Transparenzbericht 2020

Der 1.321-te Weblogbeitrag spannt in Form unseres jährlichen Transparenzbericht einen Bogen über unsere wichtigsten Ziele, Aufgaben und Ergebnisse in 2020. Er endet in einer Vorschau unserer Pläne für das laufende Jahr.

Die Highlights 2020

Urkunde / Imkermeisterbrief für Reinhold Burger 2020Abschluss Meister Bienenwirtschaft für Reinhold Burger

Natürlich unser größtes Highlight: Reinhold darf sich seit Februar „Meister Bienenwirtschaft“ nennen, wie der „Imkermeister“ in Österreich offiziell heißt. In Deutschland lautet die offizielle Bezeichnung „Tierwirtschaftsmeister, Fachrichtung Imkerei“.  Nur wenige Wochen nach den Abschlussprüfungen in Graz schloss Österreich pandemiebedingt seine Grenzen. Glück gehabt!

Imkerkurs für Anfänger und Fortgeschrittene trotz Corona-Pandemie

Wabenziehen üben und analysierenAm Lehrbienenstand Bienenweg, Modul 9 Wabenhygiene und VarroabehandlungTrotz Lockdowns und der Gebote des Abstandhaltens konnte der geplante Imkerkurs für Anfänger stattfinden. Zehn Teilnehmende (6 Männer, 4 Frauen) erhielten innerhalb eines Kalenderjahres bei 12 Modulen – 3 davon online – einen grundlegenden theoretischen wie praktischen Unterricht in die Bienenpflege und Honigverarbeitung. Eine Sondergenehmigung verhalf den Teilnehmenden im April zur (für manche) allerersten direkten Berührung mit den Bienen.

STADTRADELN 2020, Bamberg Ergebnisliste Erstplatzierte und Rangeinordnung für unser Team "Bienen-leben-in-Bamberg.de"Unsere hupende bzw. quietschende Fahrrad-BienenSTADTRADELN – Team „Bienen-leben-in-Bamberg.de“

Unsere 13 Teammitglieder von „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ strampelten sich 3 Wochen lang beim STADTRADELN ab, um auf Rang 30 (Stand 05.07.2020 um Mitternacht) unter den 94 gemeldeten Bamberger Teams zu kommen. Tolles Mittelfeld! Und noch besser: Wir konnten damit über 400 Kilo CO2 vermeiden!

Neuanlage eines Schau-Pfingstrosenbeetes nach Exkursion

Anlegen eines Schau-Pfingstrosenbeetes im Bamberger BienengartenPaeonien, Pfingstrosen-StraußEine Exkursion nach Obermarchtal zur Päonien- und Iridenspezialistin Andrea Köttner brachten die notwendigen Beobachtungen, welche der zahlreichen Sorten tatsächlich bienenfreundliche Blüten hervorbringen. Diese wurden sodann im Herbst geliefert und landeten in unserem neu angelegten Schaubeet.

Gießen und Pflegemaßnahmen am Schau-Staudenbeet 2Lavendelkauf bei Stauden StroblerEs dürfte für einige Zeit das letzte Beet sein, welches im Bamberger Bienengarten entsteht. Denn alle wollen in den viel zu trocken gewordenen Sommern schließlich gegossen und gepflegt werden. Zu einem Gießdienst konnte sich noch niemand auf Dauer und verlässlich verpflichten. Jemanden hierfür zu finden ist unser großer Wunsch für 2021.

Ausgestaltung des Innenraums der Bienen-InfoWabe

Farbcodierung der Innenwände Bienen-InfoWabeBlaue Wand für neue Innenraumgestaltung der Bienen-InfoWabeBienen Honig Imkerei Natur sind unsere Schwerpunktthemen in der Bienen-InfoWabe. Entsprechend dieser Aufteilung erfolgte eine Farbcodierung plus Weiß (für die Wand mit Kinderzeichnungen) an Wänden und Regalen.

Ein neuer Fahrradanhänger wird geschreinertFahrradanhänger streichenBau eines Fahrradanhängers

Der aus den 50er Jahren stammende Anhänger, der uns eine CO2-freie, da autolose Bienenpflege ermöglicht, hat endgültig ausgedient. Daher bauten wir in Schlammersdorf mit Hilfe von Zimmerer Thomas, dem Erbauer unserer Bienen-InfoWabe, aus einem Lärchenbrett einen neuen Aufsatz. Eine schöne Erfahrung!

Materialien AFB-MaßnahmeAbschluss der Faulbrutsanierung in Bamberg-Bug

Oft bestehen Sperrbezirke anlässlich des Auftretens der gefürchteten Amerikanischen Faulbrut viele Jahre, da behördlicherseits kein besonders hoch empfundender Druck besteht, sich der Aufhebung nach erfolgter Sanierung zeitnah zu widmen. Die Hauptertrags-Landwirtschaft – und damit verbunden z. B. allfällige Rinder-, Schweine-, oder Geflügelseuchen – fordern die personalschwachen Veterinärämter über Gebühr. Daher wissen wir es zu schätzen, dass unseren intensiven Bemühungen um zeitnahe Sachbearbeitung durch eine gute Zusammenarbeit von Bienensachverständigen Reinhold und hiesigem Veterinäramt von Erfolg gekrönt war. Der Sperrbezirk Bamberg-Bug konnte somit ein Jahr nach Auftreten eines Falles aufgehoben werden, die Imkerei in diesem Bereich wieder aufatmend und vollumfänglich weitergehen.

Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.deBemalter Stein mit lachendem Gesicht, gefunden an unserer Schwengelpumpe im Bamberger BienengartenFazits zum Jahr 2020

  • Das Schicksal besteht aus zwei Komponenten: dem objektiven Ereignis und der Art des Betroffenen, damit umzugehen. (Galileo Galilei)
  • So ist das Leben und so muss man es nehmen, tapfer, unverzagt und lächelnd – trotz alledem. (Rosa Luxemburg)

Unsere sechs Kern-Aktivitäten im Einzelnen

Vortrag im Bamberger Bienengarten am 10.08.20201. Die „Bamberger Schulbiene“

Alle Aktivitäten der Bamberger Schulbiene sind auf einer eigenen Tagebuchseite nachzulesen. Insgesamt waren es trotz Einschränkungen durch die Corona-Krise:

  • Honig verarbeiten mit der Bamberger Schulbiene20x Unterricht / Führungen / Vorträge für folgende Einrichtungen und Gruppen:
    • 2x BUND, Ortsgruppe Bamberg (für Kinder am Sommerprogramm)
    • (ehemaliger) Gartenbauverein der Firma Bayer (Mitglieder aus Rheinland u. NRW)
    • Grünes Bamberg (für Kinder am Sommerprogramm)
    • 3x Infoabende zu den Imkerkursen (für Imkerinteressierte)
    • 12 Module an 18 Terminen (davon 4 als Video-Chat und 1 Hybrid) BLIB-Imkerkurs für Anfänger, wobei uns für die Präsenzveranstaltungen im noch kontaktbeschränkten April eine Sondergenehmigung vorlag, unter der Prämisse niedriger Gruppengröße

2. Bienenpatenschaften

  • Beitrag der Bamberger Schulbiene bei Amtswechsel Anton Hepple (ALE)Unsere Bienenpatenschaften werden für den Zeitraum von zwei Jahren abgeschlossen. Wir freuten uns über 7 Neuzugänge!
  • 5. Runde für dienstälteste Bienenpatin Elisabeth BurgerUnsere „dienstälteste“ Bienenpatin – und seit 2012 dabei – verlängerte ihre Patenschaft zum 5. Mal, weitere sechs Pat(inn)en verlängerten zum 4. Mal, zwei Pat(inn)en zum 3. Mal und sechs Pat(inn)en zum 2. Mal ihre Mitgliedschaft. Mit Stand Dezember 2020 waren es 33 Bienenpat(inn)en. Vielen DANK allen Treugebliebenen, und wenngleich ein paar wenige wegen Coronaeinbußen den Geldbeutel etwas zuhalten mussten und nicht mehr verlängerten  – wir verstehen das! Vergesst die Bienen nicht!
  • Unsere Bienenpat(inn)en wurden mit 4 Bienenpaten-Newslettern (je ca. 5 Seiten) und 19 (13) E-Mails auf dem Laufenden gehalten sowie zu besonderen Ereignissen eingeladen. Aufgrund der Corona-Pandemie waren das rund 50% mehr E-Mails als üblicherweise, dem organisatorischem Hin- und Her geschuldet.

