Rezension zu Källander/Helldorff: Unsichtbare Wunder (Kinderbuchreihe)

Sie befassen sich mit Kuhfladen, Blattläusen, Mikroben oder Schmutz. Dem, der unter unseren Füßen oder im Wasser ist. Also mit Bereichen, die empfindsame Gemüter als eher eklig bezeichnen würden und jenen, die für unaufmerksame Zeitgenossen weitestgehend unsichtbar bleiben. Aber eben doch alle „natürlich“ und immer auch wundersam sind. Das schwedische Duo Inger Källander (Text) und Anna Helldorff (Illustrationen) hat eine echte Marktlücke entdeckt.

Ihre Reihe im jeweils 34-seitigem Querformat „Unsichtbare Wunder“ umfasst 7 Titel, alle übersetzt von Tanja Schmutte, die einzeln oder im reduzierten Gesamtpaket direkt unter https://unsichtbarewunder.de erstanden werden können. Auf Amazon mithin nicht zu erwerben, also auch keine Möglichkeit der Beurteilung von anderen. Doch ein paar (positive natürlich) hält das Herausgeberinnen-Duo auf ihren Seiten parat. Und heute soll eine weitere folgen. Was zugegeben nicht ganz einfach für mich ist.

Ich habe mich entschieden, die gesamte Reihe zu rezensieren, nachdem ich auf meine Anfrage nach drei Einzeltitel das sehr freundliche Angebot erhielt, doch gleich alle Reihentitel zu besprechen. Dabei gehe ich auf das reihenübergreifende Grundsätzliche ein und nicht durchgängig auf einzelne Titel.

Reihen-Inhalte in Auszügen

Konzipiert ist die Reihe für Kindergärten und Grundschulen, wo sie – laut eigener Aussage – perfekt als Lehrmittel einsetzbar ist. Die Bände fangen dort zum Erzählen an, wo andere verschämt bis ratlos aufhören und Kindern all das Kleine im Großen verschweigen, was essentiell für unser Leben ist.

Pipi, Darm und Kot sind keine Tabus. Sie werden von der Autorin Inger Källander, Expertin in Sachen Ökologie und Bio-Landwirtschaft, umstandslos beim Wort genannt. Es gibt harte Winter und Konkurrenzkampf, es kann traurig werden und es wird gestorben. Kämpferische Angriffe werden abgewehrt, es wird gefährlich gelebt und hart gearbeitet. Krankheiten schwächen Wehrlose, es wird gehungert und sich gegenseitig aufgelauert, es ist schleimig, klebrig und modrig.

Im Gegenzug gibt es köstliche Bissen, schnelle Vermehrung, sprudelnde Energie, reichlich Nahrung, wird überlebt, getauscht, gehüpft, getanzt, Party gefeiert, lachend geflogen, werden Wünsche erfüllt und Wurzeln geschlagen, wird gereist, gefreit und geküsst, wird beschützt und bleibt unbeschädigt.

Der unvermeidbare Tod, der das pralle Leben erst ermöglicht … so ist nun mal die Welt, wie sie uns (meistens) gefällt. Für empfindsame Kinder mag das vielleicht mal überfordernd und desillusionierend anmuten (hier besonders „Die Blattlausjagd“, der ich eine nicht ganz so überzeichnete Kriegssprache und ein „Gut gegen Böse, Nützlinge versus Schädlinge“ gewunschen hätte). Für stabile Kinder hingegen erscheint jeder Band als ein kaleidoskopartiges Feuerwerk von Naturräumen mit seinen großen, doch meist kleinen Bewohner/innen und ihren (Über-)Lebenssituationen.

Nichts an diesen fantasievollen bis nüchternen Beschreibungen ist grundsätzlich falsch oder richtig. Es kommt darauf an, wie man mit den Bänden umgeht. Sie sind je nach Themenbereich mal mehr, mal weniger für einzelne Lebensalter spielerisch bis unterrichtsbegleitend einsetzbar.

