Geschenke, Geschenke, … Wildbienen-Nisthilfe und Samenpäckchen für den Bamberger Bienengarten

Herzlichen Dank an Klaus-Dieter Kerpa, seines Zeichens Fachberater der Firma Neudorff und gern gesehender Referent auch in Kleingartenvereinen, für das tolle Bienenhaus und die Saatgutmischungen (alles von Neudorff) nebst Kalender und Informationen! Wir freuen uns sehr darüber, dass der Besuch im August (siehe Bericht) offenbar so  nachhaltig wirkte, dass man uns über die damals bereits geleistete großzügige Spende erneut belohnen wollte!

Geschenke: Wildbienennisthilfe, Blühsamenmischungen, Kalender, Infomaterial von NeudorffDachten wir, mit unserem kürzlich angelegten Päonienbeet endgültig zum letzten Male den Spaten geschwungen zu haben und es nun genug sein zu lassen, so werden wir wohl doch noch einmal ein paar Flächen freilegen. Die vier verschiedenen Blühmischungen – „Bienengarten“, „Gartenstare“, bunte Schwärmerei“ und „Nachtschwärmer“ würden 60 m² ergeben.

40 m² kriegen wir an der Nord-Ost-Seite der Bienen-InfoWabe, gleich gegenüber unserer bereits vorhanden Blühwiese, sicherlich unter. Die restlichen würden wir in kleine Tütchen geben und zur Saisoneröffnung 2021 im Gegenzug zu einem mit einer Biene oder Blume bemalten Osterei für unseren Osterbrunnen abgeben.

Einen schönen Gruß nach Münster, und bleiben Sie ebenfalls gesund und guten Mutes!

 

Wildbienen zum Oktober-Treffen Transition-Gruppe „Bienenfreu(n)de“

Zum letzten Treffen in diesem Jahr luden wir zu einem Online-Vortrag über Wildbienen ein. Hier durften wir von einem telnehmenden Wildbienen-Fan in der Nähe von Osnabrück profitieren, der uns im Anschluss mit wertvollen Tipps und Beiträgen bereicherte. Wir nahmen daher in die Folien der Vortragspräsentation nachträglich einen Link zu Werner Meyknecht aus Recke auf, der übrigens auch sorgfältig hergestellte Nisthilfen verkauft und eine Bastelanleitung parat hält. Und das war noch, bevor er uns heute mailte:

Ich habe mich übrigens sehr über Ihr Engagement für die Wildbienen gefreut.  Das habe ich in dieser Form so noch nicht gehört. Klasse!!

Als Ergänzung unseres Vortrags vom Juni diesen Jahres – speziell wiederholt für die Mitglieder des Interkulturellen Gartens (Danke, Hendrike, fürs Dabeisein!) – zeigten wir diesmal zwei Sequenzen eines Videos, welches uns Rainer Poltz vom LBV in Fürth zugespielt hatte. Er war im Juni einer unserer Teilnehmenden und hatte das große Glück, im Fürther Rednitztal auf eine emsig nestbauende Mohnbiene (Osmia papaveris) zu stoßen. Diese vom Aussterben bedrohte oligolektische Art, die von Mohn- und Kornblumen abhängig ist, gibt es aktuell im Bayern nur noch in Kemmern bei Bamberg, in der Südflur Bamberg und bei Coburg (aber ich weiß nicht, ob sie da noch zu finden ist).

Conny Schecher vom Imkerverein Scheßlitz und ebenfalls in Sachen Wildbienen geschult, erzählte uns von einer Ausnahmeerscheinung bei den Holzbienen (Xyllocopa violacea). Normalerweise überwintert bei den Wildbienen lediglich die Königin, ganz alleine. Doch bei unserer größten europäischen Wildbienenart gehen unbegattete Königinnen und Drohnen gemeinsam in die Überwinterung. Sie kommen bereits ab Februar wieder zum Vorschein. Die Begattung und Eiablage finden sodann im Frühjahr statt. Die nächste Generation schlüpft im August.

