*4* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

Heute am Barbaratag gingen wir ein paar Zweiglein schneiden. Mit klopfenden Herzen, denn ja, sie waren aus einem – wenn auch öffentlich zugänglichen – Garten geklaut, und das ist uns peinlich. Aber wenn doch unser verehrter Jupp Schröder explizit im Fränkischen Tag so haargenau erläutert, wie das vonstatten gehen kann, die Zweige bis zum Tag X(-Mas) zum Blühen zu bringen, dann konnten auch WIR uns nicht diesem alten Brauch verschließen.

Wir verbanden das schlechte Gewissen allerdings mit einem Besuch bei unseren Sternwart-Bienen, die als letzte von all unseren 7 Standorten ein Mäusegitter von uns erhielten. Erst mal reinblinzeln, ob sich schon eine Spitzmaus verirrt hat, dann das Gitter mit Reißzwecken befetigen. Als Belohnung der abendlichen Stephansbergbesteigung ein Besuch des Spezial-Kellers und als weitere Gewissensberuhigung einen Teller Linsen. Davon gehen nämlich € 1,- für einen sozialen Zweck weg.

Wir lassen uns sozusagen die Barbara-Zweige einiges kosten. Falls sie erblühen sollten, ist es uns ein Zeichen für Rechtschaffenheit. Und eine Erinnerung an die Bienen, die auch im nächsten Jahr dafür sorgen, dass wir Früchte ernten werden. Falls nicht, … na ja, … dann geben wir der Heizungsluft die Schuld.

Mäusegitter anbringen

Und die Bienen? Wie geht’s ihnen?

Winterkontrolle der Bienenvölker in den Buger WiesenUnser Bienenpaten-Newsletter, der um die 4x im Jahr versandt wird, endet jeweils mit einem Absatz: „Und die Bienen?“. Heute möchten wir auch den (Noch-)Nicht-Bienenpaten einen kurzen Einblick in die letzten Wochen unserer Beobachtungen geben. Denn zum Jahresende 2017 wurden wir gehörig aufgeschreckt und besuchten vorsichtshalber etwas früher als nötig alle unsere derzeit sechs Bamberger Standorte. Was war geschehen?

Worstcase im Landkreis Bamberg

Am 23.12. erhielten wir einen Anruf, dass 25 von 27 Völkern eines Bienenstandorts aus dem südwestlichen Landkreis von Bamberg verwaist sind. Reinhold Burger als Bienensachverständiger (bzw. Gesundheitswart des Imker und Bienenzuchtvereins Bamberg Stadt und Land e. V.) schaute sich am Vormittag des Heiligen Abends den Schaden an. Herbeizaubern konnte er die Bienen natürlich nicht mehr. Sie waren definitiv zum Sterben ausgeflogen. Außer Trost zu spenden sammelte Reinhold ein paar verbliebene Bienen ein, um sie, wenn die Labors nach den Feiertagen wieder besetzt sind, ggf. zur Untersuchung einzuschicken (Fotos).

Suche nach der Diagnose

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein großer Schaden, vom traurigen Verlust der Tierchen mal abgesehen. Doch die gefürchtete Amerikanische Faulbrut, also eine anzeigenpflichtige Seuche, war es nicht, wie die Begutachtung zeigte. Die herausgestreckten Zungen einiger Bienen legen im ersten Moment eine Vergiftung nahe. Doch woher sollte diese um die Winterjahreszeit jetzt stammen?

Tote Bienen auf beinahe geschlossener Wachskrümelschicht nach Räuberei / Landkreis Bamberg (Winter 2017) © Bienensachverständiger Reinhold BurgerVermutlich kamen mehrere Ursachen zusammen. Eine davon ist wohl eine nicht ausreichend wirksame Varroabehandlung im Spätsommer gewesen. Die angewandte Milchsäure in Blockbehandlung ist zwar nicht unüblich, doch muss diese besonders akurat durchgeführt werden. Ist dabei auch nur ein Volk nicht ausreichend behandelt und in Folge dessen zu schwach aufgestellt, wird es von den anderen nebenstehenden Völkern ausgeräubert. Erkennbar war diese Räuberei an der bodendeckenden Wachskrümelschicht und den schwarzen Bienen aufgrund mechanischen Haarverlustes (Schwarzsucht durch Räuberei).

