Lavendel- und Honigmesse 2022 am heißesten Tag des Jahres

Lavendel- und Honigmesse 2022

120 prächtige Lavendel der Gärtnerei Strobler in fünf Sorten, dazu der Bamberger Lagenhonig und zwei Helferinnen des Förderkreises (herzlichen Dank!) in einem am Vortag von Bienenpat(inn)en flusswassergegossenen Bienengarten … ideale Bedingungen für die jährliche Lavendel- und Honigmesse als Programmpunkt zur BIWa-Sonntagsöffnung. Allein … die unbarmherzige Sonnenglut machte dem mit viel Schweiß und Mühe vorbereiteten Nachmittag einen kleinen Strich durch die Rechnung.Lavendel- und Honigmesse 2022

 

Lavendel- und Honigmesse 2022Wie auch im Kreislehrgarten Oberhaid, der ebenfalls immer am 3. Sonntag im Monat geöffnet hat und gleichfalls durch Elke Puchtler etwas zum Lavendelthema zu bieten hatte, blieb die Besucherfrequenz überschaubar. Dennoch waren Gabi Loskarn (Bienenpatin und Kassenwartin des FKBB), Yaneth Klein (Beirätin) und wir zwei, Reinhold und Ilona, selten allein. Lavendel- und Honigmesse 2022

Lavendel- und Honigmesse 2022Von 14 bis 18 Uhr nutzte so mancher Gast unsere Zuwendung doch recht ausführlich und freute sich, dass wir Zeit für ihn hatten, zumal manche von ihnen aus entfernteren Regionen anreisten. Auch konnte eine Gruppe von Erzieherinnen aus Bischberg, die sich Materialien für ihr kommendes Nachhaltigkeitsfest abholten, in Ruhe beraten werden.

Zwischendrin wurden die Füße abgekühlt und sich an der Imker-Bibliothek bedient. Die persönlichen Gespräche kamen auch nicht zu kurz, und so fühlten wir uns trotz der Hitze durchaus sonntäglich-festlich gestimmt.

Lavendel- und Honigmesse 2022

Flusswasser-Gießaktion

Flusswasser-GießaktionWir freuten uns sehr, dass wir am Vortag wieder Bienenpat(inn)en kennenlernen durften. Die in der unmittelbaren Nachbarschaft beheimateten Anja Krause sowie Fabian Liberka mit Freundin Agnes plus ihrem äußerst braven Hündchen Frieda, welche aus Erlangen anreisten, halfen kräftig mit, den Bienengarten mit exquisiten Flusswasser zu gießen und damit gleichzeitig zu düngen.

Mittagessen nach Flusswasser-GießaktionDie darbenden Bäume und Büsche wurden indes mit Grundwasser versorgt, welches uns die Schwengelpumpe lieferte. 40 Liter pro Minute in Handarbeit aus 6 Meter Tiefe hervorgezaubert, verschaffte dem Grün die nötige Grundfeuchte und uns kräftige Oberarme. Herzlichen Dank fürs frühe Aufstehen und die Morgengymnastik, das gemeinsame Mittagessen und die Vorschau auf weitere Unterstützung!

Was vom Tage übrig blieb …

Lavendel- und Honigmesse 2022… war die Freude, unseren Freundinnen, den Bienen, zu erneuter Aufmerksamkeit verholfen zu haben. Doch ganz besonders beglückend war die Freude über die vielen hilfreichen Hände, die sich aus Bienenpat(inn)en und den Mitgliedern des neuen Trägervereins (sorry, Webseiten dauern noch etwas) nebst deren Familien – auch Yanets Eltern und Cousine halfen beim Abbau! –, speiste.

Lavendel- und Honigmesse 2022Die schöne Erfahrung der Unterstützung ist Balsam auf unserer Seele. Denn in diesem Jahr wurde uns doch schon recht viel abverlangt bzw. hatten wir zum Segen der Bienen (nicht nur in) Bamberg so einiges initiiert, was zunächst nicht auf unserem Jahresplan stand, jüngst zum Beispiel die Sprechende Bienen-InfoWabe. Doch diejenigen, die das Tagebuch regelmäßig lesen, wissen ja über unsere Projekte bestens Bescheid.

Lavendel- und Honigmesse 2022Die übriggebliebenen Lavendel sind jedenfalls kein Verlust, sondern wurden dem Bamberger Bienengarten zugeführt. Dass daraus ein neues, recht spontanes Projekt wurde … dazu in Kürze mehr.

Wir werden jedenfalls auch im nächsten Jahr einladen, die Nahrungssituation für die Bienen zu thematisieren und in der Umgebung durch das Angebot von Pflanzen und Beratung zu verbessern. Termin ist wie immer der 3. Sonntag im Juni.

Lavendel in fünf Sorten für die Lavendel- und Honigmesse 2022 im Bamberger Bienengarten

 

So., 19.06.22 – BIWa-Sonntagsöffnung mit Lavendel- und Honigmesse

So., 19.06.22 – BIWa-Sonntagsöffnung mit Lavendel- und Honigmesse für Bienenfreunde

LavendelKennzeichnung "Spezialthema" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Wann? So., 19.06.22 | 14.00 – 18.00 Uhr
Was? Verkaufsschau mit Beratung im Bamberger Bienengarten. Lavendel wird von Honig- wie Wildbienen sehr geschätzt und ist ein unkomplizierter Garteninsasse. Für unsere Messe verkaufen wir  verschiedene Lavendelsorten in den Farben lila, rosa und weiß. Einige davon wie die Sorten #Hidcote Blue, #Miss Katherine und #Nana Alba sind dauerhafte Gäste im Bamberger Bienengarten, der jederzeit öffentlich zugänglich ist. Ihr könnt sie euch also vor dem Kauf gerne erst mal ansehen, denn sie werden bis dahin garantiert blühen.
Wer außerdem den unter dem Siegel „Region Bamberg – weil’s mich überzeugt!“ geimkerten Bamberger Lagenhonig mit hinzunehmen möchte, hat viel Gutes für die Natur getan.
Für wen? Ohne Altersbeschränkung
Kosten? Kein Eintritt. Über Spenden freuen wir uns
Veranstalter? FKBB, Förderkreis Bienenleben Bamberg e. V. in Kooperation mit der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de
Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)
Und sonst? Bitte nutzt die nahe Tiefgarage des ERBA-Parks

