Praxis der Lebensmittelüberwachung des Honigs in Bamberg

Immer wieder erreichen die Verbraucher/innen Nachrichten von gepanschtem, verfälschten und mangelhaften Honigen. Aktuell berichtet die Frankfurter Allgemeine im Artikel Klebrige Geschäfte über den Hase-und-Igel-Lauf zwischen zweifelhaften Exporten und Lebensmittellaboren. Mit immer gewiefteren Methoden verschleiern Übeltäter ihre Vorgehensweisen, mit Sirupen gestreckten Honig in den Versand zu bringen. Mit immer genaueren Analysemethoden und Datenbanken versuchen Chemiker/innen, ihnen auf die Schliche zu kommen. Der Artikel von Piotr Heller liest sich tatsächlich wie ein Krimi.

Dazu passt es gut, dass wir ebenfalls jüngst ein Schreiben der Lebensmittelüberwachungsbehörde der Stadt Bamberg erhielten, das uns in Kenntnis setzte, dass einer unserer Bamberger Lagenhonige derzeit amtlich überprüft werden würde. Wir hegen keinerlei Befürchtungen zum Ergebnis.

All unsere Ernten sind dokumentiert und so konnten wir sofort überprüfen, um welche Charge es sich genau handelte, wie hoch unser eigener ermittelter Wassergehalt war und wie sich die Umstände am Tag der Ernte und Verarbeitung gestaltet hatten.

Außerdem bewahren wir grundsätzlich zwei Gläser zur Rückstellung auf. Das heißt, einer der Honige wird unter suboptimalen Bedingungen (Licht, Wärme) aufbewahrt. So können wir beobachten, wie er sich schlechtenfalls entwickelt, falls es Verbraucher/innen nicht so genau mit dem Hinweis „kühl, trocken und dunkel lagern“ nehmen.

Entnommen wurde laut Mitteilung und wie wir aus unseren Aufzeichnungen nachvollziehen konnten ein Honig aus den Buger Wiesen. Im Verkauf hat diesen unser (einziger) Zwischenhändler, die Bürgerspitalstiftung Bamberg. Die Lebensmittelüberwachung lässt ein Glas vor Ort, der in einer Plastiktüte versiegelt auf das Ergebnis des mitgenommenen Glases wartet. Ist alles in Ordnung, kann die Charge weiterhin verkauft werden. Falls das Labor Beanstandungen hat, erfährt es das Ordnungsamt der Stad Bamberg innerhalb etwa 4 Wochen. Wir selbst erhalten keinen Bescheid. Nun ja, sicherlich doch aber dann, wenn Gefahr in Verzug ist.

Außerdem wird nach der richtigen Etikettierung gesehen. Hier sind wir ebenfalls sicher, dass alles seine Ordnung haben wird. Schließlich lehren wir unseren Imkerkursanfänger/innen all diese Details im Modul 8 und versichern uns alle Jahre wieder, noch nach aktuellen Richtlinien zu verfahren. Wir können also weiterhin gut schlafen.  Und wie heißt es so schön? „Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen!“

[Aktualisiert 5.10.2021 19:40]

BIWa-Saisonende 2021 in gesellig-gemütlicher Runde

Das zweite Jahr in Folge ohne Abschlussfeier, doch mit vielen vertrauten und einigen neuen Gästen endete die BIWa-Saison am 19.09.2021. Obgleich die Pressemeldung an den FT versehentlich die Redaktionen nicht erreicht hatte, waren wir zu keiner Zeit alleine in unserem herbstlich gestimmten Bienengarten.

Unsere Bienenpatinen und -paten

Ein Viertel von zwei Dutzend Gästen waren Bienenpat(inn)en. Tagebücher dürfen persönlich geschrieben sein, daher erlauben wir uns etwas Ausführlichkeit in diesem letzten Blogbericht 2021 aus der Saison der Bienen-InfoWabe.

Mit Bienenpate Daniel Schiller tauschten wir uns über die Untiefen der Lehre in Corona-Zeiten aus. Wir peilen an, im nächsten Jahr seine Abschlussklasse der Wirtschaftsschule mit einer Bienenführung beglücken zu dürfen, die den Schwerpunkt auf Erdkunde legt. Daniel steht bereits in der 4. Patenrunde, also seit 2014, und er versicherte, uns weiterhin unterstützen zu wollen. Danke dafür! – und natürlich für die fein säuberlich vom Etikett befreiten Rückgabegläser! 

Seit 2015 steht uns Dietmar Schalkhäuser treu zur Seite, der uns heute mit seiner Frau Claudia besuchen kam. Er holte sich seine Bienenpatengaben ab, kaufte aber zusätzlich zu den ihm zustehenden vier Gläsern noch einige dazu. Ja, das war schlau von unserem Feinschmecker, denn unser Erntevorrat ist in dieser Saison begrenzt! Aber nachdem es  schwesternseits eine von uns neu herangebildete Imkerin gibt, besteht ja die große Chance, sich von unserem Angebot unabhängig zu machen. Hoffentlich aber bleibst du bzw. bleibt ihr uns dennoch als Pate erhalten!

Anne und Hans Zirkel, beide seit 2016 mit jeweils einer eigenen Bienenpatenschaft und zusätzlichen Spenden Bambergs Bienen unterstützend, pausierten nach einem längeren Spaziergang in Erba-Park auf unserer Gartenbank und in gemütlicher Runde. Ob Saison-Start oder -Ende, ob Honigschleudertage oder sonstige Events – wir freuen uns jedesmal, wenn die beiden uns dabei begleiten, denn trotz ihrer „Stammtreue“ ist das ja nie selbstverständlich! Ja, mit euch hat das schon richtig was Familiäres!

Apropos gemütliche Runde … Albert Fresz, dem wir nicht nur eine Bienenpatenschaft, sondern auch ein Wachsschmelz-Domizil zu verdanken haben, zeigte sich von seinem ersten Besuch bei uns so sehr inspiriert, dass er fürs nächste Jahr um eine Führung für die Mitglieder des Welterbe-Gartens bat. Er hatte sich die Bienen-InfoWabe und den Bienengarten nicht so groß vorgestellt und war voll des Lobes. Na, da teilten wir doch angesichts seiner Begeisterung sehr gerne unseren mitgebrachten (glutenfreien) Zwetschgendatschi aus Reinholds Backstube!

Unser „jüngster“ Bienenpate, Markus Weingarten, brachte nicht nur ein bereits geleerte Honigglas aus dem kürzlichen „Geburtstags-Bienenpaten-Sortiment“ mit, sondern auch viel Zeit und Muse mit, sich erstmalig bei uns vorzustellen. Sein beruflicher Hintergrund – u. a. Psychologiestudium 1996 an der Uni Bamberg, PhD an der Katholischen Universität Eichstätt und bei Bosch, mit einem Master in Wirtschaftswissenschaften in Bayreuth versehen und seit 14 Jahren bei Siemens-Healthcare – hätte noch viel mehr Anlass zur Unterhaltung geboten. Doch ist er keiner, der eine gemeinsame Unterhaltung dominiert. Wir hoffen auf Vertiefung, und dass seine Tochter Sophia ebenfalls bald den Weg zu uns und den Bienen finden wird!

Weitere geschätzte Gäste

Am letzten Öffnungstag nutze eine vierköpfige Familie aus Rothensand unser Angebot zur Beratung, denn sie hatten überraschend vom Opa drei Bienenvölker überlassen bekommen. Da die selbstgefertigten Beuten noch aus DDR-Zeiten stammten, rieten wir zur Umsetzung auf ein Zandermaß, um mit anderen Imker/innen kompatibel zu werden. Dem 13-jährige Sohn Leon empfahlen wir, sich einen Verein in der Umgebung zu suchen und einen Kurs zu absolvieren.