Bienen-InfoWabe (Vorderansicht) im Erba-Park3. Bienen-InfoWabe

  • Zum 5. Mal wurde in der Bienen-InfoWabe im Erba-Park ein Jahresprogramm aufgestellt, welches allerdings nicht im vollen Umfang durchgeführt werden konnte.
  • Alle geplanten 12 Sonntagsöffnungen für die Bevölkerung mussten pandemiebedingt ausfallen, wie auch die Saison-Abschlussfeier mit Rahmenprogramm und Verleihung des Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreises 2020.
  • Boden der Bienen-InfoWabe einlassenDoch wir nutzten die Zeit: Die Bienen-InfoWabe wurde grundgereinigt, insbesondere der Fußboden, der abschließend frisch imprägniert wurde. Immerhin hatten seit Programmstart 2016 rund 2000 Fußpaare ihre Spuren hinterlassen.
  • Zur farblichen Ausgestaltung der Wände und Regale nach Themenbereichen siehe unter „Highlights“.
  • Um die Beleuchtung im Innenraum auch ohne Stromanschluss zu verbessern, wurden 10 LED-Leuchten in Buchform angeschafft.

4. Bamberger Bienengarten

Erweiterung Rosenrondell mit Lavendelpflanzungen der Züchtung 'Rosea'Ramblerrose "Golden Age" im Bamberger BienengartenNeben der obligatorischen Bienengartenpflege und dem alljährlichen Neuanstrich verschiedener Sitzbänke sowie Pflanzennachkäufen bei den Stauden gab es folgende Neuerungen:

5. (Lehr-)BienenstandorteRingelblumen am Lehrbienenstand 'Bienenweg'

  • Mit Stand Dezember wurden 19+10* (2019: 15) Völker an 8+1* (7) Bienenstandorten geführt, die neben ihrer Aufgabe als Lehrbienenstände auch den Bamberger Lagenhonig hervorbringen. Einige davon sind Ableger und reserviert für unsere Imkerkurs-Teilnehmenden, sobald sie sich als Jungimker/innen qualifiziert haben.

*10 Pflegevölker einer erkrankten Imkerkollegin stehen seit Juli in unserer Obhut, so dass wir interimsweise den Standort Bughof als Nr. 9 mitbedienen.Unser Bienenvolk im "Welterbe-Garten"

6. Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

Journalistin Antonia Wild (FT) zum Interview im Bamberger BienengartenUm das Bienenthema in der Bevölkerung breit zu verankern, setzen wir auf eine kontinuierliche Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie nimmt vor allem Bezug auf unsere Aktivitäten und Termine, über die wir auf verschiedenen Kanälen umfassend berichten.

Medial setzen wir dabei auf eine breit gestreute Pressearbeit, außerdem auf Weblog-Beiträge und zeitgleich erfolgende Postings via Social-Media-Plattformen Facebook: Bamberger Schulbiene https://www.facebook.com/bamberger.schulbiene und Twitter: https://twitter.com/HalloSchulbiene sowie Vorträge unsererseits, die wir überwiegend in der Region Bamberg anbieten. Hier mussten wir heuer leider einige absagen.

Im Einzelnen:

a) Aktivitäten / Termine

  • Gründungstreffen Bienenfreun(d)eGründung der Transitiongruppe „Bienenfreu(n)de“ mit Stammtisch im Februar
  • Insgesamt 6 Stammtische mit (Online-)Kurzvorträgen von geladenen Gästen sowie von uns selbst zu Honigwein (Cathrin Beyer VOM FASS), Wildblumenstreifen (Melissa Biedermann), bienenfreundlichen Pflanzen (Ilona) und 2x Wildbienen (Ilona), Honig verarbeiten (Reinhold und Ilona).
  • 41 (2019: 37) Artikelabdrucke (Pressespiegel) von 15 (15) Pressemitteilungen, darunter 2 Fachartikel. 
  • 1 Interview (Fränkischer Tag) und 1 Foto-/Interviewtermin (Projekt eines Regionalflyers der FH Coburg) trugen dazu bei, die Bevölkerung auf das Bienenthema aufmerksam zu machen.
  • 160 (2019: 163) Weblog-Beiträge, veröffentlicht unter „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ mit 40.388 (39.133) Besucher/innen, die 71.549 (66.599) Seiten ansahen (Steigerung um 7% zum Vorjahr). Die Beiträge dienen neben der Öffentlichkeitsarbeit auch uns selbst als Reflexions- und Lernmöglichkeit sowie als Archiv. Alle Beiträge werden verantwortungsbewusst auf der Grundlage eigener Erfahrungswerte und im Abgleich mit sorgfältiger Recherche in geeigneten Quellen verfasst sowie fast ausschließlich mit eigenen Fotos bestückt.
  • Neuzugang für Imker-Bibliothek 2019Pflege der Webseiten des Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V. (IBZV).
  • Pflege der Imker-Bibliothek mit rund 200 Einzeltitel, davon 22 Rezensionsexemplare.

b) Background – unterstützende Aktivitäten im Hintergrund

  • Teilnahme an Fortbildungen

Up-to-date-bleiben ist uns selbstverständlich. Kontinuierliche Fort- und Weiterbildung wird aber auch im Hinblick auf die ehrenamtliche Tätigkeit von Reinhold Burger als Bienensachverständiger eingefordert und nachzuweisen. In aller Regel teilen wir unser neu erworbenes Wissen freimütig, denn es ist Teil unseres Selbstverständnisses von Öffentlichkeitsarbeit.

  1. Ralf Haupt und Sabine FrankViertes Modul in der Weiterbildung zum Imkermeister in Graz für Reinhold Burger
  2. Prüfungen und erfolgreiche Beendigung der Meisterausbildung in Graz für Reinhold Burger
  3. Teilnahme am Vortrag „Lichtverschmutzung – Lichtimmission“ von Sabine Frank in Gundelsheim
  4. Online-Vortrag LBV: „Wie geht es der Biologischen Vielfalt in Bayern?“ von Andreas Segerer
  5. Fortbildung (Online) „Verpollung des Brutnestes vermeiden …“ von Jürgen Binder
  6. Teilnahme an der jährlichen Multiplikatorenschulung für Bienensachverständige und Fachwarte (Online) zum Thema „Varroa“ vom Bieneninstitut Veitshöchheim für Reinhold
  • Kooperations- / (politische) Kontaktarbeit / Netzwerken / Pressetermine

Teilweise nehmen wir von uns aus Kontakt auf und oft werden wir zu bestimmten Treffen unterschiedlicher Organisationen eingeladen, um über unsere Initiative bzw. unser Thema zu sprechen. In 2020 geschah das aufgrund der Corona-Pandemie – und damit verbunden der Kontakteinschränkungen bis hin zum Lockdown im eingeschränkten Umfang. Im Einzelnen:

