Monatsbetrachtungen Oktober 2021 zu Bienen und Imkerei

Übersicht

Erfolgsfaktoren für die Überwinterung

Der Winterruhe können wir beruhigt entgegensehen, wenn unsere Völker …Völker in Bamberg, Wildensorg-Rinnersteig

  1. ausreichend stark sind,
  2. mit möglichst wenig Varroamilben belastet sind,
  3. mit genug Futter versorgt sind,
  4. von jungen Königinnen zusammengehalten („regiert”) werden und
  5. auf frischem Wabenwerk sitzen.

Mit der Spätsommerpflege im August und September legten wir bereits den Grundstein für eine gute Überwinterung und ein erfolgreiches kommendes Bienenjahr. Mit der Wabenhygiene im August sorgten wir für saubere Waben (Punkt 5), mit anschließender Varroabehandlung befreiten wir unsere Völker weitgehend vom Milbenbefall (Punkt 2) und mit der Einfütterung kümmerten wir uns um einen ausreichenden Futtervorrat (Punkt 3).

Die Arbeiten im Oktober widmen sich abschließend um die Volksstärke mittels Auflösung und Vereinigung von Völkern (Punkt 1) und der Versorgung mit Jungköniginnen durch Umweiselung (Punkt 4). Falls erforderlich, wird Jungvölkern noch fehlendes Winterfutter ergänzt (Punkt 3).

Auflösung und Vereinigung von Völkern

Völker benötigen zur sicheren Überwinterung mindestens 5.000 bis 6.000 Bienen. Je weniger Bienen ein Volk aufweist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Volk den Winter nicht übersteht – natürlich abhängig von Kälte und Dauer der winterlichen Jahreszeit. Begutachtet man im Oktober und November ein Volk an einem kühlen Tag in den Morgenstunden, sollten 5 Wabengassen besetzt sein. Sind nur 4 Wabengassen belegt, ist die Überwinterung bereits mit einem Risiko behaftet und bei 3 Wabengassen besteht bereits ein hohes Sterberisiko.

Jungvölker

Jungvölker werden bei uns auf einer Zarge geführt. Jeweils zwei Völker können daher durch Aufsetzen leicht miteinander vereinigt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass beide als zu schwach beurteilten Völker gesund sind. Wie geht man vor? Es bestehen zwei Möglichkeiten. Man kann einem der zwei Völker die Königin entnehmen und sie zur Umweiselung nutzen (siehe nächstes Kapitel). Die Variante ist, beiden Völkern die Königinnen zu belassen. In der Regel wird dann die Königin im aufgesetzten oberen Volk überleben. Die Vereinigung erfolgt ohne zwischengelegtes Absperrgitter und ohne Zeitungspapier. Beim Aufsetzen darauf achten, dass der Sitz der Bienen in den beiden Völkern in etwa in übereinanderliegenden Wabengassen liegt.

Altvölker

Zu schwach befundene, jedoch ansonsten gesunde Altvölker werden durch Vereinigung mit einem Jungvolk „aufgelöst“. Dazu baut man eine Rampe vor das Einflugloch des Jungvolkes auf, auf welche die Bienen des Altvolkes abgestoßen und abgekehrt werden. Als Rampe eignet sich gut der Innendeckel einer Beute. Die Bienen betteln sich in das Jungvolk ein. Die Königin wird von den Wächterbienen abgewehrt. Will man auf Nummer sicher gehen, kann man vorher die Königin aus dem Altvolk entnehmen oder man stellt ein Absperrgitter vor das Einflugloch des Jungvolkes.

Umweiselung von Völkern

Bienenkönigin inmitten ihres Hofstaates
Der Oktober und der November sind für eine Umweiselung gut geeignet. Auf der einen Seite pflegen die Völker zu dieser Jahreszeit meist keine offene Brut mehr. Andererseits sind die Jungköniginnen in der Regel bereits seit einigen Monaten in Eilage. Sie produzieren entsprechend in ausreichender Menge und Zusammensetzung Königinnenpheromone, was ihre Annahme in einem neuen Volk fördert. Also beste Voraussetzungen für einen Königinnentausch.

