Oxalsäurebehandlung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK20, Modul 12)

Teilnahmebescheinigung-BLIB-ImkerkursZum letzten Modul im denkwürdigen Fortbildungsjahr 2020 erschienen am Sonntag, 29.11. um 8 Uhr und bei frostigen Temperaturen unsere Kursteilnehmer des BLIB-Imkerkurs für Anfänger. Sie lernten am Lehrbienenstand „Bienenweg“ in Bamberg die Praxis der Oxalsäurebehandlung kennen. Ihnen allen ist die Teilnahmebescheinigung sicher, denn sie haben mindestens 8 Pflichtmodule von insgesamt 12 angebotenen Modulen absolviert und dürfen sich ab jetzt „Jungimker/in“ nennen. Herzlichen Glückwunsch!

Oxalsäure ist eine organische Säure, wie sie auch im Rhabarber, in schwarzem und grünem Tee und sogar in Schokolade zu finden ist. Sie ist zwar keine „Wellness-Behandlung“ für Bienen, doch gegen die Varroamilbe hilft sie recht effizient. Richtig angewandt liegt ihr Wirkungsgrad bei über 95%.

Die Oxalsäure wirkt – im Gegensatz zur Ameisensäure nicht in die verdeckelten Brutzellen hinein. Als Kontaktgift erreicht sie nur die Varroamilben, die auf den Bienen selbst sitzen. Für den Erfolg der Träufelbehandlung ist daher die (weitgehende) Brutfreiheit Voraussetzung.

Spätestens drei Wochen nach den ersten Frösten sind die Völker in der Regel brutfrei. Jetzt im Winter, bis etwa vor Weihnachten ist also die richtige Zeit für die Behandlung. Bereits um die Wintersonnenwende am 21.12. nämlich fangen Bienen oftmals wieder zum Brüten an.

Oxalsäurebehandlung Schritt für Schritt:

1. Bei einer Temperatur von 0 Grad, erfahrungsgemäß besser sogar noch ein wenig darunter, kann die Behandlung erfolgen. Am besten wäre es, es bliebe auch ein paar Tage später noch kalt. So kuscheln sich die Bienen zusammen und geben damit die Säure untereinander gut weiter. Seid ihr euch unsicher, dann befragt die Varroawettervorhersage.

2. Zuhause: Die in der Apotheke, im Imkerfachhandel oder über den Imkerverein erstandene Oxalsäurelösung (genaue Bezeichnung Oxalsäuredihydratlösung 3,5 % (m/V) ad us. vet.) vorbereiten, d. h. entsprechend der jeweiligen Gebrauchsinformation mit Zucker versetzen, falls sie nicht bereits schon als fertiges Produkt gemischt ist. Zur Menge siehe unter Punkt 7.

3. Die Oxalsäure muss bei der Verabreichung handwarm sein. Also entweder gut verpacken oder in einer ausrangierten Thermoskanne transportieren, der vorsorglich ein Totenkopfzeichen aufgeklebt werden sollte.

4. An der Beute: Jetzt gleich mal die Windel einlegen. An ihr werden wir direkt im Anschluss der Behandlung ablesen, ob zu viel Säure wirkungslos durch die Gassen abgeflossen ist, oder ob die Flüssigkeit die Bienen direkt erreicht hat. Circa eine Woche nach der Behandlung lässt sich anhand des Milbenfalls der Befallsgrad mit Varroen bzw. der Behandlungserfolg abschätzen.

5. An die Spritze einen Plastikschlauch befestigen und eine Pipettenspitze am Schlauchende aufstecken.

6. Säurefeste Einmalhandschuhe überziehen und Schutzbrille aufziehen.

7. Spritze aufziehen.

Menge: Bei kleinen, auf einer Zarge sitzenden Völkern ca. 30 ml, bis sehr starken, auf zwei Zargen überwinternden Völker ca. 50 ml Oxalsäurelösung. Pro besetzte Wabengasse entspricht das ca. 5-6 ml.
Hilfreich ist auch die Faustformel: Anzahl besetzter Wabengassen, ohne Mitzählen der schwach besetzten Gassen links und rechts der Wintertraube, daran eine 0 hängen, ergibt die Menge der erforderlichen Säure in ml. Beispiel 4 besetzte Wabengassen (ohne die Randwabengassen), eine 0 dranhängen, ergibt also 40 ml.

