufe des Jahres und ziehen Bienen, Insekten, Vögel und Kleintiere an, so die Bayerische Gartenakademie. Hingegen ist ein sattgrüner Rasen kein Maßstab für einen gelungenen nachhaltig-ökologischen Naturgarten. Die nächsten Zertifizierungskurse finden im Mai 2023 statt, Ort und Termine werden auf den Seiten der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau bekannt gegeben.Kinderbesuch, Gießhilfe im Bienengarten

Impulse zur Biodiversität als Zukunftsaufgabe

Da der Bamberger Bienengarten die Belange städtische Parkanlagen berücksichtigen muss, sind im Detail sicherlich noch Optimierungsfelder zu beackern, beispielsweise abwechslungsreichere Hecken und Nützlingsunterkünfte. Wir nehmen die Zertifizierung zum Anlass, in den nächsten Jahren in Absprache mit dem Gartenamt für noch mehr Impulse zur Biodiversität zu sorgen, versprochen!

Einfüttern eines Bienenvolkes (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 11)

AK22 Modul 11 Einfüttern / Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.deIm vorletzten Modul des 12-teiligen Imkerkurs für Anfänger 2022 erfuhren die Teilnehmenden, welche Materialien für den Vorgang des Einfütterns praktisch sind, also die Darreichungsformen, wann der richtige Zeitpunkt ist und wie bzw. in welcher Dosierung eingefüttert wird.

Vorarbeiten

AK22 Modul 11 Einfüttern / Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.deDa letzte Woche im Modul 10 eine Varroabehandlung vorgenommen wurde, ziehen wir heute die Windel und inspizieren den Milbenbefall, der ohne Befund war.

AK22 Modul 11 Einfüttern / Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.deDer oberen Leerzarge wurde sodann der Dispenser entnommen. Angezeigt ist dieser durch den Schraubverschluss des Dispensers, der zur Aufbewahrung zwischen Blech- und Holzdeckel signalisiert: Achtung, Handschuhe anziehen! Denn es kann immer noch etwas Säure aus dem Fläschchen ausfließen.

A. Darreichungsformen beim Einfüttern

AK22 Modul 11 Einfüttern / Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de

1. Futterbehältnis mit Aufstieghilfe

Material: Futterkübel bzw. -taschen, Boxen mit Aufstiegshilfe – hier bewährte sich Stroh – und Wasser zum eventuellen Säubern klebriger Verschüttungsmaleure, um keine Räuberei auszulösen. Und so geht’s:

  • Die vom Dispenser befreite Leerzarge wird auf die Seite gestellt.
  • Auf die oberste Zarge wird eine Folie aufgelegt und an der Rückseite der Beute – also entgegengesetzt des Fluglochs – einen Spaltbreit umgeschlagen (siehe Foto). So gelangen die Bienen in die nun wieder aufgesetzte Leerzarge und zu den Futterkübeln.
  • Als Futterbehältnisse dienen gereinigte, runde oder (am mengenergiebigsten) eckige Joghurtkübel oder Stapelboxen (Baumarkt), die natürlich lebensmittelecht sein müssen (erkennbar am Messer/Gabel-Symbol).
  • Das mengendokumentierte Zuckerwasser wird – bis auf einen kleinen Rest – in die Kübel gegossen.
  • Das Stroh als Aufstiegshilfe wird auf das eingegossene Zuckerwasser wie ein Polster oder Nest aufgelegt.
  • Da die Kübelwände glatt sind und mit abnehmenden Flüssigkeitspegel die Bienen Mühe haben, hochzukrabbeln, werden an einer Kübelinnenseite eine Handvoll Stroh hochkant bis zum Boden eingeführt. (Das Stroh kann nach erfolgreicher Fütterung später einfach auf dem Kompost landen.)
  • Zum Schluss legt man mit der zurückbehaltenen Futtemenge eine zuckrige Spur, gießt also ein wenig zwischen und auf die Rähmchen hin zu den Behältern. Der Grund: Sobald die Bienen das Zuckerwasser riechen, beginnen die Sammelbienen mit ihrem Schwänzeltanz. Da sie jedoch nur schwer die unmittelbare Nähe des Futters anzeigen können, fliegen die Bienen erst einmal vor die Beute, um nach der Quelle zu suchen. Es dauert eine Weile lang, bis sie den Fundort checken. Dabei hilft ihnen die oben beschriebene Zuckerspur.

2. Futtertaschen

Statt Eimer sind auch Futtertaschen möglich. Diese gibt es in einfacher und doppelter Wabenbreite, werden also anstelle einer oder zweier Rähmchen neben das Brutnest eingehängt.