Dabei fangen sie sich Varroen ein, schleppen sie mit in die eigenen Beuten, werden ebenfalls geschwächt¹, was die nächsten, noch starken Völker auf den Plan ruft. Ein verhängnisvoller Kreislauf beginnt … und endete für den Imker in einem nicht so prickelnden Weihnachtsfest. Was hätte es möglicherweise verhindern können? Im Herbst eine Wirksamkeitskontrolle der Spätsommerbehandlung durch Gemülldiagnose / Windelkontrolle. Eventuell hätte man dann einen zu hohen Varroabefall noch mit einer Nachbehandlung eindämmen können.

Totenfallkontrolle, verkürzter Hinterleib; Diagnose: Varroaschaden¹Varroamilben saugen Bienen nicht nur aus, sondern öffnen an den Bissstellen allerlei Viren und Bakterien Tür und Tor. Erkennbar ist eine erkrankte Bienen z. B. an ihrem verkürzten Hinterleib.

Bienenkontrollgänge in Bamberg – so gehen wir dabei vor

Egal, welcher Varroabehandlungsweise man den Vorzug gibt – Kontrolle ist das A und O. Wir sind dann auch gleich selbst noch losgestiefelt, um unserer durch den Vorfall ausgelösten inneren Unruhe nachzugehen.

1. Gemülldiagnose nach Varroafall

Gut sichtbar die rundlichen Varroamilben, Windelkontrolle bei den Völkern in den Buger WiesenDie Standortbegehungen unserer Völker in Bamberg ergaben bei der Windelkontrolle zwischen 15 und 150 Milben pro Volk. Die Oxalsäure am 10. Dezember hat also gewirkt. Beurteilt wird die Wirksamkeit durch den Bezug der durch die Behandlung abgefallener Milben zum „natürlichen“ Milbenfall vor der Behandlung. Diese Windelkontrollen werden mehrmals im Jahr durchgeführt – und auch das ist enorm wichtig und darf nicht ausgelassen werden!

Starker Varroabefall, aber auch stark besetzte WabengassenDie Gemülldiagnose findet zum einen statt als Zählung des „natürlichen“ Milbenbefalls. Je nach Ergebnis wird die Varroabehandlung angepasst. Etwa drei bis vier Wochen nach Abschluss der Behandlung untersuchen wir die Windel, ob die Behandlung erfolgreich war.

Mögliche OxalsäurefeuchtigkeitAchtung: Befindet sich Flüssigkeit auf der Windel, so kann es sich um durchgelaufene Oxalsäure und nicht unbedingt um Kondens- oder Regenwasser handeln. Diese also vorsichtig mit einem Küchentuch entfernen und am besten dabei Handschuhe tragen! Anschließend in einem gesonderten und gekennzeichneten, abschließbaren Behältnis (z. B. Gurkenglas) bis zur endgültigen Entsorgung aufbewahren.

2. Gemülldiagnose nach Bienenbesatz

Wabengassen, Windelkontrolle bei den Völkern in den Buger Wiesen / 01.01.2018Varroakontrolle zur Winterkontrolle der Bienenvölker in den Buger WiesenAn der Anzahl der breiteren Streifen der Wachskrümelspuren lässt sich sehr gut erkennen, wie viele Wabengassen besetzt sind und wo sich die Wintertraube gerade befindet. Vier Wabengassen sollten es schon sein. Doch sind es weniger, kann man jetzt auch nichts mehr ändern. An der helleren Farbe feinerer Krümelstreifen zu einer Seite neben den stärkeren Spuren sieht man gut, wie sie den vollen Futterwaben hinterherziehen (Foto). Wie ausreichend sie noch mit Futter versorgt sind, lässt sich am besten mit einer Gewichtskontrolle durch Anheben der Beute feststellen. Doch diese „Ruhestörung“ wird erst im Februar/März stattfinden.

3. Geräuschkontrolle

Geräuschkontrolle zur Winterkontrolle der Bienenvölker in den Buger Wiesen Desweiteren legen wir ein Ohr dicht an die Beute, um nach einem gleichmäßigen Brummen und Summen zu hören. Alle unsere Völker gaben uns ihr beruhigendes „Stimmengewirr“ in Form des Vibrationsgeräusches ihres Flugmuskelzitterns. Brav!