Doch ausgerechnet dem Band, den ich für unsere Kinderbücherkiste der Imker-Bibliothek gerne vereinnahmt hätte, die „Pollenküsse“, unterläuft ein eklatanter Fehler, der nicht hinnehmbar ist. Dabei meine ich noch nicht einmal einige überholte Klischees, die die Autorin möglicherweise aus dramaturgischem Aspekten heraus unnötigerweise bedient:

„Sie [die Blumenprinzessinnen] warten auf den Tanz und locken mit dem süßesten Parfüm. Jede kämpft um den schönsten Tänzer und sehnt sich danach, einem Liebsten einen Pollenkuss zu geben. Sie flüstern schüchtern „Wähle MICH, wähle MICH!“

Blumen als Prinzessinnen mag ja noch hingehen, rosa Mädla werden die kitschige Stelle lieben. Dass sich die mannstollen Blütenkonkurrentinnen kämpferisch und gleichzeitig schüchtern gebärden?! Na ja, wäre möglich. Doch auf männliche Tänzer werden die Holden ganz sicher lange warten müssen!

Auf den vorherigen Seiten erwähnten Bienen und der Schwerpunktgestalt Hummel sind bei ihrem Anflug ausnahmslos weiblich und sollten auch nicht um einer walt-disney-gleichen Märchenstunde zuliebe auf testesterongesteuert umgedeutet werden. Sie suchen lediglich Nahrung, nicht Sex. Wenn schon sexuelle Anspielungen gemacht werden (ja, ja, die ewige Leier von Blümchensex), so darf doch in emanzipierten Zeiten gerne von gleichgeschlechtlichem Liebesspiel die Rede sein. Oder greift zum Gendering, also Tänzerinnen und Tänzern, denn bei den Schmetterlingen sind sicherlich ein paar männliche dabei.

Unser Kompromiss: Wir werden dem Band an dieser Seite ein aufklärendes Informationsblatt beifügen. Es kursieren genug Falschinformationen, wenn’s um die Bienenwelt geht. Unsere Initiative hat sich nicht zuletzt deshalb gegründet.

Zur Textgestaltung

Der mal ins Märchenhafte, mal ins Abenteuerliche gehende Erzählstil möchte 5-9-jährige Kinder gleichermaßen abholen. An einigen Stellen wiederum ist er rein sachlich gehalten und kann gerade hier lediglich übers Vorlesen verstanden werden. Zumal die Satzlängen meist zu lang sind, um beim Selberlesen intellektuell erfassbar zu bleiben.

Vorschul- und Erstklässler-Kinder werden eine Vielzahl neuer Begriffe kennenlernen (Bestäubung und Pollenhöschen, Spritzgurke und Widerhaken, Weidenkätzchen und Cello, Amöben und Mikroben, Ebbe, Flut, Moore und Sümpfe), die mal mehr, mal weniger aufgelöst werden. Ein Erwachsener sollte also auf unterbrechende Fragen gefasst sein.

Die Übersetzung scheint mir gelungen – ich kenne ja nicht das Original, spüre jedoch sehr wohl die Intention hinter der bildersprachlich lebendigen Ausdrucksweise. Bilden und Aufklären ohne erhobenen Zeigefinger, begeistern wollen für das Unsichtbare und entführen in Zwischen- und Unterwelten, die ansonsten schwer zugänglich sind. Das ist prinzipiell gelungen. Dass dabei zuweilen ein Mischmasch entsteht zwischen Erzählung und Sachbuch, nun, daran stören sich Kinder vermutlich weniger als Erwachsene.

Die Schriftart ist serifenlos-sachlich gewählt und für mein Empfinden zu klein. Dafür wartet der Satz mit erfreulich großem Durchschuss, also Zeilenabstand auf. Auf hellem Untergrund noch soweit lesbar, nicht jedoch auf den dunkleren Zeichnungen (dies besonders schwer im Band „Bauchtanz in der Unterwelt“). Da wird das Lesen zum Hindernislauf für die Augen. Das ist etwas schade, weil so manche Großeltern oder Brillenträger/innen, zumal in einer vielleicht abgedunkelten Einschlafumgebung, unnötig behindert werden.

