Varroabehandlung und Wabenhygiene (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK26, Modul 9)

Übersicht:

Im Modul 9 des Imkerkurses für Anfänger am Samstag, den 8.8.26, standen zwei Arbeitsschritte auf dem Programm: Wabenhygiene und Varroabehandlung. Beide Arbeitsschritte lassen sich gut in einem einzigen Arbeitsgang verbinden. Zuerst wird die Wabenhygiene durchgeführt, indem eine Zarge mit Altwaben aus dem Volk entnommen wird. Die so frei gewordene Zarge dient danach als Leerzarge für die Aufstellung des Dispensers zur Spätsommerpflege mit Ameisensäure.

Im Theorieteil des Kurses behandelten wir im Vorgriff zunächst die Winterbehandlung mit Oxalsäure. Danach besprachen wir die jetzt im August anstehende Varroabehandlung mit Ameisensäure.

In der Praxis am Lehrbienenstand führten die Teilnehmenden anschließend selbständig die Wabenhygiene durch und stellten den Dispenser für die Ameisensäurebehandlung auf.

Grundsätzliches zur Oxalsäurebehandlung (im Winter)

Zunächst erläuterte Reinhold Burger die Oxalsäurebehandlung, die allerdings erst im Winter stattfinden wird. Doch im Sommer lässt sich der Theorie doch angenehmer lauschen als später im Kalten.

Entscheidend für eine optimale Wirkung der Behandlung ist der richtige Zeitpunkt. Die Bienen sollen aus der Brut gegangen sein, also dann, wenn es ein paar Tage lang hintereinander gefroren hat und drei Wochen später dann brutfrei sind. Außerdem sollte es für das Träufeln der Oxalsäurelösung am Behandlungstag selbst richtig kalt sein, möglichst 0 °C und kälter, damit die Bienen in einer kompakten Wintertraube sitzen. So verteilt sich durch den engen Kontakt der Bienen untereinander die Oxalsäure besser. Darüber hinaus fliegen auch keine oder kaum Bienen beim Öffnen des Volkes auf.

Ferner müssen die Gerätschaften (siehe Checkliste in der Kursorganisation) parat stehen. Denn vor Ort sollte angesichts des dann meist engen Zeitfensters – oft steigen die Temperaturen gegen Mittag – alles reibungslos verlaufen.

Die Sublimation („Verdampfen“) wirkt am besten bei Außentemperaturen zwischen 2 °C und 10 °C. Im Unterschied zur Träufelbehandlung sollten die Bienen etwas lockerer in der Traube sitzen. So kann die Oxalsäure möglichst viele Bienen erreichen.

Träufelbehandlung Oxalsäure – Arbeitsschritte im Winter

  1. Windel einschieben
  2. (Schutz-)Brille aufsetzen
  3. Handschuhe überziehen
  4. Mit Spritze Oxalsäure aus angewärmter Flasche aufziehen
  5. Kanüle aufstecken
  6. Obere Zarge von vorne ankippen
  7. Errechnete Oxalsäuremenge gleichmäßig zwischen den Wabengassen verteilen
  8. Kontrolle, ob zu viel von der Oxalsäure auf der Windel landete

Alles weitere im Blogbericht zu Modul 12 zur gegebener Zeit.

Übrigens: Nicht nur beim Aufziehen der Spritze, auch bei der Windelkontrolle muss an den Arbeitsschutz in Form von säurefesten Einmal-Handschuhen gedacht werden. Denn die verabreichte Oxalsäure tropft natürlich auch durch die Wabengassen hindurch und landet auf der Windel. Beim Säubern der Windel gerät man dann unweigerlich in Kontakt mit der Säure.

Sublimation („Verdampfen“) Oxalsäure – Arbeitsschritte im Winter

Das Verfahren des Sublimierens durch Erhitzen der kristallinen Oxalsäure(dihydrat), die sodann „verdampft“, gilt als eine sehr bienenschonende und hochwirksame Behandlung gegen die Varroamilbe.

Reinhold stellte zwei verschiedene Gerätschaften zur Sublimierung vor:

1. Den von uns vom Handling her bevorzugten InstantVap.

2. Varrox Eddy, der im eigentlichen Gebrauch zwar genau so umstandsfrei ist, jedoch das Hantieren mit dem kleinen Töpfchen für das Pulver uns – gerade im Winter und mit Handschuhen – weniger anspricht.

Historie: Seit September 2023 ist das Tierarzneimittel Varroxal – 0,71g/g Pulver für den Bienenstock in Deutschland zugelassen. Varroxal unterliegt nicht der Verschreibungspflicht, kann also frei erworben werden. Zulassungsinhaber ist die Firma Andermatt Biovet GmbH. Bei Varroxal handelt es sich um kristallines Oxalsäuredihydrat, das zum Träufeln, Sprühen sowie zur Sublimation, in Imkerkreisen umgangssprachlich als „Verdampfen“ genannt, angewandt werden darf.

Der Begriff „Sublimation“ bezeichnet den direkten Übergang eines Stoffes vom festen in den gasförmigen Zustand unter Auslassung einer flüssigen Phase. „Verdampfen“ hingegen bezeichnet den Übergang von flüssig zu gasförmig, was als ein minimaler Unterschied gesehen werden könnte, jedoch in punkto Zulassungsbedingung entscheidend war und ist.

Voraussetzung zur Wirksamkeit der Sublimation

Voraussetzung für eine gute Wirkung dieser Methode ist natürlich die Brutfreiheit, da Oxalsäure nicht in die Waben hineinwirkt und somit eben nicht auf die in den Brutzellen versteckten Milben, die die Mehrzahl in einem Volk bilden. Außerdem sollte die  Außentemperatur zwischen 2 °C und 10 °C betragen.

Varroxal ist standardmäßig ebenfalls für eine einmalige Behandlung im Herbst/Winter vorgesehen. Eine zweite Verdampfungsbehandlung ist – im Gegensatz Träufelbehandlung  mit Oxalsäure – möglich, wird jedoch nur bei stark befallenen Bienenvölkern und bei Völkern mit kleinen Flächen verdeckelter Brut im Winter empfohlen.

Die Dosierung liegt bei 2 Gramm pro Volk und Anwendung, unabhängig von der Größe des Magazins und der Anzahl Zargen.

Zur Sublimation ist eine FFP3-Maske unerlässlich. Beachten Sie unbedingt die Sicherheitshinweise!

Soweit die winterliche Vorausschau. Kommen wir zu dem, was im Zeitraum August aktuell notwendig wird. Und ja, es ist für die Bienen keine Wellness-Kur, aber unumgänglich. Heuer hatten sie gleich nach der Behandlung erst mal außen an der Beute abgehangen – bei der Hitze auch kein Wunder.

Ameisensäurebehandlung

Im gesamten 12-moduligen Kursverlauf gehen wir immer wieder auf den gefürchteten Bienenschädling Varroa destructor ein, besonders im Modul 3 zur Bienenkrankheiten. Im heutigen Modul 9 wird die Theorie durch die praktische Anwendung abgerundet. Vorgestellt werden die beiden gebräuchlichsten Säurespender, nämlich der Liebig-Dispenser und der Nassenheider® Verdunster Professional. Punktuell vertieft werden die einzelnen Schritte im Kapitel „Zur Praxis – Sicherheit und Kontrollen“.