4. Fluglochkontrolle nach Totenfall

Totenfallkontrolle, Winterkontrolle der Völker an der Sternwarte,Beseitigung des TotenfallsAußerdem kontrollieren wir das Flugloch, ob das Mäusegitter für die Bienen passierbar bleibt. Liegen zu viele tote Bienen davor (also im Inneren des schmalen Ein- bzw. Ausflugschlitzes), dann muss dieser im Fachjargon genannte „Totenfall“ ausgeräumt werden. Bei einigen unserer Völker taten wir es auch vorsorglich, damit die Bienen an warmen Tagen ungehindert ausfliegen und ihrem „Geschäftchen“ nachgehen können.

Beseitigung des TotenfallsBehutsam und möglichst ohne Störgeräusche werden die Reißzwecken mit dem Stockmeisel entfernt, das Gitter vorsichtig abgezogen, mit einem Stöckchen oder auch dem Stockmeisel die toten Bienen (die es immer gibt, denn bei manchen läuft einfach die Lebenszeit ab) herausgewischt, Gitter wieder drauf, Zwecken dran … fertig.

5. Beschau des Totenfalls

Totenfallkontrolle, Winterkontrolle der Völker an der Sternwarte,Die Bienen können ebenfalls besehen werden, vor allem dann, wenn es recht viele sind. Also zunächst:
# Ist der Totenfall (mit etwa zwei Handvoll) hoch?
a) Wenn es nicht gerade ein von Haus aus zahlenmäßig sehr, sehr starkes Volk ist, hat man wohl zu viel Säure bei zu wenig Bienen verwendet. Das darf nicht vorkommen, dafür ist der Imker allein verantwortlich zu machen. Vor einer Behandlung ist immer erst festzustellen, wie viele Wabengassen besetzt sind. Nach dieser Beschau richtet sich die Dosierung. (Bei der Ameisensäure auch nach der Außentemperatur).
b) Möglich wäre auch ein tierischer Besuch, etwa eine Spitzmaus (was bei Verwendung eines guten Mäusegitters praktisch nicht vorkommen sollte). Dieser Eindringling hat vielleicht recht gewütet und die Wintertraube nachhaltig gestört. Dabei können Bienen schon einmal verklammen, wenn sie von ihrem wärmenden Geschwister zu lange getrennt werden. Auch ein Spechtvogel wie die Elster könnte für ein Loch an der Beute und damit verbunden für Aufregung gesorgt haben. Also mal rundherum besehen, ob alles noch so ist, wie es sein soll.
# Sitzt Schimmel dran? Dann ist die Beute definitiv zu feucht und man muss nach Schadstellen, an denen Wasser eindringen kann, suchen.
# Strecken sie ihre Zünglein heraus? Dann wäre eine Vergiftung in Betracht zu ziehen. Doch um diese Jahreszeit ist das eher nicht der Fall.

Fazit

Alles im grünen Bereich. Von unseren 14 Völkern ist nur eines dabei, welchem wir nicht 100%-ig zutrauen, dass es bis zum nächsten Brutgeschäft zahlreich genug ist, um eine stabile Population aufzubauen bzw. sich gegen die Winterkälte zu einer genügend großen Traube zusammenzuziehen. Wir hatten es im Herbst bereits im Verdacht, dass wir ein Päppelvolk besitzen. Ein kluger Imker trennt sich rechtzeitig davon, doch wir haben’s mal drauf ankommen lassen. Und ein Völkerverlust von 10-20% ist immer drin, damit muss man rechnen.

Oxalsäurebehandlung mit guten Nachrichten

Oxalsäurebehandlung am 10.12.2017Gestern am letztmöglichen Winterkältetag bei Minustemperaturen konnte Reinhold die Oxalsäurebehandlung zur Varroabekämpfung bei all unseren 14 Völker erfolgreich durchführen. Erfolgreich heißt zunächst, es war kalt genug, dass die Bienen noch in einer kompakten Traube behandelt werden konnten, das Träufeln mit der neuen Pipettenspitze* vom Handling her geklappt und die Runde über alle unsere 6 Standorte in Bamberg rechtzeitig abgefahren war, bevor das Carsharing-Auto wieder in den Stall zurückgebracht werden musste.

