Monatsbetrachtungen Mai 2021 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Schwarmstimmung kontrollieren

Der Zeitraum von Ende April bis zur Sommer-Sonnwende im Juni steht ganz im Zeichen der Schwarmkontrolle. Die Völker befinden sich in der Aufwärtsentwicklung. Das große Angebot an Nektar und Pollen nutzen die Bienen für ihr Wachstum. Mehr Bienen bedeutet, dass mehr Brut aufgezogen werden kann. Ein wachsendes Brutnest hat wiederum mehr Bienen zur Folge – und so fort. Die Volksstärke nimmt rasant zu. Neben Alter und genetischer Veranlagung der Königin, Witterung sowie Trachtverlauf ist also die Volksgröße der wesentliche Faktor für die Auslösung einer Schwarmstimmung. Daher werden im Wochenrhythmus alle Völker kontrolliert, ob sie sich bereits auf das Schwärmen vorbereiten. Im Fall der Fälle werden alle angepflegten Weiselzellen ausgebrochen.

Drohnenbrut schneiden zur VarroaprophylaxeDrohnenrahmen ausschneiden

Gleichzeitig mit der Schwarmkontrolle wird auch der Drohnenrahmen geprüft. Wenn ein Großteil der Zellen bereits verdeckelt ist, wird die Wabe ausgeschnitten. Einerseits dient dies dazu, den Varroadruck zu mildern und andererseits zur Gewinnung von unbelastetem Bienenwachs. Teilweise werden die Drohnenwaben an die Wildtierhilfe zum Aufpäppeln von Nestfallern weitergegeben.

Völker vermehren

Im Mai ist eine gute Zeit für die Vermehrung der Völker mittels Ableger. Entweder durch Bildung von Sammelbrutableger oder – etwas einfacher – durch Ein- oder Zweiwabenableger. Als zeitlicher Anhaltspunkt für den Start der Ablegerbildung kann die Verdecklung der ersten Drohnenwabe herangezogen werden.

Honigräume erweitern (fraglich)

Ob wir heuer im Mai bereits einen zweiten Honigraum aufsetzen können, erscheint fraglich. Bedingt durch die kalte Witterung im März und April – letzterer der kälteste seit 40 Jahren – hinkt die Entwicklung unserer Völker der rasanten Entfaltung der Blütenpracht hinterher. Hoffnung dürfen wir uns bei den Völkern machen, die an einem Rapsfeld stehen. Sofern es noch ausgiebig regnen wird, damit der Raps Nektar spenden kann.

Richtiger Zeitpunkt?

Spätestens, wenn die Randwaben im ersten Honigraum ausgebaut werden. Im April haben wir diese als Mittelwandrähmchen eingehängt. Das Aufsetzen des zweiten Honigraums ist also unabhängig davon, wie viele Honigwaben bereits verdeckelt sind. Entscheidend ist die Lagerkapazität. Die Bienen brauchen zum Umarbeiten und Zwischenlagern des wasserreichen Nektars genügend Platz.

Welche Waben?

Hier gilt das gleiche, wie bereits für den ersten Honigraum in den Monatsbetrachtungen April 2021 ausgeführt wurde.

Aufsetzen oder Zwischenschieben?

Grundsätzlich gilt, einen weiteren Honigraum immer oben aufzusetzen. Beim Zwischenschieben besteht die Gefahr, dass die Bienen die Waben, welche nach oben gesetzt wurden, vernachlässigen, mit der Folge, dass dort noch nicht vollständig ausgereifter Honig zu feucht bleibt.

Erste Honigernte (fraglich)

Grundsätzlich bieten wir unseren Bamberger Lagenhonig als Ganzjahreshonig an. Wir schleudern nur einmal im Jahr. Heuer könnte eine Ausnahme sein, da wir ein paar Völker an einem Rapsfeld stehen haben, der voraussichtlich in den nächsten Tagen zum Blühen beginnt. Rapshonig enthält sehr viel Traubenzucker, der gerne bereits in der Wabe auskristallisiert. Damit wir den Honig noch ausschleudern können, heißt es also, nach Trachtschluss der Rapsblüte zu ernten. Mal sehen …
Lage "Buger Wiesen"

Phänologie und Trachtpflanzen

Heuer hat sich der Erstfrühling weit verschoben, ein paar Süßkirschenbäume blühen immer noch. Doch gilt der Mai als Vollfrühling. Es blühen also Raps, Spitzahorn, Apfel, Löwenzahn und Kastanie – alles leckere Trachtpflanzen für unsere Lieblinge.

Logo Imkerkurs für Anfänger querFortbildungen und Termine

Wetter- wie pandemiebedingt mussten wir die April-Module des Imkerkurs für Anfänger bereits zweimal verschieben.

