Über Ilona Munique

Wahlbambergerin, Imkerin, Brotberuf: Diplom. Erwachsenenbildnerin

Individuelle Spätsommerpflege unserer Bienenvölker (2)

Umbetten der Wildensorger Völker am 30.08.13 – Langversion für Jungimker

Blick in die Bienenbeute von Michael Burger

Unterschiedliche Volksstärke trotz gleichem Standort: hier Michael Burgers Patenvolk …

Erste Maßnahme war die Umbettung der Bienen, um die alten Wabenrähmchen zu entsorgen. Neue Rähmchen und von den Bienen neu geschaffenes Wachs sind hygienischer und sollten Krankheiten verhindern helfen. Mittlerweile geht es ja nicht mehr um ein paar eingesparte Cents, sondern um das gesunde Überleben der Honigbiene.

Das Umbetten der Patenvölker von Elisabeth und Michael Burger ging jeweils so vor sich: Die zwei oberen Zargen wurden zunächst auf die Seite gestellt. Die oberste enthielt ausgeschleuderte Honigrähmchen und die mittlere Zarge Altwachs mit noch sehr viel Honig, schätzungsweise 2 bis 5 Kilo (!) und Brut.

 

Blick in die Bienenbeute von Elisabeth

… und hier Elisabeth Burgers Patenvolk.

Die unterste Zarge mit zum Teil etwa zweijährigem Altwachs (das allerdings durch vorangegangene Umtauschaktionen nie komplett bebrütet war) und etwas Brut wurde ebenfalls zur Seite gestellt. Die beiden ersten Zargen wurden sodann auf den Bodenrahmen gesetzt. Die kleinen Bewohnerinnen der ehemals untersten Zarge stieß Reinhold über die aufgesetzten Zargen kräftig ab. Damit das Herausnehmen der einzelnen Rähmchen einfacher ging, entnahm er zunächst zwei der Rähmchen, die er in die Nähe des Fluglochs zur Seite stellte.

 

Futterraum auf 2 Zargen

Futterraum auf 2 Zargen

Das heißt, dass nun auf zwei Zargen gewohnt wird und die oberste, also die dritte, als Futterraum dient. Die Zuckerlösung könnte vermutlich sogar eingespart werden, da wir bei der jetzt Anfang September bevorstehenden Ameisensäure-Kurzzeitbehandlung mit einem Liebig-Dispenser arbeiten und nicht mit der stark konzentriert wirkenden Schwammtuchmethode. Letztere setzt den Bienen doch etwas zu, so dass sie nicht hungrig in die Behandlung gehen sollten. Das ist wie beim Menschen: wer sich schlapp fühlt, hat keine rechte Lust zum Kochen oder Essen.

Umbetten der Wildensorger Völker in der Kurzversion

Im Online-Bestandsbuch, welches alle unsere Bienenpatinnen und -paten einsehen können, wird das so ausgedrückt:

Einengen auf 2 Zargen. Altwaben dem unteren Brutraum komplett entnommen. Vereinzelt noch Brut auf den Waben.
Fütterung mit ca. 0,75 Kg Zucker / ca. 1,2 l Zuckerlösung 3:2 in 2 Tetrapacks
Geplant: Varroa-Kurzzeitbehandlung mit 140ml 60% AS und Liebig-Dispenser; Zeitraum: Anfang 36. Woche

Hier geht’s zur Spätsommerpflege des Ablegervolks in der Gärtnerstadt, Heiliggrab

Wahlprüfstein „Wie hältst du’s mit der Biene, Wolfgang Grader?“

Ilona Munique interviewt Wolfgang Grader

Das Interview zum Wahlprüfstein mit dem Bamberger GAL-Stadtrat Wolfgang Grader, der für das Bundestagsdirektmandat Bündnis 90/Die Grünen im Stimmkreis Bamberg-Forchheim kandidiert, führte Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 01.09.2013.

Ilona Munique: Welchen Stellenwert hat die (Honig-)Biene für dich privat, worin siehst du ihren Nutzen?

Wolfgang Grader, GAL

Wolfgang Grader, GAL

Wolfgang Grader: Zwar mag ich keinen Honig, doch ist mir völlig bewusst, dass die Marmelade, die ich stattdessen esse, ohne die Bienen nicht auf mein Brot gelangen könnte. Und ich kann durchaus eine Wespe von einer Biene unterscheiden, wobei ich keine von beiden je erschlagen würde.

In meiner Erfahrungsgeschichte sehe ich unseren Stegauracher Nachbarn, einen Hobbyimker, der früher immer auf Schwarmfang im Garten hin und her ging. Jeder hat so seine Themen, bei mir ist es ja bekanntlich Tibet [Anmerkung: Wolfgang Grader ist Bundesvorsitzender der Tibet Initiative Deutschland].

Doch mir fällt ein: als gebürtiger Wiener bin ich natürlich begeistert, dass Karl von Frisch im Jahr 1978, zusammen mit Konrad Lorenz, den „Nobelpreis für Physiologie oder Medizin“ (heute eigentlich Biologie) für die Verhaltungsforschung über Bienen (Entdeckung des Schwänzeltanzes) erhalten hatte.

