Asiatische Hornisse: Aufruf zum 3. Monitoring im September

Vergleich Hornissen: Die invasive, nicht heimische Vespa velutina (Asiatische Hornisse) und unsere heimische Vespa crabro (Europäische Hornisse)In der ersten Septemberwoche startet das 3. Monitoring der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina). Imkervereine – auch in der Region Bamberg! – sind aufgerufen, möglichst viele Mitglieder darüber zu informieren. Der näheste Fund wurde unlängst in Wiesengiech bei Scheßlitz ausgemacht.

Wie wichtig eine breite Information auch der Bevölkerung ist, zeigt ein aktueller Fund im Imkerverein Bad Brückenau e. V. Bereits 2024 wurde dort ein Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt und entfernt. Am 26. Juli 2026 meldete eine Anwohnerin aus dem Bayerischen Staatsbad eine Vespa velutina auf ihren Brombeeren.

Zur weiteren Beobachtung wurden Dochttöpfe mit einer süßen, stark alkoholhaltigen Mischung aufgestellt. Ein Tier konnte eingefangen, markiert und anschließend beobachtet werden. Es kehrte bereits nach vier Minuten zur Futterquelle zurück. Daraus ließ sich schließen, dass sich das Nest vermutlich nur 200 bis 300 Meter entfernt befand – in Richtung Kurpark.

Flyer Vespa velutina der LWG (Ausschnitt)Daraufhin verteilten Vereinsmitglieder in den drei infrage kommenden Straßen DIN-A5-Flyer des IBI (PDF) mit ergänzenden Informationen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Am 10. August entdeckte eine Anwohnerin beim Fensterputzen eine Asiatische Hornisse unter den Dachziegeln einer kleinen Gaube. Die Tiere flogen durch eine etwa fünf Zentimeter große Öffnung über der Dachrinne ein. Die Anwohnerin erinnerte sich an den Flyer, fotografierte den Fund und lud ihn auf Beewarned hoch.

So konnte das Nest noch am selben Tag begutachtet werden. Ohne die Aufmerksamkeit der Bevölkerung wäre es in seiner versteckten Lage vermutlich nur schwer und deutlich später gefunden worden. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind inzwischen angelaufen. Dadurch wird verhindert, dass das Nest weitere Königinnen für das Jahr 2027 hervorbringt.

Liebe Imker/innen: Bitte beteiligt euch am Monitoring und informiert eure Vereinsmitglieder sowie die Bevölkerung in eurem Umfeld.

Asiatische Hornisse, Vespa Velutina im Raum Bamberg gesichtet

Am 15.07.2026 wurde in der Nähe von Wiesengiech im Landkreis Bamberg ein Einzeltier der Asiatischen Hornisse (Vespa Velutina nigrithorax) gesichtet. Der Fund dieser eingeschleppten, invasiven und bienengefährdenden Art wurde am 16.07.2026 vom Institut für Bienenkunde und Imkerei (IBI) von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) bestätigt und im Meldeportal beewarned.de veröffentlicht. Aufgrund der Größe und dem Gewicht des Tieres wird davon ausgegangen, dass es sich um eine Königin handelt.

Beewarned.de. Erste Sichtung von Vespa Velutina im Raum Bamberg.

Beewarned.de (22.7.2026) – © LWG

Asiatische Hornisse, Vespa Velutina

Asiatische Hornisse © LWG

Faltkarte Vespa Velutina

Faltkarte Vespa Velutina – © LWG

Dochttöpfe („Locktöpfe“) in der Nähe des Fundortes, auch im öffentlichen Bereich, wurden aufgestellt. Diese werden stark von heimischen Wespen beflogen, weitere Asiatische Hornissen haben sich noch nicht blicken lassen. Auch im Stadtgebiet Bamberg wurden Dochttöpfe zum Monitoring aufgestellt. Weiterhin wurde eine Whatsapp-Gruppe für Bamberg zum schnellen Austausch eingerichtet.

WhatsApp-Einladungslink: https://chat.whatsapp.com/DVUWhWavlR866My9t0jutg?s=cl&p=i&ilr=2

Dochtglas, Dochttopf

Dochttopf © LWG

Zur Aufstellung von Dochttöpfen gilt aktuell die Empfehlung von Ronald Jäger, Koordinator Vespa Velutina am IBI, diese nicht direkt am Bienenstand aufzustellen, da sonst auch die Bienen die Töpfe befliegen (trotz des Alkoholgehalts in der Lockflüssigkeit). Damit könnte die Gefahr bestehen, dass eventuell noch nicht geernteter Honig kontaminiert wird und nicht mehr in Umlauf gebracht werden kann.

Wie geht es weiter?

Das weitere Vorgehen ist, über die nächsten Wochen die Dochttöpfe zu pflegen und zu beobachten. Sollte es sich um ein zum Beispiel in einem LKW mitgereisten Einzeltier handeln, wäre die Region für heuer noch davongekommen. Über kurz oder lang müssen wir jedoch ohne Frage mit weiteren Vorkommen rechnen. Wir Imker/innen sind gewarnt und halten euch auf dem Laufenden. Im Bedarfsfall werden wir die Bevölkerung zur gemeinsamen Suche nach den Nestern über alle Kanäle aufrufen, damit es nicht zu einem großen Bienensterben kommen wird.