  1. Versand von Wahlprüfsteinen an Oberbürgermeisterkanditat(inn)en
  2. Teilnahme an Vorstandssitzung IBZV e. V. in Breitengüßbach
  3. Mitgliederversammlung IBZV e. V. und Vortrag „Jahresbericht Bienen-InfoWabe“, Breitengüßbach
  4. Teilnahme an Transition-Plenum zum Thema „Kooperation“
  5. Planungstreffen des Transition-Plenums für Februar
  6. Sitzung mit (ehem.) Transition-Gruppe „Welterbegarten“
  7. Mitwirkung am World Café des Februar-Plenums Transition Bamberg (Gruppenstand und Moderation)
  8. Bienenpatin Lisa BadumTeilnahme am Traditionellen Honigmarkt am Faschingsdienstag in Bamberg
  9. Teilnahme am Treffen „Grünes Bamberg“ (vormals GAL), Thema: „Klimastadt Bamberg“
  10. Treffen mit der Lebenshilfe Bamberg bzgl. einer Kooperation zur Wachsverarbeitung, die leider nicht zustanden kommen kann
  11. Besprechung FSJ-Einsatz mit BUND Kreisgruppe Bamberg in Kooperation
  12. Ilona in Buger Wiesen mit dem RadPlatz 30 beim STADTRADELN Bamberg mit Team „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ – eine wunderbare Aktion, an der 13 begeisterte Radler/innen – überwiegend Bienenpat(inn)en! – mit Verve teilnahmen!
  13. Treffen mit Mitgliedern des Welterbe-Gartens
  14. Treffen mit (interner) Preisverleihung an unsere Teamsieger des STADTRADELNS, die Bienenpaten Hans Zirkel, Bernd Pillipp und Martin Bloeß mit Partner/innen
  15. Treffen mit Mitgliedern des Welterbe-Gartens
  16. Honigstand am „Honigmarkt und Herbstmarkt“ im Kreislehrgarten Oberhaid
  17. Klimasondersitzung Bamberg am 13.10.2020Teilnahme an der Klimasondersitzung des Stadtrats Bamberg
  • Öffentlichkeitsarbeits- und Lehrmaterial
  • Lehrtafel Lebenstage Bienentätigkeiten für Schulbienenunterricht @ Ilona MuniqueBeratung / Besondere Hilfeleistungen

 

    • Verschiedene Standortberatungen und -überprüfungen (Bamberg und Umgebung)
    • Einsätze zur Beseitigung der Amerikanischen Faulbrut (AFB) in Bamberg
    • Bienensachverständigen-Einsätze (Reinhold Burger) in Bamberg und Umgebung
    • Einfangen eines Bienenschwarms
    • Telefonische Beratungen und Vermittlungen von gesichteten Bienenschwärmen

Geld- und Sach-Spenden

Heuer fielen diese verständlicherweise geringer aus, sowohl von der Anzahl als auch der Höhe her. Da wir glücklicherweise bei den Fixkosten auf unsere Bienenpatinnen und -paten zählen dürfen, konnten außerdem Ausgaben für bienenförderliche Taten, wie wir sie größtenteils hier im Transparenzbericht beschrieben, gestemmt werden.

Cathrin Beyer vom VOM FASS Bamberg beim HonigweinverkostenSabine Gründler, Gärtnerei BöhmerwieseDankeschön an …

…  allen anderen Unterstützer/innen, die sich mit kleineren Beiträgen und in jeglicher Weise um Bambergs Bienenwelt bemühen. Eure Hilfe stärkt unsere Region nachhaltig!

Die (unerwartet) anforderungsstärksten Vorkommnisse in 2020

  1. Ein weiterer trockener und heißer Jahrhundertsommer mit hohem Gießaufwands im Bamberger Bienengarten.
  2. Die hohe Lernzeitbelastung durch den Imkermeisterkurs für Reinhold, der jedoch erfolgreich „mit Auszeichnung“ abgeschlossen werden konnte.
  3. Der neue Bienenstandort, welcher mit Hoffnungen und Versprechungen verbunden im Welterbe-Garten bezogen wurde, erwies sich durch verschiedene Umstände als nicht dauerhaft nutzbar.
  4. Doppelt- und dreifach abgehaltene identische Imkerkurse, da wir nur Kontakt zu 5 Teilnehmenden haben durften.
  5. Schulbienenunterricht war nur im geringen Umfang möglich, alle bereits vereinbarten Termine mussten storniert werden.
  6. BIWa-Sonntagsöffnungen waren wegen Corona nicht möglich. Dennoch standen wir häufig in unserem Bienengarten als Ansprechpartner zur Verfügung.

Die elementarsten Vorhaben von 2020 – und was daraus wurde

  1. Wahlprüfsteine erstellen und versenden für OB-Wahl 2020 (erreicht)
  2. 8-seitige Jahresbroschüre erstellen mit allen Terminen (erreicht)
  3. Pflege (Einölen) des BIWa-Fußbodens (erreicht)
  4. Reparieren (Neuaufbau) des Fahrradanhängers (erreicht)
  5. Reparieren und Streichen der Sitzbänke (erreicht)
  6. Beenden des Imkermeister-Lehrgangs in Graz mit Meisterarbeit für Reinhold (erreicht)
  7. Erfahrungen sammeln mit Bienenstockluft, ggf. im Nachgang Gründung einer Selbsthilfegruppe Apitherapie (ausstehend wg. Corona)
  8. Angebot eines Jungimker-Kompaktkurses (Wochenendkurs im Oktober) (erreicht, Durchführung jedoch wg. Corona abgesagt)
  9. Erste Planungen für Photovoltaik-Anlage BIWa (da nicht umsetzbar, stattdessen 10 LED-Leuchten angeschafft)

Pläne für 2021

  1. Fertigstellen (Schweißen) des neu gebauten Fahrradanhängers, unserem „Bienentraktor“
  2. Anschaffung von Pedelecs zur Erleichterung der Bienenpflege an unseren 8 Standorten
  3. Errichten einer Naturmauer und Einbringen von Biotopholz im Wildbienen- und Insektenreservat des Bienengartens
  4. Ausarbeiten des Themas „Nachtaktive Pflanzen“ (Infoblatt, Beschilderung im Bienengarten, Weblog)
  5. 15 Beutenböcke bauen
  6. Außenfassade der Bienen-InfoWabe streichen
  7. Mitwirkung am Europäischen Volksbegehren „Bienen und Bauern retten“
  8. Kontaktarbeit mit Schul-Imkereien Bambergs im Rahmen unseres Unterstützungsprojekt „Supply my Schul-Imkerei!“

Unser übergeordnetes Ziel

Reinhold und Ilona im Bamberger Bienengarten (Bienenweg 2, Erba-Park)Der Erhalt der Bienenwelt in Bamberg ist unsere Leitschnur.
Wir legen dabei den Fokus auf die Honigbiene, da wir hier die weitreichendsten Qualifikationen haben. Dennoch haben wir bei unserem Tun auch ein Augenmerk auf die Artenvielfalt bei Wildbienen und anderen Insekten und schließen die entsprechende Flora mit ein.

Wie gehen wir dabei vor?
Wir sehen weiterhin und speziell durch coronabedingt ausfallende Kurse den hohen Bedarf an Fortbildungen und Imkerkursen innerhalb der Stadt Bamberg. Daher bleiben wir unseren Bemühungen treu, nachhaltige Perspektiven zu eröffnen. Den dabei zu leistenden Spagat zwischen Ehrenamt und Brotberuf sollten wir heuer leichter bewältigen können, da zumindest Reinhold Burger durch seinen erfolgreichen Imkermeisterabschluss den Entschluss gefasst hat, sich nebenberuflich stärker einzubringen.

Was wir nicht wollen: Immer mehr Jungimker/innen mit immer weniger Einsicht in eine verantwortungsvolle Bienenhaltung.

13.01. „Verwirkliche-Deine-Träume-Tag“ und die Bamberger Schulbiene

Die Bamberger Schulbiene in der HainschuleUnterricht an der LernbienenbeuteHeute am Verwirkliche-Deine-Träume-Tag – dem amerikanischen Make Your Dreams Come True Day – ging ich in unserem Fotoalbum zurück, um zu entdecken, welche Träume wir verwirklichen konnten. Vor 8 Jahren im Februar 2013 fand ich Fotos zu den Vorbereitungen für die Crowdfunding-Aktion zur Bamberger Schulbiene. Diesen Traum, für Bambergs Schulen in Sachen Bienen Unterricht zu halten, konnten wir tatsächlich noch im selben Frühjahr verwirklichen.