In meinem Unterricht gebe ich einer Biene oder Wespe, wenn sie sich ins Klassenzimmer verirrt und die Schüler/innen ängstlich um sich schlagen, den Namen „Eusebia“. So personalisiert mag dann niemand der Kinder mehr das Insekt umbringen. [Anmerkung: Wolfgang Grader ist Mittelschullehrer und stellvertretender Schulleiter in Ebelsbach]

Ilona Munique: Als Mitglied des Bundestags – was würdest du für den Erhalt der Bienenwelt tun?

Wolfgang Grader

Die Bamberger Schulbiene hört interessiert zu

Wolfgang Grader: Das Bienensterben hat ja, so viel ich weiß, verschiedene Ursachen. Zum einen ist es wohl der Pestizideinsatz. Hier möchte ich Überzeugungsarbeit leisten, generell entspricht das natürlich auch meinem Umweltschutzgedanken. Es wäre wichtig, für das Bienenthema EU-Abgeordnete zu gewinnen. Und die Tatsachen, mit denen man sie überzeugen könnte, liegen schließlich auf der Hand. Warum wohl sterben in den USA mit seinen gigantischen Monokulturflächen bis zu 80 Prozent der Bienen und ist das CCD, Colony collapse disorder, also der „Völkerkollaps“, ein amerikanisches Phänomen? In Europa haben wir zwar auch, aber doch in viel geringerem Ausmaß, Monokulturen mit damit verbundenen Pestizideinsätzen. Auch bei uns sterben die Bienen, dennoch liegt der bundesweite Schnitt „nur“ bei etwa 20 bis 40 Prozent, so viel mir bekannt ist.

Also Gesetzesänderungen im Bezug auf den Pestizideinsatz, aber auch zur Verhinderung genmanipulierter Pflanzen. Deutschland will keine gentechnisch veränderten Lebensmittel. Doch fürchte ich, wird man durch die Globalisierung und die Handelsabkommen mit fernen Ländern kaum mehr darum herum kommen. Dies aufzuhalten ist mein Anliegen.

Sicher könnte man an die Bauleitplanung herangehen, Stichwort: Blühstreifen.

Auf Stadtebene fände ich es angebracht, neben den bereits bestehenden Globalbudgets für Sport und Kultur auch einen Fond für Umwelt oder Umweltbildung einzurichten. Zwar besteht die Direktive, keine (zusätzlichen) freiwilligen Leistungen mehr zu installieren, doch vielleicht lässt sich mit einer Umschichtung etwas bewirken? Viele Dinge laufen ja ebenfalls einfach unter „Kultur“, obwohl sie damit nur im entfernten Sinne etwas zu tun haben, wie beispielsweise Gärtnerkultur.

Ilona Munique: Welche Chancen siehst du in Privatinitiativen wie Bienen-leben-in-Bamberg.de, also Initiativen ohne Vereinsstatus oder festgemacht an Institutionen und Behörden. Und wie könntest du dir eine stärkere Förderung für sie vorstellen?

Wolfgang Grader beim Wahlprüfstein-Interview im Greifenklau-KellerWolfgang Grader: Da stellt sich mir die Frage, warum ihr nicht einfach einen Verein gründen wollt? Dann hättet ihr mehr Möglichkeiten, Fördermittel zu erhalten. Doch kann ich mir es schon denken, mir geht es ja ähnlich mit meinem Club Austria. Verbandsstrukturen aufzubauen und zu erhalten, die damit verbundene zeitaufwändige Bürokratie und zudem, wenn man Pech hat, Vereinsmitglieder, die eher behindern als bereichern, … die wenige private Zeit ist sicherlich besser und mit konkreteren Taten verbracht. Wichtig wäre allerdings, dass ihr transparent aufzeigt, wofür ihr die Spenden verwendet, zum Beispiel über einen Jahresbericht. [Anmerkung: wir berichten fast täglich in unserem Weblog über unsere Tätigkeiten und Anschaffungen und erstellten bereits einen ersten Rückblick, an welchen Schulen wir zugange waren.]

Generell empfehle ich informelle Gespräche mit Politikern, zum Beispiel beim nächsten Grünen Länderrat, der dieses Mal sogar in Bamberg, am 7.9.013, stattfinden wird. Aber auch die Ansprache des bayerischen Umweltministers, Helmut Brunner, dürfte nicht schaden. [Anmerkung: der Kontakt wurde bereits von uns – vermittelt über Melanie Huml – aufgenommen. Er wird bis zu seiner positiven Bearbeitung beibehalten, gerne auch mit einer anderen Regierungszusammensetzung nach den Wahlen.]

Auf EU-Ebene: den entsprechenden EU-Abgeordneten könnte man ebenfalls nach Bamberg einladen, zum Beispiel im Zusammenhang mit den Wahlkampfveranstaltungen zur Europawahl 2014. Den Vorschlag werde ich gerne machen, dann könntet ihr euer Anliegen direkt vorbringen.

Die Idee, einen Kreisimker bzw. Bezirksimker zu installieren, finde ich folgerichtig. Vielleicht könnte man dies als Modellprojekt für Oberfranken initiieren?

