Wie ging es unseren Völkern im Mai?

Blick in die Patenbeute

Blick in einen Ableger – noch wuselt es verhalten. Die Bienenpatin Carmen Dechant sorgt sich ein wenig.

Um etwa fünf Wochen sind unsere Völker – und nicht nur unsere! – heuer im Rückstand. Ob wir Honig entnehmen werden, steht noch in den Sternen. Doch das wäre nicht das Schlimmste. Viel schlimmer könnte es sein, wenn die drei neuen Ableger, die wir als Grundstock für neue Wirtschaftsvölker gebildet haben, ohne Brut bleiben. Das kann passieren, falls die Königin wegen des zu kalten und nassen Wetters in den vergangenen zwei Wochen nicht auf Hochzeitsflug war. Somit bliebe sie unbegattet, der Ableger kann nicht fortbestehen. Zumal sich die wenigen Bienen bei kühlen Temperaturen zu einer Traube zusammen kuscheln. Die bereits gelegte, aus dem ursprünglichen Wirtschaftsvolk mitgegebene Brut jedoch bleibt in der Kälte unversorgt. Normalerweise würde sich das „Pflegepersonal“ in die die Brut umgebenden Löchlein setzen und mit „Zittern“ für Wärme sorgen oder sich auf die Brut drauf setzen.

Wabe mit Königin

Ob diese einsame Königin bereits begattet ist?

Unseren Wirtschaftsvölkern drohte zwar keine Gefahr, zu verhungern. Sie hatten in den wenigen warmen Tagen genügend eingeholt, um satt zu bleiben. Allerdings war die Honigverteilung heuer eher etwas unorthodox. Sie legten ziemlich viel Honig auch im Brutraum statt im darüber liegenden Honigraum ein. Außerdem gibt es derzeit ziemlich viel unbeschäftigte Bienen. Im Mai schlüpfen normalerweise viele Bienen, deren erste Aufgabe in ihrem jungen Leben es ist, die Brut zu pflegen. Doch durch die Kälte ist das Volk „aus der Brut herausgegangen“. Durch zu viele arbeitslose Bienen wurden die Völker schwarmlustig. Sie wollten also ein neues Volk gründen. Wir mussten bei unserer wöchentlichen Kontrolle jede Menge Weiselzellen („Königinnenzellen“) entfernen.

Fazit: Kein Frühjahrshonig in Sicht. Sommerhonig wenig zu erwarten. Ablegerentwicklung ist genau zu beobachten, ob die Königin begattet ist. Falls nicht – auf ein Neues. Das Positive: vermutlich dürfte die Varroamilbe auch einen Entwicklungsrückstand haben.

Wie geht es unseren Völkern?

Hörprobe

Hörprobe von Christiane an ihrer Bienenpatenbeute in den Bamberger Buger Wiesen.

Die Hörprobe war schon mal positiv! Wegen der Eiseskälte gestatteten wir uns letzte Woche auch nur einen ganz kurzen Blick in die Wohnung unserer Bienen. Zum letzten Mal sahen wir am 21. Dezember anlässlich der Oxalsäurebehandlung nach.

Geschützt durch eine durchsichtige Folie zählten wir sechs von Bienen gut besetzte Wabengassen in den Buger Wiesen. Ein starkes Volk also, mit dem Christina Michel, unsere Bienenpatin, stolz Freundschaft schloss!

BeutenkontrolleIn der benach­barten Beute, der Paten­beute von Carmen Dechant, zählten wir fünf eben­falls ordentlich besetzte Gassen. Es zeigten sich zwar insgesamt etwas weniger Bienen auf den Rähmchenoberseiten, doch kann dies über die tatsächliche Stärke hinweg täuschen. Weiter unten ist es wohl einfach kuscheliger.

Das dritte Volk zeigte sich nur auf drei Rähmchen kräftig, eine weitere Wabengasse ist schwach belegt. Vier voll besetzte Wabengassen sollten es schon sein, um unsere Nerven zu beruhigen. Nun, der Ableger war von Anbeginn unser Sorgenkind-Volk: ein eingesammelter Mini-Schwarm aus unserem Standort Wildensorg-Rinnersteig, der sich unter der Beute verkrochen hatte. Doch dass es bisher durchgehalten hat, beweist den großen Überlebenswillen der Truppe um Biene Maja und Willi. Wobei es den Willi derzeit ja gar nicht gibt, Drohnen werden nun mal nicht durch den Winter geschleppt.

Totenfall

Winterlicher Totenfall an einer Bienenbeute

Die Völkerkontrolle am Standort Wildensorg-Rinnersteig ergab einiges an Totenfall in der linken Beute (die Patenbeute von Elisabeth Burger), doch ist es in Anbetracht der ehemaligen Stärke noch (!) im Rahmen.

Die rechte Beute hatte kaum Totenfall zu verzeichnen, das Mäusegitter abzunehmen, um diesen auszuräumen, war daher nicht notwendig. Der Blick hinein war im Grunde überflüssig und von daher wenig vorbildlich, da die Bienen ohnehin in der unteren, von oben nicht einsehbaren Zarge sitzen. Aber nach eineinhalb Monaten der „Sichtabstinenz“ mögen es uns die lieben Kleinen hoffentlich verzeihen. Zumal wir dem Patenbesuch ein bisschen Anschauungsunterricht angedeihen lassen wollten.

Daumen drücken, dass unsere Völker weiterhin gut über den Winter kommen!

Pressespiegel zur Varroa

FT am 4.12.2012 / infranken.de:

Varroa: Imker müssen jetzt handeln. Bedrohung. Milben sind der Hauptgrund für das Aussterben ganzer Bienenvölker. Jetzt ist die richtige Zeit für die Winterbehandlung mit der für die parasiten tödlichen Oxalsäurelösung.

Ein ganzseitiger Artikel über die Bienengesundheit – das freut das Imkerherz! Wenn es nicht ein gar so trauriger Anlass wäre. Erst gestern sprach ich mit einem erfahrenen Imker aus Kemmern, von dessen sechs Völker heuer nur eines noch lebt. Wir hoffen mit ihm, dass er es gut über den Winter bekommt, um im neuen Jahr seinen Bestand mittels Ableger wieder neu aufzubauen.

Alle, die sich nicht mit Imkern auskennen: es herrscht ohne Übertreibung (!)  Alarmstimmung auf der Welt. Wer mithelfen will, die für die Bestäubung so bitter notwendigen Bienenvölker zu unterstützen, der kann sich hier auf unserer Seite „Wie helfen?“ erkundigen, wie. Am effektivsten ist – neben der eigenen Imkerei – allerdings immer noch der Umweltschutz. Aber auch eine Bienenpatenschaft über Bienen-leben-in-Bamberg.de wäre ein schönes Weihnachtsgeschenk, inklusive Honigglas zum Unter-den-Baum-legen.