Liebig-Dispenser

Verwendungshinweise, Skala auf dem Liebig-Dispenser zur VarroabehandlungDer Liebig-Dispenser besticht durch seine einfache Handhabung. Voraussetzung für das Gelingen der Behandlung ist die zu ermittelnde wetter- und volksstärkenabängige Dosierung (Hinweise dazu auf dem Plastikfläschchen wie auch auf dem Docht). Zur Veranschaulichung teilten wir die entsprechend zu verwendenden Materialien aus. Dabei finden sich verschiedene Produktausführungen mit etwas unterschiedlichen Skalen.

Der Liebig-Dispenser besteht aus drei Teilen:

  1. Plastikflasche (Dispenser) mit zwei Skalen, die es ermöglichen, die Mengenangabe auch dann abzulesen, wenn das Fläschchen bei seinem Einsatz auf den Kopf zu stehen kommt. So hat man die angepeilte Verdunstungsmenge gut im Blick und kann ggf. nachsteuern.
  2. Viereckige (gelbe) Grundplatte aus Plastik.
  3. Ein sogenannter Docht in Form eines quadratischen Papiervlieses, das in die Grundplatte gemäß Größenempfehlung eingelegt wird. Auf den Docht wird später der Dispenser an die Grundplattenstifte aufgesteckt.

Papierdocht des Liebig-Dispensers zur Varroabehandlung

Auf diesen viereckigen Papierdochten ist – mit ein bisschen Nachdenken – herauszulesen, wie groß der Docht bleiben kann und wieviel Ameisensäure (AS) verwendet werden soll, und zwar in Abhängigkeit vom 1. jeweiligen Beutensystem, 2. der im Varroa-Wetter prognostizierten Wetterlage bzw. Verabreichungsempfehlung und 3. dem beabsichtigten Säurewert, also 60% bzw. 85% ad us. vet. Wobei letzterer in Deutschland nur bei „Behandlungsnotstand“ via Verschreibung durch einen Tierarzt verabreicht werden darf.

Grundregel zur Dosierung

Je wärmer die Außentemperatur, desto kleiner sollte der Docht sein. Doch bei 60% AS wird ohnehin der gesamte Docht (für zwei Zargen) benötigt. Wir verwenden in der Regel 150 ml, wobei auch 200 ml möglich wären. Die Verdunstungsrate pro Tag sollte bei etwa 50 ml liegen¹. Zu wenig Verdunstung wirkt nicht, dann muss wiederholt werden. Bei zu schneller Verdunstung kann mit einer Verkleinerung des Dochtes gegengesteuert werden.

Bei zu kühlem, nassen Wetter können auch zwei Dispenser eingesetzt werden. Oder die Alternative, den …

Nassenheider® Verdunster Professional

Beim Nassenheider® Professional muss man beim Aufbau sehr geduldig sein. Seine vielen Einzelteile sind in der Handhabung aufwändiger. Der Unterschied des Nassenheider Professional gegenüber dem Liebig-Dispenser liegt im Dochtsystem, der für einen konstanten Flüssigkeitsstrom sorgt. Er ist daher für eine Langzeitbehandlung (bspw. bei Urlaubsplänen denkbar) und insbesondere bei kühleren Temperaturen durchaus eine gute Wahl.

Funktionsprinzip
Der vertikale Docht saugt die Ameisensäure an und transportiert sie über den U-förmigen Schenkel nach unten auf den horizontalen Docht, wo sie abtropft und verdunstet. Der gelochte Fuß stellt dabei sicher, dass sich die beiden Dochte nicht berühren (Verhinderung von Kapillaritätseffekten). So wird immer ein nahezu konstanter Volumenstrom an Ameisensäure transportiert und verdunstet. [via Immenschuur.de]

Die Menge der AS beim Nassenheider® Professional ist höher als beim Liebig-Dispenser (siehe hierzu entsprechende Anwenderempfehlungen im Beiblatt des Produkts!). Achtgeben, wenn auf einer kühlen Witterung noch einmal heiße Tage folgen! Eventuell „badet“ der horizontale Docht in der Schale in zu viel Säure, die schlagartig verdunstet und dann auf die Bienen zu heftig einwirkt. Dann gegebenenfalls die Schale (mit Schutzhandschuhen!) tagsüber entnehmen und in den kühlen Stunden wieder einsetzen.

Alternativ können bei schlechter Witterung auch zwei Liebig-Dispenser mit einigem Abstand zueinander in die Zarge gestellt werden.

Zur Praxis – Sicherheit und Kontrollen

Nach der Wabenhygiene (siehe Kapitel weiter unten) wird die mit 150 ml Ameisensäure gefüllte Vorratsflasche des Liebig-Dispensers auf die mit der Dochtauflage ausgestatteten Grundplatte aufgesteckt. Beides wird waagrecht in eine leere, oben aufgesetzte Zarge platziert. Vom Handling her ist es sicherer, wenn die gelbe Grundplatte auf das aufrechte Fläschchen gesetzt wird.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und Wabenhygiene

Geht man umgekehrt vor, also setzt man stattdessen den Dispenser auf die Platte, müsste man ihn kippen. Doch dabei kann vorzeitig Säure ausfließen. Ganz übel, falls man beim Befüllen des Fläschchens vergessen hatte, den Tropfaufsatz wieder anzubringen und dabei im Worstcase ohne Handschuhe und über der Beute vorging – alles denkbar!

Schutzhandschuhe verwenden. Das Handschuhmaterial muss gegen den verwendeten Stoff ausreichend undurchlässig und beständig sein. Vor Gebrauch Dichtheit prüfen. Handschuhe vor dem Ausziehen vorreinigen, danach gut belüftet aufbewahren. Hautpflege beachten.
Hautschutzsalben bieten keinen ausreichenden Schutz gegen diesen Stoff. Völlig ungeeignet sind Stoff- oder Lederhandschuhe. [Auszug aus GESTIS Stoffdatenbank]

Die Platte des Liebig-Dispensers besitzt in der Mitte eine leichte Vertiefung. Dort wird eventuell zu viel ausgetretene Säure aufgefangen, vorausgesetzt, die Beute steht tatsächlich waagrecht und die Oberträgerleisten der Rähmchen weisen keinen Wachsüberbau auf. Vorher also gegebenenfalls Propolis oder Wachs vom Oberträger abkratzen.

Ameisensäurebehälter sollten möglichst in einem kühlen Raum (Keller) aufbewahrt werden. Denn eine mögliche Zersetzung der Flüssigkeit mit einhergehender Kohlenmonoxidabspaltung kann geschlossene Gefäße platzen lassen.

Wirksamkeitskontrolle

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneUm später kontrollieren zu können, ob die Varroabehandlung wirksam war, wird eine Windel eingeschoben. Vor allem bei der Oxalsäurebehandlung im Winter empfiehlt sich das Einsetzen VORAB der Behandlung. Denn so lässt sich erkennen, ob die Träufelbehandlung eventuell nutzlos durch die Wabengassen lief.

