Während der BIWa-Sonntagsöffnung im Juni boten wir einen Workshop „Nachhaltige Wachstücher“ an. Wir und sechs Teilnehmende hatten trotz zusätzlicher „Bügeleisen-Hitze“ Spaß daran, einen Ersatz für umweltbelastende Klarsichtfolien herzustellen. Welches Material es braucht und wie genau das geht, wird hier erklärt. Ganz unten eine Fotogalerie zum Ablauf.
- Baumwollstoff – OEKO-TEX® Standard 100 oder GOTS
- Schneiderschere, ggf. Zacken-Schere
- Bügeleisen
- Unterlegschutz für Arbeitstisch
- Backpapier
- Jojobaöl-Tropfen – chemiefrei, kaltgepresst (z. B. Kanzy, Primavera, Nanoil -> Rossmann, Dr. Scheller -> dm) -> Nicht in direktem Kontakt mit fettigen Lebensmittel verwenden! Siehe auch „Hinweise“
Alternativ hochwertiges Bio-Rapsöl oder Kokos-Öl - geraspeltes Bienenwachs (1 Stunde vorab das Wachsstück in den Kühlschrank legen)
- gemahlenes Kiefernharz – ohne synthetische Zusätze (z. B. Little Bee Fresh aus Österreich) – kann auch weggelassen werden, macht die Tücher aber robuster, weil sich Bienenwachs und Stoff besser verbinden und wirkt zusätzlich antibakteriell
Alternativ Fichten- oder Lärchenharz, da allgemein weniger allergieauslösend
So geht‘s
- Baumwollstoff mit(Zacken-)Schere auf gewünschte Größe zuschneiden, für mehr Stücke hilft Schablone
- Backpapier auf den mit einem Unterlegschutz abgedeckten Tisch ausbreiten und Stoff platzieren
- gleichmäßig Jojoba-, Raps- oder Kokosöl darauf träufeln. Nicht zu stark tränken, beim späteren Bügeln verteilt sich das von allein
- geraspeltes oder dünn geschabtes Bienenwachs und (mit Mörser oder Kaffeemühle, hier nur 1x kurz drücken) zerkleinertes Kiefern- oder Fichtenharz (1-3 g) auf den Stoff verteilen. Nicht zu viel verwenden, sonst wird das Tuch zu steif. Besser erst testen, nachstreuen geht immer. Auch möglich: Wachs im Wasserbad schmelzen, mit Backpinsel auftragen
- Zweites Stück Backpapier obenauf legen
- mit Bügeleisen (Stufe bis Baumwollstufe ohne Dampf) vorsichtig und ohne großen Druck über das Backpapier fahren, bis alles verteilt ist; Alternativ Backofen
- oberes Backpapier abziehen und das fertige Tuch kurz hin- und herwedeln und aufhängen, bis es fest ist
- aufbewahren liegend oder gerollt (lichtgeschützt, nicht zu warm)
- reinigen, ggf. mit Schwämmchen, unter fließend lauwarmen Wasser
- (alkoholfreies) Spülmittel nur bei hartnäckiger Verschmutzung
- nur ausdrücken, nicht wringen oder zu fest rubbeln; dann sanft ausstreichen, mit den Händen Wasser abstreifen, mit Abtrocktuch nachtrocknen, aufhängen
- brüchige, schadhafte Stellen zwischen Backpapier aufbügeln, ggf. mit Wachs und / oder Öl nachbessern
Hinweise
- Wachstücher sind nicht geeignet für rohes Fleisch oder Fisch!
- Für geruchsintensive Lebensmitteln (z. B. Zwiebeln) am besten immer dasselbe Tuch verwenden
- Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt zu bedenken, dass die Imprägnierhilfen auf Speisen übergehen könnten. Jojobaöl habe nichts in Lebensmitteln zu suchen und solle nicht für die Tücher verwendet werden [möglicherweise toxische Wirkungen auf Darmzellen]. Bienenwachs ist zwar als Zusatzstoff erlaubt, doch gerade fettige Speisen können viel davon aufnehmen. Kritisch ist das, wenn das Wachs schadstoffbelastet ist. Auch Keime können zum Problem werden […] Quelle vom 20.06. 2026: https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/bienenwachstuecher-worauf-sollten-sie-achten/





