Allen Völkern geht es gut, es brummt und wuselt in den Stöcken, dass es heuer eine Freude ist. Das ist ja nicht immer so. Meist sind ein, zwei, Kümmerlinge dabei, von denen nicht so klar ist, ob sie den Winter überstehen. Aber selbst unser Problemvolk, bei dem wir bei der Königin eine Art Legestörung beobachtet hatten, hat super wieder aufgeholt. Die Behandlung vor der Wintersonnenwende am 21.12., also bevor die Legetätigkeit wegen der wieder länger werdenden Tage und durch den Wärmeanstieg, der bei uns um die Weihnachtszeit fast immer zu erwarten ist, durchgeführt zu haben, ist sehr beruhigend.

Wir sind guten Mutes und können nun so richtig die zweite Hälfte der Adventstage genießen! Das wünschen wir auch euch allen!

* Unsere Spritze besitzt ein Luer-Lock-System, daher passte die Pipettenspitze nicht direkt auf die Kanüle, aber dann doch auf den Schlauch.

Oxalsäurebehandlung am 10.12.2017

 

Letzte Winterarbeit vor Neujahr: Gemülldiagnose

Buger-Wiesen-Völker im WinterDie nachfolgenden Fotos der Windeln (ja, so heißen diese flachen Plastikwannen tatsächlich!) stammen aus den vier Völkern der Buger Wiesen und zeigen den Gemüllabfall. Die Windelkontrolle gibt Aufschluss über so einiges, was wir hier nur in Teilen wiedergeben, also die Volksstärke der Bienen, ihren Sitz im Beutenraum und natürlich als Wichtigstes, den Varroamilbenabfall.

Gemülldiagnose Volksstärke und -sitz

Windeldiagnose, Varroaauszählung Buger Wiesen

Über 7 Wabengassen starkes Volk

Zählt ihr die bräunlichen Streifen, so könnt ihr sehen, wie stark ein Volk in den Winter gegangen ist. Mindestens vier Reihen sollten es schon sein, sonst ist das Volk definitiv zu klein, um sich in der Traube auf Dauer genügend zu erwärmen. Ihr könnt am Abfall erkennen, an welcher Stelle die Bienenwintertraube sitzt, und zwar meistens (nicht immer!) vor dem Einflugschlitz – auf den Bilden die rechte Seite.

Windeldiagnose, Varroaauszählung Buger Wiesen

Gemüll über die ganze Beutenbreite verteilt

Zuweilen verteilt sich ein Volk auch über die ganze Beutenbreite. Eines der Vöker hing mit seiner Traube bis zum Gitterboden herab, was der Blick durch den Einflugschlitz verriet, bei welchem kontrolliert wird, ob Totenfall eventuell den Ausgang verstopfen könnte.

Das Herabhängen kann auf zweierlei hindeuten: Erstens auf ein zahlenmäßig sehr starkes Volk, und zweitens auf eine hohe Futtereinlagerung, welches den Bienen dann natürlich den Wohnraum einengt. Na, so haben sie’s wenigstens schön kuschelig.

Gemülldiagnose Varroabefall

Windeldiagnose, Varroaauszählung Buger WiesenWas so schwer auf dem Foto identifizierbar ist, ist auch in der Realität nicht so ganz einfach. Will man nun die Varroamilben finden, dann richtet sich das geschulte Imkerauge auf dunkelbraune, kreisrunde und glänzende Teile. Zwischen 15 und weit über 250 abgefallene Varroen 2 Wochen nach der Oxalsäurebehandlung zählten wir an unseren 8 Standorten.

Natürlich ist die Gemülldiagnose in der Kälte nicht wirklich erquicklich. Und die Ergebnisse auch nicht immer 100%-ig folgerichtig einordenbar. Fallen recht wenig Milben im unteren zweistelligen Zahlenbereich herab, besteht der Verdacht, dass die Oxalsäurebehandlung nicht gut gewirkt hat.