Zur Illustration

Über alle Bände gleichermaßen hinweg berühren die künstlerischen Qualitäten der Illustratorin Anna Helldorff. Im gefälligen Aquarellstil gelingen ihr ganz ausgezeichnet die Durchsichtigkeit der Hummelflügel, die Buntheit einer Wiesenszene, die Feinheit eines Amselweibchengefieders, die körnige Struktur der braunen Erdschichten, die blau-schillernden Wasserstrukturen, die ocker oder beigen Wurzelgeflechte … ja, gerade den eher gedeckten Farben entlockt sie eine Lebendigkeit, die man ihnen gar nicht zugetraut hätte.

Sie macht sichtbar, ohne es ans grelle Licht zu zerren und zu entzaubern. Kein Kuhfladen wurde wohl liebevoller gepinselt, und wer einmal versucht hat, Rotklee und Schafgarbe oder eine Hundertschaft von winzigen Tagfliegen und Bakterien zu aquarellieren, weiß, wie schwer das sein kann. Es scheint, als lägen der Illustratorin die schwierigsten, unfassbarsten und unbeachtetsten Erscheinungsformen am meisten am Herzen und in der Hand. Ganz großes Kino!

Fazit zur Reihe

Die Bände überzeugen vor allem aufgrund ihrer liebevollen, detailreichen und ansprechenden Zeichnungen und der zugrunde liegender Idee, unsichtbare Wunder sicht- und begreifbar zu machen. Dass dies von der Textgestaltung her nicht an allen Stellen und in jedem Band in Hinblick auf die beabsichtigte Zielgruppe gleichermaßen stark gelang, soll kein Hindernis sein, auf die Reihe zu setzen, begleitendes Vorlesen vorausgesetzt.

Aber auch, wenn Kind nicht sofort alles erfassen kann … es wird die Bände immer wieder hervorholen und je nach Lebensalterfortschritt neue Aspekte entdecken, neue Abenteuer erleben und intensive Augenblick erleben. Daher empfohlen vor allem für (medien-)pädagogische Einrichtungen und dialogisch orientierte Elternhäuser, die es auch und gerade in Coronazeiten schaffen, einander geistige Spaziergänge zu verschaffen, wenn es draußen kalt und ungemütlich ist. Also jetzt und fürs baldige Osternest!


*Das grüne Chello / Inger Källander [Text] ; Anna Helldorff [Ill.] ; Übers. Tanja Schmutte. [Upsalla] : Pärspektiv Förlag, 2020. – 32 S. – (Unsichtbare Wunder; 1).
ISBN 978-91-986491-1-6

*Pollenküsse / Inger Källander [Text] ; Anna Helldorff [Ill.] ; Übers. Tanja Schmutte. [Upsalla] : Pärspektiv Förlag, 2020. – 34 S. – (Unsichtbare Wunder; 2).
ISBN 978-91-986491-2-3

*Lebendige Samen  / Inger Källander [Text] ; Anna Helldorff [Ill.] ; Übers. Tanja Schmutte. [Upsalla] : Pärspektiv Förlag, 2020. – 34 S. – (Unsichtbare Wunder; 3)
ISBN 978-91-986491-3-0

*Party im Kuhfladen / Inger Källander [Text] ; Anna Helldorff [Ill.] ; Übers. Tanja Schmutte. [Upsalla] : Pärspektiv Förlag, 2020. – 34 S. – (Unsichtbare Wunder; 4)
ISBN 978-91-986491-4-7

*Wasserlachen / Inger Källander [Text] ; Anna Helldorff [Ill.] ; Übers. Tanja Schmutte. [Upsalla] : Pärspektiv Verlag, 2020. – 34 S. – (Unsichtbare Wunder; 5)
ISBN 978-91-986491-5-4

Die Blattlausjagd / Inger Källander [Text] ; Anna Helldorff [Ill.] ; Übers. Tanja Schmutte. [Upsalla] : Pärspektiv Förlag, 2020. – 34 S. – (Unsichtbare Wunder; 6)
ISBN 978-91-986491-6-1

*Bauchtanz in der Unterwelt / Inger Källander [Text] ; Anna Helldorff [Ill.] ; Übers. Tanja Schmutte. [Upsalla] : Pärspektiv Förlag, 2020. – 34 S. – (Unsichtbare Wunder; 7)
ISBN 978-91-986491-0-9

*Rezensionsexemplare für unsere Imker-Bibliothek.