Bienen an Lavendel 'Hidcote-Blue' im Bamberger BienengartenHonigglaspyramide Bamberger Lagenhonig

Schulbienen-Seminar für Uni Bamberg zum Nachhaltigkeitsmonat

Seminar der Bamberger Schulbiene für angehende Pädagog(inn)en der Universität Bamberg zum Nachhaltigkeitsmonat Juni 2022Zwei Besonderheiten wies der Schulbienen-Unterricht am 10.06.22 auf: Er fand für Erwachsene statt und ohne Masken. Der Ausflug zur Bienen-InfoWabe wurde für die angehenden Pädagog(inn)en im Rahmen des Seminars „Grundlagen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Universität Bamberg bzw. des LIfBi – Leibniz-Institut für Bildungsverläufe Bamberg unternommen. Unter der Leitung von  Dr. phil. Jana Costa sollten verschiedene Aktionsmöglichkeiten kennengelernt und Einblicke in potenzielle Praxisprojekte ermöglicht werden.

Didaktische Inhalte und methodische Schritte

Aufzuzeigen, in welchen didaktischen Inalten und methodischen Schritten es zum angstfreien Direktkontakt mit den Honigbienen kommen kann, war dabei Schwerpunkt der Unterweisung durch Ilona Munique, also der Autorin hier. Die beruflichen Qualifikationen als Erwachsenenbildnerin und Imkerin leisten dabei interdisziplinär übergreifende Dienste.

Eigenerlebnis, naturrealistische Fotos und Rätsel

Die stressfreie Hinführung zu den Bienen beginnt mit der (aus Zeitgründen leider zu begrenzenden) Möglichkeit, eigene Erfahrung der Kinder aufzugreifen. Meist drehen sich diese um den ersten Stich. Wobei nicht immer klar ist, von welchem Insekt er stammt. Beim genauen Betrachten einer überdimensional großen Apis-mellifera-Fotos lassen sich Unterschiede zu ähnlichen Flugtierchen, aber auch zum Menschen erkennen. Im Seminar nur kurz angesprochen wurden die Rätseleinlagen, die helfen, den Bienenkörper genauer kennenzulernen und die Unterschiede zwischen den Insekten Honigbiene, Wildbiene, Wespe und Hornisse zu entdecken.

Seminar der Bamberger Schulbiene für angehende Pädagog(inn)en der Universität Bamberg zum Nachhaltigkeitsmonat Juni 2022

Exponate zum Be-Greifen

Zeigen eines alten Honigkorbes (Stülper)Weiter ging es mit einer Sympathiefigur, der Plüschbiene „Sabine“, die aufzeigt, wie sie an das wertvolle Sammelgut Nektar und Pollen kommt. Exponat war hier ein bunter Blumenstrauß, aus praktischen Gründen aus Plastik. Und wie und wohin sie die Substanzen bringt. Nämlich mittels ihrer Honigblase – gezeigt an einem Bienenmodel – in eine Bienenwohnung namens Beute. Heute nicht mehr in einen Strohkorb, sondern mit beweglichen Rähmchen, um das Brutnest nicht zu zerstören.

Seminar der Bamberger Schulbiene für angehende Pädagog(inn)en der Universität Bamberg zum Nachhaltigkeitsmonat Juni 2022Der Inhalt der Beute, also die Rähmchen, wurden kurz erläutert. Zur haptischen Auflockerung wurden etliche Fotorähmchen und eine leichtgewichtige Wachswabe (Mittelwandwabe) herumgereicht. Schnuppern und Befühlen erwünscht.

Ohne geeignete Exponate könnten natürlich Illustrationen dem Verständnis dienen. Doch spätestens, wenn ein schwerer Wachsblock und eine volle Honigwabe die Runde macht, deren Gewicht geschätzt werden soll, lässt sich die Leistung von Bienen und Imker/inne/n erst richtig erfassen.Seminar der Bamberger Schulbiene für angehende Pädagog(inn)en der Universität Bamberg zum Nachhaltigkeitsmonat Juni 2022

Kopfleistung und Gerätschaften

Dabei steht auch etwas Mathematik steht auf dem Plan. Wie viele Gläser ergibt der geschätzte Wabeninhalt? Und wie kommt dieser ins Glas? Es darf kopfgerechnet werden und mit originalen imkerlichen Gerätschaften (Entdeckelungsgeschirr, Honigschleuder, Honigtopf) wird der Entdeckelungs- und Schleudervorgang anschaulich erklärt.

Der Duft, der in der Praxis entsteht, ist leider nicht einmal ansatzweise zu vermitteln. Wie schade. Im Gegensatz zu Bienenwachskerzen aus dem Kaufhaus, die mit künstlichen Duftstoffen aufgepeppt werden, ist der herrliche Geruch beim Honigverarbeiten in der Realität nämlich wunderbar.

3492-Bienenkorbzeichnung-von-Dominik-1c-Lichteneicheschule

Bienengarten, Wildbienenhotel und Spezialanfertigung „Schaufensterbeute“

Doch nun wird es Zeit, in den Bienengarten zu gehen und einen kurzen Blick auf das Wildbienenhotel zu werfen. Da die meisten Wildbienen Bodennester anlegen, dient es vordergründig mehr der Kontaktaufnahme zu den Interessierten, als dass es eine echte, notwendige Einrichtung wäre. Es steht jedoch auch nichts dagegen, sofern die Größe und das blühende Umfeld passen. Die kleinen Nisthilfen, beispielsweise von der Lebenshilfe Bamberg, sind durchaus empfehlenswert, vor allem aus pädagogischen Gründen.Seminar der Bamberger Schulbiene für angehende Pädagog(inn)en der Universität Bamberg zum Nachhaltigkeitsmonat Juni 2022

Und nun wird es auch Zeit, die echten Honigbienen zu entdecken. Reinhold holte zwischenzeitlich ein Rähmchen mit ansitzenden Bienen aus ihrer Behausung geholt, die mittels unserer speziell angefertigten Schaufensterbeute in Ruhe betrachtet werden konnten. Der ausführliche Blick auf die  zwischen den Plexiglasscheiben herumwuselnden Bienen ist ein probates Mittel, dass sich die den Menschen angeborene Vorsicht und Angst vor Unbekanntem in Neugierde verwandeln kann.