Vorteil gegenüber der oben beschriebenen Behältnisse ist, dass der Weg zum Futter für die Bienen recht kurz ist, daher gut bei einer kühlen Wetterperiode geeignet. Nachteilig ist der geringe Futtermengeninhalt von etwa 3,5 bzw. 7 Litern, was ein häufiges Nachgießen des Zuckerwassers notwendig macht.

Auf Futterteig gehen wir hier nicht ein, da wir diese Art des langsamen Einfütterns um diese Jahreszeit, aber auch ganz generell, nicht favorisieren. Die Nahrungsaufnahme dauert zu lange, so dass zwischen den zwei erforderlichen Varroabehandlungen nicht genug Zeit bleibt.

Futtertasche

B. Zeitpunkt des Einfütterns

  • Das reguläre Einfüttern erfolgt bei den Wirtschaftsvölkerm NACH der ersten Varroabehandlung mit Ameisensäure, also Mitte/Ende August.
  • Manchmal kann eine so genannte „Zwangsfütterung“ auch noch später im Jahr anfallen, wenn erkennbar wenig Zuckerwasser aufgenommen wurde. Das passiert, wenn die Varroabehandlung zu heftig für das Volk ausgefallen ist, bspw. bei einer zu schnellen Verdunstung bei zu warmen Wetter. Das Volk wird dann fressfaul. Siehe Blogbericht unter der Zwischenüberschrift „Zwangsfütterung im Herbst sorgt fürs Überleben“
    Doch häufig ist der Grund ein zu schwaches und / oder krankes Volk, so dass eine Vereinigung bzw. Auflösung ratsam sein kann.
  • Grundsätzlich Abends einfüttern! Verhindert die Räuberei unter den Bienenvölkern. Daher fand unser Modul auch erst am Nachmittag und nicht wie sonst am Vormittag statt.

C. Was wird eingefüttert?

  • Zur Einfütterung verwenden wir eine Zuckerlösung im Mischungsverhältnis 3:2. Bedeutet: 3 Gewichtsanteile Zucker werden in 2 Anteilen Wasser gelöst. Als Zucker verwenden wir Haushaltszucker, also reine Sacharose. Zum Thema „Zucker“ siehe auch folgende Beiträge:
  • Alternativen zum Zucker sind fertige Futterlösungen auf Zucker- oder Getreidebasis. Darauf zu achten ist, dass sie als Bienenfutter deklariert sind. Bienenfutter besitzt ein speziell auf die Bedürfnisse der Bienen abgestimmtes Spektrum von Zuckerarten.
  • Wirtschaftsvölker füttern wir mit 20 Kg Zucker ein, entsprechend rund 33 Kg Futterlösung im 3:2-Mischungsverhältnis.
  • Ableger werden mit 15 Kg Zucker eingefüttert, entsprechend ca. 25 Kg Futterlösung.
  • Tragen Bienen nach der Honigernte (die bei uns nur einmal im Jahr im Monat Juli erfolgt) durch Spättrachten erneut viel ein, wird entsprechend weniger Zucker eingefüttert. Zusätzlich verbleiben bei unserer Betriebsweise mindestens 5 bis 10 Kg Honig im Brutraum. Daher sollte vor dem Einfüttern eine kurze Kontrolle der Situation erfolgen und die Bedarfsmenge entsprechend angepasst werden.

D. Wie wird eingefüttert (Dosierung)?

  • Wichtig: Nichts neben die Beute hinaus kleckern! Sonst werden andere Bienenvölker angelockt und zur Räuberei verleitet. Am besten, man stellt sich einen Kanister mit Wasser zum Säubern bereit.
  • Wirtschaftsvölkern kann (muss man aber nicht) das gesamte Futter in einer großen Portion auf ein Mal verabreicht werden.
  • Ableger werden in mehreren Portionen, also über einen längeren Zeitraum, eingefüttert. Wird ein Ableger zu schnell gefüttert, leidet die Bruttätigkeit, da die Bienen auch das Brutnest mit Futter voll füllen.
  • Grundsätzlich lautet die Devise, lieber etwas mehr einfüttern, als verhungerte Völker im Frühjahr zu riskieren. Überschüssige Futterwaben können im Frühjahr den Völkern entnommen werden und finden bei der Ablegerbildung weitere Verwendung.
  • Manchmal dauert es vor allem bei zu kühlem Wetter zu lange, bis die Bienen das Zuckerwasser aufgenommen haben. Gärig gewordenes Zuckerwasser daher entfernen, die Menge abwiegen und die entsprechende Fehlmenge zu einem späteren Zeitpunkt erneut anbieten.