2. Teil: Ergebnisse zu Bamberger Wahlprüfsteine „Biene & Stadtnatur“

Rathaus am Maximiliansplatz BambergUnsere Wahlprüfsteine „Biene & Stadtnatur“ sollten die neuen Oberbürgermeisterkandidat(inn)en auf unsere Initiative aufmerksam machen und unsere Herzensinhalte verraten. Uns selbst erleichtern die Antworten natürlich die persönliche Wahlentscheidung. Die ersten fünf Antworten von OB-Kandidat(inn)en finden Sie hier. Zwei letzte reichen wir hier mit Dank nach*.

Die 6 gestellten Fragen endeten mit der Bitte um ein Statement. Folgende Aussagen standen dabei zur Auswahl:

Als Oberbürgermeister/in würde ich mich dafür stark machen, …

    1. … dass die Initiatoren zu Planungen, Fragen und als Entscheidungshilfe zur Stadtökologie vor allem in Sachen Bienen und Insekten grundsätzlich vertrauensvoll mit einbezogen werden
    2. … dass die Blühoffensive der Stadt Bamberg weiterhin bestehen bleibt und zielorientiert ausgedehnt wird
    3. … dass ein Lichtkonzept erarbeitet wird, um die sogenannte „Lichtverschmutzung“ als eine der mitverantwortlichen [Faktoren] des Insektensterbens im Stadtgebiet eingedämmt wird
    4. … dass eine Personalaufstockung im Garten- und Friedhofsamt angestrebt wird, um die vielfältig und anspruchsvoller werdenden Aufgaben, einhergehend mit den gesetzlichen Rahmen des „neuen bayerischen Naturschutzgesetzes“, adäquat umsetzen und um dem nicht mehr umkehrbaren Klimawandel besser begegnen zu können
    5. … dass die eigenen landwirtschaftlichen Flächen, die an kleine wie größere Fließgewässer grenzen, ökologisch/umweltverträglich bewirtschaftet werden (Gewässerschutzstreifen ohne Ausnahmen!)
    6. … dass das hervorragende Verhältnis, das Initiative und Stadt bislang gewohnt sind, weiterhin bestehen bleibt

Antworten

Hans-Günter Brünker (Volt) …

… würde sich für alle o. g. Punkte stark machen. Das finden wir super gut! In ein Freifeld schrieb er außerdem:

BLIB ist eine tolle Initiative die den Menschen Natur nahe bringt. Besonders mit der Schulbiene und der Bienen-InfoWabe.
Vielleicht kann man die Erfahrungen von BLIB ja auch für andere Initiativen aus der Bürgerschaft nutzbar machen. Indem man anderen Initiativen zeigt worauf es ankommt wenn man ein solches oder ähnlich gelagertes Projekt zum Erfolg bringen will.

Christian Lange (CSU)

… würde sich ebenfalls für alle o. g. Punkte stark machen. Das ist ein motivierendes Versprechen! In das Freifeld schrieb er außerdem:

Macht Eure tolle Arbeit weiter so! Wie in den letzten 6 Jahren werde ich Euch als neuer Oberbürgermeister genauso sich in der Zukunft bestmöglich unterstützen!

Herzlichen Dank für alle Antworten, und wir haben unsere Kreuzchen daraufhin mit Bedacht und Überzeugung gesetzt. Möge die oder der bessere Bienen- und Insektenschützer gewinnen! Und falls andere Prioritäten wichtiger werden, uns immerhin nicht in unserem Tun blockieren, sondern immer auch ein offenes Ohr für uns haben.


* Sich von der Befragung ausgenommen hatte sich Manfred Pöner (FDP). Keine Reaktion kam von Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg) und Thomas Kellermann (Bambergs Mitte).