Fallen Hunderte herab, hat die Behandlung offensichtlich gewirkt. Doch wie viele Milben weiterhin im Volk verbleiben, ließe sich nur durch eine Lebendprobe definitiv feststellen. Diesen Aufwand tun wir uns nicht an. Eine regelmäßige Kontrolle des natürlichen Milbenfalls mittels Gemülldiagnose gibt uns jedoch ebenfalls ein verlässliches Bild über den Zustand unserer Völker. Hat ein Volk im Herbst, nach den Ameisensäurebehandlungen,  noch einen natürlichen Milbenfall von mehr als 1 Milbe pro Tag, dann ist ein entsprechend hoher Milbenfall durch die Oxalsäurebehandlung im Winter zu erwarten.

Tja, und wüssten wir um einen zu hohen Befall mit Milben, dann könnten wir jetzt im Winter nicht mehr viel ausrichten. Denn ein zweites Mal mit Oxalsäure könnten wir nicht behandeln, das würde die Völker zu sehr schwächen. Bei milden Temperaturen käme noch eine Sprühbehandlung mit Milchsäure in Frage. Und dennoch … um im kommenden Bienenjahr konsequent weitere Maßnahmen zu ergreifen, wie beispielsweise das Entnehmen der Drohenenbrut, ist es unerlässlich, sich über die Enwicklung jedes Volkes gut zu informieren und darüber Buch zu führen (via Stockkarte oder wie wir via Google-docs-Tabellen).

Heuer ist nun alles getan, was getan werden musste. Wir sind zuversichtlich, dass es alle Völker (bis vielleicht bis auf einen schwachen Ableger) gut über den Winter schaffen werden. Frohe Weihnachten nun auch für unsere Bienen!

Oxalsäurebehandlung im heute kältesten Ort Deutschlands

Oxalsäurebehandlung eines Bienenvolkes im Hainpark BambergTemperaturwerte am 05.12.2016Bei gemeldeten Minus 11,5° C (tatsächlich waren’s -8° C) klapperten wir im wahrsten Sinne des Wortes alle derzeit 8 Stationen ab, um an 13 Bienenvölkern Oxalsäure gegen die Varroaplage einzuträufeln. Wobei Reinhold nur an zwei Standorten wärmenden Beistand erhielt. Kristina möchte bald mal selber imkern und warf am Standort Erba-Insel einen ersten Blick in zwei Völker, die wir dort in der Früh um 7 Uhr behandelten.

Oxalsäurebehandlung eines Bienenvolkes an der Sternwarte BambergAm Standort Sternwarte traf sich Reinhold sodann mit Christian, der uns in diesem Jahr bereits mehrmals über die Schulter geschaut hatte.

Oxalsäurebehandlung eines Bienenvolkes im Hainpark BambergIch selbst hatte eindeutig zu kalte Füße bekommen. Die neuen Schuhe hielten leider nicht das, was ihr felliges Innenleben versprachen. Um nicht noch kurz vor unserer BAmbrosiusfeier am 7.12. (18-20 Uhr, Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, Erba-Park) krank zu werden, verkroch ich mich lieber wieder nach Hause, wo ich meinen tapferen Imkerhelden mit einem heißes Mittagessen auftauen werde.

Oxalsäurebehandlung eines Bienenvolkes im Hainpark BambergWie das mit der Oxalsäurebehandlung genau geht, hatten wir hier bereits einmal beschrieben. Wobei Reinhold mittlerweile so fit ist, dass er die Zarge nur noch anhebt und gleichzeitig träufelt, also nicht mehr die ganze Zarge wegstellt. Apropos … wenn wir Glück haben, hat die Träufelei ohnehin bald ein Ende. Man munkelt, dass wir bald auch in Deutschland (neben Österreich und der Schweiz) die Behandlung sprühend bzw. verdampfend anwenden dürfen. Was effektiver und bienenschonender ist. Zurzeit verbietet es der Gesetzgeber noch, er traut dem Imker einen ordnungsgemäßen Umgang mit der Säure nicht wirklich zu. Nun ja.

 

Schneeflöckchen, du deckst uns die Bienelein zu …

Morgenröte in BambergDas satte Morgenrot bestätigte, was der Wetterbericht vorhersagte: Heute soll es schneien, in diesem Winter so richtig zum ersten Male. Zeit, nach Wildensorg zu pilgern, um auch an letzen unserer neun Standorte den Varroenbefall auszuzählen.