Seminar der Bamberger Schulbiene für angehende Pädagog(inn)en der Universität Bamberg zum Nachhaltigkeitsmonat Juni 2022

Gruppenaufteilung, Suchaufgaben

Bei großen Klassen empfiehlt sich für einen freien, unverstellten Blick auf die Bienen eine Gruppenaufteilung. Es lassen sich abwechselnd Suchaufgaben wie das Auffinden und Beschreiben weiterer Tiere im Bienengarten (z. B. Ameisen, Feuerwanzen, Mücken, Wildbienen, Schmetterlinge etc.) und das Entdecken der von uns mit Fledermäusen gekennzeichneten nachtaktiven Pflanzen auf botanischen Pflanzschildern unternehmen.

In der Imkerei ist eine scharfe Beobachtungsgabe höchst hilfreich. Bereits jetzt ließe sich erkennen, wer für die Bienenpflege die notwendigste Fähigkeit – neben Geduld und Tierliebe – mitbringt.

Erstkontakt – live und direkt

Dann endlich der direkte Livekontakt mit den fleißigen Majas! Wir setzen die zur Schau gestellten Bienen wieder zurück. Dabei entnahmen wir dem Volk ein Honigrähmchen voller Bienen, die der Gruppe direkt „unter die Nase“ gehalten wird. Mutige dürfen die Bienenflügel und -rücken streicheln … und die Studierenden taten genau dieses! Bravo!

Seminar der Bamberger Schulbiene für angehende Pädagog(inn)en der Universität Bamberg zum Nachhaltigkeitsmonat Juni 2022

Irrtümer klären, Nachbereitung

Zwischen all den Schritten wurden Irrtümer geklärt bezüglich „Bienenkotze“ und „Honigklau gegen Billigersatzzucker“. Das Berufsbild „Imkerei“, das auf den Schultern von Hobbyimker/inne/n ruht, wird nun hoffentlich neu gesehen. Zumindest in Deutschland ist es vor allem anderen das Bewahren der Artenvielfalt und die Sicherstellung von Nahrungsmitteln für Mensch und Tier durch den Erhalt der Honigbienen, die ohne Pflege aufgrund der Varroamilbe und fehlender Nisthöhlen in unseren Wirtschaftswäldern nicht mehr so ohne weiteres auf Dauer überleben können. Zur Nachbereitung stehen Bücher aus der Imker-Bibliothek – z. T. auch in Klassensatzstärke – zum Ausleihen zur Verfügung.Seminar der Bamberger Schulbiene für angehende Pädagog(inn)en der Universität Bamberg zum Nachhaltigkeitsmonat Juni 2022

Mögen zwar die bieneninhaltlichen Details im Vordergrund gestanden haben, da den meisten im Detail fast völlig unbekannt, so erfasste die Gruppe innerhalb zweier Stunden dennoch die grundlegenden Schritte hin zu einer angstfreien Erstbegegnung mit der Bienenwelt. Zur Nachbereitung kann auch ohne unsere Mitwirkung auf das neue, interaktive Infofries an den Außenwänden der Bienen-InfoWabe zurückgegriffen werden, außerdem an der Puzzlebeute, die rund um die Uhr zur Verfügung steht. Bei beiden Informationsquellen sind insgesamt 22 Quizfragen zu entdecken und Bild wie Text abgehört werden*. Viel Spaß dabei!


* Für die Puzzlebeute noch etwas Geduld, der Text wird derzeit noch eingesprochen.

Infofries und Puzzlebeute an der Bienen-InfoWabe eingeweiht

Jonas Glüsenkamp und Ilona Munique anlässlich Einweihung des Infofrieses an der Bienen-InfoWabe am 01.06.2022 © Pressestelle Bamberg, Sebastian Martin

Jonas Glüsenkamp und Ilona Munique anlässlich Einweihung des Infofrieses an der Bienen-InfoWabe am 01.06.2022 © Foto: Pressestelle Bamberg, Sebastian Martin

Bambergs Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp rief den Unterstützungsfond III ins Leben und darf sich nun an vielen tollen Umsetzungsideen freuen. Darunter die Erweiterung des Informationskonzepts der Bienen-InfoWabe am Bienenweg 1 in Form eines 40-teiligen Infofrieses und einer auseinandernehmbaren Bienenwohnung, der Puzzlebeute. Am 01.06.2022 wurden sie vom Grünen-Politiker der Öffentlichkeit übergeben. (Hier zur Pressemeldung der Pressestelle der Stadt Bamberg).

Puzzlebeute an der Bienen-InfoWabe Bamberg

Während die Puzzlebeute zur Saisonzeit zwischen April und September genutzt werden kann – bei ruhigem Herbstwetter auch länger –,  hängt der Infofries das gesamte Jahr über an den Außenseiten des sechseckigen Wabenbaus. Die einzelnen Themenbereiche des Infofrieses sind „Honig“, „Bienen“, „Imkerei“ und „Natur“ sowie ein themenübergreifender Bereich zu besonderen Aspekten.

Infofries an der Bienen-InfoWabe Bamberg zu den Themenfeldern Imkerei und Natur

Infofries an der Bienen-InfoWabe Bamberg zu den Themenfeldern Honig und BienenInfofries an der Bienen-InfoWabe Bamberg zu den Themenfeldern Honig-Bienen-Imkerei-Natur

 

Mit insgesamt 22 Rätseleinheiten (12 am Infofries, 10 in der Puzzlebeute) sind auch Schulklassen eingeladen, an einem außerschulischen Lernort im gut erreichbaren ERBA-Park sogar ohne Vereinbarung zu einer Führung und starrem Zeitkonzept die Schüler/innen im Freien zu unterrichten. Die Lösungen sind mittels QR-Codes und Links auf unseren Webseiten hinterlegt.