Behandlungsvorgang bei zwei Zargen: Obere Zarge vorne (Fluglochseite) ankippen und gleichmäßig in die geöffnete Wintertraube träufeln. (Die Wintertraube sitzt meist vorne über dem Flugloch, da sie ihre Wintervorräte entgegengesetzt vom Eingang einlagern.)
Es ist ausreichend, nur den unteren Teil der Traube zu behandeln. Die Bienen also nur in der unteren Zarge, je zweimal in jede Wabengasse träufeln. Den Rest kreuz und quer obenauf verteilen.

Bei einzargiger Beute bzw. Ableger nur den Deckel öffnen und die Oxalsäurelösung auf die Bienen in den Wabengassen träufeln. Nach Möglichkeit vermeiden, die Säure auf die Rähmchen zu bringen. Dort ist sie für die Behandlung wirkungslos. Falls die Traube weiter unten sitzt, ist eine Taschenlampe hilfreich, um die besetzten Gassen zu finden.

8. Nach einer Woche die Windelkontrolle durchführen. Etwa 80% der Milben fallen in den ersten sieben Tagen nach der Behandlung. Insgesamt hält der Milbenfall drei bis vier Wochen lang an.

Allerdings kann man ohnehin nicht mehr viel ausrichten, egal, welches Ergebnis man vorfindet. So die vorherigen Ameisensäurebehandlungen erfolgreich waren und keine Reinvasion den mühsam errungenen Erfolg zunichte machte, sollten sich nur wenige Milben zwischen den Wachsstückchen abzeichnen. Fallen mehr als 500 bis 1000 Milben, dann ist bei der Spätsommerbehandlung etwas schief gelaufen.

9. Die Träufelbehandlung sollte auf keinen Fall wiederholt werden! Eine zweite Behandlung verursacht einen stark erhöhten Bienenabgang, was die Überwinterung des Volkes gefährdet. Eine zu geringe Population schafft es nicht mehr, sich warm zu halten.

Übrigens: Seit Anfang 2017 ist auch eine Sprühbehandlung zulässig und seit 01.10.2018 ist die Oxalsäure ad. us. vet. nicht mehr apothekenpflichtig, sondern freiverkäuflich. Wir haben uns dennoch gegen das Sprühen entschieden, um die Wintertraube nicht mehr als ohnehin nötig auseinander zu reißen.

Ergebnisse des Tiergesundheitsdienstes in Sachen Honig

Bamberger LagenhonigDa wir endlich einmal sicher gehen wollten, wie es mit Rückständen in Honigen aus Bamberg aussieht, sandten wir zwei Honigproben an den Tiergesundheitsdienstes Bayern e. V. (TGD).

Für unseren Standort in den Buger Wiesen hatten wir nämlich Bedenken. Denn wir beobachteten im Frühjahr die Ausbringung eines Spritzmittels, woraufhin sich die grüne Beikrautdecke des Feldes gelb färbte. Sollte gar Glyphosat in den Stöcken aufgenommen werden?! Dieses können wir – zumindest was den eventuellen Eintrag in den Honig betraf – jetzt ausschließen.

Was hingegen im Pollen gelandet ist, wissen wir nicht. Da wir diesen ohnehin nicht ernten, ist das zunächst kein Problem. Ob allerdings unseren Bienen eventuell vorhandende Rückstände schmecken und bekömmlich sind … nun, noch sind die allermeisten fit. Und die, die es nicht sind, das lässt sich eher auf andere Ursachen zurückführen.

Hornisse an Natternkopf in BlühwieseLediglich Echimidin und E. N-oxid aus der Gruppe der Pyrrolizidinalkaloide (PA) konnten mit einem geringen, nicht bedenklichen Wert, der um das ca. 80-fache unter dem Orientierungswert des Bundesinstituts für Risikobewertung lag, festgestellt werden. PA sind Bestandteile (sekundäre Pflanzenstoffe) z. B. von Korbblütlern (z. B. Asten, Sonnenblumen), Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen, Erbsen) oder Raublattgewächsen (z. B. Natternkopf). PA in höheren Dosen kann für Kinder unter einem Jahr gefährlich werden, aber diesen verabreicht man wegen der Gefahr von Botulismus ohnehin keinen Honig.¹

Auch, was die Bienen am Standort Villa Dessauer anbelangt, die sich unweit der Hainstraße befindet, war uns eine Untersuchung wichtig. Oft werden wir nämlich gefragt, wie sich das verhält, wenn man Bienen mitten in der Stadt aufstellt. Wir antworten darauf auf der Grundlage von Literaturquellen, die uns als verlässlich bekannt sind, mit „überwiegend unbedenklich“. Doch dies selbst einmal zu untersuchen, mit Bienenstöcken, die unserer eigenen Obhut unterstehen, war uns dann doch ein Anliegen, um eine sichere Auskunft geben zu können. In der Untersuchung konnten keine Pflanzenschutzmittel, keine Pyrrolizidinalkaloide sowie keine Bienenarzneimittel nachgewisen werden. Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffen (PAK), die bei Verbrennungsprozessen entstehen und der Schwermetallgehalt war nicht Gegenstand der Untersuchung. Bamberg hat allerdings keine Schwermetallindustrie, das kann anderswo durchaus problematisch sein.