Die ehemalige Stadträtin Annerose Ackermann und Mitglied im Förderverein der Gaustädter Schule sah mit Mann und gemeinsamen Freund vorbei, um Honig zu kaufen und um ihr Interesse an einem Schulbienenunterricht für die Schüler/innen zu erneuern. In 2019 mussten beide Termine wegen sehr schlechtem Wetters abgesagt werden – und was 2020-21 passierte bzw. eher NICHT geschehen konnte, ist hinlänglich bekannt.

Besucht hat uns außerdem unser Imkerkollege Leo Weingärtner mit Monika, dessen Kunde über ein weiteres Jahr der Bienenhaltung aller anderslautender Planung zum Trotz uns sehr erfreute! Wir hoffen, dass einer seiner Ableger in die Hände von Noemi gerät, die heuer ihren Imkeranfängerkurs bei uns mit einem Nachhol-Modul endgültig abgeschlossen hatte.

Die restlichen Besucher/innen waren Honigkäufer/innen, die gezielt die Ernte aus ihrer unmittelbaren Wohnumgebung wollten. Es ist ja wirklich schön, das ganze Jahr über die Bienen bei ihrem Sammeln zu beobachten und genau zu wissen, woher die goldene Süße stammt.

Mit allen unseren geschätzten Gästen konnten wir Dank des sonnig-milden Wetters draußen plaudern und uns in heiterer Stimmung vom Sommer verabschieden. Ja, zusammen tut es weniger weh, den kürzeren, bienenflugarmten Tagen entgegen zu sehen.

Die Bienen-InfoWabe wird nun von allem, was feuchtigkeits- und frostempfindlich ist, geräumt, dann geputzt und winterfest gemacht. Die Sitzbänke und botanischen Pflanzschilder bleiben aber noch eine Weile draußen, solange das Wetter gut ist und zum Spazierengehen und Verweilen im Erba-Park einlädt.

Saisonstart 2022 ist am 3. Sonntag im Monat April, also dem 17.04., was nächstes Jahr mit Ostersonntag zusammenfällt.

Bis dahin – bleibt gesund und vergesst auch über den Winter die Bienen nicht! Summ-summ-summ!

Bienenpatenbesuch zu den Honigschleudertagen 2021 an Sternwarte und Weide

Insider wissen, dass unsere Bienenpat(inn)en für deren Unterstützung einen kostenlosen Honigschleudertag erleben dürfen. Trotz Corona konnten wir das Angebot im reduzierten Platzangebot auch 2021 wieder durchführen.

Angemeldet hierfür hatten sich Anne und Hans Zirkel, Rita Bender und Stefan „Inkognito“, Anne Göpel und Andreas Becker. Der 10-jährige Yannick war natürlich „Special-Guest“ und durfte bevorzugt an der Schleuder für Speed sorgen. Auch beim Entdeckeln stellte er sich geschickt und umsichtig an. Seinen Vater Andreas durften wir zu diesem Anlass endlich einmal kennenlernen, war uns doch seine Freundin Anne schon länger bekannt.

Schon länger wärt die Bienenpatenschaft von unseren Zirkels, die treue Sommergäste unseres Imkerevents sind. Das Schleudern an „ihrer“ blitzblanken Schleuder überlassen sie dabei großmütig den anderen. Hans machte sich wie immer geschickt und flott über das Entdeckeln her, wobei er dieses Jahr leider nicht allzu viel zu tun hatte. Viele Waben waren nur zum Teil verdeckelt. Doch da die Spritzproben positiv ausfielen, durften wir das leckere Goldprodukt guten Gewissens dennoch verarbeiten, wenngleich der Wassergehalt heuer tatsächlich höher als üblich ausfiel. Selbstverständlich aber unter der Höchstgrenze nach der Deutschen Honigverordnung, eh klar.

Die Lagenstandorte, an denen wir mit unseren Bienenpat(inn)en zugange waren, heißen „Berggebiet/Sternwarte“ und „Inselstadt/Weide“.

Ernte „Sternwarte“

An der Sternwarte waren die Bienen wetterbedingt ein wenig aufgeregt, so dass wir leider vom Wabenziehen her nur unsere Kursteilnehmer/innen (hier ein tieferer Einblick in Ernte und Verarbeitung) und die erwachsenen Bienenpaten ran ließen. Yannick hat sicherlich dennoch einen interessanten Einblick in die Imkerei bekommen. Im Anschluss gab’s ein Picknick vor der Kulisse der Sternrwarttürme, da wir somit ein für 9 Personen zu dichtes Aufeinandertreffen in unserer Küche vermeiden konnten. Die drohenden Regenwolken hielten sich bis zum Aufessen netterweise mit ihrer Entladung zurück

Ernte „Weide“

Eine kleinere Gruppe waren wir bei der Ernte im Garten von Bienenpatin Gabriele Loskarn an der Weide. Da der Ertrag auch hier eher bescheiden war, verbrachten wir einen gemütlichen Plauderabend mit unseren Patenpaaren, die sich untereinander nun ja auch schon länger kennen und schätzen gelernt hatten. Also zwei sehr unterschiedlich gestaltete Erlebnistage, an der wir – jede auf ihre Art – unsere Freude an der Imkerei miteinander teilen.

Herzlichen Dank für euer Dabeisein und noch einmal auch vielen lieben Dank für eure Gastgeschenke, die wir direkt bzw. später als Päckchen, von euch erhalten haben – nebst eurer Mitmach-Hilfe und ganz generell eurem Bienenpaten-Dasein! Wir freuen uns, dass es euch für uns und die Bienen gibt!

Honigverarbeitung von 6 Standorten (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK21, Modul 8)

Logo BLIB-Imkerkurs für AnfängerDer jeweils vormittags geerntete Honig aus den Standorten Fünferlessteg, Bienenweg, Buger Wiesen, Sternwarte, Villa Dessauer, Schiffbauplatz und Bughof wurde von den Teilnehmer(inn)en des Imkerurs für Anfäger nach einem Mittagsimbiss entdeckelt, der Wassergehalt gemessen, verkostet, geschleudert, abgefüllt und etikettiert. Das praktische Tun wurde dabei mit theoretischem Hintergrundwissen unterfüttert.

Start in die Verarbeitung

Zunächst wurden punktuell einige Honigrichtlinien und Grundlagen der Lebensmittelhygieneverordnung vermittelt, sodann das Einrichten einer sinnvollen Verarbeitungsstrecke nebst kurzer Inputs zu Gerätschaften wie Entdeckelungsgabel, Schleuder und Honigtopf etc.

Wir tragen den Vorgang in einen „Laufzettel“ ein, der jede Ernte und ihre Verarbeitung, getrennt nach Standorten („Lagen“), begleitet. Neben unserer hausgemachten Excel-Ausfertigung des sogenannten „Honigbuchs“, welches wir in der Kursorganisation zur Verfügung stellen, gibt’s zu Dokumentationszwecken eine einfache Variante unter „Die Honigmacher“.

Waben entdeckeln

Die Rätselaufgabe, wie wohl die einzelnen Teile des Entdeckelungsgeschirrs zusammenzufügen sind, wurde von allen schnell gelöst, denn viele hatten sich ja bereits länger schon mit Youtubefilmen selbst in die Imkerei eingeführt. Wir lieben es dennoch, dabei zuzusehen. Denn so vergessen wir nie, wie auch wir einmal als Frischlinge stolz auf jedes neu erlernte Detail waren. Schützt vor Hochmut und senkt den Erwartungspegel.

