Sensenkauf für den Bienengarten

Sensenkauf in OberlangheimNach dem letzten Sensenkurs beschlossen wir, für das Pflegen des Bamberger Bienengartens ein Sensenequipment zu kaufen. Den Tipp mit Oberlangheim bei Herrmanns Garten- und Forstgerätehandel (Am Ährenfeld) gab uns Josef „Jupp“ Schröder, der den Sensenkurs letzthin bei uns abhielt. Mit dem Zug nach Lichtenfels  und dann mit dem stündlichen Bus erreichten wir den kleinen Ort in der Nähe Klosterlangheims, der sogar zwei Wirtshäuser aufweisen konnte und einen wunderhübschen Dorfbrunnen.

Sensenkauf in Oberlangheim

Unsere Einkaufsliste enthielt …

  • … zwei Sensen aus Türkenstahl 60 cm
  • … zwei Sensenbäume (das ist der Holzkorpus, an dem das Sensenblatt montiert wird)
  • … zwei Sensenschlösser
  • … zwei Sensenschlüssel (um das Blatt an den Baum zu befestigen)
  • … zwei Dengeleisen (auch: Dengelamboss)
  • … eine Grassichel (Handsichel)
  • … zwei Wetzsteine
  • … zwei Dengelhämmer

Sensenkauf in Oberlangheim

So dengelten und sensten wir gleich vor Ort drauflos und ließen uns beraten, wie’s gehen könnte. Unser „Meister“, ein ehemaliger Forstarbeiter, hatte viel Geduld mit uns, und auch seine Gattin, die mit uns das Geschäftliche abwickelte und dafür sorgte, dass alles hübsch beieinander blieb und wir nichts vergaßen. Denn auf wenig Fläche mit Tausenderlei Klein- und Großwerkzeugen war es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten.

Sensenkauf in Oberlangheim

Auch kamen und gingen die Männer aus den umliegenden Dörfern, um ihre kaputten elektrischen Sensen reparieren zu lassen, denen meist der Faden gerissen ist. Tja, das kann uns mit unseren neuen Sensen nicht passieren! Diese werden höchstens mal stumpf, aber dafür haben wir ja nun das geeignete Material, dem beizukommen. Doch bevor das klappt, macht erst Übung den Meister bzw. die Meisterin. Tipp: Wartet nicht zu lange, sondern fragt rechtzeitig eure Altvorderen, wie das Sensen und Dengeln genau geht, denn das Wissen darüber geht mancherorts vielleicht bald schon verloren!

Herzlichen Dank und Gruß der Familie Herrmann!

Sensen und Dengeln mit Jupp Schröder und Gästen

Sensenkurs-Referent Josef "Jupp" SchröderJosef "Jupp" Schröder beim Dengeln.Der Sensen- und Dengelkurs mit Josef „Jupp“ Schröder brachte rund 20 Gästen aus Bamberg und sogar aus Kulmbach und Pretzfeld zur Bienen-InfoWabe. Sie erfuhren praxisnah, auf was es für ein erfolgreiches und gleichzeitig kräfteschonendes, vor allem aber umweltfreundliches und insektenschonendes Abmähen des Grases ankommt. Herr Beckmann vom „Fränkischen Tag“ hat darüber einen Film produziert (1:41 min.).

Hier ein paar Auszüge aus dem Erfahrungsschatz des Gartenexperten, den wir sehr herzlich für sein erneutes und zuverlässiges Kommen danken. Dass das nicht selbstverständlich ist, zeigte die Abwesenheit des Dengelexperten, doch Jupp meisterte die Doppelrolle perfekt. Ja, ja, die „Alten“ werden wohl noch viel länger gebraucht … nun denn … kommen wir zu den praktischen Tipps:

  • Eine geeignete Sense muss beim Einkauf „hell singen“, wenn man sie am Knauf rückwärts über einen Stein führt.
  • Der Führungsgriff sollte auf die Körpergröße einstellbar sein.
  • Für eine richtige Einstellung der Sensenschneide muss sich die Klingenspitze 2,5 cm tiefer als der Ansatz bzw. Holmen befinden.
  • Die Körperhaltung ist nur leicht gebeugt. Das rechte Bein geht nach vorne.
  • Der Bogen beginnt nicht weit von hinten, sondern nur leicht schräg von rechts, gefolgt von einer starken, schwungvollen Orientierung nach links.
  • Die Klinge wird dicht über dem Gras geführt, der Knauf bleibt am Boden.
  • Hin und wieder mit einem feuchten Wetzstein bei lockerer Hand beide Sensenseiten nachschärfen, von hintennach vorne und endend an der abgewandten Schneidseite.
  • Das Dengeln, wenn das Wetzen nicht mehr als genügend erscheint, funktioniert am besten mit einem abgerundeten Dengelhammer. Diesen leicht auf die Klinge niedergehen lassen und den Stahl auf 3-7 cm Breite (den „Dengel“) in Körperrichtung „treiben“.
  • Als Unterlage dient ein Dengelstein, auch Dengelamboss genannt. Ein normaler Schlag- oder Schmiedeamboss tut’s auch.
  • Zur Erleichterung kann auch ein Schlagdengler verwendet werden. Dengelmaschinen hingegen nutzen die Schneide zu schnell ab.