Auch, wenn wir dem Vortrag etwas mehr Zulauf gegönnt hätten – immerhin warben wir im Fränkischen Tag, im Wiesentboten und auf diversen Social-Media-Kanälen –, so ist uns die Beschäftigung mit den „Cousinen“ unserer Honigbienen ein Vergnügen. Wir denken auch diese kleinen Kerlchen bei all unserem Tun mit und appellieren, keine Gattung gegen die andere auszuspielen, sondern ihnen jeweils notwendigen Lebensraum zu erhalten bzw. wieder zurückzugeben. Sich als Imker/innen auch mit Wildbienen auseinander zu setzen macht Sinn. Denn gut die Hälfte aller Fragen, die an uns herangetragen werden, handeln von den Wildbienen. Darauf adäquat antworten zu können ist uns ein Anliegen und gehen hier konform mit Werner:

Wenn wir, die, die sich wie die meisten Imker und die, die sich auf die Wildbienen oder auch auf andere Insekten spezialisierten haben, offen und zu sich ehrlich, einander zuhörend, zusammen am gleichen Ziel arbeiten würden, könnten wir vielleicht viel mehr erreichen.

Impressionen vom Honigmarkt und Herbstmarkt des Kreislehrgartens Oberhaid

Die 430 (!) gezählten Gäste top diszipliniert und trotz MNS guter Dinge, das Wetter top und wie immer alles super organisieriert … der Herbstmarkt und Honigmarkt des Kreislehrgartens Oberhaid war eine rundum gelungene Veranstaltung! Das Team um Raimund Ott und Wolfgang Settmacher hatte ganze Arbeit geleistet, der Garten war ein Traum. Ein schöneres Ambiente kann man sich kaum wünschen! DANKE für euren Einsatz, ihr seid spitze!

Stand am Honigmarkt und Herbstmarkt des Kreislehrgartens OberhaidNeben unserem Stand mit Bamberger Lagenhonig und etwas Nebenprodukten fanden sich drei weitere Imkerkolleg(inn)enbetriebe ein, die wir kurz vor Einlass rasch noch besuchten. Vom Michael Winkler aus Merkendorf erstanden wir aus seinem vielfältigen Angebot ein Glas „Himbeer in Hong“ und „Honig mit Ingwer“. Von Leo Hümmer, der wieder seine kleine Schauzarge dabei hatte, schnappten wir uns einen frisch gepressten Apfel-Birnen-Saftcontainer. Khristo Dimov erhielt für seinen tollen neuen, im hübschen gelb gehaltenen Verkaufswagen unsere Bewunderung, und dann ging’s auch schon los …

Gleich neben unserem Stand fand sich unsere Bienenfreundin Jeannette Frank (Galarosa) mit ihren Rosen und ihrem neuen Verkaufsschlager an Steingussfiurten und täuschend echten, aber quasi federleichten „Stein“-Brunnen ein. Verteten waren auch ein Seifenstand, ein Schmuck- und Kunststand, eine lange Süßigkeitenbar und weitere attraktive Herbstmarkt-Fieranten. Unser eigener Verkaufsschlager war diesmal Propolis-Tinktur, vermutlich dem erhöhten Gesundheitsaspekt geschuldet. Doch auch unsere Honige fanden Gefallen.

Impressionen vom Kreislehrgarten Oberhaid

Viel zu schnell war der Nachmittag herum, die Gäste vom Schauen und Kaffee-Kuchen-Genießen gesättigt und wir freuen uns, mit dabei gewesen zu sein. Nicht nur für uns war es heuer der erste und einzige Markt seit Corona, den wir bestückten. Nicht nur deshalb also ein einmaliges Erlebnis, die zwei Euro Eintritt ganz sicherlich gut angelegt. Diese Perle eines Kreislehrgartens ist viel, viel mehr wert … und unterm Jahr auch kostenlos besuchbar. Geht doch mal kucken, es lohnt sich!