Der Plan sieht derzeit so aus:

4. Modul: Honigraumerweiterung,
[Weiselzellenkontrolle, war M5] – ONLINE

Sa., 01.05.21 | 10.30 – 12.30 Uhr

5. Modul: Schwarmverhinderung, [Ablegerbildung, war M4]

Inhaltlich identische Kursaufteilung:
Kurs 1.1: Sa., 08.05.21 | 10.30 – 12.30 Uhr (Alternativ für alle online, falls notwendig)
Kurs 1.2: So., 09.05.21 | 10.30 – 12.30 Uhr
Kurs 2.0: Sa., 08.05.21 | 14.30 – 16.30 Uhr

6. Modul: Varroakunde und -kontrolle

Inhaltlich identische Kursaufteilung:
Kurs 1.1: Sa., 15.05.21 | 10.30 – 12.30 Uhr
Kurs 1.2: So., 16.05.21 | 10.30 – 12.30 Uhr
Kurs 2.0: Sa., 15.05.21 | 14.30 – 16.30 Uhr

So., 16.05.21 – BIWa-Sonntagsöffnung

Logo "Alle Themen" der Bienen-InfoWabe (BIWa)Logo für alle Schwerpunktthemen (= Bienen, Honig, Imkerei, Natur) der Bienen-InfoWabe14.00 – 17.00 Uhr |
Offenes Haus für allerund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.

Schwarmverhinderung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK20, Modul 5)

Im Hauptteil um Maßnahmen zur Schwarmverhinderung, aber auch das Drohnenrahmenschneiden als biotechnische Varroaprophylaxe und eine erneute Ablegerbildung waren Thema des Moduls 5 im BLIB-Imkerkurs für Anfänger am 25.04.2020 in Bamberg.

Coronavirusgeschützt durch Mund-Nasen-Masken, Einmalhandschuhe und überwiegend Sicherheitsabständen, wo es möglich war, konnten – behördlich abgestimmt und genehmigt – in zwei 5-er-Gruppen alle notwendigen Beobachtungen und nachfolgenden Handlungen praktisch erfahren werden.

Hier der Ablauf der imkerlichen Tätigkeiten in Form einer Checkliste auch für alle unsere treuen Blogleser/innen, besonders die Jung-Imker/innen unter ihnen. Da man in dieser Jahreszeit damit rechnen kann, dass die Drohnenrahmen ausgebaut sind und außerdem Ableger gebildet werden möchte, am Besten alles Material hierfür vorsorglich mitnehmen.

Waben zur Weiselkontrolle ziehenCheckliste am Bienenstand:
Schwarmverhinderung, biotechn. Varroaprophylaxe, Ableger

Grundmaterial

  • Smoker mit Rauchmaterial (Hanf, Eierkarton, Pappe), Feuerzeug
  • Stockmeißel
  • Abkehrbesen
  • Wasser zum Löschen der Smokerinhaltsreste
  • Plastikbeutel (oder Eimer mit Deckel) für Drohnenausschnitt
  • Sicherheitsutensilien (z. B. Imkerhut, Tuch, Nelkenwasser, Globuli, Zeckenzange)
  • Ablegerkasten (s. Checkliste M4)

für Weiselzellenkontrolle

  • Taschenlampe
  • ggf. Lupe
  • Königinfangeisen / Königinabfangzange (oder Lockenwickler)
    -> zum Separieren der Königin als Schutzmaßnahme
  • ggf. Zeichenutensilien, im Falle man auf eine ungezeichnete Königin stößt
  • Schälchen für abgezwicktes Wachsmaterial

Brutraum von unten mit bestifteten SpielnäpfchenVorgang Schwarmverhinderung & mehr bei zweizargigem Brutraum

  1. Mit Stockmeißel die Zargen an den Ecken voneinander lösen
  2. Blechdeckel abnehmen und umgedreht in die Nähe legen
  3. Abnehmen des ungeöffneten Honigraums. Nicht am Boden in das Gras abstellen, sondern auf der umgedrehten Blechhaube
  4. Abnehmen des Absperrgitters unter Rauchgaben
  5. Ankippen und Vorziehen des (oberen) Brutraums an den Kanten des unteren Brutraums entlang
  6. Erster Kontrollblick nach Weiselzellenbesatz, dabei können die Rähmchen etwas auseinander bewegt werden, um auch in die Ecken sehen zu können
  7. Falls Zarge zu schwer wird, kann sie vollständig senkrecht aufgestellt werden
  8. Kontrollieren, ob (an Position 2 bzw. 9) der Drohnenrahmen bereits verdeckelt ist
  9. Bei Sichtung von Weiselzellen: Entscheidung treffen, ob ein Ableger¹ mit der intakten Weiselzelle gebildet werden soll
    Falls ja:

    • Abzählen der Rähmchenposition
    • Dieses Rähmchen nach dem Wiederaufsetzen der Zarge vorsichtig als eine der ersten ziehen und in den Ablegerkasten (an Randposition) setzen
    • Ersatzrähmchen (Mittelwandwabe) parat halten
  10. Vollständiges Durchsehen der Rähmchen, vor allem an den Wabenecken und entfernen der Weiselzellen
    ACHTUNG: Aufpassen auf die Königin! Am besten mit einem Königinnenfanggerät separieren (Dunkel halten, sie ist helles Licht nicht gewohnt)
  11. Falls Drohnenrahmen mind. zu Dreiviertel ausgebaut und verdeckelt, diesen entfernen, ausschneiden (Material in Plastiktüte oder gut verschließbaren Eimer, ggf. einfrieren, später ausschmelzen, da wertvolles Neuwachs) und wieder an selbe Position einsetzen
  12. Falls Brutwabe für Ableger entnommen, Ersatzrähmchen (Mittelwand) in die Mitte des Brutnestes einsetzen
  13. Oberen Brutraum wegstellen (Achten auf Richtung, er soll später wieder genau so aufgesetzt werden, wie man ihn abgenommen hat)
  14. Unteren Brutraum durchsehen
  15. Fertig? Rauch geben. Dann wieder zweiten Brutraum aufsetzen
  16. Königin einlaufen lassen²
  17. Sind alle Rähmchen vollständig? (Drohnenrahmen und ggf. frisches Mittelwandrähmchen bei Brutwabenentnahme). Sind alle Rähmchen wieder eng zusammengerückt (Einhalten des Bee Space)?
  18. Rauch geben. Absperrgitter aufsetzen
  19. Honigraum, Folie, Deckel und Blechhaube aufsetzen.

