Rezension „Unser Weltacker“ anlässlich Erntedankfest 2026

Cover "Unser Weltacker 2000 qm"Am So., 04.10.2026 lädt die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) zu einem Erntedankfest auf dem Weltacker Bamberg ein. Wir sind mit einem Info- und Honigstand ebenfalls vertreten. Ich nehme das zum Anlass, einmal auf die interessante Broschüre „Unser Weltacker: 2000 m² für alle!“ einzugehen, die beispielsweise das BUND-Büro in der Kapuzinerstraße zur Verfügung stellt.

Die Broschüre geht der Frage nach: „Wie ernähren wir uns in Zukunftt? Die gute Botschaft aber ist: (Eigentlich) ist genug für alle über 8 Milliarden Menschen dar, die sich rund 1,6 Mrd. Hektar Ackerfläche auf der Erde teilen. Und – ganz genau! – pro Mensch wären das 2000 m² plus 4.000 m² Weideland.

Doch wie mit dieser Fläche umgehen, steht auf einem anderen Blatt. Dies wird in einem Vortrag in 2024 von Christine Hertrich deutlich – und natürlich in der 37-seitigen Broschüre, die den großen Themen rund um die Ernährung auf jeweils zwei Doppelseiten nachgeht. Links leicht verständliche Texte von Benedikt Haerlin und Jasper Jorden samt einer anschaulichen Grafik, rechts eine bunte Illustration von Jasper Jordan. Die letzten Doppelseiten sind 46 Quellenangaben vorbehalten und helfen, die Materie bei Bedarf weiter zu vertiefen.

Themen sind eine Küchen-Inventur, Wegwerfverhalten, das globale Klima, Mobilität, Chemie auf dem Acker, Wasserverbrauch, das Mikrobiom und einige mehr. Aber auch die zielführenden Fragen: Was brauche ich alles und wo wächst das? Wer hat es unter welchen Bedingungen und mit welchen Auswirkungen angebaut? Wie sehen „meine“ 2000 m² aus und reichen sie für meine Bedarfe?

All diese Fragen stellte ich auch meiner Interviewpartnerin, Christine Hertrich, die das Konzept „Weltacker 2000 m²“ nach Bamberg in die Südflur gebracht hat (s. a. BlattGrün-Magazin 2025, H. 1, S. 38 (PDF) bzw. als Online-Abdruck).

Fazit

Schwere Kost kommt in der Broschüre in leichtem Gewand daher, und ein Aha-Effekt ist garantiert. Die Broschüre gehört in jede Schule und Bildungsstätte als Impulsgeber und zur Diskussionsgrundlage.


Unser Weltacker : 2000 m2 für alle! / Text: Annika Huskamp; Text und Layout: Jasper Jordan. Hrsg.: Zukunftsstiftung Landwirtschaft. 6. Aufl. Berlin.


Rezensionsexemplar für unsere Imker-Bibliothek.

Auf dem Hänger auf dem Feld: Das „Etwas andere Erntedankfest“

"Das etwas andere Erntedankfest" am 12.10.2025 in der Bio-Gärtnerei Niedermaier mit Gastgeber KEB, Katholische Erwachsenenbildung BA-FO-ERHMitten im schönen Bamberg auf einem Hänger auf dem Feld gemeinsam mit zahlreichen Gästen Erntedank feiern zu dürfen … dafür empfindet Gastgeber Sebastian Martins Niedermaier, Gärtnermeister in der 11. Generation der Biogärtnerei in der Mittelstraße, große Dankbarkeit und Demut.Podiumsdiskussion anlässlich "Das etwas andere Erntedankfest" am 12.10.2025 in der Bio-Gärtnerei Niedermaier mit Gastgeber KEB, Katholische Erwachsenenbildung BA-FO-ERH, Foto: Heinrich Kolb, Bamberg

Die Idee zu diesem „Etwas anderem Erntedankfest“ hatte die KEB, Katholische Erwachsenenbildung BA-FO-ERH. Eingeladen waren als Kooperationspartner die Lebenshilfe Bamberg und Integra Mensch sowie Solawi und Weltacker Bamberg.

"Das etwas andere Erntedankfest" am 12.10.2025 in der Bio-Gärtnerei Niedermaier mit Gastgeber KEB, Katholische Erwachsenenbildung BA-FO-ERH

Wir selbst durften mit einem Infostand und unserem Bamberger Lagenhonig das Rahmenprogramm zur Podiumsdiskussion bereichern, wie auch der Mädelskneipenchor „Mädelsabend“ mit beschwingten Liedern.