Am Rinnersteig in BambergAm Rinnersteig angelangt hatten wir bereits rote Nasen von der Kälte, doch noch lag uns Bamberg eher herbstlich zu Füßen, am Horizont graublau die Hügelkette der Fränkische Schweiz.

Reinhold, Ilona, Steffi und Marcus im HeerleinIn der warmen Stube im Heerlein erwarteten uns die „Bienen-Herbergsleute“ Steffi und Marcus, Besitzer der Jungbauern-Wiese, auf der unsere paar Tausend „Mädels“ seit heuer stehen. Am BAmbrosiustag hatten wir spontan miteinander ein Karpfenessen verabredet, denn dazu sind wir heuer noch so gar nicht recht gekommen.

Wieder aufgewärmt ging’s zum Standort. Zwischenzeitlich kam der versprochene Schnee herunter und einhergehend mit den nun anhaltend kalten Temperaturen auch gleichzeitig ein Ende der Gefahr übermäßigem Varroenwachstums und der Faulbrut.

Hörprobe am Bienenstock mit Marcus und SteffiNun erst einmal eine Hörprobe – summt da noch was im Stock? Ja, wie schön! Tja, nicht an allen Standorten hatten wir in diesem Jahr das Glück eines vitalen Volkes. Doch wir teilen diesen Kummer heuer mit ziemlich vielen Imkern.

Varroazählung mit Reinhold, Steffi und Marcus des Volkes am RinnersteigSodann zählen wir die Varroen aus. 20 Stück der dunkel glänzenden Rundlinge lagen auf der Windel, einer weißen Plastiklade, die unten am Boden im Anschluss an die Oxalsäurebehandlung (hier am 9.12.) eingeschoben worden war.

Alles, was wir an Versorgung unserer Bienen heuer tun konnten, ist nun getan. Nun übernimmt der Winter die Regie. Uns bleibt nurmehr, viel zu lesen und zu lernen, um es in der neuen Saison noch besser zu machen. Vielleicht. Denn wie so oft gilt in der Natur: der Mensch denkt, Gott lenkt!

Michael und Hund Mani auf der Jungbauer-WieseFür die letzten Stunden im alten Jahr wünschen wir allen Tierhaltern gesunde „Familienmitglieder“, ob Biene oder Hund. Die wiederum dafür sorgen, dass auch wir Menschen durch die ständige Pflege, die wir ihnen ja meist im Freien angedeihen lassen, fit bleiben. So, wie zum Beispiel Hund Mani, der mit unermüdlicher Ausdauer für das Wohlergehen der Familie Sennefelder und Jungbauer sorgt.

Schneemann ReinholdSchneefrau IlonaBrr, ist Ihnen zu kalt und zu anstrengend? Na, dann wünschen wir Ihnen wahlweise einen kuscheligen Ausklang mit warmen Socken und Lesestoff. Und wer nicht weiß, was er lesen soll: 352 Artikel in diesem unseren Weblog dürften doch vollauf genügen, nicht wahr?!

Viel Vergnügen mit dem Restjahr, so oder so, wünschen ihren Leserinnen und Lesern – Ilona Munique und Reinhold Burger!

Oxalsäurebehandlung 2014 abgeschlossen

Völker in Bamberg, Wildensorg-RinnersteigAm 9. Dezember war es vermutlich der bisher kälteste Tag in diesem praktisch nicht vorhandenen Winter. Die Oxalsäurebehandlung ist am vernünftigsten vor der Wintersonnenwende, bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und natürlich, wenn die Bienen aus der Brut gegangen sind, plus 21 Tage.

Buger Wiesen im Raureif mit Schiff auf RMD-KanalDer erste Kälteeinbruch war allerdings erst am 25.11., so dass die Zeit etwas knapp ist. Kann sein, dass sich noch vereinzelt Brut in den Beuten befand. Doch bei den nunmehr wieder steigenden Temperaturen steht ein weiterer günstiger Termin eher nicht im Raum.

Buger Wiesen im WinterDaher hatte Reinhold am Abend zuvor kurz entschlossen die Fläschchen in Zeitung eingepackt, damit die Oxalsäure handwarm verabreicht werden konnte. In einem fleißigen Rundumgang schaffte er es, sämtliche neun Standorte und neun Völker zuzüglich der KHG-Bienen, für den wir einen Pflegeauftrag eingegangen sind, zu versorgen. Um 7 Uhr behandelte er auf der Erba-Insel das erste Volk, um 12 Uhr das letzte Volk in der Heiliggrabstraße. Trotz Mittagsstunde betrug die Temperatur dort noch -1° C.