Entstanden daraus ist ein weiterer Traum, nämlich der Bau eines eigenen, gut erreichbaren „grünen“ Klassenzimmers, die Bienen-InfoWabe. Auch dieses ließ sich mit dem Willen und der Kraft vieler Menschen vom Herbst 2015 bis zum Frühjahr 2016 verwirklichen. Dem folgte ein Bienengarten-Traum, der 2017 seinen ersten Spatenstich zeitigte und in Coronazeiten ein wahrer Zufluchtsort auf der Erba-Insel wurde.

2. Treffen des Aktionskreises zum Volksbegehren "Naturschönheiten in Bayern erhalten – Rettet die Bienen", am 10.01.2019Statementgeber/innen zur Auftaktveranstaltung des VolksbegehrensDen Traum, Bienen nachhaltig zu schützen und zu unterstützen, träumen indes viele Menschen weiter. Kleine Meilensteine, die nicht auf „unserem Mist gewachsen“ sind, sondern von anderen kamen, wie das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“, unterstützten wir nach Kräften. So hoffen wir auf die Wirksamkeit des nächsten Schrittes, dem Europäischen Volksbegehren, welches bis zum 30.06.2021 läuft.

Bienenzeichnung auf dem Maximiliansplatz in BambergMit den Träumen Einzelner, die viele andere zu motivieren wissen, können gemeinsam tolle Ziele erreicht werden. Manchmal sofort, manchmal in Etappen, manchmal über Umwege. Verliert nie den Mut, den ersten Schritt zu gehen! Am heutigen Tag seid dankbar für alles, was geschehen konnte und haltet Ausschau nach einem guten neuen Ziel. Und nicht vergessen: „Tue Gutes und berichte darüber!“ Denn Motivation ist eine Superkraft! In diesem Sinne … happy „Verwirkliche-Deine-Träume-Tag“!

ID-Logics – eine praktische App zur Artbestimmung von Tieren und Gehölzen am Beispiel der Hummeln

Die App id-Logics ist ein tolles Hilfsmittel zur Artbestimmung für unterwegs. Beispielsweise 45 Hummelarten (dabei auch Wildbienen, die nur wie Hummeln aussehen oder fälschlich so bezeichnet werden) lassen sich prima identifzieren, neben Muscheln und Schnecken, Bäume, Sträucher und Frühblüher sowie Ameisen. Weitere Artengruppen sollen folgen. Wobei wir natürlich wild auf die Wildblumen sind, die es demnächst geben soll, aber auch auf Wildbienen, die leider noch nicht geplant sind. Kein Wunder, bei über 560 Arten!

Die Honigbiene selbst ist in Deutschland ja nur mit einer Art vertreten, der Apis mellifera, die wir auch ohne Hilfmittel jederzeit erkennen können. Wir hoffen, Sie auch!

Artengruppen der Bestimmungs-App ID-LogicsWas die Bestimmungsapp sehr sympathisch macht:

  • Weitestgehend kostenfrei und unabhängig von einem Netz
  • Plattform- und endgeräteunabhängig
  • Universitätsangebot mit Datenschutzgarantie
  • Der Entwickler dieser App, Prof. Dr. Jorge Gross und Institutsleiter innerhalb der Fakultät Humanwissenschaften und hier zur „Didaktik der Naturwissenschaften“ an der Uni Bamberg, ist uns persönlich bekannt (s. Bericht). Es ist cool, hinter dem Produkt das Gesicht zu kennen! 😉

Und so geht’s:

  1. Suchen Sie in Ihrem Appstore (z. B. Google Play) nach dem App-Namen, also id-Logics.
  2. Klicken Sie auf „Installieren“
  3. Sodann installieren Sie diejenige Artengruppe, die Sie auf Ihrem Gerät vorrätig halten möchten. Nur die Artengruppe „Bäume und Sträucher“ kostet € 2,99, alle anderen sind (bislang) frei erhältlich.
  4. Die installierten Enddaten sind dann tatsächlich unabhängig von einem Internetzugang auf Ihrem privaten Speicherplatz vorrätig, so dass Sie jederzeit auch in der Pampa auf Bestimmungsjagd gehen können. Doch wer seinen eigenen Speicherplatz nicht verwenden möchte, kann die Daten auch auf dem universitätseigenen Server hosten. Dazu muss man sich allerdings natürlich erst registrieren und anmelden.
  5. Nachdem die Artengruppe installiert ist, klickt man auf das App-Symbol und sieht sodann, welche Gruppe man installiert hat, und welche noch auf einen warten. Mit einem weiteren Klick auf die installierte Gruppe folgt eine Begrüßung, die einen auffordert, bestimmte Fragen zu beantworten, um sodann die gesuchte Art zu finden.
  6. Weitere Funktionen sind sehr übersichtlich, simpel und selbsterklärend bzw. mit Erklärtexten ausstaffiert, die erläutern, wie man vorgehen kann. Einfach mal ausprobieren!
  7. Auch ohne etwas zu suchen macht die App Laune. Bei Klicken auf die aufgelisteten Arten, z. B. „Bluthummel“, erhält man eine Vergrößerung des Bildes und darunter kurze Informationen, hier beispielsweise, dass sie „Von Ungarn auf dem Weg zu uns“ ist, die augenfälligsten Details zu körperlichen Merkmalen, ihren Verbreitungsgrad und die Flugzeiten. Der Reiter dazu nennt sich „Wissenswertes“.
  8. Weitere Informationen sind über die Reiter „Merkmale“, „Vorkommen“ (Text und Karte) und „Verwechslung“ ansteuerbar.
  9. Sehr gut kommt bei mir das Glossar an, und überhaupt poppt im Text bei Fremdwörtern eine Begriffserläuterung auf.
  10. Eine eigene Sichtungsliste mit Datum und Ort hilft, sich an seine Funde zu erinnern. Diese können auch gemeldet werden.

Kritik

Vorbehaltlich eines allerersten Eindrucks und noch ohne Geländeerfahrungen kann ich schon mal folgende Kritikpunkte anmerken, die allerdings „auf hohem Niveau“ stattfinden.

  • Es wäre mir lieb, würde ich vor der jeweiigen Artengruppen-Installation eine Info zum erwartbaren Datenvolumen erfahren.
  • Ich vermisse grundsätzlich Angaben zu genaueren Paarungs- und Schlupfzeiten, in denen man ja gerade besonders viele Exemplare sehen und bestimmen könnte.
  • Der Informationsgehalt ist unterschiedlich ausführlich. Für heutige Verhältnisse mögen kurze Texte ja genügen, mir selbst sind sie ein bisschen zu knapp gehalten. Aber ein Abgleich mit anderen Informationsquellen aus dem Internet steht mir schließlich offen. Immerhin kann ich schon mal die Art benennen, und genau dafür ist die App schließlich gedacht. Aaaaber …
  • … es sind nicht immer Weibchen UND Männchen abgebildet, die ja doch unterschiedlich aussehen können. Bei einer Einzelabbildung hätte zumindest die Geschlechtszuordnung Sinn gemacht.
  • Die Karte unter dem Reiter „Vorkommen“ ist toll und wäre noch besser, hätten zur groben Orientierung ein paar bekannte Städtenamen Eingang gefunden. Wir älteren Semester mögen aus der Erfahrung heraus gute geografische Kenntnisse besitzen. Doch wenn die App auch für Schulklassen genutzt werden soll, was wir planen, so wäre das eine echte Hilfe für die Kiddies.

Fazit

Must have! Wir wünschen der App eine möglichst rasche Verbreitung! Denn wie wir immer so schön sagen:

Was wir kennen,
lernen wir schätzen.

Was wir schätzen,
lernen wir lieben.

Was wir lieben,
lernen wir schützen.

Was wir schützen,
bleibt uns erhalten.

 

Neujahresvorsatz: Imker/in werden!

Silvesterblues? Nicht mit Bienen! Einmal eingetaucht in diesen Kosmos werdet ihr immer etwas Schönes und Sinnvolles zur Ablenkung haben. Sich umweltfreundlicher verhalten, Stress reduzieren und mehr Bewegung im Freien sind für viele Menschen die guten Vorsätze zum neuen Jahr. All das lässt sich durch das Trendhobby Imkerei verwirklichen. Doch viele regionale Imkervereine sehen sich wegen der Pandemiebeschränkungen seit diesem Jahr und bis auf weiteres nicht in der Lage, Jungimkerkurse durchzuführen. Unsere Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de springt hier in die Bresche und gibt ein Programm mit zwei unterschiedlichen Kursmodellen heraus.

