Zu Erntedank gehört auch Honig!

Bienenpatin Carmen Dechant ist glücklich über ihren Patenhonig Bienenpatin Carmen Dechant ist glücklich über ihren Patenhonig Bienenpatin Carmen Dechant ist glücklich über ihren Patenhonig

Ein Erntedankfest ohne Honig? Geht gar nicht! Und justament sind wir beim Aufarbeiten unserer Sommer-Erlebnisse auf unseren Besuch bei der Bienenpatin Carmen Dechant am 07.09.2016 gelandet, und mithin in der Hofstadt-Gärtnerei, in der ihr Bienenpatenvolk steht. Für ihre Bienenpatenschaft erhält (nicht nur) Carmen pro Jahr einige Gläser Bamberger Lagenhonig der Lagenbezeichnung „Gärtnerstadt/Heiliggrab“. Geerntet wurde er rund 4 Wochen vorher, wir berichteten.

Bienenpatin Carmen Dechant Bienenpatin Carmen Dechant In der Hofstadt-Gärtnerei Bamberg

Am Patenvolk wurden die Milben ausgezählt. Entgegen der Befürchtungen unserer aufmerksamen Hofstadt-Gärtner war der Befall im „normalen“ Bereich. Die Ameisensäurebehandlung hat jedenfalls Wirkung gezeigt, doch wir hatten auch schon mal eine höhere Auszählung. Nun wurden die Futterkübel in die oberste Zarge eingestellt – bei den merkwürdigen Beutenmaßen ist es nicht so einfach, passende Behältnisse zu finden, die außerdem lebensmittelecht sein sollen – und mit etwas Stroh befüllt. Das Stroh stammt übrigens aus den Buger Wiesen, also auch hier bringen wir Regionalität ins Spiel.

Varroa-Befall auf Windel Reinhold bestückt die Behälter mit Stroh als Kletterhilfe Behälter für die Zuckerlösung
Danke allen himmlischen wie menschlichen Helfer/inn/en für die gute Ernte, Danke für die Bienenpatenschaft und für euren Fleiß, ihr lieben Gärtnersleut‘ und an all‘ ihr Imker/innen da draußen natürlich auch! Und wie immer – DANKE, BIENEN! – womit wir auch die Wildbienen mit einschließen wollen.

Gehörte Mauerbiene an Dahlie

Gehörte Mauerbiene an Dahlie in der Hofstadt-Gärtnerei

 

Individuelle Spätsommerpflege unserer Bienenvölker (3)

Aus der Zarge nach unten durchhängende BienenProperes Volk! Der Ableger an der Villa Dessauer bei Bienenpatin Dr. Regina Hanemann hat sich schön entwickelt. So ein Bild erwarteten wir uns: nach unten herausquellende Bienen! Ein gutes Zeichen, allerdings wird ein Teil dieser Bienen wohl nicht die Wintersonne sehen. Denn Sommerbienen haben mit 6-8 Wochen nur ein kurzes Leben. Doch die mit bis zu 6 Monaten langlebigen Winterbienen sind ebenfalls schon geboren, weitere stehen bruttechnisch praktisch schon in den Startlöchern.

Verrückt, das mit dem Verrücken!

Unser „Vorsicht Bienen“-Schild gilt im Grunde nur dem Umstand, dass niemand Hand an die Beute anlegen soll. Beispielsweise, um sie zu verstellen, wenn der Rasen gemäht wird. Denn Bienen haben einen sehr genauen „Einflugplan“. Nur wenige Zentimeter verrückt und sie finden nicht mehr ohne Weiteres in ihre Behausung zurück. Zum Beweis: vor elf Tagen wechselten wir den Fluglochkeil aus. Das vorherige Einflugloch saß links und war kleiner, damit sich das junge Völkchen besser gegen Eindringlinge erwehren konnte. Nun sitzt das Loch in der Mitte des Hölzchens. Was passiert, seht ihr im Film. Mehr als elf Tage alte Bienen fliegen immer noch links ein, jüngere schaffen es auf den Zentimeter genau.

Einfüttern – den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen?

Den Wachsüberbau abspachtelnDie Pflegemaßnahme sah so aus, dass wir nach dem Abspachteln von störendem Wachsüberbau eine Leerzarge aufsetzten. Hier hinein stellten wir einen Becher mit vier Kilo 3:2-Zuckerlösung, die wir zuhause rechtzeitig (!) angesetzt haben. Denn erst nach mehrmaligem Rühren wird es eine sämige Masse, bis sich alles auflöst, dauert das eine Weile.