Gruppenfoto zur Einweihung Infofries und Puzzlebeute durch Bgm. Jonas Glüsenkamp © Pressestelle Stadt Bamberg, Sebastian Martin

Gruppenfoto zur Einweihung Infofries und Puzzlebeute. (v.l.n.r.) Gabriele Loskarn, Yaneth Klein, Christian Schwarzenberger (mit Saskia u. Kinder, nicht auf dem Foto), Bgm. Jonas Glüsenkamp, Annemarie Rudel, Michaela Then, Peter Gack, Reinhold Burger und Ilona Munique.
© Foto: Pressestelle Stadt Bamberg, Sebastian Martin

Die Idee trugen wir bereits von Anbeginn des Baus der Bienen-InfoWabe im Kopf. Doch natürlich braucht es erst eine Menge an Fotos und Erfahrung, um die Themen bildlich und mit Text ausarbeiten zu können, um die wichtigsten Fragen unserer Besucher/innen auf den Punkt bringen und hinreichend darstellen zu können. Der Unterstützungsfond hat uns nun einen konkreten Zeitpunkt zur Verwirklichung beschert.

Gäste zur Einweihung des Infofrieses an der Bienen-InfoWabeDie Gesamtkonzeption liegt bei © Ilona Munique, der Bamberger Schulbiene der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de. Dass die zahlreichen Fotografien überhaupt entstehen konnten, ist der Bienenpflege von Imkermeister Reinhold Burger zu verdanken. Und natürlich den Models, unseren Bienen! Vielen Dank!

Herzlichen Dank an Jonas, dass du dir über eine Stunde Zeit für uns nahmst, und auch unseren Gästen, die uns zur Einweihung begleitet haben. Es ist uns ein echtes Zeichen der Wertschätzung unserer Arbeit und des Themas Bienen schlechthin.

Gäste zur Einweihung des Infofrieses an der Bienen-InfoWabe

Und last, but not least: Vielen lieben Dank an Gabi für die Mithilfe bei der Montage!

Montage Infofries an der Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, Bamberg

Monatsbetrachtungen Juni 2022 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Phänologie und Bienen

Biene an Pracht-StorchschnabelNoch blüht die Robinie, die nächste Massentracht ist die Sommerlinde. Zu beobachten ist ein Kommen und Gehen im Storchschnabel und Liguster, an Waldgebieten und Obstgärten an Himbeere und Brombeere. Die Phazelia wartet ebenfalls mit Leckereien für die Bienen auf, und wo wir bei Lila sind – der Lavendel startet heuer früh durch und kann durchaus als eine kleine Massentracht zählen, zumal er durch den Klimawandel immer häufiger die vertrockneten Gärten schmückt.

Schwarmstimmung kontrollieren

Waben zur Weiselkontrolle ziehenDie Schwarmzeit dauert weiterhin bis Ende Juni an, mindestens jedoch bis zur Sommersonnwende (siehe auch unsere Monatsbetrachtungen Mai). Die Sonnenwende läutet die Zeit kürzerer Tage ein. Darauf reagiert die gesamte Natur – Pflanzen wie Tiere. Unsere Bienen reduzieren ab diesem Zeitpunk die Aufzucht von Brut. Die Volksstärken nehmen allerdings bis Anfang Juli mit der schlüpfenden Brut noch zu. Unsere Routinetätigkeit zur Kontrolle auf Schwarmstimmung setzen wir also im 7-Tage-Rythmus bis zum Monatsende fort. Weiselzellen lassen sich zur Ablegerbildung verwenden oder werden ausgebrochen.

Futterversorgung nach Honigernte sicherstellen

Im Gegensatz zum letzten Jahr ist heuer an den meisten Standorten eine gute Frühtrachternte möglich. Nach der Ernte gilt es, die Futterversorgung sicherzustellen. Abhängig vom Standort kann es im Juni zu Trachtlücken kommen. Fallen diese mit der sogenannten Schafskälte zusammen und wurde den Völkern bei der Ernte (zu) wenig Honig belassen, besteht die Gefahr, dass die Bienen hungern. Zur Not muss gefüttert werden, verbunden mit dem Vorsatz, es nächstes Jahr besser zu machen und den Völkern bei der Ernte mehr Honig zu belassen. Ein Volk verbraucht im Juni etwa 3 bis 4 Kilogramm Futter pro Woche!

Ableger pflegen

Begattungserfolg kontrollieren

Bei den im Mai erstellten klassischen Brutwabenablegern sind nach 28 Tagen alle Arbeiterinnen geschlüpft. Die neue Königin ist vom Hochzeitsflug zurück und legt seit etwa einer Woche Eier. Auch müsste bereits die erste verdeckelte Arbeiterinnenbrut vorhanden sein. Mit dem gleichen Bild rechnen wir 14 Tage nach Bildung bei den Begattungsvölkchen aus Sammelbrutablegern. Bei der Kontrolle auf den Begattungserfolg sollten sich zumindest Eier finden lassen und später Arbeiterinnenbrut. War nach dem Schlupf der Jungkönigin das Wetter jedoch kalt und regnerisch, kann sich der Hochzeitsflug verzögern. Dann geben wir noch eine (bis zwei) Woche(n) zu und kontrollieren erneut. Finden wir immer noch keine Eier und Arbeiterinnenbrut, vereinigen wir die Waben mit einem benachbarten Ableger.

Königin zeichnen

In einem Zug mit der Kontrolle auf den Begattungserfolg, kann die Königin gezeichnet werden. Die Ableger sind noch klein, da lassen sich die Königinnen leicht auffinden.