Nach drei Tagen sollten Varroen gefallen sein. Um hingegen den „natürlichen“ Milbenbefall festzustellen, steht nach 14 Tagen eine erneute Zählung an, da dann die bislang noch verdeckelten Bienen geschlüpft sind – und mit ihnen die Milben.

Wabenhygiene (die VOR der Ameisensäure durchgeführt wird)

Ziel ist es, alte Waben loszuwerden und die Bienen auf „neue“ bzw. unbebrütete Waben zu bekommen. Dazu muss man wissen:

Die Bruttätigkeit und Größe von Wirtschaftsvölkern nimmt im Spätsommer ab. So ist Mitte August bei Völkern, die auf zwei Bruträumen geführt werden, die unterste Zarge in der Regel bereits brutfrei. Die Bruttätigkeit konzentriert sich also auf den zweiten Brutraum. Das kann man gut nutzen und das alte Wabenwerk des unteren Brutraumes entnehmen.

Das Hochziehen des Volkes in den oberen Brutraum wird unterstützt durch das Aufsetzen einer Zarge mit leergeschleuderten Waben, die nach der Honigernte (bei uns im Juli) anfallen. Diese ehemaligen Waben des Honigraums sind unbebrütet (bei Verwendung eines Absperrgitters) und aus frischem, unbelastetem Wachs.

Wird auf eine Fütterung unmittelbar nach der Honigernte verzichtet, so begünstig das den Vorgang des Hochziehens der Bienen. Es sei denn natürlich, die Bienen sitzen wirklich auf dem Trockenen. Dann muss vorher etwas gefüttert werden. Fünf Kilo (entspricht 2 volle Waben) sollten auf alle Fälle im Volk verbleiben!

Was gegen eine sofortige und vollständige Einfütterung spricht, ist außerdem, dass der Feuchtigkeitsgehalt in der Beute steigt. Dadurch wird die Wirksamkeit der AS-Behandlung durch eine schlechtere Verdunstung beeinträchtigt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung Wabenhygiene

Im folgenden Video seht ihr die Schritte 1 bis 6. Im Anschluss die Schritte zum Nachlesen ein wenig ausführlicher als im Film aus dem Kurs AK22.

Schritt 1
Die obersten beiden Zargen werden zunächst beiseite gestellt. Man kann sie hochkant auf die schmale  Seite kippen. Natürlich geht das nur, wenn die Rähmchen fest sitzen. Bei Beuten mit Blechkanten oder bei vorab gelockerten Waben würden die verrutschenden Rähmchen so manche Biene zerquetschen. In diesem Fall stellt man sie am besten waagerecht auf einen vorsorglich mitgebrachten zweiten Blechdeckel.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und Wabenhygiene

Schritt 2
Die nun zugängliche unterste Zarge wird ebenfalls zur Seite gestellt, am besten quer auf die Kanten des umgedrehten Blechdeckels, da dort sehr viele Bienen von den Rähmchen nach unten durchhängen. Diese Zarge wird später wieder oben aufgesetzt.

Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneImkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneSchritt 3
Nach dem Entfernen der untersten Zarge mit den alten Waben werden die beiseite gestellten Zargen wieder zurück gestellt. Also auf dem Boden der Brutraum, darüber der ehemalige Honigraum mit den ausgeschleuderten Waben. Die Folie kann nun entfernt werden.

Schritt 4
Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur Varroabehandlung und WabenhygieneDie vormalige untere (zwischenzeitlich auf dem Blechdeckel abgestellte) Zarge wird oben aufgesetzt. Daraus werden die alten Waben entnommen und dabei die Bienen IN die Zarge abgeschüttelt bzw. gekehrt. Also die Bienen NICHT VOR das Einflugloch kehren, denn auf den Waben könnte möglicherweise die Königin sitzen. Wer sich bei diesem Vorgang einen Hut oder Schleier aufsetzt, muss sich nicht genieren.

Falls, wie im Kurs der Fall, in der ehemals untersten Zarge noch Waben mit Brut vorhanden sind, werden diese gesammelt und im Tausch gegen nicht bebrütete Waben in den neuen untersten Brutraum gehängt.

Die Altwaben werden Stück für Stück in Boxen gestellt bzw. in leere Zargen gehängt oder in einen Plastiksack gesteckt. Später werden sie ausgeschmolzen und das (Alt-)Wachs zur Kerzenherstellung verwendet. (Darauf gehen wir im Modul 10 näher ein.)

Schritt 5
Imkerkurs für Anfänger von Bienen-leben-in-Bamberg.de, Modul 9 zur VarroabehandlungDa wir jetzt eine leere Zarge oben auf haben, kann nun die Varroabehandlung erfolgen (siehe im obigen Kapitel).

Schritt 6
Zum Schluss werden Folie und Holzdeckel wieder aufgelegt. Um den Schraubverschluss des Liebig-Dispensers nicht zu verlegen oder zu verlieren, kann er einfach zwischen Holzdeckel und Blechdeckel geparkt werden. Es ist dies auch ein Zeichen, falls z. B. die Urlaubsvertretung die Beute öffnet, dass hier eine Behandlung stattfindet.

Fehlervermeidung und Sicherheitsaspekte

In diesem Kurs wurde immer wieder auf Strategien der Fehlervermeidung und Sicherheitsaspekte eingegangen. Tatsächlich sind durch die zahlreichen kleinen Handlungsvorgänge viele Fallstricke möglich, die sich für Mensch und Tier sehr unangenehm, ja, sogar gefährlich auswirken könnten.

Seid also organisatorisch und mental gut vorbereitet, geht konzentriert und umsichtig vor und überlegt lieber einmal zu viel als zu wenig, wenn ihr ans Werk geht. Ihr habt es nachgerade zu DIESEM Zeitpunkt in eurer Hand, dass ihr als gesunde Imker/innen auch im nächsten Jahr gut gepflegte Bienen zu besitzen und qualitätsvollen Honig zu ernten.

Wenn ihr dann noch gewissenhaft und ausreichend einfüttert, was wir euch im Modul 11 zeigen werden, dann könnt ihr euch einer gelungenen Imkerei erfreuen. Unsere Bienen sind all unserer Mühen wert!


¹Pia Aumeier (2023): Ameisensäure sicher einsetzen mit Sachverstand. Bienenzucht 08/2023, S. 350.

Öffentliche Honigernte 2026: „Eine wertvolle Erfahrung, kaum in Worte zu fassen“

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.deUns erreichte ein sehr berührendes Feedback einer Mitarbeiterin des Landratsamts zur öffentlichen Honigernte am Lehrbienenstand „Bienenweg“ anlässlich der BIWa-Sonntagsöffnung. Motivation, die uns bsonders während dieser stark fordernden Wochen im Juli sehr gut tut.

