Bienengarten 2.0 – unser Auftakt zum „Tag der Artenvielfalt“

Passend zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt kündigen wir unser neues Projekt „Bienengarten 2.0 – Lebensraum für Artenvielfalt“ an. Das Upgrade für unseren Bamberger Bienengarten soll die tierische Vielfalt im südlichen Erba-Park erhöhen. Zusätzlich zu den Honigbienen schaffen wir Überlebensraum für sechs verschiedene Tierarten: Vögel, Fledermäuse, Eichhörnchen, Igel, Wildbienen und Käfer.

Vogelkundler Andreas Märtlbauer (LBV)Unter fachlicher Beratung des LBV (Arbeitskreis Regnitzaue, Andreas Märtlbauer), der Lebenshilfe Bamberg und der Wildtierfreunde Bamberg e. V. stellen wir einen Förderantrag, um diesen Tierarten geeignete Nist- und Bruträume sowie ein ausreichendes Nahrungsangebot zu schaffen. 

Was steckt dahinter? 

2022 erhielt der Bamberger Bienengarten das Zertifikat „Bayern blüht – Naturgarten“.

Offizielles Schild zur Naturgarten-Zertifizierung "Bayern blüht – Naturgarten" im Bamberger Bienengarten Alles schön und gut. Doch ein Kritikpunkt von damals lässt uns bis heute keine Ruhe. Das Komitee stellte fest, dass der Garten zwar überdurchschnittlich viel für Wild- und Honigbienen sowie andere Insekten bereit hält, jedoch eher wenig für andere Tierarten.

Nun gut, wir sind in unserem selbstgewählten Ehrenamtthema nun einmal auf Bienen fokkusiert. Dennoch möchten wir unser Scherflein auch für andere Lebewesen beitragen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen!

Vogelhäuschen mit Meise im Bamberger Bienengarten, Bienenweg 1, 96047 Bamberg1. Vögel

Obwohl uns bewusst ist, dass Vögel für unsere Lieblinge, die Bienen, durchaus eine Gefahr darstellen, akzeptieren wir die Maxime „Fressen und gefressen werden!“ Unsere gefiederten Freunde gehörten selbstverständlich dazu, wir werden es also schon verkraften. Bereits jetzt besitzen wir drei immer sehr gut belegt Vogelhäuser. Doch da geht noch mehr! Mittelfristiges Ziel ist die Erfüllung der Kriterien zur Zertifizierung „Vogelfreundlicher Garten“.

Botanisches Pflanzschild mit Fledermaussymbol für eine nachtaktive Pflanze (Nachtkerze)2. Fledermäuse

Fledermäuse sind ebenfalls Mitbewohner im Erba-Park. Wenn wir nach getaner Arbeit gemütlich an der Bienen-InfoWabe sitzen, huschen sie regelmäßig an uns vorbei. In unserem Bienengarten finden sie einige nachtaktive Pflanzen, die Insekten anlocken und damit Nahrung für unsere Batmans. Verschiedene Nistbretter an unserem Nussbaum sollen kleinen und großen Fledermausarten eine neue Heimat bieten.

3. Eichhörnchen

Immer wieder finden wir im Garten vergrabene und angehäufte Nüsse in Nischen und Töpfen. Hin und wieder huschen im Herbst Eichhörnchen vorbei. Doch die Population erscheint uns sehr gering. Ein paar aufgehängte Eichhörnchenkobel sollen das ändern.

4. Igel

Bislang sichteten wir noch keine Igel in unserem südlich gelegenen Teil des Erba-Parks. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir eben noch keinen Überlebensraum anbieten, etwa durch Reisighaufen oder Igelhäuschen. Da legen wir also mit Hilfe der Wildtierfreunde nach und beobachten, wie es sich entwickelt.

Wildbienen-Nitsthilfe der Lebenshilfe Bamberg am Stand zum Nachhaltigkeitstag Erzdiözese Bamberg5. Wildbienen

Für Wildbienen ist bei uns schon einiges getan! Dennoch möchten wir ein neues Nisthilfemodell anschaffen, um noch mehr Erfahrungswerte  an unsere Ratsuchenden weitergeben zu können.

