Wie helfen?

Wie können wir den Bienenvölkern (und damit uns Menschen) helfen? Hier einige kleine und größere Maßnahmen – jede davon ist ein wichtiger Baustein.

Hilfekatalog gegen das Bienensterben:

  1. Eine Bienenpatenschaft übernehmen.
    Mit einer Bienenpatenschaft finanzieren Sie wahlweise 1. die geplante Bienen-InfoWabe oder 2. Eine Bienenwohnung (Beute) oder 3. einen Schulbienenunterricht oder 4. Sie retten einen Bienenschwarm. Im Gegenzug erhalten Sie dafür eine Urkunde, Bienenprodukte, Einladungen zu besonderen Veranstaltungen und dürfen zwei Jahre lang aktiv bei uns mitmachen und sogar das Imkern lernen. Aber auch ohne persönliche Teilnahme finanzieren Sie wahlweise
  2. Mit einer direkten Spende unterstützen Sie unsere verschiedenen Projekte, aktuell benötigen wir Geld für den Bau eines öffentlichen „Klassenzimmers“, die Bienen-InfoWabe auf der Erba-Insel in Bamberg.
  3. Anpflanzen, was Bienen gerne annehmen.
    Ob auf dem Balkon oder Garten, überall werden sich (Wild)Bienen darüber freuen. Welche Pflanzen das sind, findet sich zum Beispiel
    – unter wikibooks.org
    – im umfangreichen Bienenweidekatalog (PDF des MLR BW) und dazugehörender Datenbank
    – in der App für Bienenfreunde vom BMELV
    Tipps aus unserem kleinen Balkon
  4. Wer nicht selber pflanzen kann, kann andere aufklären und sie dazu animieren. Eine informative Seite hierzu bietet das Netzwerk Blühende Landschaft.
  5. NetzwerklogoSpenden, ohne es so richtig zu bemerken. Wie das geht? Mit 5 Cent pro Bienenglas, so die Marke darauf zu sehen ist, sind Sie automatisch an der Partnerschaft Deutscher Imker für Blühende Landschaft beteiligt.
  6. Selber imkern. Jedes einzelne Volk zählt. Wir empfehlen, mit zwei bis drei Völkern anzufangen. Wo das Imkern erlernbar ist, erfährt man über die örtlichen Bienen- und Imkervereine. Wichtig: Abklären einer möglichen Bienengift-Allergie. Falls nicht: Bienenstichen sagt man sogar eine heilende Wirkung nach!
  7. Wer nicht selber imkern kann oder mag, stellt einen Teil seines Gartens für andere Imker zur Verfügung. Obwohl es nicht sehr schwer ist, geeignete Standorte zu finden, kann man die Beuten nicht überall aufstellen. Denn immer wieder haben Menschen Angst vor Bienenstichen und wollen keine Völker in ihrer Nähe. Doch die Bienen sind heute zumeist auf Friedfertigkeit gezüchtet. Wildes Herumfuchteln mögen sie allerdings immer noch nicht. Übrigens: ist der Imker in einem Verein, ist er über diesen versichert. Oder bei der eigenen Haftpflichtversicherung nachfragen.
  8. Für Wildbienen und Insekten lassen sich Insektenhotels aufstellen. Fertig zu kaufen oder selbst angefertigt, ob für Fensterbrett, Balkon, Garten oder Dachebene …, jedes einzelne und jede Größe zählt. Ein nettes Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk ist es obendrein. Siehe auch die 20-seitige Broschüre der Versuchsreihe  „Beobachtungsanlagen“ mit Anleitungen zum Selberbauen von wildbee.ch
  9. Bewusstsein schaffen. Das Thema in den unterschiedlichsten Gremien und Gruppierungen einbringen, ob in der Gemeinde, eines landwirtschaftlichen Verbandes oder der eigenen Partei, also in die politischen Gremien … Wir stellen dazu beispielsweise Wahlprüfsteine auf, das kann man nachmachen. Verteilen Sie kostenlos erhältliche Broschüren wie zum Beispiel „Rettet die Biene – Informationen und Tipps für Verbraucher“ von Greenpeace.
  10. Bei Demos und Petitionen mitmachen. Siehe auch unter Avaaz.org – die Welt in Aktion oder derzeit mit Stand 02.06.2016 die Auflistung auf unserem Weblogbeitrag „Petitionen und Kampagnen gegen Bienensterben und Pestizide.
  11. Regionalsiegel der Regionalkampagne BambergDa das Bienensterben ein weltweites Phänomen ist, nützt es global gesehen nicht viel, ausschließlich deutschen Honig zu kaufen. Trotzdem ist die Ökobilanz sicher besser, wenn der Honig von örtlichen Imkern bezogen wird. Außerdem wird damit die Bestäubungsleistung vor Ort angekurbelt. Ein weiterer Vorteil: Seuchen wie zum Beispiel die Amerikanische Faulbrut werden weniger verbreitet. Adressen von heimischen Imker gibt’s über die jeweiligen Regionalkampagnen. Imker des Bamberger Raums vertreiben ihre  heimischen Produkte oft unter dem Regionalsiegel „Region Bamberg – weil’s mich überzeugt“.
Wer weitere Ideen hat – nur zu! Das Kommentarfeld freut sich! Die Liste wird fortlaufend ergänzt.

