Einfüttern (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK26, Modul 11)

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deIm vorletzten Modul des 12-teiligen Imkerkurs für Anfänger 2026 zum Thema Einfüttern war es warm genug, um unsere Bienen zu veranlassen, ein wenig vorm Stock abzuhängen. Zeit also für Flüssiges, in diesem Falle Zuckerwasser!

Überblick

  1. Darreichungsformen beim Einfüttern
  2. Zeitpunkt des Einfütterns
  3. Was wird eingefüttert?
  4. Wie wird eingefüttert (Dosierung)?

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Vorarbeiten

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deDa vor einer Woche im Modul 9 eine Varroabehandlung vorgenommen worden war, ziehen wir heute die Windel. Wir inspizieren den Milbenbefall, der etwa zwei Dutzend Milben betrug.

Die Wachsbrösel und das eine oder andere Füßchen zeugen von Kämpfen mit Wespen und ist um diese Jahreszeit ein vertrautes, doch nicht sonderlich beängstigendes Bild. Anders einzuschätzen ist das, sobald wir auch in Bamberg die Vespa velutina begrüßen müssen.

A. Darreichungsformen beim Einfüttern

1. Futterbehältnisse mit Aufstieghilfe (unser Favorit)

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.dea) Material

  • Futterbehälter, z. B. große, eckige Joghurtbecher oder lebensmittelechte Stapelboxen (erkennbar am Messer/Gabel-Symbol)
  • Aufstiegshilfe, z. B. Stroh (sehr bewährt, am besten vom Feld eines Bio-Landwirts gesammelt)
  • Wasser zum eventuellen Säubern klebriger Verschüttungsmaleure, um keine Räuberei auszulösen

b) Einfüttern

1 Leerzarge zur Seite stellen – vom Dispenser aus der vorangegangenen Varroabehandlung befreit

2. Folie auf oberste Zarge legen – an der Rückseite der Beute – also entgegengesetzt des Fluglochs – einen Spaltbreit umschlagen (siehe Foto). So gelangen die Bienen in die nun wieder aufgesetzte Leerzarge mit den Futterkübeln.

3. Futterbehälter einstellen und mengendokumentiertes (!) Zuckerwasser eingießen – bis auf einen kleinen Rest, den wir für die Zuckerspur zurückbehalten (siehe Punkt 7).

4. Stroh als Aufstiegshilfe – wird wie ein Polster oder Nest in die Behälter gelegt. Da die Kübelwände glatt sind und mit abnehmenden Flüssigkeitspegel die Bienen Mühe haben, hochzukrabbeln, wird eine Handvoll Stroh hochkant bis zum Boden eingeführt. Das Stroh kann nach erfolgreicher Fütterung später einfach auf dem Kompost landen.

5. Zuckrige Spur legen – mit der zurückbehaltenen Futtemenge ein wenig –zwischen und auf die Rähmchen – Flüssigkeit zu den Behältern hin gießen. Sobald die Bienen das Zuckerwasser riechen, starten die Sammelbienen mit ihrem Schwänzeltanz. Da sie jedoch wegen der kurzen Distanz nur schwer die unmittelbare Nähe des Futters anzeigen können, fliegen die Bienen zunächst vor die Beute, um nach der Quelle zu suchen. Es dauert eine Weile, bis sie den Fundort checken. Dabei hilft ihnen die Zuckerspur.

2. Futtertaschen

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deFuttertaschen gibt es in einfacher und doppelter Wabenbreite, werden also anstelle einer oder zweier Rähmchen neben das Brutnest eingehängt. Zu bevorzugen sind die Doppelbehälter, da einfacher in der Handhabung.

Mit einer Futtertasche ist der Weg zum Futter für die Bienen recht kurz. Das kann bei einer kühlen Wetterperiode vorteilhaft sein. Nachteilig ist der geringe Futtermengeninhalt von etwa 3,5 bzw. 7 Litern. Das erfordert ein häufiges Nachfüllen.

3. Adamfütterer

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deDer Adamfütterer besteht aus einer flachen Schale mit zentraler Aufstiegshilfe (Konus/Kegel, Dom, Gitter o.ä.). Die Bienen steigen durch Öffnungen im Aufstiegskegel zum Futter und können an der Schräge entlang Futter aufnehmen.

Durch den Aufstiegsdom gelangt nur eine begrenzte Anzahl an Bienen in den Futterbereich. Bedeutet langsameres Auffüttern, was bei Ablegern eventuell vorteilhafter sein kann. Ansonsten scheint rasches Futteraufnehmen keine (für unsere Betriebsweise) erkennbaren Nachteile zu haben, anders, als zuweilen in der Literatur dargestellt wird.

Vorteile: Füttern ohne Direktkontakt zu den Bienen. Ein mögliches Ertrinken von Bienen wird verhindert.