Glattschieniger Pinselkaefer (Trichius gallicus) an Pfingstrose (Paeonia 'Lemon Chiffon') im Schau-Pfingstrosenbeet des Bamberger Bienengartens6. Käfer

Die kleinen Krabbler sind bei uns häufig anzutreffen, ob als Rosen-, Pinsel oder Feuerwanzenkäfer und einige mehr. Dennoch – für unsere erweiterte Artenvielfalt müssen wir auch das Nahrungsangebot ausbauen.

Glücklicherweise verfügen wir bereits über Blühwiesen. Doch der Vogelspezialist Andreas Märtlbauer (LBV) hat uns auf die Idee der Käferkeller und -burgen gebracht. Mithilfe eines Schulprojekts werden wir diese anlegen.

Unterstützung gesucht

Wer für unser Projekt „Bienengarten 2.0“ spenden möchte, darf das gerne tun. Die Fördermittel reichen sicherlich nicht für alle Ideen, selbst, wenn sie genehmigt werden. Wir werden sehen … und derweil nicht untätig bleiben. Uns beraten zu lassen haben wir mit Andy bereits in die Wege geleitet! Danke dir dafür! Weitere Maßnahmen sind das Sammeln geeigneter Materialen, die uns die Natur ohnehin kostenlos bietet. Wir werden berichten.

22.05. – Zum Tag der Artenvielfalt. Impressionen aus dem Bamberger Bienengarten

Der Bamberger Bienengarten im südlichen Areal der ERBA-Insel hat sich über die Jahre hinweg zu einer Oase für verschiedene Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Am Pfingstsonntag pilgerten rund 50 Besucher in den Bienenweg 1 im ERBA-Park. Viele davon suchten den „magischen Ort“ (O-Ton Gast) gezielt auf. Die einen erfuhren von der BIWa-Sonntagsöffnung (immer am 3. des Monats) aus den Zeitungen, andere wussten, dass nun die Päonien voll erblühen und erfreuen sich an den vielerlei Farben-, Formen- und Duftsorten im Schau-Pfingstrosenbeet.

Hier ein paar Impressionen zum Tag der Artenvielfalt.

Tierarten im Bamberger Bienengarten

Es kreucht und fleucht auf jedem Quadratmeter im Bamberger Bienengarten. Hier ein paar „eingefangene“ Arten in der Reihenfolge der Fotos: Honigbiene ‚Carnica‘, Meise, Tagfalter ‚Kleiner Fuchs‘, Nachtfalter ‚Gammaeule‘, Gebänderter Pinselkäfer, Trauer-Rosenkäfer, Holzbiene und zum Schluss Wildbiene mit Gesellschaft.

 

Glattschieniger Pinselkaefer (Trichius gallicus) an Pfingstrose (Paeonia 'Lemon Chiffon') im Schau-Pfingstrosenbeet des Bamberger BienengartensWildbiene, hier Holzbiene an Pfingstrose (Paeonia 'Gedenken')

Insekten an Pfingstrose Paeonia lactiflora 'Lemon Chiffon'

Pfingstrosen-Arten … kleine Auswahl aus unserem Bienengarten

In den meisten Gärten finden sich die beiden Arten „Bauernpfingstrosen“, also die Paeonia officinalis, und die „Edelpfingstrose“, auch „Chinesische Pfingstrose“ genannt, botanisch Paeonia lactiflora.

Wichtig ist, dass sie bienenfreundlich sind, also noch über ihre Staubkranzgefäße verfügen, was bei offenen oder halboffenen Arten der Fall ist. Stellvertretend für die P. officinalis ist in unserem Bienengarten die „Mollies“ zuhause und die Wildform „Apothekerrose“ (s. Foto). Sie blühen am frühesten im Jahr.

Die meisten unserer Pfingstrosen sind von der Art P. lactiflora.
Apotheker-Pfingstrose (Paeonia officinalis)

 

Schutzraum Buger Wiesen für Lerchen, Schafstelzen und Bienen

Einweihung Infotafel "Lerchenschutz" in den Buger WiesenEin guter Wochenstart für die Feldlerchen und Bienen der Buger Wiesen! Bambergs Bürgermeister Jonas Glüsenkamp ehrte am 04.04.2022 mit seiner Anwesenheit die Arbeit an den Infotafeln zum Lerchenschutz des Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe Bamberg („Fuchsenwiese“). Der mittlerweile selten gewordene Bodenbrüter ist durch frühe Mahd und freilaufende Hunde in großer Gefahr.