Ergebnisse zu Bamberger Wahlprüfsteine „Biene & Stadtnatur“

Luitpoldbrücke, Wir warten aufs ErgebnisImmer spannend: Wer wird auf unsere Wahlprüfsteine antworten? Blitzschnell war Ursula Redler (BA), die sich bereits am selben Tag meldete. Claudia John (FW) folgte zwei Tage später. Innerhalb einer Woche der amtierende Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), tagesgleich Daniela Reinfelder (BuB). Fabian Dörner (Die Partei) antwortete ebenfalls rasch, ihn schrieben wir etwas später an.*

Unsere Wahlprüfsteine „Biene & Stadtnatur“ sollten die neuen Oberbürgermeisterkandidat(inn)en auf unsere Initiative aufmerksam machen und unsere Herzensinhalte verraten. Uns selbst erleichtern die Antworten natürlich die persönliche Wahlentscheidung.

Die 6 gestellten Fragen endeten mit der Bitte um ein Statement. Folgende Aussagen standen dabei zur Auswahl:

Als Oberbürgermeister/in würde ich mich dafür stark machen, …

    1. … dass die Initiatoren zu Planungen, Fragen und als Entscheidungshilfe zur Stadtökologie vor allem in Sachen Bienen und Insekten grundsätzlich vertrauensvoll mit einbezogen werden
    2. … dass die Blühoffensive der Stadt Bamberg weiterhin bestehen bleibt und zielorientiert ausgedehnt wird
    3. … dass ein Lichtkonzept erarbeitet wird, um die sogenannte „Lichtverschmutzung“ als eine der mitverantwortlichen [Faktoren] des Insektensterbens im Stadtgebiet eingedämmt wird
    4. … dass eine Personalaufstockung im Garten- und Friedhofsamt angestrebt wird, um die vielfältig und anspruchsvoller werdenden Aufgaben, einhergehend mit den gesetzlichen Rahmen des „neuen bayerischen Naturschutzgesetzes“, adäquat umsetzen und um dem nicht mehr umkehrbaren Klimawandel besser begegnen zu können
    5. … dass die eigenen landwirtschaftlichen Flächen, die an kleine wie größere Fließgewässer grenzen, ökologisch/umweltverträglich bewirtschaftet werden (Gewässerschutzstreifen ohne Ausnahmen!)
    6. … dass das hervorragende Verhältnis, das Initiative und Stadt bislang gewohnt sind, weiterhin bestehen bleibt

Die Antworten von 5 OB-Kandidat(inn)en

Ursula Redler (BA) …

… würde sich für alle o. g. Punkte stark machen. Das finden wir vielversprechend! In ein Freifeld schrieb sie außerdem:

Klima- und Umweltschutz muss bei allen kommunalen Entscheidungen Berücksichtigung finden. Gerade auch in der Bildung von Kindern muss er eine große Rolle spielen, um das gesellschaftliche Umdenken zu unterstützen und voran zu bringen. Evtl. könnte man hier auch mit Baumpflanzaktionen ansetzen – in Richtung der Idee von Plant for the Planet – und Müllsammelaktionen initiieren.

Claudia John (FW) …

… klickte alle Punkte außer „D“ an, hält also für eine Personalaufstockung im Garten- und Friedhofsamt entweder nicht für notwendig, der steigenden Gießarbeiten bei fortschreitendem Klimawandels zum Trotz, oder aber sie sieht hier keinen finanziellen Spielraum – so unsere Vermutung. Ihr zusätzlicher Freitext lautete hingegen:

Danke für eure tolle Arbeit! Gerade im Bereich der Bildung kommt dieses Thema oft zu kurz. Ich als Lehrerin begrüße solche Initiativen sehr!

Andreas Starke (SPD) …

… konnte sich lediglich mit A (Einbezug unserer Initiative in Sachen Bienen und Insekten), B (Beibehaltung und Ausdehnung der Blühoffensive) und F (Bestand des Vertrauensverhältnisses) anfreunden. C, D und E schieden für ihn aus. An Interpretationsmöglichkeiten fielen uns folgende ein:

Im Falle C, dem Lichtkonzept, wurde 2006 für einen Lichtmasterplan (PDF) sicher viel Geld in die Hand genommen wurde. Allerdings nicht in Richtung Insektenschutz, der damals noch nicht auf der politischen Tagesordnung stand. Vielmehr ging es um eine Imagesteigerung der Bamberger Innenstadt. Dass dieser Plan heute nicht mehr Bedeutung hat, können wir angesichts der Verlautbarung unter „Licht aus für mehr Artenvielfalt“ nur hoffen. Vielleicht wähnt man sich hier sogar bereits auf der Erfüllerseite. Doch unsere nächtlichen Spaziergänge sagen uns, da ist noch Luft nach oben.