Fotogalerie

Bamberger Lagenhonig zum 4. Honigmarkt / Herbstmarkt im Kreislehrgarten Oberhaid

Bamberger Lagenhonig

Am So, 20. September findet der 4. Honigmarkt und Herbstmarkt im Kreislehrgarten und Bürgerwiese in Oberhaid statt. Ab 14.00 mit Kaffee und Kuchen.Duftbeete mit Ikarus

BeetanlageWir sind mit unserem Bamberger Lagenhonig vor Ort! Danke, Wolfgang Settmacher und Team, für die Einladung in euren zauberhaften, toll informativen und gastfreundlichen Garten!

Wildbienenhotel

 

Vorschau Bienenfreu(n)de-Stammtisch 15. September zum Thema „Welterbe-Garten“

DIE VERANSTALTUNG MUSS LEIDER ABGESAGT WERDEN! (Update 13.09.20)

 

Logo Transition BambergDi., 15.09.20    Gruppentreffen „Bienenfreu(n)de“ Transition Bamberg

Wann und Was genau?
18.00 – 19.00 Uhr  |  Thema: Der Welterbe-Garten
Ein Besuch des heuer gegründeten Welterbe-Gartens lässt uns hinter die Kulissen der Gärtnerstadt blicken. Was passiert da? Und was bedeutet das für unsere Bienen? Mit Honigverkostung der Jungfern-Ernte!
Angelegt wurde der Garten übrigens als Allmende-Garten. Das Mischkultursystem eines solidarischen urbanen Gartenbaus funktioniert nach den Grundprinzipien der Commons- (deutsch: Allmende-)Bewegung nach Gertrud Frank.
19.00 – 20.00 Uhr
Schwofen, Fachsimpeln, Sich-Kennenlernen … bei Snacks und guter Laune.
Wer?
Willkommen sind alle, die ein Interesse an (Wild-)Bienen und ihren Lebensraum, an Honig und an Imkerei haben.
Wo? Das SEPTEMBER-Treffen findet in der Heiliggrabstraße 43 statt. Bitte am Tor klingeln.

Und sonst? Weitere Informationen unter transition-bamberg.de/bienenfreundeBamberger Lagenhonig, Lage "Welterbe-Garten"

Dr. Friedgard Schaper verstorben

Biene an Rosa Paul GauguinEin besonderer Mensch ist nicht mehr unter uns. Die Imkerwelt trauert um Dr. Friedgard Schaper, die am 23.08.2020 verstorben ist.

Vielen älteren Imkern ist sie bekannt aus der Bayerischen Landesanstalt für Bienenzucht in Erlangen, später dann aus der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim, nachdem die Erlangener dort eingegliedert wurden, mithin das heutige Institut für Bienenkunde, deren Leiterin sie von 2007 bis zu ihrem Ruhestand in 2012 war.

Doch auch, wer Dr. Schaper nicht persönlich als umtriebige Referentin auch noch in ihrem Unruhestand kannte – und das über ihre stete Präsenz in Veitshöchheim hinaus –, kennt sie als die Frau hinter dem Erfolgsprojekt und Dauerbrenner „Der intelligente Blumenkasten“. Diesen Flyer bzw. die Liste dahinter vergeben wir in rauen Mengen und erfreut sich großer Beliebtheit.

Neben der Berufsausbildung war auch die Fortbildung der Imker*innen und die Nachwuchsarbeit Ihr ein großes Anliegen. Von Ihr erarbeitete Schulungsunterlagen wie Merkblätter, Diaserien zu Honig und Krankheiten sind in vielen Veranstaltungen fester Bestandteil der Ausbildung. Ideen und Unterrichtsmaterialien zur Arbeit mit Bienen in der Schule wurden von Dr. Schaper zusammengestellt und die Internetseite „Bienenschule“ belegt im Internetangebot des Institut für Bienenkunde und Imkerei immer einen der vordersten Plätze mit mehr als 40.000 Zugriffen im Jahr.

Diese Zeilen – und angemessene ausführliche mehr – stammen aus dem herzlichen Nachruf, den ihr Nachfolger im Amt, Dr. Stefan Berg sowie Dr. Ingrid Illies im Namen der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e. V. veröffentlichte, und den die Imkerwelt nun mit Betroffenheit zu verdauen hat.