Sodann konnte das Entdeckeln beginnen. Zur Auswahl standen Entdeckelungsgabeln in unterschiedlicher Ausführung wie Holz- oder Plastikgriff. Jede/r konnte ihr/sein Lieblingsgerät für sich entdecken. Ziel war, die Waben beim Abheben der Wachsschicht möglichst nicht über Gebühr zu beschädigen, damit sie später beim Ausbauen von Brutzellen nicht zu buckelig werden und damit das Bewegen und Herausziehen der Rähmchen in den Beuten erschweren. Was mit dem wertvollen Entdeckelungswachs geschieht, wird näher erläutert im Modul 10.

 

Wassergehalt messen

Um den Wassergehalt festzustellen, der unter 20% (DIB: 18%) sein muss, wurde die Nutzung des Refraktometers, wie sie übrigens auch Winzer/innen verwenden, geübt. Je nach Lichteinfallswinkel ist der Prozentwert auf der Skala mal mehr, mal weniger schnell zu erfassen. Je mehr Lichteinfall, desto besser.

Grundsätzlich kann und sollte mehrmals gemessen und ein Durchschnittswert ermittelt werden, also z. B. einmal direkt aus der Wabe heraus (je nach Trachteintrag und -zeitpunkt sind diese recht unterschiedlich), dann nach dem Schleudern aus dem Abflusshahn heraus und nach dem Durchmischen durch Rühren und vor dem Abfüllen. Das Umgebungsklima nimmt direkt Einfluss auf die Werte. Je höher also die Raumfeuchtigkeit, desto höher kann auch der Wert schnellen.

Da heuer die Honigfeuchtewerte allesamt im mittel- bis sehr hohen Bereich lagen, findet ihr in einem eigenen Blogbeitrag Tipps, wie er zu senken ist.

 

 

Verkostung / Tasting

Das Aromarad hilft, Feinheiten des Honigs in Sachen Geruch, Konsistenz, Mundempfinden (Sensorik), Geschmack und im Abgang – wie beim Wein auch! – herauszufinden und zu beschreiben. Für Verkaufsgespräche und bei Beanstandungen nicht ganz unwichtig.

Schmeckt der Honig beispielsweise etwas herb-bitter und „medinzinisch“ und hat einen Grünstich, handelt es sich meist um Lindenhonig und nicht um einen chemisch verunreinigten Fall, wie mal eine Kundin mutmaßte. Doch, Achtung! Nicht einfach auf Verdacht eine Sortenbzeichnung aufs Etikett schreiben! Es dürfen nur laboruntersuchte Honigsorten angegeben werden. Daher noch ein paar Grundinformationen zu Honigrichtlinien als Verbrauchertipps zusammengefasst (unser Blogbeitrag).

Schleudern

Für diesen Vorgang war das tropffreie Einsetzen der nun offenen Honigwaben die haptisch größte Herausforderung. Wer über dickere Rähmchenoberträger verfügt, hat ihr eindeutig einen grifflichen Vorteil. Alle anderen suchen sich eine dritte Hand, die den Boxendeckel als Tropfschutz unter der Wabe mitführt.

Kontrolle! Ist der Quetschahn des darunter stehenden Honigtopfs auch wirklich, wirklich fest zugedreht?! Nebenbei: Ein kleiner Eimer mit kaltem Aufwischwasser und Wischlappen in der Nähe ist nicht dumm.

Die Waben wurden in unserer Vier-Waben-Tangentialschleuder sicher in die dafür vorgesehenen Löcher und in gleicher Richtung zeigend eingeführt. Dabei sollten sich  wenigstens die sich gegenüberliegenden Waben vom Gewicht her gleichen, um Unwucht zu vermeiden. Kaufempfehlungen für Low-Budget-Schleudern für die Kleinstimkerei siehe in der internen Kursorganisation. Möglich wäre aber auch Tropfhonig, also nur über Sieb und Topf.

Die Anschleuderung erfolgt zunächst noch mit mäßigen Tempo zweckst Verhinderung von Wabenbruch. Dann werden die Waben in der Trommel gewendet und erneut ruhig und gleichmäßig an der Kurbel gedreht.
Ab der nächsten Wendung kann dann „speedy gemacht“ werden. Nochmal wenden und die Wabe kommt federleicht heraus und wird in die bereitstehende Box verbracht.

Nicht vergessen: Rechtzeitig den Quetschhahn über dem mit einem Sieb versehenen Honigtopf öffnen, damit der steigende Honigstand in der Trommel nicht das mittig angebrachte Lager erreicht. Und immer wieder einmal einen Blick darauf, ob die Ausflussöffnung auch wirklich noch über dem Topf ist, da die Trommel gerne – vor allem bei Unwucht – das Wandern beginnt.

Den Moment des ersten Honigflusses einer jeglichen Standort-Verarbeitung begleiten wir traditionell unter musikalischer Begleitung von Vivaldis „Vier-Jahreszeiten“ in der Aufnahme des legendären Dirigenten Herbert von Karajan. Denn vier Jahreszeiten lang begleiten wir unsere Bienen in ihrer unendlich kleinteiligen Arbeit, Honig zu erzeugen. Das muss gewürdigt werden!

Abfüllen

Nach drei Tagen Ruhestellung des Honigtopfs kann die sich mit Schwebteilchen abgesetzte Oberschicht abgeschäumt und abgefüllt werden. So lange Warten war natürlich in unserem Kurs nicht drin. Daher durfte der Vorgang bereits jetzt schon geübt werden, damit sich alle das fertige Honigglas gleich mit nach Hause nehmen konnten. Die Schwebteilchen, die dabei noch in Kauf genommen werden, bedeuten keinen Qualitätsmangel. Sie sorgen jedoch für etwas optische Eintrübung und schnellere Kristallisierung. Der Kunde möchte es anders – aber wir wissen, wie lecker Honig auch in  „naturtrübem“ Zustand ist!

Wichtig: Vor dem Abfüllen zeitnah die Gläser und Deckel in der Spülmaschine ohne Zusatz von Reinigungsmittel bei 60° C spülen. Auch mit neu erworbenen Gläsern, obwohl das der Gesetzgeber nicht verlangt, da sie steril aus der Fabrik kommen. Aber ganz ehrlich … wer weiß schon, wie lange diese lagerten, staub- und geruchsfrei sind sie sicherlich nicht.

… und Wiegen

Für den eigenen Bedarf ist eine Waage nicht notwendig, aber nützlich, wobei sie für den gewerblichen Verkauf (Eichgültigkeit neu seit 2020) alle zwei Jahre geeicht werden muss. Zeitpunkt ist das Jahr, in welchem die Waage vom Hersteller geeicht und nach dem Kauf im Eichamt angemeldet wurde. Die Unterlassung der Kontrolle stellt eine kostenpflichtige Ordnungswidrigkeit dar. Es gilt das Mess- und Eichgesetz und die Mess- und Eichordnung. Zum „Eich-TÜV“ hier unser einführender Blog- und Erfahrungsbericht.

Beschriften und Aufkleben der Etiketten

Mit dem Beschriften und Aufkleben der Etiketten endete nach jeweils etwa 6 Stunden das Modul 8. Es war auch im zweiten Jahr etwas mühselig, durch die Maske zu sprechen. Doch nahmen alle gegenseitige Rücksicht aufeinander und hielten sich ohne Murren an die Regeln. Die Imkerei hat auch ohne Pandemie viel mit Disziplin zu tun, und wer das nicht mag, sollte den – ebenfalls höchst disziplinierten Bienen – eher zuschauen als Hand an ihnen oder ihrem Honig anlegen.