(Politische) Webseiten Wolfgang Grader:

GAL – Grün-alternative Liste: http://www.gal-bamberg.de/index.php?id=1749
Webseiten Wolfgang Grader: http://w-grader.de/
Facebook: „Wolfgang Grader“

Individuelle Spätsommerpflege unserer Bienenvölker (1)

Manche bezeichnen es schon als „Einwintern“. Brrrr, ich bevorzuge das Wort „Spätsommer“. Wie auch immer – wir bereiten unsere Bienenvölker auf die immens wichtigen Pflegemaßnahmen vor, die da heißt: Varroabehandlung. Je nach Entwicklungsstand und Standort braucht jedes Volk eine eigene Bedienung. Allen gemein ist, dass sie eine 3:2-Zuckerlösung in unterschiedlicher Menge erhalten. So überstehen sie die Ameisensäurebehandlung mit zufriedenen, weil vollen Mägen.

Spätsommerpflege bei Carmens Patenvolk am 29.08.2013

HeiliggrabvolkDer Ableger in der an Blütentracht reichlich ausgestatteten Hofstadt-Gärtnerei entwickelte sich sehr zufriedenstellend. Seit Mitte Mai wurden die drei Rähmchen im Laufe des Sommers nach und nach ergänzt, so dass nun am 29.08.2013 das letzte Rähmchen eingefügt werden konnte.

Voll besetztes Rähmchen unseres Heiliggrab-AblegersZwei Beobachtungen, die wir bei diesem Jungvolk machten, wirkten sich offensichtlich nicht sonderlich aus. Die erste: Mitte Juni befanden sich auffallend viele Drohnen im Stock. Die zweite: Anfang Juli legte die Volksentwicklung einen kurzzeitigen Stopp ein, sprich: sie trugen mehr Honig ein, als dass sie ihr Brutnest erweitert hätten.

Zwei voll besetzte Rähmchen unseres Heiliggrab-AblegersWie auch immer, nun sind sie kräftig ausgebaut genug, dass sie ihren Stock gut gegen die letzten Wespen verteidigen können. Infolgedessen wechselten wir den Styroporkeil mit der kleinen Öffnung gegen einen normalen Fluglochkeil aus. Diese Tage erhalten sie außerdem noch 5 Liter Zuckerlösung mit der Besonderheit, dass wir auf Wunsch der Bienenpatin das GIE®-Wasser der Gärtnerei verwenden.

Kellerbrotzeit mit buntem PaprikaNun, auch wir Menschen wollen gefüttert werden. Nach der Arbeit die Entspannung – versorgt mit buntem Paprika aus der Gärtnerei ging’s noch auf den Krafts-Keller nach Oberhaid.

Der nächste Bericht zur Spätsommerpflege folgt auf dem Fuße, und zwar von unseren Wildensorger Völkern. Eine völlig andere Ausgangslage, und das ist nicht nur örtlich gemeint! Bis bald!

Bewerbt euch um kostenlose Schulbienenbesuche für 2014!

Anlass

Klaus Rubach überreicht der Bamberger Schulbiene den Spendenumschlag

Geschäftsführer Klaus Rubach überreicht der Bamberger Schulbiene den Spendenumschlag

Die Stadtwerke Bamberg spendete 200 Euro aus ihrer Spendenfibel (wir berichteten). Viermal Bienenunterricht ist somit bezahlt.

Doch welche Schule soll nun davon profitieren? Verlosen wollten wir’s nicht, also …

Wer kann sich um einen kostenlosen, 45-90-minütigen Unterricht der Bamberger Schulbiene bewerben?

Schulimker Reinhold zeigt den Schülern die Lernbienenbeute

Schulimker Reinhold zeigt den Schülern die Lernbienenbeute

Bewerben können sich einzelne Klassen der Jahrgangsstufen 1 bis hin zur Berufsschulklasse aus Bamberg. Bewerbungsschreiben nehmen wir von allen Personen der Schulgemeinschaft an, also von Lehrkräften, Schüler/innen, Eltern, Hausmeister/in, …

Voraussetzung für die Annahme der Bewerbung ist, dass wir während des Unterrichts  Situationsfotos machen dürfen. Denn die Berichte an die Öffentlichkeit dienen als anregende Beispiele, etwas für den Erhalt der Bienenwelt zu tun.

Wie stellen wir uns die Bewerbung vor?

  1. Kontaktdaten der Schule, Angaben zur Klasse und Klassenstärke sowie gewünschte Unterrichtsdauer (45 oder 90 Min. – mehr Stunden gegen Aufpreis, bitte nachfragen)
  2. Welches Unterrichtsfach soll mit dem Themenbereich Biene, Honig und/oder Imkerei bereichert werden? (Alle Fächer außer Fremdsprachen und Sport sind möglich)
  3. Unsere Frage zur Nachhaltigkeit: Was soll im Anschluss an den Schulbienenunterricht mit dem Erfahrenen und Gelernten passieren? Welches weiterführende Projekt plant ihr? (Beispiele siehe im Anschluss)
  4. Ist die Bewerbung außerdem nett gestaltet, erhöht es die Chance, angenommen zu werden
  5. Bitte schreibt folgenden Satz zu Ende: „Wir brauchen die Bienen, weil …“

Beispiele zu Punkt 3: Eine gemeinsame Collage erstellen, eine Fotosammlung anlegen, ein Buch rezensieren (also lesen und eine Kurzbeschreibung dazu anfertigen), ein Wabenmobile basteln, Bienenwachskerzen herstellen, ein Bienenlied einstudieren, kurze Bienenvideos drehen und ins Internet stellen, einen Imker interviewen, einen Zeitungs- oder Weblogartikel schreiben, … usw.