Die Probenuntersuchung gab es heuer übrigens für unsere beiden Lehrbienenstände kostenlos. Denn coronabedingt reichten nur wenige Imker/innen Proben ein. Es waren also noch Ressourcen in der Abteilung „Bienengesundheitsdienst“, im Projekt „Honig Lehrbienenstände“ vorhanden. Vielen Dank für diesen Service, der uns als Initiative Sicherheit gibt, die wir für unsere Auskünfte brauchen!


¹Ergänzung mit Dank an Dr. Schierling, TGD:

PA sind für alle Personengruppen toxisch. Bei einer toxikologischen Bewertung wird jedoch die Dosis eines Wirkstoffs bezogen auf das Körpergewicht des Konsumenten angegeben. Da Kinder ein geringeres Körpergewicht aufweisen, führen schon geringere PA-Konzentrationen im Honig zu einem Überschreiten des „Wirkstoff pro kg Körpergewicht und Tag-Orientierungswertes“. Bei Schwangeren im Übrigen liegt der Orientierungswert bei 0,0.

 

Vorschau Bienenfreu(n)de-Stammtisch 15. September zum Thema „Welterbe-Garten“

DIE VERANSTALTUNG MUSS LEIDER ABGESAGT WERDEN! (Update 13.09.20)

 

Logo Transition BambergDi., 15.09.20    Gruppentreffen „Bienenfreu(n)de“ Transition Bamberg

Wann und Was genau?
18.00 – 19.00 Uhr  |  Thema: Der Welterbe-Garten
Ein Besuch des heuer gegründeten Welterbe-Gartens lässt uns hinter die Kulissen der Gärtnerstadt blicken. Was passiert da? Und was bedeutet das für unsere Bienen? Mit Honigverkostung der Jungfern-Ernte!
Angelegt wurde der Garten übrigens als Allmende-Garten. Das Mischkultursystem eines solidarischen urbanen Gartenbaus funktioniert nach den Grundprinzipien der Commons- (deutsch: Allmende-)Bewegung nach Gertrud Frank.
19.00 – 20.00 Uhr
Schwofen, Fachsimpeln, Sich-Kennenlernen … bei Snacks und guter Laune.
Wer?
Willkommen sind alle, die ein Interesse an (Wild-)Bienen und ihren Lebensraum, an Honig und an Imkerei haben.
Wo? Das SEPTEMBER-Treffen findet in der Heiliggrabstraße 43 statt. Bitte am Tor klingeln.

Und sonst? Weitere Informationen unter transition-bamberg.de/bienenfreundeBamberger Lagenhonig, Lage "Welterbe-Garten"

So jung und schon so viel Pfeffer! Die Jungfern-Ernte im Welterbe-Garten Bamberg

In der Kopfnote pfeffrig-scharf mit dem fruchtigen Geschmack nach Beeren, Lakritze und Rosinen und mittlerer Säure im Abgang und einem (zugegeben viel zu) trockenem Mundgefühl – so unsere Beschreibung der Jungfern-Ernte aus der neuen Lage „Welterbe-Garten“ unserer Bamberger Lagenhonige. Wow!

Mischung überzeugt und begeistert

Um diesen zugegeben etwas sehr rassen Honig zu besänftigen, mischten wir ihn mit dem Honig aus dem Lagenstandort Weide. Dieser hatte im Gegensatz zum Standort in der Heiliggrabstraße 43 eine  – für unseren Geschmack – zu betonte, fast puderzuckerartige Süße bei relativ hohem Wassergehalt. Was übrigens kein Wunder ist, da das Weidenvolk leider geschwärmt war und daher nur „jungen“ Honig enthielt.

Aber auch das Volk aus der Gärtnerstadt stammte ursprünglich von einem Schwarmvolk, und doch lag sein Messgehalt um optimale runde 4% niedriger. Es ist nun mal ein Unterschied, ob der Nektar aus überwiegend Blumenblüten oder Nutzpflanzenblüten besteht. Und heuer fehlte durch die Trockenheit auch der sonst übliche hohe Lindenanteil, den der Weidenhonig sonst aufweist. Eine Mischung aus beiden, zumal beide Ernten unter 10 Kilo betrugen, drängte sich nachgerade auf – und findet unsere absolute Begeisterung!