Nachteile: Mehrmaliges Nachfüllen nötig. Die Kanten der Holzschale können undicht werden. Dabei kann Zuckerwasser an den Außenwänden entlanglaufen und Räuberei auslösen. (Alternative: Plastik). Materialkosten und Platz zur Aufbewahrung müssen aufgebracht werden.

Futterteigpäckchen aufgelegt beim Notfüttern4. Futterteig

Futterteig favorisieren wir für diese Jahreszeit nicht. Der Zeitabstand der Nahrungsaufnahme zwischen den zwei erforderlichen Varroabehandlungen ist zu gering.

B. Zeitpunkt des Einfütterns

  • Das reguläre Einfüttern erfolgt bei den Wirtschaftsvölkerm NACH der ersten Varroabehandlung mit Ameisensäure, also Mitte/Ende August.
  • Manchmal kann auch später im Jahr eine so genannte „Zwangsfütterung“ anfallen, wenn erkennbar wenig Zuckerwasser aufgenommen wurde. Das passiert, wenn die Varroabehandlung zu heftig für das Volk ausgefallen war, bspw. bei einer zu schnellen Verdunstung bei zu warmen Wetter. Das Volk wird dann fressfaul. Siehe Blogbericht unter der Zwischenüberschrift „Zwangsfütterung im Herbst sorgt fürs Überleben“
    Doch häufig ist der Grund ein zu schwaches und / oder krankes Volk, so dass eine Vereinigung bzw. Auflösung des Volkes ratsam sein kann.
  • Grundsätzlich Abends einfüttern! Verhindert die Räuberei unter den Bienenvölkern. Daher fand unser Modul auch erst am Nachmittag und nicht wie sonst am Vormittag statt.

C. Was wird eingefüttert?

  • Haushaltszucker-Lösung, also reine Sacharose, im Mischungsverhältnis 3:2. Bedeutet: 3 Gewichtsanteile Zucker in 2 Anteilen Wasser lösen. Zum Thema „Zucker“ siehe auch folgende Beiträge:
  • Alternativen zum Zucker: fertige Futterlösungen auf Zucker- oder Getreidebasis. Darauf achten, dass sie als „Bienenfutter“ deklariert sind. Denn der für das Bäckerhandwerk hergestellte Zuckersirup enthält ein für Bienen nicht gut geeignetes Zuckerspektrum. Also Augen auf beim Futterkauf!
  • Wirtschaftsvolk (= überwintertes Volk) füttern wir mit 20 Kg Zucker ein, entsprechend rund 33 Kg Futterlösung im 3:2-Mischungsverhältnis.
  • Ableger wird mit 15 Kg Zucker eingefüttert, entsprechend ca. 25 Kg Futterlösung.
  • Tragen Bienen nach der Honigernte (die bei uns nur einmal im Jahr im Monat Juli erfolgt) durch Spättrachten erneut viel ein, wird entsprechend weniger Zucker eingefüttert. Zusätzlich verbleiben bei unserer Betriebsweise mindestens 5 bis 10 Kg Honig im Brutraum. Daher sollte vor dem Einfüttern eine kurze Kontrolle der Situation erfolgen und die Bedarfsmenge entsprechend angepasst werden.

D. Wie wird eingefüttert (Dosierung)?Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.de

  • Wichtig: Nichts neben die Beute hinaus kleckern! Sonst werden andere Bienenvölker angelockt und zur Räuberei verleitet. Am besten einen Kanister mit Wasser zum Säubern bereitstellen.
  • Wirtschaftsvölkern kann (muss man aber nicht) das gesamte Futter in einer großen Portion auf ein Mal verabreichen. In der Regel wird die Menge bei warmen Wetter nach einem Tag von den Bienen verarbeitet.
  • Ableger werden in mehreren Portionen, also über einen längeren Zeitraum, eingefüttert. Wird ein Ableger zu schnell gefüttert, leidet die Bruttätigkeit, da die Bienen auch das Brutnest mit Futter voll füllen würden.
  • Grundsätzlich lautet die Devise, lieber etwas mehr einfüttern, als im Frühjahr verhungerte Völker zu riskieren. Überschüssige Futterwaben können im Frühjahr den Völkern entnommen werden und finden bei der Ablegerbildung weitere Verwendung.
  • Manchmal dauert es vor allem bei kühlem Wetter zu lange, bis die Bienen das Zuckerwasser aufgenommen haben. Gärig gewordenes Zuckerwasser daher entfernen, die Menge abwiegen und die entsprechende Fehlmenge zu einem späteren Zeitpunkt erneut anbieten.

Kursabschlussfeier 

Sie fiel heuer aus, da die Teilnehmenden (ohnehin nur 4 Anwesende von 7 Kursler*innen) jeweils Abendtermine hatten. Doch wir hoffen, unsere schon beinahe fertig  ausgebildeten Jung-Imker*innen im November/Dezember (je nach Wetterlage) zum Modul 12 noch einmal möglichst vollständig begrüßen zu dürfen!

Bis dahin – schönen Restsommer und angenehmen Herbst euch allen!