Logo BLIB-Imkerkurs für AnfängerJahreskurs für Anfänger

Der Jahreskurs mit Beginn ab 26. März besteht aus zwölf Modulen mit Theorie- und Praxisanteilen und ist grundsätzlich auf ein Kalenderjahr angelegt. Absolviert werden kann der Kurs allerdings innerhalb von zwei Jahren. Das bedeutet, dass verpasste Termine im darauffolgenden Jahr nachgeholt werden können. Der Jahreskurs ist für absolute Anfänger geeignet und befähigt dazu, eigene Völker umsichtig zu pflegen, zu vermehren sowie Honig zu verarbeiten und zu vertreiben.

Alle Module sind derzeit als Präsenzveranstaltung geplant und unterliegen dabei den aktuellen Corona–Regelungen und Hygienemaßnahmen. Im Falle eines Lockdowns werden sie online veranstaltet oder nachgeholt. Es fällt folglich kein Kursmodul aus.

Logo BLIB-Jungimker-KompaktkursKompaktkurs zum Wiedereinstieg und Schnellstart

Wer bereits früher einmal geimkert und nun wieder einsteigen möchte, hat oftmals Fragen zu neuen Richtlinien bei der Varroabekämpfung oder zu modernen Verfahrensweisen der Bienenhaltung. Für diese Zielgruppe bietet sich ein einwöchiger Kompaktkurs an. Gedacht ist er auch für jene, die sich nicht so häufig auf den Weg nach Bamberg machen können und wollen, wie das beim Jahreskurs nötig wäre. Außerdem bringt es die Pandemie vermehrt mit sich, dass Verwandte oder Freunde aus gesundheitlichen Gründen überraschend ihre Völker abgeben müssen oder man gar die Bienen plötzlich vererbt bekommen hat. Es gilt, noch vor dem Auswintern etwa Ende März ein Minimum an Fachwissen in der Imkerei aufzubauen. Daher findet der Kompaktkurs bereits ab 15. März an sechs Abenden mittels Videochat statt. Den 15 Theoriestunden folgen später im Jahr zwei ergänzende Praxistage.

Logo Bienen-leben-in-Bamberg.de (BLIB)Informationsabend

Zu allen beiden Kursmodellen findet am 1. März ein kostenloser Informationsabend mit persönlicher Beratung durch Imkermeister Reinhold Burger und Imkerin Ilona Munique statt. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 0951/3094539.

Eines ist sicher: Diesen wegweisenden Neujahresvorsatz werdet ihr mit unserer Hilfe tatsächlich durchziehen und einlösen! Also dann – wir freuen uns auf unsere werdenden neuen Jungimker/innen! Guten Rutsch …

Eure Ilona und euer Reinhold,
Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Danke, Bienen!

Oxalsäurebehandlung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK20, Modul 12)

Teilnahmebescheinigung-BLIB-ImkerkursZum letzten Modul im denkwürdigen Fortbildungsjahr 2020 erschienen am Sonntag, 29.11. um 8 Uhr und bei frostigen Temperaturen unsere Kursteilnehmer des BLIB-Imkerkurs für Anfänger. Sie lernten am Lehrbienenstand „Bienenweg“ in Bamberg die Praxis der Oxalsäurebehandlung kennen. Ihnen allen ist die Teilnahmebescheinigung sicher, denn sie haben mindestens 8 Pflichtmodule von insgesamt 12 angebotenen Modulen absolviert und dürfen sich ab jetzt „Jungimker/in“ nennen. Herzlichen Glückwunsch!

Oxalsäure ist eine organische Säure, wie sie auch im Rhabarber, in schwarzem und grünem Tee und sogar in Schokolade zu finden ist. Sie ist zwar keine „Wellness-Behandlung“ für Bienen, doch gegen die Varroamilbe hilft sie recht effizient. Richtig angewandt liegt ihr Wirkungsgrad bei über 95%.

Die Oxalsäure wirkt – im Gegensatz zur Ameisensäure nicht in die verdeckelten Brutzellen hinein. Als Kontaktgift erreicht sie nur die Varroamilben, die auf den Bienen selbst sitzen. Für den Erfolg der Träufelbehandlung ist daher die (weitgehende) Brutfreiheit Voraussetzung.

Spätestens drei Wochen nach den ersten Frösten sind die Völker in der Regel brutfrei. Jetzt im Winter, bis etwa vor Weihnachten ist also die richtige Zeit für die Behandlung. Bereits um die Wintersonnenwende am 21.12. nämlich fangen Bienen oftmals wieder zum Brüten an.

Oxalsäurebehandlung Schritt für Schritt:

1. Bei einer Temperatur von 0 Grad, erfahrungsgemäß besser sogar noch ein wenig darunter, kann die Behandlung erfolgen. Am besten wäre es, es bliebe auch ein paar Tage später noch kalt. So kuscheln sich die Bienen zusammen und geben damit die Säure untereinander gut weiter. Seid ihr euch unsicher, dann befragt die Varroawettervorhersage.

2. Zuhause: Die in der Apotheke, im Imkerfachhandel oder über den Imkerverein erstandene Oxalsäurelösung (genaue Bezeichnung Oxalsäuredihydratlösung 3,5 % (m/V) ad us. vet.) vorbereiten, d. h. entsprechend der jeweiligen Gebrauchsinformation mit Zucker versetzen, falls sie nicht bereits schon als fertiges Produkt gemischt ist. Zur Menge siehe unter Punkt 7.

3. Die Oxalsäure muss bei der Verabreichung handwarm sein. Also entweder gut verpacken oder in einer ausrangierten Thermoskanne transportieren, der vorsorglich ein Totenkopfzeichen aufgeklebt werden sollte.

4. An der Beute: Jetzt gleich mal die Windel einlegen. An ihr werden wir direkt im Anschluss der Behandlung ablesen, ob zu viel Säure wirkungslos durch die Gassen abgeflossen ist, oder ob die Flüssigkeit die Bienen direkt erreicht hat. Circa eine Woche nach der Behandlung lässt sich anhand des Milbenfalls der Befallsgrad mit Varroen bzw. der Behandlungserfolg abschätzen.

5. An die Spritze einen Plastikschlauch befestigen und eine Pipettenspitze am Schlauchende aufstecken.

6. Säurefeste Einmalhandschuhe überziehen und Schutzbrille aufziehen.

7. Spritze aufziehen.

Menge: Bei kleinen, auf einer Zarge sitzenden Völkern ca. 30 ml, bis sehr starken, auf zwei Zargen überwinternden Völker ca. 50 ml Oxalsäurelösung. Pro besetzte Wabengasse entspricht das ca. 5-6 ml.
Hilfreich ist auch die Faustformel: Anzahl besetzter Wabengassen, ohne Mitzählen der schwach besetzten Gassen links und rechts der Wintertraube, daran eine 0 hängen, ergibt die Menge der erforderlichen Säure in ml. Beispiel 4 besetzte Wabengassen (ohne die Randwabengassen), eine 0 dranhängen, ergibt also 40 ml.

Behandlungsvorgang bei zwei Zargen: Obere Zarge vorne (Fluglochseite) ankippen und gleichmäßig in die geöffnete Wintertraube träufeln. (Die Wintertraube sitzt meist vorne über dem Flugloch, da sie ihre Wintervorräte entgegengesetzt vom Eingang einlagern.)
Es ist ausreichend, nur den unteren Teil der Traube zu behandeln. Die Bienen also nur in der unteren Zarge, je zweimal in jede Wabengasse träufeln. Den Rest kreuz und quer obenauf verteilen.