„Ich möchte Ihnen gerne eine Rückmeldung zur gestrigen Veranstaltung, der Honigernte, geben. Es war eine so wertvolle Erfahrung, dass sie sich kaum in Worte fassen lässt. Mein Sohn hat seit gestern über kaum etwas anderes gesprochen. Er war unglaublich stolz darauf, dass er sich das getraut hat, und dieses Erlebnis wird ihm sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Vielen Dank für Ihre großartige Arbeit und Ihr Engagement. Solche Veranstaltungen sind etwas ganz Besonderes und schaffen bleibende Erinnerungen – für die Kinder genauso wie für die Eltern. […]“

Und das ist geschehen

26 Naturinteressierte trafen sich am Sonntag um 15 Uhr vor der Bienen-InfoWabe zu einer kurzen Ernte-Einweisung.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.deAlle Kinder hatten Spaß daran, sich die Imkerschutzanzüge anzuziehen. Nachdem einem launigen „Fotoshooting“, einer ausführlichen Sicherheitseinweisung und dem Einsprühen mit Nelkenöl ging’s an den nahen Lehrbienenstand. Währenddessen betreute unsere FKBB-Beirätin Marie Pailer die Bienen-InfoWabe.

 

Am Lehrbienenstand

Am Lehrbienenstand herrschte bereits emsiges Treiben. Jungbienen waren dabei, sich einzufliegen, um nach ihren nun beginnenden Sammelflügen wieder sicher heimzufinden.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Nachdem der Smoker angezündet und seine Funktion erläutert war, gaben wir den größeren Kindern den Vortritt. Denn bei drei aufeinander gesetzten Honigräumen reichen die Kleineren auch  mit einer Klappleiter kaum ran an die Waben.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Reinhold Burger wies alle in den Umgang mit dem Stockmeißel ein. Mit diesem Werkzeug werden die durch Baumharz (Propolis) verkitteten Waben voneinander  gelöst.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Mit aller Kraft von Daumen und Zeigefinger gelang es, die Waben vorsichtig aus dem Honigraum senkrecht nach oben zu heben. Gar nicht so einfach, daher gab es von Reinhold ein wenig Unterstützung. Doch den Großteil erledigten sie schon selbst.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Schließlich hielten die kleinen Sonntagsgäste stolz die bis zu zwei Kilo schweren Waben in Händen. Die am Vortag eingelegte Bienenflucht¹ sorgte dafür, dass nicht allzu viele Bienen darauf saßen.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Die Bienen in den Honigräumen sind emsig damit beschäftigt, Wachsdeckel als schützende Schicht über den eingelagerten Honig zu befestigen. Außerdem fächeln sie mit ihren Flügeln, um den Honig zu kühlen und ihm das Wasser zu entziehen. Für die Menschen interessieren sie sich bei all ihrer fleißigen Arbeit überhaupt nicht. Trotzdem war es eine Herausfoderung für Klein wie Groß, sich zwischen ihnen zu bewegen.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Mit dem Abkehrbesen werden die noch ansitzenden Bienen vors Einflugloch abgekehrt. Um ein „Rollen“ der Bienen zu vermeiden, ist eine rasche Bewegung sinnvoll. Obwohl Reinhold es anbot, diese Tätigkeit zu übernehmen, wollten ein paar mutige Kinder dies gerne selbst ausführen.

Die Waben wurden dann rasch in die bereitgestellten Boxen verstaut, damit keine Bienen eingeschlossen wurden. Die bis zu 14 Kilo schweren Boxen wurden im Anschluss an die Sonntagsöffnung von unserem Bienenpaten Bernd Liedtke dankenswerterweise zu uns an den Obstmarkt gefahren. Mit dem Radanhänger wäre das ob des Gewichts verboten gewesen.

Honigverkostung

Die Kinder wurden für ihren Mut mit einem kleinen Büchlein und einem Aufkleber belohnt. In der Bienen-InfoWabe fand zum Schluss noch eine kleine Honigverkostung statt. Außerdem wurde erklärt, wie der Nektar zu Honig wird und worin der Unterschied zwischen Wald- und Blütenhonig besteht. Natürlich konnte der Honig auch gleich erstanden werden.

Infotafel Honig: Bamberger Lagenhonig

Die nächste öffentliche Honigernte findet am So., 18.07.2027 statt. Gleich mal vormerken! Doch so lange muss niemand mit einem Besuch bei uns warten oder für den Honigkauf warten. Die nächste BIWa-Sonntagsöffnung ist am 16.08.2026 von 14 bis 17 Uhr. Wir freuen uns auf euch!


Blick auf die BienenfluchtReinhold erläutert Funktion Bienenflucht¹Eine zwischen Honig- und Brutraum befindliche hölzerne Platte funktioniert für die Arbeitsbienen wie eine Einbahnstraße. Durch speziell geformte Öffnungen führt zwar der Weg vom oberen Honigraum nach unten in den Brutraum und mithin zur Königin, deren Duftspur sie folgen. Doch zurück gelangen sie wegen der sich konisch verengende Öffnung nicht mehr, so dass sich mit der Zeit der obere Honigraum von Bienen leert.

So., 19.07.26 – BIWa-Sonntagsöffnung mit öffentlicher Honigernte

Logo für das Schwerpunktthema Honig der Bienen-InfoWabeLogo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)So., 19.07.26 – BIWa-Sonntagsöffnung mit öffentlicher Honigernte

Wann? 14.00 – 17.00 Uhr | Offenes Haus für alle … rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Öffentliche Honigernte zur BIWa-Sonntagsöffnung am Bienenweg in Bamberg / Iniative Bienen-leben-in-Bamberg.deUm 15.00 Uhr | Öffentliche Honigernte. Honig wächst nicht in Quetschflaschen, das ist sicher. Doch woher kommt er genau? Wie wird er von den Bienen eingelagert? Familien mit Kindern ab dem Grundschulalter dürfen kostenlos und ohne Anmeldung am Ernten teilnehmen. Sie ziehen unter Anleitung eine Wabe aus dem Volk am Bienenweg und werden mit einem kleinen Geschenk belohnt. Dauer je nach Besucherzahl etwa eine halbe Stunde inklusive Kurzvortrag. Auch, wer nicht ernten will, darf in einen echten Imkeranzug schlüpfen! Im Anschluss Honigverkostung mit der Möglichkeit, original Bamberger Lagenhonig zu kaufen. Bei Regen muss die Ernte leider entfallen, doch Kurzvortrag und Honigverkostung sind weiterhin möglich.
Und sonst?  Informationen für Groß und Klein, Beratung für Jungimker/innen und Fachgespräche für alte Hasen. Nutzung der Imker-Bibliothek.
Kosten?  Keine, über Spenden freuen wir uns
Wo?  Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park

Honigernte Bughof und Weide (BLIB-Imkerkurs für Anfänger, AK26, Modul 7)

Für unsere Teilnehmenden aus dem Imkerkurs für Anfänger boten wir zur Honigernte und -verarbeitung zwei Juli-Termine an. Gruppe 1 erntete am 04.07. am Standort Bughof, eine Woche später trafen wir uns mit der Gruppe 2 an der Weide. Das Modul 7 ist das praxisstärkste von allen, wir leisten nur noch wenig Hilfestellung. Ob mit oder ohne Imkeranzug … jetzt geht’s ans Eingemachte!