An der Kostenfrage scheiterte wohl das Nichtanhaken des Punkts „D“, die Personalaufstockung fürs Garten- und Friedhofsamt. Doch warum Herr Starke nicht „E“, also die ökologisch/umweltverträglich zu bewirtschafteten städteeigenen Flächen, die an Gewässerschutzstreifen grenzen, ankreuzen wollte? Zwar wurde ein Glyphosat-Verbot  immerhin schon ausgesprochen. Doch ist das bereits das Ende der Fahnenstange?! Sicher nicht, da könnte nachgefasst werden.

Daniela Reinfelder (BuB) …

… würde sich wie die Erstgenannte ebenfalls mit allen Punkten einverstanden erklären. Darüber freuen wir uns … und auf ihren Besuch, der ihren Club der modernen Hausfrauen in diesem Jahr noch zu uns an die Bienen-InfoWabe führen wird. Dort ließen sich die Details unserer Wahlprüfsteinumsetzung gerne näher erörtern, sofern … nun ja, noch ist alles offen. 😉

Fabian Dörner (Die Partei) …

… kann sich allen abgefragten Statements anschließen. Doch inwieweit wir das ernst nehmen dürfen?! Tja, das kommt davon, wenn man nicht berechen- und festlegbar sein will. Nun, wir gehen immer vom besten Falle aus. Sein Rat im zusätzlichen Textfeld lautet:

Bienen schützen! Hummel abwählen!


*Aus gegebenem Anlass verlinken wir absichtlich auf die jeweiligen Wahlwerbeseiten der antwortenden Kandidatinnen und Kandidaten. Schließlich sollen Sie sich über die Wahlprüfsteinantwort hinaus ein weiteres Bild ihrer Ambitionen machen können.

Auf Antworten warten wir noch von Christian Lange (CSU), Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg), Martin Pöhner (FDP), Hans-Günter Brünker (Volt) und Thomas Kellermann (Bambergs Mitte). Falls da noch etwas kommen sollte, werden wir berichten.

Wahlprüfsteine „Biene & Stadtnatur“ zur Oberbürgermeisterwahl Bamberg 2020

Wahl UrnengangFür Bamberg stehen die Oberbürgermeister/innenwahlen an. Bei 13 Kandidatinnen und Kandiaten keine leichte Wahl. Wir finden es toll, dass sich so viele Menschen politisch aktiv beteiligen möchten, um unsere Stadt noch lebenswerter zu gestalten. Wahlprüfsteine sollen helfen, die „Neuen“ einerseits bereits im Vorfeld auf unsere Initiative aufmerksam zu machen und unsere Herzensinhalte zu verraten, und andererseits natürlich, uns selbst und anderen die Wahlentscheidung zu erleichtern. So viel sei verraten – wir könnten aus dem Stand heraus drei der Kandidat(inn)en auf diesem verantwortungsvollen Posten sitzen sehen!

Hier unsere Fragen, die wir (fast) allen senden werden. Einen Auszug der Antworten aus Nr. 7 wird es in der Woche vor der Wahl hier geben, sofern wir ein Feedback erhalten, versteht sich.

Wie gut kennst Du Deine / kennen Sie Ihre Wähler/innen und ihre Herzensthemen?