Bei einzargiger Beute bzw. Ableger nur den Deckel öffnen und die Oxalsäurelösung auf die Bienen in den Wabengassen träufeln. Nach Möglichkeit vermeiden, die Säure auf die Rähmchen zu bringen. Dort ist sie für die Behandlung wirkungslos. Falls die Traube weiter unten sitzt, ist eine Taschenlampe hilfreich, um die besetzten Gassen zu finden.

8. Nach einer Woche die Windelkontrolle durchführen. Etwa 80% der Milben fallen in den ersten sieben Tagen nach der Behandlung. Insgesamt hält der Milbenfall drei bis vier Wochen lang an.

Allerdings kann man ohnehin nicht mehr viel ausrichten, egal, welches Ergebnis man vorfindet. So die vorherigen Ameisensäurebehandlungen erfolgreich waren und keine Reinvasion den mühsam errungenen Erfolg zunichte machte, sollten sich nur wenige Milben zwischen den Wachsstückchen abzeichnen. Fallen mehr als 500 bis 1000 Milben, dann ist bei der Spätsommerbehandlung etwas schief gelaufen.

9. Die Träufelbehandlung sollte auf keinen Fall wiederholt werden! Eine zweite Behandlung verursacht einen stark erhöhten Bienenabgang, was die Überwinterung des Volkes gefährdet. Eine zu geringe Population schafft es nicht mehr, sich warm zu halten.

Übrigens: Seit Anfang 2017 ist auch eine Sprühbehandlung zulässig und seit 01.10.2018 ist die Oxalsäure ad. us. vet. nicht mehr apothekenpflichtig, sondern freiverkäuflich. Wir haben uns dennoch gegen das Sprühen entschieden, um die Wintertraube nicht mehr als ohnehin nötig auseinander zu reißen.

Imker-Kompaktkurs Online-Seminar 2021 – in einer Woche auf den neuesten Stand kommen

Der Imker-Kompaktkurs (Programm (PDF) findet online als Wochenkurs an sechs Abenden (Mo, Di, Do, Fr, Sa, Mo) jeweils ab 17 Uhr statt.

Die Inhalte werden analog denen des Jahreskurses angeboten, siehe BLIB-Imkerkurs für Anfänger. Der verdichtete Theorieteil von insges. 15 Stunden wird ergänzt durch zwei weitere Praxistermine im April und Juli mit insgesamt 6 Stunden. Bei Besuch der Praxiseinheiten und nach Absolvierung der Tests ist eine Teilnahmebescheinigung möglich.

Für wen? Gedacht ist der Imker-Kompaktkurs also speziell für jene, die sich nicht so häufig auf den Weg nach Bamberg machen können bzw. wollen, wie das beim Jahreskurs nötig wäre. Auch Wiedereinsteiger/inne/n kommt der Kompaktkurs sicherlich entgegen. Für jene, die bereits bei jemanden mitgeimkert hatten und nun mehr zum neuesten Stand der Bienenhaltung erfahren möchten, ist der Kompaktkurs ebenfalls ideal. Manchmal erbt man auch Völker und steht urplötzlich in der Pflicht, sich sofort um sie zu kümmern.

Zeitraum? Mo., 15.03.2021 bis Mo., 22.03.2021 zzgl. 6 Stunden Praxis April und Juli

Wann genau?

    • Mo., 15.03.21 | 17.00 – 20.30 Uhr
    • Di., 15.03.21 | 17.00 – 20.30 Uhr
    • Mi. frei
    • Do., 17.03.21 17.00 – 19.30 Uhr
    • Fr., 18.03.21 17.00 – 19.30 Uhr
    • Sa., 19.03.21 17.00 – 19.30 Uhr
    • So. frei
    • Mo., 15.03.21 | 17.00 – 20.30 Uhr

Was? Programm (PDF)

Für wen? Jungimker/innen, Wiedereinsteiger/innen, zur Auffrischung und Aktualisierung

Wie viel? € 590,- für 12 Module (15 Std. Online plus 6 Praxisstunden) inkl. Skript

Anmeldung? bis Fr., 01.03.2021; Kontakt siehe Impressum

Termine stehen! BLIB-Imkerkurse 2021 in Bamberg, Oberfranken, Bayern

Logo BLIB ImkerkurseDie neuen Imkerkurs-Termine in Bamberg aus dem Hause „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ stehen bereits, denn schon jetzt erreichen uns Anfragen fürs nächste Jahr. Coronabedingt suchen viele ein Hobby, welches sie auch zuhause oder in der Region ausüben können. Frische Luft, ein umfassendes Naturerleben sowie ein leckeres Ur-Produkt sind garantiert. Wer Spaß am Handwerk hat, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Nicht alles muss man einkaufen, einiges lässt sich super auch selbermachen, ob Böcke, Mittelwandwaben oder gar ganze Bienenstöcke.

Ein Infoabend mit Kursberatung findet am Mo., 01.03.2021 zwischen 19.00 und 20.30 Uhr statt. In lockerer Runde in einer Gastwirtschaft erhalten Interessierte Antworten rund ums Kursgeschehen und persönliche Beratung. Der Ort wird bei Anmeldung – bitte spätestens 3 Tage vorab! – bekannt gegeben.

Der Imkerkurs für Anfänger beträgt € 360,- für 12 Module, die innerhalb eines Jahres das gesamte Spektrum der Bienenhaltung über den Jahresverlauf abdeckt. Wer nicht alle Termine wahrnehmen kann, darf diese im darauffolgenden Jahr wiederholen. Außerdem gibt es für das Honigernten und -verarbeiten eine weitere Möglichkeit, dabei zu sein (siehe Honigschleudertage-Termine21.) Gegen Aufpreis von € 80,- ist sogar ein drittes Jahr anhängbar. Es sind also alle Chancen gegeben, die Bienenhaltung von Grund auf und mit vielen Praxisschritten so gründlich zu erlernen, dass der Start für Mensch und Biene ein gelungener sein sollte. Übrigens: Interessierte erhalten gerne Referenzen von ehemaligen Teilnehmenden genannt.

Desweiteren bieten wir einen einwöchigen Imker-Kompaktkurs vom 15. bis 22.03.2021 an.

Wir freuen uns sehr auf unsere neuen Kursteilnehmenden!

Einfüttern (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK20, Modul 11)

Standort Welterbe-GartenVorletztes Modul des 12-teiligen Imkerkurs für Anfänger 2020 bei Bienen-leben-in-Bamberg.de. Im Praxisteil am 23.08. erfuhren die Teilnehmenden, welche Materialien für den Vorgang des Einfütterns (Darreichungsformen) praktisch sind, wann der richtige Zeitpunkt ist und wie bzw. in welcher Dosierung eingefüttert wird. Die Theorie zur Einfütterung nahmen wir im Hof des Odeon-Kinos vor, in das wir nach dem Modul 10 zur Wachsverarbeitung und der Praxisvorführung des Einfütterns, also Modul 11, hinwechselten.

A. Darreichungsformen beim Einfüttern

1. Futtereimer mit Aufstieghilfe

Zunächst wird auf die oberste Zarge eine Folie aufgelegt, die einen Spalt breit umgeschlagen wird, damit die Bienen in die aufgesetzte Leerzarge gelangen können. (Die Leerzarge war wegen der vorangegangenen Varroabehandlung ohnehin bereits im Einsatz.)

In diese Leerzarge passende, meist eckige, Futtereimer können aus Joghurtkübeln oder Stapelboxen (Baumarkt) bestehen. Hauptsache, lebensmittelecht. Die Aufstiegshilfe – wir bevorzugen Stroh – kann später einfach auf den Kompost landen, wohingegen man Glasschwimmsteine erst wieder säubern muss.

2. Der Adam Fütterer

Adam FüttererDas entscheidende Merkmal an dieser Futterzarge ist eine Aufstiegshilfe in Form eines konischen, etwa handtellergroßen Kegels in einer ansonsten flachbödigen Schale, die das Zuckerwasser enthält. Die Bienen klettern im Inneren des Kegels hinauf, dann an der Außenschräge bis zum Flüssigkeitsspiegel hinunter und nehmen das Futter auf.