Interessenskonflikte befrieden

Infotafel (klein) zum Brutgebiet der Feldlerche in den Buger WiesenManche Menschen meinen, alle Vögel hätten ihre Nester in den Bäumen. Das trifft jedoch nicht auf die Feldlerche (Alauda arvensis) und die Wiesenschafstelze (Motacilla flava) zu, erklärte Andreas Märtlbauer von der AK Regnitzaue, der das Projekt federführend durchgezogen hat. Sie brüten auf dem Boden, leicht erreichbar für Hunde.

Hundehaltergespräch zur Einweihung Infotafel "Lerchenschutz" in den Buger Wiesen (LBV und Bgm. Jonas Glüsenkamp)Den meisten Vierbeiner ist Neugierde und Lauffreude bis hin zum Jagdtrieb nun einmal angeboren. Und eine Stadt wie Bamberg verfügt nun einmal nicht über ausreichend Fläche für den notwendigen Auslauf. Das Problem ist durchaus bekannt und wird aktuell in der Kommune diskutiert. So scheute Jonas Glüsenkamp auch nicht das direkte Gespräch mit den fortwährend an der Gruppe vorbeiflanierenden Hundehaltern. Es gilt, die Interessenskonflikte aufzugreifen und bestmöglichst zu befrieden.

Informationen sind das A und O

Zum Befrieden gehören die richtige Informationen. Daher wurde das Infoprojekt durch Mittel aus dem Unterstützungsfond III der Stadt Bamberg gefördert, dem auch unsere Initiative bekanntlich ein Projekt zu verdanken hat.

Einweihung Infotafel "Lerchenschutz" in den Buger Wiesen (LBV und Bgm. Jonas Glüsenkamp)Jonas Glüsenkamp hob hervor, dass es Projekte wie diese sind, die mit dem Geld gestemmt werden sollen, um pandemiebedingten Spendendefizite abzumildern. Mit der Finanzspritze wurde neben der großen und mehreren kleineren Infotafeln auch ein ansprechender Flyer gestaltet. Fuchsenwiesen-Leiterin Brigitte Pfister, die die Gruppe begrüßte, wies zwar auf den QR-Code hin, der den Flyer scheinbar überflüssig macht. Doch konnten wir ihr aus eigener Erfahrung bestätigen, dass Printausdrucke noch immer nicht passé sind. Zumindest an der Bienen-InfoWabe erleben wir einen guten Absatz.

Der Bürgermeister stieß ins selbe Horn. Er bestätigte, dass Inormationen, die direkt im Lebensumfeld der Menschen installiert werden, gerne angenommen werden. Haptische und besonders „menschliche“ Infos außerhalb des Internets haben seit Corona wieder Konjunktur. So ließ es sich Jonas Glüsenkamp auch nicht nehmen, auf dem Rückweg einen kurzen Blick in die benachbarten Bienenstöcke zu werfen. Die Wärme des Volkes trotz eisiger Temperaturen kann man übers Internet eher schlecht erfahren.

Bürgermeister Jonas Glüsenkamp am Bienenstandort "Buger Wiesen" der Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de

Schutzmöglichkeiten: Hunde anleinen, Lerchenfenster, späte Mahd

Feldlerche wie Schafstelze – beide in den Buger Wiesen anzutreffenden Vogelarten werden hoffentlich bald besonderen Schutz genießen, wenn mehr Hundehalter in der Brutzeit (1. April bis 31. Juli) ihre Lieblinge, von denen so manche ihr Jagdtrieb unweigerlich an die Nester führt, an die Leine nehmen würden.

Ein Schutz, der durch Landwirt Michael Schrüffer mittels „Lerchenfenster“ erweitert wird. In den von ihm bewirtschafteten Felder hält er mehrere etwa zwanzig Quadratmeter große Flächen von Saatgut frei, um den Lerchen Anlande- und Brutfläche zu bieten.