Am Ende der beiden Module hatten wir gerade noch etwas Zeit, um schneller als die drohenden Wolken ihre Last abwerfen konnten, uns zuzuprosten, bevor wir unsere kleine Abschiedsfeier dann doch in die Bienen-InfoWabe verlegen musste. Was aber auch ganz gemütlich war.

„Ich habe voll Bock, anzufangen“ und „Mir wird das hier fehlen“ waren zwei von weiteren positiven Statements, die uns sagen: „Alles richtig gemacht“. Und das wünschen wir natürlich auch unserem AK22-er-Kursteilnehmenden, die sich jetzt bereits Jungimker/innen nennen dürfen.

Doch tatsächlich ist das „alles richtig machen“ ein hohes Ziel. Es ist wie bei der Kindererziehung. Letztendlich hängt alles von allem ab, und wir Imker/innen sind lediglich ein Teil des großen Ganzen. Etwas Glück und Gottes Segen braucht’s schon auch – und die Bienen summen ihr eigenes Vermögen dazu bei!

Honigschleudertag 2022 mit letztmaliger Ernte „Villa-Dessauer“

In ihrem zehnten und letzten Jahr am Standort Villa Dessauer gaben die Völker noch einmal alles. Als wüssten sie, dass ihre Tage hier, am Rande des Skulpturengartens der Stadtgalerie, apart umschmeichelt von einer Blühwiese, gezählt sind. Den letzten Besuch erhielten sie von unserer Bienenpatin Anja Krause mit Gatte Moritz und Tochter Charlotte, von FKBB-Gründungsmitglied Dr. Peter Ruderich mit Gattin Gabriele, und von Jeanette Dillje, einer Studentin der Universität Bamberg.

Niemand davon hatte eine nähere Bekanntschaft mit Bienen oder der Imkerei gemacht. Und dennoch wagten sich alle an die Ernte heran, ganz ohne Verschleierung. Warum das gut gehen kann, erfuhren sie zur Begrüßung, die ein wenig verregnet war. Doch der (durchaus ersehnte) Schauer währte nicht allzu lange und wir legten los.

Die Ernte

Vorsichtig wurden die propolisverklebten Rähmchen mit dem Stockmeißel gelockert und senkrecht herausgezogen … schnell hatten alle den Bogen raus. Manche nur wenig verdeckelte Waben wurden einer Spritzprobe unterzogen. Tropft Nektar heraus, sind sie noch nicht erntereif und verbleiben im Volk.

Das Bienenabkehren vors Flugloch war nach ein paar Wiederholungen ebenfalls schnell absolviert. Nicht zu langsam, um die Bienen nicht zu rollen, aber flott genug, dass sie die Berührung heil überstanden. Es waren ohnehin nur noch wenig ansitzende Bienen anzutreffen, die nicht in der Bienenflucht „hängen“ geblieben waren.

 

Heikel ist eher der Moment, die gezogenen Waben sicher in der Box zu verstauen. Nicht nur die Bienen fliegen dem süßen Geruch nach, auch die hungrigen Wespen nehmen die Verfolgung auf. Zwischen dem raschen Deckel-auf–Deckel-zu bleiben nur wenige Sekunden, die Waben sorgfältig aneinander zu lehnen, damit die weiche Wachsschicht von den kantigen Rahmenhölzern nicht verletzt wird und der Honig seine klebrig-duftige Spur ziehen kann.

Bienenflucht

Die Bienenflucht indes versorgte Reinhold selbst. Im Gegensatz zum vorhergehenden Besuch, der aus Imkerkursteilnehmenden bestand, musst hier niemand mehr Mut beweisen, als unbedingt notwendig. Doch allen interessierte die Funktionsweise, die nach Art einer Einbahnstraße angelegt ist. Die Arbeitsbienen gelanten aus dem Honigraum hinunter in den Brutraum und zu ihrer Königin, doch nicht mehr zurück. Daher ist der Honigraum am Tag nach der Anbringung der Flucht beinahe frei von Bienen.

Beobachtung: Das Sterzeln

Sieht man sich die Bienen genauer an, lässt sich erkennen, das sie eine geniale Ventilation erzeugen können. Sie strecken ihre sechs Beinen und das Hinterteil möglichst hoch und vibrieren mit ihren Flügeln derart stark, dass regelerecht ein kleiner Wind erzeugt wird. Dieser Vorgang wird „Sterzeln“ genannt. Doch nicht nur wird Wind erzeugt, sondern auch durch die Nassanoffsche Drüse, die durch die Beugung des letzten Gliedes hervortritt (siehe Foto, das Weiße zwischen den Ringen), ein Duft (Pheromon) erzeugt und verteilt. Er hat je nach Situation eine bestimmte Aussagefunktion und steuert das Zusammenleben und -arbeiten des Volkes.