¹Auf das Bilden von Zwischenablegern (oben aufgesetzt) und Fluglingen (unten angesetzt) oder Brutlingen als weitere Möglichkeiten der Schwarmverhinderung neben dem Weiselzellenbrechen sind wir nicht eingegangen. Dies ist Stoff für unser Vertiefungsseminar, das allerdings erst wieder für 2022 angesetzt ist.

Brutraum von unten mit verdeckelter WeiselzelleAlte Königin – Danke für drei fleißige Jahre!

²In unserem Falle (Gruppe Bienenweg) wollte die Königin nicht gleich in die Wabengassen verschwinden, sondern verharrte viel zu lange auf den Rahmenoberträgern. Ein Zeichen, dass sie mit ihren drei Jahren tatsächlich nicht mehr recht vital ist. Normalerweise lassen Berufsimker sie nur bis zu zwei Jahre legen. Wir sind da zuweilen etwas großzügiger, doch wenn wir nicht aufpassen, bezahlt es der Bien mit zu geringer Volksstärke. Meist weiseln sie dann ohnehin still um.

In diesem offensichtlichem Fall gaben wir nach Kursende den zunächst für einen Ableger beiseite geschafften Brutrahmen mit seiner unbeschädigten Weiselzelle zurück in die Zarge und setzten die Königin der freien Natur aus. So kann sie immerhin noch als Leckerbissen für einen hungrigen Vogel dienen. DANKE, gelbe Königin, dein Leben war nicht umsonst!

Wer hier sicher gehen möchte, kann auch die Königin weiterhin im Stock behalten und erst, wenn der Ableger gediehen ist, eine Vereinigung vornehmen. Da das etwas umständlicher ist, kürzten wir das Verfahren ab. Es ist schließlich noch früh genug im Jahr, so dass eine weitere Weiselzelle gebildet werden kann, falls es diesmal schief gehen sollte.

Die gelbe Königin, umringt von ihrem HofstaatSchlupf einer Drohne

Bei unserem Tun geht es nicht nur um das Erledigen imkerlicher Arbeiten, sondern auch um das Beobachten. Beispielsweise konnten wir den Schlupf zweier benachbarten Drohnen entdecken. Immer wieder wurde die mit ihrem Kopf und Oberleib herausragende Drohne von den umherwuselnden Bienen bedient. Die Schlüpfenden werden teils gefüttert, teils wird dabei geholfen, das einengende Wachs abzunagen … kurzum, ihre Geburt bleibt im Volk offenbar nicht unbemerkt.

Schöne Momente … trotz allem!

Unbemerkt blieb auch uns nicht, dass der heutige Kurstag viele schöne und auch weniger angenehme Momente bescherte. Die Coronakrise im Nacken, ein viel zu trockener, wenngleich als wohltuend empfundener sonniger „Draußen-“Apriltag, andererseits auch das ständige Tragen der Verantwortung für Mensch und Tier … ja, da tut es gut, wenn alle achtsam miteinander umgehen, zudem die offenen Völker einen guten Honigduft verströmen und wenn wir den Erfolg unserer Bienenpflege und das konzentrierte Mitdenken und -machen unserer Kursteilnehmenden wahrnehmen dürfen!

Ohne diesen Praxistag könnten wir keine Jungimker/innen adäquat unterrichten, damit es für die Bienenpflege weitergehen kann in Bamberg. Vielen Dank den Behörden der Stadt Bamberg, die diesem Umstand durch ihre Sondergenehmigung Rechnung getragen und unseren Ausflug für vertretbar gehalten haben. Wir taten alle das uns’rige, um ihrem Vertrauen gerecht zu werden.

Waben zur Weiselkontrolle ziehen


Fotogalerie Gruppe 1 / Lehrbienenstand Bienenweg

Fotogalerie Gruppe 2 / Lehrbienenstand Fünferlessteg

 

Honigraumerweiterung, Ablegerbildung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger AK20, Modul 4)

Logo BLIB-Imkerkurs für AnfängerIm Praxisteil des BLIB-Imkerkurses für Anfänger am 18.04.2020 erläuterten wir das Aufsetzen des Honigraums und dämpften den Schwarmtrieb durch Ablegerbildung. Da wir in Zeiten der Coronakrise nach drei Online-Kursen zum allerersten Mal am Lehrbienenstand (Gruppe 1: Bienenweg, Gruppe 2: Fünferlessteg) zusammen trafen, begannen wir mit Organisatorischem, Erläuterungen der von der Sondergenehmigung bestimmten Hygienemaßnahmen, Literaturtipps für Anfänger, einen Sicherheitscheck und die Demonstration der wichtigsten Imkerwerkzeuge. Hier die Details:

Kleine Erstauswahl empfehlenswerter Literatur für JungimkerEmpfohlene Literatur für Anfänger