Der Welterbe-Garten

Die Nutzpflanzen des neu angelegten Welterbe-Gartens der gleichnamigen Transition-Gruppe bestehen aus einer Mischkultur. Angelegt war der Garten ursprünglich in Art eines Allmende-Gartens, auch Commens-Garten, unter der Federführung von Albert Fresz (ihr erinnert euch?!).Bamberger Lagenhonig, Lage "Welterbe-Garten"

Das Mischkultursystem eines solidarischen urbanen Gartenbaus funktioniert nach den Grundprinzipien der Commons- (deutsch: Allmendebewegung) nach Gertrud Frank. Inzwischen hat sich dieser Aspekt etwas relativiert, da sich die Rahmenbedingungen nicht als geeignet erwiesen haben. Doch den Pflanzen ist das wurscht, und auch unseren Bienen.

Definitives Ende der Honigernte-Saison 2020

An sich hatten wir heuer noch gar nicht mit einer Ernte gerechnet, doch 7 Kilo durften wir durch das fleißige Sammeln des auf 9 Wabengassen angewachsenen Volkes ernten. Mit dieser (ausnahmsweise ohne Gäste stattgefundenen) Ernte a, 05.08.2020 endete für heuer unsere Honigschleudersaison, die qualitativ hochwertige Honige mit vielen interessanten Geschmacksnoten erbrachte. Nicht viel in der Menge – das ist auch nicht unser Ansinnen –, doch sehr, sehr lecker bei fast ausschließlich geringem Wassergehalt, also haltbar „ohne Ende“.

„DANKE, Bienen!“

Falls ihr das Produkt einmal testen möchtet, so bietet sich zu unserem Transition-Gruppentreffen der „Bienenfreu(n)de“ am 18.08. um 18 Uhr eine prima Gelegenheit! Einfach am Tor der Heiliggrabstraße 43 klingeln und zu unserem Stammtisch kommen! In der ersten Stunde führen wir durch den Garten, zeigen unsere Bienen, denen ihr dabei gleich mal herzlich „Danke!“ sagen könnt, und werden ihren Honig verkosten. Ab ca. 19 Uhr heißt es dann wie an jedem 3. Dienstag im Monat: Sich-Kennenlernen, Schwofen und Fachsimpeln … bei Snacks und guter Laune!

Honigernte und -verarbeitung Schiffbauplatz 2020 vor Traumkulisse

Honigernte Bamberger Lagenhonig der Lage Schiffbauplatz 2020Das Volk am Schiffbauplatz bei Bienenpatin Ruth Vollmar steht vor der malerischen Kulisse des gegenüberliegenden Stadtarchivs mit Blick auf den nahen Michaelsberg mit seinen Terassengarten. Die letzte Kursteilnehmerin der Module 7 und 8 in unserem AK20-Imkerkurs für Anfänger hatte daher einiges zu bewundern am Ort der Ernte. Außerdem begrüßte uns eine stolze, mehr als zwei Meter hohe Königskerze, die einer Wächterin gleich neben dem Bienenstock blühte.

Die Honigernte

Bedachtsam entnahm Marga Wabe für Wabe aus der oberen Zarge, um keine Bienchen zu verletzten. Ihr Beruf als Kinderkrankenschwester war ihren behutsamen Bewegungen unschwer abzulesen. Wie zuvor schon Lukas genoss sie sichtlich den Einzelunterricht, die der Ausweichtermin zum regulären Kurstermin mit sich brachte.

Honigernte Bamberger Lagenhonig der Lage Schiffbauplatz 2020

Smoker entfachen, Rähmchen lockern, Waben ziehen, die wenigen Bienen, die die Bienenflucht noch nicht ausgesperrt hat, abkehren, den Ertrag in die bereitstehende Box stellen, am Ende die Bienenfluchtunterseite von den ansitzendenden Bienen befreien … alle Arbeitsschritte wurden erklärt und von der angehenden Jungimkerin durchgeführt.

Stiche erwünscht?!

„Ich bin erstaunt, dass ich keine Angst vor den Bienen habe. Respekt, das ja … aber ängstlich fühle ich mich nicht!“ bekannte Marga irgendwie leicht erstaunt. Nun ja, die bisherigen Erlebnisse, coronabedingt nicht ganz so oft im direkten Kontakt zu den Bienen wie sonst, liefen denkbar friedlich ab. Das ist ja nicht immer so, und bei fremden Völkern darf man sich nie in Sicherheit wiegen. Unsere Bienen allerdings sind recht brav und kaum stichig. Wir können es durch unsere vielen Gäste auch nicht anders halten, als nur die sanftesten sich vermehren zu lassen.