Weitere Infos -> Lebensmittel-Informationsverordnung | Loskennzeichnungs-Verordnung | Verpackungsverordnung, seit 2019: Verpackungsgesetz (VerpackG)

Zuletzt: Saubermachen

Den Teilnehmenden blieb das Saubermachen als „Übungsstoff“ erspart. Doch Tipps gibt es auch hierfür: So darf man Honig und Wachs nur mit kaltem Wasser entfernen, da sonst alles eher schmierig wird. Außerdem ist es nicht notwendig, die Geräte einzuschäumen – klares Wasser genügt in den meisten Fällen. Honig nicht zu lange auf Materialien aller Art (ausgenommen vielleicht Glas) einwirken lassen, denn er enthält Säure, die so ziemlich alles auf die Dauer angreift. Also bald säubern, gut trocknen lassen und staubfrei verwahren. Damit’s im nächsten Jahr gleich wieder Spaß macht, loszulegen.

Ab jetzt ist die neue Ernte übrigens käuflich zu erwerben – einfach anrufen und Abholtermin vereinbaren!

Der Imkerkurs für Anfänger 2021 hat nun zwei Drittel seiner Zeit hinter sich gelassen und wir werden noch vier Mal hoffentlich in persönlicher Form zusammenkommen. Wir freuen uns darauf, euch bald wieder zu sehen!

Honigernte an 6 Standorten (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK21, Modul 7)

Um 20 Teilnehmende des Imkerkurs für Anfänger unter möglichst optimalen Corona-und-Platzbedingungen zu schulen und dabei auch unterschiedliche Terminbedarfe zu erfüllen, boten wir im Zeitraum vom 10. bis 31.07.2021 sieben Termine an, von denen sechs genutzt wurden. Die Standorte waren Fünferlessteg mit Bienenweg, Buger Wiesen, Sternwarte (zusammen mit Honigschleudertagen für Bienenpat(inn)en), Villa Dessauer, Schiffbauplatz und Bughof.

Besonderheiten in diesem Jahr – mal von verschärften Hygienestandards abgesehen – waren:

  • Die Hälfte der Teilnehmenden kommen aus dem Bamberger Umland (weiteste Entfernung: Igensdorf, Forchheim, Gerhardshofen)
  • Ein Imkeranfänger mit frisch festgestellter Bienenallergie, der sich jedoch zu einer Desensibilisierung entschloss und unter Schutzbedingungen weitergemacht hat
  • Zum Start in die Erntesaison wegen Regens erstmals eine Ernte verschoben. Leider auf ein Datum, an dem es erneut, wenngleich nicht mehr so stark regnete
  • Punktuell wetterbedingt unruhige Bienen
  • Vor allem im ersten Termindrittel viele noch unverdeckelte Waben
  • Höherer Wassergehalt als die Jahre davor (Ø 18,1% bei 14 dokumentieren Erntevorgängen)
  • Erforderliche Nachernten bis heute

Vorlauf zur Ernte

In den Morgenstunden des Tags vor der Ernte setzte Reinhold am jeweilig vorgesehenen Standort eine Bienenflucht ein. Dazu weiter unten mehr. Außerdem werden die Imkergeräte (Stockmeißel, Smoker und Abkehrbesen) gereinigt und kontrolliert, ob wir alles für den Unterricht dabei haben.

Ablauf des Modul 7 zur Ernte

Um ein sauberes, zügiges und unfallfreies Ernten zu garantieren, gilt es, alle erforderlichen Gerätschaften vor Ort griffbereit aufzubauen und sich selbst zu schützen. Hier die Checkliste Ernte:

  • Kopftuch u./o. Imkerhut und Jacke, geschlossene Schuhe, kein Leder am Körper (Im Falle zickiger Bienen nicht zögern, nach der Devise „Selbstschutz ist Bienenschutz!“ vorzugehen. Denn fluchtartig offen stehende Beuten sind keine Option, wenn ein umsichtig aufgezogener Imkerhut das verhindern kann)
  • Smoker mit Rauchmaterial, Feuerzeug, Löschwasser
  • Stockmeißel
  • Abkehrbesen (Da die Borsten vom Honig verkleben und für die Bienen unangenehm hart werden, entweder einen Ersatz bereit halten oder zwischendrin mit Wasser säubern. Außerdem werden von verhonigten Gerätschaften unnötig viele Bienen angezogen)
  • Leerboxen (Lebensmittelecht und sauber, zudem leicht schräg aufgestellt, damit die eingetragenen schweren Waben nicht ins Rutschen kommen)
  • Leere Rähmchen (Zum Abstützen der Honigwaben, wenn die Box nicht gänzlich mit ihnen gefüllt sind, um beim Tragen keine Wabenverletzungen zu riskieren)
  • Windel (Für Varroabefallskontrolle, die 3 Tage nach der Ernte erfolgen sollte)

1. Entnehmen der Waben

Das Lösen der Waben ist im Honigraum wesentlich einfacher als im Brutraum. Normalerweise sind die Honigwaben ziemlich schwer, im Schnitt etwa 2 bis 3 Kilo. Diese zwischen Daumen und Zeigefinger zu halten ist auf Dauer durchaus anstrengend. Wer die Kraft nicht aufbringt – (vorgekommen sind heuer eine Sehnenscheidenentzündung und ein rheumatischer Schub) –, kann die Wabe natürlich beim Abkehren an einer Schmalseite auf die Zarge aufstützen.

2. Die Spritzprobe

Um sicher zu gehen, dass wir keine zu wasserhaltigen Honigwaben mit nach Hause nahmen, wurden die Randwaben einer Spritzprobe unterzogen. Spritzt Nektar aus, so belassen wir die Wabe in der Beute. Dabei wird die Wabe mit beiden Händen an den Rändern gehalten. Das kräftig-ruckartige Stoßen der horizontal über der Beute gehaltenen Wabe will geübt werden.

Anfänger/innen sollten vorher die Bienen von der Wabe kehren. Hat man ein gutes Auge entwickelt, erkennt man die Tropfen trotz gleichzeitig mit herabfallender Bienen. Oder sucht nach Tropfen auf dem Brett der darunter liegenden Bienenflucht. Das gelingt allerdings nur, wenn bereits die meisten Waben abgeerntet sind. Auf den Wabenoberträgern lässt sich ein Tropfen schwerer erkennen.

3. Bienen abkehren

Wir bemühen uns um ein schonendes Abkehren, indem wir die noch ansitzenden Bienen mit beherzten Strichen flink in Richtung Flugloch streichen. Hier ist allzu langsame, weil vermeintlich behutsame Kehrbewegung grundverkehrt. Dabei rollt man die Bienenkörper nur, was zu vermeiden ist.

4. Honigwabe in Leerbox bugsieren

Sodann gilt es, die abgekehrte Wabe rasch und ohne wieder anfliegende Bienen in die bereitgestellte Box zu bringen. Dabei muss vermieden werden, dass das Wachs aufbricht, etwa, weil man gegen die bereits verstaute Wabe stößt. Zu viel Honigduft in der Luft aber lockt die nahen Bienen und im späteren Juli zusätzlich noch Wespen an!

Schwierig ist es, wenn man alleine imkert oder eine sehr schwere Wabe nicht mit einer Hand halten kann, weil man die andere ja für das rasche Öffnen des Deckels benötigt. Den Deckel, wenn er denn schon auf den Boden abgelegt werden muss, weil es anders nicht zu schaffen ist, niemals mit der Innenseite nach unten legen. Wegen herumlaufender Mäuse, die den Hantavirus verbreiten könnten, müssen wir alles, was mit Lebensmittel zu tun hat, unbedingt vom Boden fernhalten!