  • Gräfe, Jürgen: Süßes Hobby Imkerei. Cadmos 2009. ISBN 978-3-86127-677-7
    <Allererster Einstieg zum Lustmachen>
  • Spürgin, Armin: Die Honigbiene. Vom Bienenstaat zur Imkerei. 6. Aufl. Ulmer 2020. ISBN 3818609748
    <Wer begreift, wie Bienen ticken, tut sich von Anfang an leichter mit dem Verständnis über Imkervorgänge>
  • Liebig, Gerhard: Einfach imkern. Leitfaden zum Bienen halten. 3., überarb. Aufl. 2011. Neue Aufl. in Vorbereitung.
    <Standardwerk von Dr. G. Liebig, bis 2011 Bienenwissenschaftler an der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim in Baden-Württemberg: Z. B. über Bibliotheken als Fernleihe, dem Antiquariats-Buchhandel oder direkt beim Autor zu bestellen>
  • Grundwissen für Imker. bienen&natur-Schulungsmappe. Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH. 2019.

Bienen-InfoWabe zur KirschblütenzeitPraxisteil 1: Honigraumerweiterung

Benötigt wird zum Zeitpunkt der Kirschblüte:

  • 1 Zarge
  • 10 frische Rähmchen mit Mittelwandwaben
  • 1 Absperrgitter aus Metall, am besten Edelstahl (abgeraten: gestanztes Plastik, da zu scharfkantig)
  • 1 Drohnenrahmen, …
    … da mit der Honigraumerweiterung dieser gleichzeitig in den Brutraum (an Position 2) gehängt wird (s. a. Modul 2). Dafür entnehmt ihr eine überflüssige Futterwabe oder eine Pollenwabe, notfalls auch eine leere Wabe

Werkzeuge beim Imkern (Auswahlfotos, Rest s. u. Fotogalerie 1+2)

In der Reihenfolge der Fotos:

  1. Stockmeißel
  2. Smoker -> am besten mit Befülleinsatz
  3. Befüllmaterial, z. B. Hanf aus dem Kleintierbedarfsgeschäft
  4. Folie an einem Eck anheben, ein paar Rauchstöße abgeben
  5. Beuten, bestehend aus Zargen, Boden (ohne Stabilisationsstreben), Windel, Holz- und Blechdeckel, Fluglochkeil
  6. Absperrgitter
  7. Gerät zum Drahtspannen (thematisch ein Nebengleis -> Modul 10)
  8. Abkehrbesen (im Bild außerdem Refraktometer -> kommt in Modul 8) sowie Wasserflasche, um entleerte, noch glimmende Smokerinhalte sicher zu löschen (hatten wir nicht erwähnt, ist aber wichtig!)
  9. Diverses, wie heute z. B. Spanngurt und Schaumstoff für Fluglochverengung

Praxisteil 2: Ablegerbildung

Material-Checkliste zur Ablegerbildung ab Mitte April bis Ende Mai:

  1. Zarge
  2. Boden
  3. Windel
  4. Fluglochkeil, Einlassöffnung mit Papier umwickelt
  5. Tesakrepp zum Fixieren des Fluglochkeils
  6. Schaumstoffkeil, etwas kleiner als Einflugloch (wird am Ablegerstandort mit Fluglochkeil ausgetauscht)
  7. Holzdeckel
  8. Blechdeckel
  9. Transportsicherung (2 Pinnnadeln, damit die Waben in der Zarge nicht verrutschen)
  10. Spanngurt
  11. 2 Mittelwandrähmchen, eine als Ersatz für zu entnehmende Brutwabe aus dem Wirtschaftsvolk, die andere für den Ableger
  12. Futterwabe

AblegerbestandteileAus einem Wirtschaftsvolk entnommen und im Ablegerkasten an die Position dicht an die Zargenwand gehängt:

  1. Brutwabe zu 3/4 mit verdeckelter Arbeiterinnenbrut und mit Stiften (Eier) sowie frisch geschlüpften Larven (Position 1 / Zargenrand)
  2. Leere Mittelwandwabe (Position 2 / Mitte)
  3. Futterwabe (Position 3 / Abschluss)
  4. genügend adulte (Flug- und Pflege-)Bienen aus dem Honigraum einkehren, um die Brut warm halten zu können

Siehe auch Artikel „Eine Wabe ergibt ein Volk“ von Pia Aumeier (2012):
https://www.kiv-en.de/phocadownload/tips/2012_05_eine%20wabe%20ergibt%20ein%20volk.pdf

Schrittfolge Ablegerbildung (Auswahlfotos, Rest s. u. Fotogalerie 1+2)

  1. Eine aus der Frühjahreskontrolle gezogene Futterwabe mitbringen
  2. Honigraum abnehmen, wegstellen -> auf Blechdeckel „über Eck“
  3. Nach geeigneter Futterwabe suchen -> 3/4 verdeckelte Brut und Larven in verschiedenen Stadien
  4. In bereit stehender Ablegerbeute einhängen -> Reihenfolge s. o.
  5. Rähmchen mit Pinnadel für Transport sichern
  6. Flugbienen aus Honigraum in Ablegerbeute einkehren -> diese wärmen die Brut
  7. Abgeklebten Fluglochkeil fest arretieren -> mit Klebeband sichern
  8. Abdeckfolie auflegen
  9. Holzdeckel auflegen
  10. Mit Spanngurt sichern
  11. Blechdeckel und Fluglochabdichtung (z. B. Schaumstoff) nicht vergessen, mitzunehmen!
  12. Am neuen Ablegerstandort (2-3 km Entfernung) Fluglochkeil auswechseln -> kleine Einflugöffnung unter der Brut
  13. Mind. 21 Tage warten, bis Königin nachgezogen, dann umsetzen