8 Gedanken zu „Wie helfen?

  1. In unserer über 4000 qm großen Freiland-Gärtnerei haben wir reges Bienen – und Hummel-Leben…. Es summt und brummt unablässig !
    Sogar die relativ seltene ( hab ich mir von einer Biologin sagen lassen) Holzbiene ist bei uns seit jahren ansässig…. Wo bringen denn „unsre“ Bienen den Blütenstaub hin ? Gibt es „Stadt-Imker“ in Bamberg….?
    LG, Carmen Dechant

    • Hallo, Frau Dechant! Ja, dass es in Ihrer schönen Gärtnerei brummt, kann ich mir lebhaft vorstellen! Vielleicht kommt ja die Holzbiene, die auch wir auf dem Balkon im Obstmarkt beobachten, aus Ihrer Ecke?! Und man möchte es nicht meinen, aber wir haben in Bamberg allerhand Kleinimker in Ecken, die man so gar nicht auf den ersten Blick erkennt. Ich werde demnächst eine Liste anfertigen von allen Bamberger Stadtimkern, die wir kennen, beispielsweise am Mittleren Kaulberg, am Schiffsbauplatz, auf den Dächern der Erba-Insel-Wohnanlage, im Teufelsgraben, Gackensteinweg, Ottobrunnen, Galgenfuhr, Bruderwald, … und uns natürlich, derzeit am Rinnersteig nach Wildensorg zu und in den Buger Wiesen. By the way ein Linktipp: http://bamberg.echtregional.de/index.php?id=7

  2. Liebe Ilona, mein Mann und ich haben uns für eine Patenschaft entschieden. Und noch eine Frage: Wir könnten uns vorstellen, bei uns in der Gärtnerei einen Standort für eine „Beute“ zur Verfügung zu stellen. Wie würde das denn ablaufen….? Können Sie uns nicht einfach mal in der Gärtnerei besuchen ? dann können wir über alles reden…. 🙂 LG, Carmen Dechant

  3. Oh, das ist ja fein! Bienenpatenanwärter!
    Ich schicke euch die Unterlagen zu, dann ist das ein tolles Weihnachtsgeschenk – für euch, die Bienen und uns natürlich auch!
    Eure Gärtnerei haben wir zwar bisher noch nicht aufgesucht, doch trägt unser Balkon seit Jahren euren „Mondkalender-Blumenflor“ vom Grünen Markt. Weil ich schon seit 1997 einige Dinge in meinem Leben nach dem Paungger-Mondkalender ausrichte – mit tollen Erfolgen. Daher hat mich euer Wochenmarkt-Stand sofort angesprochen, als wir vor fünf Jahren nach Bamberg zogen. Und eure Pflanzen wachsen und blühen derart lange und kräftig, trotz des knallheißen Standorts, dass ihr euch fast schon selbst das Geschäft ruiniert 😉

    Auch für das Angebot eines Beutenstandorts in eurer Hofgärtnerei, den wir auch im Zusammenhang mit dem „Weltkulturerbe Bamberg – Urbaner Gartenbau“ betrachten, danken wir ganz herzlich!
    Wir melden uns persönlich noch mal bei dir, Carmen!