Doch wären Stiche derzeit ja fast schon etwas, was man sich wünschen würde. Warum?! Aufgrund chinesischer Erfahrungen wird nach einer mutmaßlichen Corona-Immunität bei Imker/innen auch in Deutschland geforscht!

Die Verarbeitung

Flaches Abnehmen des Wachsdeckels ohne Löcher im Wabenwerk zu hinterlassen, kein Wabenbruch durch zu starkes Anschleudern der Honigtrommel, kein einziger Honigklecks am Boden, das Etikett schön gerade aufgeklebt … auch beim Verarbeiten zeigte sich die umsichtige und sorgfältige Art unserer baldigen Imkerkollegin vorteilhaft.

Marga, unser letzter Gast der diesjährigen HonigerntesaisonUnser letzter Gast beim Ernten und Verarbeiten des Bamberger Lagenhonigs der Saison 2020 hinterließ uns ein Gefühl der Zufriedenheit und Entspannung, was sich ja derzeit nicht immer so ohne Weiteres einstellt. Wer mag schon diesen unbequemen Schutz mit Maske und Handschuhe erdulden, zumal der Hintergrund der Schutzvorkehrungen ein belastender ist. Doch Marga und auch unsere Kursteilnehmenden, Bienenpat(inn)en und andere Gäste machten es uns nicht schwer, all das in den Hintergrund zu stellen, wenn der Honig duftend in Topf und Glas floss!

DANKE

Danke euch allen, die ihr „mitgespielt“ und mitgeholfen habt, die Gaben der Natur mit höchstmöglicher Qualität für Mensch und Biene auch im Coronajahr 2020 einzusammeln!

DANK vor allem an unsere Bienen! IHR seid die ALLERBESTEN! Wir versprechen, weiterhin gut für euch zu sorgen, dass ihr es gemütlich habt und vor allem gesund bleibt – und das wünschen wir nun EUCH ALLEN da draußen!

Danke, Bienen!

Honigernte und Verarbeitung Villa Dessauer 2020

Der (unbeabsichtigte) Einzelunterricht für Imkerkursteilnehmer Lukas führte uns diesmal an das Volk der Villa Dessauer. Honig ernten und verarbeiten stand als Modul 8 und 9 auf dem vierstündigen Programm. Mit frisch erworbenem Imkeranzug wagte sich unser Jungimker an das Herausheben der Honigwaben und durfte quasi „konkurrenzlos“ üben bis zum Ende.

Die Honigernte

Ich wiederhole hier nicht mehr die einzelnen Schritte und Materialfunktionen, die ich bereits mehrfach ich in den letzten Blogbeiträgen beschrieben hatte. Doch wie so oft gibt es auch diesmal ein, zwei Aspekte, die ich herausstellen werde.

Aspekt „Rähmchenverdrahtung“

Eines der beiden derzeit im Skulpturengärtchen der Villa stehenden Völker befindet sich bei uns in Pflege, da eine Imkerkollegin längerfristig erkrankt ist. Dieses Volk wurde auf senkrecht gedrahteten Rähmchen gehalten. Schon auf dem ersten Blick sind die Unterschiede zur Horizontaldrahtung (Querdrahtung) zu erkennen.

Nachteilig wirkt sich die Senkrechtdrahtung (Längsdrahtung) auf die Form der Rähmchen aus. Der obere Träger ist durch den permanenten Zug deutlich gebogen und bietet somit zu viel Beespace an. Im schlechtesten Falle werden zu große Lücken von den Bienen mit Wachs zugebaut.

Ein weiterer Nachteil kann es gerade bei den derzeit hohen sommerlichen Temperaturen sein, dass das Wabenwerk leichter an den senkrechten Drähten abrutscht. Solange genügend Bienen die Temperatur im Honigraum regeln, wird das zwar eher nicht der Fall sein. Doch nicht immer kommt man gleich nach der Ernte auch zum Schleudern. Stehen die Waben dann im heißen Treppenraum unter einer durchsichtigen Dachschräge, der, wie bei uns z. B., nicht gut zu lüften ist, dann müsste man beim Schleudern besondere Vorsicht mit der Drehzahl walten lassen.

Ein weiterer Unterschied der beiden Rähmchenausführungen war in der unterschiedlichen Dicke der Oberträger auszumachen. Darauf gehe ich jetzt jedoch nicht ausführlicher ein.

Aspekt „Fütterungsgeschirr“

Zwar erst Thema im 11. Modul, doch da wir schon mal einen Blick ins Pflegevolk riskiert haben, sprachen wir auch kurz über die alternativen Gebrauchsgeschirre bei der Auffütterung.