Fotogalerie Gruppe 1 / Lehrbienenstand Bienenweg

Fotogalerie Gruppe 2 / Lehrbienenstand Fünferlessteg

18.04.20: BLIB-Imkerkurs für Anfänger, Modul 4

Sa., 18.04.20 – 10.30 – 12.30 Uhr

 

Logo BLIB-Imkerkurs für AnfängerBlick in die frisch erstellten Ablegerzarge4. Modul: Honigraumerweiterung, Ablegerbildung

Was? Die Blüte ist im Gange und die Bienen tragen wie verrückt Nektar ein. Es wird eng im Brutraum! Daher setzen wir in diesem (virtuellen) Praxisteil den Honigraum auf und dämpfen den Schwarmtrieb durch Ablegerbildung.
Wo? Bienen-InfoWabe (BIWa) – In zwei bereits festgelegten Gruppen bei Ausnahmeregelung. Neuzugänge leider nicht möglich.
Kosten, Anmeldung und Programm? Siehe BLIB-Imkerkurs-Anfänger2020 (PDF) sowie Zusatzprogramm Honigschleudertage-Termine20.
Und sonst? Wiederholungstermin nach Einzelabsprache möglich.
Bitte installieren Sie auf Ihrem Computer den Browser Chrome bzw. auf ihren Mobilgeräten die App Jitsi Meet.

Amerikanische Faulbrut in Bamberg ausgebrochen

Buger SpitzeGestern erhielten wir die Bestätigung: In Bamberg, Ortsteil Bug, ist die Amerikanische Faulbrut durch Neukauf eines belasteteten Volkes eingeschleppt worden, mit Ausgangspunkt in Vorra. Im Umkreis von 1 Kilometer wird ein Sperrbezirk notwendig werden. Alle Imker/innen sind angehalten, keine Völker aus diesen Gebieten herauszuschaffen. Eine Verbreitung muss unbedingt vermieden werden. Absichtliche Verbreitung ist KEIN Kavaliersdelikt, sondern kann nach § 74 des Tierseuchengesetzes mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei und sogar 5 Jahren oder mit Geldstrafe geahndet werden.

Da der Imker insoweit besonnen handelte und nach seinem Verdachte den Bienensachverständigen hinzugezogen hatte, können wir hoffen, die Seuche eingegrenzt zu halten. Bitte meldet eurerseits Verdachtsmomente sofort. Es kostet euch nichts und ihr könnt im Gegenteil unter Umständen sogar mit einer Entschädigung rechnen.

Unsere eigenen Völker, auch die in den Buger Wiesen, liegen nicht innerhalb des künftigen, vom Veterinäramt auszusprechenden Sperrgebiets. Da Reinhold, der den Befall im Zuge seiner Tätigkeit als Bienensachverständiger festgestellt hat, unsere Völker im Auge behält, würden wir einen Befall sicherlich schnell bemerken.

Was ist zu tun?

Streichholzprobe Amerikanische FaulbrutWer einen Verdacht auf Faulbrutbefall in seinem Volk hat, weil er braune und zäh-schleimige und/oder verschorfte, übelriechende Substanzen entdeckt hat, kann dies zunächst an die Bienensachverständigen, Gesundheitswarte oder Fachberater melden. Derzeit sind dies:

Fachberater/innen der Bezirke
-> für Bamberg in Bayreuth, Barbara Bartsch
Bienensachverständige im Landesverband der Bayerischen Imker (LVBI)
-> Schwerpunkt Stadt Bamberg: Reinhold Burger (T. 0951-309 45 39), Khristo Dimov, T. 0951-9146315)
-> Schwerpunkt Landkreis Bamberg: Markus Dorsch (Mistendorf), Karl-Heinz
Übelacker und Hans Dillig (Zapfendorf), Dr. Hermann Knörl (Hirschaid)

Oder die Meldung geht an das Veterinäramt der Stadt Bamberg, 0951-87-35 11 bzw. Landratsamt Bamberg, Fachbereich 34, Veterinärwesen, Tel. 0951-85-754 o. -755.

Das Amt wird in Absprache mit den betroffenen Imkern weitere Schritte einleiten: Futterprobeentnahme und bei Befall die Tötung der Brut sowie die Sanierung der adulten Bienen. Das heißt im Klartext: Die gesamt Brut wird vernichtet, das Volk in eine leere Zarge, in der lediglich Mittelwände hängen, eingeschlagen – Verfahren ähnlich einer Schwarmbildung.

Die kontaminierten Zargen und Rähmchen müssen desinfiziert werden, z. B. durch Abflammen und / oder mit Reinung mittels heißer Natronlauge. Bei umfangreichen Beständen kann eine mobile Desinfektionsapparatur, das BIG-Mobil, eingesetzt werden, das man sich ausleihen kann (Ausleihbedingungen, PDF). Bezugsadresse: Landwirtschaftliche Lehranstalten / Bildungszentrum Triesdorf, Abteilung Tierhaltung, Bienen,  Markgrafenstraße 12, 91746 Weidenbach, Telefon 09826 18-3500.