Wir durften die Grande Dame der Imkerschaft einige Male persönlich wie telefonisch in Beratungen erleben, wofür wir dankbar sind. Denn ihre Herzlichkeit und Hingabe, ihre Leidenschaft und überaus breite Fachkenntnis, die sie immer freigiebig und detailfreudig vermittelte, bereicherten jede Tagung und Begegnung. Sie war ein Mensch, der etwas zu sagen hatte und der man mit wachsender Begeisterung gerne zuhörte.

Nun ist Frau Dr. Friedgard Scharpers Stimme verstummt, doch nicht ihr Lebenswerk. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren!

Führung „Ohne Bienen fehlt uns was!“ für Sommerprogramm Grünes Bamberg

Biene an Durchwachsener Silphie (Silphium perfoliatum)Für das Sommerprogramm von „Grünes Bamberg“ am 22.08. von 10-12 Uhr bieten wir unter dem Titel „Ohne Bienen fehlt uns was!“ eine informative Einführung zu Bienen und ihrem Lebensraum sowie zum Honig.
Ob Honig- oder Wildbiene, alle sind für uns unentbehrlich. Rund um Bienen und ihren Lebensraum, um Honig und die Imkerei gibt es viel zu erzählen. Klein wie Groß dürfen uns alles fragen. Zum Schluss schmieren wir euch noch ein wenig „Honig ums Maul“. Treffpunkt ist im Bamberger Bienengarten an der Bienen-InfoWabe.
Ort: Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1 (Erba-Park), 96047 Bamberg
Referenten: Imkermeister Reinhold Burger und Imkerin Ilona Munique, alias „Bamberger Schulbiene“.
Anmeldung unter der E-Mail juliane.fuchs@greunes-bamberg.de oder telefonisch unter 0951-2080736 (oder auch direkt bei uns).

Das Rheinland und Nordrhein-Westfalen zu Gast im Bamberger Bienengarten

Der Bamberger Bienengarten im Erba-Park, dem ehemaligen Landesgartenschaugelände von 2012, war Anlaufstation einer sechstägigen Tour nach Bamberg Stadt und Landkreis, die 20 „Mitglieder“ eines ehemaligen Gartenbauvereins der Firma Bayer unternahmen. Am Vormittag war man schon bei Getrud Leumer in der Bio-Gärtnerei MUSSÄROL, um sich von Frauke Gabriel führen zu lassen. Am Nachmittag konnte die Gruppe eben jenes Schau-Kräuterbeet bewundern, welches 2017 von Frauke gepflanzt worden war. Und es ist das Beet, welches die mörderische Hitze noch am besten weggesteckt hat!

Angereist war man auf dem Wasserweg mit der „Stadt Bamberg“, auf dem Rückweg der Hafenrundfahrt und bequem aussteigend am wenige Meter zur Bienen-InfoWabe hin gelegenen Schiffsanlegesteg. Doch vorher besuchten wir erst den Lehrbienenstand am Fünferlessteg.

Rundgang durch den Bienengarten

Nach einem kurzen Rundgang zu den weiteren Stationen „Wildbienen“ (Nisthilfe, Infohotel, Blühwiese, letztere erkennbar leidend unter dem derzeitigen Wassermangel), den zwei Rosenrondellen mit Lavendeleinfassung, Schau-Staudenbeet 1 und 2 und Koelreuteria paniculata, also den beiden Blaseneschen, durfte erst einmal im Schatten auf der (fast schon verdorrten) Kleewiese Platz genommen werden.

Tja, im August hat (nicht nur) Bamberg sehr unter dem ausbleibenden Regen zu leiden und erlebte am 10.08. mit 31,8° C einen der heißesten Tage des Jahres. Daher war auch der zur Kostprobe ausgeteilte Bamberger Lagenhonig des Lagenstandortes Schiffbauplatz sehr flüssig und eher trink- denn essbar. Trotzdem schien er allen zu munden, was uns natürlich freute.