Sterzelnde Bienen

Honigschleudertage mit Ernte und Verarbeitung am Standort "Villa Dessauer", 23.07.02022 / Bienen-leben-in-Bamberg.deDie Verarbeitung

Nachdem die „Schatzkisten“ in den dritten Stock gewandert sind, gab es ein stärkendes Mittagsmahl. Obwohl noch viel Süßes anstand, konnten wir es allerdings doch nicht ohne Rote Grütze mit Joghurt und Eis aushalten. Der Sommer darf gefeiert werden!

Entdeckeln

Nach ausgiebig Hände waschen und desinfizieren wurde das Entdeckelungsgeschirr zusammengebaut und in den Vorgang des Wachsabhebens eingeführt. Ein leichter Druck mit der Entdeckelungsgabel nach oben und nach vorne, am besten in einer zügigen, fließenden Bewegung, lässt den duftenden Honig frei. Mal ging es gut, mal wurde eher gezupft, je nach Konsistenz der Wabe bzw. des flüssigen bis klebrigen Inhalts. Der zwölfjährigen, bereits beim Ernten recht geschickten Charlotte wurde die Ehre des Beginnens erwiesen, dem sich rasch ihr Vater anschloss.

Schleudern

Nebendran stand die Honigschleuder bereit. Die entdeckelten Waben wurden in die Trommel und senkrecht in die Haltelöcher bugsiert. Die ersten zwei Schleuderrunden langsam, die nächsten dann schneller durften alle abwechselnd an der Kurbel drehen. Das macht in jedem Lebensalter Spaß!

Messen

Die goldene Pracht ergoss sich sodann über ein feinmaschiges Sieb in den Honigtopf. Das war auch der Zeitpunkt, den Wassergehalt mit dem Refraktometer zu messen. Heuer gibt es keinerlei Probleme, die Werte lagen bei all unseren Völkern zum Teil weit unter dem von der Honigverordnung vorgegebenen Wert von 20%, aber auch denen des Deutschen Imkerbundes von 18%.

Honigschleudertage mit Ernte und Verarbeitung am Standort "Villa Dessauer", 23.07.02022 / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Verkosten

Eine Kostprobe durfte natürlich auch genommen worden. Geruch, Konsistenz, Mundempfinden, Geschmack und Abgang – genau wie beim Wein überprüften und bewerteten wir den Honig eingehend. Ein Vergleich mit vorher geerntetem Honig ergab unterschiedliche Vorlieben unserer Gäste, die außerdem zu den verschiedenen Honigfarben, Konsistenzen und Inhaltsstoffe viele Fragen hatten. Bei Kaffee und einem Päuschen versuchten wir, alles Wissenswerte zusammenzufassen.Honigschleudertage mit Ernte und Verarbeitung am Standort "Villa Dessauer", 23.07.02022 / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Abfüllen

Vorletzter Akt – das Abfüllen aus dem Topf ins Glas. Genau 250g sollten gezapft werden, doch wer schlau war, nahm sich einfach ein paar Tropfen mehr heraus. Die meisten jedoch waren stolz darauf, auf den exakten Wert zu kommen.Honigschleudertage mit Ernte und Verarbeitung am Standort "Villa Dessauer", 23.07.02022 / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Honigschleudertage mit Ernte und Verarbeitung am Standort "Villa Dessauer", 23.07.02022 / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Etikettieren

Jeder in Verkehr gebrachte Honig, ob verkauft oder verschenkt, muss nach der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung nach bestimmten Vorgaben etikettiert werden. Die vorbereiteten Etiketten wurden also fertig mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum beschriftet, die Lage „Villa Dessauer“ angekreuzt und als „Jahrgangshonig“ (also Honig aus dem gesamten Sammeljahr) gekennzeichnet und schließlich möglichst gerade aufgeklebt.

Honigschleudertage mit Ernte und Verarbeitung am Standort "Villa Dessauer", 23.07.02022 / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Dankesporträts

Nun durften alle ihr selbst geimkertes Honigglas unserer Honigbiene an der Wand hinhalten, die auf den Porträts mit verewigt sein soll. Denn nicht WIR machen den Honig, sondern ihre Artgenossinnen! Dafür unser herzlicher Dank!