Wir selbst verwenden Wännchen, die mit Stroh gefüllt sind, so dass die Bienen nicht im Zuckerwasser ertrinken können. Im Pflegevolk indes befand sich ein sogenannter Adamfütterer. Das entscheidende Merkmal an dieser Futterzarge ist eine Aufstiegshilfe in Form eines konischen, etwa handtellergroßen Kegels in einer ansonsten flachbödigen Schale, die das Zuckerwasser enthält. Die Bienen klettern im Inneren des Kegels hinauf, dann an der Außenschräge bis zum Flüssigkeitsspiegel hinunter und nehmen das Futter auf.

Da nicht sehr viele Bienen auf einmal durch den Kegel (auch: Dom genannt) gelangen können bzw. Platz auf der Außenfläche finden, geht die Zuckerwasseraufnahme langsamer als mit unserer Fütterungsweise vonstatten. Das kann vorteilhaft sein, möchte man z. B. den Ausbau von Waben ankurbeln. Nachteilig ist das Verfahren, wenn man vor dem Sinken der Außentemperaturen eine schnellere Fütterung geboten erscheint. Außerdem verursacht der Kauf dieser Futterzargen natürlich wieder extra Kosten. Es sei denn, man ist handwerklich geschickt und hat ohnehin Holzmaterial übrig.

Die Aufstiegshilfen sind übrigens mal als Kegel, mal als seitliche Schale, mal mittig, mal im Eck etc. erhältlich und die Futterzargen werden unter verschiedenen Herstellernamen (z. B. Frankenbeute, Liebig, Segeberger, Taunus …) angeboten.

Die Honigverarbeitung

Auch hier erspare ich euch die Wiederholung der einzelnen Schritte und verweise auf die Berichte der Vortage und -wochen.

Zum Honig der Villa Dessauer selbst ist zu sagen, dass er sehr dickflüssig, also mit sehr niedrigem Wassergehalt – Stichproben ergaben 16% und 14,7 (!)% – in den Kübel abfloss und daher von uns wie auch schon bei einigen unserer anderen Lagenhonige mit einem dreijährigen Mindesthaltbarkeitsdatum ausgezeichnet wurde.

Seine feine, mittlere Süße wurde von einem eher trockenen Mundgefühl und einem mittellangen Abgang begleitet. Das Aroma bezeichnen wir mit vanillig, blumig, zitronig und würzig, wobei der Lindenanteil hervorzuheben ist und für den leichten Grünstich im Orangebraun der Farbgebung verantwortlich ist.

Nun fehlt uns also nur noch eine Kursteilnehmerin in unserem AK20-Imkerkurs für Anfänger, die die beiden Module „erschmecken“ darf … dazu in Kürze mehr!

Fotogalerie Ernte und Verarbeitung des Honigs an der Villa Dessauer

„Wie kommt der Honig ins Glas?“ fürs BUND-Bamberg-Sommerprogramm

Die erste Gruppe hat es schon super gemacht, nun war die zweite Gruppe dran. Diesmal verzichteten wir aufs Vor- oder Selberlesen, denn ein 11-jähriger und ein 5-jähriger … nun ja. Da klafft ja die Lesekompetenz ein wenig weit auseinander. Doch die Doppelseite mit den imkerlichen Gerätschaften nahmen wir zum Anlass, uns mit diesen Objekten etwas näher zu befassen. So rieten wir von der dort abgebildeten Gänsefeder ab, die beim Abkehren nicht hygienischen Anforderungen entspricht.

Außerdem betrachteten wir eingehender eine wild ausgebaute Wabe im Vergleich zu den von Imkern mittels eingelöteter Mittelwandwabe vorkonfektionierte Wabe. Auch diese Gruppe, Teilnehmende aus dem Sommerprogramm des BUND Naturschutz Bamberg, durfte sodann das Gewicht einer vollen Honigwabe schätzen, bevor diese zum Entdeckeln auf das bereit gestellte Geschirr landete.

Ob von links unten nach oben oder von oben nach unten, ob von rechts nach links … egal, alle durften ihren „Entdeckelungsstil“ und die für sie passende Gabel herausfinden. Felix, der Jüngste, stellte sich fast so gut an wie der doppelt so alte Torben.