Tja, an was man alles denken soll … doch es lohnt sich. Imkern ist nichts für ruschelige, planlose und allzu sorglose Menschen. Oder sie lernen durch die Imkerei, mehr Sorgfalt und Bedachtsamkeit an den Tag zu legen. Leider oftmals verbunden mit ärgerlichen Fehlern, die Mensch wie Tier unnötigerweise erleiden und erdulden müssen.

5. Entfernen der Bienenflucht

Am Ende der Ernte heißt es, die Bienenflucht zu entfernen. Bei mehreren Völkern sollte dies hintereinander geschehen. Denn wenn man sie bei jedem einzelnen Volk sofort herausnimmt, sind einfach zu viele Bienen in der Luft. Das muss man sich nicht antun. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist es kein Zeichen von Ängstlichkeit, sondern völlig in Ordnung, wenn man sich in die „Sicherheitskluft“ kleidet.

Die Bienenfluchten sind nach dem Prinzip einer Einbahnstraße gebaut und in unterschiedlichen, vom beabsichtigten Effekt vergleichbaren Ausführungen erhältlich. Ob zwei oder 16 Ausgänge spielt keine größerer Rolle. Wie erfolgreich der Honigraum von den Honigpflegebienen befreit ist, variiert unabhängig davon. Manchmal klappt es sehr gut, manchmal weniger.

Das Vorgehen ist so, dass man die Bienenflucht vorsichtig anhebt und sogleich ein paar Rauchstöße in die Beute gibt. Sodann kann man die meisten Bienen mit ein paar kräftigen Stößen (mit einer Hand die Flucht fest in den Griff nehmen, die andere schlägt kräftig auf die haltende Hand) vor die Beute abschütteln.

An das Bienenflucht abnehmen duften sich die Mutigsten unter den beginnenden Imker/innen wagen. Gratulation an Diana Kuhn, Peter Glaser und Michael Hunger!

6. Absperrgitter entfernen und Leerzarge aufsetzen

Nachdem die Bienenflucht entfernt ist, wird nach ein paar Rauchstößen aus dem Smoker, der hoffentlich noch qualmt, das Absperrgitter abgehoben und die vormals mit Honigwaben gefüllte Leerzarge aufgesetzt.

Sollten noch ein paar Waben nicht geerntet werden können, setzt man diese dort ein, von der Position her über das Brutnest. Da man schon mal dabei ist, nach dem Brutraum zu fahnden, schätzt man zugleich die Menge des im Brutraum verbliebenen Honigs. Er sollte 5 Kilo betragen. Für die Schätzung addiert man die sichtbar verdeckelte Flächenmengen. Inklusive der verbliebenen Restwaben sollte so viel wie auf zwei beidseitig verdeckelten Waben zusammen kommen.

Falls weniger vorhanden sind und keine Tracht mehr zu erwarten ist, – das ist von Region zu Region unterschiedlich –, muss entweder eine volle Wabe zurückgelassen  oder sogleich mit dem Auffüttern mittels Futterteig begonnen werden. Bei unseren Völkern ist das aber nicht der Fall gewesen.

Zur weiteren Verarbeitung fuhren wir die duftende Fracht an den Obstmarkt. Diesen Modulteil im nächsten Beitrag.

Faustregel der Landwirtschaft: 3 gute, 3 mittelmäßige, 3 schlechte … und ein Katastrophenjahr

Österreich muss es ja wissen, schließlich ist es ein von der Landwirtschaft geprägtes Land. Reinhold brachte damals von seinem Meisterkurs diese Faustregel mit nach Hause: In der Landwirtschaft müsse man im Schnitt mit drei guten, drei mittelmäßigen, drei schlechten und einem Katastrophenjahr rechnen und entsprechend Rücklagen bilden.

Heuer scheint es in vielen Regionen Bayerns in Sachen Imkerei eines dieser verlässlichen Katastrophenjahre zu sein. Den Meldungen in diversen Foren und Publikationen zufolge sind in Bayern nur die Oberpfalz und Teile Oberfrankens davon verschont. Der Rest muss mit mageren Ernten bis hin zu Totalverlusten rechnen. Diejenigen von uns, die Ernten dürfen, kämpfen mit einem erhöhten Wassergehalt des Honigs.

Was ist der Grund für das Kastrophenjahr?

Ein sehr später Frühling und ein Frühsommer mit vielen Regentagen ließ die Völker nicht so stark in der Entwicklung werden wie üblich. So konnte zur ersehnten Blütezeit weniger eingetragen werden, was auch der Bestäubungsleistung sicherlich nicht zuträglich war. Zwei Wochen ist die Bienen- und Honigentwicklung im Verzug und die Natur holte hier auch nicht auf, wie sie es sonst oft so gut vermag.

Ernte Buger WiesenUnser üblicher Erntezeitpunkt ist aufgrund der Imkerkurse und Veranstaltungen mit Bienenpat(inn)en wie auch der öffentlichen Honigernte im Voraus festgezurrt, und zwar zwischen dem Ende der 27. Kalenderwoche bis Ende der 30. KW. Gleich bei der ersten Ernte nieselte es, doch ein Verschieben war aus organisatorischen Gründen schlicht nicht möglich.

Dem schließen sich Arbeiten wie Varroakontrolle und -behandlung und Einfütterung an, was sich nicht ohne Weiteres verschieben lassen. Wir kommen sonst mit der zweiten Varroabehandlung zu sehr in den kühlen Herbst, was die Wirksamkeit der Mittel herabsetzt. Die Tage werden zu kurz, die Nachtkühle untergräbt unsere Bemühungen um eine Eindämmung der Varroamilbe.

Also Ernte jetzt. Die häufige Gewitterlage allerdings ließ die Raumfeuchte auf meist über 70% steigen. Besser wären 60%, doch die hatten wir anfänglich nie.

Wassergehalt im Honig

Laut Deutscher Honigverordnung dürfen 20% Wassergehalt im Honig nicht überschritten werden. (Die Richtlinien des Deutschen Imkerbundes schreiben für seine Lizenznehmer/innen 18% vor.) Alles, was darüber ist, macht den Honig weniger lange haltbar, da Bakterien und Pilze Wasser zum gedeihen brauchen. Die Honigfeuchte ist kaum ein Problem, wenn man vollständig entdeckelte Honigwaben entnimmt. Die Bienen wissen schon, ab wann ihr Honig fertig zur Lagerung ist.

Honigernte Bamberger Lagenhonig der Lage Villa Dessauer 2020Entnehmen wir noch nicht vollständig entdeckelte Waben, wird am Standort eine sogenannte Spritzprobe vorgenommen. Mit einer kurzen, heftigen Abwärtsbewegung der Wabe wird geprüft, ob sich Tröpfchen lösen. Ist das der Fall, verbleibt die Wabe in der Beute.

Wassergehalt messen mit dem RefraktometerMit einem Refraktometer – am besten mehrmals in verschiedenen Verarbeitungsstadien – wird der Wassergehalt gemessen. Die Stunde der Wahrheit ist kurz vor dem Abfüllen. Das erste Mal seit zehn Jahren betrug eine Ernte aus insgesamt 8 Standorten 21%. Es war die gleich zu Beginn ausgeführte, alle anderen waren von Mal zu Mal trockener.

Was tun bei zu feuchtem Honig?

