Wir lieben auch andere Tiere, nicht nur die Biene. Und wir sind begeistert von unserem „Hauskünstler“, den Bildhauer Thomas Gröhling aus Bug. Dessen Archeprojekt verwandelte jüngst etliche Tierstelen aus Holz in eine eindringliche Mahnung zum Schutz der Biodiversität. „Die Arche“ macht abstrakte Begriffe wie Artensterben und Lebensraumverlust sinnlich erfahrbar. Also ganz in unserem Sinne.
In der aktuellen Ausstellung des Kunstvereins Kulmbach in der Sparkasse Kulmbach-Kronach markieren 15 Archestelen und 8 Wolfsfiguren einen Zwischenstand dieses auf mehrere Jahre angelegten Work-in-Progress.
Die hochaufragenden Stelen aus überwiegend regionaler Eiche tragen dreidimensional gearbeitete Tierpaare – von Eisbären und Elefanten bis hin zu heimischen Hasen, Vögeln und Schmetterlingen, ergänzt durch Reliefs derselben Arten und geografische Koordinaten ihrer (ehemaligen) Lebensräume.
Teils bemalte, teils naturbelassene Oberflächen betonen das Material Holz und unterstreichen den Nachhaltigkeitsgedanken. Die parallel gezeigten Wolfsfiguren weisen überdies auf die ambivalente Rolle des „wilden“ Tieres und seine ökologische Bedeutung hin. Die Tierpaare wirken mal ängstlich, mal gelassen und spiegeln so die fragile Balance zwischen „Bedrohung und Hoffnung im Anthropozän“, so der Titel des vollständigen Artikels von Ilona Munique im Nachhaltigkeitsmagazin „BlattGrün“, 2026, H. 1, S. 18.
Wie Prof. Dr. Matthias Liebel hervorhob, wird die Arche Noah hier zur Metapher für unsere Verantwortung, bedrohte wie vermeintlich sichere Arten gleichermaßen zu bewahren. Das mehrjährige Projekt soll weitergeführt und schließlich in einem Kunstkatalog dokumentiert werden. Die in Kulmbach gezeigten Werke sind im Anschluss erwerbbar.
Übrigens: Für unseren Bamberger Bienengarten ist Thomas Gröhling kein Unbekannter: Er gestaltete bereits das neue Sitzbank-Ensemble sowie die taktil erfahrbare „Kunst zum Be-greifen“, also die Sonnensegel-Stelen und die Handläufe des Sinnespfads. Wer die Ausstellung verpasst, kann also auch hier auf Thomas Gröhlings künstlerischen Spuren wandeln, wie auch in vielen weiteren Plätzen Bambergs!
Und getreu dem Motto „Paare“ soll nicht unerwähnt bleiben, dass Tochter Clara in des Vaters große Fußstapfen trat.