Pflanzenporträts

Vorab erzählten wir etwas über unsere Initiative und den Bienengarten sowie einzeln hervorgehobene Pflanzen, z. B. den Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys) als buxbaumersetzende Beeteinfassung, das Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia, auch: Olivenkraut) zum Wachbleiben im Gottesdienst, die Blaseneschen als neue Klimabaumkandidatinnen und willkommene Bienentrachtquelle im Juli, den Lavendel als robuster und beliebter Gartenbewohner.

Natürlich gab es ein wenig über das Bienenleben zu erfahren, außerdem über die zu erzielende hohe Qualität unseres Bamberger Lagenhonigs und wie wir dies durch ein konsequentes Wabenmanagement über eines eigenen Wachskreislaufs erreichen. Dass das Ur-Produkt preislich viel höher zu bewerten sein müsste, als es der Verbraucher in Deutschland gewohnheitsmäßig honoriert und den Vergleich mit Mannuka-Honig nicht zu scheuen braucht, wurde bei dieser Gelegenheit betont.

Ungeplante Abschlussführung

Nach drei Stunden schlossen wir mit der Möglichkeit, unseren Honig als Mitbringsel zu erstehen und brachen gemeinsam auf, um zu Fuß in die Stadt und zum reservierten Abendessen in der Brasserie zurückzugelangen. Denn die geplante Rückfahrt mit dem Ausflugsschiff musste vor dem tragischen Hintergrund eines vermissten Badenden, der heute leider tot aus der Regnitz gefischt wurde, ausfallen. Die „Christl“ hing in der Schleuse fest, um die Sucharbeit der Wasserwacht nicht zu behindern.

Trotz dieses nicht so schönen Vorfalls hoffen wir natürlich sehr, dass der Gruppe unser Bamberg in guter Erinnerung bleiben wird, wozu dieser Tagebucheintrag beitragen soll. Wir würden uns freuen, wenn sich die einen oder anderen animiert fühlten, wieder einmal bei uns vorbeizuschauen. Vielleicht hat sich die Maskentragerei dann eingespielt oder aber sogar erledigt, was natürlich zu wünschen wäre. So oder so … es war sehr nett, Sie alle kennengelernt zu haben und … bleiben Sie gesund!

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Stand der Insektenwelt in Bayern ein Jahr nach dem Volksbegehren „Artenvielfalt“ 2019

Unter dem Fragezeichen „Biologische Vielfalt in Bayern?“ fand am 07.07.2020 ein Online-Kurs des LBV mit drei Referierenden statt. Unter dem Titel „Wie geht es der Insektenwelt in Bayern?“ berichtete der LBV-Artenschützer Andreas Segerer und Spezialist vor allem in Sachen Schmetterlinge auf den derzeitigen Stand ein, und zwar ein Jahr nach dem Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Biene“.

Schmetterling "Kleiner Fuchs" an DoldenblüteWir hörten mal rein und notierten uns folgende Stichworte:

33.000 Insekenarten sind in Bayern bekannt

Zitiert wurde aus dem Ergebnis der überregional bekannt gewordenen Krefelder Studie More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas“.

Das weltweite Insektensterben belegen übereinstimmend über 80 Studien

Etwa 41% der Arten sind im Rückgang begriffen

Die Rote Liste der Tiere Bayerns von 2003, wurde 2016 aktualisiert – was durchaus als aktuell gilt, denn diese Updates sind sehr zeitaufwändig

Insekten gelten als megadivers, nur wenige Arten sind gut erforscht. Schmetterlinge sind als Bioindikatoren international anerkannt.

3.000 Schmetterlingsarten finden sich in Bayern, das sind 90% der deutschen Arten, die auf etwa einem Fünftel der Fläche von Deutschland leben – was an sich ja ein schöner Befund ist.

In einer Studie 2016 wurde von der Münchner Entomologische Gesellschaft ein Referenzkatalog der Schmetterlinge Bayerns erstellt. Diese besagt, dass lediglich 10% der Arten keinen abnehmenden Bestand aufweisen.