An Lufttagen abfüllen

Wir ließen den Honigtopf einige Tage lang stehen und warteten auf sogenannte „Lufttage“. Es ist die kurze Zeitspanne von zwei bis drei Tagen, während der der Mond in den Tierkreiszeichen Zwilling, Waage oder Wassermann steht. Dann ist die relative Luftfeuchte im Raum am geringsten. Auch Wärmetage (Löwe, Schütze, Widder) sind geeignet. Da eine Mondphase 28 Tagen beträgt und somit der Mond etwa zwei- bis dreimal eines der 12 verschiedenen Zeichen geht, mussten wir also nicht lange warten. (Hier ein von uns gern genutzter Mondkalender). Auch ist das Abfüllen in diesem Falle bei abnehmenden Mond um Längen besser als etwa bei Vollmond.

Trockenmittel einhängen

Ihr kennt das sicherlich alle. Wir kaufen uns eine Tasche und finden kleine, meist weiße Vließpäckchen als Trockenmittel vor. Sie enthalten Salze, um im feuchten Schiffscontainer Schimmelbildung zu verhindern. Wer diese sammelt, statt achtlos wegzuwerfen, hat ein Rettungsmittel in der Hand. An einer Schnur befestigt saugen diese nun Flüssigkeit auf. Wer mehr davon hat, als Girlande von Rand zu Rand hängen. Gut festbinden, damit sie nicht reinfallen!

Honigtopf mit Zellstoff abdecken

Statt den Deckel aufzusetzen, hatten wir zwei Lagen Zellstoff („Zewa“) verwendet. Auch hier ist die Kunst, das Papier nicht in den Topf reinfallen zu lassen. Honigtöpfe mit Spanngurt verhindern dies. Bei den anderen helfen Klebetreifen und Klammern, beispielsweise Pflanzenclips.

Weitere Methoden

So gelang es uns, den Feuchtegehalt auf unter 20% zu drücken. Glück gehabt! Ansonsten hätten wir zu weiteren Maßnahmen greifen müssen. Hier die Ratschläge auf der Webseite der LWG „Problem: Zu hoher Wassergehalt im Honig!“.

Manche empfehlen, einen Luftentfeuchter im Raum aufzustellen. Andere greifen zum Föhn, der allerdings nicht auf eine heiße Stufe gestellt werden darf, da er sonst die Qualität des Honigs vermindern würde.

Wenn alles nichts bringt, dann als Backhonig (bis 23%) verkaufen oder am besten innerhalb eines Jahres bei Kühlstellung selbst verbrauchen. Auch möglich: Mit etwas Wasser vermischt an die Bienen verfüttern. Natürlich nur Abends, ansonsten ist Räuberei sicher.

Übrigens: Bienen trocknen den Nektar bzw. Honig, indem sie ihn von Mäulchen zu Mäulchen geben und sogar wie ein Handtuch zwischen den Wabenzellwänden aufhängen. Mit ihren Flügeln sorgen sie für Windzufuhr, sie föhnen ihn also ebenfalls. Vielen Dank für all eure Mühen, liebe Bienen! Wir wussten es in diesem Katastrophenjahr sehr zu schätzen!

Logische Konsequenz des Katastrophenjahrs

Honigbrot, Foto: Brigitte HofmannAufgrund des allgemein schlechten Erntejahres müssen wir unseren Honigpreis heuer erhöhen. Das 500g-Glas Bamberger Lagenhonig kostet in der neuen Ernte € 7,70. Das 250g-Glas hingegen bleibt beim alten Preis von € 4,70.

Wir werden so oder so nicht lange auf unseren Ertrag sitzen bleiben. Bei 37 Bienenpatenschaften, die jeweils 1 Kilo als Dankeschön für ihre Unterstützung erwarten dürfen, sind wir mehr als einen Honigtopf auf einmal los. Etliche Vorbesteller/innen warten ebenfalls freudig auf Nachschub und auch die Stiftsläden möchten bedient werden. Alles in allem – wir sind nicht abhängig vom Honigverkauf, wohl aber von der Blütenbestäubung. Wir hoffen, die Wildbienen und andere Insekten konnten die Zig-Milliarden Besuche der Zig-Millionen Bienenbesuche auffangen!

Korr. 01.08.21

Öffentliche Honigernte 2021 am Bienenweg zur BIWa-Sonntagsöffnung im Juli

Einmal jährlich ernten wir im Rahmen unserer BIWA-Sonntagsöffnung gemeinsam mit der interessierten Bevölkerung an Völkern der Lehrbienenstände, heuer am Bienenweg. Geerntet wurde der Honig vom Bienenpatenvolk von Annemarie Rudel.  Zwischen 15 und 16 Uhr fanden sich vier Kinder mit ihren Eltern ein, die nach einer Sicherheitseinweisung – sowohl zum Verhalten gegenüber den Bienen als auch dem Coronavirus – selbst mit Hand anlegen durften.

Zu Beginn erfuhren die Gäste, wie eine Bienenwohnung, in der Fachsprache Beute genannt, aufgebaut ist. Sie lernten, wie der Weg des Honigs von der geernteten Wabe bis ins Glas verläuft, was auch den Erwachsenen nicht gänzlich präsent war. Zur Veranschaulichung diente ein im Freien aufgebautes Entdeckelungsgeschirr, einige Bildtafeln und zur Abrundung eine Honigschleuder im Inneren der Bienen-InfoWabe. Diese wurde im Anschluss an die Stunde begutachtet und probeweise die Kurbel bedient.

Doch zunächst durften alle Anwesenden einmal eine von uns gezogene Honigwabe halten und einen Kiloschätzwert abgeben. Die paar Bienen, die noch darauf saßen, zeugten davon, dass sich die im Honigraum befindlichen Arbeiterinnen nicht für den Menschen interessierten. Sie gehen ungerührt ihrem naturgegebenem Auftrag nach, den Nektar einzutragen. Sie gehen ungerührt ihrem naturgegebenem Auftrag nach, den Nektar einzutragen. Sie verwandeln ihn mittels körpereigener Enzyme zum Honig und verdeckeln die Waben mit einer schützenden Wachsschicht.

Das Highlight war natürlich das Ziehen der durchschnittlich zwei bis drei Kilo schweren Honigwaben durch die Gäste selbst. Dabei gaben wir den Kindern den Vortritt. Geschützt durch einen Imkerhut und mit etwas auf die Haut gesprühtem Nelkenöl trauten sich Vivienne, Henri und Adam an die geöffneten Beuten heran.

Allzu viele Bienen waren nicht mehr im Honigraum anzutreffen, denn tags zuvor war eine sogenannte Bienenflucht eingelegt worden. Die zwischen Honig- und Brutraum eingelegte hölzerne Platte funktioniert für die Arbeitsbienen wie eine Einbahnstraße. Durch speziell geformte Öffnungen führt zwar der Weg vom oberen Honigraum nach unten in den Brutraum und mithin zur Königin, deren Duftspur sie folgen. Doch zurück gelangen sie wegen der sich konisch verengende Öffnung nicht mehr, so dass sich mit der Zeit der obere Honigraum von Bienen leert.

Stolz hielten die Grundschüler/innen ihren Schatz fest in den kleinen Händen, nur wenig unterstützt mit etwas imkerlicher Hilfe. Adam bildete das Schlusslicht und konnte leider beim Ziehen seiner Wabe nicht fotografiert werden. Wir waren zu sehr auf der Hut und konzentrierten uns gänzlich auf den Vorgang. Denn die Bienen erschienen uns – anders als die Jahre zuvor, wo es nie ein Problem war – heute etwas zu sehr rege. Durch das späte Trachtjahr waren sie an einem der wenigen niederschlagsfreien Tage der letzten Zeit doch sehr aufgeregt am Fliegen. Die Waben wurden sodann in  bereitgestellte Boxen verstaut, wo sie zum Schleudern zu uns in den Obstmarkt gefahren werden.