Josef "Jupp" Schröder wetzt ein Sensenblatt.Noch ausführlicher sind wir in diesen Bericht auf alles eingegangen.

P. S.: Seit dem Kurs wird ein Vierkantschlüssel vermisst. Bitte bei uns abgeben bzw. zusenden, wer ihn gefunden hat. Der Helfer von Jupp, dessen Namen wir leider nicht kennen, hat ihn vermutlich in seine Hosentasche gesteckt. Vielen Dank!

Fotogalerie Sensenkurs

BIWa-Sonntagsöffnung am 02.06.2019 mit Sensenkurs

Josef "Jupp" Schröder, GartenexperteLogo für das Schwerpunktthema Natur der Bienen-InfoWabeSo., 02.06.19 – BIWa-Sonntagsöffnung mit Vortrag

  • 14.00 – 16.00 Uhr | Offenes Haus für alle … rund um Bienen, Honig, Imkerei und Natur.
  • 16.00 – 18.00 Uhr | Sensenkurs im Erba-Park. Sensen auswählen, einstellen, bedienen und dengeln.

Josef "Jupp" Schröder beim DengelnWas? Wer nur ein- bis zweimal pro Jahr mäht, weil’s bienen- bzw. insektenfreundlich sein soll, greift am besten zur Sense. Bereits beim Kauf sollte auf die Qualität geachtet werden. Zudem spart die richtige Klingeneinstellung und eine gute Technik viel Kraft und Mühe. Wir probieren es an kleinen Flächen rund um die Bienen-InfoWabe im Erba-Park aus. Um die Sensen dabei scharf zu halten, ist das Dengeln ein wichtiger Vorgang, das ebenfalls gezeigt wird. Falls vorhanden, Sense mitbringen.

Für wen? Ohne Altersbeschränkung
Kosten? Keine, über Spenden freuen wir uns
Referent: Josef „Jupp“ Schröder, Autor der Gartentipps im Fränkischen Tag / infranken.de
Wo? Bienen-InfoWabe, Bienenweg 1, 96047 Bamberg (Erba-Park)

Dengeln und Sensen mit Josef „Jupp“ Schröder …

Parade verschiedener Sensen… und mit Alex aus Oberlangheim bei Lichtenfels sowie über 30 Interessierten – nullkommanix waren unsere Blühareale abgemäht! Ja, ist schade. Doch für diesen wichtigen Sonntags-Workshop am 06.08.2017 war’s das wert. Wächst ja wieder. Man muss dabei gewesen sein, anders lassen sich die Vorgänge schlecht erklären. Vielleicht noch mit Bildern und Filmmaterial. Letzteres wird nachgereicht, wenn die Urlaubszeit vorbei ist. Versprochen.

Demonstration der SensenführungWarum wir diesen Workshop angeboten haben, liegt auf der Hand. Wir propagieren bienenfreundlichen Bewuchs, was bedeutet, dass dieser eine Höhe erreicht, mit der ein normaler Rasenmäher nicht mehr zurecht kommt. Also Sense raus und – wie schön! – lärmneutral ein- bis zweimal im Jahr abgeerntet. Außer, man möchte Kleewiesen haben, die auch eine prima Bienenweide sind. Da darf man ruhig 4-5 mal im Jahr ran. Am besten, die Areale sind feucht, so schneidet es sich besser.

Schärfen der Sensenklinge (Sensenblatt)

Das Dengeln

Nicht wirklich lärmneutral allerdings ist das Dengeln. So ab 20 Betriebsstunden – sagt der Alex, der uns das äußerst professionell gezeigt hat – ist es nötig, das Sensenblatt wieder zu begradigen. Mittels eines rundlichen Hammers wird behutsam und ohne Dellen Material in die Schneidenkante ausgetrieben. Aber keinesfalls übertrieben! Ein paar Millimeter müssen Luft bleiben. Sowohl zwischen dem Blatt und der Auflagefläche (Amboss) als auch zwischen Hammerschlag und unterem Ende des Klingenbogens. Sonst wird die Klinge mit der Zeit zu dünn.

Am Klang sollte zu erkennen sein, ob das Blatt scharf genug ist – sagt der Jupp. Josef Schröder demonstriert es mit einem raschen Schwung auf der Betonfläche der Bienen-InfoWabe. Tatsächlich, es ein heller, hoher Ton erklingt. Nach etwa 20 Minuten des Sensens – je nach Bewuchs und Schnelligkeit – wird das Sensenblatt mit einem Schleifstein beidseitig nachgeschärft.

Demonstration des DengelnsEbenfalls am Klang erkennt man, ob man richtig dengelt. Aber das hört ihr noch im Film, den ich gerade aus Kapazitätsgründen nicht hochladen kann. Wie gesagt, wird nachgeholt. Jedenfalls war’s sehr, sehr lehreich und kurzweilig. Die angesetzte Stunde hatten wir gehörig überzogen, bis 18.30 Uhr waren die letzten von dannen gezogen. Dass sich die Referenten nebst Anhang (Danke, Tina und braver Wuff!) so lange Zeit für uns genommen hatten, war super nett, herzlichsten Dank dafür! Das betonten auch die Gäste, die sogar aus Coburg und Nürnberg anreisten.

Ein Zitat spricht Bände: „Wenn ich das alles früher gezeigt bekommen hätte, hätte ich mir ein Leben lang viel Mühe erspart!“