Eine weitere Schutzmöglichkeit wäre eine spätere Mahd … womit wir bei der angebotenen Beteiligung unserer Initiative Bienen-leben-in-Bamberg.de wären.

Bienen profitieren vom Lerchenschutz

Bamberger Lagenhonig, Lage Buger WiesenDa unsere Bienen ebenfalls von einer späteren Mahd und dem damit verbundenen Blütenreichtum profitieren würden, boten wir als Initiative an, für drei Jahre diejenigen Bauern finanziell zu unterstützen, die sich dieser Maßnahme verpflichten. Doch warum sollten wir das tun? Reicht es nicht, einfach später aufs Feld zu fahren? Leckeres Heu, bestehend aus vielen Kräutern, ist das nicht ein tolles Verkaufsargument und alle Landwirte sollten davon profitieren können? Tja, leider ist dem nicht so.

Hasenklee, eine prima BienenweidepflanzeZwar ist der bekannte „Wasserschutz-Weizen-Landwirt“ aus Weigenheim kein Viehhalter. Doch auch er erkennt in der späteren Mahd ein Problem für seine Kolleg(inn)en. Sie würden blütenreiches Heu schlechter verkaufen können, da es weniger Eiweiß enthielte. Ohnehin ist die Viehhaltung und damit der Absatzmarkt im Umkreis von Bamberg eher unterrepräsentiert.

Wer sich nun denkt, dafür sei das Land mit Ausgleichsmitteln zuständig … leider greift das nicht immer. Nimmt ein Landwirt bereits an einer Agrarumweltmaßnahme (z. B. KULAP) teil, kann er keine zweite Maßnahme mehr beantragen. Mit den Beiträgen unserer Bienenpatinnen und -paten werden wir also hier im mittleren dreistelligen Bereich für eine kontiniuierliche Ausgleichsunterstützung sorgen.

Fehlen nur noch die Landwirte, die sich als das erweisen, was man ihnen so gern ans Rever heftet bzw. heften würde: „Bayerns oberste Landesschützer.“ Quod ad probandum. Bewiesen hat es jedenfalls bereits Manfred Schrüffer. Dafür danken wir ihm im Namen der Vogel- und Insektenwelt recht herzlich, wie auch Andreas Märtlbauer, der den Kontakt herstellte!

*4* Adventskalender der Bamberger Schulbiene

BarbarazweigHeute ist Barbaratag – klar haben wir Zweige in die Vase gestellt. Apfelbaumblüten soll es an Weihnachten geben, das würde Glück fürs neue Jahr bringen. Honigbienen sehen das sicherlich genau so. Wir haben übrigens nur diejenigen Äste abgeschnitten, die ohnehin hätten gestutzt werden müssen.

Was Bienen noch so gerne besuchen, erfährt man aus dem Bienenweidekatalog. Kostenlos zum Download, umfangreich bebildert und mit Tabellen bestückt wird er herausgegeben vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR). Der Untertitel lautet „Verbesserung der Bienenweide und des Artenreichtums“ und richtet sich an alle, die sich „für den Schutz von Bienen interessierten“, so agrarheute.com in seiner Rezension*.

Der Katalog gibt „konkrete Tipps und Hinweise zum Ausbau des Nahrungsangebotes für Wild- und Honigbienen und zur Verbesserung der Lebensgrundlagen blütenbesuchender Insekten insgesamt.“

Dem Bienenweidekatalog beigesellt ist eine Datenbank, „in welcher die im Katalog empfohlenen sowie weitere Pflanzenarten nach unterschiedlichen Kriterien recherchiert werden können.“

Die Vögelchen übrigens sind eine schöne Erinnerung an meinen längst schon verstorbenen Opa. Uns Kinder nahm er auf seinem Arm und streichelte die Schwanzfedern. Da wir immer gebannt auf die bunten Vögelchen sahen, merkten wir lange nicht, das es nicht sie waren, sondern mein Opa, der da so lustig zwitscherte. Ich vermisse ihn, aber ich glaube, er hört jedes Jahr in der Weihnachtszeit meine Vögelchen nach ihm rufen. Ganz bestimmt!

*[Link inaktiv, zuletzt abgerufen am 21.11.2012.]