Gegen die VarroaMilbe behandeln

Ablegerpflege mit Milchsäurebehandlung gegen VarroamilbenbefallDie Durchsicht nutzen wir gleich zur Entmilbung. Die Ableger sind noch klein und mit wenig (verdeckelter) Brut, so dass die meisten Milben auf den Bienen ansitzen. Gut für eine Sprühbehandlung mit Milchsäure 15 % ad us. vet., welche bienenschonend und – was wir besonders schätzen – zugleich unkompliziert in der Anwendung ist. Die Waben werden beidseitig im 45°-Winkel eingesprüht, bis die Bienen silbrig glänzen. Wenn die Bienen speckig schwarz aussehen, hat man zu viel gesprüht.

Neuerdings wird von den Bieneninstituten stattdessen die Verwendung einer Sprühlösung Oxalsäure-Dihydrat 3 % ad us. vet. empfohlen, die eine noch bessere Wirksamkeit gegen die Varroamilbe aufweist, jedoch unserer Meinung nicht so anwenderfreundlich ist, was Jungimker/innen eventuell vor Probleme stellt. Einfach mal ausprobieren.

Ableger Erweitern

Vergleichsfoto zur RähmchenverdratungMit dem Wachsen der Völckchen werden die Ableger sukzessive mit gedrahteten Leerrähmchen mit Anfangsstreifen am Rand des Brutnestes erweitert. Je nach Entwicklung im Abstand von ein bis zwei Wochen. Drei bis fünf  Arbeiterinnenwaben lassen sich so im Naturbau gewinnen. Später im Sommer wird mit Mittelwandrähmchen erweitert. Bei Trachtmangel geben wir parallel zur Erweiterung einen Liter Zuckerlösung (Mischungsverhältnis 3:2). Unter der Futtergabe bauen die kleinen Völker die Waben zügig aus. Voraussetzung für das Gelingen eines Naturbaus ist jedoch, dass die Beuten waagrecht ausgerichtet stehen.

Propolisgitter einlegen

Ab der Sommersonnwende beginnen die Bienenvölker bereits mit den ersten Vorbereitungen auf den Winter. Speziell dichten sie verstärkt Ritzen und Spalten mit Propolis ab. Das ist jetzt der Zeitpunkt, Propolisgitter auf die Rähmchen aufzulegen, sofern man später Propolis ernten will. Wir verwenden Propolistinktur sehr erfolgreich bei Fieberbläschen sowie Erkältungen und Entzündungen mit Symptomen im Rachen-Hals-Raum.

Termine

Ort: Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (ERBA-Park). Bitte parken Sie in der nahen Tiefgarage „An der Weberei“ bzw. „An der Spinnerei“ (unterschiedliche Benennung je Navi)

  • BIWa-Sonntagsöffnung mit Messe

Kennzeichnung "Spezialthema" der Bienen-InfoWabe (BIWa)LavendelLavendel- und Honigmesse für Bienenfreunde.
Verkaufsschau mit Beratung im Bamberger Bienengarten

So., 19.06.22 | 14.00 – 18.00 Uhr

Ort: Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (ERBA-Park). Bitte parken Sie in der nahen Tiefgarage „An der Weberei“ bzw. „An der Spinnerei“ (unterschiedliche Benennung je Navi)

01.06. Einweihung „Sprechende Bienen-InfoWabe“ mit Bgm. Jonas Glüsenkamp

Herzliche Einladung zur Einweihung der „Sprechenden Bienen-InfoWabe“ durch Bürgermeister Jonas Glüsenkamp am 01.06.22 ab 17 Uhr, Bienenweg 1, Erba-Park.

Zahlreiche Menschen entdeckten in der Pandemie-Zeit die Bienen-InfoWabe (BIWa), unser grünes Klassenzimmer im Erba-Park inmitten des Bamberger Bienengartens. Doch nicht zu jeder Zeit kann die Bamberger Schulbiene vor Ort sein, um all die vielen Fragen rund um Bienen & Co. zu beantworten. Daher erweiterten wir unser Informationskonzept im Außenbereich, und zwar nach dem Motto:

Infofries an der Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, BambergWas wir kennen, lernen wir schätzen.
Was wir schätzen, lernen wir lieben.
Was wir lieben, lernen wir schützen.
Was wir schützen, bleibt uns erhalten.
Denn: OHNE BIENEN fehlt uns was!

Infofries an der Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, BambergHintergrund des Projekts ist also die Natur- und Umweltbildung für Bamberg und Region. Dazu wurde von der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de ein Infofries mit 40 Text-Bild-Tafeln im Format 20 x 20 cm entwickelt, das umlaufend nach den Themen Bienen, Honig, Imkerei und Natur an der Außenwand der BIWa befestigt ist.

Puzzlebeute an der Bienen-InfoWabe in Bamberg, Bienenweg 1Außerdem wurde eine Bienenwohnung in all ihren Einzelteilen als eine zerlegbare Puzzlebeute gestaltet. Sie steht an einer Außenwand befestigt zum „Bitte-berühren“ bereit¹. 20 Fotos aus dem Bienenstock sind doppelseitig in Wabenrähmchen befestigt und gewähren so einen ungefährlichen Blick in die geheime Welt der Bienenvölker.

Prädikat: Für Schulen und bei Leseschwächen geeignet

Infofries an der Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, BambergAlle Informationen können auch per Hörtexte erfasst werden. Insgesamt 22 Quizfragen lassen neugierig werden. Die Lösungen nebst Checkerwissen sind via Link und QR-Code auf den Webseiten der Initiative hinterlegt. Wer also nicht weiß, wie so eine Beute zusammengesetzt wird, kann sich online Rat holen. Dort verraten die Einzelteile ihren Namen und Einsatzzweck. Doch auch ein Blick auf den nahen Lehrbienenstand zeigt zumindest den äußeren Aufbau einer Beute.

Infofries an der Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, BambergFür Schulklassen ist es eine willkommene Gelegenheit, an einem außerschulischen Lernort im gut erreichbaren ERBA-Park auch ohne Vereinbarung zu einer Führung und starrem Zeitkonzept die Schüler/innen im Freien zu unterrichten.

Alle Infotafeln durchzulesen würde zwar gut eine Stunde Zeit erfordern. Doch lässt sich der Unterricht prima auf weniger Tafeln thematisch in sich abgeschlossen eingrenzen. Für die kunterbunte Puzzlebeute („Bitte berühren!“) ist außerdem Teamarbeit gefragt.

