Wachsschleudern bringt wertvollen Rohstoff

Wabenrähmchen, Altwachs Imkerliche Arbeit, die kaum jemand zu sehen bekommt: den Rohstoff Wachs aus Altwachswaben gewinnen. Dabei werden die Bienen in ihrer Wohnung auf neue Waben „hochgezogen“ und die alten, verlassenen Bruträhmchen aus dem Stock entfernt. Die gesammelten Altwachswaben werden ausgeschleudert, ähnlich wie beim Honigschleudern.

Wertvoller Rohstoff

WachsschleudernSo unansehnlich die Altwabenwachse auch aussehen – aus ihnen kann mittels heißem Wasserdampf wieder wunderbar goldgelbes Rohwachs entstehen. Dieses wird einige Zeit später in einem Wachsklärbehälter bei hoher Hitze für mehrere Stunden erneut eingeschmolzen, um sie restlos zu säubern und zu desinfizieren. So können sich keine Krankheiten verbreiten, wenn wir das Wachs im Spätwinter zu neuen Wachswabenplatten gießen und für die nächste Bienensaison verwenden.

WachsschleudernUnterstellmöglichkeit gesucht!

Die geräuschlose Maschine, die uns beim Wachsschleudern unterstützt, wurde über Fördermittel angeschafft und verrichtet ihre Dienste in der Nordflur.

Wir suchen nach wie vor eine Unterstellmöglichkeit in der Innenstadt Bambergs, beispielsweise einen kleinen Raum mit ca. 10 qm in einem Nebengebäude, Schuppen oder Keller. Die Dampfentwicklung ist nicht sonderlich groß, doch es wird Starkstrom gebraucht. Mehr als dreimal im Jahr ist sie nicht im Einsatz. Wer uns hier weiterhelfen kann, wird natürlich mit Honig belohnt!

Wachsschleudern in der Nordflur

175 Altwachs-Rähmchen konnten wir innerhalb von 6 Stunden (inklusive Rüstzeit und Pausen) mit unserer Wachsschleuder, auch Dampfwachsschmelzer genannt, verflüssigen. Es ist erleichternd, noch vor den steigenden Frühlingstemperaturen die nicht wirklich so appetitlichen Waben, denen teilweise Larvenreste anhaftet, für eine schimmel- und bakterienfreie Lagerung vorbereitet zu wissen.

Durch geschicktes Bestücken des Wachsschleuderkorbs erhöhten wir heuer die Füllmenge auf 18 (statt 15) Zanderwaben. Etwa 15-20 Minuten dauerte diesmal ein Schmelzvorgang, also doppelt so lang wie sonst.

Das lag daran, dass wir die Schleuder auf der Palette beließen und die dadurch bedingten Unwuchtbildung keine volle Drehzahl zuließ. Außerdem war der Topfabbau ein wenig wackelig, was wir nächstes Jahr durch ein entsprechend passenderes Untergestell perfektionieren werden.

Doch während der Wartezeit konnte bereits der zweite Korb vorbereitet werden. Die ausgeschmolzenen Rähmchen wurden vom Trester befreit und dieser in einen Sack geschüttet. Ein paar frühe Bienchen wurden vom Resthoniggeruch angelockt, wobei die menschliche Nase eher nicht ganz so lecker duftende Bestandteile wahrnimmt.

 

Der letzte Schritt zu verwertbarem Wachs, beispielsweise für Mittelwandwaben, ist das erneute Einschmelzen bei hohen, desinfizierend wirkenden Temperaturen in einem Wachsklärbehälter. Doch das können wir zuhause machen, da es dazu nicht viel Platz braucht.

14 Kg Eigenwachs (das Fremdwachs ist noch nicht desinfiziert und gewogen) gewannen wir fürs nächste Jahr … ein Ende der imkerlichen Winterarbeiten ist in Sicht. Letzter Akt für heuer: Einlöten der Mittelwände, die sich gestapelt in unserer Küche aufs Abarbeiten freuen.