Dass unsere Gäste Honig mit neuer Aufmerksamkeit und Achtung erstehen werden, aber auch ein besonderen Respekt für die fleißigen Bienen (und nicht minder fleißigen Imker/innen) entstanden ist, war und ist Ziel unserer Öffentlichkeitsarbeit, zu der die jährlichen Honigschleudertage zählen.

Wir hoffen, ihr hattet Spaß daran, die Bienenwelt zu erleben und die Verbindung zu uns (neu) zu knüpfen. Danke, dass ihr mit uns Abschied genommen habt vom Standort Villa Dessauer!

So., 17.07.22 – BIWa-Sonntagsöffnung mit öffentlicher Honigernte

Logo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Logo für alle Schwerpunktthemen (= Bienen, Honig, Imkerei, Natur) der Bienen-InfoWabe14.00 – 17.00 Uhr |
Offenes Haus für alle …
rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

15.00 und 16.00 Uhr |  Öffentliche Honigernte. Honig wächst nicht in Quetschflaschen, das ist sicher. Doch woher kommt er genau? Wie wird er von den Bienen eingelagert? Familien mit Kindern ab dem Grundschulalter dürfen kostenlos und ohne Anmeldung am Ernten teilnehmen. Sie ziehen unter Anleitung eine Wabe aus dem Volk am Bienenweg und werden mit einem kleinen Geschenk belohnt. Im Anschluss Honigverkostung mit der Möglichkeit, original „Bamberger Lagenhonig“ zu kaufen. Bei Regen muss die Ernte leider entfallen.

Und sonst?  Informationen für Groß und Klein, Beratung für Jungimker/innen und Fachgespräche für alte Hasen. Nutzung der Imker-Bibliothek.
Kosten?  Keine, über Spenden freuen wir uns
Wo?  Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)

Über 200 Füße weihen Sinnespfad im Bamberger Bienengarten ein

Grundschule Baunach, Klasse 2a zum Schulbienen-Unterricht der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.deLavendel- und Honigmesse 2022Wohin mit all den duftenden Pflanzen, die zur Lavendel- und Honigmesse am heißesten Tag des bisherigen Jahres übrig blieben? Rund die Hälfte der eingekauften Menge harrten einer neuen Bleibe. So entstand die Idee eines Sinnespfades, die sofort umgesetzt wurde – werden musste, wenn die rund 60 Pflanzen noch gerettet werden sollten!Sinnespfad anlegen im Bamberger Bienengarten

Gleich am Montag darauf wurde der halbe Baumarkt aufgekauft und am Dienstag ging’s los mit dem Verbauen. Für das Lattengestell konnten einige Hölzer aus unserem Fundus vom Bau der Bienen-InfoWabe her verwenden werden. Ohne einen Blick ins Internet legten wir einfach nur schnell und in brütender Hitze los. Wird schon schief gehen …

Nachdem diie Grundkonstruktion stand, trotzten wir der steinharten Wiese 16 Löcher ab. In diese und in die beiden Trogseiten pflanzten wir am Folgetag 48 Lavendel in drei Sorten nebst sechs Töpfen Katzenminze ein. (Der Rest der Lavendel wurde an anderen Stellen des Bienengartens verbuddelt.)Sinnespfad im Bamberger Bienengarten

Grundschule Baunach, Klasse 2b zum Schulbienen-Unterricht der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de

War’s das?! Leider nein. Denn der bereits fertige Barfußweg musste noch einmal um die Hälfte erhöht werden, um die sechs Töpfchen Zitronenthymiane dauerhaft im Weg zu verankern. Außerdem hätte die Auflage eventuell nicht ausreichend Trittfestigkeit gegeben für die in Kürze erwarteten über 200 Füße (zwei Schesslitzer Schulklassen, Pfadfindergruppe aus Hallstadt, zwei Baunacher Schulklassen; siehe die nächsten beiden Berichte). Und dann erst die 60 Erwachsenenfüße vom Bund der Hausfrauen nächste Woche! Nun, es wurde eine Nachtschicht bis 2 Uhr morgens.

Grundschule Baunach, Klasse 2a zum Schulbienen-Unterricht der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Doch vor all den großen Gruppen wurde der Barfußweg erstmal von den Kleinkindern einer Famillie getestet, die sich auf der Kleewiese vor der Hecke gerne zum Schatten-/Sonnenbaden treffen. Sie waren begeistert! Und Wild- wie Honigbienen sind verrückt nach den Blüten! Wie schade, dass wir sie spätestens in der 3. Juliwoche alle abschneiden müssen, weil sie heuer doch recht früh verblüht sind.