Nach einiger Zeit untersucht der/die Veterinär/in, ob am betroffenen Stand die Gefahr gebannt ist. In den Nachbarständen werden Futterkranzproben genommen. Sie werden  auf Faulbrutsporen untersucht. Entdeckt man hierbei höhere Zahlen „natürlich“ vorkommender Sporen, kann rechtzeitig Abhilfe erfolgen in der Weise, wie oben beschrieben.

Wie kann vorgebeugt werden?

Mit AFB befallene WabeDas A und O ist eine saubere Brutumgebung. Sie bietet sicherlich den wichtigsten Schutz. Sprich: keine uralten Waben, die immer und immer wieder – aus Sparsamkeitsgründen und mit der Hoffnung auf eine Abfärbung der Kackbräune in den Honig, weil die Käufer halt so gerne dunkle Honige mögen – aufs Neue eingehängt wurden. In unserem Beitrag vom 02.07.2014 schrieb ich noch: „Ich meine, diese Zeiten sind gottlob vorbei.“ Sind sie definitiv leider nicht!

Vorbeugung ist auch in Bezug auf die verwendeten Gerätschaften und Bekleidungen wichtig. Niemals mit dem eigenen Werkzeug an einen anderen Stand hantieren, sondern das des Standorts verwenden. Sofern die Bekleidung nicht ausgeliehen wurde, sollte man die eigene Kleidung nach dem Besuch in einer Plastiktüte verschließen und zuhause sofort bei 60° C waschen.

Beim Kauf von Völkern ein Gesundheitszeugnis geben lassen. Ein/ seriöse/r Verkäufer/in bzw. Imker/in wird sich auf eure Bitte sicherlich einlassen, zumal dies sogar Pflicht ist.

Eine aktuelle Übersicht aller Faulbrutfälle veröffentlicht das Loeffler-Institut mit seinem Tierseuchen-Informationssystem (TSIS). Wer wissen will, welche Regionen derzeit betroffen sind, klickt auf “Liste weiter einschränken”, wählt das Bundesland und nachfolgend den Ort.

[Nachträge 13.06.2019]

Gehaltvoller Kurs mit Ableger bilden und umsetzen, Königin zeichnen und Drohnenbrutschneiden

Kursteilnehmende bei der WabenbeschauungIm Praxisteil des BLIB-Imkerkurses für Anfänger erläuterten wir das Aufsetzen des Honigraums und dämpften den Schwarmtrieb durch Ablegerbildung. Für einen Ableger werden benötigt:

  • 1 Zarge mit Boden und Deckel
  • 1 Brutwabe mit Larven in verschiedenen Stadien (Position am Zargenrand)
  • 1 leere Mittelwandwabe (Position Mitte)
  • 1 Futterwabe (Position 3)
  • genügend adulte Bienen, um die Brut warm halten zu können
  • Transportsicherung (2 Pinnädeln, damit die Waben in der Zarge nicht verrutschen)
  • Spanngurt

Schrittfolge Ablegerbildung

Umsetzen eines Volkes

Teilnehmerin am Imkerkurs mit WabeDa der Kursteilnehmer Christian Schwarzenberger einen gekauften Ableger am Bienenweg beherrbergte, entsprachen wir gerne seinen Wunsch, diesen gemeinsam in seine vorbereiteten, hübsch farbig bemalten Beuten umzusetzen.

Nach Umsetzung orientieren sich die Bienen neuSehr schön ließ sich im Anschluss beobachten, wie die umgesetzten Bienen ihr neues, buntes Zuhause in Augenschein nahmen, um es nach ihren Sammelausflügen auch wieder finden zu können.

Königin zeichnen

BienenköniginWeiselzellen waren noch bei keinem Volk zu entdecken. Doch dass wir bei Christian die Königin entdecken und markieren durften, war ein ungeplantes Highlight. Heuer ist zwar die Farbe Grün dran, doch Christian wählte stattdessen Rot, da seine Königin im vergangenen Jahr geboren wurde. (Korr. 26.4. 16 Uhr). Der Stempel, mit dem wir sonst arbeiten, um möglichst den direkten Kontakt zur Biene zu vermeiden, ließ sich akut nicht auffinden. Daher nahm Reinhold die Königin ausnahmsweise doch vorsichtig zwischen die Finger und tupfte den Farbfleck auf ihren Panzer.

Die Vorteile eines Stempels liegen auf der Hand: Keine Kontaminierung mit menschlichen Gerüchen, die die Arbeiterinnen womöglich daran hindern, ihre Königin wiederzuerkennen, und längere Trockenzeit für die Farbe, die nämllich sonst sofort wieder heruntergeputzt werden würde.

Drohnenbrut schneiden

Zum Schluss fand sich noch Gelegenheit, bei ein paar „Überminuten“ des zweistündigen Kurses eine Drohnenbrut zu schneiden. Das Entfernen des mit männlichen Larven und Puppen behausten Rähmchens nimmt den Varroendruck vom restlichen Volk, was sich langfristig positiv auf die Volksentwicklung auswirkt, so unschön die Tätigkeit auch ist.

Am 27.04. geht’s weiter mit Modul 5 und der Schwarmverhinderung.

P. S.: Auch nach bereits erfolgtem Start des BLIB-Imkerkurs für Anfänger ist ein Einstieg in jedes neue Modul jederzeit möglich. Die Dauer des Kurses beträgt immer 10 Module und richtet sich nach der Modulnummer Ihres Einstiegs. Ein zweites Jahr kann bei Terminproblemen kostenfrei angehängt werden.