Doch das Artensterben beschleunigt sich, ebenso die Menge, die 3-10-mal weniger beträgt als in früheren Jahrzehnten. Leider sind auch Naturschutzgebiete davon betroffen.

Beispielsweise war der Schmetterling namens Gammaeule im 21. Jh. ein allgemein häufiger Ubiquist und findet sich heute nur noch vereinzelt. Ebenso die Violettbraune Kapseleule, von der der Insektenspezialist Segerer in seinen 43 Jahren lediglich 16 Beobachtungen verzeichnen konnte. Dennoch sind die beiden genannten Arten NICHT nicht auf der Roten Liste. Selbst „Allerweltsarten“ wie der Braune Bär und der Kleine Weinschwärmer sind massiv vom Rückgang betroffen im Kontext früherer Jahrhunderte.

Denn es handelt sich um einen typischen Fall einer „Shifting Baseline“, die zu der Frage führt: Wie häufig sind für uns heute „häufige Arten“?

Innerhalb der letzten 20 Jahren sind mehr Arten verschwunden als in den 200 Jahren zuvor.

Schmetterling "Faulbaum-Bläuling" an KirschlorbeerGründe für den Artenrückgang

  • Stark rückläufig sind Biotoptypen, die für Insekten exentiell sind.
  • Monokultur, Flächenfraß, Inselcharakter von Biotopen, Eintrag von chemischen Mitteln, Pestizideinsatz, … alles Gründe für Insektensterben.
  • „In einem begrenzten System ist kein unbegrenztes Wachstum möglich“ (alte Binsenweisheit)

Was kann getan werden? Segerer rät:

  • Jeder Einzelne kann etwas tun
  • Sie können selbst in einem kleinen Garten viel Natur haben
  • Unser Konsumverhalten, was wir kaufen und essen, entscheidet, wie die Natur um uns herum aussieht, ihr Charakter, die Artenvielfalt
  • Mit einem Tempolimit auf Autobahnen beispielsweise kann indirekt Einfluss auf den Klimawandel genommen werden
  • Wenn Sie wählen, fragen Sie, wie es mit dem Artenschutz aussieht
  • Politiker, Verwaltung, Bürgermeister/innen darum bitten, z. B. Straßenränder nicht mehr zu mulchen
  • Unterstützen Sie den LBV, der stärker wird bei vielen Mitgliedern

Eine Gastfrage: Wie problematisch ist Mahd?

  • AW Andreas Segerer

Artenreichen Blumenwiesen entstehen auch durch Mahd. Das erste Mal Ende Juni um Johanni, das zweite Mal im September.

Früher wurde die Mahd schonend per Hand durchgeführt, also extensiv, und als Parzellenmahd, also einfach einige Streifen versetzt mähen.

Intensive, häufige (5-7-fache) Mahd von Wiesen schreddern Insekten, viele sind mahdempfindlich, nur Ankerpflanzen überwintern, Stickstoffdünger wird eingebracht, was schädlich für die Artenvielfalt ist.

  • AW Sophia Engel

Viele Bodenbrüter werden mechanisch durch das Mähen geschädigt. Braunkehlchen leben in extensiv bewirtschafteten Wiesen. Zeitpunkt, wenn gebrütet wird, ist für Mahd sehr ungeeignet.

Gastfrage: Können wir das Artensterben aufhalten oder den Rückgang aufhalten?

  • AW Norbert Schäffer

Die Bilanz ist negativ, doch ein Umdenken hat stattgefunden. Das Volksbegehren Artenvielfalt war ein schöner Anzeiger. Wir stehen deutlich besser da als vor einem Jahr.

So lauten die Schlussfolgerungen

Insektensterben bedeutet „Habitatsterben“. Biotopschutzverordnung statt Artenschutzverordnung, also eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise, sprich: ein Wandel im System.

