Bienenpatenschaft Michaela Brehm 2018/2020

Bienenpateninterview mit Michaela BrehmMichaela Brehm erwartet uns bereits am Pelikan, dem heutigen Treffpunkt unseres Bienenpateninterviews. Die Online-Redakteurin von TargetVideo kommt aus München, kennt sich jedoch als gebürtige Bambergerin bestens aus. Überraschenderweise ist sie nicht Redakteurin der Sparte „Natur“, sondern „Hallo:Eltern“. „Das hat sich nach meinem Studium in Darmstadt so ergeben“, erklärt uns Michaela. Allerdings ist ihre innere Nähe zur Natur von Kind auf geprägt durch den Wohnort Gaustadt, von wo aus man ja schnell im Grünen ist, und durch die Wanderungen mit ihren Eltern, vor allem in Südtirol und Österreich. „Natur ist ein Teil von mir“, sagt sie, und über die Landesgartenschau 2012 bzw. den dort aufgestellten Imkerpavillon ist sie zum Thema Bienen gekommen.

„… nichts vergleichbares!“

Auf der Suche nach Möglichkeiten, der Umwelt ein wenig zu helfen, stieß sie bei ihren Recherchen auf unsere Bamberger Privatinitiative und stellte fest: „In München gibt es nichts Vergleichbares!“ Dass sie damit regional und direkt unterstützen kann und sie durch häufige Besuche – zusammen mit ihrem Freund, der ebenfalls Bamberger ist und in München als Ingenieur arbeitet – einen starken Bezug zu Bamberg hat, motivierte sie zu der Anfrage nach einer Bienenpatenschaft.

Die „Natur wertschätzen und ihre schönen Seiten genießen“, diese Motivation verbindet uns ganz sicher. Mehr das Positive sehen und gucken, wie man helfen kann, als nur zu Jammern und Weltuntergangsstimmung zu verbreiten, oder – wie Michaela gleich zu Anfang unseres Treffens es mit einem Satz ausdrückte: „Ich bin Optimistin“.

„Was kann ich für euch tun?“

Dass das allein nicht genügt, weiß sie und fragt uns: „Was kann ich für euch tun?“ Uns ein Stück weit begleiten, über Bienen lernen und das Wissen und die Notwendigkeit, sie zu schützen, weiterzutragen, das wäre ein guter Anfang. Allerdings sind manche Antworten auf scheinbar einfache Fragen schon sehr komplex und sollten differenziert gegeben werden, etwa, wenn es um das Miteinander von Wild- und Honigbienen geht. Daher darf immer auf uns verwiesen werden, die wir versuchen, „rundherum zu denken“ und Informationen nach ihrer Stimmigkeit hin überprüfen und weitergeben. Ebenso schließen wir die Bedarfe der Menschen mit ein. Wir sind keine „Hardliner-Tierschützer“, sondern sehen alle Lebewesen als schützenswert an. Ein aktuelles Beispiel ist die Problematik von Bienen in Bäckereien. Dazu fragen uns selbst erfahrene Grünen-Politiker an, was man da tun kann – zu Recht!

Bienen in Städten meist ortsüblich

„Wie einfach oder kompliziert ist es, wenn man einen Standort für Bienen sucht?“, so eine weitere Frage von Michaela. Die einfache Antwort ist: Man darf überall Bienen aufstellen, denn mittlerweile ist es sogar oder auch wieder in den Städten „ortsüblich“. Allerdings – wer will sich schon mit den Nachbarn anlegen, wenn diese panisch auf Maja & Co. reagieren. Dass wir hier eng mit der Stadt Bamberg zusammenarbeiten, uns gegenseitig dabei helfen auf der Suche nach geeigneten öffentlichen Plätzen, dies manchmal viel Zeit erfordert, wir jedoch immer sehr glücklich sind, wenn alle am Ende eine zufriedenstellende Lösung gefunden haben, erzählen wir nicht ohne Stolz. Denn es ist auch das Ergebnis jahrelangen Netzwerkens. Womit wir bei der zweiten Antwort auf die Eingangsfrage nach Hilfe wären.

Das Thema Bienen und ihr Lebensraum, regional und verantwortlich erstellter Honig, die Imkerei, speziell unsere Initiative als Informationsdrehscheibe, sein Bedarf an Geld-, Sach- und Personalressourcen, nach Knowhow und Kooperationen … all das weiterzugeben und vielleicht auch einmal zu vermitteln, ist ebenfalls willkommene Hilfe.

Bienenpateninterview mit Michaela BrehmBienenpaten-Gaben

Praktische Hilfen wie das Gießen des Bienengartens oder Handreichungen bei unseren Veranstaltungen kommen leider eher weniger in Frage. Michaela bedauert es selbst, dass sie nicht an allen unseren interessanten Terminen, die sie über den speziellen Bienenpaten-Newsletter erfährt, teilnehmen kann. Umso mehr freut sie sich jetzt über die persönliche Übergabe der jährlichen Bienenpaten-Gabe in Form von vier Gläsern frisch verarbeiteten Bamberger Lagenhonig.