Vorlauf zur Ernte

In den Morgenstunden des Tags vor der Ernte setzte Reinhold am jeweilig vorgesehenen Standort eine Bienenflucht ein, die es in verschiedenen Varianten gibt, z. B. als Raute mit zwei Eingängen oder kreisförmig mit 16 Eingängen. Jene mit zwei Plastikeinsätzen sehen wir als eher nicht so ideal an. Zu diesem Thema weiter unten mehr.

Mit Spiritus wurden die Imkergeräte (Stockmeißel, Smoker) und die Boxen gereinigt, der Abkehrbesen kam in die Spülmaschine.

Ablauf des Modul 7 zur Ernte

Um ein sauberes, zügiges und unfallfreies Ernten zu garantieren, sollten alle erforderlichen Gerätschaften vor Ort griffbereit aufgebaut werden. Auch der Eigenschutz darf nicht vergessen werden.

Hier die Checkliste Ernte:

  • Kopftuch u./o. Imkerhut und Jacke, geschlossene Schuhe, kein Leder am Körper – Im Falle zickiger Bienen nicht zögern, nach der Devise „Selbstschutz ist Bienenschutz!“ vorzugehen. Denn offen stehende Beuten, die fluchtartig sich selbst und den Wespen überlassen werden, sind keine Option, wenn ein umsichtig aufgezogener Imkerhut das verhindern kann. Warum es Lederhandschuhe zu Kaufen gibt, entzieht sich unserem Verständnis.
  • Smoker mit Rauchmaterial, Feuerzeug, Löschwasser
  • Stockmeißel
  • Abkehrbesen Da die Borsten vom Honig verkleben und für die Bienen unangenehm hart, außerdem unnötig viele Bienen angezogen werden, empfiehlt es sich, entweder einen zweiten Besen bereit zu halten oder ihn zwischendrin mit Wasser zu säubern.
  • Leerboxen Lebensmittelecht und sauber, zudem leicht schräg aufgestellt, damit die eingetragenen schweren Waben nicht ins Rutschen kommen.
  • Leere Rähmchen Zum Abstützen der Honigwaben, wenn die Box nicht gänzlich mit ihnen gefüllt sind, um beim Tragen keine Wabenverletzungen zu riskieren. Unsere Empfehlung ist, 6-7 volle Waben, 3-4 leere Rähmchen.
  • Windel – Für Varroabefallskontrolle, die 3 Tage nach der Ernte erfolgen sollte.

1. Entnehmen der Waben

Zum Entnehmen braucht es im Grunde keinen oder kaum Rauch, der auch nur das Aroma beeinflussen würde. Die Bienenflucht – sofern mindestens 24 Stunden vorher eingelegt – sorgt dafür, dass relativ wenige Bienen im Honigraum sind.

Da Honigwaben mit durchschnittlich 2-3 Kilo für die Finger als ziemlich schwer empfunden werden können, könnte das Rähmchen in der Mitte des oberen Rahmenstegs in den Klammergriff genommen werden. Allerdings funktioniert dann so das Abkehren nicht mehr ideal.



2. Die Spritzprobe

Um sicherzugehen, dass keine zu wasserhaltigen Honigwaben geerntet werden, unterzieht man die Randwaben einer Spritzprobe. Das gilt jedoch nur für die wenig bis nicht verdeckelten Waben. Glänzt der Honig noch sehr, ist er wohl noch zu flüssig. Je matter, desto besser. Das Foto hier zeigt eine Honigwabe, die trotz wenig Verdeckelung schon reif genug zum Ernten war.

Ak25, Modul 7: Ernte Bamberger Lagenhonig, Standort Inselstadt / Weide am 12.07.2025 / Imkeranfängerkurs von Bienen-leben-in-Bamberg.de

Mit beiden Händen wird die Wabe an den Seitenrändern gehalten. Falls bei der kräftigen, ruckartigen Bewegung (Stoßen) der horizontal über der Beute gehaltene Wabe ein Nektartropfen herausgeschleudert wird, belassen wir sie in der Beute. Hat man ein gutes Auge, erkennt man die Tropfen trotz der gleichzeitig mit herabfallenden Bienen. Anfänger/innen sollten besser vorher die Bienen von der Wabe kehren.

 

3. Bienen abkehren

Um die Bienen nicht zu verletzen, bemühen wir uns um ein schonendes Abkehren. Die noch ansitzenden Bienen werden dabei mit raschen, beherzten Wischbewegungen des weichen Abkehrbesens vor das Flugloch gestrichen.

Behutsame Kehrbewegungen wären wegen der Gefahr, die Bienen dabei zu rollen, grundverkehrt. Manche Imker*innen verwenden ein kleines Gebläse, um die Bienen davonzuföhnen. Beim Kauf darauf achten, dass er nicht zu laut töst.

4. Honigwabe in Leerbox bugsieren

Sodann gilt es, die abgekehrte Wabe rasch und ohne wieder anfliegende Bienen – Ende Juli dann mehr noch ohne Wepsen! – in die bereitgestellte, leicht schräg stehende Box zu bringen. Dabei muss vermieden werden, dass die Wachsschicht aufbricht, etwa, weil man mit den Abstandshaltern gegen die bereits verstauten Waben stößt. Die Folge wäre eine Sauerei in der Box und somit auch ein Herbeilocken von Bienen und Wespen.


Alle Teilnehmenden übten das Einholen der Waben ohne eine „dritte Hand“. Es ist nicht einfach, zugleich mit dem Abkehrbesen eine sehr schwere Wabe mit nur einer Hand zu halten, um mit der anderen Hand den Deckel zu öffnen und die Box sofort nach dem sorgfältigen Honigwabeneinsetzen wieder zu verschließen.

Achtung: Den Deckel, wenn er denn schon auf den Boden abgelegt werden muss, weil es anders nicht zu schaffen ist, niemals mit der Innenseite nach unten aufs Gras legen. Der Grund sind Mäuse, die den Hantavirus verbreiten könnten. Alles, was mit Lebensmittel zu tun hat, unbedingt vom Boden fernhalten! Und aus gutem Grund interessiert sich ab diesem Moment des Erntens die Lebensmittelkontrolle für die Imkerei, und wenger das Veterinäramt.

Eigenschutz!

Das Schleppen der Boxen sollte rückenschonend vonstatten gehen. Also raus aus dem Kreuz, und nicht zu viel auf einmal! Auch, wenn ihr in jungen Jahren noch keinen Gedanken daran verschwendet … Belastung lässt die Bandscheiben schrumpfen! Eines der häufigsten Gründen zur Aufgabe der Imkerei sind massive Rückenprobleme.

5. Entfernen der Bienenflucht

Die Bienenfluchten sind nach dem Prinzip einer Einbahnstraße gebaut und in unterschiedlichen, vom beabsichtigten Effekt durchaus vergleichbaren Ausführungen erhältlich (s. o.).

Die Bienenflucht wird vorsichtig unter Gabe einiger Rauchstöße angehoben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist es völlig in Ordnung, auch mal einen Hut aufzuziehen.

Die meisten Bienen können mit ein paar kräftigen Stößen vor die Beute – besser noch in die vorab aufgesetzte Leerzarge– abgeschüttelt werden. Dabei wird mit einer Hand die Flucht fest in den Griff genommen, die andere schlägt kräftig auf die haltende Hand. Bei sehr vielen Bienen kommt auch erst einmal an den Rändern der Abkehrbesen zum Zuge.