  4. Mittlerweile wurde Carmen Dechant tatsächlich Bienenpatin! Im Frühjahr wird außerdem eine Beute in ihrer Hofstadt-Gärtnerei aufgestellt, die besichtigt werden kann. Weitere gemeinsame Aktivitäten sind geplant, beispielsweise zum „Tag der offenen Gärtnereien“ am 28.04.2013, die Herausgabe einer Honig-Rezeptsammlung, die Entwicklung von speziellen Aroma-Honigen, die gegenseitige Vermarktung unserer Produkte u. v. m.
    Was sich (noch) nicht erfüllt hat, ist die versprochene Liste Bamberger Imker. Da kam uns ganz einfach das Projekt der „Bamberger Schulbiene“ dazwischen. Doch einige Imker-Adressen aus der Region finden sich unter dem Label der Regionalkampagne, siehe dort.

  5. Hallo Ilona,
    meine Tochter und haben ein paar Blumenkästen aufgestellt im Hinterhof (wir wohnen mitten in München). Wir wollen hier für ein paar Bienen ein Zuhause (wenn auch klein) anbieten. Aber von Bienen haben wir eigentlich gar keine Ahnung.
    Reichen ein paar Blumenkästen? Sollen wir dazu noch so ein Insektenhotel aufstellen? Oder ein kleinen Bienenkasten? Und wenn ja, muss ich den pflegen oder machen das die Bienen selbst? Honig brauch ich keinen, mir gehts allein um das Tier. In München sind die Blumenwiesen sehr rar.

    Danke für ein paar Info und Grüße!
    Ivona

    • Hallo, Ivona, schön, dass ihr euch für Bienen interessiert! Zwar holen sich Bienen aus einem Umkreis von locker 3 km Nektar, Pollen und Wasser, und gerade in Großstädten mit ihren Parkanlagen finden sie immer etwas. Doch würde ich im Falle eines Hinterhofes tatsächlich eher zu einem Bienenhotel raten, da darin dann Wildbienen nisten, die solitär, also nicht in großen Völkern leben. So bekommt man auch weniger Stress mit den Nachbarn, denn nicht alle finden Gefallen an Honigbienen. Die man auch nicht sich selbst überlassen kann und darf. Denn erstens schwärmen sie – und wer weiß, wohin! Das kann auch auf des Nachbars Balkon sein. Man muss deshalb ab jetzt Mitte April eine wöchentliche Weiselkontrolle (das sind die Königinnenzellen) vornehmen. Und zweitens – das ist der Hauptgrund – haben sich unsere Bienen in den 80er Jahren die Varroa destructor eingefangen. Gegen diese asiatische Milbe sind sie machtlos, daher müssen die Honigbienen mit verschiedenen Säuren zur richtigen Zeit behandelt werden. Ohne imkerliche Fürsorge können unsere Völker nicht (mehr) überleben. Ihr solltet also unbedingt einen Imkerlehrgang mitmachen, wenn ihr tatsächlich Honigbienen halten möchten, weil ihr die Nachbarn von einer tollen Idee überzeugen konntet. Der Kurs dauert etwa ein Jahr. Weitere Auskünfte gibt sicherlich gerne ein Verein, z. B. der Imkerverein München und Umgebung. http://imkerverein.net/ „Süße“ Grüße! Ilona

  6. Tja, den Plan, eine Liste mit Imkern in Bamberg aufzustellen, haben wir wieder aufgegeben. Denn nicht alle möchten genannt werden. Vandalismus, Bienenhaltung ohne behördliche Anmeldung, Angst vor Nachbarn, die Honigbienen fürchten … es gibt Gründe genug.
    Zumindest Imker, die Honig verkaufen, findet ihr in der Broschüre, die hier beschrieben ist: http://bienen-leben-in-bamberg.de/neuauflage-essen-trinken-aus-der-region-bamberg-201415/

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