Neue Gartenbank im Bienengarten eingeweiht

Neue Gartenbank im Bamberger Bienengarten, eingeweiht durch Christine, Wolfi und IlonaUnsere neue Gartenbank lädt herzlich ein, den Spätsommer im Bienengarten zu verbringen. Nach einem Spaziergang am Fischpass im ERBA-Park entlang, vielleicht kurz vorm Wiedereintauchen in die trubelige Innenstadt, lässt sich ein Weilchen noch gemütlich die Insektenwelt beobachten, im Hintergrund begleitet von den beruhigenden Tönen eines Bambusklangspiels.

Neue Gartenbank im Bamberger Bienengarten

Angeschafft wurde sie durch die Mitgliedsbeiträge des Förderkreises Bienenleben Bamberg e. V. und aufgebaut durch unseren Bienenfreund Thomas Scholz. Erstmals eingeweiht hatten wir die Bank zusammen mit Bienengartenfee Christine, Frau von unserem Bienenpaten Bernd Liedtke.

Ilona und Wolfgang Metzner, Namensgeber des neuen Bienenmodells "Wolfi"Mit dabei ein weiterer Neuzugang: Wolfi, das wollig-weiche Modell, mit dem Kinder spielerisch gezeigt wird, wie eine Biene tickt. Bernd schenkte es der Bamberger Schulbiene, damit sie es im Unterricht einsetzen kann. Und Wolfi heißt sie, weil Wolfgang Metzner sie bei seinem Job als Auktionator auch sofort ins Herz geschlossen hatte. Oder andersherum …

Allen Beteiligten 🥰 herzlichen Dank!

Gerne würden wir eine weitere Bank aufstellen, um unsere in die Jahre gekommenen Sitzgelegenheiten nach und nach zu ersetzen. Dafür benötigen wir eure Spende (näheres unter dem Link). Wir wissen zwar, dass solche Aufrufe meistens ungehört verhallen. Doch vielleicht bringt uns Wolfi ja Glück?!

Neue Gartenbank im Bamberger Bienengarten

04.09 ist Tag der Wildtiere: Ein Blick auf Honigbienen und ihre wilden Verwandten

Am 4. September rückt der US-amerikanische „National Wildlife Day“ die faszinierende Vielfalt unserer Tierwelt in den Fokus. Beim Naturschutz stehen oft große Säugetiere im Mittelpunkt. Doch der Tag bietet auch Anlass, den Blick auf unersetzliche Bestäuber zu lenken – allen voran die Bienen. Doch Biene ist nicht gleich Biene. Schauen wir uns die Unterschiede mal genauer an.

Biene an Mazedonische WitwenblumeHaustier, Wildbiene oder Ausreißer? Einordnung der Honigbiene

Häufig wird die Honigbiene fälschlicherweise als domestiziertes Insekt oder gar als klassisches Haustier betrachtet. Ganz so einfach ist es jedoch nicht: Biologisch gesehen ist sie keine echte Haustierart wie Hund oder Katze. Und sie unterscheidet sich grundlegend von den rund 560 heimischen Wildbienenarten, die als eigene, eigenständige Spezies existieren.

Zusätzlich gibt es noch den Sonderfall der verwilderten Bienen. Darunter versteht man Honigbienenkolonien, die ohne direkte imkerliche Pflege in freier Natur – beispielsweise in Baumhöhlen des Waldes – überleben. Solche Bestände haben es allerdings schwer. Ohne die medizinische und fürsorgliche Unterstützung der Imker*innen, insbesondere im Kampf gegen die eingeschleppte Varroamilbe, überstehen diese verwaisten Völker den Winter in der Regel nicht aus eigener Kraft.