Da nicht sehr viele Bienen auf einmal durch den Kegel (auch: Dom genannt) gelangen können bzw. Platz auf der Außenfläche finden, geht die Zuckerwasseraufnahme langsamer als mit der Kübelfütterung vonstatten. Daher muss man häufiger nachgießen. Die Aufstiegshilfen sind übrigens mal als Kegel, mal als seitliche Schale, mal mittig, mal im Eck etc. erhältlich und die Futterzargen werden unter verschiedenen Herstellernamen (z. B. Frankenbeute, Liebig, Segeberger, Taunus …) angeboten.

Natürlich verursacht der Kauf dieser Futterzargen wieder extra Kosten. Es sei denn, man ist handwerklich geschickt und hat ohnehin Holzmaterial übrig. Und natürlich ist bei Verwendung des Adam-Fütterers eine Leerzarge erst mal nicht erforderlich, doch braucht man sie wieder zur zweiten AS-Behandlung.

3. Futtertaschen

Die Futtertaschen werden statt zweier Rähmchen direkt neben das Brutnest eingehängt. Daher ist der Weg für die Bienen recht kurz, was sich bei kühlem Wetter vorteilhaft auswirkt. Nachteilig ist der geringe Futtermengeninhalt, was ebenfalls ein häufiges Nachgießen des Zuckerwassers notwendig macht.

Auf Futterteig (also „Trockenfutter“) gehen wir hier nicht ein, da wir diese Art des langsamen Einfütterns um diese Jahreszeit, aber auch ganz generell nicht favorisieren.

B. Zeitpunkt des Einfütterns

  • Das reguläre Einfüttern erfolgt bei den Wirtschaftsvölkerm NACH der ersten Varroabehandlung mit Ameisensäure.
  • Manchmal kann eine so genannte „Zwangsfütterung“ auch noch später im Jahr anfallen, wenn erkennbar wenig Zuckerwasser aufgenommen wurde. Das passiert, wenn die Varroabehandlung zu heftig für das Volk ausgefallen ist, bspw. bei einer zu schnellen Verdunstung bei zu warmen Wetter. Das Volk wird dann fressfaul. Siehe hierzu in unserem Beitrag unter der Zwischenüberschrift: „Zwangsfütterung im Herbst sorgt fürs Überleben“.
    Doch häufig ist der Grund ein zu schwaches und / oder krankes Volk, so dass eine Auflösung ratsam sein kann.
  • Grundsätzlich Abends einfüttern! Verhindert die Räuberei unter den Bienenvölkern

C. Was wird eingefüttert?

  • Zur Einfütterung verwenden wir eine Zuckerlösung im Mischungsverhältnis 3:2, d. h. 3 Gewichtsanteile Zucker werden in 2 Anteilen Wasser gelöst. Als Zucker verwenden wir Haushaltszucker, also reine Saccharose. Zum Thema „Zucker“ siehe auch folgende Beiträge:
  • Alternativen zum Zucker sind fertige Futterlösungen auf Zucker- oder Getreidebasis. Darauf zu achten ist, dass sie als Bienenfutter deklariert sind. Bienenfutter besitzt ein speziell auf die Bedürfnisse der Bienen abgestimmtes Spektrum von Zuckerarten.
  • Wirtschaftsvölker füttern wir mit 20 Kg Zucker ein, entsprechend rund 33 Kg Futterlösung im 3:2-Mischungsverhältnis. Ableger werden mit 15 Kg Zucker eingefüttert, entsprechend ca. 25 Kg Futterlösung.
  • Tragen Bienen nach der Honigernte (die bei uns nur einmal im Jahr im Monat Juli erfolgt) erneut viel ein, wird entsprechend weniger Zucker eingefüttert. Zusätzlich verbleiben bei unserer Betriebsweise mindestens 5 bis 10 Kg Honig im Brutraum. Daher vorher kurze Kontrolle der Situation und die Bedarfsmenge anpassen.

D. Wie wird eingefüttert (Dosierung)?

  • Einfüttern der BienenvölkerWichtig: Nichts neben die Beute hinaus kleckern! Andere Bienenvölker werden sonst angelockt und zur Räuberei verleitet. Am besten, man stellt sich einen Kanister mit Wasser zum Säubern bereit.
  • Wirtschaftsvölkern kann (muss man aber nicht) das gesamte Futter in einer großen Portion auf ein Mal verabreicht werden.
  • Ableger werden langsam in mehreren Portionen eingefüttert. Wird ein Ableger zu schnell gefüttert, leidet die Bruttätigkeit, da auch das Brutnest mit Futter vollgefüllt wird.
  • Devise ist, lieber etwas mehr einfüttern, als verhungerte Völker im Frühjahr. Überschüssige Futterwaben werden im Frühjahr den Völkern entnommen und finden bei der Ablegerbildung weitere Verwendung.
  • Manchmal dauert es witterungsbedingt zu lange, bis die Bienen das Zuckerwasser aufgenommen haben, vor allem bei kühlem Wetter. Gäriges Zuckerwasser daher entfernen, abwiegen und die entsprechende Menge erneut anbieten.

Einfüttern der Bienenvölker

Wachsverarbeitung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK20, Modul 10)

Wachs war und ist im Grunde immer noch wertvoller als Honig. Im Rahmen des Imkeranfängerkurses trafen wir uns im Welterbe-Garten zum Modul 10, „Wachsverarbeitung“. Netterweise sandte Petrus die letzten Tropfen über die Gärtnerstadt nur bis fünf Minuten vor 14 Uhr. Schnell also noch die Bänke abgewischt, die Masken zurechtgerückt und los ging’s mit der Wachsverarbeitung an 5 Stationen. 

Inmkerkurs, Modul 10, Wachsverarbeitung

Wachsverarbeitung an 5 Stationen

Die Phasen der Wachsbearbeitung lassen sich in einem früheren und sehr ausführlichen Blogbeitrag mit Checklisten nachlesen. Daher hier nur Ergänzungen.

Entscheidend für die Verarbeitungsweise ist immer das Ausgangsmaterial, also ob Entdeckelungswachs, Drohnenwachs, Altwaben oder geschmolzenes, gereinigtes Grundwachs zur Mittelwandwabenherstellung. Dementsprechend benötigt man unterschiedliche Geräte und Hilfmittel.

Vieles lässt sich im normalen Haushalt finden – natürlich erst nach Absprache mit den Küchenverantwortlichen! Allerdings raten wir davon ab, benutzte Teile in die Spülmaschine zu geben, denn das Wachs verstopft dauerhaft die Düsen. Altgediente Teile können aber so einer neuen Verwendung zugeführt werden.

Manche teure Geräte lohnen sich nur für größere Mengen, so die Mittelwaben-Wachspresse oder ein elektrischer Schmelztopf. Oft gibt es dafür (nicht ganz so kommoden, aber brauchbaren) Ersatz. Andere Geräte wie ein Trafo-Einlöter sind zwar ebenfalls nicht gerade billig, doch unverzichtbar. Da muss man in den sauren Apfel beißen. Eventuell kann man sich manches mit anderen Imker(inn)en teilen.

Und vor allem: Erst anschaffen, wenn man die (länderspezifischen) Fördermöglichkeiten überprüft hat! Denn das Rechnungsdatum ist entscheidend! Bereits vorhandene Imkergeräte sind nicht förderfähig. [Für Bayern -> Förderwegweiser -> MayMBL], s. a. Blogbeitrag Amtliches und rechtliches zur Bienenhaltung]

Fotogalerie AK20, Modul 10

Literatur

NLiteratur zu Wachsach einer kurzen Pause, in der wir mal kurz durch den Welterbe-Garten schlenderten und das Gemeinschaftswerk und die Aussicht über die Untere Gärtnerei bewunderten, konnten noch ein paar Bücher zur Wachsverarbeitung eingesehen werden. Für die Teilnehmenden des Imkerkurses sind die Titel aus unserer Imker-Bibliothek natürlich ausleihbar. Hier die Literaturliste-Wachsverarbeitung.