Zum Schluss wurden die Kinder für ihren Mut mit einem Büchlein zur Wunderwelt der Bienen und mit Aufklebern belohnt.

Wir freuten uns über das konzentrierte Interesse unserer Gäste, die den Verlockungen vieler anderer paralleler Bamberger Veranstaltungen widerstanden und dem Naturereignis im Erba-Park den Vorzug gaben!

Außerdem freuten wir uns über den Besuch unserer Jungimkerin Agnes Brandner, die uns ihren ersten eigenen Honig brachte und uns mit lieben Worten für die bei uns in 2019/20 genossene Ausbildung zur Imkerin bedankte. Gleichwohl sie mit der Einraumbeute imkert, hatten ihr die grundlegenden Erläuterungen rund um Bienen, Honig und Imkerei offenkundig den Boden dafür bereitet. Auch fand sie warme Worte für unsere ehrenamtlichen Leistungen, was uns natürlich nachhaltig den Rücken stärkt in schwierigen Zeiten, die es die letzten beiden Jahre reichlich gab.

Weitere Gäste zur BIWa-Sonntagsöffnung

Zur BIWa-Öffnung an diesem 3. Sonntag im Monat Juli besuchten uns außerdem unsere Imkerkollegin und IBZV-Beirätin Kerstin Sirtl sowie die beiden Bienenpaten Anne und Hans. Die Zirkels kamen mit dem Auftrag, für die Nachbarin Honig zu erstehen. Bereits am Freitag werden wir ihnen wieder begegnen, wenn sie mit uns die Völker an der Weide beernten.

Der Nachmittag war im Nu verflogen, der Bienengarten genoss noch unsere einstündige Gießaktion, und dann durften wir in den wohlverdienten Kellerausflug. Die nächste BIWa-Sonntagsöffnung ist am 15.08., hoffentlich unter nicht allzu erschwerten Coronabedingungen. Falls aber doch, treffen wir uns einfach im Bamberger Bienengarten, der immer einen Besuch wert ist, und stehen dort Rede und Antwort für alle Fragen rund um Bienen und deren Lebensraum, um Honig und die Imkerei. Wir freuen uns auf euch!

Fotogalerie Öffentliche Honigernte mit Bienen-leben-in-Bamberg.de

So., 18.07.21 – BIWa-Sonntagsöffnung mit öffentlicher Honigernte

So., 18.07.21 – BIWa-Sonntagsöffnung mit öffentlicher Honigernte

Logo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Logo für alle Schwerpunktthemen (= Bienen, Honig, Imkerei, Natur) der Bienen-InfoWabe14.00 – 17.00 Uhr |
Offenes Haus für alle …
rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Von 15.00 – 16.00 Uhr |  Öffentliche Honigernte. Familien mit Kindern ab dem Grundschulalter dürfen kostenlos und ohne Anmeldung daran teilnehmen. Sie ziehen unter Anleitung eine Wabe aus dem Volk und werden mit einem kleinen Geschenk belohnt.

Und sonst? Informationen für Groß und Klein, Beratung für Jungimker/innen und Fachgespräche für alte Hasen. Nutzung der Imker-Bibliothek.
Kosten? Keine, über Spenden freuen wir uns
Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)

Honigschleudertage 2021 – jetzt anmelden!

Teilnehmende der Honigernte Fünferlessteg“Wie kommt der Honig ins Glas?” – Honigschleudertage 2021

Lernen Sie eine der ältesten und auch heute noch ursprünglichsten Lebensmittelverarbeitungen der Welt kennen.

Ein toller Tag in der Natur und bei uns zu Gast für die ganze Familie!

Und so läuft’s ab:

Termin 1: So., 11.07.21  |  10.00 – 16.00 Uhr
Standort Buger Wiese (Ernte). Treffpunkt Parkplatz gegenüber Buger Hof, Am Regnitzufer 1. Im Anschluss fahren wir zum Obstmarkt 10 (Entdeckeln, Schleudern, Abfüllen). Mit Mittagsimbiss. Nur mit Anmeldung, s. u.

Termin 2: Sa., 17.07.21  |  10.00 – 16.00 Uhr
Standort Sternwarte (Ernte). Treffpunkt am Tor zum Garten der Sternwarte. Im Anschluss Obstmarkt 10 (Entdeckeln, Schleudern, Abfüllen). Nur mit Anmeldung, s. u.

Termin 3: Fr., 23.07.21   |  16.00 – 20.00 Uhr
Standort Weide (Ernte). Treffpunkt Weide 15a im Garten. Im Anschluss Obstmarkt 10 (Entdeckeln, Schleudern, Abfüllen). Nur mit Anmeldung, s. u.

Was?  Entnahme der Honigwaben an unseren Standorten des Bamberger Lagenhonigs. Zum ganztägigen Termin 1 und 2 erwartet Sie nach der Ernte ein Mittagsimbiss bzw. zum Termin 3 ein Abendimbiss im Obstmarkt 10 (3. Stock, nicht barrierefrei). Danach wird entdeckelt, geschleudert und abgefüllt. Jede/r darf ein 250g Glas selbstgeimkerten Honig mitnehmen.

Es besteht eine kleine Einkaufsmöglichkeit von Honigprodukten. Außerdem erstellen wir eine Weblog-Fotodokumentation zu diesen wunderbaren Erlebnistagen! Da dies Teil unserer Öffentlichkeitsarbeit für das Verständnis über die Bienenwelt ist, wird bei Ihrer Teilnahme die Zustimmung zur Fotoveröffentlichung vorausgesetzt.
Für wen?  Interessierte, die sich unter Tel. 0951-3094539 oder via Doodle-Terminkalender https://bit.ly/3z6HcoE plus E-Mail-Benachrichtigung bei uns anmelden. Siehe auch die Hinweise bei den einzelnen Terminen.
Achtung: Die Plätze sind begrenzt! Es zählt die Reihenfolge der Anmeldungen. Maximal 4 Personen möglich. Bienenpatinnen und -paten genießen Vorrang.
Kosten? Bienenpat(inn)en kostenlos, Bienenpatenanhang 10% ermäßigt, Teilnehmende der BLIB-Imkerkurse kostenlos.
Alle anderen: € 25,- als Familienpauschale für 2 Erw. und 1 Kind (bis 16 J.) |  € 12,- pro Erwachsenen  |  € 8,- pro (zusätzliches) Kind bis 16 Jahre und Studierende.

Und sonst?