Wie erfolgreich der Honigraum von den Honigpflegebienen verlassen wurde, variiert manchmal stark. Oft klappt es sehr gut, zuweilen weniger.

 

Erst, nachdem alle Völker abgeerntet sind, wird die Bienenflucht entfernt. Nimmt man die Flucht nämlich bei jedem einzelnen Volk sofort heraus, wären unnötig viele Bienen in der Luft. Das muss man sich nicht antun.

 

6. Absperrgitter entfernen und Leerzarge aufsetzen

Nachdem die Bienenflucht entfernt ist, können nach ein paar Rauchstößen aus dem Smoker, der hoffentlich noch qualmt, die Absperrgitter weggenommen und dann eine (vormals mit Honigwaben) gefüllte Leerzarge aufgesetzt werden.

Wer allerdings seine Völker im weiteren Verlauf nach dem Prinzip „Teilen und Behandeln“ (TuB) versorgt, lässt das Gitter einfach noch drauf, um sicher zu sein, dass die Königin im Brutraum verblieben ist.

Sollten ein paar Waben nicht geerntet werden können, weil noch zu feucht, setzt man diese genau über das Brutnest. Wenn man schon mal dabei ist, schätzt man zugleich die Menge des im Brutraum verbliebenen Honigs. Er sollte 5 Kilo betragen. Für die Schätzung addiert man die sichtbar verdeckelte Flächenmengen. Inklusive der verbliebenen Restwaben sollte es die Menge ergeben, wie sie auf zwei beidseitig verdeckelten Waben zusammen kommen.

Falls weniger vorhanden ist und keine Tracht mehr zu erwarten (das ist von Region zu Region und vom Zeitpunkt her unterschiedlich), muss eine volle Wabe zurückgelassen werden. Oder man beginnt sogleich mit dem Auffüttern mittels Futterteig oder einigen Litern Zuckerwasser. Und zwar in den Abendstunden, um keine Räuberei auszulösen.

7. Windel einschieben

Zum Schluss wird noch die Windel eingeschoben und nach drei Tagen ausgewertet, um einen zuverlässigen Wert zu erhalten. Bleibt die Windel länger eingeschoben, erschweren Wachskrümel das Auszählen der Milben. Zudem werden Ameisen angelockt. Wegen der Wachskrümel empfiehlt es sich, während der Gemülldiagnose auch keine frisch ausgeschleuderten Honigwaben von den Bienen reinigen lassen.

Basierend auf den Ergebnissen der Gemülldiagnose entscheiden wir, ob umgehend eine Varroabehandlung durchgeführt werden muss. Dabei orientieren wir uns an den für Juli geltenden Grenzwert des Milbenfalls von 10 Milben pro Tag für die über ein Jahr alten Wirtschaftsvölker.

Liegen die Werte unterhalb dieser Grenzen, können wir mit der standardmäßigen Sommerbehandlung mittels Ameisensäure noch bis August bei den Wirtschaftsvölkern und bis September bei den Ablegern zuwarten.

Zur weiteren Verarbeitung fuhren wir die duftende Fracht an den Obstmarkt. Das Modul 8 also in einem der nächsten Blogbeiträgen.

Grundschule Strullendorf zu Gast bei der Bamberger Schulbiene

Die FleGS-Klassen 1/2 c und d der Grundschule Strullendorf besuchten die Bamberger Schulbiene und überzeugten mit einer Menge Vorwissen. Um so mehr tat es uns leid, dass das obligatorische Bienenstreicheln wegen der Gewitterstimmung aus Sicherheitsgründen ausfallen musste. Doch immerhin durften alle die echten Bienen von Nahem sehen und ein abwechslungsreiches Programm für alle Sinne erleben!

Leider konnten wir in der darauffolgenden Woche die anderen drei Klassenzüge nicht unterrichten. Es war mit über 30° C entschieden zu heiß für Menschen wie Bienen.

1. Ankommen / duftender Sinnespfad (Barfußpfad)

Bekommen wir eine „Ameisenstraße“ hin, ohne zu drängeln? Was fühlen wir unter unseren Füßen? Was tasten, sehen und riechen wir?

2. Kleine Pflanzenkunde und Grundkenntnisse Bienen-Biologie (Teil 1)

Welche Pflanzen rochen so intensiv? Wie empfinden Bienen? Warum können Bienen ohne Nase trotzdem riechen? Welche Sinne und Körperteile haben sie? Wo sind die Unterschiede zu uns Menschen und weiteren Tieren?

3. Grundkenntnisse Bienen-Biologie (Teil 2) und Bestäubung

Was sammeln Bienen und für was? Warum sind Honigbienen so wichtig? Wie transportieren Bienen das Gesammelte? Wohin tragen sie es?

4. Wie kommt der Honig ins Glas?

Welche Schritte und Geräte braucht es, damit der Honig im Glas landet? Wie viel Honiggläser ergibt eine Wabe / ein Volk? Wie schmeckt der Honig von den Bienenvölkern, die wir gleich besuchen werden? Waurm ist mancher Honig flüssig, und mancher fest?

 

5. Kontaktaufnahme Biene und offene Fragen an der Schaufensterbeute

Was krabbelt da? Wie sehen Arbeiterinnen und Drohnen aus?  Schlüpft hier nicht sogar eine kleine Biene?

Schaufensterbeute für den Bamberger Schulbienenunterricht

7. Besuch des Lehrbienenstands

Wie sieht die Welt durch einen Imkerschleier (Imkerhut) aus? Welche Maßnahmen erlauben einen sicheren Umgang mit den Bienen? Was macht der Rauch mit den Bienen? Wie sieht eine Bienenwohnung von innen aus?

Bamberger Schulbienenführung für Drittklässler aus Forchheim-Reuth

Die Bamberger Schulbienenführung für zwei dritte Klassen der Grundschule Forchheim-Reuth bereitete uns gegenseitig viel Vergnügen. Trotz kleinerer Regenschauer kontnen wir doch wieder die meiste Zeit im Freien verbringen. Ob auf dem Sinnespfad, bei der Bienenbeobachtung mit der Schaufensterbeute, bei der Tiersuche-Challenge oder am Lehrbienenstand beim Streicheln von Drohnen und Arbeitsbienen – es war viel geboten!

Grundschule Forchheim-Reuth, Klasse 3a zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.de

Folgende sieben Stationen sorgten für reichlich Abwechslung:

  1. Ankommen / duftender Sinnespfad (Barfußpfad)
  2. Kleine Pflanzenkunde und Grundkenntnisse Bienen-Biologie (Teil 1)
  3. Grundkenntnisse Bienen-Biologie (Teil 2) und Bestäubung
  4. Wie kommt der Honig ins Glas? Mit Honigverkostung
  5. Sichtkontakt Biene und offene Fragen an der Schaufensterbeute
  6. Tier-Challenge im Botanischen Bienengarten
  7. Auf geht’s zum Bienenstreicheln

1. Ankommen / duftender Sinnespfad (Barfußpfad)

Was fühlen wir unter unseren Füßen mit geschlossenen Augen? Was sehen und riechen wir?