Allerdings konnte Manuel natürlich nicht so ohne weiteres die schweren Waben zur Trommel tragen. Aber er unterstützte Katja und Torben, indem er den umgedrehten Boxendeckel als Tropfschutz hielt.Honig verarbeiten mit der Bamberger Schulbiene

Und Manuel konnte auch nicht ganz so leicht über die Trommel sehen wie die anderen, sehr wohl jedoch kräftig kurbeln, um die Schleuder in Fahrt zu bringen. Da legte er sich richtig ins Zeug! Die erwachsenen Begleiterinnen, Luzia und Nadja, hatten da praktisch nichts mehr zu tun, die drei Kinder hatten den Schleuderraum super im Griff!

Bald schon prasselte der Honig aus den Waben an die Trommelwand und sammelte sich am Boden an. Der Quetschhahn wurde geöffnet, die Probiergläslein und Löffelchen bereit gehalten, und dann – hmmmmm! Die Win-win-Situation von gepflegten, gemütlichen Bienenwohnungen und Krankenpflege im Tausch mit übrigen Honig ist einmal mehr gelungen. Dem vorhergehend darf natürlich die Tauschsituation Nektar gegen Bestäubung nicht vergessen werden. Das Geben und Nehmen ins Gleichgewicht bringend ist für alle Erdbewohner/innen das Ziel, das wir nicht aus den Augen verlieren wollen.

Honig verarbeiten mit der Bamberger Schulbiene

Und schon waren die eineinhalb Stunden vorbei, die Königinnen im gleichnamigen „Wimmelbuch“ (siehe auch unsere Rezension) gefunden, das Probiergläschen und das Büchlein für die Eltern eingesteckt … hat Spaß gemacht mit euch!

 

Honigverarbeitung der Sternwarte 2020

Das Schleppen der Honigwaben – just geerntet vom Standort Sternwarte – in den 3. Stock wurde den Gästen des Honigschleudertages mit einem Mittagsimbiss belohnt. Natürlich auch mit dem anschließenden Genuss beim Kosten des Honigs, der uns nach dem Entdeckeln und Schleudern erwartete.

Von unseren Bienenpaten, Stefan Schneider und Anton Hepple sowie Gattin Walburga wurden uns Geschmacks-Attribute genannt wie: zitronig, blumig, vanillig, karamellig und bormbeerig. Sie attestieren der Ernte aus dem Patenvolk von Lis und Michael eine feine Säure bei mittlerer Süße und sogar eine leichte Schärfe bei mildem, feinen Abgang nach einem gaumenstarken, dabei jedoch eher trockenen Mundgefühl.

Der sehr geringe Wassergehalt zwischen 15,5 und 16% zeitigte einen trockenen, also zähfließenden Honig, dem wir daher eine um ein Jahr verlängerte Mindesthaltbarkeit, also bis 2023 gaben. Wobei das nur die gleichbleibende Konsistenz und das garantierte Nicht-Auftreten von Gärung betrifft. Honig ist ja bekanntlich sehr, sehr lange, beinahe unbegrenzt haltbar.

Das Entdeckeln entdeckte jeder so auf seine Weise. Die Kunst war, die dünne Wachsschicht so abzunehmen, dass das Wabenwerk darunter nicht unnötig aufgerissen oder eingedrückt wird. Denn darin soll später die Brut möglichst buckelfrei eingelegt werden. Mit etwas Übung gelang es aber dann allen.

Das Schleudern machte allen Spaß, zumal der ausströmende Honigduft sein Übriges tat, uns trotz leidigem Mund-Nasen-Schutzes bei guter Laune zu halten. Eine derart balsamische Luft dürfte wohl auch jedes Virus in die Flucht schlagen!

Zum Schluss wurde abgefüllt, die Etiketten beschriftet und behutsam auf das Glas geklebt sowie ein Abschlussfoto erstellt – die „Seepferdchen-Prüfung“ (O-Ton Anton) ist bestanden!

Schön, dass ihr dabei wart!

Drei Ernte- und Honigsschleudertage in diesem Jahr stehen noch ins Haus. Dazu kann man sich kurzfristig anmelden. Es sind dies:

  • Fr., 24.07. ab 10 Uhr (Villa Dessauer)
  • Fr., 24.07. ab 15.30 Uhr (Weide)
  • Mi., 29.07. (Schiffbauplatz).

Näheres erfahrt ihr unter Aktivitäten und Termine bzw. bei uns direkt.

Fotogalerie Honigverabeitung der Sternwarte 2020

Honigernte an der Sternwarte 2020 mit Bienenpaten

Der Honigerntetag an der Sternwarte am 17.07. mit unseren Bienenpaten Stefan Schneider und Anton Hepple mit Gattin Walburga begann reichlich trüb und frisch, doch mit zunehmender Aufheiterung, nicht zuletzt des schönen Anlasses wegen. Auch heuer ernteten wir leider ohne Studierende, die der Coronapandemie wegen aus dem  Homeoffice heraus in die Sterne blicken.