Informations- und Honigstand "Bambergre Lagenhonig" anlässlich "Das etwas andere Erntedankfest" am 12.10.2025 in der Bio-Gärtnerei Niedermaier mit Gastgeber KEB, Katholische Erwachsenenbildung BA-FO-ERH

"Mädelsabend" anlässlich "Das etwas andere Erntedankfest" am 12.10.2025 in der Bio-Gärtnerei Niedermaier mit Gastgeber KEB, Katholische Erwachsenenbildung BA-FO-ERHThomas Kaminski, Chorleiter "Mädelsabend" anlässlich "Das etwas andere Erntedankfest" am 12.10.2025 in der Bio-Gärtnerei Niedermaier mit Gastgeber KEB, Katholische Erwachsenenbildung BA-FO-ERH, Foto: Heinrich Kolb, BambergTeilnehmende an der Podiumsdiskussion waren neben dem Gastgeber (und FKBB-Mitglied) Sebastian:

Mit der Aufforderung zum Perspektivenwechsel und einem Segen für die Teilnehmenden beendete der Moderator nach knapp einer Stunde die Podiumsdiskussion samt Publikumsmeldungen, die in ein harmonisch bis herzliches Come-together überging.

Segen anlässlich "Das etwas andere Erntedankfest" am 12.10.2025 in der Bio-Gärtnerei Niedermaier mit Gastgeber KEB, Katholische Erwachsenenbildung BA-FO-ERH, Foto: Heinrich Kolb, Bamberg

Mit sehr vielen Protagonist(inn)en stehen wir bereits im engeren Kontakt bzw. können ihn uns für die Zukunft in Sachen Synergieeffekte und Multiplikation vorstellen. Vielfältige Anknüpfungspunkte wie Bienen und ihr Lebensraum, das Ur-Produkt Honig, die kulturerhaltende Imkerei und auch die Schul- wie Erwachsenenbildung ließen impulsgebende, zukunftsweisende und berührende Gespräche für uns entstehen.

Eines davon mit der Hausherrin Andrielly zum neuen Bienenstandort auf dem Gelände der Bio-Gärtnerei im nächsten Jahr. Wir freuen uns, erneut einen Beitrag für die Gärtnerstadt leisten zu dürfen!

Danke allen Kooperationspartner/innen für diese wundervolle Veranstaltung! Wir könnten es uns vorstellen, jedes Jahr dabei zu sein.

P. S.: Herzlichen Dank an Heinrich Kolb für die Überlassung etlicher Fotos!

Auch in Bamberg: „Unser Weltacker – 2000 Quadratmeter für alle!“

Interview mit Christine Hertrich für BlattGrün-Artikel von Ilona Munique

Das Projekt „Unser Weltacker – 2000 Quadratmeter für alle!“ (s. a. Vortrag vom 11.01.2025) startete 2025 in Bamberg. Initiatorin Christine Hertrich, ehemals Agrarreferentin und Geschäftsstellenleiterin des Bund Naturschutz Bamberg, koordiniert das Projekt in Zusammenarbeit mit der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) sowie regionalen Partnern.

Auf einem Feld in der Bamberger Südflur können Besucher:innen erkunden, was sie für ihren Bedarf benötigen und wie ihre persönlichen 2000 m² aussehen könnten. Dabei wird auch verdeutlicht, dass der durchschnittliche EU-Bürger mit fast 3000 m² Ackerfläche jährlich weit über dem globalen Durchschnitt liegt.

Cover "Unser Weltacker 2000 qm"Bedeutung „Unser Weltacker – 2000 Quadratmeter für alle! …

… allgemein

Das Projekt  basiert auf der Idee, dass jedem Menschen bei gerechter Verteilung der weltweiten Ackerfläche etwa 2000 m² zur Verfügung stünden. Auf dieser Fläche werden 45 Ackerkulturen maßstabsgetreu angebaut, um die globale Landwirtschaft und Ernährung anschaulich darzustellen. Ziel ist es, durch Kurse und Aktivitäten Themen wie Klimawandel, Artensterben, Hunger und Agrarpolitik greifbar zu machen.