Der Sinnespfad im Bamberger Bienengarten dient fortan – im wahrsten Sinne des Wortes – als ein erster Einstieg in die Welt der Bienen. Seinen Test hat er mittlerweile bestanden. Alle wollten unbedingt noch mal und noch mal drüber laufen. So könnte man natürlich auch einen Unterrichtstag verbringen …Grundschule Scheßlitz, Klasse 2a zum Schulbienen-Unterricht in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.de

 

Grundschule Baunach, Klasse 2a zum Schulbienen-Unterricht der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Wölflinge des Horstes "Seeadler" der Pfadfinder Hallstadt zur Schulbienenführung der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Den Aufbau und den Steckbrief zum duftenden Barfußweg ist auf der Seite Sinnespfad beschrieben. Ziemlich genau 500 Euro kostete der Weg. Nicht eingerechnet die Pflanzen, die wir über den Verkauf der anderen Hälfte auf der Lavendel- und Honigmesse finanziert bekamen – das ging praktisch bündig auf. Bezahlt werden die Baukosten durch unsere Bienenpatenschaften. Vielen Dank dafür!

Na, und nicht eingerechnet sind die Urlaubstage, die wir uns – mal ganz abgesehen von den Schulbienenführungen – mit dem Errichten des Weges genommen hatten. Doch die leuchtenden Kinderaugen und der neu geschlossene Bund mit den Bienen sind das Bereicherndste, was man sich – gerade in schmerzlichen und belastenden Zeiten – nur vorstellen kann. Mit Geld ist das nicht aufzuwiegen.

Sinnespfad im Bamberger Bienengarten

Monatsbetrachtungen Juli 2022 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

SonnenblumenstraußPhänologie und Bienen

Spätestens in der ersten Juli-Woche versiegt in der Region Bamberg die Lindentracht. An einem unserer neun Standorte, die Buger Wiese, könnte es eine Ausnahme durch ausgedehnte Sonnenblumenfelder geben. Wir hoffen, dass die dort angebaute Sorte noch Nektar gibt. Denn die meisten im Handel befindlichen sind sozusagen „steril“. Das bleibt also abzuwarten. In Anbetracht der Trockenheit erwarten wir daraus eh keinen nennenswerten Ertrag.

Honigernte

Trachtschluss

Wann ist der richtige Zeitpunkt zur Honigernte? Trachtschluss ist in unserer Region Bamberg in der Regel spätestens im Juli um die Monatsmitte – genau, also mit der Lindenblüte. Gut verfolgen lässt sich das Ende der Tracht mittels der Bienen-Waagen des Projekts TrachtNet. Dort können die Gewichtswerte von Bienenvölkern für einzelne Standorte und kumuliert für Regionen eingesehen werden: https://dlr-web-daten1.aspdienste.de/cgi-bin/tdsa/tdsa_client.pl

Bienenflucht

Reinhold erläutert Funktion BienenfluchtFür eine entspannte Ernte verwenden wir eine Bienenflucht. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Königin nicht im Honigraum aufhält. Mit ein Grund, warum wir Bruträume und Honigräume mittels Absperrgittern trennen.

Die Bienenflucht wird am Vortag der Ernte morgens unter die Honigräume und über das Absperrgitter eingelegt. Am nächsten Tag sind dann die Honigräume weitgehend frei von Bienen. Das ist schonender, als mit Abkehrbesen zu arbeiten.

Ausgeschleuderte Honigwaben

Jedes Volk bekommt nach dem Schleudern eine Zarge aufgesetzt, gefüllt mit zehn ausgeschleuderten Waben. Vorher wird das Absperrgitter entnommen. Die Zarge bildet also sozusagen die dritte Brutraumzarge. Damit beginnen wir mit dem ersten Schritt zur Wabenhygiene. Mehr dazu in den Monatsbetrachtungen im August.

Foliennutzung beim Einfüttern der BienenvölkerDie restlichen leeren Honigwaben werden einigen unserer anderen Völkern zum reinigenden Ausschlecken gegeben. Dazu wird eine Folie auf die oberste Zarge so aufgelegt, dass ein schmaler, wenige Zentimeter breiter Spalt frei bleibt. Darauf kommt eine Leerzarge. Hierauf werden dann die Zargen mit den ausgeschleuderten Honigwaben aufgestapelt. Diese Zargen werden nur mit 8 Waben bestückt.

Nach ein paar Tagen bis spätestens einer Woche sind die Waben trocken geputzt und fertig für die Aufbewahrung über den Winter. So behandelt können die Waben nicht gärig werden und bei der Wiederverwendung im nächsten Jahr den frisch eingetragenen Nektar mit unerwünschten Hefen impfen.