Auch die Bevölkerung ist aufgerufen, ihre Insektenwelt zu beobachten und bei Verdachtsfällen ein Foto machen. Nur dann kann bestimmt werden, ob es sich dabei um die invasive Asiatische Hornisse handelt und entsprechend Maßnahmen ergriffen werden.


Weitere Infos und Updates zum Fund im Meldeportal https://beewarnd.de, auf unserem Blog hier unter https://bienen-leben-in-bamberg.de und speziell zum Fund in Wiesengiech auf der Website des Imkervereins Scheßlitz unter https://www.imker-schesslitz.de/vespa-velutina.

Infos zum Monitoring der Vespa Velutina siehe ebenfalls unseren Blogbeitrag vom 5.7.2026 unter https://bienen-leben-in-bamberg.de/vespa-velutina-monitoring-2026-gestartet.

Veitshöchheimer Imkerforum 2025 (4) – Nahrungsergänzungsmittel und Schmelzverfahren

Im 4. Vortrag des IBI, Institut für Bienenkunde und Imkerei, stellte Dr. Ingrid Illies anlässlich des Imkerforums in Veitshöchheim zwei Forschungsergebnisse vor: Nahrungsergänzungmittel [für Bienen] im Test und Schmelzverfahren im Vergleich.

Nahrungsergänzungsmittel im Test

Sind Nahrungsergänzungsmittel für Bienen notwendig, überflüssig oder gar schädlich? Zu dieser Frage forschte das IBI-Team unter der Federführung von Dr. Ingrid Illies mit einem ernüchternden – na ja, eigentlich doch zu erwartenden – Ergebnis: Weder Nutzen noch Schaden feststellbar, wobei eine Rückstandsuntersuchung noch läuft.

Untersucht wurden zwei Präparate. Es waren dies eines mit Meeresalgen aus der Nordsee, beworben als antibakteriell wirkend und mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert, und eines mit „hochwertigem Kraftfutter“, beworben als anibakteriell, antiviral und immunstärkend auf Hühnereiweißbasis. Die Kontrollgruppe erhielt einmal eine Futterteigmischung ApiInvert/ApiFonda und einmal Flüssigfutter ohne Zusätze.

An 30 Ablegervölkern (je 10) wurden 2023/2024 erfasst: Volksentwicklung, Lebensdauer und Honigertrag. Und was soll man sagen:

Es gab zu keinem Zeitpunkt Unterschiede, ob in der Anzahl der Bienen oder der Brutzellen, auch nicht bei der Frühtrachternte. Die Ausgabe von Nahrungsergänzungsmittel für Bienen kann man sich wohl sparen.

Schmelzverfahren im Vergleich

Was ist wirtschaftlicher, um wertvolles Eigenwachs zu gewinnen: Dampfwachsschmelzer oder Sonnenwachsschmelzer? Für jene, die betriebswirtschaftlich rechnen möchten – s. a. Vortrag 3 zum Projekt ZuFI, Zukunftsfähige Imkerei in Bayern  – sicher eine interessante Frage.

Die Antwort nach der besten Ausbeute an Rohwachs im Zusammenhang mit Wirtschaftlichkeit: Kommt darauf an!

In der Testreihe des IBI erfasst wurden der Wasserverbrauch, der Energieverbrauch (Strom oder Gas) und die Arbeitszeiten, von der Rüstzeit über die Befüllung bis zur Entleerung. Die Effizienzangabe wurde auch in Abhängigkeit von der Betriebsklasse, also ob eine Imkerei 100 oder 5.000 Rächmchenwaben einschmelzen möchte, ermittelt.

5 Modelle wurden getestet, darunter 4 Dampfwachsschmelzer und ein Sonnenwachsschmelzer. Das Ergebnis:

  • Für Kleinstmengen ist erwartungsgemäß ein Sonnenwachsschmelzer das Gerät der Wahl.
  • Bei bis zu 500 Waben im Jahr dürften die Kleinwachsschmelzer am wirtschaftlichsten sein.
  • Eine Kombination von einem günstigen Sonnenwachsschmelzer mit einem Kleinwachsschmelzer (also um die 400 Euro bei 15 Zanderwaben) ist wohl für die meisten Imkereien am sinnvollsten. Vor allem, wenn man sich einen Kleinwachsschmelzer gemeinschaftlich anschafft.

By the way; Wir selbst schafften uns 2023 einen Wachsschleuder an, der für unsere zwischen 15 und 25 Völker sicher als Rolls Royce gelten dürfte. Doch da wir diese über einen städtischen Fördermittelfonds finanziert bekamen, bildet diese Fuhrparkbereicherung eher eine Ausnahme, auf die wir allerdings nicht mehr verzichten möchten.

Denn die Arbeitszeit von 8 Stunden (mit Tapetenablöserdampf im Zargenaufbau) auf eine Dreiviertelstunde zu reduzieren macht für uns, die wir noch voll berufstätig sind, echt Sinn. Wem es also nicht um die reine Wirtschaftlichkeit geht, sondern um eine zeitliche Ersparnis, aber auch eine körperliche Entlastung, … na, und so erklärt sich folglich die Antwort auf die Anschaffungsentscheidung zum Wachsschmelzen weiter oben: Es kommt darauf an!

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