Tipp: Einkaufsberechtigte von Großmärkten, z. B. Metro, warten die alljährlichen Sommerferien-Rabatte ab (z. B. Einkauf 100,- Euro = 10,- Euro Nachlass) und decken sich dann erst mit Zuckerpäckchen ein. Eventuell lässt sich hier ein Netzwerk nutzen?!

Fressen Bienen denn Gras?

Noch geschlossener ZuckerwasserbehälterNachdem wir eine Folie auf die Rähmchen gelegt hatten, die am Rand umgeknickt wird, stellten wir den bisher noch geschlossenen Behälter in die Leerzarge ein. Vorher öffnen ist schlecht, denn hat man versehentlich etwas verschüttet, freuen sich zahlreiche Wespen auf das süße Nass. Die muss man ja nicht unbedingt anlocken. Ein Imkerkollege berichtete uns dieses Jahr bereits davon, dass eine seiner Beuten vollständig von Wespen ausgeräubert wurden und nur noch eine Handvoll Bienen darin saß.

Zuckerwasserbehälter mit Gras als KrabbelhilfeDen Behälter nun dockt man dicht an den Zargenrand an, damit es die Bienen mit dem Klettern leichter haben. Das eingestreute Gras wird natürlich nicht als Nahrungsmittel benutzt. Es dient lediglich als Krabbelhilfe, damit sie in der Nahrlösung nicht absaufen. Außerdem tropfte Reinhold an und um den Becher herum etwas Zuckerwasser hin, damit unsere Kleinen auf den Geschmack kommen. Denn obwohl sie ansonsten superschlau sind, checken sie eine dicht vor ihrer Nase befindlichen Quelle nicht immer sofort.

Reinhold an der Villa-Dessauer-BeuteDiese anfängliche Irritation – Da riecht’s süß, … aber wo genau? – sieht man auch daran, dass kurz nach dem Einstellen der appetitlichen „Trachtquelle“ viele Bienen dicht außerhalb der Beute herumsausen. Irgend eine Honigsammlerin hat es durch Schwänzeltanz verraten, dass es ganz, ganz nah Leckeres zum Holen gibt. Doch offensichtlich drückt der Tanz nicht auf den Zentimeter aus, wo genau. Bald jedoch werden sie den Schatz finden und die Kohlehydrate in ihrem „Sozialmagen“ mit Hilfe körpereigener Enzyme in Honig umwandeln.

Die Ameisensäurebehandlung beim Ablegervolk

So gesättigt – und bis Mitte September weiterhin aufgefüttert – können wir die Ameisensäure-Langzeitbehandlung mit dem Liebig-Dispenser (140 ml / 60% bzw. entsprechende Umrechnung) etwa ab der 38. Woche beginnen.

Ableger, die sich erst noch aufbauen und dadurch stärker „in der Brut stehen“, als es bei einem vollentwickelten Wirtschaftsvolk der Fall ist, behandelt der Imker nur einmal mit Ameisensäure, und dies auch etwa zwei Wochen später. Das erklärt, warum wir bei unseren Wildensorger Völkern etwas anders vorgegangen sind – siehe Teil 2 der Serie.

In aller Kürze: so steht’s im Bestandsbuch

Fütterung mit 3 Kg Zucker / 4 l Zuckerlösung 3:2
Beobachtung: Ableger gut entwickelt. Alle Wabengassen besetzt. Bienen hängen im Boden durch 🙂
Geplant: Noch 12 Kg Zucker bis Mitte Sept. auffüttern. Anschließend AS-Langzeitbehandlung (voraussichtlich 38.Woche, je nach Wetter).

Individuelle Spätsommerpflege unserer Bienenvölker (2)

Umbetten der Wildensorger Völker am 30.08.13 – Langversion für Jungimker

Blick in die Bienenbeute von Michael Burger

Unterschiedliche Volksstärke trotz gleichem Standort: hier Michael Burgers Patenvolk …

Erste Maßnahme war die Umbettung der Bienen, um die alten Wabenrähmchen zu entsorgen. Neue Rähmchen und von den Bienen neu geschaffenes Wachs sind hygienischer und sollten Krankheiten verhindern helfen. Mittlerweile geht es ja nicht mehr um ein paar eingesparte Cents, sondern um das gesunde Überleben der Honigbiene.

Das Umbetten der Patenvölker von Elisabeth und Michael Burger ging jeweils so vor sich: Die zwei oberen Zargen wurden zunächst auf die Seite gestellt. Die oberste enthielt ausgeschleuderte Honigrähmchen und die mittlere Zarge Altwachs mit noch sehr viel Honig, schätzungsweise 2 bis 5 Kilo (!) und Brut.

 

Blick in die Bienenbeute von Elisabeth

… und hier Elisabeth Burgers Patenvolk.