Natürlich geben wir euch Tipps, wie ihr es verwirklichen könntet. Die Ergebnisse werden hier im Weblog präsentiert.

Einsendeschluss und Form der Bewerbung

Die Ausschreibung läuft ab sofort und endet mit Beginn der Herbstferien, also Sonntag, den 27. Oktober 2013.

Sie ist per E-Mail, Fax und per Post möglich (siehe Impressum).

Was passiert mit der Bewerbung?

Eine Jury wählt aus den Einsendungen aus. Sie besteht aus

  • Reinhold Burger und Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de
  • Bienenpatinnen und -paten, sofern in Bamberg wohnhaft
  • Christiane Hartleitner (Kunsthistorikerin, Bamberger Online-Zeitung)

Alle Einsendungen werden Anfang Dezember 2013 informiert, ob sie ausgewählt wurden oder nicht.

Neue Bienen-App zu Blühpflanzen

Bienen-AppEine wunderbare, längst fällig Idee: eine App, die über rund 100 bienenfreundliche Blühpflanzen für Balkon und Garten informiert. Der Service ist ein Angebot des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und kann kostenlos heruntergeladen werden.

Afrikanisches Basilikum

Afrikanischer Basilikum in seiner vollen Blüh- und Samenpracht! Bienen lieben ihn!

Wer lieber etwas zum Blättern in Händen hält, der kann sich den Bienenweidepflanzenkatalog (PDF des MLR BW) bestellen – wir berichteten. Eine Datenbank gibt’s auch dazu. Sehr umfangreich und richtig wissenschaftlich, daher natürlich nicht ganz so komfortabel wie die App, doch beide dürften sich prima ergänzen.

Bienenpflanzen auf dem Balkon

Biene auf afrikanischem Basilikum

Biene auf unserem afrikanischen Basilikum – mitten in der Stadt ist ihr Tisch reichlich gedeckt (Foto: Amelie Anthonsen)

Unsere eigene Erfahrung mit einem 6 Meter langen, dafür mit 1,11 m recht schmalen Balkon in vollsonniger Südlage mitten in Bamberg: Wild- und Honigbienen sowie Hummeln laben sich seit vielen Monaten ausgiebig am Afrikanischen Basilikum. Diese blüht und blüht und blüht … und summt und summt und summt … einfach herrlich. Gekauft hatten wir die drei bei gutem Gießen extrem haltbaren und dabei auch noch aromatischen Stöcke in der Hofstadt-Gärtnerei Bamberg.

Biene als Balkongast auf der Bergminze

Schwere Hummel auf zarten Bergminzeblüten – der Steinquendel ist anspruchslos und winterhart

Ein weiteres ausdauerndes Pflänzchen ist unsere winterharte Bergminze (Calamintha nepeta ssp. nepeta, Steinquendel), gekauft von der Naturlandgärtnerei Susan und Jörg Rauch aus Brüggen. Sie waren auf der Bamberger Gartenmesse 2013 auf der Böhmerwiese unserer Bienenpatin Sabine Gründler zugange. Das kleine Pflänzchen entwickelte sich ebenfalls zu einem hübschen Dauerblüher mit einer sehr kräftigen Duftnote. Etwas daran geschüttelt und schon steigt eine wunderbare Aromawolke in die Nase. Und nicht nur in die menschliche offenbar!

Hummeln lieben unseren Majoran

Hummeln lieben unseren Majoran, ein urtypisch fränkisches Gewürzkraut

Der Majoran, ein sich jedes Jahr ohne weitere Pflege selbst vermehrender Dauergast auf unserem Balkon, blüht ab Sommer ohne Unterlass bis zum ersten Frost, wie auch das weiß-rosa blühende Bohnenkraut. Für Hummeln, die auch bei etwas niedrigeren Temperaturen noch fleißig sammeln, ein ideales Tischlein-deck-dich. Und was täte der Franke bloß ohne diese Würzpflanze? Nicht auszudenken …

Wären da noch der nach dem Rückschneiden verblühter Stängel erneut blühende Lavendel, der in einer besonders wohlriechenden, weil auch ohne Blüten duftenden Variante zu kaufen ist (Carmen Dechant fragen!).

Ihr seht, selbst ein kleiner Balkon kann das ganze Jahr über gastlich, wohlriechend und -schmeckend sein – für uns und alle unsere geflügelten Wesen.