Grundschule Forchheim-Reuth, Klasse 3a zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.de

2. Kleine Pflanzenkunde und Grundkenntnisse Bienen-Biologie (Teil 1)

Welche Pflanzen haben wir im Sinnespfad erschnüffelt? Warum können Bienen ohne Nase trotzdem riechen? Wie empfinden Bienen? Welche Sinne und Körperteile haben sie? Wo sind die Unterschiede zu uns Menschen und weiteren Tieren?

3. Grundkenntnisse Bienen-Biologie (Teil 2) und Bestäubung

Was sammeln Bienen und für was? Warum sind Honigbienen so wichtig? Wie transportieren Bienen das Gesammelte? Wohin tragen sie es? Welche Rolle spielt die Königin?

Grundschule Forchheim-Reuth, Klasse 3b zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.de

 

4. Wie kommt der Honig ins Glas? Mit Honigverkostung

Wie schwer ist eine volle Honigwabe? Welche Schritte und Geräte braucht es, damit der Honig im Glas landet? Wie viel Honiggläser ergibt eine Wabe / ein Volk Wie schmeckt der Honig von den Bienenvölkern, die wir gleich besuchen werden?

verdeckelte Honigwabe

5. Sichtkontakt Biene und offene Fragen an der Schaufensterbeute

Was krabbelt da? Wie sehen Arbeiterinnen und Drohnen aus? Wie sehen die Kinderstuben der beiden aus? Schlüpft hier nicht sogar eine kleine Biene?

Grundschule Forchheim-Reuth, Klasse 3a zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.de

6. Tier-Challenge im Botanischen Bienengarten

Welche Tiere verstecken sich im Bienengarten? Wie heißen sie genau? Wie viele unterschiedliche Tiere konnten die beiden Kleingrupen finden?

Grundschule Forchheim-Reuth, Klasse 3a zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.de

7. Auf geht’s zum Bienenstreicheln!

Wie sieht die Welt durch einen Imkerschleier (Imkerhut) aus? Welche Maßnahmen erlauben einen sicheren Umgang mit den Bienen? Was macht der Rauch mit den Bienen? Wie sieht eine Bienenwohnung von innen aus? Traue ich mich, eine Biene zu streicheln? Wie fühlt sie sich an?

Grundschule Forchheim-Reuth, Klasse 3a zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.de

Bürgerverein Erba und Förderkreis Bienenleben: den Schulterschluss genießen

Vor einigen Monaten ist unser FKBB e. V. dem Bürgerverein Erba e. V. als Mitglied beigetreten. Versteht sich, dass wir unseren Mitgliedskolleg*innen eine spannende wie genussreiche Schulbienenführung versprachen.

Bei fast zu gutem Wetter bekamen die zehn Teilnehmenden im Bienengarten einen Crashkurs zu Bienen und ihren Lebensraum. Nach allerlei Wissenshäppchen zu Wild- wie Honigbienen lösten wir in der Bienen-InfoWabe das Rätsel auf, wie genau eigentlich Nektar zu Honig wird und wie dieser ins Glas gelangt.

Klar, dass sodann eine Honigverkostung fällig wurde, bevor wir am Lehrbienenstand die Bienen streicheln gingen.

Bei Kaffee und Kuchen ließen wir den Nachmittag ausklingen.

Wir freuten uns sehr über das Interesse an unseren Lieblingsthemen, welches uns außerdem Zuwachs zu unserem Förderkreis bescherte – ein Antrag auf Familienmitgliedschaft für Bert und Ingrid! Auf beiderseits netten Schulterschluss zum Wohle des Erba-Insel-Lebens!

Junge Bienenprofis des Wiesenhorts Bug bei der Bamberger Schulbiene

Wiesenhort Bamberg Bug, Klassen 1-4 zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.deWiesenhort Bamberg Bug, Klassen 1-4 zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.deSie kamen aus Bug angeradelt. Und stellten viele eigene Fragen, konnten aber auch schon erstaunlich viele richtige Antworten geben, die Eins- bis Sechstklässler aus dem Wiesenhort Bug.

Wiesenhort Bamberg Bug, Klassen 1-4 zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.deWeit über die vereinbarte Zeit gerieten wir damit, doch das war beiderseits völlig in Ordnung. Wir hatten unsere Freude daran, in den Kindern und ihren vier erwachsenen Begleiter/innen würdige Partner in Sachen Bienenliebe gefunden zu haben.

Wiesenhort Bamberg Bug, Klassen 1-4 zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.de

Ob Sinnespfad, Bienen- und Pflanzenkunde, Honigverkostung, Schaubeute oder echte Bienen … das ganze Programm wurde aufmerksam und aufgeschlossen mitgemacht. Alle wollten und durften die Bienen streicheln, denn nach einigen grundlegenden Informationen war allen sonnenklar: JA, DAS GEHT!

Wiesenhort Bamberg Bug, Klassen 1-4 zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.de

Lassen wir ansonsten die Fotos sprechen!

Sinnespfad – Fühlen, Hören, Sehen, Riechen; und soziale Kompetenzen wie Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Rücksichtnahme, aber auch Vertrauen entwickeln beim Blindgehen.

Bienenkunde – ihre und unsere Sinne vergleichen, ihre besonderen körperlichen Merkmale und ihr Können, Wildbienen identifizieren und andere Insekten benennen. Bei einer kleinen Pflanzenkunde drei Duftpflanzen kennenlernen.

Wiesenhort Bamberg Bug, Klassen 1-4 zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.de

Von der Biene ins Glas – mit Honigverkostung

Bienen in Live in der Schaufensterbeute – ungestört für Bienen und stressfrei für Menschen gewöhnen wir uns an das Gewusel.

Das Highlight – echte Bienen streicheln!

Wiesenhort Bamberg Bug, Klassen 1-4 zum Schulbienen-Unterricht / Schulbienenführung in der Bienen-InfoWabe, Bienen-leben-in-Bamberg.de

Ablegerversorgung, Königinnenzeichnen (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK26, Modul 6)

Mit dem praxisorientierten Modul 6 „Ablegerversorgung, Königinnenzeichnen“ ist die Halbzeit des Imkerkurses für Anfänger erreicht. Nach einer kurzen Wiederholung zur Ablegerbildung widmen wir uns den beiden neuen Lektionen Ablegerversorgung und Königinzeichnen. Die kleine Regenpause verbrachten wir in der Bienen-InfoWabe mit Theorie.

Ablegerversorgung / Varroabehandlung

Als erstes erfolgt die Windeldiagnose. Sie verrät uns viel, was in den letzten vier Wochen im Ableger aus dem Modul 4 am 18.04.26 passiert sein dürfte.

Nach dem Öffnen fanden wir eine hübsche Königin vor, Wir entdeckten außerdem Eier und bereits erste Larven. Das ist nicht immer selbstverständlich.