Imkerei als Kulturleistung und Naturschutz

Die Honigbiene in ihrer heutigen Form ist stark auf den Menschen angewiesen. Die moderne Imkerei leistet damit nicht nur einen Beitrag zur Gewinnung des regionalen Naturprodukts Honig, sondern übernimmt eine wichtige Kultur- und Erhaltungsaufgabe. Dennoch ist sie nicht als typisches Haustier anzusehen.
Während die Honigbiene durch die Obhut der Imker geschützt wird, brauchen die vielen verschiedenen Wildbienenarten ganz andere Rahmenbedingungen. Sie sind auf unberührte Nistplätze, Totholz und ein vielfältiges Blütenangebot angewiesen, da sie meist solitär (als Einzelgänger) leben und keine großen Staaten bilden.
Bienen an Durchwachsener Silphie

Bienen dienen der Biodiversität

Ob Nutztier in der Obhut der Imker*innen oder ob geschützte Wildbiene im urbanen Garten: Beide Gruppen leisten einen unverzichtbaren Beitrag in unseren Ökosystemen. Sie bekämpfen einander nicht, sondern teilen sich die Welt.
Der Tag der Wildtiere erinnert uns daran, dass wir sowohl die bewirtschaftete Natur unterstützen als auch den Lebensraum wilder Insekten bewahren müssen – für eine blühende und artenreiche Zukunft vor unserer Haustür.

Monatsbetrachtungen September 2026 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Phänologie und Bienen

In manchen Gegenden blühen noch umfangreiche Bestände des Großen und des Drüsigen bzw. Indischen Springkrauts (Impatiens glanulifera)¹. Letzteres, wie auch das Kleine Springkraut, ein Neophyt und sollte entfernt werden. Auch Goldruten werden von den Bienen ob des ergiebigen Nektar- und Pollengehalts sehr begehrt. Doch auch hier gilt: Die heimische Gewöhnliche Goldrute stehen lassen, den Neophyt „Kanadisches Springkraut“ entfernen.

Ebenfalls begehrt sind die kugeligen doldenförmigen Blüten des Efeus, der noch bis weit in den Oktober hinein blühen kann.

Spätsommerpflege der Jungvölker

In den Monatsbetrachtungen zum August berichteten wir über den Beginn der Spätsommerpflege bei den Altvölkern. Jetzt im September sind die Jungvölker an der Reihe, also die im Laufe des Sommers gebildeten Ableger. Sie weisen eine andere Volksentwicklung auf als die Altvölker, denn die Brut der Altvölker verringert sich ab der Sommersonnwende, während die Brutentwicklung der Ableger ab der Sonnwende erst richtig Fahrt aufnimmt. Das berücksichtigen wir bei der Pflege.

Rückschau der Pflege bis zum September

Ablegerpflege mit Milchsäurebehandlung gegen VarroamilbenbefallVier Wochen nach Bildung der Ableger, also nach erfolgreichem Schlupf und Hochzeitsflug, behandelten wir (April bis Juni) die Jungvölker gegen die Varroamilbe mittels Sprühen von Milchsäure – oder alternativ mit Oxalsäurelösung.

Entsprechend der Volksentwicklung wurden die Ableger sukzessive mit Mittelwandrähmchen erweitert und, wenn erforderlich, nur mit kleinen Futterportionen gefüttert². Große Futtergaben würden den Platz zum Brüten nehmen. Entgegen anderslautender Empfehlungen erfolgte keine frühe Behandlung mit Ameisensäure bereits im Juli und August, denn das würde die umfangreiche Brut der Jungvölker nur schädigen.

Pflege in der ersten Septemberhälfte

Windel mit Varooenabfall und WachsrestenZu Beginn des Septembers prüfen wir den Varroabefall mittels Gemülldiagnose. Fallen mehr als 5 Milben pro Tag, führen wir sofort eine Behandlung mit Ameisensäure durch.  Dosierungsempfehlung siehe Aumeier³: 70 ml der 60-prozentigen Ameisensäure sollen in 3 Tagen verdunsten.