Mehrere Antworten möglich

  1. Die Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de existiert seit …
    1. 2010 (10 Jahre)
    2. 2012 (8 Jahre)
    3. 2016 (4 Jahre)
    4. Ist mir nicht bekannt, aber gefühlt seit einer Ewigkeit
  2. Bienen-leben-in-Bamberg.de (BLIB) ist …
    1. … ein gemeinnütziger Imkerverein
    2. … eine private Bürgerinitiative
    3. … ein rein kommerzieller Bildungsanbieter
    4. ist mir nicht bekannt, doch Hauptsache, es gibt euch!
  3. Die Angebote bzw. die Dienstleistungen von BLIB sind …
    1. Bienenpatenschaften
    2. Schulbienenunterricht für Schulen u. schulähnliche Institutionen
    3. Führungen an Lehrbienenständen
    4. Sonntagsöffnungen für die Bevölkerung
    5. Telefonische und persönliche Beratung zu den Themen Bienen, Honig, Imkerei und Natur
    6. Lobbyarbeit
    7. Bamberger Lagenhonig unter dem Regionalsiegel „Bamberg – weil’s mich überzeugt“
    8. Zuarbeit für Veterinäramtsarzt
    9. Unterhaltung der Bienen-InfoWabe (grünes Klassenzimmer)
    10. Unterhalt des Bamberger Bienengartens
    11. Fachvortrage
    12. Imkerkurse
    13. weiß ich nicht genau, doch irgendwas davon werden sie schon machen!
  4. Mit welchen Qualifikationen und Funktionen stehen Reinhold und/oder Ilona (außer ihren Brotberufen) für die Bevölkerung zur Verfügung?
    1. Initiatoren von Bienen-leben-in-Bamberg.de
    2. Imker/in
    3. Facharbeiter Bienenwirtschaft
    4. Tierwirt Fachrichtung Imkerei
    5. Imkermeister
    6. Vorstandsmitglied eines Imkervereins
    7. Gesundheitswart im IBZV e. V.
    8. Bienensachverständiger
    9. Erwachsenenbildnerin
    10. weiß nicht genau, aber Hauptsache, ihr wisst, was ihr tut!
  5. Die Bienen-InfoWabe, das „grüne Klassenzimmer“, …
    1. … steht auf der Erba-Insel am Bienenweg 1
    2. … befindet sich auf dem Geländer der Fuchsenwiese
    3. … steht auf städtischem Grund
    4. … wurde auf privaten Gelände errichtet
    5. … wurde mit einem privaten Kredit bezahlt
    6. … wurde über Spenden, Sponsoring und durch Eigenleistung finanziert
    7. … weiß nicht genau, aber gäbe es sie nicht, müsste man sie erfinden!
  6. Die Zukunft der Bienen-InfoWabe …
    1. … ist ungewiss, weil in Privatbesitz
    2. … ist gewiss, weil in Vereinsträgerschaft
    3. … ist für die Bevölkerung ein deutliches und beständiges Signal, wie wichtig Bienen und Insekten sind
    4. … wäre noch attraktiver, würde sie über Strom verfügen
    5. … wäre für den Unterricht noch geeigneter, würde sie über eine WC-Anlage in der Nähe verfügen
    6. … ist mir als Oberbürgermeister/in (weiterhin) wichtig als Zeichen und Versprechen einer positiven (Stadt-)Naturentwicklung
  7. Als Oberbürgermeister/in würde ich mich dafür stark machen, …
    1. … dass die Initiatoren zu Planungen, Fragen und als Entscheidungshilfe zur Stadtökologie vor allem in Sachen Bienen und Insekten grundsätzlich vertrauensvoll mit einbezogen werden
    2. … dass die Blühoffensive der Stadt Bamberg weiterhin bestehen bleibt und zielorientiert ausgedehnt wird
    3. … dass ein Lichtkonzept erarbeitet wird, um die sogenannte „Lichtverschmutzung“ als eine der Mitverantwortliches des Insektensterbens im Stadtgebiet eingedämmt wird
    4. … dass eine Personalaufstockung im Garten- und Friedhofsamt angestrebt wird, um die vielfältig und anspruchsvoller werdenden Aufgaben, einhergehend mit den gesetzlichen Rahmen des „neuen bayerischen Naturschutzgesetzes“, adäquat umsetzen und um dem nicht mehr umkehrbaren Klimawandel besser begegnen zu können
    5. … dass die eigenen landwirtschaftlichen Flächen, die an kleine wie größere Fließgewässer grenzen, ökologisch/umweltverträglich bewirtschaftet werden (Gewässerschutzstreifen ohne Ausnahmen!)
    6. … dass das hervorragende Verhältnis, dass Initiative und Stadt bislang gewohnt sind, weiterhin bestehen bleibt