Um Räuberei zu vermeiden geschieht das Aufsetzen der ausgeschleuderten Waben grundsätzlich in den Abendstunden.

Futterversorgung sicherstellen

Bei der Honigernte muss darauf geachtet werden, dass den Völker noch mindestens fünf Kilogramm Futter als Vorrat bleibt. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Bienen hungern. Sie stellen dann das Brutgeschäft ein und räumen bereits angelegte Brut wieder aus. Gegebenenfalls belässt man noch nicht gänzlich gefüllte Honigwaben im Honigraum oder es muss gefüttert werden.

Varroabehandlung – jetzt oder später?

Gemülldiagnose

Grundlage für jede Varroabehandlung bildet immer die Feststellung des aktuellen Varroabefalls. In der Praxis hat sich dazu die Gemülldiagnose mittels Einlegen einer Windel gut bewährt. Die Windel wird nur zur Diagnose eingeschoben und danach wieder entfernt. Die Erfassung des Milbenabfalls über drei Tage liefert zuverlässige Werte. Bleibt die Windel länger eingeschoben, erschweren Wachskrümel das Auszählen der Milben. Zudem werden Ameisen angelockt. Wegen der Wachskrümel empfiehlt es sich, während der Gemülldiagnose auch keine frisch ausgeschleuderten Honigwaben von den Bienen reinigen lassen.

Windel mit eingezeichneten VarroamilbenAusgewertet werden die Windeln am besten vor Ort. Gezählt werden sowohl die dunkelbraunen Muttermilben, als auch die helleren Tochtermilben. Um keine Milben zu übersehen, kann eine Lupe oder Lupenbrille sehr hilfreich sein. Aus Umweltschutzgründen verzichten wir auf ölgetränkte Papierauflagen auf den Windeln. Die Gemülldiagnose führen wir kurz vor oder spätestens zur Honigernte durch.

Jetzt oder später?

Basierend auf den Ergebnissen der Gemülldiagnose entscheiden wir, ob umgehend eine Varroabehandlung durchgeführt werden muss. Dabei orientieren wir uns an den für Juli geltenden Grenzwerten des Milbenfalls von fünf  Milben pro Tag für heuer gebildete Ableger und von zehn Milben pro Tag für die bereits über einem Jahr alten Wirtschaftsvölker. Liegen die Werte unterhalb dieser Grenzen, können wir mit der standardmäßigen Sommerbehandlung mittels Ameisensäure noch bis August bei den Wirtschaftsvölkern und bis September bei den Ablegern zuwarten.

Bei der Behandlung mit Ameisensäure gilt: je mehr Bienen und Brut in den Völkern (noch) sind, desto schwieriger ist ein ausreichender Behandlungserfolg zu erzielen und desto höher fallen die Brutschäden aus. Die Ableger befinden sich nämlich noch im Aufbau und eine (zu) frühe Behandlung hemmt deren Entwicklung. Die Wirtschaftsvölker werden natürlich immer erst nach dem Abräumen des Honigs behandelt!

Fazit

Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass die Varroabehandlung am individuellen Befall eines Volkes mit Milben ausgerichtet sein soll. Dazu ist eine Diagnose unerlässlich. Eine vorbeugende Behandlung zu einem festgesetzten Termin, wie immer wieder mal gefordert wird, halten wir nicht für einen zielführenden Weg.

Weitere Informationen

Flyer LWG zur VarroaZu Varroabehandlung siehe auch die Flyerserie der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Institut für Bienenkunde:

Fortbildungen und Termine

Zu tagesaktuellen Änderungen siehe die Seite Aktivitäten und Termine

Logo BLIB-Imkerkurs für Anfänger7. + 8. MODUL: Honigernte und -verarbeitung
– Getrennte Gruppen –
Jeweils 10.00-11.30 Uhr und 12.00-16.00 Uhr

Fr., 15.07.22 | Sa., 16.07. | Sa., 30.07.

Gruppeneinteilung und Ort sind für Angemeldete in der Kursorganisation zu finden.

  • BIWa-Sonntagsöffnung mit öffentlicher Honigernte

14.00 – 1Logo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)7.00 Uhr | Offenes Haus für alle … rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.
15.00 – 16.00 Uhr | Öffentliche Honigernte

So., 17.07.22

Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (ERBA-Park)

  • Honigschleudertage 2022 – “Wie kommt der Honig ins Glas?”