Unser Blick in den Kosmos der Bienen fand hingegen auf dem weitgehend naturbelassenen Gelände der Dr.-Remeis-Sternwarte statt. Die großen Wiesen werden erfreulicherweise nur noch wenig gemäht und ziehen daher immer mehr Insekten an. In der trachtarmen Zeit ab Juli dienen sie damit auch unseren Bienen als unmittelbare Nahrungsquelle.Biene an Großblütiger Königskerze (Verbascum densiflorum)

Anton, der seine Bienenpatenschaft im Februar von der Kollegenschaft des Amts für ländliche Entwicklung zur Pensionierung erhielt, hatte bislang noch keine unmittelbare Erfahrung mit der Imkerei. Hingegen waren seiner Frau doch einige Hintergründe noch aus ihrer Jugendzeit bekannt. Stefan war somit der „alte Hase“ der Dreiergruppe, denn er ist bereits seit Dezember 2017 ein Bienenpate und nahm auch schon einmal an unseren Honigschleudertagen teil. Das Imkern möchte der frischgebackene Vater auf alle Fälle erlernen, das hat er schon länger vor.

Egal, ob mit oder Erfahrung – alle durften selbst Hand anlegen und ernteten innerhalb einer Stunde insgesamt 43 Honigrähmchen aus den beiden Patenbeuten von Michael Alt (Pate von 2013 bis Mai 2020) und Lis Bischof. Den schweren Schatz brachten wir Dank dem von Bienenpatin Gabi ausgeliehenen Auto zum Obstmarkt zur weiteren Verabeitung. Dazu mehr im nächsten Bericht.

Fotogalerie Ernte Bamberger Lagenhonig, Lage „Berggebiet / Sternwarte“

Honigverarbeitung Buger Wiesen 2020

Ernte Bamberger Lagenhonig

Vormittags den Honig geerntet und am Nachmittag des 12. Juli 2020 – verarbeitet … so konnten unsere Bienenpaten nebst Anhang das komplette Programm „Wie kommt der Honig ins Glas?“ miterleben und selbst Hand anlegen.

Nach Mittagsimbiss, Hygiene- und Sicherheitseinweisung wurde abwechselnd an zwei Arbeitsplätzen die Wachsdeckelschicht vorsichtig abgehoben und der Honig dadurch an der Wabe freigelegt. Dazu wurden verschiedene Entdeckelungsgabeln und Ansatzwinkel ausprobiert, bis es gelang, nicht zu tief oder zu druckreich in die Waben einzudringen. Schließlich sollten sie für die anschließenden Brutgeschäfte, zu der die von Bienen vorab ausgeschleckten leeren Waben wiederverwendet werden, möglichst schadfrei zur Verfügung stehen.

Honigverarbeitung Buger Wiesen 2020Jeweils vier der entdeckelten Waben landeten sodann in der Honigschleuder, wo sie durch die Zentrifugalkraft ihres Honigs befreit wurden. Vorsichtiges Anschleudern und mehrmaliges Wenden verhindern Honigbruch sowie Unwucht der Schleuder. Der süße Duft war trotz Mund-Nasenschutz-Masken immer noch wahrnehmbar.

Honigverarbeitung Buger Wiesen 2020Wahrnehmbar auch die verschiedenen Geschmacksnuancen, die wir mit Hilfe des Aromarades feststellten. Eine Kostprobe aktuell bereits geschleuderter Honige aus unseren verschiedenen Standorten zeigte, dass kein Honig dem anderen gleicht. Ein gigantischer Unterschied zu den industriellen Honigen aus Großbetrieben bzw. Auslandsimporten. Mit dem Refraktometer stellten wir außerdem den Wassergehalt fest, der bei den Buger Wiesen sehr niedrig war.

Honigverarbeitung Buger Wiesen 2020

Zum Schluss wurde der Honigtopf um ein paar Belohnungsgläser erleichtert, die jeder Teilnehmende eigenhändig unter spannender Beobachtung der Waage abzapfen durfte. Etikett ausgefüllt und darauf gepappt – fertig!

Ein rundum schöner Tag mit unseren Bienenpaten Gabi Loskarn, Klaus Wilke mit Birgit und Lara Kronet mit Christian! Wie schön, dass ihr dabei wart!

(Sorry, Christian, offenbar wegen der Handschuhe hat sich der Auslösepunkt nicht angesprochen gefühlt, deshalb fehlt leider dein Konterfei in der „Welldone-Galerie“)

Honigverarbeitung Buger Wiesen 2020

Fotogalerie Honigverarbeitung Buger Wiesen