Je älter eine Königin ist, umso eher kann es vorkommen, dass ein Volk die alte Regentin durch Umweiselung ersetzen möchte. Im Oktober sind allerdings die Witterungsbedingungen in der Regel ungünstig für einen Hochzeitsflug. Ganz abgesehen davon, dass zu dieser Jahreszeit Drohnen in ausreichender Menge als Paarungspartner fehlen.

Aus diesen Gründen weiseln wir alte Königinnen mit Jungköniginnen um, die wir bei der Vereinigen von Jungvölkern gewinnen (siehe obiges Kapitel). Die alte Königin wird im Altvolk gesucht und entnommen. Die Jungkönigin wird direkt im Anschluss in einem Zusetzkäfig unter Futterteigverschluss in die Bienentraube zugehängt.

Fortbildungen und Termine

  • Sa., 09.10.21Geräteüberblick und Fördermöglichkeiten für Jungimker/innen und Schul-Imkereien

Honig verarbeiten mit der Bamberger SchulbieneWann? 16.00 – 18.00 Uhr
Wo? Online, Start bei 4 Anmeldungen
Für wen? Interessierte Imker/innen und Schul-Imkereien
Was? Welche Großgeräte zur Imkerei sind notwendig und welche Anforderungen sollen sie erfüllen? Auf was kann ausgewichen oder gar verzichtet werden? Welche Fördermöglichkeiten für Jungimker/innen und Schul-Imkereien kommen (in Bayern) in Betracht? Welche Formulare werden benötigt, wie werden sie richtig ausgefüllt und welche Fristen sind zu beachten? Welche Käufe werden gefördert und welche nicht? Zeit für spezifische und vertiefende Fragen ist eingeplant.
Referenten? Ilona Munique, Imkerin und Reinhold Burger, Bienenwirtschaftsmeister
Kosten und Anmeldung?

    • € 20,- inkl. MwSt., 10% Rabatt für Bienenpat(inn)en und (ehemalige) Imkerkursteilnehmende
    • Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung per Mail an hallo [at] bienen-leben-in-bamberg [dot] de bis spätestens Mo., 04.10.21. Sie erhalten sodann die Überweisungsdaten und die Online-Einwahl.
  • Sa., 30.10.21 – Herbstversammlung Imker und Bienenzuchtverein Bamberg Stadt und Land e. V.

Logo IBZVWann? 19.00 – 22.00 Uhr
Wo? Brauerei-Gasthof Kraus, Hirschaid
Für wen? IBZV-Mitglieder und interessierte Imker/innen
Was? Herbstversammlung des Imker und Bienenzuchtvereins Bamberg Stadt und Land e. V.
Kosten und Anmeldung? keine

IBZV-Herbstversammlung 2019

Die Tagesordnung der Herbstversammlung am 19.10.2019 in Breitengübach sah folgende Punkte vor:

1. Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Robert Engert
2. „Mensch und Bienen“ – Geschichtlicher Vortrag von Dr. Raimund Schuberth [Foto 1]
3. Jahresrückblick 2019 [Teilrückblick zur Bienen-InfoWabe – Ilona Munique -> Foto 3]
4. Vorschau auf das Programm 2019
5. Bienengesundheit – Reinhold Burger [Foto 2]
6. Sonstiges, Anregungen und Anträge

Nachträglich veröffentlicht am 18.10.2020 zum Datum vom 19.10.2019

Dr. Raimund Schubert, Vortragender Herbstversammlung IBZV e. V. 2019Reinhold Burger, Vortragender Herbstversammlung IBZV e. V. 2019Ilona Munique, Vortragende zur Herbstversammlung IBZV e. V. 2019

Bericht zur Herbstversammlung IBZV e. V. 2017

Vortrag Rüdiger WinterspergerDie Ordentliche Mitgliederversammlung (OMV), auch als „Herbstversammlung“ des Imker und Bienenzuchtvereins Bamberg Stadt und Land e. V. (IBZV) bezeichnet, fand traditionell in Breitengüßbach statt. Da beide Vorsitzende verhindert waren, wurde Ilona Munique zur Versammlungsleitung vorgeschlagen und von den anwesenden Mitgliedern gewählt. Hauptelement des Abends am 14.10.2017 war der Vortrag von Fachwart und 1 Vereinsvorsitzenden des Imkervereins Bad Rodach, Rüdiger Wintersperger zum Thema „Das Bienenvolk im Jahreszyklus“.