Fotogalerie Imkeranfängerkurs Modul 3

Honigraumerweiterung, Ablegerbildung (BLIB-Imkerkurs für Anfänger, 3. Modul)

Das Jahr nimmt Fahrt auf, für Bienen wie Mensch! Wir und unsere Kursteilnehmende nutzen das Osterwochenende für das Vorankommen im Anfängerkurs.

Sa., 20.04.19  |  10.30-12.00 Uhr

Blick in die frisch erstellten Ablegerzarge3. Modul: Honigraumerweiterung, Ablegerbildung

Was? Die Blüte ist im Gange und die Bienen tragen wie verrückt Nektar ein. Es wird eng im Brutraum! Daher setzen wir in diesem Praxisteil den Honigraum auf und dämpfen den Schwarmtrieb durch Ablegerbildung.
Wo? Bienen-InfoWabe (BIWa) – Adresse und Daten unter dem angegebenen Link.
Und sonst? Wiederholungstermin nach Einzelabsprache möglich.

Kosten, Anmeldung und Programm? BLIB-Imkerkurs-Anfaenger-2019 sowie Zusatztermine Honigschleudertage-2019.

Auch nach bereits erfolgtem Start ist ein Einstieg in jedes neue Modul jederzeit möglich. Die Dauer des Kurses beträgt immer 10 Module und richtet sich nach der Modulnummer Ihres Einstiegs. Ein zweites Jahr kann bei Terminproblemen kostenfrei angehängt werden.

Ein tierischer Tag mit Bienenpatin Regina Hanemann

Zuerst der Löwe

Schönborn'scher LöwenpokalPrächtig stand er da, aufrecht und golden glänzend über samtblauem Grund auf silbern-fränkischem (Pyramiden-)Rechen tänzelnd. Im Kunstpausensnack am 29.04.14 stellte unsere Bienenpatin, Museumsdirektorin Dr. Regina Hanemann, den berühmten Schönborn’schen Löwenpokal vor, der 1712 aus seinem „Geburtsort“ Bamberg nach Nürnberg (meinem Heimatort) zu den Fronhoffmanns als Hauptgewinn überging, dann über Frankfurt nach Hamburg verbracht wurde und 1937 wieder zurück in seine Heimat Bamberg kam, genauer gesagt, in das Historische Museum am Domberg.¹

2210-Loewenpokal-Schneider-Hanemann-Die intime Kenntnis über die wechselvolle, jedoch in weiten Teilen sehr gut dokumentierte Reisegeschichte des äußerst aufwändig ziselierten Trinkgefäßes, den sogenannten „Willkomm'“, verdanken wir der Provenienzforscherin Anne-Christin Schneider (M.A.), die das gute Stück bereits vor drei Jahren zu ihrem Forschungsobjekt machte.

2198-Kunstpausensnack-Besucher-HistorischesMuseumBambergDas war notwendig geworden, um auch hier die Eigentumsfrage der während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogenen Kunstwerke zu klären, die auch als „Judensilber“ oder „Silberschatz“ bezeichnet sind ². Und tatsächlich handelte es sich bei den Vorbesitzern des Pokals um das kinderlos verstorbene jüdische Ehepaar Heinrich und Emma Budge. Der neue und gerechte Kaufpreis betrug € 350.000 und wurde an die rechtmäßigen Erben unter Zuhilfenahme von Stiftungsgeldern ausbezahlt.³

Der Pokal reiht sich thematisch hervorragend ein in die jüngst eröffnete Dauerausstellung „Jüdisches in Bamberg“, der seinen Vorläufer in der viel beachteten Ausstellung der Villa Dessauer hatte. Und damit sind wir beim nächsten tierischen Abenteuer von und mit unserer Bienenpatin Regina angelangt.

Klein, doch nicht minder kostbar: das Bienenpatenvolk

Das Ablegervolk für die Villa Dessauer wird angeradeltNachdem wir beim letzten Volk Drohnenbrütigkeit feststellen mussten, bekam am gleichen Tag des von mir besuchten Kunstpausensnacks unsere Bienenpatin – und ebenfalls Hausherrin der Stadtgalerie Villa Dessauer – ein neues Volk aufgestellt.

Rähmchen mit zahlreichen WeiselzellenDer Ableger wurde aus dem Volk von Bienenpatin Carmen Dechant gebildet. Sie hatten bereits früh im Jahr ein Dutzend Weiselzellen angelegt, was wir uns nun zunutze machen, auch, um gleichzeitig damit ihren Schwarmtrieb zu bremsen.

Obgleich wir das Ablegervolk weniger als 2 km vom Mutterstandort „Heilggrab“ entfernt aufstellten, erwarten wir nicht, dass sich die Bienen wieder zu ihrem vorherigen Zuhause aufmachen. Denn der Flugradius am ursprünglichen Standort war sicherlich gering, da in der Hofstadtgärtnerei doch reichlich Tracht direkt vor der „Haustüre“ blüht(e). Bestimmt kennen die Bienen die Villa in der Hainstraße noch nicht und werden es als ihr neues Zuhause annehmen.