 


Vorschau / Ankündigungstext

17.7.2020, 20.00 Uhr, Endveranstaltung „Volksbegehren und seine Umsetzung

LBV, info [at] lbv [dot] de

Was im Naturschutz schon lange Grund zur Sorge ist, wurde durch das erfolgreiche Volksbegehren zur Artenvielfalt vielen Menschen deutlich: Die biologische Vielfalt in Bayern ist in Gefahr!

Bei diesem Online-Vortragsabend wird grundlegend aufgezeigt, was mit biologischer Vielfalt genau gemeint ist. Dann nehmen wir den Zustand der Vogel- und Insektenwelt mit den Expert*innen Dr. Andreas Segerer und Dr. Sophia Engel genau unter die Lupe.

Über den Chat können alle Teilnehmenden Fragen stellen, die im Anschluss beantwortet werden.

Ablauf:

  • 19.00 Uhr Begrüßung durch Moderator Matthias Luy
  • 19.05 Uhr Kurzvortrag Dr. Norbert Schäffer: Was ist biologische Vielfalt?
  • 19.15 Uhr Dr. Sophia Engel: Wie geht es der Vogelwelt in Bayern?
  • 19.35 Uhr Dr. Andreas Segerer: Wie geht es der Insektenwelt in Bayern?
  • 19.55 Uhr Teilnehmer*innen-Fragen

Form: Online-Fachvortrag

Zeit: 19.00 – 20.30 Uhr

Hier geht’s zum Online-Vortrag (Live ab 19 Uhr per Microsoft Teams, keine Anmeldung nötig!)

 

STADTRADELN, Team „Bienen-leben-in-Bamberg.de“, Ergebnisse und Einsichten

Unsere 13 Teammitglieder von „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ strampelten sich 3 Wochen lang beim STADTRADELN 2020 ab, um auf Rang 30 (Stand 05.07.2020 um Mitternacht*) unter den 94 gemeldeten Bamberger Teams zu kommen. Tolles Mittelfeld, wie wir finden! Und noch besser: Wir konnten damit über 400 Kilo CO2 vermeiden! Etwa die Hälfte, die ein Jumbo-Jet, die Boeing B 747, während der Startphase ausstößt.
(Ich weiß nicht, ob mich das nun aufbaut oder eher doch etwas frustriert?!)

1. Team-Platz

Wobei die meisten auch ohne diese Challenge geradelt wären, zum Beispiel unser Gruppensieger, Bienenpate Bernd Pillipp, der als Lehrer täglich von Bamberg nach Forchheim radelt(e) und somit 740,2 Kilometer zusammen bekam – wow!
Anja hat es hingegen viel zu nahe an ihre Schule, als dass sie mit ihrem Gatten hier hätte mithalten können. Doch natürlich war jeder einzelne Kilometer ausschlaggebend für unser Teamgesamtergebnis!

2. Team-Platz

Den 2. Platz in unserem Team erreichte Hans Zirkel, ebenfalls Bienenpate, mit 414 Kilometern auf seinem Handbike. Seine potenziellen Bestzeiten mögen ja urlaubsbedingt nicht erreicht worden sein – immerhin war er jahrelang Teilnehmer zu Marathon-Veranstaltungen. Doch uns Popostramplern nötigt das großen Respekt ab! Give you Five!

3. Team-Platz

Mit 361 Kilometern erstrampelte sich Martin Bloeß den 3. Platz. Den 1. Platz hat er ja bereits schon mal eingenommen, und zwar als Gewinner des Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreises 2019! Und mit seiner Dauerblühwiese in Bughof ist ihm ein Dauerpreis ohnehin sicher – er darf sich, zusammen mit seiner ebenfalls im Team radelnden Gattin Tanja, an den vielen, vielen Bienen, Schmetterlingen und Insekten erfreuen, die den Hof an der Galgenfuhr umschwirren!

Unsere weiteren Teammitglieder

Unsere hupende bzw. quietschende Fahrrad-BienenDie viertplatzierte Bienenpatin Michaela Brehm, hat uns ihre 260 Arbeitsfahrt-Kilometer netterweise von München aus zugeschanzt. Da sie Bambergerin ist, war ihr das auch ein Anliegen. Sie nahm über eine lange Zeit den 3. Platz ein, bevor uns Hans mit seinen Werten überraschend beglückte – das möchten wir nicht unerwähnt lassen.