In rund 100 Minuten, beginnend mit den Winterarbeiten, endend mit den Herbstarbeiten und einigen Fazits, blätterte Wintersperger in den Fotoarchiven und Erkenntnissen seines Erfahrungsschatzes. Detailreich, dennoch übersichtlich, wurden Fragen und Fakten zu folgenden Arbeitskriterien der Bienenhaltung angesprochen, die im Spannungsfeld zwischen Gartenbesitzer, Landwirten, Naturschützer, Verbraucher, Imker sowie Belange von Stadt und Landkreis liegen.

  • Zeitpunkt der Arbeiten
  • Biologie
  • Ziel
  • Anzeichen und Maßnahmen im Bezug auf
    • Raum
    • Bienen
    • Ernährung
    • Gesundheit

Dieses im Einzelnen wiederzugeben würde den Rahmen des Blogbeitrags sprengen. Für Jungimker war der ausgiebige Vortrag sicherlich eine Herausforderung. Aber auch erfahrene Imker hingen an den Lippen des Diplom-Agraringenieurs aus Bad Rodach und Herr über rund 50 eigene Völker. Einige Folien finden Sie hier unten in der Galerie.

Im Anschluss erfolgte ein Jahresrückblick auf 2017 und eine Vorschau auf 2018 sowohl des Vereins selbst als auch der Bienen-InfoWabe, deren Träger der IBZV ist. Die  wichtigste Meldung: In 2018 findet wieder ein „Imkern auf Probe“ statt, welches aus Kapazitätsgründen heuer ausgesetzt war. Die Rückschau auf den Imkerausflug erfolgt zur Frühjahresversammlung.

Versammlungsleiterin und Vortragende Ilona MuniqueDie Folien des Jahresberichts und der Vorschau zur Bienen-InfoWabe gerieten ebenfalls umfangreich, doch überwiegend der Bilder wegen, die sich nicht zuletzt durch die Errichtung des Bamberger Bienengartens sowie besonderer Schulungszielgruppen (z. B. die Lehramtsanwärter/innen zur Didaktik der Naturwissenschaften und dem Besuch der Chinesischen Delegation) ergaben. Das frisch erstellte BIWa-Jahresprogramm 2018 (Kurzversion) konnte den Anwesenden exklusiv ausgeteilt werden, der gedruckte Flyer erscheint voraussichtlich noch vor dem Dezember.

Wie geplant endete die OMV um kurz nach 22 Uhr. Die nächste OMV findet als Jahreshauptversammlung voraussichtlich wieder im Februar statt. Wir halten Sie hier und auf den Seiten des IBZV e. V. auf dem Laufenden.

 

Herbstversammlungen – HEG und IBZV e. V.

Logo IBZVLeider am selben Tag, nämlich dem Sa., 14.10.2017, findet jeweils die Herbstversammlung der HEG, Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland w. V. in Eltmann sowie die Jahresversammlung des Imker und Bienenzuchtverein Stadt und Land e. V. in Breitengüßbach statt.

Da Reinhold in beiden Vereinen Mitglied ist, etwas ungünstig. Nachdem jedoch ein Tagesordnungspunkt zur Mitgliederversammlung des Imkervereins vorsieht, dass wir unseren Jahresbericht und eine Vorschau zum Programm der Bienen-InfoWabe bzw. unserer Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de vorstellen, ist klar, wo wir erscheinen werden.

Wir freuen uns außerdem auf den Vortrag von Rüdiger Wintersperger: „Das Bienenvolk im Jahreszyklus“.