1. Bamberger Schulbienen-Benefiz-Radtour 2013

Rähmchen mit ansitzenden BienenHerzliche Einladung zur 1. Bamberger Schulbienen-Benefiz-Radtour 2013, unter 20 Kilometer und für Familien (Kinder ab ca. 10 Jahren) und 8-Gang-Räder tauglich!
Wann?
Sa., 14. September 2013 | 9.00 – 14.00 Uhr ca. 11.30 Uhr (verkürzt wegen Wetterlage)
Anlass? “Inoffizieller” Internationaler Tag zum Schutz der Bienen

Was genau? Die vier Drei Bienenstandorte unseres Bamberger Lagenhonigs und zugleich Lehrbienenstände per Rad erleben. Mit kurzen Vorträgen und kleinen Überraschungen an den Standorten, Einkehrmöglichkeit in Wildensorg sowie regionalem Einkaufen.

Tourdaten:
Gesamt ca. 15 km 19,5 km [Etappe 1 eben, Etappe 2 eben mit zwei Anstiegen, Etappe 3 ein Anstieg, überwiegend bergab] Zur Touren-Karte (abzüglich Paradiesweg, Rössleinsweg, Wildensorg)

Sa-Bine auf Fahrradhelm auf dem Rößleinsweg in Richtung AltenburgStationen: 9.00 Uhr Garten Villa Dessauer (Treffpunkt) – Buger Wiesen via Hainpark – gegen 11.30 Uhr Wildensorg via Paradiesweg und Rößleinsweg (Einkehr im Heerlein) – Rinnersteig – gegen 11.00 Uhr Gärtnerstadt via Wildensorger Straße (Hofstadt-Gärtnerei).

Kosten? Freiwillige Startgebühr vor Ort. Die Spenden fließen in die Arbeit der Bamberger Schulbiene.
€ 15,- € 12,- als Familienpauschale bis 3 Kinder | 10,- € 7,- pro Erwachsenen | € 5,- € 4,- pro zusätzliches Kind bis 16 Jahre.

Weitere Infos? Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Wegen absehbar am Mittag wieder stärker einsetzenden Regens sowie durchweichter Wiese in Wildensorg kürzen wir die Tour ab.

Letzter Info-Stand: 13.09.2013 | 21.30 Uhr

Wahlprüfstein “Wie hältst du’s mit der Biene, Andreas Schwarz?”

Das Interview zum Wahlprüfstein mit dem Fraktionsvorsitzender der SPD- Kreistagsfraktion Bamberg-Land, Andreas Schwarz, der für die SPD zur Wahl in den Bundestag im Stimmkreis Bamberg-Forchheim antritt, führte Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 21.08.2013.

Ilona Munique: Welchen Stellenwert hat die (Honig-)Biene für dich privat, worin siehst du ihren Nutzen?

Ilona Munique und Andreas Schwarz im Strullendorfer Keller

Ilona Munique und Andreas Schwarz

Andreas Schwarz: Ich bin ein begeisterter Honigesser. Mit Honig heile ich – außer Kopfschmerzen – alles, vor allem Erkältungssymptome wie Husten und Heiserkeit. Ich bin ohnehin ein Süßer. Im Übrigen ist die Biene sogar im Wappen von Strullendorf drin. Noch heute erhält der Erzbischof von Bamberg bei seinen Besuchen traditionell ein Glas Honig, war früher Strullendorf doch sogar erster Hoflieferant.

 

Andreas Schwarz, SPD

Andreas Schwarz, SPD

Nachdenklich stimmte es mich schon, dass mein Imker, von dem ich immer meinen Honig beziehe, dieses Jahr an den Honig der Bruträume ging [„scharf abschleudern“ genannt], damit er wenigstens etwas ernten konnte.

Mit Sorge sehe ich, dass es offensichtlich generell der Wunsch der Menschen zu sein scheint, alles auszurauben, auszubaggern, abzumähen etc, was die Natur nur so hergibt. Als wäre er allein auf der Welt.

Ilona Munique: Als Mitglied des Bundestags – was würdest du für den Erhalt der Bienenwelt tun?

Andreas Schwarz und Reinhold Burger

Andreas Schwarz und Reinhold Burger

Andreas Schwarz: Als Bürgermeister kann man ja schon viel machen, hat oft direkten Einfluss, beispielsweise eine Durchgrünung anordnen, Streuobstwiesen pflanzen lassen, generell Flecken erhalten, wo der Mensch nicht hinkommen soll, er einfach mal außen vor bleibt.

Überhaupt: Genmanipulation – das muss einfach weg vom Tisch, das ist nicht in Ordnung. Ob ich das alles auch so in den Bundestag einbringen kann? Da muss ich erst einmal sehen, an welche Position ich komme, welches meine Aufgaben sein werden. Aber sicher jedoch kann ich die Willensbildung beeinflussen bzw. sie anschieben.

So sollten unsere Lebensmittel wie eben der Honig unter besonderen Schutz gestellt werden, die Gesetzesauflagen dazu überprüft, verbessert und sicher an einigen Punkten auch zurückgenommen werden. Trotz aller bereits vorhandener – und sicher auch einiger überzogener oder wenig praktikabler Forderungen  – wundert es doch, wie viele Skandale es gibt.

In welchen Umweltgesetzen kann man was machen, das würde ich gerne prüfen und sicherlich müssen wir die heimischen Imker mehr fördern. Ohnehin sollte dem regionalen Imker vertraut werden, seine Bienen sorgen schließlich für die Bestäubungsleistung hierzulande. Den Tipp von Bienen-leben-in-Bamberg.de, dass statt der Sortenbezeichnung auch eine Honiglagenbezeichnung möglich sein sollte – wie euren „Bamberger Lagenhonig“ –  würde ich gerne verfolgen.