… und in Bamberg

In Bamberg steht die Bildungsarbeit im Fokus: Workshops und Rallyes sollen insbesondere Kinder und Jugendliche ansprechen. Zudem können Schulkinder berechnen, wie viel Fläche ihr Mittagessen beansprucht.

Das Konzept orientiert sich an anderen erfolgreichen Weltacker-Projekten in Deutschland. Hertrich entschied sich für das Modell „2000 m²“, da es großes Potenzial für Weiterentwicklungen bietet. Der Weltacker soll ein Lern- und Begegnungsort werden, der globale Herausforderungen auf eine persönliche Ebene herunterbricht.

Wer mehr zum bereits angelaufenen Programm des Weltackers erfahren möchte, wende sich direkt an christine [dot] hertrich [at] weltacker-bamberg [dot] de.

Die Begleitbroschüre (PDF) befindet sich in unserer Imker-Bibliothek.


Auszug aus dem Originaltext von Ilona Munique im BlattGrün [Magazin], 2025, H. 1, S. 35: Große Weltthemen werden in Bamberg greifbar. „Unser Weltacker – 2000 Quadratmeter für alle!
Download-Heft unter https://blattgruen-verlag.de/wp-content/uploads/2024/05/2024-02-BlattGruen.pdf.zip

Vortrag Weltacker für Bamberg von Christine Hertrich

Logo Weltacker 200 m224 Teilnehmende nutzen die Gelegenheit, bei einem Vortrag zum geplanten Weltacker für Bamberg mehr über die Idee zu erfahren, die bereits vielerorts als Leuchtturmprojekt Furore macht. Bereits 2022, als die Vortragende, Christine Hertrich, noch Geschäftsstellenleiterin des BUND-Büros in Bamberg war, hat sie das Thema gefesselt. Die damals von ihr an unsere Initiative überreichte Broschüre ist in unsere Imker-Bibliothek eingegliedert.

Gleich zu Beginn verkündet Christine, die zwischenzeitlich auch als Agrarreferentin unterwegs war, die beruhigende Nachricht: Theoretisch ist genug für alle da! Doch der Reihe nach.

Das Konzept „Weltacker 2000 m²“

Der Weltacker 2000 m² ist ein Konzept, das die globalen Zusammenhänge von Ernährung und Landwirtschaft auf 2.000 Quadratmetern veranschaulicht und direkt erfahrbar macht. Auf diesem „Weltacker“ wird ersichtlich, wie viel Land theoretisch benötigt wird, um die weltweite Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten, wenn man die Ressourcen auf die gesamte Weltbevölkerung verteilt.

2000 m² beträgt also die Fläche, die jeder Mensch für den Anbau von Nahrungsmitteln hätte, wenn die Erde gleichmäßig genutzt würde. Im Vortrag wurde jedoch auch deutlich, dass die globalen Herausforderungen in Bezug auf Landnutzung, Nachhaltigkeit und Ernährungssicherheit groß sind, aber bewältigt werden könnten.

Leuchtturmprojekt bald auch in Bamberg?

Dieses edukative Leuchtturmprojekt, welches im nächsten Jahr auch in Bamberg installiert werden soll, macht auf ökologische, soziale und wirtschaftliche Fragestellungen in der Landwirtschaft aufmerksam. Es thematisiert die komplexen Verhältnisse zwischen Konsum, Ressourcenverbrauch und globaler Gerechtigkeit. Mit Workshops und Kooperationspartnern sollen viele Menschen, jung wie alt, angesprochen werden, sich über unsere Ernährungsbedarfe Gedanken zu machen.

Einzig: Es fehlt noch an der Zusage für eine Flächennutzung. Zwei Örtlichkeiten sind im Rennen und in den nächsten Wochen wird entschieden, welche den Zuschlag erhalten wird.

Und was hat das mit uns zu tun?

Warum uns das unsere Initiative – über das Thema an sich hinaus – interessiert? Weil dort, sofern der Zuschlag zum Standort Bamberg erfolgen sollte, ein paar unserer Bienenvölker stehen werden könnten. Diese leisten dann, zusammen mit ihren wilden Schwestern, den Wildbienen und mit anderen Insekten, den Löwenanteil für die erwünschte Bestäubung der Feldfrüchte.

Wir werden also sicher wieder darüber berichten, wie der Sachstand ist, Danke, Christine, für den erhellenden und fundierten Vortrag!