Leonhard Weingärtner, der vor seiner Pensionierung ganz sicherlich für „Team Stadt Bamberg“ (übrigens toller Rang 6 im BA-Gesamtergebnis) mitgeradelt wäre, nun aber als Imkerkollege unserem Bienen-Team seine 182 Kilometer schenkte, war von Anfang an „mein“ (also Ilonas) persönliches Zugpferd, an das ich mich ranhängte.

Noemi Dezsi, Jung-Imkerin aus unserem AK20-Kurs und Bienenpatin Gabriele Loskarn aus dem AK19-er-Kurs lagen mit knapp 80 Kilometer sehr nah beieinander. Und eine weitere Imkerkurslerin, Yaneth Klein-Barthelmes sowie Bienenpatin Rita Bender, füllten mit ihren Kilometern freudig die insgesamt 2.740 zählende Strecke auf, die von Bamberg bis nach Wolgograd oder Casablanca reichen würde.

Radtour in die Fränkische Schweiz während des STADTRADELNS 2020Einsichten zum Klimaschutz

Team-Captain Reinhold Burger (Platz 5) war vor allem gespannt, wie viele Kilometer er tatsächlich so zusammen radelt, um unsere 8 Bienenstandorte zu pflegen. Abzüglich eines Fränkischen-Schweiz-Ausfluges von 33 Kilometer Länge waren es 182,8 Kilometer. Hochgerechnet aufs Bienenjahr und damit auf rund 7 Monate sind das 1.680 Kilometer, also eine Kohlendioxid-Einsparung von rund 273 Kg bzw. nach mittlerweile 9 aktiven Imkerjahren rund 2,5 Tonnen CO2. Zur Einordnung:

Zwei Tonnen Kohlendioxid jährlich pro Kopf [und Jahr] – das ist die Richtschnur, an die wir uns halten müssen, wenn wir Umwelt und Klima auch für kommende Generationen schützen wollen. In Deutschland verursacht jeder Mensch zurzeit durchschnittlich 12,5 Tonnen. (Greenpeace)

Kein Auto zu haben ist auf alle Fälle ein Gewinn für die Umwelt und daher ein fester Bestandteil unserer Imkerphilosophie.

Dreckige Hände vom Fahrrad reparierenAch ja, und die Blogschreiberin Ilona war schließlich auch noch beteiligt und hat es in das Team-Mittelfeld auf Platz 7 bei 146,5 Kilometer geschafft. Für jemanden, der 1000-mal lieber zu Fuß wandert als Rad zu fahren, durchaus ein Achtungserfolg. Zumal das über 20 Jahre alte 200-Euro-billige Aldi-City-Rad justament in der 3. Woche reparaturbedürftig wurde. Reinholds Longus Competition 2000 ereilte das gleiche Schicksal und es war äußerst mühselig, für den geliebten Oldtimer Ersatzteile zu beschaffen.

STADTRADELN 2020, Bamberg Ergebnisliste Erstplatzierte und Rangeinordnung für unser Team "Bienen-leben-in-Bamberg.de"Trotz dieser kleinen Irritationen … es hat uns riesen Spaß gemacht, in und trotz Coronazeiten endlich wieder etwas gemeinsam mit unseren Bienenfreund(inn)en zu unternehmen und wir würden das glatt im nächsten Jahr erneut wagen! Vielen herzlichen Dank fürs Teilnehmen, Ihr Lieben alle!

Und zum Schluss: Gratulation an die Bamberger-Bestplatzierten #TEAMGREEN, DJK Teutonia Gaustadt, Team Brose und das Kaiser-Heinrich-Gymnasium! Klasse Leistungen!


* Nachtragungen sind zwar noch bis 12.07. möglich. Allerdings beschlossen wir, unsere Ergebnisse so zu kommunizieren, wie wir sie zum  o. g. Zeitpunkt erfasst hatten, und gut ist.