Die Bauleitplanung bietet große Möglichkeiten, die Bebauungspläne müssen mehr Grün und Blühwiesen für die Bienen ausweisen, da gibt es noch genug Handlungsspielraum.

Überhaupt stellt sich der Bewusstseinsprozess für mich so da, dass „oben“ jemand sein muss, der reagiert auf das, was die Basis will, was sie leistet. Die „große“ Politik in Berlin sollte dem Menschen nicht das Leben schwer machen, sondern sie begleiten. Sie soll durch Einschränkungen und Gesetzesauflagen nicht das ehrenamtliche Engagement kaputt machen, sondern es vielmehr wohlwollend begleitend. Weniger Reglementierung täte not. Mein Lebensmotto ist ohnehin, nicht die Probleme zu suchen, sondern das Ziel vor Augen zu haben. Die Probleme, die sich dennoch einstellen, kann man ja immer noch lösen, wenn’s soweit ist.

Ilona Munique: Welche Chancen siehst du in Privatinitiativen wie Bienen-leben-in-Bamberg.de, also Initiativen ohne Vereinsstatus oder festgemacht an Institutionen und Behörden. Und wie könntest du dir eine stärkere Förderung für sie vorstellen?

Andreas Schwarz: Natürlich kann und muss man weiterhin die Vereine fördern. Doch werden diese es ohnehin immer schwerer haben, allein schon wegen der demografischen Zahlen in Richtung alte Menschen. Ich halte die fördernde Projektbegleitung für durchaus sinnvoll, und warum nicht auch die von einzelnen Bürgern initiierten Ideen. Da sehe ich politisch gesehen noch Handlungsspielraum.

(Politische) Webseiten Andreas Schwarz:

SPD – Schwarz: http://www.spd-schwarz.de/
Twitter: https://twitter.com/schwarz_spd
Facebook: „Andreas Schwarz“

Stadtwerke Bamberg unterstützt Schulbienenprojekt

Reinhold Burger im Saal der Stadtwerke Bamberg

Reinhold Burger von Bienen-leben-in-Bamberg.de im vollen Saal der Stadtwerke Bamberg

Mit 200 Euro unterstützten die Stadtwerke Bamberg (STWB) unser Ziel, Jungimker heranzuziehen, um dem Bienensterben zumindest in der Region entgegenzuwirken. Geschäftsführer Klaus Rubach ließ es sich nicht nehmen, den über 30 Bewerbern um eine Kulturförderung im Rahmen der Spendenfibel die Beträge am 21. August 2013 selbst zu überreichen. Der Saal war gut gefüllt, da  manche der Spendenbeglückten einen Teil ihres Teams mitbrachten. Auch wir von Bienen-leben-in-Bamberg.de kamen zu zweit.

Klaus Rubach überreicht der Bamberger Schulbiene den Spendenumschlag

Geschäftsführer Klaus Rubach überreicht der Bamberger Schulbiene den Spendenumschlag

Herr Rubach betonte dabei, wie sehr es ihn berühre, dass so viele Ehrenamtliche zu so vielen Projekten in Bamberg zu finden seien und die kulturelle Vielfalt aufrecht erhielten. Ganz sicher wäre die Welt und im speziellen Falle Bamberg sehr viel ärmer und farbloser ohne das Ehrenamt.

Gruppenbild auf dem Dach der Stadtwerke Da es ihm nicht so sehr darum ginge, mit der Förderung der STWB Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, wurden auch keine Pressefotos im großen Stil angefertigt. Lediglich ein Abschlussfoto auf dem aussichtsreichen Dach der Stadtwerke am Margaretendamm zollte dem Pressebedarf Tribut.

Das verschaffte allen Anwesenden die Gelegenheit, in Ruhe die jeweils zu vertretende Institution sowie das Projekt vorzustellen, für welches die Spende verwendet wurde bzw. werden wird. Besonders die Jugend und der Sport waren berücksichtigt, doch auch Studierende und Kulturelle Vorhaben wurden mit bis zu 500 Euro bedacht. Wer wieviel erhielt, war den verschlossenen Umschlägen allerdings nicht zu entnehmen.

Für was verwenden wir die Spende?

Unsere Privatinitiative Bienen-leben-in-Bamberg.de verwendet die Spende für das Projekt der „Bamberger Schulbiene“. Vier kostenlose Schulbesuche unsererseits werden davon möglich gemacht. Wer in den Genuss eines kostenlosen Unterrichts kommt, muss uns allerdings die Aussicht auf Nachhaltigkeit antreten. Denn rund 40 Bamberger Schulen, von denen für uns mindestens 25 Schulen für eine Klassenführung in Frage kommen, könnten Nutznieser dieser Unterstützung sein. Und irgendein Auswahlkriterium muss es von daher geben.

Daher schreiben wir zum Ende der Sommerferien die vier Führungen hier im Weblog und in anderen Medien aus, damit sich einzelne Klassen bewerben können.