Wir erklären bei jedem einzelnen Glas, was das Besondere an der entsprechend ausgewiesenen Lage ist (Trachtsituation, Honigtestung, Standortspezifika) und dass das auch auf unseren Webseiten nachzulesen ist. Diese Transparenz unseres Honigs ist schon  Besonderes und findet in dieser Offenheit und Konsequenz eher selten statt.

Gut versorgt mit Honig, Zitronenhonigbonbons und einer Handcreme auf Bienenwachsbasis verabschiedet sich Michaela, um zu versichern, uns bald einmal wieder besuchen zu kommen. Wir freuen uns darauf!

Bienenpateninterview mit Michaela Brehm

 

Preis des StMELF zur Imkernachwuchsförderung an Bienen-leben-in-Bamberg.de

Staatsminister Dr. Helmut Brunner, Ilona Munique, Reinhold Burger bei der Urkundenübergabe zur Imkernachwuchsförderung (StMELF)Wir freuen uns, vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) im Wettbewerb „Imkernachwuchs betreuen, qualifizieren und motivieren“ für „vorbildliches Engagement“ in der Nachwuchsarbeit ausgezeichnet worden zu sein. Staatsminister Dr. Helmut Brunner überreichte die Urkunden und einen Scheck über 1.000 Euro in München im großen Sitzungsaal des Ministeriums.

Vom Bayerischen Rundfunk in einem anschließenden Interview nach unserem Alter befragt, verrieten wir, dass wir um einige Jahre jünger sind als der bisherige bayerische Landesdurchschnitt der Imker von 59 Lenzen. Dieser hätte sich jedoch seit einigen Jahren glücklicherweise verjüngt. Die Imkerei ist mittlerweile nicht mehr nur eine nette Beschäftigung für den Ruhestand. Dennoch hätten auch wir als Berufstätige gerne noch viel mehr Zeit, um all unseren selbstgestellten Aufgaben – Unterricht der Bamberger Schulbiene in der Bienen-InfoWabe, dem BIWa-Jahresprogramm für die Bevölkerung, Betreuung der Bienenpatenschaften, achtsame Bienenpflege und Produktion des Bamberger Lagenhonigs nebst allfälliger Öffentlichkeitsarbeit – noch besser gerecht werden zu können.

Zur Frage, welchen Eindruck wir von der Feierlichkeit mitnähmen, stellten wir heraus, dass wir uns doch sehr geehrt fühlen würden, wobei die 37 Mitbewerber sicherlich ebenfalls sehr Anerkennenswertes geleistet hätten. Da die Jury jedoch die Qual der Wahl hatte, wurden außer uns drei Erstplatzierten noch sechs Ehrenpreise verliehen und mit Urkunde nebst Blumenstrauß bedacht. Durch die Preisverleihung führte charmant die Regierungsdirektorin Dr. Regina Eberhart.

Siehe auch: Ausgezeichnete Imker aus Oberfranken. In: BR24 vom 26.01.2017.

Preisvergabe zur "Imkernachwuchsförderung (SMELF München) mit Dr. Helmut BrunnerBeim Come-together im Anschluss an die Feierlichkeiten konnten wir uns mit den Jurymitgliedern und Imkerfachleuten, beispielsweise Dr. Stefan Berg, Eckard Radke, Edmund Hochmuth und Franz Vollmaier, sowie den MdL-Abgeordneten des Landtags – anwesend waren Angelika Schorer, Gudrun Brendel-Fischer, Tanja Schorer-Dremel, Gisela Sengl, Ruth Müller und Walter Taubeneder – sowie den weiteren Preisträgern fachlich austauschen und neue Kontakte knüpfen bzw. alte vertiefen.

„Seit 2008 werden in Bayern Probeimker und Schulimker staatlich gefördert, womit der bis zu diesem Zeitpunkt spürbare Rückgang organisierter Imker nicht nur gestoppt, sondern um 20 Prozent erhöht werden konnte.“ (Quelle) 

Es ist schön zu wissen, dass auch wir einen anerkannten Beitrag innerhalb dieses Netzwerkes zur Zukunftssicherung von Bienen, Imker, Honig und Landschaftspflege sowie regionale Nahrungsmittelproduktion leisten konnten.

P. S.: Anekdote am Rande: In direkter Nachbarschaft zum StMELF befindet sich die Bayerische Staatsbibliothek München, vor 30 Jahren Schauplatz meiner Ausbildungszeit. Eine Tafel lädt zur aktuellen Ausstellung ein. Und was finden wir hier? BIENEN!