Da die Königin noch jung ist, verzichteten wir vorerst auf ihre Zeichnung. Junge Königinnen reagieren oft noch etwas nervös. Möglicherweise ist sie außerdem noch flugfähig. Ihr Davonfliegen wollten wir nicht riskieren. Das Markieren holen wir zur nächsten Durchsicht in ein bis zwei Wochen nach.

Zeitpunkt Varroabehandlung

Den Zeitpunkt vor der Verdeckelung der Brut nutzten wir zur Varroabehandlung. Hintergrund: Die zur Verfügung stehenden Säuren wirken nämlich nicht in die verdeckelte Brut hinein.

Material

Möglich ist eine Behandlung mit Milchsäure 15% im Sprühverfahren. Noch besser wirkt Varroxal 0,71 g/g  (Oxalsäuredihydrat). Das Pulver wird gemäß der Packungsbeilage mit Wasser zu einer 3%-Lösung angemischt: 6 g Oxalsäuredihydrat-Pulver (6 Messlöffel) auf 200 ml Wasser. Beim Umgang mit der Säure bitte die Schutzmaßnahmen beachten: Handschuhe, Jacke oder Hemd mit langen Ärmeln und am besten Schutzbrille und Mundschutz (FFP-3-Maske).

Vorgang

Gesprüht wird nur mit zwei, drei Stößen pro Wabenseite. Die Flügel bzw. Körper der Bienen sollten nicht durchnässt, sondern lediglich angefeuchtet, sprich: silbrig glänzend sein. Mit einem Sprühvorgang ins Leere wird vorab die Windrichtung überprüft, aber auch, ob der Sprühkopf auf einen feinen Nebel eingestellt ist.

Die Wabe mit den ansitzenden Bienen von unten in einem Winkel von 45 Grad besprühen. Damit wird verhindert, dass der Sprühnebel die bereits vorhandene Larven direkt trifft. Nicht versäumen sollte man dabei, auch die Bienen zu besprühen, die auf den inneren Seitenwänden der Zarge herumkrabbeln.

Produkttipp: „Sprühgerät McProper Plus P“ des Schweizer Herstellers Birchmeier, der von verschiedenen Versandhändlern angeboten wird.

Dokumentation

Nicht vergessen. Jede Anwendung eines Tierarzneimittels muss im Bestandsbuch dokumentiert werden. Eine Vorlage kann bei der LWG als PDF-Dokument heruntergeladen werden: bestandsbuch.pdf

Königinnenzeichnen

Um die Königin im Gewusel leichter zu finden und um sie bei allen Verrichtungen im Volk nicht zu gefährden, ist ein Zeichen auf ihrem Rückenschild hilfreich.

Die Farben zum Zeichnen von Königinnen sind international festgelegt: Jahre, die mit 1 bzw. 6 enden – weiß. Jahre, die mit 2 enden – gelb, Jahre mit 3 – rot, Jahre mit 4 – grün, Jahre mit 0 bzw. 5 – blau. Die Jahresfarbe für 2026 ist also weiß.

Statt der Königin ließen wir von den Teilnehmenden ein paar Drohnen zeichnen. Das hat neben der Schonung der Königin den Vorteil, dass ALLE üben können. Eine Drohne zu „pflücken“ kann für manche eine Herausforderung bedeuten, selbst im Bewusstsein, dass die männlichen Bienen keinen Stachel haben. Das Einfangen mit der Hand ist sicherer als mit Hilfe eines Abfangclips, da dies eine geringere Verletzungsgefahr für die Königin bedeutet. Möglich ist es auch, direkt das Zeichenrohr über die Königin zu stülpen und … nun ja, ihr werdet es herausfinden, welche Art des Einfangens euch am wenigsten Schwierigkeiten bereitet!

Einmal erwischt, schnell ab mit dem Drohn in das Zeichenrohr! Und zwar ins richtige der beiden hohlen Teile. Dann vorsichtig mit dem Schaumstoff die „Königin“ in eine Halteposition bugsiert. Also der obere Rücken wird sanft zwischen den Stäben festgeklemmt und mit einem speziellen Stift gezeichnet.

Nach dem Färben die Königin kurz trocknen lassen und etwas anräuchern. Somit wird der Geruch der Finger und des Farbstiftes überdeckt. Und nun ab mit ihr ins Volk, welches sie hoffentlich auch wieder annimmt. Die Versuchsdrohnen hingegen fliegen meist auf und davon, um als „falsche Königin“ wieder heimzukehren.

Hin und wieder passiert es, dass die Königin von ihrem Hofstaat nicht mehr beachtet wird. Vielleicht wurde ihr Unterleib versehentlich gequetscht oder sie riecht nicht mehr so, wie eine gesunde, legefähige Königin es sollte.

Das nächste Mal sehen wir uns bereits zur Ernte und Verarbeitung des Honigs. Denn bis dahin, bzw. bis Mitte Juni, wird einfach nur wiederholt: Wöchentlich Weiselkontrolle und vielleicht noch einen Ableger bilden. Wir sehen uns!

Montessori-Mittagsbetreuung zu Gast bei der Bamberger Schulbiene

Blaue (auch: Blauschwarze) Holzbiene, Xylocopa violacea, an Großem Löwenmaul11 Kinder aus der Mittagsbetreuung der Montessori-Grundschule erhielten nach dem „Erst-mal-ankommen-Sinnespfad“ eine knappe Stunde lang Einblick in die Welt der Bienen.

Was unterscheidet die Sinne und die körperlichen Merkmale von Wild- und Honigbienen von den unseren? Wie sehen die unterschiedlichen Arten aus? Nach dem Sitzkreis im Bienengarten ging’s in unser grünes Klassenzimmer, die Bienen-InfoWabe.

Dort erfuhren die Erst- bis Viertklässler, wo die Bienen wohnen und wie es in ihrer Kinder- und Vorratsstube aussieht. Was bringen die Arbeitsbienen mit nach Hause und wie transportieren sie alles? Und wie kommt eigentlich der Honig ins Glas?

Es freut uns immer, wenn ein Kind, welches vorher gar nicht so gerne mitkommen wollte, sich im Laufe weniger Minuten sich von unserer Hingabe anstecken lässt. Denn von uns bekommen sie Informationen nicht in „kindgerechter“, sondern in sachlich-ehrlicher Weise und auf Augenhöhe. Das lässt ihnen Raum auch für die eigene Einschätzung und Interpretation der Lage.

Beispielsweise ist es wesentlich glaubwürdiger, zu erklären, WANN genau WELCHE Bienen in ihrem Lebenszyklus stechbereit sind, als so zu tun, als müsse man grundsätzlich keine Angst haben. Fakt ist: Eine Sammelbiene hat nicht den genetischen Auftrag, ihr Volk zu verteidigen wie die Wächterbiene, sondern Wasser, Nektar, Pollen und Propolis nach Hause zu bringen. Sie wird also nur zustechen, wenn man versehentlich auf sie tritt, also ihr Leben unmittelbar bedroht wird.

Biene an Wald-Akelei

Mit Materialien zur Nacharbeitung versorgt hoffen wir, dass trotz der Kürze der Zeit ein wenig hängenbleibt von der Nützlichkeit dieser faszinierenden Insekten und unserer Liebe zu ihnen … die jeden Einsatz wert ist.