Nachtrag November 2013:
Die erfolgreichen Bewerberinnen waren die Wunderburgschule (zum Bericht) und die Gangolf-Grundschule (zum Bericht).

Wahlprüfstein „Wie hältst du’s mit der Biene, Andreas Lösche?“

Das Interview zum Wahlprüfstein mit dem Kreisvorsitzenden der Grünen Bamberg-Land, mit Andreas Lösche, der für die Grünen zur Landtagswahl im Stimmkreis Bamberg-Stadt kandidiert, führte Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 18.08.2013.

Ilona Munique: Welchen Stellenwert hat die (Honig-)Biene für dich privat, worin siehst du ihren Nutzen?

Andreas Lösche, Reinhold Burger, Ilona Munique im Krafts-Keller Oberhaid

Andreas Lösche: In meinem Bekanntenkreis kannte ich bisher keine Imker, daher hatte ich noch nicht viel mit dem Thema zu tun. Euer Engagement und der Film „More than honey“ haben mich auf die Problematik des Bienensterbens aufmerksam gemacht. Es ist gut, dass ihr Alarm schlagt. Dafür will ich mich ausdrücklich bei euch bedanken.

Als Lehrer und Bildungspolitiker gefiel mir vor allem, dass ihr euer Anliegen in ein größeres, nachhaltiges Konzept gegossen habt. Kinder nehmen mehr auf emotionalem Wege auf als Erwachsene, daher bleibt es besser hängen. Vor allem, wenn man, wie ihr, den Unterricht zu einem Thema über mehrere Schuljahre hinweg in seinen verschiedenen Facetten installiert.

Natürlich sind Bienen nur eine unter vielen wichtigen Angelegenheiten. Der Bestäubungsnutzen ist jedoch hoch einzuschätzen. Ohne ihn würde der Kreislauf der Natur unterbrochen und die Landwirtschaft kaum mehr funktionieren.

Ein nachdenklicher Andreas Lösche

Andreas Lösche, Die Grünen

Da fällt mir doch noch eine persönliche Erfahrung ein: Als ich noch in Würzburg studierte, hatte ich die Diskussion um Gen-Mais auf einem Versuchsfeld mitverfolgt. Das Feld lag direkt an der B22 bei Prichsenstadt. Im Vorbeifahren dachte ich damals schon über den Unsinn von Zäunen nach, an die sich Bienen wohl kaum halten werden. Es dauerte ja wirklich mehr als 20 Jahre, bis sich ein Imker über den unfreiwillig mit genmanipulierten Pollenbestandteilen versetzten Honig beklagte. [Karl-Heinz Bablok et al 2011 vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. In der Folge sprach der Europäische Gerichtshof ein Urteil. Derzeit liegt der Fall beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.] Er hat ja dann auch vor zwei Jahren von uns bayerischen Grünen den Sepp Daxenberger-Preis erhalten…

Ilona Munique: Als Mitglied des Landtags – was würdest du für den Erhalt der Bienenwelt tun?

Andreas Lösche: Da mein Steckenpferd die Bildungspolitik ist, würde ich diejenigen Projekte fördern, die von außen in die Schule gehen. Ein Beispiel ist das MFM, ein Präventionsprogramm für Mädchen und Jungen in der Pubertät. Ich sehe Bildung von außen als Ergänzung des schulischen Unterrichts, da es neue Perspektiven bietet und zusätzliche Qualitäten. So wie ihr es ja auch mit eurer Schulbiene anbietet, die bildlich und begreifbar zeigt, wie das Imkern geht und worauf es bei der Biene ankommt.

Ilona Munique: Welche Chancen siehst du in Privatinitiativen wie Bienen-leben-in-Bamberg.de, also Initiativen ohne Vereinsstatus oder festgemacht an Institutionen und Behörden. Und wie könntest du dir eine stärkere Förderung für sie vorstellen?

Andreas Lösche:  Schulen sollten mit vielen verschiedenen Vereinen und dem Handwerk kooperieren. Hier in der Region wird das durchaus gemacht, doch leider etwas zu einseitig. Zum Beispiel zum Thema „Ernährung“. Da sollte doch nicht immer nur der schulnahe Einzelhandel aufgesucht werden, sondern unterschiedlich spezialisierte Institutionen, beispielsweise der Hausfrauenbund, eine Ernährungsberatungsstelle, ein Biobauernhof oder eben auch eine Imkerei.

Es ist durchaus akzeptabel, dass ein Teil dieser Ausgaben wie das (oft viel zu bescheidene) Honorar sowohl von den Schulen, die ja dafür auch Fördermittel erhalten, sowie den Eltern selbst aufgebracht werden.

Eine staatliche Förderung, die auch die Bamberger Schulbiene als Privatinitiative erhalten helfen könnte, ist die „Umweltbildung Bayern“. Dieser Topf gehört nach meinem Dafürhalten deutlich aufgestockt, denn Umwelterziehung ist ein wichtiger Baustein einer ganzheitlichen Bildung und wird immer wichtiger.