Mittelwand einlöten

Als Materialaufwand sind zu nennen der Trafo-Wabeneinlöter (umschaltbar Eisen/Edelstahldraht) für ca. € 70 sowie ggf. ein kleiner Keil. Erleichternd wirkt ein Holzplatte als stützender Unterbau in den Innenrähmchenmaßen, dem man zwei Auflageschienen auf der Unterseite anbringt.

Sodann ging’s mit einer praktischen Übung, dem Einlöten von Mittelwandwaben, weiter. Immer erst muss überprüft werden, ob alle Drähte straff sitzen. Gegebenenfalls ist mit einem Drahtspanner nachzuarbeiten. Sind die Drähte danach immer noch zu locker, lässt sich auch ein kleiner Keil am Rahmen einklemmen, um dann die Wabe einzulöten. Sitzt die Wabe fest, kann der Keil wieder entfernt und der überstehende Draht an den Rahmen angedrückt werden.

Das Löten selbst setzt im Grunde keine allzu großen Feinheiten voraus. Die Mittelwände sollen nicht kalt sein und lediglich die richtige Andockstelle der beiden Drahtenden müssen gefunden und mit je einer Pol unter Strom gesetzt werden. Und natürlich muss der richtige Schmelz-Zeitpunkt gefunden werden, damit der Draht nicht durch die Wachsschicht durchschmilzt. Doch auch das kann wieder repariert werden. Unsere Teilnehmenden hatten den Bogen jedenfalls sehr schnell raus und jeweils eine perfekte Mittelwandwabe zustande gebracht.

Fotogalerie Waben einlöten

Der nächste Beitrag wird sich um das Modul 11, das Einfüttern drehen. Bis bald!

Von Bienen, Honig und der Imkerei zum Sommerprogramm von Grünes Bamberg

Von allen unseren vier Themen – Bienen, Honig, Imkerei und Natur – gab es im Rahmen des Sommerprogramms von „Grünes Bamberg“ am 22.08.2020 einen mal groben, mal feinen Einblick für unsere Gäste der Bienen-InfoWabe.

Die Bienen-InfoWabe und seine Ausnahme-Gäste

Fünf Erwachsene und zwei Kinder „füllten“ in Coronazeiten genau richtig den Raum, um genügend Abstand zu halten. Es war bisher unsere einzige Indoor-Veranstaltung in diesem denkwürdigen Jahr, da wir alle Veranstaltungen entweder absagten oder nach draußen verlegten. Doch der einzige richtige Regen der vergangenen Wochen machte uns diesmal einen Strich durch die Rechnung. Andererseits … in unserem grünen Klassenzimmer können wir doch besser auf Ausstattungsgegenstände zurückgreifen, die uns im Freien gefehlt hätten. Ja, wir haben die Bienen-InfoWabe schließlich nicht ohne Grund gebaut.

Die Bienen

Bienenmodell, HonigblaseSo ließ sich an unserem Bienenmodell die Honigblase recht anschaulich zeigen. Sie birgt den Nektar, der sodann im Stock unter Beimengung von körpereigenen Enzymen und unter Mithilfe der Bienenschwestern zum Honig wird. Dass dieser bei Fertigstellung unter 20% Wassergehalt hat und damit für Bakterien uninteressant und daher ewig haltbar ist, und wie die Bienen so genau wissen, ab wann er trocken genug zum Verdeckeln ist, bleibt ihr großes Geheimnis. Ebenso, wie sie mit ihren ausgeschwitzten Wachsblättchen so supertolle Waben bauen können.

Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.deDoch bevor wir detaillierter zum Thema Honig kamen, mussten wir doch erst einmal unser so wichtiges „wildes“ Haus- und Nutztier genauer kennenlernen. Wie viele Beine, Augen und Flügel sie hat und wo ihre „Nase“ sitzt, war nicht so ohne Weiteres geklärt. Doch wir wurden von der Erstkläßlerin Marleen und dem baldigen Vorschulkind Oskar fachlich bestens unterstützt. Sie hatten einiges an Vorwissen mitgebracht. Wobei uns der Opa Peter Gack versicherte – ER war’s nicht, der es ihnen beigebracht hätte! Auch Katharina Müllerschön verneinte eine direkt Beteiligung … na, ob wir das glauben?! 😉

Ein Blick in den „Fake“-Bienenstock zeigte sodann den Aufbau der Bienenwohnungen und was darin so vorgefunden werden kann. Beispielsweise Wabenrähmchen mit eingelagertem Pollen und der Bienenbrut sowie – leider – der Varroamilben. Alle durften schätzen, wie schwer eine (echte!) volle Honigwabe ist und rechnen, wie viele Gläser aus einer Wabe heraus kommen können.

Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.de Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.de

 

 

 

Die Imkerei

Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.deAls einziges Insekt von rund einer Million weiterer Arten konnte der Mensch die Bienen am Haus halten und für seine Süßungs- und Konservierungsbedarfe als auch als Wachslieferant zu seinem Wohle nutzen. Heute hat ihre Bestäubungsleistung den wirtschaftlich größten Nutzen. Ohne sie wären gut 80% unserer Erträge nicht vorhanden und / oder qualitativ nur schlecht ausgebildet. Ohne Honigbiene würde es auf unseren Teller sehr, sehr leer werden, wie ein Blick auf die aufgehängte Grafik mit den Ertragsmengen in der Landwirtschaft durch Bienenbeflug zeigt.

Dass wir nur 20% des deutschen Honigbedarfs durch Apis mellifera decken können, ist ebenfalls kein gutes Zeichen. Die Imkerei in Deutschland müsste viel mehr gefördert werden, was natürlich auch eine gute Wechselwirkung hinsichtlich der Bestäubung hätte.

Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Der Honig

Nach diesem Übergang kamen wir dann zur Honigverkostung. Wir verglichen die Lage „Schiffbauplatz“ mit der Lage „Weide“, beide Völker nahe der Regnitz beieinanderliegend, dennoch unterschiedlich vom Geschmack. Je nach angeflogenen Trachtpflanzen und des witterungsbedingten Nekatarflusses – wenn es zu trocken ist, dann logischerweise auch weniger Nektar – varriieren Gaumengenuss und Ertragsmenge.Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.de

Der Trauben- bzw. Fruchtzuckeranteil bestimmt die Konsistenz, also ob mehr fest oder flüssig. Waldhonig (Blatthonig) hat einen höheren Fruchtzuckeranteil, bleibt also beinahe immer flüssig. Blütenhonig hingegen kristallisiert mit der Zeit aus, Der sehr hohe Traubenzucker beispielsweise bei einem Rapshonig führt zu einem so schnellen Festigungsvorgang, dass er sofort nach seinem Eintrag geerntet werden muss, sonst bleibt er in den Wabenzellen stecken.

Abschied

Vortragsthema Bienen, Honig, Imkerei zum Sommerprogramm von "Grünes Bamberg" / Bienen-leben-in-Bamberg.deDr. Juliane Fuchs, die das Programm federführend organisiert hat, bedankte sich im Namen des Parteivorstands für unsere Ausführungen mit zwei Büchern und einer Spende. Wir freuten uns sehr, dass Groß wie Klein die Bienenwelt neu entdecken konnten und sich fasziniert zeigte. Denn das ist der Plan … was uns begeistert, das sehen wir einfach mit anderen Augen und Herzen und kümmern uns viel besser darum … was bei der überwiegenden Anzahl an „Grünen“ hier ja fast wie Eulen nach Athen tragen bedeutete.

Doch auch unsere Gäste Anna und Thomas (der sich im Juli-Transition-Stammtisch online unserem Honigschleuderthema zugeschaltet hatte), ließen sich offenkundig voll auf unsere Lieblingsthemen ein. Anna überlegt sogar, ob sie nicht auch selbst die Bienenhaltung erlernten möchte. Wir würden uns jedenfalls freuen, sie zum nächsten Anfängerkursjahrgang wieder zusehen.

Danke für euer Kommen und den Glanz in euren Augen! Wir sind uns sicher, der Bienenvirus, an den ihr euch heute angesteckt habt, wird euch bereichern!