Der Infofries und die Puzzlebeute wurden aus dem Unterstützungsfond III der Stadt Bamberg finanziert, den Jonas Glüsenkamp angestoßen hatte. Vielen Dank dafür! Auch an Bienenpatin Gabriele Loskarn und Enkelin Luna, die uns bei der Montage tatkräftig unterstützt hatten!


¹ Wir bitten für die Puzzlebeute noch um ein paar Tage noch Geduld, bis der Pressetermin vorbei und die Ankettung für den Diebstahlschluss abgeschlossen ist.

22.05. – Tag der Artenvielfalt – Internationaler Tag der Biodiversität

Infotafel Natur: "Frühstück ohne Bienen?"Heute wollen wir anlassbedingt ein kleines Potpourrie an aktuellen Petitionen bringen, die Insekten stärken sollten – unterschreibt doch bitte alle!

Erfolgreiche Petitionen des Umweltinstituts München e. V. gegen den Einsatz von Pestiziden: Der Zugang auf die von Landwirten zu führenden Bücher über ihren Einsatz von Pestiziden muss nun zugänglich gemacht werden. Spenden würden nachfolgend die Digitalisierung und Auswertung der Daten ermöglichen.

Große Online-Petition für Mals: „Pestizidfreiheit für Mals. Jetzt“. Der Weg dorthin: Die Errichtung einer echten (100-%igen) Bio-Region auf dem Gemeindegebiet von Mals.
Die Errichtung einer solchen Bio-Region ist rechtlich jederzeit möglich. Sie scheiterte bisher lediglich am Widerstand der Apfellobby. Mit der Petition soll Druck ausgeübt werden.

Keine Patente auf Saatgut. WeMoveEuropa fordert, dass innerhalb eines Jahres eine Konferenz der Minister*innen der Vertragsstaaten des Europäischen Patentamtes (EPA) einberufen werden soll, die umgehend wirksame Maßnahmen zum Stopp von Patenten auf konventionelle Pflanzen- und Tierzucht ergreift. Sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene muss alles getan werden, um Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere zu verhindern.

Übrigens: Zu diesen Themen halten wir in der Bienen-InfoWabe Informationen parat. Im Zotero-Katalog zu finden, beispielsweise unter der Schlagwortsuche „Naturschutz“. Hier eine kleine Auswahl:

  • Greta und die Großen / Zoë Tucker [Verf.], Zoe Persico [Ill.] (Bilderbuch)
  • Herr Bien und seine Feinde: vom Leben und Sterben der Bienen / Timm Koch. (Roman)
  • Hilfe für Schmetterling & Co. : Was das Insektensterben verursacht und wie wir es aufhalten können / BUND Naturschutz in Bayern e. V. (Zeitschrift)
  • Pestizidatlas 2022: Daten und Fakten zu Giften in der Landwirtschaft. (Broschüre)
  • Biodiversitätsstrategie : Bamberger Strategie für Biologische Vielfalt / Text u. Fotos: Jürgen Gerdes ; Stadt Bamberg.

Freundliches und Blühendes zur BIWa-Sonntagsöffnung

Schau-Pfingsrosenbeet vor Bienen-InfoWabeNatürlich tut es uns gut, wenn unsere Gäste freundlich zu uns sind uns sich mit uns über die Natur begeistern können. Immerhin stehen wir ehrenamtlich etliche Stunden für Bienen- und Gartenliebhaber/innen nicht nur sonntäglich zur Verfügung. Bei manch‘ brummeligen Zeitgenoss(inn)en hoffen wir indes, dass sie sich vom Anblick aparter wie robuster Schönheiten unserer Schau-Blumenbeete positiv berühren lassen. Wer kann schon dauerhaft grantig bleiben, wenn sich alle so sehr um sie bemühen!

Wildbiene, Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) an Paeonia lactiflora Hybride 'Gedenken', Pfingstrose im Bamberger Bienengarten

Auch die Wild- wie Honigbienen und weitere Insekten wie die hübschen Käferchen (Glattschieniger Pinselkäfer, Trauer-Rosenkäfer und Gemeiner Rosenkäfer) tun ihr Bestes, sie anlässlich der BIWa-Sonntagsöffnung im schönen Mai zu erheitern. Meist mit Erfolg.

Nette Gäste

Reinhold und ich freuten uns sehr, als uns Luis wieder besuchte. Der 11-jährige Internatsschüler, der nur an den Wochenenden in Bamberg weilt, erhielt sehr gerne zusammen mit seiner netten Mama eine Sonderbesichtigung am Lehrbienenstand, da er bereits um 15 Uhr, also zur regulären Bienenschauzeit, wieder wegfahren musste. Die BIWa-Sonntagsöffnungen sind seit seinem letzten Besuch fest in seinem Kalender verankert, erzählte er uns. Die Bienen haben es ihm einfach angetan.

30 Gäste zählten wir, darunter Stammgäste, Bienenpat(inn)en, Imkerkolleg(inn)en, Ratsuchende in Sachen bienenfreundliche Pflanzen und Transition-Mitglieder. So half uns Marc, den Reinhold einen ausführlichen Einblick in unsere Völker verschaffte, anschließend beim Gießen, wofür wir sehr dankbar waren. Es ist nun doch ein sehr großes Areal, da hat auch die Schwengelpumpe gut zu tun. Rund 500 Liter braucht’s an normalen Gießtagen.

Luis hält eine volle Honigwabe mit ansitzenden Bienen

Beginn der Pfingstrosenblüte

Fette Knospen kündigen die beginnende Pfingstrosensaison an. ‚Lovebirds‘ ist bereits verblüht, doch ‚Nosegay‘ und ‚Gedenken‘ streckten ihre prachtvollen Blüten dem blauen Sonnenhimmel und zahlreichen fliegenden wie bewundernden Gästen entgegen. Die schwarzblau schillenderde Holzbiene (Xylocopa violacea) konnte sich gar nicht satt essen und wühlte in den dicken, langen Pollenfäden herum. Was für ein Anblick! Doch auch die hübsche Iris namens ‚Bumblebee‘, deren Färbung tatsächlich sehr an eine Hummel erinnert, ist bereits in voller Blüte.