Kaiser Heinrich II mit Falke, Glasbild Historisches Museum BambergKaiserin Kunigunde mit Lilien, Glasbild Historisches Museum BambergWünschen wir dem neuen Volk ein gutes Gedeihen, vielleicht unter der Fürbitte der naturliebenden Kunigunde und des tierliebenden Heinrichs, unserem geliebten Bamberger Kaiserpaares. Als Lehrbienenbeute für (KInder-)Besuche ist der Standort trotz Schatten einfach ideal, da die „Bienenkunde“ für die nachfolgende Imkergeneration mitten in der Stadt erfolgen kann. Ein dickes Plus, wie wir meinen.

¹ Originalmitschnitte der Führung zu hören zwischen 5.03 und 7.30 Uhr im BR2 am 02.05.2015 im BR-Heimatspiegel  „Kunstsnacks im Museum – Experiment in Bamberg“

² s. a. Deutscher Museumsbund e. V., Berlin, Bulletin Ausgabe 1/15, S. 2 (PDF)

³ s. a. Bayerische Staatszeitung, 29.10.2014: Bamberg kauft Schönborn’schen Löwenpokal

 

Neuer Anlauf für unsere Buger Völker

Dank zweier Ableger ist unser Bienenstandort in den Buger Wiesen wieder belegt, nachdem drei Völker bereits im vergangenen Herbst verloren waren. Der Bienen-Paralyse-Virus hatte kräftig zugeschlagen, mangelnde Tracht (von daher wohl auch die Schwäche gegen Erreger) war vermutlich die Ursache.

Wir probieren es heuer jedoch noch einmal, in der Hoffnung, dass der Zeitpunkt der Mahd am Kanalufer besser gewählt wird und die Landwirte etwas anderes ausbringen als nichtblühendes Getreide. Auch im endlich beginnenden Frühjahr blickten wir sehnsüchtig auf die knapp vor dem Aufspringen befindlichen Knospen der Schlehenhecken. Bislang konnten sich unsere Bienen von den weiter entfernt stehenden Weiden und Kornelkirschen frischen Pollen holen, wobei sie von den kühlen Flugtemperaturen nicht sehr begeistert sein dürften. Auch ein wenig Regen wäre gut, damit der Nektar reichlich fliießt.

Doch nun endlich – für Bienenpatin Felicitas Sauer und Sabine Gründler aus Bamberg haben wir an diesem schönen, sonnigen Frühjahrstag des 09.04.2015 die ersten Fotos anlässlich der Umsetzungsaktion geschossen. Beide Königinnen lassen grüßen, inmitten von Veilchen und den ersten zaghaften Schlüsselblumen!

Standortcollage Buger Wiesen

Ankunft der Sofi-Bienen an der Sternwarte Bamberg

ankunft des SternwartbienenablegersnJustament für den Zeitpunkt der Sonnenfinsternis vereinbarten wir, dass ein Ableger als Ersatz für das im vergangene Jahr ausgeräuberte Bienenvolk an die Sternwarte kam.

ankunft des Sternwartbienenablegersn„Der gewählte Tag ist Zufall, doch wer weiß, vielleicht werden die Sofi-Bienen einmal einen besonderen Honig produzierten“, so Sebastian Martin in seiner kurzen Erwähnung in der Printausgabe des Fränkischen Tags vom 21./22.03..

Sternwartbienen auf KrokuswieseUnser Imkervater, Nikolaus Hofmann, der uns den Ableger dankenswerterweise brachte, kam zwar nicht  mehr in den Genuss des Sofi-Spektakels, da wir weiter mussten, um auch die Buger Wiesen mit zwei Ablegern neu zu bestücken. Doch einen erneuten Aufstieg auf den Stephansberg nahmen Reinhold und ich im Anschluss gerne noch einmal auf uns. Irgendwie fanden wir’s witzig, dass wir gerade heute auf der Sternwarte die neue Bienensaison eröffneten.

Sternwartbienen auf KrokuswieseWeniger witzig war’s natürlich, dass durch die Menge an Sofi-Begeisterten (in der Mehrzahl die Studierenden der Außenstelle der Universität Erlangen-Nürnberg) das schöne Krokusfeld, mithin eine der ersten Frühjahrstrachtpflanzen zur Bienennahrung, leiden musste. Obwohl sich viele wirklich sehr bemühten, nicht auf die Blüten zu trampeln.

Paritelle Sonnenfinsternis in der Spiegelung zu sehenNun ja, irgendwie verständlich, dass die Blicke eher nach oben als nach unten gerichtet waren. Trotzdem war’s etwas schmerzhaft, zuzusehen. Wir wandten und dann auch lieber der partiellen Sonnenfinsternis zu, die genau zu Frühlingsbeginn am 20.03.2015 um 9.30 Uhr einsetzte und mit HIlfe der Gerätschaften der Sternwarte gut zu verfolgen war. Auch die Sofi-Brillen wurden freimütig untereinander ausgeliehen. Eine prima Stimmung auf einem wunderschönen Platz!

Gruppe von Sonnenfinsternisbeobachtern an der Sternwarte BambergMit dem Professor für Stellarastronomie an der Dr. Karl Remeis-Sternwarte, Dr. Horst Drechsel, vereinbarten wir für den Frühsommer einen Termin, um die Studierenden einen Einblick in einen ganz kleinen und nahen, doch ebenfalls unglaublich spannenden Kosmos zu gewähren – die Wunderwelt der Bienen, deren Erforschung ebenfalls wohl nie ganz abgeschlossen sein wird.

Biene auf BeuteP. S.: Ein Foto der Krokuswiese mit unserer von Bienenpatin Conny Kopp bemalten Beute ist zu finden auf infranken.de.