So., 10.Logo für das Schwerpunktthema Honig der Bienen-InfoWabe07.22 | Fr., 22.07.22 | So., 23.07.22

Details und Anmeldung siehe: https://bienen-leben-in-bamberg.de/bamberger-lagenhonig/honigernte-und-schleudertermine/

Naturgarten-Zertifizierung 2022 des Bamberger Bienengartens

Der Bamberger Bienengarten als ein Schau-Areal für bienenfreundliche Pflanzungen erhielt am 22.06.2022 die Naturgarten-Zertifizierung „Bayern blüht“. Darüber freuen wir uns natürlich sehr, steckt doch sehr viel ehrenamtliche Arbeit und Liebe von Seiten unserer Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de drin. Mit einer Zertifizierung geehrt zu werden ist – neben den zahlreichen positiven Rückmeldungen der Spaziergänger/innen – doch ein überaus motivierendes Ereignis, das uns weiterer Ansporn sein wird.

Hauptkernpunkte eines Naturgartens sind eine nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung sowie vielfältige Gestaltung. Der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, auf chemisch-synthetische Dünger und auf Torf zur Bodenverbesserung ist verpflichtend. Da wir lediglich hin und wieder mit Flusswasser gießen und die Rosen mit organischem Dünger nach dem Mondkalender versorgen, ist  das „kein Ding“.

Die Gartenbegehung

Die Kommission, bestehend aus dem Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Oliver Rendl, Landratsamts Bamberg, und Fritz Hippbacher vom OGV Schönbrunn, begutachtete und beriet sich eineinhalb Stunden in brütender Hitze, um sodann eine wohlbegründete Entscheidung zu treffen.

Als herausragend erachteten die Zertifizierer das jederzeit begehbare Schau-Gelände und die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, die eine breite Erreichbarkeit zeitigt. So erfahren viele Menschen von der Nützlichkeit eines bienenfreundlichen Gartens und können sich bei über 300 Pflanzenarten, die durch botanische Schilder und Informationstafeln erläutert werden, Anregungen und von uns natürlich persönliche Beratung holen, auch Literatur in der Imker-Bibliothek zu Garten und Natur einsehen und Listen empfehlenswerter Pflanzen holen. Auch bieten wir Vorträge und Veranstaltungen zu Blühpflanzen an, zuletzt die Lavendel- und Honigmesse.

Grundkonzept und Entwicklungsmöglichkeiten

Mit diesen Extra-Punkten konnten wir ausgleichen, denn nicht alle 28 Zertifikatspunkte mussten und konnten erfüllt werden. So legten wir beispielsweise bewusst keinen Nutzgarten an, da unser unmittelbarer Nachbar der Interkulturelle Garten ist und über verschiedene Beerenobst- und Gemüseanpflanzungen verfügt. Ganz abgesehen davon, dass wir als Berufstätige und stark in Sachen Schulbiene eingebundene Ehrenamtliche diesen Aufwand gar nicht betreiben könnten.

Bamberger Bienengarten von Bienen-leben-in-Bamberg.de

Auch säumte bereits eine Reihe Obstbäume das Areal im ERBA-Park ein, die zu Landesgartenschauzeiten gesetzt wurden. Die erforderlichen heimischen Hecken und Gehölzer sind durch die Rahmenbedingungen eines bereits eingewachsenen städtischen Grundstücks (noch) außen vor, doch der Liguster erfreut alljährlich zahlreiche Insekten.

Biene an Liguster, Ligustrum vulgare

"Welches Konzept steckt hinter dem Bamberger Bienengarten?"Es ist kein Geheimnis, dass unser Konzept die Unterstützung der Honigbienen, der Wildbienen und weiterer Insekten, hier mit besonderem Augenmerk auf die  nachtaktiven Pflanzen, abzielt. Doch auch andere Tiere sind uns nicht einerlei.

So bietet eine Holzpalette in der Hecke Unterschlupf für Igel und etliche Vogelarten bevölkern die etwa 1000 Quadratmeter, die wir unter unsere Fittiche genommen haben. Sogar ein Buntspecht erfreut uns alljährlich mit seinem Besuch. Doch natürlich ist immer Luft nach oben. In fünf Jahren zur Re-Zertifizierung sind wir sicherlich auch in diesen Bereichen (noch) besser aufgestellt.

Als Mitglieder im Obst- und Gartenbauverein Wildensorg e. V. mussten wir übrigens für die Zertifizierung nicht aufkommen. Wir freuen uns jetzt auf die kleine, vom Landratsamt ausgerichtete Feier am 29.07.2022, zu der die Urkunde überreicht werden wird.