Hagebutten überfrorenDie Völker hatten die Behandlung durchaus notwendig. Manche Völker verzeichneten noch 4-5 Varroen Milbenfall pro Tag. Die Ameisensäurebehandlung hatte nicht bei jedem Volk gleich gut gewirkt. Prachtvölker können wir kaum aufweisen, das war schon mal besser. Auch sehen die Bienen heuer alle etwas kleiner aus als sonst. Nicht varroaverkümmert – also längere Flügel als Körper durch verkürzten Hinterleib – doch irgendwie nicht so die gewohnten Proportionen.

Buger Wiesen mit RaureifWie ihr seht, sind wir recht offen mit allem. Denn nur, wenn wir ehrlich miteinander die Sorgen teilen, können wir Vergleiche anstellen und voneinander lernen. Und der eine oder die andere Imker/in ist sicherlich froh zu erfahren, dass es an IHR oder IHM nicht unbedingt gelegen haben muss, dass sich die Völker heuer nicht so super entwickelten. Zu warm, zu trocken, zu wenig Tracht, zu viel Varroa, zu viel Krankheiten. Nun gut, die starken kommen durch. Wir werden sehen …

[Korr. 23.11.2017]

Wie geht es unseren Völkern?

Hörprobe

Hörprobe von Christiane an ihrer Bienenpatenbeute in den Bamberger Buger Wiesen.

Die Hörprobe war schon mal positiv! Wegen der Eiseskälte gestatteten wir uns letzte Woche auch nur einen ganz kurzen Blick in die Wohnung unserer Bienen. Zum letzten Mal sahen wir am 21. Dezember anlässlich der Oxalsäurebehandlung nach.

Geschützt durch eine durchsichtige Folie zählten wir sechs von Bienen gut besetzte Wabengassen in den Buger Wiesen. Ein starkes Volk also, mit dem Christina Michel, unsere Bienenpatin, stolz Freundschaft schloss!

BeutenkontrolleIn der benach­barten Beute, der Paten­beute von Carmen Dechant, zählten wir fünf eben­falls ordentlich besetzte Gassen. Es zeigten sich zwar insgesamt etwas weniger Bienen auf den Rähmchenoberseiten, doch kann dies über die tatsächliche Stärke hinweg täuschen. Weiter unten ist es wohl einfach kuscheliger.

Das dritte Volk zeigte sich nur auf drei Rähmchen kräftig, eine weitere Wabengasse ist schwach belegt. Vier voll besetzte Wabengassen sollten es schon sein, um unsere Nerven zu beruhigen. Nun, der Ableger war von Anbeginn unser Sorgenkind-Volk: ein eingesammelter Mini-Schwarm aus unserem Standort Wildensorg-Rinnersteig, der sich unter der Beute verkrochen hatte. Doch dass es bisher durchgehalten hat, beweist den großen Überlebenswillen der Truppe um Biene Maja und Willi. Wobei es den Willi derzeit ja gar nicht gibt, Drohnen werden nun mal nicht durch den Winter geschleppt.

Totenfall

Winterlicher Totenfall an einer Bienenbeute

Die Völkerkontrolle am Standort Wildensorg-Rinnersteig ergab einiges an Totenfall in der linken Beute (die Patenbeute von Elisabeth Burger), doch ist es in Anbetracht der ehemaligen Stärke noch (!) im Rahmen.

Die rechte Beute hatte kaum Totenfall zu verzeichnen, das Mäusegitter abzunehmen, um diesen auszuräumen, war daher nicht notwendig. Der Blick hinein war im Grunde überflüssig und von daher wenig vorbildlich, da die Bienen ohnehin in der unteren, von oben nicht einsehbaren Zarge sitzen. Aber nach eineinhalb Monaten der „Sichtabstinenz“ mögen es uns die lieben Kleinen hoffentlich verzeihen. Zumal wir dem Patenbesuch ein bisschen Anschauungsunterricht angedeihen lassen wollten.

Daumen drücken, dass unsere Völker weiterhin gut über den Winter kommen!