Programm unter Honigschleudertage-Termine21

(Coronakonzept wird zeitnah an die gegebene Situation angepasst)

  • Teilnehmeranzahl = max. 5 Personen (plus Ilona u. Reinhold)
  • Teilnahme von Kindern nach Absprache
  • Abstand am Lehrbienenstand in Warteposition 1,5 Meter (Maske freiwillig)
  • An den Bienenbeuten wird einzeln gearbeitet. Da Abstand zu uns ggf. unterschritten wird, besteht dort Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung
  • Einmalhandschuhe nach Möglichkeit mitbringen
  • Mund-Nase-Bedeckung im Raum Pflicht (außer beim Esssen)
  • Desinfektionsmittel steht vor Ort bereit
  • Am Lehrbienenstand empfiehlt sich
    • Kopfbedeckung, auch wg. Sonneneinstrahlung!
    • Helle Kleidung, lange Ärmel und Hosenbeine, Strümpfe, geschlossene Schuhe (auch wegen möglicher Zecken)
    • Keine starken Düfte (Parfüm, After Shave, Nagellack, Alkoholfahne, …)

Monatsbetrachtungen Juli 2021 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Honigernte

Trachtschluss

Wann ist der richtige Zeitpunkt zur Honigernte? Trachtschluss ist in unserer Region Bamberg in der Regel spätestens im Juli um die Monatsmitte mit der Lindenblüte. Gut verfolgen lässt sich das Ende der Tracht mittels der Bienen-Waagen im Projekt TrachtNet. Dort können die Gewichtswerte von Bienenvölkern kumuliert für Regionen oder auch für einzelne Standorte eingesehen werden: https://dlr-web-daten1.aspdienste.de/cgi-bin/tdsa/tdsa_client.pl

Bienenflucht

Reinhold erläutert Funktion BienenfluchtFür eine entspannte Ernte verwenden wir eine Bienenflucht. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Königin nicht im Honigraum aufhält. Mit ein Grund, warum wir Bruträume und Honigräume mittels Absperrgittern trennen.

Die Bienenflucht wird am Vortag der Ernte morgens unter die Honigräume und über das Absperrgitter eingelegt. Am nächsten Tag sind dann die Honigräume weitgehend frei von Bienen. Das ist schonender als mit Abkehrbesen zu arbeiten.

Ausgeschleuderte Honigwaben

Jedes Volk bekommt nach dem Schleudern eine Zarge aufgesetzt, gefüllt mit zehn ausgeschleuderten Waben. Vorher wird das Absperrgitter entnommen. Die Zarge bildet also sozusagen die dritte Brutraumzarge. Damit beginnen wir mit dem ersten Schritt zur Wabenhygiene. Mehr dazu in den Monatsbetrachtungen im August.

Foliennutzung beim Einfüttern der BienenvölkerDie restlichen leeren Honigwaben werden einigen unserer anderen Völkern zum reinigenden Ausschlecken gegeben. Dazu wird eine Folie auf die oberste Zarge so aufgelegt, dass ein schmaler, wenige Zentimeter breiter Spalt frei bleibt. Darauf kommt eine Leerzarge. Hierauf werden dann die Zargen mit den ausgeschleuderten Honigwaben aufgestapelt. Diese Zargen werden nur mit 8 Waben bestückt. Nach ein paar Tagen bis spätestens einer Woche sind die Waben trocken geputzt und fertig für die Aufbewahrung über den Winter. So behandelt können die Waben nicht gärig werden und bei der Wiederverwendung im nächsten Jahr den frisch eingetragenen Nektar mit unerwünschten Hefen impfen.

Um Räuberei zu vermeiden geschieht das Aufsetzen der ausgeschleuderten Waben grundsätzlich in den Abendstunden.

Futterversorgung sicherstellen

Bei der Honigernte muss darauf geachtet werden, dass den Völker noch mindestens fünf Kilogramm Futter als Vorrat bleibt.  Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Bienen hungern. Sie stellen dann das Brutgeschäft ein und räumen bereits angelegte Brut wieder aus. Gegebenenfalls belässt man noch nicht gänzlich gefüllte Honigwaben im Honigraum oder es muss gefüttert werden.

Varroabehandlung – jetzt oder später?

Gemülldiagnose

Grundlage für jede Varroabehandlung bildet immer die Feststellung des aktuellen Varroabefalls. In der Praxis hat sich dazu die Gemülldiagnose mittels Einlegen einer Windel gut bewährt. Die Windel wird nur zur Diagnose eingeschoben und danach wieder entfernt. Die Erfassung des Milbenabfalls über drei Tage liefert zuverlässige Werte. Bleibt die Windel länger eingeschoben, erschweren Wachskrümel das Auszählen der Milben. Zudem werden Ameisen angelockt. Wegen der Wachskrümel empfiehlt es sich, während der Gemülldiagnose auch keine frisch ausgeschleuderten Honigwaben von den Bienen reinigen lassen.

Windel mit eingezeichneten VarroamilbenAusgewertet werden die Windeln am besten vor Ort. Gezählt werden sowohl die dunkelbraunen Muttermilben, als auch die helleren Tochtermilben. Um keine Milben zu übersehen, kann eine Lupe oder Lupenbrille sehr hilfreich sein. Aus Umweltschutzgründen verzichten wir auf ölgetränkte Papierauflagen auf den Windeln. Die Gemülldiagnose führen wir kurz vor oder spätestens zur Honigernte durch.

Jetzt oder später?

Basierend auf den Ergebnissen der Gemülldiagnose entscheiden wir, ob umgehend eine Varroabehandlung durchgeführt werden muss. Dabei orientieren wir uns an den für Juli geltenden Grenzwerten des Milbenfalls von fünf  Milben pro Tag für heuer gebildete Ableger und von zehn Milben pro Tag für die bereits über einem Jahr alten Wirtschaftsvölker. Liegen die Werte unterhalb dieser Grenzen, können wir mit der standardmäßigen Sommerbehandlung mittels Ameisensäure noch bis August bei den Wirtschaftsvölkern und bis September bei den Ablegern zuwarten.

Bei der Behandlung mit Ameisensäure gilt, dass je mehr Bienen und Brut in den Völkern (noch) sind, desto schwieriger ist ein ausreichender Behandlungserfolg zu erzielen und desto höher fallen die Brutschäden aus. Die Ableger befinden sich nämlich noch im Aufbau und eine (zu) frühe Behandlung hemmt deren Entwicklung. Die Wirtschaftsvölker werden natürlich immer erst nach dem Abräumen des Honigs behandelt!

Fazit

Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass die Varroabehandlung am individuellen Befall eines Volkes mit Milben ausgerichtet sein soll. Dazu ist eine Diagnose unerlässlich. Eine vorbeugende Behandlung zu einem festgesetzten Termin, wie immer wieder mal gefordert wird, halten wir nicht für den richtigen Weg. Bestätigt wurden wir unlängst in der Fortbildung des Instituts für Bienenkunde zur „Varroabehandlung mit Biotechnik“.

Weitere Informationen

Flyer LWG zur VarroaZu Varroabehandlung siehe auch die Flyerserie der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Institut für Bienenkunde:

Fortbildungen und Termine

Logo BLIB-Imkerkurs für Anfänger7. + 8. MODUL: Honigernte und -verarbeitung
– Getrennte Gruppen –
Jeweils 10.00-11.30 Uhr und 12.00-16.00 Uhr

Fr., 09.07.21 | Sa., 10.07. | Sa., 17.07. |
Sa., 24.07 | Sa., 31.07.

Gruppeneinteilung mit Terminen sind für Angemeldete in der Kursorganisation zu finden.

  • So., 18.07.21 – BIWa-Sonntagsöffnung

    Logo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Logo für alle Schwerpunktthemen (= Bienen, Honig, Imkerei, Natur) der Bienen-InfoWabe14.00 – 17.00 Uhr |
    Offenes Haus für alle
    … rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.
    Was? Informationen für Groß und Klein, Beratung für Jungimker/innen und Fachgespräche für alte Hasen. Nutzung der Imker-Bibliothek.
    Für wen? Ohne Altersbeschränkung
    Kosten? Keine, über Spenden freuen wir uns
    Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)

  • Logo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Logo für das Schwerpunktthema Honig der Bienen-InfoWabe11.-23.07.21 – Honigschleudertage 2021 – “Wie kommt der Honig ins Glas?”
    Details und Anmeldung siehe hier: https://bienen-leben-in-bamberg.de/bamberger-lagenhonig/honigernte-und-schleudertermine/