Wildbiene, Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) an Paeonia lactiflora Hybride 'Gedenken', Pfingstrose im Bamberger Bienengarten

Auch, wenn es viel Arbeit macht … der Garten ist jede Mühe wert. Ein Ehepaar aus Fürth hatte im vorletzten Jahr das Areal im Erba-Park erst entdeckt und erneut auf ihre Besuchliste gesetzt. Sie waren begeistert, dass mit den Päonien und Iriden ein weiteres Beet hinzugekommen ist.

Nach getanem Dienst an den Bienenvölkern, den Gästen und den Beeten waren wir bei dieser Hitze schon ein wenig erschöpft, aber sehr zufrieden mit unserem Werk. Gottes Schöpfung zur Ansicht zu bringen ist in schweren Zeiten der beste Trost, den man sich nur wünschen und selbst geben kann. So hoffen wir nun, dass dieser Sonntag nicht nur uns selbst, sondern auch alle unsere tierischen wie menschlichen Zeitgenossen ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte … vielleicht ja auch erst hinterher, in der Erinnerung.

Varroakunde und Königinnenzeichnen (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK22, Modul 6)

Imkeranfängerkurs, AK22, M6, Varroakunde, KöniginnenzeichnenDie Halbzeit des diesjährigen Imkerkurses gestalteten wir mit den Themen Varroakunde und Königinnenzeichnen, also je Halbe-Halbe Theorie und Praxis.

Varroakunde mit Einschub Varroaprophylaxe Drohnenrahmen

Zu wissen, wie sich die Varroamilbe vermehrt und verhält, vergrößert die Aufmerksamkeit auf eine konsequente Beobachtung, Prophylaxe und Behandlung. Auf das Thema gingen wir bereits im Modul 3 zu Bienengesundheit / -krankheiten ein und werden es zur Praxis der Varroabehandlung in Modul 9 noch einmal aufgreifen. Vergangenen Samstag passte es außerdem zur (geplanten) Praxis des Drohnenbrutschneidens zur Varroaprophylaxe. Doch dazu hätten wir erst eine ausgebaute Drohnenwabe haben müssen, was uns der momentane Bienenfortschritt jedoch verwehrte. Anyway … der Vorgang ist schnell erklärt:

Drohnenbrut schneidenEinschub: Drohnenwabenschneiden

Hinreichend verdeckelte Drohnenwabe entnehmen, über das Innere einer Plastiktüte halten, herauslösen am besten als ganzes Stück, Plastiktüte fest verpacken und das Wachs möglichst bald einschmelzen oder an die Hühner verfüttern, evtl. Wildtierhilfe zur Aufzucht von Nestfallern.

Da unsere Teilnehmenden ein Skript ausgehändigt erhielten, gehen wir hier nur in Teilen auf die Varroakunde ein. Wesentliches wurde bereits in zahlreichen Blogbeiträgen festgehalten, u. a. zum Veitshöchheimer Imkerforum 2022: Varroakonzept der Zukunft und Varroakunde  und -kontrolle zur Halbzeit des Imkerkurses 2019).

QR-Code zum Varroa-Rätsel (Wie viele Varroen entdeckst du auf der Windel?)Wir verzichteten heuer auf Beamer bzw. Online-Seminar und verbrachten den schönen Frühlingsvormittag im Bienengarten mit Teil 1 und 2 des Skripts:

  • Steckbrief zur Varroa inklusive Auswirkungen auf die Bienen
  • Varroadiagnose
  • Kleines Ratespiel per QR-Code, um den Milbenbefall auf dem Foto einer Windel zu erkennen. Dies mangels originaler Windel, denn zur Zeit gab der Milbenbefall noch nichts her.
  • Zeitfenster zur Diagnose und die Grenzwerte des natürlichen Milbenfalls nach Liebig/Aumeier

Königin zeichnen – geübt an Drohnen

Imkeranfängerkurs, AK22, M6, Varroakunde, KöniginnenzeichnenDas Zeichnen der Königin hat den Vorteil, sie schneller im Volk orten zu können. So kann verschärft auf sie geachtet werden, damit ihr nichts passiert. Dazu kann man sie beispielsweise „käfigen“, um rascher arbeiten zu können. Ein Königinfanggerät ist dabei nützlich, jedoch auch riskant in der Anwendung, denn die eiserne Falle könne den sehr empfindlichen Unterleib quetschen und Aus ist es mit der Eiablage. Daher wählten wir Finger und Stempel.

Imkeranfängerkurs, AK22, M6, Varroakunde, Königinnenzeichnen

Farbschema Königinzeichnen

Normalerweise wäre heuer die Farbe Gelb an der Reihe. Da Reinhold alle dunkleren Farben nicht gut sieht, nimmt er aber in jedem Jahr generell abwechselnd Gelb oder Weiß. Er darf das, er kennt seine Königinnen

Imkeranfängerkurs, AK22, M6, Varroakunde, KöniginnenzeichnenDas kann doch nicht so schwer sein!

Alle Teilnehmenden erhielten die Gelegenheit, statt einer Königin einen Drohn mit bloßen Händen zu fangen, in einen Stempel zu bugsieren und zu zeichnen. Das kann doch nicht so schwer sein, bei Reinhold sieht es ultraleicht aus, dachte sich so manche/r vielleicht. Und so geht’s in der Theorie: Beute öffnen, Königin finden, einfangen, Stempel einführen (verschließen), Zeichnen, Königin zurücksetzen.

Doch die Praxis?! Hält kleine Neckereien parat!

Finden. Es beginnt damit, dass die ungezeichnete Königin erst gefunden werden will. Sie taucht immer dann gut sichtbar aus, wenn wir gerade KEIN Fanggerät zur Hand haben. Aber auch die zahlreicheren Drohnen möchten durch die Teilnehmenden erkannt werden. Der Blick dafür ist noch nicht bei allen gleichermaßen geschärft. Na, und manche gezogene Wabe hatte tatsächlich keine männlichen Kollegen aufzuweisen.