(Politische) Webseiten Andreas Lösche:

GAL – Grün-alternative Liste: http://www.gal-bamberg.de/index.php?id=1749
Webseiten Andreas Lösche: http://www.andreas-loesche.com/
Twitter: https://twitter.com/AndreasLoesche
Facebook: https://www.facebook.com/andyloesche

Bienenpatin Sabine Saam 2013/15

Bienenpatin Sabine Saam (re.) bei der Urkundenübergabe durch Ilona Munique

Überreichung der Bienenpatenurkunde an Sabine Saam (rechts) durch Ilona Munique von Bienen-leben-in-Bamberg.de am 19.08.2013

„Zum 40.ten Geburtstag wollte ich mir etwas besonderes schenken“, begründete Sabine Saam ihre Entscheidung, etwas für die Bienenwelt Bambergs zu tun. Wir freuen uns daher über unsere zwölfte Bienenpatin, die unsere Privatinitiative „Bienen-leben-in-Bamberg.de“ bereichern und mittragen wird! Dass Sabine genau der richtige Name dafür ist, müssen wir wohl nicht extra betonen.

Am 19. August 2013 trafen wir uns – Reinhold Burger und Ilona Munique – für die offizielle Urkundenübergabe an Sabine Saam in der Austraße im „Vitamin X“. (Diese Schleichwerbung muss sein, denn immerhin ist der Betreiberins Gatte ebenfalls Imker. Lothar besuchte zusammen mit uns den Lehrgang beim Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V. mit Sitz in Burgebrach.)

Die Idee, Bienenpatin zu werden

„Zwar hatte ich damals die Crowdfunding-Aktion interessiert mitverfolgt, doch erst über die AVAAZ-Petition zum Verbot der Neonicotinoide als mögliche Ursache für das mysteriöse Bienensterben, und dann euer Weblog, der mir gut gefallen hat, bin ich letztendlich auf die Idee gekommen, mich als Patin zu bewerben“, berichtete Sabine Saam. Da sie selbst für diverse Seiten bzw. Weblogs Webmasterin ist, hat sie sicherlich den liebevollen und gepflegten Aufwand dahinter erkannt und für seriös empfunden – behaupte ich jetzt einfach mal …

Da wir in diesem Jahr kein neues Volk und in Folge dessen auch keine neue Bienenbeute mehr anschaffen, wird Sabine Patin einer Lehrbienenbeute. Von der Übergabe derselben werden wir zur gegebenen Zeit berichten.

Viele Fragen … gemeinsam lösen

Reinhold BurgerWas es mit dem Schwärmen auf sich hat, wie die Varroamilbe behandelt wird und wie lange ein Volk leben kann, … viele Fragen hatte die Diplomverwaltungswirtin, die als Arbeitsvermittlerin in der Arbeitsagentur Bamberg tätig ist. Reinhold Burger beantwortet sie alle gerne und leicht verständlich.

Doch auch wir wollten einiges über die Lebensumstände wissen, denn Sabine Saam ist seit einigen Jahren keine „Läuferin“ (O-Ton Sabine) mehr, sondern auf vier Rädern mobil. „Ach, da könnte ich Bücher füllen …“, lacht sie ganz ohne Zynismus, als ich mich über Reaktionen ärgere, von denen sie im Bezug auf ihren Antrag auf ein spezielles Auto erhielt.

Der Optimismus, den das aktive Mitglied in mehreren Funktionen von FU und CSU in Baunach, Bamberg-Land und Oberfanken ausstrahlt, wird sich hoffentlich wohltuend auf unsere Bienen auswirken. Denn auch sie erleben ja so manches Handicap, das es zu überwinden gilt. Haben sie endlich ausreichend und bienengemäße Tracht erspäht – was bei all der Monokultur nicht so einfach ist – muss diese auch noch möglichst pestizidfrei sein. Und ist für die Nahrung gesorgt, so müssen diverse Krankheiten, an denen der Mensch nicht immer ganz unbeteiligt ist, überstanden werden. Kein leichtes Leben also.

Nur gemeinsam schaffen wir es, allen Lebensformen und -umständen von Mensch und Tier gerecht zu werden. Insofern finden wir diese Patenschaft von Sabine Saam besonders aufbauend und wegweisend.

Viele Antworten – gemeinsam handeln

Doch entgegen aller Heiterkeit, die die Urkundenübergabe begleitet, wird zum Schluss unserer ersten Begegnung ein besorgter Ton hörbar, als Sabine erzählt: „Trotz unseres nachbarlichem Imkers – und ich kenne mindestens noch drei weitere – sehe ich seit einiger Zeit weniger Bienen als noch in meiner Kindheit. Da bin ich doch recht häufig auf eine Biene gestiegen, wenn ich barfuß über die Wiese lief“.

Ja, die Bienen werden weniger, in Bamberg und Umgebung. Davon wird uns immer wieder berichtet. Ein weltweites Sterben ist da im Gange. Wer diese Zeichen missachtet oder gering schätzt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Wer jedoch helfen will, dass wir wieder mehr Bienen bekommen, der mache es wie Sabine Saam: Handeln, nicht nur betroffen in die stillen Obstbäume schauen. Es gibt viele kleine und große Möglichkeiten – hier sind sie aufgelistet.

[Hier zum Interview „Zweite Runde für die Bienenpatin Sabine Saam 2015/2017]