Die unterste Zarge mit zum Teil etwa zweijährigem Altwachs (das allerdings durch vorangegangene Umtauschaktionen nie komplett bebrütet war) und etwas Brut wurde ebenfalls zur Seite gestellt. Die beiden ersten Zargen wurden sodann auf den Bodenrahmen gesetzt. Die kleinen Bewohnerinnen der ehemals untersten Zarge stieß Reinhold über die aufgesetzten Zargen kräftig ab. Damit das Herausnehmen der einzelnen Rähmchen einfacher ging, entnahm er zunächst zwei der Rähmchen, die er in die Nähe des Fluglochs zur Seite stellte.

 

Futterraum auf 2 Zargen

Futterraum auf 2 Zargen

Das heißt, dass nun auf zwei Zargen gewohnt wird und die oberste, also die dritte, als Futterraum dient. Die Zuckerlösung könnte vermutlich sogar eingespart werden, da wir bei der jetzt Anfang September bevorstehenden Ameisensäure-Kurzzeitbehandlung mit einem Liebig-Dispenser arbeiten und nicht mit der stark konzentriert wirkenden Schwammtuchmethode. Letztere setzt den Bienen doch etwas zu, so dass sie nicht hungrig in die Behandlung gehen sollten. Das ist wie beim Menschen: wer sich schlapp fühlt, hat keine rechte Lust zum Kochen oder Essen.

Umbetten der Wildensorger Völker in der Kurzversion

Im Online-Bestandsbuch, welches alle unsere Bienenpatinnen und -paten einsehen können, wird das so ausgedrückt:

Einengen auf 2 Zargen. Altwaben dem unteren Brutraum komplett entnommen. Vereinzelt noch Brut auf den Waben.
Fütterung mit ca. 0,75 Kg Zucker / ca. 1,2 l Zuckerlösung 3:2 in 2 Tetrapacks
Geplant: Varroa-Kurzzeitbehandlung mit 140ml 60% AS und Liebig-Dispenser; Zeitraum: Anfang 36. Woche

Hier geht’s zur Spätsommerpflege des Ablegervolks in der Gärtnerstadt, Heiliggrab

Individuelle Spätsommerpflege unserer Bienenvölker (1)

Manche bezeichnen es schon als „Einwintern“. Brrrr, ich bevorzuge das Wort „Spätsommer“. Wie auch immer – wir bereiten unsere Bienenvölker auf die immens wichtigen Pflegemaßnahmen vor, die da heißt: Varroabehandlung. Je nach Entwicklungsstand und Standort braucht jedes Volk eine eigene Bedienung. Allen gemein ist, dass sie eine 3:2-Zuckerlösung in unterschiedlicher Menge erhalten. So überstehen sie die Ameisensäurebehandlung mit zufriedenen, weil vollen Mägen.

Spätsommerpflege bei Carmens Patenvolk am 29.08.2013

HeiliggrabvolkDer Ableger in der an Blütentracht reichlich ausgestatteten Hofstadt-Gärtnerei entwickelte sich sehr zufriedenstellend. Seit Mitte Mai wurden die drei Rähmchen im Laufe des Sommers nach und nach ergänzt, so dass nun am 29.08.2013 das letzte Rähmchen eingefügt werden konnte.

Voll besetztes Rähmchen unseres Heiliggrab-AblegersZwei Beobachtungen, die wir bei diesem Jungvolk machten, wirkten sich offensichtlich nicht sonderlich aus. Die erste: Mitte Juni befanden sich auffallend viele Drohnen im Stock. Die zweite: Anfang Juli legte die Volksentwicklung einen kurzzeitigen Stopp ein, sprich: sie trugen mehr Honig ein, als dass sie ihr Brutnest erweitert hätten.

Zwei voll besetzte Rähmchen unseres Heiliggrab-AblegersWie auch immer, nun sind sie kräftig ausgebaut genug, dass sie ihren Stock gut gegen die letzten Wespen verteidigen können. Infolgedessen wechselten wir den Styroporkeil mit der kleinen Öffnung gegen einen normalen Fluglochkeil aus. Diese Tage erhalten sie außerdem noch 5 Liter Zuckerlösung mit der Besonderheit, dass wir auf Wunsch der Bienenpatin das GIE®-Wasser der Gärtnerei verwenden.

Kellerbrotzeit mit buntem PaprikaNun, auch wir Menschen wollen gefüttert werden. Nach der Arbeit die Entspannung – versorgt mit buntem Paprika aus der Gärtnerei ging’s noch auf den Krafts-Keller nach Oberhaid.

Der nächste Bericht zur Spätsommerpflege folgt auf dem Fuße, und zwar von unseren Wildensorger Völkern. Eine völlig andere Ausgangslage, und das ist nicht nur örtlich gemeint! Bis bald!