Fangen. In einem Falle hatte sich neben dem Drohn eine Arbeitsbiene mit einfangen lassen. Kein Problem. Da sie kleiner ist, konnte sie zwischen den Plastikstäben aus dem Röhrchen entfliehen.

Stempel einführen (Verschließen). Der mit Schaumstoff bestückte Stempel wird vorsichtig nach oben geschoben, bis sich die royale Rückseite zwischen den Stäben zeigt. Auch nicht dumm ist es, das aus zwei Teilen bestehende Gerät so zu halten, dass der Schaumstoffstempel mittels Finger im Hohlraum sofort zur Hand ist, sobald die Drohne im Röhrchen brummelt. Tatjana machte es vor. Dabei hieß es vor allem, schnell zu sein … oder von vorne anzu fangen. Die Königin zu verlieren, weil man das zweite Teil nicht sofort parat hat, ist suboptimal.

Zeichnen. Ein schneller Farbtupfen auf den oberen Rücken und etwas antrocknen lassen. Das Aufbringen der Farbe klappt leichter, hat man den speziellen Filzstift vorab ein paar mal an der Spitze „gepumpt“. Überhaupt war das Einfärben bei den haarigen Drohnen etwas tricky. Auf dem kahlen Buckel der Königin klappt es wesentlich besser.

Imkeranfängerkurs, AK22, M6, Varroakunde, Königinnenzeichnen

Zurück setzen. Die Königin wird nach dem Zeichnen auf den Oberträger einer Wabe gesetzt. Kurz beobachten, ob sie hurtig ins Innere der Wabengasse verschwindet, oder ob sie einsam sitzen bleibt und vom Volk verschmäht wird. Dann mit etwas Rauch nachhelfen. Sie sollte geputzt werden, und damit verschwindet auch der fremde, irritierende Geruch des Stiftes.

Alternative. Natürlich lässt sich der Vorgang komplett auch ohne Gerät absolvieren, was viele Imker/innen bei fortschreitender Erfahrung auch tun. Doch die Vorteile eines Stempels liegen vor allem bei noch Ungeübten auf der Hand: Keine Kontaminierung mit menschlichen Gerüchen, die die Arbeiterinnen womöglich daran hindern, ihre Königin wiederzuerkennen, und längere Trockenzeit für die Farbe, die nämlich sonst sofort wieder heruntergeputzt werden würde.

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Einschub: Schwarmverhinderung

Wo wir schon am Volk sind, sehen wir schnell noch nach den Weiselzellen. Auch das durfte noch einmal geübt werden. Diesmal war eine bereits schon im Larvenstadium befindliche Weiselzelle gefunden und von einer Teilnehmerin entfernt worden. Im Übrigen bauen die Arbeiterinnen selbst durchaus mal alle ihre Weiselzellen zurück, wenn sich etwas an der Volksentwicklung ändert und es ihnen geboten erscheint.

Weiselzelle mit Larve

 

Kurzinfo zur Milchsäure- bzw. Oxalsäurebehandlung beim Ableger

Leider war unser im Vormodul gebildete Ableger noch nicht so weit, als dass wir an ihm seine Entwicklung begutachten und die Milchsäure- bzw. Oxalsäurebehandlung demonstrieren hätten können. Doch diese ist schnell beschrieben und das Üben muss ohnehin im Verlauf der eigenen Imkerei geschehen. Schließlich sind nicht so viele Ablegerrähmchen vorhanden, als dass sich alle 15 Teilnehmenden daran ausprobieren könnten. Es lässt sich aber auch mit (warmen) Wasser am normalen Volk üben.

  • Eigenschutz-Empfehlung vor allem bei etwas windigem Wetter: Schutzbrille aufziehen und Handschuhe anziehen.
  • Die Milchsäure oder Oxalsäure, ein Kontaktmittel, in eine Sprühflasche nach Anwendungsbeschreibung einfüllen.
  • Das Waben besprühen erfolgt leicht schräg von unten nach oben bei zwei bis drei Pumpstößen, verteilt auf die gesamte Bienenfläche des Wabenrähmchens. Es handelt sich dabei um nur eine leichte Benetzung, keine Durchtränkung der Bienen! Auch sollten die Brutzellen möglichst säurefrei bleiben.
  • Dabei auf die Windrichtung achten, damit man die Säure nicht gar selbst abbekommt.
  • Am Schluss auch die an den Beuteninnenwänden sitzenden Bienen besprühen.

Unser nächstes Modul behandelt bereits Ernte und Verarbeitung und bildet das süße Highlight des Kurses. Bis dahin passiert für die/den Imker/-in auch nicht mehr viel Neues … es bleibt beim Drohnenbrut schneiden, der Schwarmkontrolle und -verhinderung sowie der Ablegerbildung und -pflege.

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So., 15.05.22 – BIWa-Sonntagsöffnung

So., 15.05.22 – BIWa-Sonntagsöffnung

Logo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Logo für alle Schwerpunktthemen (= Bienen, Honig, Imkerei, Natur) der Bienen-InfoWabeWann? So., 15.05.22 | 14.00 – 17.00 Uhr
Was?
Offenes Haus für alle rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur. Informationen für Groß und Klein, Beratung für Jungimker/innen und Fachgespräche für alte Hasen. Kaffee gegen Spende. Nutzung der Imker-Bibliothek.
Um 15 und 16 Uhr wird Imkermeister Reinhold euch einen Blick in unsere Bienenstöcke werfen lassen. Geschlossenes Schuhwerk oder Socken sind vorteilhaft, falls möglicherweise von den Waben herunterfallende Bienen zwischen euren Zehen zu krabbeln versuchen.
Zur gleichen Zeit findet das Treffen der Transition-Gruppe „Bienenfreu(n)de“ statt.
Für wen? Ohne Altersbeschränkung
Kosten? Keine, über Spenden freuen wir uns
Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)