Fallen weniger als 5 Milben, füttern wir vor einer Varroabehandlung zunächst das noch fehlende Winterfutter auf. Insgesamt benötigen die Jungvölker 15 kg Winterfutter (Achtung: Wirtschaftsvölker benötigen 20 kg!). Die Menge gilt für eine Überwinterung auf einer Zarge Zander mit 10 Rähmchen. Die Gabe von 1 kg trockenem Reinzucker im Mischungsverhältnis 3:2 von Zucker zu Wasser entspricht ungefähr 1 kg Futter in der Wabe. Die Fütterung erfolgt in 2 bis 4 Portionen via einer aufgesetzten Leerzarge und Futtereimer.

Pflege in der zweiten Septemberhälfte

Theorie der Varroabehandlung, hier zur AmeisensäurebehandlungErst in der zweiten Septemberhälfte wird der Großteil der Jungvölker mit Ameisensäure behandelt. Dosierungsempfehlung s. Aumeier³: 70 ml der 60-prozentigen Ameisensäure sollen in 3 Tagen verdunsten. Das sind alle Ableger, die in der ersten Septemberhälfte weniger als 5 Milben Varroafall pro Tag aufwiesen. Nach der Aufütterung ist jetzt die Brut durch einen Futterkranz vor der Ameisensäure geschützt.

Imker-Anfängerkurs, Modul 11, Einfüttern / BLIB-Imkerkurs für Anfänger / Bienen-leben-in-Bamberg.deAnschließend wird eventuell noch benötigtes restliches Futter gegeben, bis die Völker ihr Sollgewicht von 15 Kg Futter haben. Kontrollieren kann man das mit einer Kofferwaage: Völker in der Hohenheimer Einfachbeute aus Weymouthskiefernholz, eine Zarge mit 10 Waben und Blechdeckel wiegen dann ungefähr 28 kg. Da man eher nicht die Möglichkeit hat, die gesamte Beute anzuheben, um den Wert festzustellen, heben wir die Beute nur auf der Rückseite mit der Kofferwage an. Dann sollte die Waage also die Hälfte, nämlich ungefähr 14 kg anzeigen.

Altwaben einschmelzen

Im September gibt es schon kühlere Tage ohne Bienenflug. Um der Wachsmotte zuvorzukommen, könnten jetzt bereits die Altwaben aus der Wabenhygiene einschmelzen. Bei wärmeren Tagen empfiehlt sich das nicht. Denn wir würden bei diesem Vorgang im Freien von zahlreichen Bienen umschwärmt. Sie können den ausdünstenden Honigresteduft meilenweit riechen.

Monitoring Asiatische Hornisse / Vespa Velutina

Im September wird das Monitoring der Asiatischen Hornisse mittels Dochttöpfen fortgesetzt. Siehe dazu unseren Blogbeitrag: Asiatische Hornisse: Aufruf zum 3. Monitoring im September.

Termine

Logo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Logo BBU – Bienenstadt-Bamberg-UmweltpreisSo., 20.09.26 – BIWa-Sonntagsöffnung und Saisonabschlussfeier mit Vergabe Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2026

Wann?

  • 14.00 Uhr | Offenes Haus für alle …
  • 15.30 Uhr | Sektempfang mit Kaffee & Gebäck mit musikalischer Begleitung durch das Duo „Little Radio“ (Lisanne Bendig und Jürgen Punzet mit Zupfinstrumenten und Gesang)
  • 16.30 Uhr | Verleihung „Bienenstadt-Bamberg-Umweltpreis 2026 (BBU)“
  • 17.30 Uhr Musikalischer Ausklang
  • ca. 18.00 Uhr Ende

Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)

Weitere Details siehe auf der Seite Aktivitäten und Termine.


¹Indisches Springkraut. In: NABU Bochum. https://www.nabu-bochum.de/2018/06/01/indisches-springkraut/

²mit einer dünnen Zuckerlösung (Mischungsverhältnis 1:1 von Zucker zu Wasser)

³Pia Aumeier: Ameisensäure sicher einsetzen mit Sachverstand. Tipps & Tricks. Bienenzucht 08/2023. S. 350.